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Brennendes Wasser

Ein Kurt-Austin-Roman. Originaltitel: Blue Gold. 'Blanv…
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Produktdetails
Titel: Brennendes Wasser
Autor/en: Clive Cussler, Paul Kemprecos

ISBN: 3442356830
EAN: 9783442356836
Ein Kurt-Austin-Roman.
Originaltitel: Blue Gold.
'Blanvalet Taschenbücher'. 'NUMA, Kurt Austin'.
Übersetzt von Thomas Haufschild
Blanvalet Taschenbuchverl

1. Januar 2002 - kartoniert - 480 Seiten

Kurt Austin leitet eine Mannschaft der NUMA (National Underwater & Marine Agency), die an der mexikanischen Küste zunächst nur den plötzlichen Tod einer seltenen Walart untersuchen soll. Zusammen mit seinem Mini-U-Boot wird er dabei um ein Haar für immer außer Dienst gestellt. Erst nach und nach wird erkennbar, dass die Attacke mit einem scheinbar ganz anderen Spezialauftrag einer weiteren NUMA-Truppe zusammenhängt: Die ist auf den Spuren einer Legende im venezolanischen Regenwald unterwegs. Es geht die Kunde von einer weißen Göttin und einem mysteriösen Stamm mit erstaunlichen technischen Errungenschaften. Kaum jemand glaubt an die Existenz dieses Stammes - und fast niemand hält es tatsächlich für möglich, dass das Wissen um diese Gottheit tatsächlich den Lauf der Geschichte verändern könnte. Doch zu diesen wenigen gehört eine mordlustige Bande von Biopiraten, die es auf Geheimnisse von unermesslichem Wert abgesehen haben. Hinter ihnen steckt ein steinreicher Industrieller aus Kalifornien, der davon überzeugt ist, dass er durch dieses Geheimwissen ein Monopol auf die knapp gewordenen globalen Trinkwasserreserven erlangen kann. Denn er hofft auf eine Formel zu stoßen, durch die man große Mengen Salzwasser in Trinkwasser verwandeln kann. So will er die Welt erpressen und regieren. Mittlerweile hält es auch Austin für möglich, dass die mythische Göttin des venezolanischen Stammes echte wissenschaftliche Wurzeln hat. Aber mit jedem weiteren Schritt in den Urwald hinein fühlen er und sein NUMA-Team sich immer mehr als Fische auf dem Trockenen. Verfolgt von den mörderischen Feinden, müssen sie sich durch einen tödlichen Dschungel aus Verrat, Erpressung und Mord ihren eigenen Weg zur Enthüllung der Geheimnisse um die weiße Göttin bahnen.


Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein New-York-Times-Bestseller. Auch auf der deutschen Spiegel-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebt in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.
San Diego, Kalifornien, 2001


Die elegante Motorjacht Nepenthe ankerte vor Encinitas an der Pazifikküste. Sie war das prächtigste Schiff einer Flottille, die sämtliche Segel- und Motorboote San Diegos zu umfassen schien. Der anmutig gestreckte Rumpf, das speerähnliche Spriet an der Spitze des kühn aufragenden Klipperbugs und der stolze Achtersteven verliehen der sechzig Meter langen Nepenthe das Aussehen eines edlen weißen Porzellanschiffs auf Delftblauer See. Ihr Anstrich war auf Hochglanz poliert, und sämtliche Metallteile funkelten in der kalifornischen Sonne. Von vorn bis achtern flatterten unzählige Flaggen und Wimpel im Wind, und mitunter riss ein Luftballon sich los und stieg hoch in den wolkenlosen Himmel empor.
Der geräumige Salon der Jacht war ganz im Stil des britischen Empire gehalten. Ein Streichquartett spielte ein Stück von Vivaldi, und eine bunt gemischte Gesellschaft aus schwarz gekleideten Hollywood-Größen, korpulenten Politikern und aalglatten Fernsehmoderatoren drängte sich um eine mächtige Mahagonitafel und vertilgte Pasteten, Beluga-Kaviar und Shrimps, als hätte es wochenlang nichts zu essen gegeben.
