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Lauf, Jane, lauf

Roman. Originaltitel: See Jane Run. 'Goldmanns Taschenb…
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Produktdetails
Titel: Lauf, Jane, lauf
Autor/en: Joy Fielding

ISBN: 3442413338
EAN: 9783442413331
Roman.
Originaltitel: See Jane Run.
'Goldmanns Taschenbücher'.
Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti
Goldmann TB

1. Juni 1992 - kartoniert - 448 Seiten

"An einem Nachmittag im Frühsommer ging Jane Whittaker zum Einkaufen und vergaß, wer sie war..."

So beginnt der Alptraum einer Frau, die sich plötzlich blutbefleckt, die Taschen voller Geld und ohne Erinnerungsvermögen auf den Straßen Bostons wiederfindet. Wer ist dieser Mann, den man ihr als ihren Ehemann vorstellt? Was sind das für Medikamente, die ihr angeblich helfen sollen? Und warum fühlt sie sich als Gefangene im eigenen Haus? Verzweifelt kämpft Jane von nun an um ihr Gedächtnis - es wird ein Kampf auf Leben und Tod ...


Joy Fielding gehört zu den unumstrittenen Spitzenautorinnen Amerikas. Seit ihrem Psychothriller »Lauf, Jane, lauf« waren alle ihre Bücher internationale Bestseller. Joy Fielding lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Toronto, Kanada, und in Palm Beach, Florida.
An einem Nachmittag im Fr'hsommer ging Jane Whittaker zum Einkaufen und verga' wer sie war.
Sie stand an der Ecke Cambridge und Bowdoin Street mitten in Boston und wurde sich pl'tzlich ohne jede Vorwarnung bewu', da'sie zwar genau wu'e, wo sie war, aber keine Ahnung hatte, wer sie war. Sie wu'e, da'sie auf dem Weg ins Lebensmittelgesch' war, um Milch und Eier zu besorgen. Die brauchte sie f'r den Schokoladenkuchen, den sie backen wollte; warum sie ihn hatte backen wollen und f'r wen, konnte sie aber nicht sagen. Sie wu'e genau, wieviel Gramm Schokoladenpulver das Rezept vorschrieb, aber ihr eigener Name fiel ihr nicht mehr ein. Sie konnte sich auch nicht erinnern, ob sie verheiratet oder alleinstehend, verwitwet oder geschieden, kinderlos oder Mutter von Zwillingen war. Sie wu'e weder ihre Gr'' noch ihr Gewicht noch ihre Augenfarbe. Sie wu'e ihren Geburtstag nicht und nicht ihr Alter. Sie konnte die Farben der Bl'er an den B'en benennen, aber sie konnte sich nicht erinnern, ob sie blond oder br'nett war. Sie wu'e, wohin sie wollte, aber sie hatte keine Ahnung, woher sie kam.
Der Verkehrsstrom in der Bowdoin Street flo'langsamer und kam zum Stillstand. Rechts und links l'sten sich Menschen von ihrer Seite, wie von einem Magneten zur anderen Stra'nseite hin'bergezogen. Sie allein stand wie festgewachsen, nicht imstande, einen Schritt zu tun, kaum f'g zu atmen. Vorsichtig, bewu' langsam, den Kopf im Kragen ihres Trenchcoats versteckt, blickte sie verstohlen erst 'ber die eine, dann 'ber die andere Schulter. Passanten sch'ssen an ihr vorbei, als sei sie gar nicht vorhanden, M'er und Frauen, deren Gesichter keinerlei 'ere Zeichen von Selbstzweifel zeigten, deren Schritt kein Z'gern verriet. Sie allein stand v'llig still, nicht willens - nicht f'g -, sich zu bewegen. Sie nahm Ger'che wahr - Motorengebrumm, Hupen, das Gel'ter von Menschen, den Klang ihrer Schritte, der abrupt abbrach, als die Autoschlangen sich wieder in Bewegung setzten.
Sie h'rte das gifti
ge Fl'stern einer Frau - 'diese kleine Nutte', zischte sie - und glaubte einen Moment lang, die Frau spr'e von ihr. Aber sie war offenkundig im Gespr' mit ihrer Begleiterin, und keine der beiden schien sich auch nur im geringsten bewu', da'sie neben ihnen stand. War sie unsichtbar?
Eine irrwitzige Sekunde lang dachte sie, sie w' vielleicht tot, so wie in einer dieser alten Twilight Zone Episoden, in der eine Frau sich mutterseelenallein irgendwo auf einer n'tlichen Stra' wiederfindet und verzweifelt bei ihren Eltern anruft, nur um von ihnen h'ren zu m'ssen, da'ihre Tochter bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei und was ihr 'berhaupt einfiele, sie mitten in der Nacht aus dem Schlaf zu rei'n? Aber dann best'gte die Frau, deren Mund sich eben noch geringsch'ig um das Wort >Nutte Tot war sie also offensichtlich nicht. Und unsichtbar auch nicht. Wieso konnte sie sich an etwas so Bl'dsinniges wie eine Szene aus Twilight Zone erinnern, aber nicht an ihren Namen?
