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Alle Rezensionen von meggie

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Jeanie ist Haushälterin bei der Familie March. Durch Zufall stößt sie auf das Tagebuch von einem der Söhne. Da es sich allerdings um Vierlinge handelt, kann sie nicht zuordnen, welcher Sohn es ist. Der Schreiber gibt sich auch nicht selbst zu erkennen und erzählt von allen Personen des Haushalts in dritter Person. Jeanie versucht herauszufinden, um wen es sich handelt, denn die Aufzeichnungen sind verstörend. Es werden Morde beschrieben und die Gelüste, einen neuen Mord zu begehen. Jeanie fängt an, selbst Tagebuch zu führen und Beweise zu sammeln. Doch bekommt sie nicht genug zusammen, um damit zur Polizei zu gehen. Bis der Mörder sich in seinem Tagebuch plötzlich an Jeanie wendet, sie persönlich anspricht und ihr androht, sie ebenfalls umzubringen. Dieses Buch ist ungewöhnlich, sowohl vom Schreibstil her, als auch vom Aufbau. Die Handlung wird in Tagebucheinträgen erzählt. Immer abwechselnd geschrieben vom Mörder und der Haushälterin Jeanie. Während Jeanie das Tagebuch des Mörders lesen kann, hat er keinen Zugang zu ihren Aufzeichnungen und doch scheint er immer einen Schritt voraus zu sein und zu wissen, was Jeanie denkt und vor hat. Ich habe lange gebraucht, bis ich mich an den Aufbau gewöhnt habe, da dieser doch anstrengend war. Doch irgendwann macht es "Klick" und ich war so gefesselt von der spannenden Handlung. Ich rätselte mit, welcher der vier Söhne der Mörder ist und ob Jeanie es wohl schaffen würde, ihn zu entlarven. Erschwerend kommt hinzu, dass Jeanie es nicht schafft, Beweise außer dem Tagebuch zu sammeln. Sie hat Angst, wenn sie zur Polizei geht, dass das Tagebuch als Hirngespinst abgestempelt wird. Vor allem, da bekannt ist, dass Jeanie auch gerne mal Alkohol zu sich nimmt. Und doch gibt es Leichen, die als Beweis angenommen werden könnten. Jeanie ist jedoch zu feige, alles an die Polizei abzugeben. Eine Wendung gibt es, als die Tagebucheinträge sich in Briefe an Jeanie verwandeln und sie nun persönlich angegangen wird. Sie wird verhöhnt, mit falschen Hinweisen gefüttert und bedroht. Spätestens jetzt hätte sie sich der Polizei anvertrauen müssen, doch nun ist auch ihr Ehrgeiz geweckt und sie möchte den Mörder stellen. Sie nimmt also die Herausforderung an. Dieses Hin und Her zwischen dem Mörder und Jeanie, die vielen Informationen zu den einzelnen Familienmitgliedern und die Rückblicke in die Kindheit der vier Söhne lassen einem fast glauben, dass man selbst in die Geschichte verwickelt ist. Das Rätseln hat großen Spaß gemacht und am Ende wurde ich dann nochmals sehr überrascht. So hätte ich nicht damit gerechnet, aber ich finde es sehr passend und erklärend. Die Autorin hat mich mit ihrer Idee positiv überrascht. Gerade das Ungewöhnliche konnte mich sehr packen, auch oder gerade wegen der Anlaufschwierigkeiten. Jeanie hätte ich nur manchmal schütteln können. Sie hätte trotz der wenigen Beweise doch zur Polizei gehen sollen. Ich denke, mit vernünftigen Worten hätte sie sich dort Hilfe holen können. Andererseits kann ich aber auch verstehen, dass sie Angst hatte, sich jemandem anzuvertrauen. Sie wollte einfach nicht als naiv oder feige dastehen. Gerade als der Mörder sie persönlich mit Worten angreift, ist die Angst noch größer. Durch die Tagebucheinträge erfährt man sehr viel persönliches. Von Jeanie, vom Mörder, von der ganzen Familie. Und wird dadurch dann auch noch viel verwirrter. Die Autorin nutzt hier geschickt die Worte, um einem in ein wahres Labyrinth aus Hinweisen zu schicken. Der Mörder treibt ein perfides Spiel und Jeanie lässt sich voll darauf ein. Es gibt sehr beklemmende Momente und Situationen und doch reißt Jeanie sich immer wieder zusammen, um weitere Hinweise zu sammeln. Fazit: Ein ungewöhnlicher Krimi mit ungewöhnlichen Protagonisten und beklemmenden Situationen.

