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Der Geist des Films

Mit e. Nachw. v. Hanno Loewy. 'suhrkamp taschenbücher wis…
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Produktdetails
Titel: Der Geist des Films
Autor/en: Bela Balazs, Rudolf Arnheim, Siegfried Kracauer

ISBN: 3518291378
EAN: 9783518291375
Mit e. Nachw. v. Hanno Loewy.
'suhrkamp taschenbücher wissenschaft'.
Neuauflage.
Suhrkamp Verlag AG

Juli 2010 - kartoniert - 240 Seiten

Béla Balázs gehört zu den »Klassikern« der filmästhetischen Theorie, in einer Reihe mit Eisenstein, Pudowkin, Arnheim und Kracauer. »Die Kamera nimmt mein Auge mit. Mitten ins Bild hinein. Ich sehe die Dinge aus dem Raum des Films.« Der Geist des Films markiert den Höhepunkt seiner Utopie des neuen Mediums, von dem er sich eine neue Einheit von Kultur und Ritual, eine magische Wirkung szenischen Erlebens verspricht. Sein Buch, dessen Spuren bis in die gegenwärtigen Debatten reichen, gehört heute zu den Klassikern der Medienwissenschaft und Filmtheorie. Béla Balázs, geboren 1884 in Szeged/Ungarn, war als Dramatiker, Lyriker und Essayist, Drehbuchautor, Filmkritiker und -theoretiker tätig.
1889

Siegfried Kracauer wird als einziges Kind des aus Schlesien stammenden jüdischen Handelsreisenden Adolf Kracauer und dessen Frau, der Frankfurterin Rosette Oppenheim(er), am 8. Februar in Frankfurt am Main geboren. Von großer Bedeutung für den Heranwachsenden war das gesellige Haus des Onkels Isidor Kracauer, der am Philanthropin Geschichte unterrichtete und zusammen mit seiner Frau Hedwig, geb. Oppenheim(er), die Julius und Amalie Flersheim'sche Stiftung leitete. Seine zweibändige Geschichte der Juden in Frankfurt am Main 1150-1824 (Frankfurt a.M. 1925-27) ist noch heute ein Standardwerk.

1906

Erste Publikation in der Frankfurter Zeitung (FZ)

1907-1911

Studium der Architektur in Darmstadt, Berlin und München. Nebenbei besucht er an den Universitäten Berlin und München Vorlesungen der Philosophie (Georg Simmel) und Kunstgeschichte (H. Wölfflin u.a.).

1912-1914

Tätigkeit in verschiedenen Münchner Architekturbüros

1914

Promotion an der Technischen Universität Berlin mit der Dissertation Die Entwicklung der Schmiedekunst in Berlin, Potsdam und einigen Städten der Mark vom 17. Jahrhundert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts (Wormser Verlags- und Druckereigesellschaft 1915).

1914-1918

Tätigkeit im Architekturbüro von Max Seckbach, Frankfurt a.M.

1917

kurzfristig bei der Fußartillerie in Mainz.

1918

Anstellung als Architekt auf dem Stadtbauamt in Osnabrück.

1919-1920

Kracauer versucht die Arbeitslosigkeit durch intensive Lektüre und schriftstellerische Arbeit zu überbrücken.

In dieser Zeit beginnt die lebenslange Freundschaft zu Theodor W. Adorno und Leo Löwenthal, beide später enge Mitarbeiter des Frankfurter "Institut für Sozialforschung". Freundschaftliche Kontakte zu Margarete Bendemann-Susman und - seit 1921 - zu dem Kreis um den Frankfurter Rabbiner Nehemia A. Nobel.

1921

Seit Januar 1921 Tätigkeit für die Frankfurter Zeitung als freier Mitarbeiter; ab August festes Mitglied der Redaktion (seit 1924 auch für das Ressort "Film" zuständig).

1922

Im Sibyllen Verlag zu Dresden erscheint Kracauers Monographie Soziologie als Wissenschaft.

1926

Aufgrund von Kracauers eingehender kritischer Besprechung der Buber-Rosenzweigschen Bibelübersetzung (FZ, am 27. und 28. April 1926) brechen Margarete Susman, Martin Buber und Franz Rosenzweig die persönlichen Beziehungen zu Kracauer ab.