Draußen auf den sonnendurchfluteten Decks saßen zahllose Kinder in Rollstühlen oder stützten sich auf Krücken, kauten schmatzend an Hotdogs und Hamburgern und genossen die frische Seeluft. Eine attraktive Frau Mitte fünfzig wachte wie eine Glucke über sie. Millionen von Menschen hatten Gloria Ekharts Filme und ihre beliebte Fernseh-Sitcom gesehen und kannten dieses Gesicht mit den vollen Lippen und den kornblumenblauen Augen nur zu genau. Jeder Fan wusste von ihrer Tochter Elsie, dem hübschen sommersprossigen Mädchen, das hier ebenfalls in einem Rollstuhl über das Deck flitzte. Auf dem Gipfel ihrer Schauspielkarriere hatte Ekhart beschlossen, ihr Geld und ihre Zeit fortan in den Dienst von Kindern zu stellen, die das schwere Schicksal ihrer Tochter teilten. Die einflussreichen und betuchten Gäste, die unterdessen im Salon Dom P
erignon in sich hineinschütteten, würden später gebeten werden, ihre Scheckbücher für die Ekhart Foundation zu öffnen.
Gloria Ekhart wusste, wie eine gelungene Werbeaktion auszusehen hatte, und deshalb war ihre Wahl auch auf die Nepenthe gefallen, als es darum ging, einen geeigneten Veranstaltungsort für die Party zu mieten. Schon als das Schiff 1930 in der Glasgower Werft G. L. Watson vom Stapel lief, gehörte es zu den elegantesten Motorjachten, die jemals die Weltmeere befahren hatten. Der erste Eigentümer, ein englischer Graf, verlor die Nepenthe während einer nächtlichen Pokerrunde an einen spielfreudigen Hollywood-Mogul, der zudem einen Hang zu endlosen Partys und minderjährigen Starlets hatte. Es folgte eine Reihe ebenso gleichgültiger Besitzer, und am Ende diente die Nepenthe sogar eine Weile als Fischkutter. Schließlich landete die verrottete und nach Fisch und Ködern stinkende Jacht in der hinteren Ecke eines Schiffsfriedhofs. Die Rettung kam in Gestalt eines Magnaten aus dem Silicon Valley, der einen Teil der für die Restaurierung erforderlichen Millionen wieder einzuspielen erhoffte, indem er die Nepenthe zu Anlässen wie der Ekhartschen Wohltätigkeitsveranstaltung vermietete.
Ein Mann in einem blauen Blazer, auf dessen Brusttasche ein offiziell wirkendes Abzeichen prangte, hatte mit einem Fernglas die flache, grüne Weite des Pazifiks abgesucht. Jetzt rieb er sich die Augen und schaute erneut durch die Linsen. Am Horizont hoben sich vor dem blauen Himmel schmale, weiße Gischtstreifen ab. Der Mann ließ das Fernglas sinken, nahm eine Gasdruckfanfare zur Hand und betätigte dreimal den Knopf.
Tuuut- tuuut- tuuut.
Das ohrenbetäubend laute Hupen schallte über das Wasser wie der Paarungsruf eines gewaltigen Gänserichs. Die Flottille nahm das Signal auf. Eine Kakophonie aus Glocken, Pfeifen und Hörnern erfüllte die Luft und übertönte mühelos die Schreie der hungrigen Möwen. Hunderte von Zuschauern griffen aufgeregt nach ihren Ferngläsern und Kamera
s. Manche Boote neigten sich bedenklich, als die Passagiere sich alle an einer Seite versammelten. Auf der Nepenthe schlangen die Gäste ihr Essen hinunter und strömten aus dem Salon, während sie weiterhin an ihren Sektgläsern nippten. Sie schirmten die Augen vor der Sonne ab und spähten in die Ferne, wo die weißen Markierungen immer deutlicher zu erkennen waren. In der Luft hing plötzlich ein Geräusch, das wie ein wütender Schwarm Bienen klang.