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Die blinde Maria findet an der Themse beim Schlammgründeln einen abgetrennten Finger mit einem Ring, in welchem "Heirate mich, Maria" eingraviert ist. Detectiv Inspector Dark geht der Sache nach und kommt dabei einem ungewöhnlichen Stalker auf die Spur. Dieser verschleiert jedoch seine Existenz so gut, dass Dark und sein Ermittlerteam ständig im Dunkeln tappen und sogar falschen Hinweisen nachgehen. Doch dadurch ergibt sich ein weiterer Fall, der auch mit dem Ring an dem abgetrennten Finger zu tun hat. Denn dieser ist aus der Asche eines Verstorbenen hergestellt worden. Die Firma, die diese Schmuckstücke herstellt, scheint ebenfalls Dreck am Stecken zu haben. Dark kann jedoch nicht beweisen, wie diese beiden Spuren zusammenhängen und so gerät er an den Bestatter Frank, der ihm mit ungewöhnlichen Methoden zur Hand geht. Denn Frank kann Geister sehen¿ Ich liebe es, mich in London zu bewegen. Das Setting ist für mich einfach wundervoll und auch geradezu prädestiniert, dass sich dort Geistergeschichten abspielen. Vor der Kulisse dieser schönen Stadt kann man sich eben solche Spukgestalten sehr gut vorstellen. Die Mischung "London" und "Geister" führte dann auch dazu, dass ich mit großem Interesse an diesen Roman herangegangen bin. Ich hatte allerdings einige Startschwierigkeiten, da die Autorin einen eigenwilligen Schreibstil hat. Nicht nur schreibt sie im Präsens, was für mich schon schwierig zu lesen ist, da ich ständig in die Vergangenheitsform falle, nein sie führt einem auch gleich zu Anfang etwas wirr durch die Geschichte. Doch nach einigen Seiten hatte ich mich daran gewöhnt und die Autorin konnte mich derart packen, dass ich das Buch eigentlich nur mit Widerwillen weglegen konnte. Die Protagonisten sind allesamt mit Problemen behaftet. Sei es die blinde Maria, die eigentlich nach einer OP wieder sehen kann, dies aber gar nicht will. Sei es der interessante DI Dark, der sich von seiner Frau getrennt hat, jedoch unsicher ist, ob er das Richtige getan hat. Sei es der Bestatter Frank, der mit einem ungewöhnlichen Hausgast zusammenlebt. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und alle müssen zusammenarbeiten, wenn sie den Stalker fassen wollen. Doch dieser macht es ihnen nicht leicht und hat zudem auch noch ein Limit vorgegeben, bis er sich Maria zu erkennen gibt und ihr ein Leid zufügen wird. Maria hat ein sehr außergewöhnliches Hobby. Sie ist Schlammgründlerin, d. h. sie geht bei Ebbe an das Ufer der Themse und gräbt in den Steinen und im Schlamm herum, bis sie etwas interessantes findet. Solche Funde sind z. B. Tonpfeifen, Münzen oder auch Scherben. Jedes "Ding" das gefunden wird, hat seine Geschichte. Meist ist diese alt und kann auch historisch nachvollzogen werden. Doch dann gibt es auch grauenhafte Funde, wie der abgetrennte Finger. Maria liebt diese Arbeit, kann darin versinken und abschalten. Ihre Blindheit hat ihr bis dahin sehr geholfen. Nun kann sie dank einer OP wieder sehen, möchte dies jedoch nicht und trägt deshalb permanent eine Augenbinde, damit sie weiter in "Dunkelheit" lebt. So entgeht ihr einiges, obwohl ihr Hör- und Geruchssinn sehr ausgeprägt ist. DI Dark ist eine sehr interessante Persönlichkeit. Er ist sehr melancholisch, was aber auch an der Trennung von seiner Frau liegt. Er denkt ständig an sie, fragt sich, ob er einen Fehler gemacht hat. Doch die Trennung ist in meinen Augen berechtigt. Man weiß aber auch, meist aus eigener Erfahrung, dass Liebe keinen Ausschalt-Knopf hat. Und so vergeht er in Selbstmitleid und zieht damit auch ungewöhnliche Figuren an. Der Charakter des Frank war mir persönlich eine der Liebsten. Er ist ein sehr ruhiger Charakter, der eine ungewöhnliche Gabe hat. Er kann Geister sehen und auch mit ihnen agieren. Er führt ein Bestattungsunternehmen und hat deshalb auch rund um die Uhr mit dem Tod zu tun. Es ist also von Vorteil, wenn die Toten ihm selbst sagen können, wie ihre Bestattung aussehen soll. Doch es gibt auch viele Nachteile, wenn man Geister sehen kann. Die Idee, Geister mit ins Boot zu nehmen, ist zwar nicht neu, doch hat die Autorin diese geschickt ausgenutzt und auch in die Geschichte eingeflochten. Hier bin ich dann wieder auch beim Setting London, das einfach dazu passt. London ist dunkel, mysteriös, geheimnisvoll und voller Möglichkeiten. Dieser Mix führt dazu, dass man förmlich an der Geschichte klebt und nur mit Mühe loskommt. Dazu kommt eine spannende Handlung, die eigentlich in zwei Teile gesplittet ist. Einmal der geheimnisvolle Stalker, der Maria keine Ruhe lässt. Auf der anderen Seite die Recherche nach den Herstellern des Rings. Durch beide Teile zieht sich jedoch ein roter Faden, der am Ende zusammenläuft. Der Tod ist im Buch allgegenwärtig und begleitet alle wie ein unsichtbarer Schatten. Und das macht in meinen Augen die Geschichte auch so einzigartig. Am Ende erlebte ich eine Überraschung, da ich doch ganz andere Vermutungen hatte. Ich mag es, wenn man mich auf eine falsche Fährte führt. Auf eine Fortsetzung gab es auch Hinweise bzw. ich wünsche mir, dass es eine Fortsetzung gibt. Denn es hat sich gerade am Ende so einiges ergeben, was in einer Fortsetzung zu klären gilt. Und ich würde mich auch auf einen weiteren Teil freuen. Fazit: Ein sehr düster angehauchter Thriller mit vielen Fantasy-Elementen. Spannend, geistreich (Achtung! Wortspiel!) und fesselnd.

