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Alle Rezensionen von amena25

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In einem kleinen Dorf in der englischen Provinz, wo jeder jeden zu kennen glaubt, kommt es zu merkwürdigen Einbrüchen. Dabei wird aber meist nichts gestohlen, sondern nur kleine Spuren hinterlassen oder Dinge an einen anderen Platz gestellt. Doch die Betroffenen bemerken, dass jemand in ihrem Haus oder ihrem Schlafzimmer war. Der geheimnisvolle ,,Einbrecher", bald der ,,Fox" genannt, bringt die Dorfbewohner dazu, sich gegenseitig zu verdächtigen und zu misstrauen. Jeder verschließt Fenster und Türen, einige bewaffnen sich, und dennoch dringt der Fox in die Häuser ein. Eines Tages verschwindet Anna, die sich jahrelang um ihre Mutter gekümmert hat. Sie ist eine unscheinbare, freundliche junge Frau, die jeder kennt, aber niemand weiß etwas Genaueres über sie. Hat der Fox Anna entführt oder sogar getötet? Die Atmosphäre im Dorf spitzt sich zu, alte Geschichten und verborgen geglaubte Geheimnisse werden durch die zunehmend aggressiver werdenden gegenseitigen Verdächtigungen ans Licht gezerrt. Die einzelnen Kapitel mit teils so merkwürdigen Titeln wie ,,Foto", ,,Handschuh" oder ,,Hautcreme", die jeweils einen Gegenstand von Bedeutung in den Fokus stellen, werden aus der Sicht verschiedener Beteiligter erzählt. Da gibt es Deloris, die jung verheiratete und zunehmend frustrierte Ehefrau, oder Brian, der sympathische Dorfpolizist, der sich um seinen behinderten Bruder kümmert, Jim, der neue Seelsorger des Dorfes, der mit einer dunklen Vergangenheit zu kämpfen hat oder Stan, der mit Anna ein sehr privates Geheimnis geteilt hat. Diese Geschichten sind interessant, allerdings hält sich die Spannung doch eher in Grenzen, da alle Figuren sehr passiv und unentschlossen wirken. Die Spannung steigt etwas gegen Ende des Romans, als man auf Spuren von Anna stößt und sich die Schlinge um den Fox allmählich enger zieht. Die Schilderung der tiefen Abgründe der Dorfidylle ist durchaus lesenswert, allerdings sollte man keine Hitchcock-Spannung erwarten, wie im Klappentext angekündigt.

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Die Lektüre von Svens Heucherts Debütroman ,,Dunkels Gesetz" ist kein reines Lesevergnügen. Dennoch hat der Roman etwas, das einen auch nach dem Lesen nicht loslässt. Ist es die düstere, melancholische Atmosphäre, in der kleine Funken von Nähe und Menschlichkeit aufglühen und ebenso schnell wieder verlöschen? Oder ist es die traurige Ratlosigkeit, die einen angesichts der Aggressivität und Resignation der Figuren überkommt? Der Exsöldner Richard Dunkel arbeitet für eine Securityfirma in dem kleinen Kaff Altglück nahe der belgischen Grenze. Dabei stößt er auf den Tankstellenbesitzer Achim, der ins große Drogengeschäft einzusteigen versucht. Bei ihm wohnen seine Geliebte und deren Tochter Marie, die wie ein Fremdkörper in dieser tristen und schmierigen Szenerie wirkt. Die Charaktere, ihre Beziehung zueinander und ihr bisheriges Leben werden nur angedeutet, vieles bleibt in der Schwebe. Selbst das Ende hinterlässt viele offene Fragen und lose Fäden, sodass einen das Buch noch eine ganze Weile beschäftigt. Richard Dunkel selbst ist keine sympathische, aber eine durchaus interessante Figur. In kleinen Häppchen erfährt man etwas von seiner Vergangenheit als Söldner und von seinen Erinnerungen, die ihn offenbar nicht loslassen. Einzig für das Mädchen Marie empfindet man so etwas wie Mitleid und hofft, dass sich wenigstens ihr die Chance auf ein besseres Leben bietet. Die Sprache des Romans ist sehr knapp, die Dialoge bestehen oft aus umgangssprachlichen, abgerissenen Sätzen, was mir nicht gefällt, aber unbedingt zu den Charakteren passt. Die Bezeichnung ,Kriminalroman¿ ist etwas irreführend, dafür fehlt meiner Meinung nach der eigentliche Fall und der Spannungsbogen. Die Beschreibung auf dem Klappentext als harten, schroffen und rabenschwarzen Provinzroman finde ich aber durchaus zutreffend. Ein sperriges und kantiges, aber auch ein interessantes und ungewöhnliches Buch.