Neue Menschen sammelten sich um sie und warteten, mit den Schuhspitzen aufs Pflaster trommelnd, ungeduldig darauf, die Stra' 'berqueren zu k'nnen. Wer auch immer sie war, sie war nicht in Begleitung. Es war niemand da, bereit, ihren Arm zu nehmen; niemand, der besorgt von der anderen Stra'nseite her'bersp'e und sich wunderte, wieso sie zur'ckgeblieben war. Sie war allein, und sie wu'e nicht, wer sie war.
'Bleib ruhig', fl'sterte sie sich zu und suchte im Klang ihrer
Stimme nach einem Fingerzeig, aber selbst die Stimme war ihr fremd. Sie verriet nichts 'ber Alter oder Personenstand, ihr Akzent war nichtssagend, bemerkenswert allenfalls der Unterton der Panik. Sie hob eine Hand zum Mund und sprach hinein, um nicht unn'tig aufzufallen. 'Keine Panik. In ein paar Minuten ist alles wieder klar.' War es eine Gewohnheit von ihr, mit sich selbst zu sprechen? 'Alles sch'n der Reihe nach', fuhr sie fort und fragte sich, was das bedeuten sollte. Wie sollte sie der Reihe nach vorgehen, wenn sie v'llig im
dunkeln tappte? 'Nein, das stimmt nicht', korrigierte sie sich. 'Einiges wei' du. Du wei' sogar eine ganze Menge. 'erleg mal', ermahnte sie sich lauter und sah sich sofort hastig um, aus Angst, jemand k'nnte sie geh'rt haben.
Eine Gruppe von vielleicht zehn Personen bewegte sich auf sie zu. Die wollen mich holen und dorthin zur'ckbringen, von wo ich entsprungen bin, war ihr erster und einziger Gedanke. Aber dann begann die F'hrerin der Gruppe, eine junge Frau Anfang Zwanzig, in dem vertrauten breiten Bostoner Tonfall zu sprechen, der ihrer eigenen Stimme merkw'rdigerweise fehlte, und sie erkannte, da'sie f'r diese Leute ebenso belanglos war wie zuvor f'r die beiden Frauen, deren Gespr' sie mitangeh'rt hatte. War sie 'berhaupt f'r jemanden von Belang?
'Sie sehen', sagte die junge Frau, 'Beacon Hill ist ein Viertel, von dem aus die Bewohner bequem zu Fu'zur Arbeit gehen k'nnen. Es galt lange Zeit als das beste Wohnviertel der Stadt. Seine steilen Stra'n sind mit Kopfstein gepflastert, und die Bauten, die sie s'en, sind teils private Stadth'er aus Backstein, teils kleinere Mietsh'er, deren Erbauung in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann und bis zum Ende des Jahrhunderts fortgesetzt wurde.'
Alle nahmen die privaten Stadth'er aus Backstein und die kleinen Mietsh'er geb'hrend zur Kenntnis, dann fuhr die junge Frau in ihrem sorgf'ig einge'bten Vortrag fort. 'Eine
Anzahl der gr''ren und eleganteren H'er ist in den letzten Jahren wegen der Wohnungsknappheit und der explodierenden Immobilienpreise in Eigentumswohnanlagen umgewandelt worden. Beacon Hill war fr'her eine Hochburg der Yankees, auch heute leben hier noch viele der alten Bostoner Familien, aber mittlerweile sind Mitb'rger jeglicher Herkunft willkommen - vorausgesetzt, sie k'nnen die Hypotheken beziehungsweise die Mieten bezahlen.'
Mildes Gel'ter und eifriges Nicken quittierten ihre Worte, ehe die Gruppe Anstalten machte weiterzugehen. 'Entschuldigen Sie, Madam', sagte d
ie F'hrerin, wobei sie die Augen weit 'ffnete und den Mund zu einem 'bertrieben breiten L'eln verzog, so da'ihr Gesicht einem dieser sonnengelben Smilie-Anstecker glich. 'Ich glaube, Sie geh'ren nicht zu unserer Gruppe?' Die Feststellung kam als Frage heraus, bei der sich die letzten Worte parallel zu den Mundwinkeln der Sprecherin aufw's schwangen. 'Wenn Sie sich f'r einen Stadtrundgang interessieren, sollten Sie sich an den Bostoner Verkehrsverein wenden. - Madam?'
Die Strahlefrau war in ernster Gefahr, ihre gute Laune zu verbergen.
'Der Verkehrsverein?' fragte sie die junge Frau, deren selbstverst'licher Gebrauch der Anrede >Madam 'Gehen Sie die Bowdoin Street in s'dlicher Richtung bis zur Beacon Street - am State House vorbei, das ist das mit der goldenen Kuppel. Da ist es dann gleich. Es ist leicht zu finden.'
Hast du eine Ahnung, dachte sie, w'end sie der Gruppe nachsah, die die Fahrbahn 'berquerte und in der n'sten Seitenstra' verschwand. Wo ich mich nicht mal selbst finden kann!
