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Alle Rezensionen von Tialda von Bibliofeles

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Auf "Der geheime Zirkel: Gemmas Visionen" von Libba Bray wurde ich durch die ansprechende Verpackungskombi aus Cover, Titel und Klappentext aufmerksam. Ich hatte deshalb hohe Erwartungen an die Story und habe mich lange nicht getraut, das Buch zu lesen, denn meist bin ich enttäuscht von der Geschichte, wenn ich zu viel erwarte. Dabei hätte ich diesen Reihenauftakt ruhig direkt lesen können, denn er hat Lieblingsbuchqualitäten. Libby Bray schreibt einfach wunderbar. Die Geschichte wird sehr authentisch aus Sicht der toughen 16-jährigen Gemma erzählt, wobei der Text an sich durch viel wörtliche Rede sehr lebendig wirkt. Zusätzlich wurden immer wieder Briefe und Tagebucheinträge eingewoben - für mich die perfekte Mischung. Zunächst führt Gemma ein sehr ungewöhnliches Leben für eine Jugendliche Ende des 19. Jahrhunderts, denn sie lebt mit ihrem kranken Vater und ihrer resoluten Mutter in Indien. Allerdings wäre sie stattdessen viel lieber in England, um dort eine klassische Schulbildung zu erhalten; sie sorgt sich, in Indien als alte Jungfer zu enden. Als etwas Schreckliches geschieht, erfüllt sich ihr Wunsch auf unliebsame Art und Weise und Gemma wird auf ein Internat nach London geschickt, wo sie Anfangs nur schwer Anschluss findet. Alles ändert sich, als sie eines Tages ein altes Tagebuch findet, in dem von einem magischen Reich berichtet wird. Nach und nach findet sie heraus, dass auch sie die Macht besitzt, sich selbst und andere in diese andere Welt zu bringen, wodurch Felicity, Pippa, Außenseiterin Ann und Gemma zu Verbündeten werden. Doch wer ist der junge Mann, der immer wieder urplötzlich auftaucht und Gemma (natürlich vergeblich) vor dieser anderen Welt warnt? Ich spoilere nicht, wenn ich verrate, dass die ungewöhnlichen Reisen irgendwann völlig aus dem Ruder laufen. Mit etwas mehr Zeit hätte ich das Buch sicher am Stück gelesen, weil mich die Story zu 100 Prozent fesseln konnte. Der Spannungsaufbau ist genial und sowohl Gemma als auch die anderen drei Mädchen sind mir richtig ans Herz gewachsen, weil jede einzelne von ihnen so "echt" wirkt. Die Autorin hat hier keine makellosen höheren Töchter erschaffen, sondern Mädchen mit Ecken und Kanten, die dadurch umso glaubwürdiger wirken. Wer auf Jugendbücher mit Magieanteil und dazu noch auf das viktorianische Zeitalter steht, sollte sich diesen Reihenauftakt unbedingt mal ansehen. Fazit: Authetische Charaktere, geheime Séancen und eine sich zusammenbrauende Gefahr - absolute Empfehlung.