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Was macht man mit gescheiterten Kollegen, die man gerne loswerden will, die man aber nicht einfach so entlassen kann? Man gründet eine neue Abteilung, in die man die Versager abschiebt - in diesem Fall die Abteilung für Cold Cases, also alte, ungelöste Fälle, für die sich eh kaum jemand interessiert. Gabriel Dickinson hat bei einem Segelunfall seinen Schwager verloren, worauf sich seine Frau von ihm getrennt hat. Obwohl schuldlos an dem Unglück, fühlt Gabriel sich schuldig, verfällt dem Alkohol und verwahrlost zunehmend. Marta Rodriguez-Johnson hat dagegen ihren Kollegen versehentlich im Einsatz erschossen und diese Schuld bis heute nicht überwunden. Beide geben ein wahrlich famoses Gespann ab: problembeladen, unsicher und verschlossen. Nur zögerlich entwickeln sich Vertrauen und Respekt zwischen ihnen und allmählich wachsen sie zu einem wirklichen Team zusammen. Als sie auf vier 20 Jahre alte, ungelöste Fälle stoßen, fallen ihnen merkwürdige Parallelen auf. Offenbar stehen diese vier Fälle in einem Zusammenhang mit dem Verschwinden der damals 13-jährigen Tessa, das auch nie aufgeklärt wurde. Je tiefer Gabe und Marta graben, desto mehr bringen sie sich selber in Gefahr. Offensichtlich hat jemand ein sehr starkes Interesse daran, dass die ungelösten Fälle auch ungelöst bleiben. Der Leser taucht ein in Gabriels und Maritas problembeladene Welt, teilt ihre Gedanken und fühlt mit ihnen. Und man freut sich, dass ausgerechnet die beiden vermeintlichen Versager einem Netz aus Lügen und Vertuschungen auf die Spur kommen und damit ihrem eigenen Leben eine neue Perspektive geben. Ein spannender, verwickelter Krimi mit überraschenden Wendungen.

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Schon das Cover und der leinwandähnliche Einband zeichnen das Buch als etwas Besonderes aus. 1631 wird Sara de Vos als erste Malerin in die Amsterdamer Meistergilde aufgenommen. Als Frau soll sie hauptsächlich Stilleben malen, ihr Interesse gilt aber eher der Landschaftsmalerei. Doch zu der damaligen Zeit hatte eine Frau hinter ihrem Ehemann zurückzustehen und sollte ihm möglichst zuarbeiten. Als ihr einziges Kind an der Pest stirbt, malt Sara de Vos ihr, vermutlich, letztes Bild: ,,Am Saum des Waldes". Genau dieses Bild hängt 1957 bei dem reichen New Yorker Anwalt Marty de Groot im Schlafzimmer. Das Gemälde befindet sich seit drei Jahrhunderten in Familienbesitz. Nur durch Zufall bemerkt de Groot, dass das Original gegen eine, wenn auch brillante Fälschung eingetauscht worden sein muss. Mit kriminalistischem Gespür begibt er sich auf die Suche nach dem Fälscher - und stößt auf die junge und recht isoliert lebende Kunststudentin Ellie Shipley. Sie hat, ohne von dem Diebstahl zu wissen, die Kopie angefertigt. Marty de Groot will Rache und umwirbt Ellie.... Eine dritte Zeitebene zeigt Ellie Shipley im Jahr 2000. Sie arbeitet inzwischen als Kunstprofessorin mit Schwerpunkt ,Niederländische Malerinnen im Goldenen Zeitalter¿ an der Sydney University. Als sie für die Art Gallery of New South Wales eine Ausstellung mitorganisiert, kommen sowohl das Original als auch die Kopie von ,,Am Saum des Waldes" in Sydney an und Ellie Shipley wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Die drei Zeitebenen des Romans werden äußerst geschickt miteinander verwoben. Man fühlt mit der Malerin Sara de Vos im 17. Jahrhundert genauso wie mit der jungen Studentin oder der reifen Professorin Ellie. Sehr präzise und anschaulich werden Gemälde und Maltechniken beschrieben, sodass jedes Detail und jede Farbschattierung vor dem inneren Auge des Lesers erscheint. Der Autor Dominic Smith versteht es wirklich, mit Worten zu ,,malen". Auch wenn der Grundton des Romans eher melancholisch ist, gibt es immer wieder auch amüsante Situationen und Dialoge. Ein besonderes und äußerst lesenswertes Buch, nicht nur für Kunstinteressierte.