Einen Fu'zaghaft vor den anderen setzend, als wate sie durch unbekannte und m'glicherweise gef'liche Gew'er, ging sie die Bowdoin Street hinunter. Sie achtete kaum auf die ehrw'rdigen Bauten aus dem vergangenen Jahrhundert, sondern konzentrierte sich auf den Weg, der vor ihr lag. Sie 'berquerte die Derne Street, dann Ashburton Place, alles ohne Zwischenfall, aber keine der Stra'n und auch nicht das State House, das pl'tzlich vor ihr aufragte, weckten irgendeine Ahnung, wer sie sein k'nnte. Sie bog in die Beacon Street ein.
Vor ihr dehnte sich, genau wie die Strahlefrau verhei'n hatte, der Boston Common. Ohne dem Granary-Friedhof Beachtung zu schenken, auf dem, wie sie sich ohne M'he erinnerte, Ber'hmtheiten so unterschiedlicher Natur wie Paul Revere und Mother Goose ihre Gr'r hatten, eilte sie am Besucherzentrum vorbei zum Park und wu'e instinktiv, da'sie das in der Vergangenheit viele Male getan hatte. Die Stadt Boston war ihr nicht fremd, ganz gleich, wie f
remd sie selbst sich war.
Sie merkte, wie ihr die Knie weich wurden, und dirigierte sich zu einer Bank, auf der sie sich niedersinken lie' 'Keine Panik', wiederholte sie mehrmals laut, sprach die Worte wie ein Mantra vor sich hin, da sie wu'e, da'niemand nahe genug war, sie zu h'ren. Dann begann sie eine lautlose Rekapitulation aller ihr bekannten - wenn auch gr''enteils unwichtigen - Fakten. Es war Montag, der 18. Juni 1990. Die Temperatur, f'r die Jahreszeit ungew'hnlich k'hl, lag bei 68 Grad Fahrenheit. 32 Grad Fahrenheit war der Gefrierpunkt von Wasser. Bei 100 Grad Celsius konnte man ein Ei kochen. Zweimal zwei war vier; vier mal vier war sechzehn; zw'lf mal zw'lf war 144. Das Hypotenusenquadrat war gleich der Summe der Kathetenquadrate. Die Quadratwurzel aus 365 war... sie wu'e es nicht, aber irgend etwas sagte ihr, da'das ganz in Ordnung war - sie hatte es nie gewu'. 'Keine Panik', h'rte sie sich von neuem sagen, w'end sie die Falten aus ihrem beigefarbenen Mantel strich und schlanke Oberschenkel unter ihren H'en f'hlte. Die Tatsache, da'sie ein wahrer Quell an nutzlosen Informationen war, beruhigte sie; wenn ein Mensch solches Wissen behalten konnte, dann mu'e er sich irgendwann auch seines eigenen Namens erinnern k'nnen. Sie w'rde sich erinnern. Es war lediglich eine Frage der Zeit.
Ein kleines M'hen kam mit ausgebreiteten Armen 'ber die Wiese auf sie zugelaufen, gefolgt von ihrer beh'gen schwarzen Kinderfrau. Fl'chtig scho'ihr die Frage durch den Kopf, ob das ihr kleines M'hen sein k'nnte, und sie streckte unwillk'rlich die Arme aus. Aber die Kinderfrau zog die Kleine hastig weg und schleppte sie mit einem argw'hnischen Blick zur Bank zu den Schaukeln in der N'. Habe ich Kinder? 'berlegte sie und fragte sich, wie eine Mutter ihr Kind vergessen k'nnte.
Sie blickte auf ihre H'e. Ein Ring am Finger w'rde ihr wenigstens verraten, ob sie verheiratet war. Aber ihre H'e waren schmucklos, wenn auch am Ringfinger ihrer Linken eine d'nne Linie zu erke
nnen war, vielleicht ein Zeichen, da'dort fr'her ein Ring gesessen hatte. Sie musterte die Stelle genau, aber es lie'sich nicht mit Sicherheit feststellen. Ihr fiel auf, da'der dezente korallenrote Nagellack stellenweise abgebl'ert und ihre Fingern'l bis zum Fleisch hinunter abgenagt waren. Sie senkte den Blick zu ihren F''n. Sie hatte flache, cremefarbene Lackschuhe an, von denen der rechte etwas eng war und an der gro'n Zehe dr'ckte. Sie zog ihn aus, erkannte den Namen Charles Jourdan auf der Innensohle, stellte fest, da'er Gr'' 38 hatte, und schlo'daraus, da'sie wahrscheinlich mindestens einsf'nfundsechzig gro'war. An der Art, wie ihre Arme an ihrem K'rper entlangglitten, sp'rte sie trotz des zugekn'pften Mantels, da'sie schlank war. Was sonst wu'e sie 'ber sich selbst, abgesehen von der Tatsache, da'sie wei'r Hautfarbe und weiblichen Geschlechts und, wenn die Strahlefrau und die Haut ihrer H'e ein Indiz waren, deutlich 'ber zwanzig Jahre alt war?
Zwei Frauen kamen vor'ber, eingehakt, gro' Handtaschen baumelten an ihrer Seite. Meine Handtasche! dachte sie voller
Erleichterung und tastete nach einem Riemen 'ber der Schulter. Die Handtasche w'rde ihr alle Fragen beantworten - wer sie war, wo sie lebte, welche Lippenstiftfarbe sie trug. Sie w'rde eine Brieftasche mit ihren Papieren enthalten, den F'hrerschein, die Kreditkarten. Sie w'rde ihren Namen und ihre Adresse wieder wissen, ihren Geburtstag, was f'r einen Wagen sie fuhr - wenn sie 'berhaupt Auto fuhr. In ihrer Handtasche steckten alle Geheimnisse ihres Lebens. Sie brauchte sie nur zu 'ffnen.