Beginn der Freundschaft mit Walter Benjamin und Ernst Bloch.

1928

Kracauers erster Roman Ginster. Von ihm selbst geschrieben erscheint anonym im S. Fischer Verlag, Berlin (Vorabdruck in der FZ).

1930

Veröffentlichung der Untersuchung Die Angestellten. Aus dem neuesten Deutschland, Societäts-Druckerei (Vorabdruck 1929 in der FZ).


5. März: Kracauer heiratet Elisabeth (Lili) Ehrenreich (geb. 1893 in Straßburg, 1971 in New York), die nach ihrem Studium der Musik, Kunstgeschichte und Philologie bis 1930 als Bibliothekarin im "Institut für Sozialforschung" tätig war .


1. April: Kracauer übernimmt die Feuilleton-Redaktion der FZ in Berlin.

1933 - 1941 :

Exil in Frankreich

28. Februar 1933:

Kracauer flieht mit seiner Frau nach Paris aufgrund einer telegraphischen Warnung des Herausgebers der FZ, Heinrich Simon, und dessen Zusicherung, daß er weiterhin als Korrespondent für die FZ tätig sein kann.


25. August Offizielle Kündigung der FZ.


Kracauer wohnt mit seiner Frau zunächst in einem kleinen Hotel in Paris; aus Geldnot ziehen sie im Oktober 1936 in ein möbliertes Zimmer. Kracauer versucht durch Artikel für deutschsprachige Zeitungen/Zeitschriften seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

1933

Fertigstellung seines zweiten Romans Georg (erste Veröffentlichung postum 1971 in Schriften, Bd. 1)

1934

Kracauer arbeitet er an der Materialsammlung und Niederschrift der Gesellschaftsbiographie Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit, die im Frühjahr 1937 bei Allert de Lange in Amsterdam erscheint (fast gleichzeitig mit der französischen und englischen Ausgabe).

1937

Umfangreiche Untersuchung über die faschistische Propaganda für das Institut für Sozialforschung, New York. Kracauers Arbeit "Masse und Propaganda" wird honoriert, aber nicht veröffentlicht.

1939

Dank der Vermittlung von Max Horkheimer und des New Yorker Kunsthistorikers Meyer Schapiro erste, vergebliche Verhandlungen über eine Anstellung im Museum of Modern Art (Film Library), New York

1939

Mitte September, wird Kracauer interniert. Nach seiner Freilassung, Mitte November, beschleunigt er seine Emigration nach den USA, ab Mitte Juni 1940 von Marseille aus.

1941

15. April: Lili und Siegfried Kracauer entkommen, völlig mittellos und niedergedrückt durch den Tod W. Benjamins, der vor ihnen die Flucht über die spanische Grenze versuchte, auf einem der letzten Schiffe von Lissabon dem lebensbedrohlichen Europa.

1941-1966:

USA

1941, 25. April:

Ankunft in New York.


Ein Stipendium der Rockefeller Foundation sichert ihm für gut zwei Jahre die Anstellung an der Film Library des Museum of Modern Art in New York.

1942

Fertigstellung der Auftragsarbeit Propaganda and the Nazi War Film, erste Veröffentlichung Kracauers in englischer Sprache ( für ein begrenztes Fachpublikum).

Information aus der Schweiz, daß Mutter und Tante "nach Polen oder Theresienstadt" deportiert wurden.

1943

Im Frühjahr erscheint die zweite Auftragsarbeit The Conquest of Europe on the Screen - The Nazi Newsreel 1939-1940.

1943-1946

Die John Simon Guggenheim Memorial Foundation ermöglicht es Kracauer, die geplante Arbeit an der "History of the German Film" fortzusetzen.


Freundschaftliche Beziehungen zu den Kunsthistorikern Richard Krautheimer, Erwin Panofsky, Meyer Schapiro und dem Soziologen Hans Speier.

1946-1948

Finanziell schwierige Jahre, die Kracauer nur dank der beruflichen Tätigkeit von Lili Kracauer in New Yorker Flüchtlingsorganisationen durchsteht.