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Jem und seine Freunde sind in der Oase der Zeitspringer angekommen. Dort erfährt er, dass Lucie und der Squid ebenfalls angekommen sind, jedoch im Koma liegen. Und Katta ist verschwunden und wahrscheinlich tot. GAIA, die Anführerin der Zeitspringer, gibt Jem Hoffnung auf eine Zukunft. Alle fühlen sich wohl, doch kommen nach und nach Dinge ans Licht, die Jem und die anderen zweifeln lassen. Und so müssen sie sich entscheiden, ob sie noch auf der richtigen Seiten stehen. Das Warten auf den dritten Teil hat sich gelohnt, da das Finale mit einem großen Showdown aufwartet. Hier hat es mich sehr gefreut, dass nochmals alle Protagonisten, auch die kleineren Rollen, einen Auftritt haben, der mehr oder weniger wichtig ist. Allen voran Jem und Lucie. Aber auch Marek, Katta, Arthur und der Rest der Clique müssen eine Reihe von Aufgaben lösen, um damit eine Lösung zu finden. Die Freunde sind noch mehr zusammengewachsen und fühlen sich auch sehr verbunden. Wie eine große Familie. Der dritte Teil der Evolutions-Reihe gibt auf alle Fragen, die sich in den ersten beiden Bänden aufgestaut haben, Antworten. Und wirft aber auch ganz viele neue Fragen auf. Allen voran die Wichtigste: Wird es mit der Evolutions-Reihe vielleicht irgendwann weitergehen? Der Autor legt den Fokus auf die Freundschaft. Nicht nur zwischen Mensch und Mensch. Manche Tiere, zu denen man als erstes so gar keine freundschaftlichen Gefühle aufbringen kann, erweisen sich als ungewöhnliche Hilfe. Die Bedrohung durch die Squids scheint näher zu kommen und ein Ausweg unmöglich. Bis sich unerwartet eine Lösung anbietet. Der Schreibstil war wieder sehr fesselnd und ich hatte das Buch in kürzester Zeit gelesen. Denn das Tempo, dass der Autor an den Tag legt, wird von Anfang bis Ende durchgehalten. Allerdings bekommt man auch fast keine Verschnaufpause. Und so ist man am Ende des Buches angelangt, obwohl eigentlich noch ganz viel erzählt werden könnte. Der Showdown am Ende kommt sehr plötzlich. Hier hätte ich mir gerade was Jem und Lucie angeht, eine etwas kompliziertere Lösung gewünscht. Allerdings gibt es dann aber die Hoffnung, ob es nicht irgendwann weiter geht. Ebenso hat der Autor etliche Türen aufgestoßen, so dass auch ein Spin-Off möglich wäre. Denn die vom Autor geschaffene Zukunft hält noch einige Überraschungen parat. Fazit: Der gelungene Abschluss der Trilogie mit einem leider raschen Ende.

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Janna bekommt das überraschende Angebot, im Institut als festangestellte Zivilistin zu arbeiten. Sie ist sich unsicher, da sie dann als Markus feste Partnerin eingestellt werden würde. Sie erbittet sich Bedenkzeit, doch ein neuer Fall führt sie und Markus nach Polen, wo sie zusammen den 18jährigen Hacker Mikolaj und dessen Schwester Mina nach Deutschland holen sollen. Doch nicht nur Markus und Janna suchen Mikolaj, auch andere sind dem jungen Mann auf den Fersen. Gewohnt schnell kommt die Autorin wieder an den Punkt, um den es eigentlich geht. Was auf den wenigen Seiten aber auch nötig ist. Mit großen Details kann man sich da nicht aufhalten. Auffallend ist diesmal, dass Markus sehr gefühlsduselig ist. Er macht sich viele Gedanken. Im Gegensatz zu dem Markus aus den ersten Bänden hat er sich sehr verändert. Zum Positiven. Er lässt Ratschläge zu, nimmt sich Zeit zum Nachdenken und ist vor allem (in vielen Dingen) ehrlich zu sich selbst. Janna hat aber auch eine Veränderung durchgemacht. Sie wirkt mutiger, selbstbewusster und bringt eine gewisse Vor- und Voraussicht mit. Dies kommt nicht nur Markus zugute. Beide sind froh über die Freundschaft, die sie verbindet. Oder ist vielleicht doch etwas mehr da? Janna hat mir diesmal sehr gut gefallen, da sie in wichtigen Situationen einen kühlen Kopf behalten hat und mit Scharfsinn und Verstand so manch gute Idee liefert, die nicht nur den Leiter des Instituts, sondern auch Markus sehr beeindruckt. Leider kommt diesmal Jannas Familie etwas zu kurz. Die Zwillinge tauchen gar nicht auf, auch Jannas Vater kommt nicht zu Wort. Nur Feli, Jannas Schwester und ihre Mutter haben kurze Auftritte, in denen sie Janna jedoch wertvolle Ratschläge erteilen. Auch die Mitarbeiter des Instituts haben nur kurze Auftritte. Es scheint, als ob die Autorin sich diesmal nur auf Janna und Markus konzentriert hat, um ihnen die nötige Zeit zu geben, ihre Freundschaft zu pflegen und ihre jeweilige Zukunft zu planen. Dabei rückt fast der eigentliche Auftrag, nämlich Mikolaj und Mina nach Deutschland zu holen, etwas und den Hintergrund. Aber nur fast... denn am Ende gibt die Autorin nochmal so richtig Gas und bietet einen Showdown mit vielen interessanten Wendungen. Dann kommt noch dazu, dass Janna vor einer wichtigen Entscheidung steht. Schmeißt sie ihren eigentlichen Job als Selbständige hin und arbeitet fortan für das Institut? Tauscht sie ihren ungefährlichen Schreibtisch gegen Fälle mit ungewissem Ausgang? Und kann sie die Gefühle, die in ihr aufwallen, wenn sie mit Markus unterwegs ist, endlich richtig deuten? Ich bin sehr gespannt, welche neuen Situationen für Janna und Markus noch aufkommen werden. Fazit: Ein nervenaufreibender, weil gefühlsmäßig sehr intensiver Fall für Janna und Markus.