Sie brauchte sie nur zu finden.
Hastig schob sie den Fu'wieder in den Schuh, lehnte sich an die stumpfgr'nen Leisten der Parkbank und blickte der Tatsache ins Gesicht, vor der sie in ihrer Angst bisher beharrlich die Augen verschlossen hatte - da'sie gar keine Handtasche hatte. Die Ausweispapiere, die sie vielleicht zu Beginn dieser verwirrenden Odyssee bei sich gehabt hatte, waren jetzt nicht mehr in i
hrem Besitz. Nur um ganz sicher zu sein, um sich zu vergewissern, da'sie die Tasche beim Hinsetzen nicht achtlos hatte fallen lassen, sah sie sich aufmerksam zu ihren F''n um. Sie ging sogar mehrmals um die Bank herum, wodurch sie erneut den argw'hnischen Blick der schwarzen Kinderfrau auf sich zog, die ihren kleinen Sch'tzling auf der Schaukel anstie' Sie l'elte der dunkelh'igen Frau zu, fragte sich, was sie 'berhaupt zu l'eln hatte, und wandte sich ab. Als sie einige Sekunden sp'r wieder hin'bersah, war die Kinderfrau dabei, das laut protestierende Kind vom Schaukelplatz wegzuziehen. 'Siehst du, du hast ihr angst gemacht', sagte sie laut zu sich selbst und tastete automatisch ihr Gesicht nach Spuren von Entstellungen ab. Sie fand keine, versuchte jedoch weiter wie eine Blinde mit den Fingern in ihrem Gesicht zu lesen.
Es war schmal und oval, mit hohen Wangenknochen, die vielleicht eine Spur zu stark hervorsprangen, und kr'igen, ungezupften Augenbrauen. Die Nase war klein, und die Wimpern waren von Tusche verklebt. Vielleicht, dachte sie, hatte sie sich die Augen gerieben und dabei die Tusche verschmiert. Vielleicht hatte sie geweint.
Mit einem Ruck straffte sie die Schultern, sprang auf und rannte aus dem Park. Ohne auf das Rotlicht zu achten, lief sie durch den Verkehr zu einer Bank an der Ecke Beacon Street. Sie klopfte so kr'ig an die Glast'r, da'sie die Aufmerksamkeit des Filialleiters auf sich zog, eines vorzeitig kahlen jungen Mannes, dessen Kopf im Verh'nis zu seinem K'rper um einige Nummern zu gro'schien. Sie hielt ihn f'r den Filialleiter, weil er einen Anzug mit Krawatte trug und das einzige m'liche Wesen in einem Raum voller Frauen war.
'Tut mir leid', sagte er freundlich, wobei er die T'r gerade so weit aufzog, da'er seine gro' Nase durch den Spalt stecken konnte, 'aber es ist nach vier. Wir schlie'n um drei.'
'Wissen Sie, wer ich bin?' fragte sie verzweifelt, erstaunt 'ber die Frage, die sie gar nicht hatte stellen wollen.
Das
Stirnrunzeln des Mannes verriet, da'er ihre Frage als eine Forderung nach Sonderbehandlung auslegte. 'Es tut mir wirklich leid', sagte er, einen Anflug unmi'erst'licher Sch'e in der Stimme. 'Wir sind gern bereit, Sie zu bedienen, wenn Sie morgen wiederkommen.' Dann l'elte er ein abschreckendes L'eln, das jede weitere Diskussion verbat, und kehrte zu seinem Schreibtisch zur'ck.
Sie blieb an der Glast'r stehen und starrte in den Schalterraum, bis die Frauen dr'ben zu tuscheln begannen. Wu'en sie, wer sie war? Wenn ja, so wurden sie ihres Anblicks bald m'de und wandten sich, von ihrem wild gestikulierenden Chef angetrieben, wieder ihren Computern und Bilanzen zu. Sie schien f'r sie nicht mehr zu existieren.
Sie atmete ein paarmal tief durch, dann ging sie die Beacon Street hinunter zur River Street, zur'ck zu den von privaten Stadth'ern und kleinen Mietsh'ern ges'ten Kopfsteinpflasterstra'n. Wohnte sie in einem dieser alten H'er? Hatte sie genug Geld, um die Hypotheken beziehungsweise die Miete zu bezahlen? Arbeitete sie f'r ihren Lebensunterhalt, oder lie'sie andere f'r sich arbeiten? Vielleicht wohnte sie gar nicht in einem dieser edlen alten H'er, sondern ging nur zum Putzen dorthin.
Nein, f'r eine Putzfrau war sie zu teuer gekleidet, und ihre H'e waren, wenn auch unbestreitbar ungepflegt, zu weich und zu glatt f'r jemanden, der k'rperliche Arbeit verrichtete. Vielleicht putzte sie diese H'er nicht, sondern verkaufte sie. Vielleicht war sie hergekommen, um sich mit einem Interessenten zu treffen, um ihm ein k'rzlich renoviertes Haus zu zeigen, und hatte - was? Einen herabfallenden Ziegelstein auf den Kopf bekommen ? Unwillk'rlich tastete sie ihren Kopf nach Beulen ab, fand keine, stellte nur fest, da'ihr Haar sich aus der Spange gel'st hatte und ihr nun in vereinzelten d'nnen Str'en in den Nacken hing.
