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Der Tod des Empedokles

'Reclam Universal-Bibliothek'.
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Produktdetails
Titel: Der Tod des Empedokles
Autor/en: Friedrich Hölderlin

ISBN: 3150075009
EAN: 9783150075005
'Reclam Universal-Bibliothek'.
Herausgegeben von Friedrich Beissner
Reclam Philipp Jun.

1986 - kartoniert - 176 Seiten

Friedrich Hölderlin, 20. 3. 1770 Lauffen a. N. - 7. 6. 1843 Tübingen. H., Sohn eines Juristen und herzoglichen Beamten und einer Pfarrerstochter, verlor seinen Vater bereits 1772, und auch sein Stiefvater, seit 1776 Bürgermeister in Nürtingen, starb früh (1779). Die Familie wohnte seit 1774 in Nürtingen; seine Ausbildung - er sollte Pfarrer werden - führte H. auf die Klosterschulen in Denkendorf (1784) und Maulbronn (1786) und anschließend (1788) zum Studium der Philosophie und Theologie ins Tübinger Stift, wo er zeitweise mit Hegel und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling das Zimmer teilte und 1790 mit Christian Ludwig Neuffer und Rudolf Magenau einen Dichterbund gründete. Das am Stift herrschende intellektuelle Klima, das von Begeisterung für die Französische Revolution und vom Protest gegen die einheimischen politischen und theologischen Zustände geprägt war, trug dazu bei, dass sich H. nach dem Konsistorialexamen (1793) der geistlichen Laufbahn entzog und - letztlich mit dem Ziel, sich als Schriftsteller zu etablieren - zunächst auf Hofmeisterstellen auswich: durch Vermittlung Schillers 1793-95 in Waltershausen bei der Familie von Kalb, 1796-98 in Frankfurt a. M. bei der Bankiers- und Kaufmannsfamilie Gontard. Hier kam es wegen des engen musischen wie erotischen Verhältnisses zu Susette Gontard (Diotima), der Mutter seines Schülers, zum Bruch. H. ging ins nahe gelegene Homburg (1798-1800) und fand hier die Unterstützung der landgrä¿ichen Familie und seines Freundes Isaak v. Sinclair, des höchsten Beamten der Landgrafschaft. Ein Zeitschriftenprojekt, das ihm die Existenz als Schriftsteller ermöglichen sollte, schlug fehl. Weitere Hofmeisterstellen in der Schweiz (1801) und Bordeaux (1802) waren nur von kurzer Dauer, wahrscheinlich Folge von H.s psychischer Krankheit. Danach hielt er sich bei Stuttgarter Freunden und der Familie in Nürtingen auf, bis er von 1804 bis 1806 auf Vermittlung Sinclairs eine (Schein-)Anstellung als Bibliothekar in Homburg fand. 1806 wurde er in das Tübinger Klinikum eingeliefert und 1807 als unheilbar geisteskrank und p¿egebedürftig entlassen. Bis zu seinem Tod lebte H. bei dem Tübinger Schreinermeister Ernst Zimmer in einem turmartigen Anbau. Die in der Tübinger Studentenzeit entstandene Lyrik H.s steht im Zeichen Schillers, den er als Vater¿gur verehrte. Er folgte dem Vorbild in der Form (achtzeilige Reimstrophen) ebenso wie in der rhetorischen Struktur und der Re¿exivität der Texte; H. selbst kritisierte später die Abstraktheit und Weltlosigkeit dieser Preisgedichte. Erst mit der Loslösung von der gereimten Hymnik seit 1797 fand H. zu einer eigenen lyrischen Sprache, die sich metrisch an antiken Vorbildern orientierte. Der Weg führte von Versuchen mit verschiedenen Formen und Metren über die Oden- und Elegiendichtung zu den großen freirhythmischen Hymnen der letzten schöpferischen Jahre. H.s Oden - bevorzugt werden die alkäische und die asklepiadeische Strophe - gelten als die bedeutendsten der dt. Literatur; H. spricht von der tragischen Ode, die den Verlust der ursprünglichen Lebensverhältnisse re¿ektiert, doch hinter der Zerrissenheit der Gegenwart die Ahnung einer überzeitlichen Totalität aufscheinen lässt, so dass das Gedicht nach einem von H. Wechsel der Töne genannten Baugesetz auf einer höheren Ebene wieder zum Anfangston zurückkehrt. Charakteristisch für die großen Elegien, Gedichte in Distichen, ist eine Dynamik, die die Trauer um das verlorene Ideal zur Hoffnung auf eine neue, die Gegensätze versöhnende Zeit führt und sich in Brod und Wein zu einem weltgeschichtlichen Entwurf weitet. Die späten Hymnen, von der Forschung als vaterländische Gesänge bezeichnet, wenden sich vom Griechischen zu Themen und Problemen der eigenen Zeit und der Geschichte des eigenen Landes. Die Form der freirhythmischen Hymnen zeigt ebenso den Ein¿uss Pindars wie die Auffassung vom Dichter als Priester, als Vermittler zwischen dem Absoluten und dem Menschen. Die großen Hymnen aus den letzten Schaffensjahren, in denen auch die aus dem früheren Werk vertraute utopische Einheitsvorstellung anklingt, sind in schwer lesbaren, mehrere Überarbeitungsstufen enthaltenden Manuskripten überliefert und blieben den Zeitgenossen bis auf wenige Ausnahmen unbekannt. Ergebnisse seiner Beschäftigung seit etwa 1790 mit der griechischen Antike sind neben der Lyrik (einschließlich der Übersetzungen) der Roman Hyperion, die Sophokles-Übersetzungen und das Projekt eines eigenen, in drei fragmentarischen Fassungen erhaltenen Dramas (Empedokles), an dem er in seiner ersten Homburger Zeit arbeitete. Auch hier geht es, hervorgebracht durch den Opfertod des Helden, um eine dauerhafte allgemeine Versöhnung von Natur und Göttern. Der Briefroman Hyperion nimmt Elemente des Bildungsromans auf und verbindet die Bildungs- und Künstlerthematik mit politischen und nationalen Intentionen. Eine ideale Antike ist dabei die Folie, vor der die Aufgaben und Kon¿ikte der Gegenwart dargestellt werden, wobei sich wiederum in der Darstellung des griechischen Freiheitskampfs gegen die Türken (1770) politische Konstellationen der dt. Gegenwart spiegeln. Dass sich die Verheißung einer neuen Welt nach dem Vorbild des antiken Athen im revolutionären Kampf nicht erfüllt, führt Hyperion nicht zur Verzweiflung; der Widerspruch zwischen schöner Humanität und politisch orientiertem Handeln hebt sich im dichterischen Schaffen auf. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.