Dreihundert Meter über der Nepenthe kreiste in einem Helikopter ein stämmiger italienischer Kameramann namens Carlo Pozzi. Jetzt tippte er dem Piloten auf die Schulter und deutete nach Nordwesten. Dort näherten sich auf dem Wasser parallele weiße Streifen, als würden sie von einer riesigen, unsichtbaren Egge stammen. Pozzi überprüfte sein Sicherheitsgeschirr, stellte einen Fuß hinaus auf die Kufe und wuchtete sich eine mehr als zwanzig Kilo schwere Fernsehkamera auf die Schulter. Geübt lehnte er sich in den Wind, der seinen Körper durchschüttelte, und richtete das überaus starke Teleobjektiv auf die herannahenden Linien. Er schwenkte mit der Kamera von links nach rechts und verschaffte so den Zuschauern in der ganzen Welt einen Überblick über die zwölf Rennboote, die dort das Meer zerfurchten. Dann zoomte er auf die zwei Boote, die zirka vierhundert Meter vor dem Rest des Feldes in Führung lagen.
Die beiden Kontrahenten rasten über die Wellenkämme, und die zwölf Meter langen Rümpfe zeigten dabei steil empor, als wollten sie den Fesseln der Schwerkraft entfliehen. Das führende Boot war in einem leuchtend hellen Feuerrot gestrichen. Der Verfolger, weniger als neunzig Meter dahinter, funkelte wie ein goldenes Nugget. Im Aussehen glichen die Gefährte eher futuristischen Raumjägern als irdischen Wasserfahrzeugen. Ihre flachen Tragdecks verbanden jeweils zwei messerscharfe Katamaranrümpfe miteinander, über deren Maschinenräumen aerodynamische Schwingen angebracht waren. In jedem der spitz zulaufenden Rümpfe befand sich nach
ungefähr zwei Dritteln der Länge eine geschlossene Kanzel, nicht unähnlich dem Cockpit eines Kampfflugzeugs.
In der rechten Kanzel des roten Boots saß eingezwängt Kurt Austin. Sein sonnengebräuntes Gesicht glich einer starren Maske, und er musste allen Mut zusammennehmen, während das acht Tonnen schwere Gefährt immer wieder auf die betonharte Wasseroberfläche schlug. Im Gegensatz zu einem Landfahrzeug war dieses Boot überhaupt nicht gefedert, nichts dämpfte die markerschütternden Stöße. Jeder Aufprall fuhr aufs Neue durch den gesamten Rumpf, der in einem Stück aus einer Kevlar-Kohlenstoff-Verbindung gefertigt war, setzte sich durch Austins Beine fort und ließ seine Zähne aufeinander schlagen. Trotz seiner breiten Schultern, der kräftigen Oberarme und des Fünfpunktgurtsystems, das Austins neunzig Kilo an Ort und Stelle hielt, fühlte er sich wie ein Basketball, der von Michael Jordan quer über das Spielfeld gedribbelt wurde. Er brauchte jede Muskelfaser seiner hundertfünfundachtzig Zentimeter Körpergröße, um mit fester Hand Trimmruder und Gashebel zu bedienen, während sein linker Fuß per Pedal den Druck in den mächtigen Zwillings-Turboladern kontrollierte, die den Katamaran über das Wasser donnern ließen.