Sie bog nach rechts in die Mt. Vernon Street ab, dann nach links in die Cedar Street, immer in der Hoffnung, da'irgend etwas ihrem Gehirn ein Sta
rtsignal geben w'rde. 'Gebt mir doch bitte einen Ansto', flehte sie die baumbestandenen Stra'n an, als sie an der Revere Street wiederum abbog und zur Embankment Road weiterging. Die Sonne war hinter einer dicken grauen Wolke verschwunden, und ihr war kalt, obwohl die Temperatur unver'ert blieb. Sie erinnerte sich, da'der Winter verh'nism'g mild gewesen war und die Experten einen weiteren hei'n Sommer vorhersagten. Sie f'hrten es auf den Treibhauseffekt zur'ck. Treibhaus. Treibgas. Ozonloch. Saurer Regen. Rettet den Regenwald. Rettet die Wale. Spart Wasser - duscht zu zweit.
Sie f'hlte sich pl'tzlich v'llig ersch'pft. Die F'' taten ihr weh, die gro' Zehe ihres rechten Fu's war v'llig taub. Ihr Magen knurrte. Wann hatte sie zuletzt etwas gegessen? Was a'sie 'brigens gern? Konnte sie kochen? Vielleicht machte sie gerade irgendeine verr'ckte Di' die ihr Hirn in Mitleidenschaft gezogen hatte. Oder vielleicht war sie high. Von Drogen. Oder von Alkohol. War sie betrunken? War sie jemals betrunken gewesen? Wie sollte sie merken, ob sie betrunken war oder nicht?
Sie bedeckte die Augen mit den H'en und w'nschte sich den eindeutigen dumpfen Kopfschmerz, der einem Kater vorauszugehen pflegte. Ray Millands Verlorenes Wochenende, dachte sie und fragte sich, wie alt sie sein mu'e, um sich an Ray Millands zu erinnern. 'Helft mir doch', fl'sterte sie in ihre H'e. 'Bitte, hilf mir doch einer.'
Reflexartig blickte sie auf ihr Handgelenk, um nach der Zeit zu sehen, und stellte fest, da'es fast f'nf war. Seit beinahe einer Stunde irrte sie herum und hatte in der ganzen Zeit nichts gesehen, das ihr auch nur den geringsten Hinweis darauf geben konnte, wer sie war. Nichts erschien ihr vertraut. Niemand hatte sie erkannt.
Sie erreichte die Charles Street, eine bunte Vielfalt von L'n und Gesch'en, das Lebensmittelgesch' neben dem Juwelier, Haushaltswaren T'r an T'r mit Kunst und Antiquit'n. War sie auf dem Weg hierher gewesen, um ihre Milch und ihre Eier einzukaufen?
> Ein Mann dr'te sich an ihr vorbei und l'elte, aber es war das L'eln, das am Ende eines anstrengenden Tages eine matte Seele mit der anderen tauscht, und sagte nichts von Bekanntschaft. Dennoch war sie versucht, den Mann festzuhalten und ihm ein Zeichen des Erkennens abzubetteln, wenn n'tig eine Identit'aus ihm herauszusch'tteln. Aber sie lie'ihn unbel'igt vor'bergehen, und die Gelegenheit war vers't. Aber sie konnte ja auch nicht einfach wildfremde Menschen auf der Stra' angehen. Die w'rden wom'glich die Polizei holen und sie einsperren lassen. Schon wieder so eine Verr'ckte auf dem Selbstfindungstrip.
War sie vielleicht wirklich verr'ckt? Gerade aus einer Anstalt ausgebrochen? Aus dem Gef'nis? War sie auf der Flucht? Sie lachte 'ber so viel Melodramatik. Wenn sie nicht schon verr'ckt gewesen war, bevor das alles angefangen hatte, w'rde sie es ganz bestimmt werden, ehe es vor'ber war. W'rde es 'berhaupt vor'bergehen?
Sie stie'die T'r zu einem Tante-Emma-Laden auf und trat ein. Wenn sie in diesem Viertel wohnte, war es gut m'glich, da'sie 'fter hier einkaufte; oft genug hoffentlich, um dem Inhaber bekannt zu sein. Langsam ging sie zwischen den Regalen mit den Konserven auf ihn zu.
Der Inhaber, ein junger Mann mit Pferdeschwanz und schmalem Mund, war mit mehreren Kunden besch'igt, von denen jeder behauptete, zuerst dagewesen zu sein. Sie stellte sich hinten an, hoffte auf einen Blick des Erkennens, w'nschte sich inbr'nstig ein freundliches 'Hallo, Mrs. Smith. Ich komme sofort'. Aber sie h'rte nur eine fremde Stimme, die eine Packung Zigaretten verlangte, und sah nur den mageren R'cken des Verk'ers, als dieser sich umdrehte, um die Zigaretten aus dem Regal zu holen.