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Lost - der Name ist Programm. Als Leander Lost aus Hamburg am Flughafen von Faro von seinen Kollegen der Polícia Judiciária empfangen wird, fühlt er sich wirklich ziemlich verloren. Im Rahmen eines Austauschprogramms von Europol soll er ein Jahr in dem kleinen Städtchen Fuseta an der Algarve verbringen, während ein portugiesischer Kollege in Hamburg Erfahrungen sammeln soll. Sub-Inspektorin Graciana Rosado und ihr Kollege Carlos Esteves finden Leander Lost von der ersten Minute an merkwürdig. Nach nur wenigen Wochen Sprachkurs spricht er fast perfekt ihre Sprache, versteht aber weder Ironie noch Witze. Dies führt zu recht amüsanten Dialogen. Was sie zunächst für eine typisch deutsche Eigenheit halten, erweist sich als Asperger-Syndrom. Leander Lost besitzt ein fotografisches Gedächtnis und kann zwei Seiten eines Telefonbuchs in einer Minute auswendig lernen. Allerdings kann er die Mimik der Menschen nicht entschlüsseln, versteht keine Zwischentöne und kann vor allem nicht lügen. Damit stößt Lost seine Mitmenschen regelmäßig vor den Kopf und denunziert sogar ungewollt seine neuen Kollegen. Doch Graciana Rosado hat ein großes Herz und viel Menschenverstand. Sie erkennt Losts Schwächen, aber auch seine Stärken. Und sie hat eine Schwester, Soraia, die sich sehr für den seltsamen Deutschen erwärmen kann. Schon wenige Stunden nach Leander Losts Ankunft wird ein Privatdetektiv tot in seinem Boot aufgefunden und bald stellt sich heraus, dass es sich um Mord handelt. Als Rosado, Esteves und Lost das Büro des Detektivs untersuchen wollen, werden sie angegriffen und das Büro in Brand gesetzt. Die Spuren führen zu einer Firma, die die Wasserversorgung in der Region übernommen und offenbar so einiges zu verbergen hat. Und bald zeigt sich, dass das Trio auch in den eigenen Reihen ermitteln muss. Neben der Krimihandlung erfährt man auf anschauliche und unterhaltsame Weise viel über die Algarve und ihre Bewohner, ihre Herzlichkeit und ihre Traditionen. Aber auch der Außenseiter Lost mit seinen merkwürdigen Verhaltensweisen wird dem Leser zunehmend verständlicher und sympathischer. Die Aufdeckung des Verbrechens gerät dabei fast schon zu Nebensache, was der Unterhaltsamkeit aber keineswegs abträglich ist. Kein hochspannender Thriller, aber ein lesenswerter, unterhaltsamer Krimi mit interessanten Charakteren.