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Zwei Jahre nach dem letzten Band und ganze fünf Jahre nach dem Start der Trilogie um Miss Peregrines besondere Kinder offenbart Ransom Riggs seinen Lesern in "Die Bibliothek der besonderen Kinder" endlich das spannende Ende der Geschichte. Wie bereits sein Vorgänger beginnt auch Band 3 mit einer kurzen Einstimmung in Fotoalbumoptik. Unter alten Schwarz-weiß-Biildern werden dem Leser die gängigsten Begriffe dieser Welt, wie z. B. Zeitschleife, Hollowgast oder Wight, wieder ins Gedächtnis gerufen. Die Story setzt schließlich genau an der Stelle ein, an der "Die Stadt der besonderen Kinder" endete. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es lohnt sich, dieses Buch noch mal rauszukramen und die letzten drei Seiten noch einmal zu überfliegen, bevor man mit Band 3 beginnt. Ich konnte mich nach zwei Jahren nicht mehr an den Ausgang erinnern und war über den prompten Einsatz zunächst etwas irritiert. Doch nach den ersten zehn Seiten hatte ich mich in der Geschichte eingefunden, woran Riggs flüssiger Schreibstil nicht ganz unschuldig war. [Achtung, Spoiler Band 2!] Um ihre Freunde aus der Gefangenschaft der Wights zu retten, machen sich Jacob, Emma und der sprechende Hund Addison mit Fährmann Sharon auf in die gefährlichste aller Zeitschleifen: den viktorianischen Slum Devil¿s Acre. Ihre Reise führt sie über Umwege zu Mr. Bentham, einem Egozentriker, der in einer ganz besonderen Villa lebt und den Kindern helfen will, wenn auch nicht ohne Hintergedanken. Um Bronwyn, Enoch und die anderen letztendlich befreien zu können, muss Jacob herausfinden, ob er wirklich mit den gefährlichen Hollowgasts kommunizieren kann und was es mit der sagenumwobenen Seelenbibliothek auf sich hat. Außerdem stellt sich bis zuletzt die Frage, ob seine und Emmas Liebe eine Chance hat. Es bleibt auf jeden Fall durchgehend spannend. Da das Buch direkt an "Die Stadt der besonderen Kinder" anschließt, ist "Die Bibliothek der besonderen Kinder" nur für Leser geeignet, die die beiden Vorgänger bereits gelesen haben, was ein Quereinsteigen unmöglich macht. Aber diejenigen, die sozusagen up to date sind, kommen auf ihre Kosten, denn an dem, was die Reihe so besonders macht - die alten Fotografien - wird auch diesmal nicht gespart. Einziger Wehmutstropfen für Sammler und Liebhaber von schicken Bücherregalen: Während Band 1 und 2 zunächst als Hardcover erschienen, gibt es das Finale der Trilogie nur als Taschenbuch. Mensch, Knaur ¿ ist euch denn gar nichts heilig? Das sieht doch nicht schön aus. Mimimi [:( ¿ Fazit: In einem spannenden Finale findet die Trilogie ein Ende, das Jacob und den besonderen Kindern würdig ist.

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Ich finde Kriegs- und Lagerliteratur so erschreckend wie interessant, und so war ich auf Hannelore Grünberg-Kleins "Ich denke oft an den Krieg, denn früher hatte ich dazu keine Zeit" sehr gespannt. Die Autorin schrieb das Buch um die 1990er herum für ihre erwachsenen Kinder und starb kurz vor der Veröffentlichung des niederländischen Originals im Februar 2015. Dieses Buch ist bei weitem nicht das erste, das ich zu diesem Thema gelesen habe, aber trotz der verhältnismäßig wenigen Seiten hebt es sich für mich deutlich von anderen Werken dieses Genres ab. Einerseits berichtet die Autorin vom aktiven Ausüben des jüdischen Glaubens, das geht in den meisten Büchern unter, und andererseits erinnert sie sich extrem detailgetreu an das Leben in den Lagern Westerbork, Theresienstadt, Auschwitz und Mauthausen - und das alles in einem Schreibstil, der sich wie von selbst liest. Was ich auch sehr interessant fand und wovon ich bisher noch nirgends gelesen hatte, war ein Bericht der gescheiterten Flucht nach Kuba. An Bord der St. Louis versuchte sie mit ihrer Familie und über 900 weiteren Flüchtlingen in Havanna an Land zu gehen - vergeblich. Für mich gehört dieses Werk auf jeden Fall zu den Zeitzeugenberichten, die man sich vor allem angesichts der aktuellen politischen Lage dringend zu Gemüte führen sollte. Der Bericht dieser zu Lebzeiten starken Frau spiegelt die knallharte Realität des Holocausts wider und gedenkt durch viele namentliche Nennungen der Opfer. Fazit: Der detailgetreue, ungeschönte Bericht einer Zeitzeugin, die den Holocaust überlebte. Absolute Empfehlung.