'er die linke Schulter warf sie einen Blick auf eine Reihe unwahrscheinlich sch'ner junger Frauen, die sie von den Titelbl'ern diverser Zeitschriften anl'elten. Sie lie'sich hin'berziehen zum Zeitungsst'er und starrte wie gebannt auf ein Gesicht von feuriger Sch'nheit. >Cindy CrawfordS
upermodel Sie zog das Heft heraus und studierte das Gesicht des Models: braune Augen, braunes Haar, links von den leicht ge'ffneten Lippen ein Leberfleck, der sie von den Hunderten gleicherma'n h'bscher Gesichter ringsum unterschied. So sch'n, dachte sie. So jung. So selbstsicher.
Wieder wurde ihr bewu', da'sie keine Ahnung hatte, wie sie selbst aussah, keine Vorstellung, wie alt sie war. Sie umklammerte die Zeitschrift so fest, da'ihre R'er sich nach innen bogen. 'Hey, Lady!' Sie drehte sich um und sah den warnend wackelnden Zeigefinger des Ladeninhabers. 'Die Zeitschriften nur rausnehmen, wenn Sie sie kaufen wollen.'
Sie nickte schuldbewu' wie ein Kind, das beim Einstecken eines Kaugummis ertappt worden ist, und dr'ckte die Zeitschrift an die Brust, als w' sie ihr einziger Halt.
'Also, kaufen Sie sie oder nicht?' fragte der junge Mann. Die anderen Kunden waren gegangen, sie waren allein im Laden. Jetzt bot sich ihr die beste, vielleicht einzige Gelegenheit zur Konfrontation.
Sie st'rzte zur Theke und sah, wie er hastig zur'ckwich. 'Kennen Sie mich?' fragte sie, mit M'he die Panik in ihrer Stimme unterdr'ckend.
Er musterte sie konzentriert, mit zusammengekniffenen Augen. Dann neigte er den Kopf zur Seite, so da'ihm der Pferdeschwanz auf die rechte Schulter hing, und ein L'eln kroch ihm 'ber den schmalen Mund und kr'mmte ihn leicht. 'Sind Sie wer Ber'hmtes?' fragte er.
Sie sagte nichts, wartete mit angehaltenem Atem.
Er mi'erstand ihr Schweigen als Best'gung. 'Ja, ich hab schon geh'rt, da'sie hier in Boston zur Zeit ein paar Filme machen', sagte er und ging ein paar Schritte nach rechts, um sie im Profil zu begutachten, 'aber ich geh selten ins Kino, und aus dem Fernsehen kenn ich Sie nicht. Spielen Sie in einer von den Seifenopern mit? Ich wei'schon, da'die Schauspieler immer in die Einkaufszentren kommen und so. Ich mu'e mal mit meiner Schwester zu so 'ner Veranstaltung. Sie wollte unbedingt Ashley Abbot aus Jung und Rastlos sehe
n. Jung und Nutzlos, sag ich immer. Machen Sie da mit?'
Sie sch'ttelte den Kopf. Welchen Sinn hatte es, diese Farce weiterzuf'hren? Er kannte sie offensichtlich so wenig wie sie sich selbst.
Sie sah, wie sein K'rper sich straffte, abweisend wurde. 'Aber f'r die Zeitschrift m'ssen Sie trotzdem bezahlen, auch wenn Sie noch so ber'hmt sind. Sie macht zwei f'nfundneunzig.'
'Ich - ich habe meine Handtasche vergessen', sagte sie leise.
Jetzt sah der Mann 'erlich aus. 'Ja, glauben Sie vielleicht, nur weil Sie in irgendeiner bl'den Fernsehserie mitspielen, k'nnen Sie ohne Geld rumlaufen? Bilden Sie sich ein, blo'weil Sie 'n ganz h'bsches Gesicht haben, schenk ich Ihnen alles, was Sie haben wollen?'
'Nein, nat'rlich nicht...'
'Entweder Sie zahlen jetzt f'r das Heft, oder Sie verschwinden aus meinem Laden. Ich hab was Besseres zu tun, als meine Zeit mit Ihnen zu vertun. Und Leute, die mich verarschen, brauch ich schon gar nicht.'
'Das wollte ich doch gar nicht. Ehrlich.'
'Zwei Dollar f'nfundneunzig', sagte er wieder und hielt ihr die ge'ffnete Hand hin.
Sie wu'e, sie h'e ihm einfach die Zeitschrift zur'ckgeben sollen, aber sie tat es nicht. >Cindy Crawford 'Wau!' Der Mann hinter der Theke pfiff durch die Z'e. 'Haben Sie vielleicht 'ne Bank ausgeraubt oder so was?' Dann: 'Oder haben Sie die selbst gedruckt?'
Sie sagte nichts, starrte nur auf das Geld in ihrer Hand.
'Ist ja auch egal. Mit Hundert-Dollar-Scheinen kann ich jedenfalls nichts anfangen. Wenn ich Ihnen jetzt einen Hunderter kleinmach, hab ich nachher kein Wechselgeld mehr. Wieviele von den Dingern haben Sie 'berhaupt?'