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Dieser Roman beruht auf einer wahren Begebenheit. Der Autor Arno Frank erzählt von einer (seiner?) Kindheit in einem kleinen Ort bei Kaiserslautern in den 80er Jahren. Der Vater Jürgen ist ein Macher, der ständig irgendwelche ,,Projekte" und kleine Geschäfte am Laufen hat. Von zu Hause aus verscherbelt er Krimskrams wie z.B. Hirschgeweihe aus Plastik, Heimtrainer, ja sogar alte Kübelwagen der Wehrmacht, bis das Geschäftsmodell scheitert, die Familie das Haus aufgeben und umziehen muss. Später arbeitet der Vater als Verkäufer von Gebrauchtwagen, wo er seine Talente als Blender voll einsetzen kann. Er erzählt den Leuten, was sie hören wollen und hat damit Erfolg. Sein Motto: ,,Du musst dir nehmen, was du willst. Niemand schenkt dir was." Und ganz plötzlich ist die Familie reich. Genauso plötzlich verlassen sie die Heimat für einen sehr langen Urlaub in Südfrankreich. Für die Kinder ist das Leben dort zunächst paradiesisch: in einer Villa mit Pool, mit Sportwagen.... Bis allmählich das Wasser für den Pool zu teuer ist, die Mutter kaum mehr das Haus verlässt und immer wieder merkwürdige Briefe kommen, die der Vater sofort zerreißt. Als eines Abends die Polizei vor der Tür steht, flieht die Familie Hals über Kopf nach Portugal. Die kindliche Perspektive des Jungen, der manches spürt und ahnt, aber erst allmählich durchschaut, dass sein Vater kein Held ist, sondern er das Geld offenbar illegal beschafft hat, ist sehr eindringlich und packend. Auch die Mutter Jutta, die immer zum Vater steht und seine Entscheidungen nie in Frage stellt, ist von der Situation so überfordert, dass sie sich oft in eine eigene Welt zurückzieht. Sie vernachlässigt die Kinder, sodass sie am Ende regelrecht verwahrlosen. Erschütternd wird geschildert, wie die vermeintliche Realisierung der elterlichen Träume verhindert, dass die Kinder eine ,,normale" Kindheit mit Schule, Freunden und Alltag erleben dürfen. Während sich der Beginn des Romans noch etwas zäh gestaltet, bringt die Flucht deutliche Dynamik in die Geschichte - bis zu ihrem schlechten Ende. Erschütternd und sehr berührend.

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Harry Svensson, ehemaliger Reporter einer Stockholmer Zeitung und ansonsten Privatier, mag Spanking, das heißt, er versohlt Frauen den Hintern und sie stehen drauf. Bei einem übers Internet zustandegekommenen Date mit der Weinhändlerin Ulrika Palmgren bekommt Svensson allerdings statt körperlicher Zuwendung einen Korb und eins auf die Nase. Bei der Rückkehr ins Hotel findet er im Nachbarzimmer den völlig zugedröhnten Sänger Tommy Sandell, der seinen Rausch neben einer Frau ausschläft - diese ist allerdings tot. Und ihr wurde offensichtlich der Hintern versohlt! Während die Polizei in den Ermittlungen kaum vorankommt, geschieht der nächste Fall. Dieses Mal trifft es einen erfolgreichen und vielversprechenden Politiker, der neben einer toten Frau im Hotelzimmer erwacht. Und diese Frau ist die Weinhändlerin Ulrika Palmgren! Harry Svensson beginnt nun selbst zu recherchieren, ist er doch teilweise in den Fall involviert. Und er ahnt, dass er es mit einem Serientäter zu tun hat. Svensson schildert in der Ich-Perspektive seine Ermittlungen, die allerdings immer wieder abschweifen. Das führt zu gewissen Längen, da es nicht wahnsinnig interessant ist, was Svensson isst und welchen Wein er dazu trinkt. Immer wieder trifft er Bekannte von früher oder lernt neue Menschen kennen, wobei sein Interesse vorzugsweise den Frauen gilt. Das führt stellenweise zu unterhaltsamen Situationen und Dialogen. Doch thrillermäßige Spannung kommt dabei nicht auf. Lediglich die eingestreuten Passagen, die das Geschehen aus der Sicht des Täters schildern und nach und nach dessen Motive ans Licht bringen, sind spannend. Erst im letzten Drittel, als Svensson dem Täter immer näher rückt und dadurch in dessen Visier gerät, kommt wirkliche Spannung auf. Olssons Schreibstil ist locker und unterhaltsam. Er versteht es, Personen und Stimmungen anschaulich und prägnant zu beschreiben. Hätte er sich aber statt der über 700 Seiten auf die Hälfte beschränkt und sich mehr auf die Fälle konzentriert als auf das Privatleben seines ,Helden¿ Harry Svensson, wäre es eventuell ein Thriller geworden. So aber handelt es sich eher um einen unterhaltsamen Krimi mit zu vielen Abschweifungen und Längen.

