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Heartcore

Gedichte. 3. Auflage.
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Produktdetails
Titel: Heartcore
Autor/en: Albert Ostermaier

ISBN: 3518410598
EAN: 9783518410592
Gedichte.
3. Auflage.
Suhrkamp Verlag AG

31. Oktober 1999 - gebunden - 128 Seiten

Albert Ostermaiers Gedichte sind Polaroids der Gegenwart, sie feiern den Moment und sind dennoch on the run. Sie schlagen den Bogen zwischen dem Chaos Kalkuttas und der Wüsteneinsamkeit des Death Valley, sie intonieren den harten Rhythmus der Städte ebenso wie die Melancholie nicht enden wollender Landschaften, die Hektik der Metropolen und die nervöse Statik großer Gefühle. Jenseits von Idylle und Zynismus können plötzlich hart und Herz eines sein, kann ein Liebesgedicht mit größter Zärtlichkeit sprechen vom metall/ im mund kalt wie der diamant/ auf deiner zungenspitze/ den du an meinen zähnen/ scharf geschliffen hast. Manchmal wird das Sprechen zum Flüstern kurz vor dem Schweigen, nicht selten auch zum Schreien. Fast immer eignet diesen Texten etwas Gestisches, kein Wunder bei jemandem, der in den letzten Jahren auch als Theaterautor Furore gemacht hat. Politische Themen finden sich neben Privatestem wie selbstverständlich, wie naturnotwendig: solang der mond noch/ voll ist wie die welt & man/ bevor sie schlecht sind/ menschen schlachten/ kann solang wird ich nicht/ fertig sein mit euch & dem/ regen mein abc einpauken, heißt es etwa in der Brechthommage face fatzer. Die Texte diese Bandes werden in einer dramatisierten Fassung im November 1999 auf die Bühne des Marstalls/ Bayrisches Staatsschauspiel gelangen. Eine BR-Hörfassung, in der die lyrischen Szenen auf klassische Klänge, auf Techno, Ambient und Pop treffen, liegt dem Band auf CD bei.
Albert Ostermaier (geb. 1967) lebt und arbeitet in München. 1988 beginnt er erste Gedichte zu veröffentlichen und erhält zwei Jahre darauf mit dem Literaturstipendium der Stadt München seinen ersten Preis. Das 1993 geschriebene und 1995 im Bayerischen Staatsschauspiel München uraufgeführte Stück Zwischen zwei Feuern. Tollertopographie eröffnet Albert Ostermaiers Karriere als Theaterautor. Er wird Hausautor am Nationaltheater in Mannheim (Spielzeit 1996/1997), am Bayerischen Staatsschauspiel (Spielzeit 1999/2000) und am Wiener Burgtheater (Spielzeit 2003-2009). Seine Theaterstücke werden/wurden von vielen namhaften Regisseuren inszeniert, u.a. von Andrea Breth, Lars Ole Walburg und Martin KuSej. In 2012 gab es drei neue Theaterstücke und Uraufführungen. Ein Pfund Fleisch am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, die Dramatisierung des jüngsten Romans Schwarze Sonne scheine in Luxemburg und Call me God im Residenztheater.
Neben seinen zahlreichen Lyrik-Bänden und Theaterstücken schrieb er 2008 seinen ersten Roman Zephyr und 2011 Schwarze Sonne scheine, der auch als Hörbuch erschien und mit dem Preis der Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. Im Prestel-Verlag ist 2012 der Fotoband Venedig. Die Unsichtbare von Christopher Thomas mit Gedichten von Albert Ostermaier erschienen und zuletzt bei Suhrkamp die Erzählung Die Liebende. Im September 2013 erschien sein Roman Seine Zeit zu sterben im Suhrkamp Verlag, ein Thriller, der in der Glitzerwelt Kitzbühels spielt.
Albert Ostermaier wurde mit namhaften Preisen und Auszeichnungen geehrt, u.a. dem Kleist-Preis, dem Bertolt-Brecht-Preis und in 2011 mit dem Welt-Literaturpreis für sein literarisches Gesamtwerk. Er ist zudem Torwart der deutschen Autorennationalmannschaft und Kurator bei der DFB-Kulturstiftung. Albert Ostermaier war >writer in residence< in New York und übernahm in den letzten Jahren Gastdozenturen an diversen deutschen Universitäten. Als Künstlerischer Leiter verschiedener Festivals hat Albert Ostermaier großes Ansehen erlangt.