Sie sp'rte, wie der Atem in kurzen, flachen St''n aus ihrer Brust herausgepre' wurde. Was in aller Welt tat sie mit zwei Taschen voller Hundert-Dollar-Noten? Woher kam das viele Geld?
'Hey, alles in Ordnung, Lady?' Der Mann hinter der Theke sah 'stlich zur T'r. 'Sie werden mir doch hier nicht umkippen?'
'Haben Sie eine Toilette?'
>'Nur privat', sagte er stur. 'Bitte!'
Die Verzweiflung in ihrer Stimme 'berzeugte ihn offenbar, denn er hob hastig den Arm und wies zu dem Lagerraum zu seiner Rechten. 'Aber da hab ich gerade saubergemacht. Versauen Sie mir nicht den frisch geschrubbten Boden, wenn's geht.'
Sie fand die Toilette neben dem Lagerraum ohne M'he. Es war eine enge Kammer mit einer alten Toilette und einem gesprungenen Spiegel 'ber einem fleckigen Waschbecken. An den W'en waren Kartons mit Vorr'n gestapelt. Neben der T'r stand ein zur H'te mit Wasser gef'llter Eimer, daneben lehnte ein Schrubber.
Sie rannte zum Becken und drehte das kalte Wasser auf. Die Zeitschrift unter den Arm geklemmt, fing sie den eisigen Strahl mit beiden H'en und schwappte sich das Wasser ins Gesicht, bis sie das Gef'hl hatte, wieder gerade stehen zu k'nnen, ohne ohnm'tig zu werden.
Langsam hob sie das Gesicht zum Spiegel und fuhr zur'ck. Die Frau, die sie anblickte, war eine Fremde. Nichts an ihren Z'gen war auch nur vage vertraut. Sie betrachtete die helle Haut und die dunkelbraunen Augen, die kleine, etwas aufgeworfene Nase und den vollen Mund, der im gleichen Korallenton gemalt war wie ihre N'l. Das braune Haar war vielleicht eine Nuance heller als die Augen, zu einem Pferdeschwanz zur'ckgebunden und von einer stra'esetzten Spange gehalten, die sich gelockert hatte und herauszufallen drohte. Sie zog sie ganz heraus, sch'ttelte den Kopf und sah, wie ihr Haar weich und locker auf ihre Schultern fiel.
Ein anziehendes Gesicht, dachte sie, es mit Abstand taxierend, als ziere es wie Cindy Crawfords das Titelblatt einer Zeitschrift. Ganz h'bsch, hatte der junge Mann gesagt. Vielleicht etwas mehr. Es war makellos. Nichts war zu gro'oder zu klein. Nichts stach unangenehm heraus. Alles war da, wo es sein mu'e. Sie sch'te ihr Alter auf Mitte Drei'g und fragte sich gleich darauf, ob sie 'er oder j'nger aussah, als sie wirklich war. 'Das ist alles so verwirrend', fl'sterte sie ihrem Abbild zu, das
den Atem anzuhalten schien. 'Wer bist du?'
'Ich kenne dich nicht', antwortete ihr Spiegelbild, und beide Frauen senkten die K'pfe und starrten in das fleckige Becken aus wei'm Porzellan.
'O Gott', fl'sterte sie, als eine Hitzewallung in ihr hochscho' 'Werd jetzt nicht ohnm'tig!' rief sie sich zu. 'Werd jetzt blo'nicht ohnm'tig.'
Doch die Hitzewelle flutete durch ihren ganzen K'rper, durch die Beine und den Magen in die Arme und den Hals, und staute sich in ihrer Kehle. Sie hatte das Gef'hl, von innen heraus zu schmelzen, ein Gef'hl, als w'rde sie jeden Moment in Flammen aufgehen. Wieder spritzte sie sich Wasser ins Gesicht, aber es k'hlte sie nicht ab und machte sie nicht ruhig. Sie ri'an den Kn'pfen ihres Mantels, um ihrem K'rper Luft zu geben, mehr Raum zum Atmen. Die Zeitschrift unter ihrem Arm fiel zu Boden, sie b'ckte sich hastig nach ihr und zog im Aufstehen ihren Mantel auseinander.
Sie holte tief Luft und erstarrte.
Langsam, wie eine Marionette, die von fremder Hand gef'hrt wird, senkte sie in nahtloser Bewegung den Kopf zur Brust. Was sie sah - schon gesehen, aber nicht zur Kenntnis genommen hatte, als sie in die Knie gegangen war, um die Zeitschrift aufzuheben war ein schlichtes blaues Kleid, das vorn blutdurchtr't war.
Sie schnappte erschrocken nach Luft, ein Laut wie der eines kleinen Tiers, das in eine Falle geraten ist. Der Schreckenslaut wurde zum St'hnen und steigerte sich zum Entsetzensschrei. Sie h'rte Schritte, Stimmen, sah sich umringt, 'berw'igt.
'Was ist hier los?' begann der Ladeninhaber und brach ab, ohne den Mund zu schlie'n.
'Um Gottes willen!' rief ein Junge, der neben ihm stand.
'Wahnsinn!' sagte sein Begleiter.
'Was haben Sie getan?' fragte der Mann mit dem Pferdeschwanz, w'end sein Blick durch die Kammer schweifte, zweifellos auf der Suche nach zerbrochenem Glas.