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Wer die Vorgänger-Bände kennt, wird sich freuen, neben Tom Stilton und Olivia Rönning weitere alte Bekannte wiederzutreffen. Wer sie nicht kennt, wird sie sich nach dieser Lektüre unbedingt anschaffen wollen. Wieder einmal greift das Autorenduo Cilla und Rolf Börjlind ein absolut aktuelles Thema auf: Flüchtlinge, insbesondere Jugendliche und Kinder, die allein auf der Flucht und damit leichte Beute für menschenverachtende Verbrecher sind. Im Zentrum steht das Flüchtlingsmädchen Folami, das sich allein in den Stockholmer Straßen durchschlägt, bis sich die selbst obdachlose und drogenabhängige Muriel ihrer annimmt. Für Muriel ist dies eine Chance, endlich einmal Verantwortung in ihrem Leben zu übernehmen und damit den Drogen - zumindest für eine Weile - zu entkommen. Sie suchen Zuflucht in einer kleinen, abgelegenen Hütte in den Wäldern. Doch bald sind sie auch dort nicht mehr sicher und Muriel bittet Tom Stilton um Hilfe. Stilton, früher Kriminalkommissar, bevor ihn das Leben so aus der Bahn geworfen hat, dass auch er jahrelang als Obdachloser gelebt hat, hat inzwischen wieder einen Platz im Leben gefunden. Nun will er seiner früheren Chefin Mette Olsäter und seinen Kollegen beweisen, dass er der Polizeiarbeit wieder gewachsen ist. Als die Leiche eines ermordeten Jungen in den Wäldern gefunden wird, gibt es Hinweise auf einen Pädophilenring. Weitere Spuren führen nach Bukarest. Tom und Olivia versuchen dort, der Wahrheit näher zu kommen, bringen sich dabei aber selbst in höchste Gefahr....... Was diese Reihe so interessant und abwechslungsreich macht, sind die authentischen Figuren, die ihre besonderen Eigenheiten, Widersprüchlichkeiten, Stärken und Schwächen haben und sich in jedem Band weiterentwickeln. Angesichts des schrecklichen Schicksals der jugendlichen Opfer bleiben Tom, Olivia und selbst Mette Olsäter trotz ihrer Professionalität nicht kühl und abgeklärt, sondern leiden mit den Opfern mit. Und Tom Stilton setzt sich verbissen und ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben für Gerechtigkeit ein. Brandaktuell, komplex und hochspannend bis zum Ende!