José Joe Zavala saß in der linken Kanzel über das Steuer gebeugt. Seine behandschuhten Finger umklammerten ein kleines schwarzes Lenkrad, das kaum geeignet schien, ein solches Gefährt auf Kurs zu halten. Zavala kam sich vor, als würde er das Boot genau genommen gar nicht lenken, sondern vielmehr damit zielen. Seine Lippen waren zu einem entschlossenen Strich zusammengepresst. Die großen dunkelbraunen Augen hatten jeglichen Anschein ihrer sonst so seelenvollen Tiefe verloren und starrten angestrengt durch das getönte Plexiglasvisier, um selbst kleinste Veränderungen von Windstärke oder Wellenhöhe sofort zu bemerken. Die stetige Auf-und-ab-Bewegung des Bugs machte die Aufgabe nur noch schwieriger. Während Austin das Verhalten des Boots buchstäblich mit Hilfe s
eines Hosenbodens einschätzte, spürte Zavala die Wogen und Wellentäler im Wesentlichen über das Lenkrad.
Austin meldete sich über die Sprechanlage, mit der die beiden Kanzeln verbunden waren. Wie ist unsere Geschwindigkeit?
Zavala warf einen Blick auf die Digitalanzeige. Eins sechsundneunzig. Dann überprüfte er Satellitennavigation und Kompass. Genau auf Kurs.
Austin sah auf die Uhr und dann auf die Seekarte, die er sich an den rechten Oberschenkel geschnallt hatte. Die knapp zweihundertsechzig Kilometer lange Rennstrecke begann in San Diego, machte zwei scharfe Kurven rund um die Insel Santa Catalina und führte dann zum Ausgangspunkt zurück, sodass von den Stränden aus Tausende von Zuschauern den dramatischen Endspurt verfolgen konnten. Die letzte Kurve musste jetzt unmittelbar bevorstehen. Austin spähte durch die mit Gischt besprühte Kanzel und entdeckte rechts von sich erst eine, dann noch eine vertikale Linie. Die Masten von Segelbooten! Die Zuschauer flankierten hier mit ihren Schiffen eine breite Schneise im offenen Fahrwasser. Wenig später würde dann das Küstenwachboot samt der Wendeboje auftauchen und den Beginn des letzten Streckenabschnitts markieren. Kurt schaute kurz über die rechte Schulter zurück und sah etwas Goldenes in der Sonne aufblitzen.
Gehe auf zwei zehn, sagte er.
Die harten Stöße am Lenkrad deuteten darauf hin, dass die Wellenhöhe zunahm. Außerdem hatte Zavala vereinzelte weiße Flecke und eine unverkennbare Marmorierung des Wassers bemerkt, was auf eine anwachsende Windstärke schließen ließ.
Ich weiß nicht, ob das ratsam ist, rief er über das Heulen der Motoren hinweg. Das Wetter wird unruhiger. Wo ist Ali Baba?
Er sitzt uns praktisch im Genick!
Er wäre verrückt, es jetzt darauf ankommen zu lassen. Er kann doch weiterhin in Ruhe zusehen, wie wir durchgeschüttelt werden, und auf der Zielgeraden dann den Angriff starten. See und Wind sind viel zu unberechenbar.
Ali verliert nicht gern.
Zavala stöhnte auf.
Okay. Versuch's mit zweihundert. Vielleicht reicht das ja schon.
Austin gab sachte Gas und spürte die Maschinen kraftvoll aufheulen.
Sind jetzt bei zwei null fünf, meldete Zavala kurz darauf. Scheint alles zu klappen.
Das goldene Boot fiel zunächst zurück, legte dann aber ebenfalls an Tempo zu und holte wieder auf. Austin konnte die schwarze Beschriftung am Rumpf lesen: Flying Carpet. Der Fahrer des Boots war hinter der getönten Kanzel nicht zu erkennen, doch Austin wusste, dass der bärtige junge Mann, der beinahe wie Omar Sharif aussah, jetzt bestimmt von Ohr zu Ohr grinste. Ali Bin Said war der Sohn eines Hotelbesitzers aus Dubai und gehörte zu den härtesten Konkurrenten im Offshore-Hochgeschwindigkeitsrennen, einer Sportart, die zu den weltweit gefährlichsten zählte, und zudem von extrem ehrgeizigen Sportlern betrieben wurde.