Sie sagte nichts.
'Jetzt h'ren Sie mal her, Lady', begann er von neuem, w'end er gleichzeitig seine zwei halbw'chsigen Kund
en von der T'r wegscheuchte. 'Ich wei'nicht, was hier vorgeht, und ich will's auch nicht wissen. Verschwinden Sie aus meinem Laden, ehe ich die Polizei hole.'
Sie r'hrte sich nicht.
'Haben Sie nicht geh'rt, was ich gesagt hab? Ich hol die Bullen, wenn Sie nicht auf der Stelle abhauen.'
Sie starrte den verschreckten Ladeninhaber an, der pl'tzlich den Schrubber packte und damit auf sie losging, als w' er ein Matador und sie der Stier. 'Blut', fl'sterte sie und sah ungl'ig an sich hinunter. Es war frisches Blut, sogar noch ein wenig feucht. War es ihr eigenes Blut oder das eines anderen? 'Blut', sagte sie wieder, als k'nnte die Wiederholung des Wortes alles ins Lot bringen.
'Sie haben genau zehn Sekunden, Lady, dann hol ich die Bullen. Ich will keine Scherereien. Ich will nur, da'Sie aus meinem Laden verschwinden.'
Ihr Blick ging zu ihm, und ihre Stimme war so leise, da'er sich vorbeugen mu'e, um sie zu h'ren. 'Ich wei'nicht, wohin', sagte sie und sp'rte, wie sie zu schwanken begann.
'Nichts da, kommt nicht in Frage', sagte der Mann hastig und hielt sie fest, ehe sie umfallen konnte. 'In meinem Laden werden Sie nicht ohnm'tig.'
'Bitte', stie'sie hervor und wu'e selbst nicht, ob sie um Verst'nis oder um Bewu'losigkeit bettelte.
Der junge Mann war, obwohl weder sonderlich gro'noch muskul's, 'berraschend kr'ig. Er packte sie fest um die Taille und schleppte sie zur T'r. Dort machte er pl'tzlich halt und sah sich mi'rauisch um. 'Ist das vielleicht so 'ne Show wie >Vor- sicht Kamera 'Sie m'ssen mir helfen', sagte sie.
'Und Sie m'ssen aus meinem Laden verschwinden', entgegnete er wieder beruhigt und stie'sie hinaus. Sie h'rte die T'r hinter sich zufallen und sah ihn zornig die Arme schwenken, um sie zu vertreiben.
'Mein Gott, was soll ich denn jetzt tun?' fragte sie die gesch'ige Stra'. Wieder 'bernahm der Puppenspieler das Kommando, kn'pfte ihren Mantel zu, klemmte ihr die Zeitschrift unter den Arm, lenkte ihren Blick auf die Fah
rbahn. Als ein Taxi sich n'rte, wurde der Faden, der ihren rechten Arm dirigierte, mit einem Ruck in die H'he gezogen. Das Taxi hielt am Stra'nrand vor ihr an. Ohne weitere 'erlegung zog sie die hintere Wagent'r auf und stieg ein.




"Das ist der Stoff, aus dem Alpträume gemacht werden - ein phantasiereiches, atemloses Leseerlebnis." Kirkus Reviews

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Kundenbewertungen zu Joy Fielding „Lauf, Jane, lauf“

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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll -- - von joojoo - 13.01.2009 zu Joy Fielding „Lauf, Jane, lauf“
Lauf, Jane, lauf! war nicht das erste Buch von Joy Fielding, welches den WEg in mein BÜcherregal gefunden hat, allerdings ist es mit Abstand das beste Buch, das ich bisher von dieser Frau gelesen habe(wobei ihre anderen Bücher auch nicht gerade von schlechten Eltern sind, wie man so schön sagt) Die Story dreht sich um die junge Jane, die sich eines Tages auf einer belebten Einkaufsstraße ohne jegliche Erinnerung an die eigene Identität und ihr bisheriges Leben wiederfindet. Die traumatischen Ereignisse scheinen sich zum guten zu wenden, als sie von eine, angesehenen Kinderchirurgen als seine Frau identifiziert wird. Doch schon bald verstricken sich(fast) alle beteiligten in wiedersprüchliche Aussagen und Jane, die auf die Hilfe der anderen angewiesen ist, kann sich bald nicht mehr sicher sein, wem sie ohne Gefahr ihr Vertrauen schenken kann. Alles in Allem lässt sich "Lauf, Jane, Lauf!" recht zügig und ohne, wie ich es von Joy Fielding bisher gewohnt war, langwierige "Durststrecken" lesen. Die Verwirrung und körperliche Entkräftung der Personen ist beinahe greifbar und auch die Personen wirken real. Wer vor diesem Buch noch nicht in Joy Fieldings Bann war, der wird spätestens nach diesem Buch ein weiteres lesen wollen.
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Lauf Jane! Lauf! - von Estar - 09.12.2008 zu Joy Fielding „Lauf, Jane, lauf“
In solch einer Situation, in Jane gerät kann man nur noch laufen. Psycho- Filreif und vorallem sher Bildlich geschriebener Roman. Einer der besten seit langem Mit einem besonderen Ende kann man rechnen! UNBEDINGT LESEN
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