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Rezension: Wie alle anderen Fitzekbegeisterten hatte auch ich mich auf sein neuestes Werk, "Das Paket", total gefreut - und ich wurde nicht enttäuscht. Über den Schreibstil des Autors muss man eigentlich gar nichts mehr sagen - Fitzek gehört zu denen, die ihre Geschichten wie einen Film vor den Augen des Lesers ablaufen lassen. Man merkt gar nicht wirklich, dass man liest, denn das Kopfkino wird sehr stark aktiviert. Die Story konnte mich ebenso fesseln und beinhaltet viele unerwartete Wendungen. Teils hatte ich das Gefühl, Fitzek wäre während des Schreibens selbst davon überrascht worden, denn sicher ist an dieser Geschichte nur eines: Nichts ist, wie es scheint. Ohne zu viel zu verraten, kann ich sagen, dass das Paket, das die Protagonistin für ihren unbekannten Nachbarn annimmt, eine eher untergeordnete Rolle spielt, aber dennoch den berühmten Flügelschlag eines Schmetterlings darstellt, der einen Orkan auslöst. Ansonsten lässt sich sagen: Jeder Charakter erscheint verdächtig, wodurch sich zu keinem eine wirkliche Sympathie einstellt - das einzige Manko für mich. Der Aufbau der Story ist dafür richtig gut gemacht, diese spielt nämlich auf mehreren Zeitebenen: In der Gegenwart, in der Emma mit ihrem Anwalt spricht, drei Wochen davor, als Emma etwas tat, wodurch der Anwalt erst nötig wurde, und ein halbes Jahr davor, als ein Emmas Leben veränderndes Schlüsselerlebnis geschah. Mich hat "Das Paket" auf jeden Fall sehr gut unterhalten, sodass ich das Buch jedem Thrillerleser empfehlen kann. Außerdem eignet sich dieses Buch auch ausgezeichnet, um sich mit dem Fitzek-Fieber infizieren zu lassen, denn am Ende des Werks erfährt man anlässlich des 10-jährigen Autorenjubiläums auch noch etwas über Fitzek selbst, seine schriftstellerische Tätigkeit und seine Fans, was den Autor sehr sympathisch und publikumsnah zeigt. Fazit: Ein typischer Fitzek: unzählige unerwartete Wendungen und spannend bis zum Ende.

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Ich lese ja sehr gerne Geschichten, die in irgendeiner Form mit der Metal- oder Gothicszene zu tun haben, und so war ich auf Mikis Wesensbitters "Hört Franka eigentlich noch Black Metal?" sehr gespannt. Im Buch sind alle drei Geschichten der Fortsetzungsstory enthalten, die vor einigen Jahren im Metal-Magazin Legacy erschien, und ich hatte an die Story hohe Erwartungen, da der Klappentext wirklich grandios klingt. Man kann eigentlich direkt vorweg sagen, dass sich der Klappentext nur auf den ersten Teil der Geschichte bezieht. Diese ist zwar wie alle Teile recht schräg, aber irgendwie noch amüsant. Kirk wird ebenso wie Bea und Rouven von Franka nach Schweden eingeladen, nachdem sie Jahre zuvor plötzlich einfach aus ihrer und Kirks gemeinsamer Wohnung verschwand und ihn mit gebrochenem Herzen zurückließ. Doch nicht nur ihre Beziehung zerbrach, sondern daraufhin die ganze Clique. So sehen sich die Freunde auf der Fähre nach Schweden zum ersten Mal nach Jahren wieder und tauschen sich darüber aus, was es Neues gibt. In Schweden stellt sich dann heraus, warum Franka Deutschland damals verließ und warum sie die Clique nun wieder zusammentrommelt - ein durchaus interessanter und überraschender Grund. Danach reisen Kirk, Bea und Rouven zurück und von mir aus hätte das Buch an dieser Stelle enden können. Doch stattdessen folgen zwei weitere Teile, die zwar auf dem ersten aufbauen, aber eigentlich nur folgendermaßen zusammenzufassen sind: Sex, Drugs and ¿ what the F***!? Der Schreibstil des Autors ist okay. Man kommt leicht durch den Text, sprachlich hätte aber durchaus noch mehr rausgeholt werden können. Im Großen und Ganzen passen Schreibstil