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Und wieder geht der Kampf um die Throne in eine neue Runde. Viele mischen mit und verlieren dadurch ihr Leben. Doch Daenerys Targaryens Plan geht nicht auf und ihre Herrschaft über die Drachen gibt ihr nicht das, was sie erhofft hat. Gleichzeitig ist in Königsmund die Zeit der Wahrheit angebrochen. So muss Cersei sich dieser stellen und ihre Sünden büßen. Tyrion dagegen lernt die Sklaverei kennen und kommt seinem Ziel, Daenerys zu finden, einen Schritt näher. Jon Schnee muss sich der Treue seiner Männer vergewissern, denn die Anderen jenseits der Mauer verfolgen unerbitterlich ihr Ziel. Band 10 ist nun fertig gehört und nun heißt es warten auf die nächsten Teile. Gut, dass es noch einige andere Hörbücher gibt, die man lesen muss, um sich so die Zeit zu verkürzen. Doch werde ich es sehr vermissen, mich jetzt erstmal nicht mehr in Westeros aufhalten zu können, um Neues zu erfahren. Auch kann ich nicht viel Neues über den zehnten Band sagen. Dass es der Autor schafft, das Niveau über einen so langen Zeitraum zu halten, ist erwähnenswert. Sein Schreibstil ist einfach weiterhin fesselnd und es ist auch weiterhin erstaunlich, dass er den Überblick bewahrt und sich in seiner Welt so gut auskennt. Die von dem Autoren erschaffene Welt rund um die Häuser Stark, Targaryen und Lennister wird in diesem Band noch um das Haus Tyrell erweitert, welches nun auch eine größere Rolle spielt. Wieder werden die einzelnen Kapitel aus Sicht jeweils anderer Personen geschildert. Befindet man sich im einen Kapitel noch in Königsmund auf Westeros, ist man im nächsten Kapitel schon auf dem anderen Kontinent Essos, um dort die Geschehnisse von Daenerys und vielen anderen zu verfolgen. Die Ereignisse überschlagen sich. Bei vielen ist es ungewiss, wie es denn nun mit ihnen weitergeht. Der Autor schöpft aus den Vollen und seine Ideenvielfalt ist einfach nur genial. Ich bin wieder erstaunt darüber, habe aber gleichzeitig auch nichts anderes von ihm erwartet. Mit kleinen Cliffhangern an den Enden der Kapitel ist man fast gezwungen, weiterzulesen, bis man endlich wieder bei den jeweiligen Personen ankommt und erfährt, was nun weiter geschieht. Auch hier hat der Sprecher Reinhard Kuhnert wieder ganze Arbeit geleistet. Mit verschiedenen Stimmlagen gibt er jedem Charakter das gewisse Etwas und scheut sich auch nicht davor, mal ein Ständchen zum Besten zu geben. Auch wenn ich mich noch immer nicht (nach jetzt zehn Hörbüchern der Reihe) daran gewöhnen kann, dass noch die alte Übersetzung eingesprochen wurde, bin ich dennoch fasziniert von allem. In der alten Fassung wurden die meisten Namen und Ortsbezeichnungen aus dem Amerikanischen übernommen. So heißt Königsmund Kings Landing, der rote Turm The Red Keep oder Graufreud Greyjoy. Trotzdem findet man sich zurecht, auch wenn man durch die TV-Serie oder die neue Übersetzung anderes gewohnt ist. Aber nun heißt es sehnsüchtig warten auf den nächsten Teil. Fazit: Gut, besser, George R.R. Martin. Und genial gelesen von Reinhard Kuhnert.