Im Vorjahr hatte Austin ganz knapp vor Ali den Dubai Duty Free Grand Prix gewonnen, und eine Niederlage auf eigenem Kurs und vor heimischem Publikum war natürlich besonders ärgerlich. Daraufhin hatte Ali die beiden Lamborghini-Triebwerke des Carpet noch etwas mehr auf Leistung trimmen lassen, doch auch die Red Ink verfügte inzwischen über einige zusätzliche Reserven. Austin schätzte die beiden Boote ungefähr gleich stark ein.
Bei der Fahrerbesprechung vor dem Rennen hatte Ali ihm im Scherz vorgeworfen, Austin habe die National Underwater and Marine Agency zu Hilfe gerufen, damit diese ihm ein bisschen unter die Arme greifen würde. Zwar standen Austin als dem Leiter des NUMA-Teams für Sonderaufgaben tatsächlich die Mittel dieser mächtigen Behörde zur Verfügung, doch dachte er nicht im Traum daran, sich dadurch einen unfairen Vorteil zu verschaffen. Ali war nicht durch eine überlegene Motorleistung besiegt worden, sondern durch die Tatsache, dass Austin und sein Partner von der NUMA so hervorragend als Team funktionierten.
Zavala wäre mit seiner dunklen Hautfarbe und dem dichten, immer nach hinten gekämmten, glatten sc
hwarzen Haar problemlos als Restaurantchef eines feudalen Luxushotels in Acapulco durchgegangen. Er schien stets ein wenig zu lächeln, so dass man ihm die stählerne Entschlossenheit kaum ansah, die er sich während seiner Collegezeit als Mittelgewichtsboxer antrainiert und im Laufe der vielen herausfordernden NUMA-Aufträge weiter vervollkommnet hatte. Der gesellige und einnehmende Schiffsingenieur konnte auf Tausende von Flugstunden am Steuerknüppel von Hubschraubern, kleinen Jets und Turboprop-Maschinen verweisen und fand sich im Cockpit eines Rennboots schnell zurecht. Austin und er arbeiteten zusammen wie die Teile eines Präzisionsinstruments, und so setzten sie sich sofort an die Spitze des Feldes, als der Schiedsrichter die grüne Startflagge hob.
Bereits die Abfahrt gelang ihnen in einem nahezu idealen Winkel, und so rasten sie mit einer Geschwindigkeit von knapp zweihundertzehn Kilometern pro Stunde über die Startlinie. Am Anfang gab jeder der Teilnehmer Vollgas, was dazu führte, dass schon auf der ersten Etappe zwei Konkurrenten mit Motorschaden ausfielen und einer sich in der ersten Kurve überschlug. Nachdem dieser wahrscheinlich gefährlichste Teil eines jeden Rennens überstanden war, wurde der Rest der Fahrer durch die beiden führenden Teams schlicht und einfach deklassiert. Die Red Ink ließ die anderen hinter sich, als hätten sie Sand im Getriebe. Nur die Flying Carpet hielt Schritt. Während der ersten Kehre bei Santa Catalina manövrierte Zavala die Red Ink dermaßen eng um die Boje herum, dass Ali nach außen ausweichen musste. Seitdem jagte die Flying Carpet ihnen hinterher.
Jetzt legte die Carpet an Tempo zu und befand sich auf gleicher Höhe mit der Red Ink. Austin wusste, dass Ali in letzter Minute auf eine kleinere Schiffsschraube gewechselt hatte, die sich besser für raue See eignete. Kurt wünschte, auch er könnte seinen großen Glattwasser-Propeller noch umtauschen. Ali hatte sich schlauerweise lieber auf sein Gespür verlassen als auf die Wetter
vorhersage.
Ich lege noch einen Zahn zu!, rief Austin.
Wir sind jetzt bei zwei fünfundzwanzig, rief Zavala zurück. Der Wind nimmt zu. Sie wird noch abheben, falls wir es nicht langsamer angehen lassen.