und Story aber gut zusammen. Wenn man selbst gern mal die ein oder andere Pille einwirft und es mit dem Konsum von Drogen nicht ganz so eng sieht, findet man das Buch vermutlich richtig witzig. In mir hat das Ganze allerdings keine Saite zum Klingen gebracht, sondern eher dafür gesorgt, dass mir ausnahmslos jeder der Charaktere unsympathisch war. Und hört Franka nun eigentlich noch Black Metal? - Spielt im Buch keine ernsthafte Rolle. Lass uns lieber noch ein paar Medikamente einwerfen ¿ einfach so zum Spaß. Fazit: Über meinem Kopf bleibt ein großes Fragezeichen zurück. Vielleicht versteht man das Buch besser, wenn man es während eines Drogentrips liest.

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Achtsamkeit - dieses Wort ist mittlerweile in aller Munde, und das zu Recht. Wir leben in einer wahnsinnig schnelllebigen Zeit, bekommen nur noch die Hälfte von allem mit, verheizen unsere Kraft teils bei fragwürdigen Aktivitäten. Alexandra Frey und Autumn Totton, Gründerinnen von The Mindfulness Project, haben mit "Ich im Hier & Jetzt" ein Achtsamkeitsbuch erschaffen, das zu Kreativität und zum Innehalten einlädt. Ich finde schon allein den Aufbau des Buches klasse. Zu Anfang wird der Leser anhand eines sympathischen Vorworts darauf eingestellt, was ihn im Buch erwartet, gefolgt von einer Beschreibung, wie man mit dem Werk arbeitet: frei. Wen man Neuling auf dem Gebiet der Achtsamkeit ist, stellt das absolut kein Problem dar, denn auf den ersten 19 Seiten gibt es eine spielerische und dennoch gut erklärte Einführung. Zwischen Suchbildern, dem Erstellen einer Zeitachse mit den wichtigsten Ereignissen des eigenen Lebens und einem Quiz lernt man schnell, worum es beim Thema Achtsamkeit geht, da man sie bei dieser ersten Arbeit mit dem Buch bereits praktiziert. Was für mich bei dieser Einführung neu war, war das Thema Meditation, das anhand eines Schaubilds richtig gut erklärt wird. Ebenfalls sehr nützlich sind die Vorlagen für Meditationsnotizen am Ende des Buches, die einem helfen, zu reflektieren und Fortschritte nachverfolgen zu können. Einziger Minuspunkt: Der Link zu den geführten Meditationen führt auf die englischsprachige Webseite der Originalausgabe des Buches, womit die Audiodateien für Leser, die nicht gut Englisch sprechen, unbrauchbar sein dürften. Der Großteil des Buches besteht aus Übungen, die sich über die Gebiete "Praktizieren", "Konzentrieren", "Beobachten/Ergründen" und "Sinne" erstrecken. So lernt man, auf welche Art und Weise Achtsamkeit möglich ist, und kann jeden Tag spontan entscheiden, wonach einem der Sinn steht - das Buch muss nicht der Reihe nach durchgearbeitet werden. Besonders toll finde ich, dass man so gut wie jede Aufgabe direkt im Buch erledigen kann. Man kann "Ich im Hier & Jetzt" mit "Mach dieses Buch fertig" von Keri Smith vergleichen, nur dass der Fokus der interaktiven Aufgaben hier eben auf der Achtsamkeit liegt. So lautet z. B. eine Aufgabe, einen Eiswürfel in der Hand zu halten und zu dokumentieren, was sich dabei auf der Ebene der Gedanken, der Handlungsimpulse, der Emotionen und der Sinneswahrnehmungen tut. In einer anderen Aufgabe schreibt man in vorgedruckte Ballons, was man loslassen möchte, und bei wieder einer anderen soll man verschiedene Dinge zählen, während man draußen unterwegs ist. Für mich ist dieses Buch bisher das Nützlichste aller Achtsamkeitsbücher, weil man quasi gezwungen ist, direkt in die Umsetzung zu gehen. Dieses Buch ist sehr praxisorientiert, statt nur theoretisch, und es macht richtig Spaß, damit zu arbeiten. Fazit: Ein Achtsamkeitsbuch für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen - Stift schnappen, loslegen, achtsamer durchs Leben gehen.