1946

Antrag auf Einbürgerung

1947

Mitte April erscheint From Caligari to Hitler .A Psychological History of the German Film (Princeton University Press), das meistdiskutierte Buch Kracauers.

1949

Stipendium der Bollingen Foundation für die geplante "Filmästhetik", deren Anfänge schon in die vierziger Jahre zurückgehen.

1950-1952

Auftragsarbeiten für die "Voice of America".

1952

Zahlreiche Auftragsarbeiten. Seit 1952 Research Director des Bureau of Applied Social Research und Berater bzw. Gutachter für die Bollingen Foundation und die Old Dominion Foundation.

1954-1957

Stipendium der Chapelbrook Foundation (Boston) für die Fortsetzung der "Filmästhetik".

1956

Mitte Juli - Ende September: Die Bollingen Foundation ermöglicht Kracauer die erste Reise in das Nachkriegseuropa (Deutschland, Schweiz, Italien, Frankreich). Erste Verlagsverhandlungen mit Rowohlt und Suhrkamp.


Satellite Mentality. Political Attitudes and Propaganda Susceptibilities of Non-Communists in Hungary, Poland and Czechoslovakia (zusammen mit Paul L. Berkman), Report of the Bureau of Applied Social Research (Columbia University), Frederick A. Praeger Publishers, New York.

1958

Bei Rowohlt kommt die erste deutsche Übersetzung seiner Filmgeschichte heraus unter dem ungenauen Titel Von Caligari bis Hitler - Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Films. Kracauer stellte enttäuscht fest, daß sie gekürzt und politisch entschärft wurde.

1959

Die Angestellten. Eine Schrift vom Ende der Weimarer Republik erscheint in neuer Ausgabe im Verlag für Demoskopie (Allensbach und Bonn).

1960

Kracauers "Filmästhetik" erscheint unter dem Titel Theory of Film. The Redemption of Physical Reality in der Oxford University Press. Unmittelbar anschließend beginnt Kracauer "mit ein paar Essays über Geschichte". Die Schwierigkeit des Themas, seine Gutachtertätigkeit für die Bollingen Foundation, die deutsche Übersetzung von Theory of Film und Reisen hindern ihn immer wieder an einer kontinuierlichen Niederschrift.

1963-1964

Im Suhrkamp Verlag erscheinen die Neuausgabe von Ginster (1963) und die Essay-Sammlungen Das Ornament der Masse (1963) und Straßen in Berlin und anderswo (1964).

1966

26. November: Kracauer stirbt in New York an den Folgen einer Lungenentzündung.

1969

Der Historiker Paul Oskar Kristeller gibt Kracauers letztes, unvollendetes Werk in Zusammenarbeit mit Lili Kracauer heraus: History. The Last Things Before the Last erscheint ebenfalls bei der Oxford University Press in New York.

 


Rudolf Arnheim war mehr als nur ein Zeitzeuge des vergangenen Jahrhunderts, er war einer der herausragenden Kunst- und Medientheoretiker der Gegenwart. Schon zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts publizierte er in zahlreichen Zeitschriften, wie etwa der Weltbühne, und legte bereits 1932 mit Film als Kunst ein Buch vor, das bis heute als Klassiker der Filmtheorie gilt. Nach seiner Emigration unterrichtete er an zahlreichen amerikanischen Universitäten und widmete sich dabei insbesondere Fragen der Wahrnehmungs- und Medientheorie. Zu seinem Geburtstag am 15. Juli 2004 erschien mit Die Seele in der Silberschicht ein Band, der seine wichtigsten medientheoretische Aufsätze, die über einen Zeitraum von 74 Jahren entstanden sind, versammelt und eine maßgebliche Ergänzung seiner Hauptwerke Film als Kunst und Rundfunk als Hörkunst darstellt. Arnheims medientheoretische Überlegungen nehmen dabei meist ihren Ausgang beim einzelnen Medium - bei der Photographie, dem Rundfunk und insbesondere beim Film - und belegen in eindrucksvoller Weise seine produktive Auseinandersetzung mit konstruktiven formästhetischen Fragen. Am 9. Juni 2007 ist Rudolf Arnheim im Alter von 102 Jahren verstorben.


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