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Kriege stehen bevor, denn der Adel kämpft um die englische Krone. Das England im Jahre 1123 scheint gespalten. Der junge Prior Philip hat unterdessen den Traum, durch ein Friedenszeichen auf eine glückliche Zukunft hinzuarbeiten. Zusammen mit dem Baumeister Tom Builder und der Grafentochter Alienna versucht er, diesen Traum zu verwirklichen. In Kingsbridge soll eine Kathedrale entstehen, wie sie sich keiner vorstellen kann. Sie soll den Mittelpunkt bilden, der so dringend benötigt wird, damit eine friedliche Zeit anbrechen kann. Doch nicht jeder kann diesen Traum verstehen. Und so kämpft nicht nur der Adel um die Herrschaft, sondern auch Prior Philipp gegen jeden, der sich seinem Traum in den Weg stellt. Wer das Buch kennt, weiß, welch Epos der Auto erschaffen hat. Über einen Zeitraum von 50 Jahren erzählt er die Geschichte von Prior Philipp, Tom Builder und der Grafentochter Alienna, die sich so vielen Widrigkeiten ausgesetzt sehen, dass sie eigentlich den Mut verlieren müssten und sich nicht mehr um ihre Träume kümmern wollen. Doch die unsägliche Kraft eines Traums gibt ihnen immer wieder die Kraft, sich aufzurappeln und von vorne zu beginnen. Sich das zu erfüllen, was sie sich so sehnlichst wünschen. Über Jahrzehnte hinweg wird erzählt, welch Glücksmomente, Rückschläge, Schicksale, Freundschaften und Probleme die Protagonisten erfahren. Das Schlechte überwiegt, doch die glücklichen Zeiten machen alles wieder wett. Es kommt keine Ruhe in das beschauliche Kingsbridge, bedingt durch viele neiderfüllte oder gar hasserfüllte Gegner, die sich zusammenschließen, um unseren Helden das Leben schwer zu machen oder gar ihre Existenz zu zerstören. Das Buch zu lesen war für mich ein wunderbares Gefühl. Es wird immer zu meinen Lieblingsbüchern zählen und ich werde es auch bestimmt noch ein paar Mal lesen. Für Zwischendurch dachte ich mir, dass ich ja nun mal das Hörbuch probieren könnte. Es sollte so eine Art Auffrischung sein, ein Zwischenspiel, um mich wieder nach Kingsbridge zu versetzen und dort zusammen mit Prior Philip, Tom Biulder, Jack und Alienna zu leben, lieben, leiden und lachen. Ich erwartete einen kleinen Hörgenuss und die Vorfreude war sehr groß. Doch leider wurde ich letztendlich enttäuscht, da es sich bei dem Hörbuch um die sehr stark gekürzte Fassung handelt. Ich wusste vorher, dass ich die gekürzte Version hörte, doch dass so viel fehlt, fand ich dann überraschend. Ich fragte mich, ob jemand, der das Buch vorher nicht gelesen hat, mit der gekürzten Fassung zufrieden sein könnte. Es reiht sich eine Niederlage an die andere. Philip, Tom und Alienna kommen nicht zur Ruhe, bekommen das Leben schwer gemacht oder machen sich selbst keine Freude mit ihren Entscheidungen. Die glücklichen Momente sind so rar, dass man meint, dass ihnen einfach nichts gutes gegönnt werden kann. Auch wenn der Sprecher Joachim Kerzel großartige Arbeit geleistet hat und mit Herzblut an die Sache heranging, war ich letztendlich dann doch enttäuscht von dem Hörbuch. Mir fehlte der Charme, der von dem Buch ausging, die Liebe zum Detail und die ausgedehnten Szenen. Hätte ich persönlich das Hörbuch vor dem Buch gehört, hätte ich wahrscheinlich nicht nach der Fortsetzung gegriffen oder würde mich jetzt auf den dritten Teil Die Fundamente der Ewigkeit freuen, welches im Herbst 2017 erscheint. Für diejenigen, die die Geschichte ich geschriebener Form vorher kannten, kann das Hörbuch eigentlich nur eine Auffrischung sein, aber eben in stark gekürzter Form. Fazit: Leider zu sehr gekürzt. Vieles fehlt.

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Über 50 Jahre Doctor Who - Zeit für ein außergewöhnliches Abenteuer: die ersten 11 Doctoren müssen sich vereinen. Ihre Begleiter verschwinden spurlos. Die Suche gestaltet sich schwierig, bis der Elfte Doctor auf das Versteck des Entführers stößt. 11 Doctoren und ihre Begleiter - vereint durch die Zeit. Ein Gegner, der gegen sie spielt. Immer wieder verschwinden die Begleiter des Doctors, entführt von einem Unbekannten. Im ersten Band des großangelegten Abenteuers, in welchem die ersten 11 Doctoren auftauchen, geschehen seltsame Dinge. Jedes Kapitel ist einem Doctor und seinem jeweiligen Begleiter bzw. seinen jeweiligen Begleitern gewidmet. Im ersten Band treffen wir somit auf den Ersten Doctor bis hin zu seiner sechsten Inkarnation. Das Comic ist so aufgeteilt, dass immer ein Abenteuer bestanden wird, an dessen Ende der bzw. die Begleiter des Doctor verschwunden. Wer dahinter steckt, wird erst nach und nach enthüllt. Einzigartig wird das Comic dadurch, dass 11 Doctoren zusammenarbeiten müssen, um ihre Begleiter zu befreien. Wie es jedoch dazu kommt, dass eine Zusammenarbeit überhaupt geschehen kann, wird eben in dem auf zwei Bände angelegten Comic erläutert. Unterbrochen werden die einzelnen Kapitel von kleinen Beiträgen von (auch ehemaligen) Mitwirkenden an den Comics. So macht John Ainsworth den Anfang, der bei Big Finish Productions als Produzent, Regisseur und Lektor arbeitet. Aber auch andere kommen zu Wort: Gary Russell (ehemaliger Drehbuchredakteur) und Alan McKenzie (ehemaliger Redakteur des Doctor Who Magazines). Am