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Rezension: Die Mischung aus tollem Cover und interessantem Untertitel schaffte es, dass ich "Erwachen im Licht von Dr. Rajiv Parti unbedingt lesen wollte. Hand aufs Herz - Berichte vom Leben nach dem Tod findet doch irgendwie jeder spannend. Besonders interessant fand ich, dass das Buch von einem Schulmediziner handelt und geschrieben wurde, der vor seinem Nahtoderlebnis eben nur an eines glaubte: die Wissenschaft der Schulmedizin. Und der Autor ist auch weiterhin kritisch - vor allem sich selbst gegenüber. Er lässt kein gutes Haar an seinem früheren Ich, denn er war laut eigenen Angaben ignorant, egozentrisch - ein materialistischer Arsch. Genau hier setzt auch das ¿Problem` an, das ich mit dem Buch hatte. Er erwähnt nicht nur ein Mal, wie schlecht er war, sondern bringt immer wieder Beispiele dafür ein. Dadurch zieht sich die Story nicht am Stück durch das Buch, sondern ist ziemlich durcheinander. Der Ablauf der Ereignisse wird auseinandergerissen und die Szenen von vor und nach dem Schlüsselerlebnis werden wild durcheinandergewürfelt. Lesen lässt sich der Text an sich eigentlich richtig flüssig, aber ich hätte mir bei diesem Thema etwas mehr Emotionen gewünscht - man stirbt schließlich nicht jeden Tag beinahe. Die Sachlichkeit in Kombination mit den Wiederholungen führt dazu, dass man als Leser teils unaufmerksam wird - die Eintönigkeit fesselt nicht. Allerdings lässt der frühere Anästhesist, der durch sein Erlebnis den Weg den ¿Seelenheilers` einschlug, den Leser in Form von verschiedenen Listen und zwei Meditationen an seinem Wissen teilhaben und war mir vor allem wegen seiner gnadenlos ehrlichen und selbstkritischen Art trotz meiner Mängelpunkte absolut sympathisch. Von daher empfehle ich das Buch am Thema interessierten Lesern auf jeden Fall. Interessant ist übrigens außerdem das Vorwort des Psychiaters Raymond A. Moody, der durch seine Forschungen auf dem Gebiet der Nahtoderfahrungen bekannt ist. Fazit: Vom Aufbau her nicht so toll, aber gnadenlos ehrlich und sehr interessant.