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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Der erste Satz - von Gabor - 08.06.2010 zu Friedrich Hölderlin „Der Tod des Empedokles“
Ich habe dieses Büchlein aufgeschlagen, nachdem mich der sonderbare Titel und die tragisch-schöne Gestalt des Dichters angezogen haben. So las ich den ersten Satz. Und bereits in diesem ersten Satz, ich muß es schreiben, lag eine ganze Welt beschlossen, die aus dem seltsamen Gemisch meiner Erwartungen, Erfahrungen und dem Zusammenspiel des Werktitels und aller ihm anheim gegebenen Vorstellungen gefügt war. Der Satz lautet: Dies ist sein Garten. Da habe ich durchatmen müssen und das Buch für einen Augenblick aus den Händen gelegt, denn was mit Dies , was mit sein und Garten gemeint war bzw. hätte gemeint sein können, rollte bereits ein großes grenzenloses Panorama einer wundervollen, geheimnisreichen Landschaft und einer unnahbar, rätselhaft hohen Gestalt in mir auf, die im Dichter selbst ihre Spiegelung erfahren mußte, und so vom Gedankenschattenbild Empedokles durch Hölderlin in die Ahnungen meiner innigsten Lesewünsche gegeben wurde. Da las ich weiter und weiter und weiter. Und lese - nein, lebelese - noch immer, wo ich gehe und stehe. Und nehme die Sätze für mehr, als sie uns die Literaturgeschichte glauben machen versuchen will, nehme sie als einen großen, warmen Sommertag im Regental der gedankenarmen Alltäglichkeit.
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