Ende erwartet einem ein Interview mit Scott Tipton, der zusammen mit seinem Bruder David für die Texte des Comics verantwortlich ist. Durch die hier erzählten Hintergrundinformationen bekommt man noch einiges Wissen vermittelt. Man bekommt Einblick hinter die Kulissen der Erfolgsserie aus England. Die einzelnen Storys sind von unterschiedlichen Zeichnern angefertigt. Der Text wurde von den Brüdern Scott und David Tipton beigesteuert. Der unverwechselbare Sarkasmus des Doctors sowie die unerschütterliche Treue auch gegenüber seinen Begleitern zieht sich durch das ganze Comic. Dies ist man auch so von der TV-Serie gewohnt und macht für mich auch einen wichtigen Teil der Reihe aus. Da ich die ersten Doctoren nur vom Hörensagen kenne und noch nie die alte Serie gesehen habe (ich bin erst mit dem neunten Doctor zum Whovian geworden), ist mein Interesse jedoch nun sehr groß, mich auch mal den älteren Folgen zu widmen. Das Comic besteht aus zwei Bänden. Im ersten Teil gehts um die Doctoren Eins bis Sechs, während im zweiten Teil Sieben bis Elf behandelt werden. Ein abschließendes Kapitel behandelt die Zusammenkunft aller Doctoren. Ich habe den zweiten Band vor dem ersten gelesen, hatte somit erst mal ein paar Verständnisprobleme, dich ich selbst aber nicht gestört haben. Nun, nach Lesen des ersten Teils, kann ich mir alles sehr gut zusammenreimen und bin wieder ein Stück mehr begeistert von dem gut durchdachten Universum rund um Doctor Who. Die Zeichenstile haben mir ausnahmslos gut gefallen und auch die einzelnen Storys waren sehr interessant. Diesmal kann ich keinen Favoriten ermitteln. Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen, endet jedoch auch immer mit dem Verschwinden des jeweiligen Begleiters. Fazit: Ein einzigartiges Werk.

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Finn, Leon, Elif und Lissy sind beste Freunde. Ihre Freundschaft wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, als Vanessa neu an der Schule auftaucht. Denn sie bringt alle vier gehörig durcheinander. Während Finn ins Schwärmen gerät, ist Leon eher misstrauisch. Doch auch bei Elif und Lissy stößt er damit auf taube Ohren. Die sind nämlich ebenfalls begeistert... bis plötzlich alle anfangen, Geheimnisse voreinander zu haben. Eine Intrige jagt die andere und Vanessa scheint immer der Mittelpunkt zu sein. Als die Freunde an die Ostsee zu einer großen Party fahren, kommt es zu unvorhergesehenen Ereignissen und einer Leiche. Dies ist der Auftakt zu einer neuen Jugendromanreihe, in welcher es vorwiegend im Geheimnisse und gesponnene Intrigen geht. Vier Freunde, die füreinander durch Dick und Dünn gehen würden, werden plötzlich auseinandergerissen, weil sich eine fünfte Person in die Clique drängt. Doch jeder ist auch irgendwie fasziniert von der Neuen. Die Protagonisten sind sehr unterschiedlich. Elif hat ein wildes Teenagerleben hinter sich, besinnt sich jetzt jedoch darauf, einen guten Abschluss hinzulegen, damit sie eine Zukunft hat. Lissy ist eher die Träumerin und verliebt in den gutaussehenden Schauspiellehrer. Finn ist ebenfalls ein Träumer, hat jedoch einen Hang zu dramatischen Auftritten. Leon aber scheint alles egal zu sein außer seine Drogen und Alkohol. Und trotzdem haben die vier sich gefunden und halten zueinander. Bis Vanessa auftaucht. Ein hübsches Mädchen, dass mit ihrer Art alle um die Finger wickeln kann, dies aber auch nutzt, um ihre Vorteile daraus zu ziehen. Und wenn ihr etwas gegen den Strich geht, kann sie ganz schön sauer werden und sinnt nach Rache. Der Auftakt der Reihe hat mir leider nicht so sehr gefallen. Dies lag wohl auch daran, dass mir die Protagonisten nicht sympathisch waren. Ich fand keinen Zugang zu ihnen, mir fehlte die Tiefe. Außerdem blieben fast alle sehr blass, mit Ausnahme von Leon, dessen Hintergrundgeschichte schon sehr interessant war. Trotzdem bekommt man nur wenige Details, die einem alle näher bringen. Trotzdem konnte er mich eine Weile faszinieren, doch der Drogen- und Alkoholkonsum hat mich dann wieder abgestoßen. Die typischen Teenager-Probleme werden aufgegriffen. Schwärmerei für einen Lehrer, heimliche verliebt in eine Mitschülerin, Lernstreß und Druck von außen, ja nichts verkehrt zu machen sowie Drogen- und Alkoholkonsum. Und die hübsche Unbekannte, die nichts von sich preis gibt. Der Autor beschreibt am Anfang des Buches die tiefe Freundschaft der vier Freunde. Sie stehen sich sehr nah. Bis Vanessa auftaucht. Die plötzlichen Abgründe, die sich auftun, spaltet die Clique. Hier wird auch deutlich die Unsicherheit der einzelnen Protagonisten deutlich. Sie sind zwar auf dem Weg, erwachsen zu werden, aber eben noch nicht mit dem nötigen Wissen. Und so ergeben sich daraus Probleme, mit denen sie eigentlich gar nicht selbst fertig werden können und eigentlich Hilfe von einer erfahrenen Person bräuchten. Aber wie Teenager nun mal sind, fragt man keinen Erwachsenen um Rat. Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig. Aufgrund dessen hatte ich das Buch auch schnell gelesen. Die Handlung ist leicht nachvollziehbar. Das Netz aus Lügen und Intrigen, dass gesponnen wird, ist sehr ausgeklügelt. Fazit: Leider konnte mich die Geschichte nicht fesseln.