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Rezension: Seit ich mich selbstständig gemacht habe, beschäftige ich mich gerne mit Persönlichkeitsentwicklung und Zielen, die ich noch erreichen möchte. Dazu bin ich noch spirituell angehaucht - und so zog Angelika Gulders "Der Seelen-Navigator" bei mir ein. Bevor ich ins Detail gehe, möchte ich sagen, dass dieses Buch natürlich nur für Menschen infrage kommt, die überhaupt daran glauben, eine Seele zu haben. Wer davon nicht ausgeht, wird weder das Buch noch die Rezension interessant finden. Für alle, die davon ausgehen, eine Seele zu haben: Ich feiere dieses Buch. Der Inhalt baut schlüssig aufeinander auf, sodass man das Werk nach und nach durcharbeiten kann, sich dabei besser kennenlernt, neue Ideen bekommt. Ich hatte bisher noch nichts von der Autorin gehört, finde ihre Ansichten und Art aber sehr sympathisch. So betont sie direkt zu Anfang, dass sie dazu rät, ihr nicht grundsätzlich alles zu glauben, aber für alles offen zu sein. Sie missioniert nicht und wirkt zu keiner Zeit aufdringlich, erzählt dafür aber aus ihrem eigenen Leben und von ihren Erfahrungen. Zu Anfang des Buches wird eine Basis geschaffen, und die Autorin umreißt das Thema und den Sinn dahinter. Der Text ist interessant und dazu flüssig geschrieben - man kann sich sehr gut auf den Inhalt konzentrieren. Es geht grob gesagt um die ¿geistige Welt` - die Seele an sich, Seelenfamilien und dem Mythos des Seelengefährten. Nach diesem Fundament geht es an die Arbeit. Der Seelen-Navigator umfasst sieben Aufgaben mit ausführlichen Erklärungen, was zu tun ist. Man benötigt Schreibzeug, denn man muss sich in fast jeder Aufgabe mit seinen eigenen spontanen Gedanken befassen und diese notieren, um später einen thematischen roten Faden finden zu können. Dieser rote Faden ergibt dann die sogenannte Landkarte, die die großen Themen des eigenen Lebens darstellt - bei mir ist das tatsächlich unter anderem Literatur, bzw. Menschen in ihrem kreativen Prozess zu begleiten, was ich seit einem Jahr beruflich mache :). Ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg. Nach dem Erarbeiten seiner Landkarte wird der Leser aber nicht einfach sich selbst überlassen. Die Autorin bestärkt den Leser im dritten Teil des Buches, seinen eigenen Weg zu gehen und sich selbst und seiner Intuition zu vertrauen. Für mich stellte die Arbeit mit diesem Buch einen echten Mehrwert dar. Am meisten hilft das Buch, den Kopf zu ordnen - denn meist weiß man ja ohnehin schon unterbewusst, was die Aufgabe im Leben ist: Wünsche und Pläne, die im Kopf immer wieder aufploppen. Die erstellte Landkarte kann aber auch zum Entscheidungshelfer werden, wenn man sich unsicher ist, ob ein neues Projekt etc. wirklich sein muss. Im Endeffekt muss man nur gucken, ob die neuen Pläne entfernt zum roten Faden passen. Fazit: Wenn man offen dafür ist, eine echte Bereicherung.