Austin wusste, wie riskant eine Kehre bei zu hoher Geschwindigkeit war. Die Rennkatamarane glitten praktisch ohne jeden Wasserwiderstand über die Oberfläche. Dasselbe Design, das ihnen ein solch hohes Tempo über den Wellenkämmen gestattete, machte sie anfällig für plötzliche Windböen, die unter den Rumpf dringen und das gesamte Boot wie einen Drachen in die Luft heben oder, was weitaus schlimmer war, zu einem kompletten Überschlag führen konnten.
Die Flying Carpet ging immer weiter in Führung. Austins Finger schlossen sich um die Gashebel. Er hasste es, zu verlieren. Die Angriffslust hatte er von seinem Vater geerbt, genau wie die Statur eines Footballspielers und die hellblaue Augenfarbe, die an ein Korallenriff in klarem Gewässer erinnerte. Eines Tages würde ihn dieser Charakterzug noch um Kopf und Kragen bringen. Aber nicht heute. Er nahm die Hand vom Gas und rettete ihnen damit vermutlich das Leben.
Der weiße Kamm einer fast anderthalb Meter hohen Woge kam von backbord heran und schien sich mit beinahe wütendem Fauchen auf sie zu stürzen. Zavala sah die Gefahr, schickte ein Stoßgebet zum Himmel und wusste doch im selben Moment, dass ihr Timing erbärmlich war. Wie eine Katzenpfote schloss die Woge sich um einen der Rümpfe und ließ die Red Ink wirbelnd emporsteigen. Mit blitzschnellem Reflex lenkte Zavala in Richtung der Drehbewegung, ganz wie ein Autofahrer, der auf eine Eisfläche geraten war. Das Boot schlug seitlich ins Wasser, geriet ins Schlingern, sodass die Kanzeln überspült wurden, und richtete sich dann schwankend wieder auf.
Ali wurde langsamer, doch sobald er sah, dass die beiden Konkurrenten alles glimpflich überstanden hatten, gab er wieder hemmungslos Vollgas. Er wollte mit möglichst großem Abstand vor Austin ins Ziel kommen. Ob
wohl sein erfahrener Kopilot Hank Smith ihm davon abriet, setzte Ali sämtliche Reserven des Boots frei. Hinter der Flying Carpet stieg eine gewaltige Gischtfontäne in die Luft, und die beiden Schrauben durchpflügten die See mit einer tiefen Doppelfurche. Die Fahrspur war noch nach mehreren hundert Metern deutlich zu erkennen.
Tut mir Leid, rief Zavala. Die Welle hat mich voll erwischt.
Du hast erstklassig reagiert. Holen wir uns den zweiten Platz.
Austin schob die Gashebel nach vorn, und mit laut heulenden Motoren nahm die Red Ink die Verfolgung auf.




"Nicht enden wollende Spannung, rasante Handlung und sprühende Action! Clive Cussler ist ein Meister der Hochspannung!"

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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Das alte Schema, superspannend verpackt - von Michael Kleerbaum - 11.01.2007 zu Clive Cussler, Paul Kemprecos „Brennendes Wasser“
Das alte Thema, mal wieder neu verpackt. Spannend neu verpackt. Diesmal fällt der obligatorische Rückblick recht moderat aus, lediglich 10 Jahre in die Vergangenheit. Dafür bekommen die Trouts, das dynamische Ehepaar der Austin-Gruppe endlich mal wieder einen größeren Anteil an der Geschichte. Das ist bisher nur noch im Roman "Tödliche Beute" geschehen und ich finde, das diese beiden Figuren in Zukunft einen größeren Part in den Kurt-Austin-Romanen spielen sollten. In dieser Geschichte erkunden die Trouts einen südamerikanischen Regenwald und treffen auf Anzeichen eines Indio-Stammes, der mit ungewöhnlicher "High-Tech"-Ausrüstung von sich Reden macht. Was wirklich dahinter steckt passt dann zum zweiten Erzählstrang wie die Faust aufs Auge. Mein Fazit: Für Cussler-Fans, den sogenannten Cusslermen ein echter Leckerbissen.
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