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Laura ist Italienerin, lebt aber in Deutschland zusammen mit ihrem Lebensgefährten Martin und der gemeinsamen Tochter Sara. Mit ihren Freundinnen gründet sie eine Agentur für italienische Klischees. Die Agentur läuft sehr gut an. Gleichzeitig geht es jedoch mit ihrer Beziehung zu Martin den Bach runter. Laura zieht die Notbremse und zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. Als sie dann jedoch auf den gutaussehenden Alex trifft, weiß sie so gar nicht mehr, was sie eigentlich will. Laura merkt immer mehr, dass die Unterschiede zwischen Italien und Deutschland größer sind, als sie dachte und weiß, dass sie sich entscheiden muss, um selbst endlich richtig glücklich sein zu können. Wir alle haben unsere Vorstellungen, was das Leben in Italien anbetrifft. Alle essen den ganzen Tag Spaghetti, die Frauen stehen am Herd und kümmern sich um die Kinder, die Männer sind bei der Mafia und es gilt Dolce Vita das Leben lang. In ihrem aktuellen Buch Dolce Vita für Fortgeschrittene zeigt die Autorin aber das genaue Gegenteil. Sie lässt uns teil haben an der Lebensweise der Italiener und schon bald merken wir: die haben die selben Sorgen wie wir Deutsche auch. Die Protagonistin Laura ist freiwillig nach Deutschland gekommen, um dort an der Universität zu studieren und ihren Weg zu gehen. Der verlief nicht so, wie gedacht. Aber sie kann zufrieden sein mit ihrem Job in der Pharmaindustrie, ihrem Kind Sara und dem dazugehörigen Vater Martin. Wäre da nicht die Unzufriedenheit in ihrem Leben. Die Beziehung zu Martin scheint eingefahren. Immer mehr stört sie an ihm und so macht sie das für sie Sinnvollste: sie trennt sich von ihm. Doch so einfach, wie sie es sich vorgestellt hat, ist es dann auch nicht. Dass sie nebenbei auch noch eine Agentur zu leiten hat, macht alles nicht leichter. Nur gut, dass ihre Freundinnen sie so gut es geht unterstützen. Wer dieses Buch liest, wird mit Klischees förmlich überschüttet. Gleichzeitig wird aber auch richtig gestellt, dass es gar nicht so ist, wie man denkt. Und das Italiener auch Klischees über Deutsche verbreiten. Alles in allem eine heitere Richtigstellung von beiderlei Nationen. Laura ist sehr sympathisch, sehr chaotisch, sehr italienisch und vor allem eines: sehr unglücklich. Ihr Freund Martin kritisiert sie ständig. Und so fühlt sie sich missverstanden und macht sich natürlich Gedanken, ob sie sich von Martin trennen soll. Da taucht der gutaussehende Italiener Alex auf und verdreht Laura gehörig den Kopf. Laura und ihre Freundinnen gründen zusammen eine Agentur namens Frag mich nach Sonnenschein . Diese Agentur vermittelt italienische Klischees . Ihr erster Auftrag führt sie zu einem italienischen Restaurant, dass sie aufmöbeln , in dem sie typische italienische Klischees einbringen. Vespas, italienische Snacks, gutaussehende Italiener, die vor dem Restaurant stehen und Dolce Vita versprühen. Die Autorin hat einen sehr lockeren Schreibstil und so ist man förmlich mitten in der Geschichte drin und erlebt mit Laura das Auf und Ab ihrer Gefühle. Sehr gut gefallen hat mir die Tochter von Laura und Martin, die vierjährige Sara. Sie ist - wie ihre Mutter - nicht auf den Mund gefallen und lässt viele Knaller raus. Ein sehr pfiffiges Mädchen, das viel italienisches Temperament hat. Aber auch deutsche Züge zeigt. Erwähnen muss man, dass 2012 eine Kurzgeschichte erschien mit dem Namen Frag mich nach Sonnenschein . Hier wird in gekürzter Form die Geschichte von Laura erzählt. Mit Dolce Vita für Fortgeschrittene hat die Autorin nun die Story vergrößert und etwas umgeändert, so dass eine neue, aber ebenso lockere Erzählung entstanden ist. Es freut mich, dass gerade die kleine Sara eine etwas größere Rolle bekommen hat. Fazit: Mit viel Charme, Witz und jeder Menge Aperol Spritz ergibt sich eine lockere Geschichte rund um Lauras Leben. Ich bin mir sehr sicher, dass viel von der Autorin in dem Buch verarbeitet ist.