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Rezension: Auf Jeff Menapace` Trilogieauftakt "Das Spiel: Opfer" wurde ich vor allem durch den Vergleich mit den Büchern von Richard Laymon, den ich total gerne lese, aufmerksam. Und direkt zu Anfang sei gesagt: Der Vergleich ist auf keinen Fall an den Haaren herbeigezogen. Das zeigte sich für mich vor allem am Schreibstil. Trotz der teils recht harten Kost, liest sich der Text fast von allein. Menapace hat das Talent, so locker und leicht zu schreiben, dass man sich als Leser ganz auf die Geschichte einlassen kann. "Das Spiel: Opfer" ist eines dieser Bücher, die man sich mehr im Kopfkino ansieht, als sie bewusst zu lesen. Die Story an sich ist ebenso simpel wie beängstigend. Eine Familie - Mutter, Vater, die 6-jährige Tochter und der 4-jährige Sohn - fährt in eine Ferienhaussiedlung. Auf dem Weg treffen sie an einer Tankstelle einen Typ, der kommunikativ und superfreundlich ist - fast schon zu freundlich. Von da an passieren immer seltsamere Dinge. Die Familie wird beobachtet und perfide drangsaliert. Man kann sich schon denken, wer dahintersteckt, ein Psychopath ist und viel Leid auslösen wird. Irgendwie ist das Ganze schon sehr vorhersehbar, aber das sind die meisten Horrorfilme ja auch - wer sich Bücher dieser Art kauft, weiß, womit er in etwa rechnen kann, und kommt bei diesem Buch definitiv auf seine Kosten. Gut gefallen hat mir übrigens der Kampfgeist der Mutter, die sich als äußerst widerstandsfähig und einfallsreich erweist. Hingegen hat mich etwas irritiert, dass die Geschichte nach dem finalen Showdown, nur um einen "Aber was war das¿?"-Moment auszulösen, für meinen Geschmack etwas zu lange weitererzählt wurde. Andererseits stellt dies vermutlich einen Minicliffhanger für Band 2 dar. Fazit: Wer auf ein Buch voller Gemeinheit und Gewalt hofft, wird hier bestens bedient - Laymon ist für mich zwar auf diesem Gebiet immer noch unangefochten, aber Menapace ist auf dem richtigen Weg.

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Rezension: Ein Buch, das als Kombi aus Heavy Metal und feinem Sprachgefühl beworben wird, und dazu noch direkt im Klappentext einen Lacher mitbringt? - Ich konnte gar nicht anders, als "Jogginghosen-Henry" von Hannes Finkbeiner zu lesen. Und meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Dass es der Autor versteht, mit Worten umzugehen, zeigt sich von Anfang an - einerseits fliegt man nahezu durch den Text, er liest sich quasi von selbst, und andererseits feierte ich die genialen, witzigen Vergleiche. Durch die komplette Geschichte zieht sich ein Humor, der mir absolut liegt - trocken, etwas schwarz und einfach typisch für die Metalszene. Die Beschreibungen der Szenen erinnerten mich an eigene Festivalerfahrungen im Kreise etwas rauer, völlig verrückter und großteils liebenswürdiger Personen. Daran hat sich Finkbeiner auch mit seinen Charakteren gehalten, die zwar sehr verschieden sind, aber durch eine große Leidenschaft - die Musik - miteinander verbunden sind. Von der Geschichte an sich wurde ich völlig überrascht, und das immer wieder. Es fängt schon damit an, dass sich die Story über mehrere Jahre zieht und immer wieder das fiktive Festival, das Hardbeat Open-Air, als Ausgangspunkt findet. Hier begegnet Henry jedes Jahr wieder seiner Traumfrau, die immer mit anderen seltsamen Persönlichkeiten anreist. Ich habe hier vor allem Henrys Ausdauer bewundert, jedes Jahr erneut darauf hinzufiebern, das Mädchen zu sehen. Immer mit von der Partie sind Henrys Freunde - der etwas arrogante Felix und Gabriel, der von allen Grabriel genannt wird, weil er im Beerdigungsinstitut seines Vaters arbeitet und wegen seiner Vorliebe für Gothic regelmäßig Spott erntet - den er aber einfach an seiner Schminke abperlen lässt. Am meisten faszinierte mich aber, dass es trotz des Humors auch einige sehr ernste Aspekte in Form von z. B. Schicksalsschlägen gibt, was die Geschichte noch authentischer zeichnet. Abgerundet wird das Ganze noch mit Karten aus der Vogelperspektive vom Festivalgelände, welche sich am Anfang und am Ende des Buches befinden. Ich kann mir auf jeden Fall nicht vorstellen, dass es auch nur einen Metalhead gibt, der dieses Buch nicht toll finden wird. Fazit: Ein Buch, das für mich alles hat, was ein Lieblingsbuch braucht: sprachliche Klasse, authentische Charaktere und Sznenarien, genialer Humor und überraschende Wendungen.

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