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Jende Jonga aus Kamerun lebt seit einigen Monaten ohne Papiere in New York. Und endlich hat er es geschafft, seine Frau und seinen kleinen Sohn auch nach Amerika zu holen. Hier erhoffen sie sich Chancen, die ihnen ihre Heimat Kamerun nicht bieten kann. Während Jende eher von einem eigenen Haus, etwas Luxus und finanzieller Sicherheit träumt, will seine Frau Neni unbedingt studieren und Apothekerin werden. Nicht zuletzt wünschen sie sich für ihren Sohn Liomi eine gute Ausbildung und eine besserer Zukunft. Als Jende über Beziehungen den Job als Chauffeur des Bankmanagers Clark Edwards bekommt, schwebt er zunächst im 7. Himmel. Doch allmählich blickt Jende durch seine Tätigkeit hinter die Fassade der reichen und glücklichen Familie. Im Sommer wird auch Jendes Frau Neni von Mrs Edwards als Haus- und Kindermädchen engagiert. Auch sie ist zunächst geblendet vom luxuriösen und glamourösen Lebensstil der Bankerfamilie. Doch bald erkennt auch sie, wie einsam und traurig Mrs Edwards in Wahrheit ist. Als die Bankenkrise ihre Opfer fordert, verändert sich das Leben beider Familien dramatisch. So aktuell der Roman über Familie, Immigration, Illusionen und Träume auch ist, hat er mich doch nicht ganz überzeugen können. Zu klischeehaft werden die Edwards als reiche Schnösel mit perfekter Fassade, hinter der sich wenig verbirgt, geschildert. Jende und Neni dagegen wirken zwar realistisch mit ihren Träumen vom besseren Leben, gelegentlich aber auch recht naiv und blind für Amerikas Schattenseiten. Eher unsympathisch und zu ihrem Charakter unpassend empfand ich, zu welchen Mitteln Neni am Ende greift, um ihre Ziele zu erreichen. Die Dialoge wirken stellenweise etwas hölzern, was allerdings auch an der Übersetzung aus dem Amerikanischen und Afrikanischen resultieren kann. ,,Das geträumte Land" ist insgesamt lesenwert, aber keine ,,unvergessliche Geschichte".

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Der grausige Titel des Buches sollte nicht von der Lektüre abschrecken. Allerdings darf man auch nicht unbedingt einen Thriller erwarten, sondern eher die kriminalpsychologische Aufarbeitung eines Dreifachmordes. Schottland im August 1869: Der siebzehnjährige Roderick Macrae ermordet im abgelegenen und verschlafenen Bauerndorf Culduie seinen Nachbarn, den tyrannischen Constable Lachlan Mackenzie, dessen fünfzehnjährige Tochter und den dreijährigen Sohn. Nach diesem grausamen Blutbad lässt Roderick sich widerstandslos verhaften, leugnet die Tat nicht, zeigt aber auch keine Reue. Welche Gründe und Ursachen haben zu dieser schrecklichen Tat geführt? Im Gefängnis beginnt Roddy auf Anraten seines Anwalts Mr. Sinclair, der Roderick wohlgesonnen ist, sein Leben niederzuschreiben. Dabei bemerkt man als Leser die Intelligenz und große Sprachgewandtheit des 17-Jährigen. Wie passen diese Begabungen zu dem Sohn eines armen Bauern, der für ein paar Jahre die dörfliche Schule besucht hat und ansonsten nur auf den Feldern des gepachteten Landes geschuftet hat, um die Familie mitzuernähren? Graeme Macrae Burnet lässt in der ersten Hälfte des Romans hauptsächlich Roderick selbst zu Wort kommen, sodass man als Leser großes Mitleid für ihn und seine Familie empfindet. Seine Schilderungen werden durch Zeugenaussagen von Nachbarn, Dorfbewohnern, dem Pfarrer und dem Schulmeister ergänzt. So wird nach und nach deutlich, warum Roderick in der Ermordung des Constables Lachlan Mackenzie den einzig möglichen Ausweg sieht. Im zweiten Teil werden psychologische Gutachten, Aufzeichnungen aus Gerichtsprotokollen und Zeitungsberichte über Rodericks Prozess mit fiktiven Passagen verknüpft. Interessant, aber auch schockierend sind dabei die Erkenntnisse der Kriminalpsychologen, die z.B. einen Verbrecher an seinen körperlichen Merkmalen nachweisen wollen. Ein interessantes und lesenswertes Buch, düster und spannend, aber in meinen Augen kein Thriller.

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