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Archibald Leach und seine Assistentin Sarah Goldberg werden in einen sehr persönlichen Fall hineingezogen. Archibalds Onkel Heisenberg wird von dem mysteriösen Marquis de Mortemarte unter eine Art Bann gestellt. Außerdem gelingt es ihm den horriblen Unschärfekompass des relativen Bösen von Archibald an sich zu bringen. Diesen benötigt er, um die Ätherkraft zu speichern. Außerdem verwandelt er unschuldige Menschen in Tiermischwesen, um damit alle anzugreifen. Archibald und Sarah verfolgen den Marquis um die halbe Welt und treffen dabei auf die ungewöhnlichsten Leute. Voodoo, Magie und die Kraft des Äthers kreuzen ihren Weg. Und mehr als einmal muss Sarah feststellen, dass sie ihren alten Freund Archibald doch nicht so kennt, wie sie dachte. Und ihm doch viel näher ist, als sie meint. Schon die Kurzgeschichten des Autors um Archibald Leach und seine Assistentin Sarah Goldberg in verschiedenen Anthologien haben mich sehr begeistern können. Gerade Sarah, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, hat eine sehr schlagfertige Art, die in manchen Situationen auch vonnöten ist. Eigentlich sind Archibald und Sarah Freunde aus Kindheitstagen, siezen sich aber. Dies wohl aus gegenseitigem Respekt heraus. Trotzdem merkt man deutlich, wie vertraut die beiden sind, da sie sich ja schon von Kindesbeinen an kennen. 14 Jahre haben sie sich allerdings nicht gesehen und Sarah weiß auch nicht viel darüber, was Archibald in der Zeit getrieben hat. Nur bruchstückhaft bekommt sie heraus, was er in dieser Zeit erlebte, kann sich aber auch nicht wirklich einen Reim darauf machen. Und so lernt sie ihn quasi aufs Neue kennen. Gleich von Anfang an wird man auf eine wahre Achterbahnfahrt mitgenommen. Sarah und Archibald haben fast keine Verschnaufpause und müssen sich ständig mit den Einfällen des Marquis de Mortemarte herumärgern. Doch sie bleiben am Ball, steht doch eine große Bedrohung für die ganze Menschheit bevor. Die unterschiedlichsten Personen helfen den beiden auf ihrer Suche nach dem Marquis. So landen Archibald und Sarah mal auf einem Piratenschiff, mal in einer Voodooshow, auf seltsamen Inseln oder im bestbewachtesten Gefängnis. Bekannte und neue Figuren tauchen auf. Der Autor hat sehr interessante neue Figuren geschaffen, sich aber auch historisch belegter Persönlichkeiten bedient. Oder einfach mal Charaktere von anderen Autoren übernommen. Dies ergibt einen bunten Mix an den schillerndsten Figuren. Mir persönlich habe die beiden Agentinnen Daphne und Carmille sehr gut gefallen. Mit meist ungewöhnlichen Mitteln und einer sehr sexy Ausstrahlung wurde ihnen jeder Wunsch erfüllt. Aber auch Sarah konnte mich voll und ganz überzeugen. Sie ist nicht zimperlich, hat tolle Ideen und mit ihrem Wissen über Mechanik holt sie sich so manchen Pluspunkt. Der Autor hat die weiblichen Figuren als sehr gleichberechtigt dargestellt, auch wenn es immer wieder Männer gibt, die mit Blicken deutlich zeigen, dass sie dies nicht so sehen. Und doch ist es gerade Sarah, die dann mit schlagfertigen Argumenten jedem den Wind aus den Segeln nimmt und sich so auch den nötigen Respekt schaffen kann. Der Autor hat einen sehr fesselnden Schreibstil und so fliegt man förmlich durch die knapp 600 Seiten und denkt sich am Ende: Wie? Schon fertig? . Aber es wird schon auf den nächsten Teil verwiesen und so darf man sich auf ein weiteres Abenteuer mit dem sehr sympathischen Gespann Archibald Leach und Sarah Goldberg freuen. Sehr erwähnenswert ist wieder das tolle Cover. Darauf sind - in verschiedenen Brauntönen gehalten - Archibald und Sarah zu sehen, umringt von den Mischwesen, die der Marquis erschaffen hat. Hier wurde viel Liebe in die Details gesteckt, was sich in der Geschichte auch widerspiegelt. Da es sich um das Genre Steampunk handelt, finden sich natürlich auch diverse Dinge wieder. Die Waffen (z. B. Spektralrepertierrevolver, Plasmaflinte), die mysteriösen Gegenstände (z. B. Meister Heisenbergs horribler Unschärfekompass des relativen Bösen), dampfbetriebene Kutschen, Zeppeline - alles wird perfekt in Szene gesetzt. So macht es einfach Spaß, sich in der vom Autoren geschaffenen Welt zu bewegen und Abenteuer zu bestehen. Als kleiner Running-Gag gibt es ein Vorwort von Katharina Fiona Bode, die mit ihrer erschaffenen Figur Erasmus Emmerich einen ebenso verschrobenen Detektiv kreiert hat. Erasmus und Archibald können sich nicht leiden, sind aber jeweils angetan von den Assistentinnen. So erwähnt Katharina Fiona Bode Archibald auch in ihrem Roman (Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé). Dort gibt es ebenfalls ein Vorwort, geschrieben von Markus Cremer aus Sicht von Archibald Leach und Sarah Goldberg. Eigentlich könnte ich noch stundenlang schwärmen. Ich möchte dieses Buch einfach jedem ans Herz legen, der Steampunk, Detektivgeschichten und Fantasy mag. Die Mischung ist in meinen Augen einfach genial. Fazit: Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd um die halbe Welt mit einem außergewöhnlichen Team.

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