Herzattacken Die drei Minuten Roadmovie, die das Video zu Radioheads Karma Police mithilfe eines Dodge, eines verlorenen Highways und zwei schlecht gekleideten Typen im Benzinbrand aufgehen lässt, als Buch zum Film herauszubringen, ist eine Sache; die CD zum Buch zum Film auch eine. "Arrest this man, he buzzes like a fridge, he's like a detuned radio", jammert Thom Yorke in die Nacht über Utah, und man meint, er kennte seinen Nachdichter ins Deutsche. Denn der, Albert Ostermaier, Jungpoet, hat sich für seinen neuen Band Heartcore nicht nur den Gedichttitel polaroid paranoid beim anämischen Engländer geborgt. Gesampelt, wie man im dritten Jahrtausend poetisch korrekt sagt, scheinen auch Wüste, Depression und B-52-Bomber - und was sonst noch schwächelnden Britpoppern aufs Gemüt schlagen mag. Tatsächlich erinnern Ostermaiers Gedichte mitunter an die Modulationen eines permanent fiependen Altautoradios, das es aber mit seinen fast fünfzig Jahren zumindest noch fertig bringt, die Fehlzündungen einer Generation Golf zu übertönen. Um sich deren Tristesse nicht antun zu müssen, hört man sich auch Tristes gerne nochmal an. Auf ein Neues also: Die Sonne brennt, die mexikanische Grenze ist wieder Hunderte von Meilen entfernt und der Fahrer bereits am Beatnicken. Vielleicht sind es, wie für Ginsberg, noch für Ostermaier die besten Köpfe seiner Generation, die dieses Blut-und-Boliden-Szenario unermüdlich variieren, obwohl der öffentlich-rechtliche Spätfilm der 70er Jahre dies weiß Gott erschöpfend getan hat. Seiner Sympathie können sie sich jedenfalls sicher sein, diese, wie er sie überschreibt, Maniacs-in-motion: die Trucker, Tramper und Trinker ebenso wie die "Interimsliebenden" (Blixa Bargeld) einer totalmobilisierten Gesellschaft. Ihnen allen lässt er denn auch ein bisschen zuviel Sonne zukommen, so dass ihr "diesel unter den achseln" bald zur Belästigung wird. Doch selbst wer schnell oder immer schon genug hat von Motels, Tankstellen und Shops, "deren besitzer vor / langeweile / permanent im kreis gehen", von "die ganze nacht durchfahren", an "bunten blechfelsen / aus zusammengepressten / chevrolets" vorbei ins "meer der rücklichter" - selbst derjenige wird sich den Tönen des Radios nicht entziehen können. Denn Ostermaiers Sprache saugt, im Sinne des Wortes. Einmal beschleunigt auf das Tempo der Enjambements, hält man erst am Ende der Strecke, d.h. nach immerhin fast 70 Gedichten, wieder an. Wo sich dieser unwiderstehliche Duktus mit weniger ausgedörrten Sujets verbindet, entsteht eine Lyrik, die exakter nicht beschrieben werden könnte als mit des Autors eigener Überschrift Herztöne. Nahezu allen Gedichten dieser Rubrik gelingt es, dem ambivalenten Programm, das sich in ihrem Titel ankündigt, zu entsprechen. Ostermaier vermag es, Höchstemotionales in einer präzisen, sentimentfreien Form zu transportieren, ohne dabei dem Puls des Lesers seine Ruhe zu lassen. Was man hört in diesen Gedichten, ist schließlich der eigene Herzschlag. Vor solchem Hintergrund sind die sporadischen Versuche, das Tempo auf eine vivataugliche bpm-Zahl zu erhöhen, besonders zu bedauern. Unter dem Druck der fetten Verkaufszahlen deutscher Rapper und Slammer, so scheint es, geht auch Ostermaier hin und wieder in die Knie - und vergisst darüber dummerweise das Schreiben nicht. So wird der arglos begeisterte Leser in der Folge von Höhepunkten wie etwa "blonde nächte in kiew" mit Sequenzen konfrontiert, die selbst den theoriegläubigsten Rezipienten von jeglicher postmodernen Ironieverpflichtung entbinden: "aber sie höhnen alter come on", heißt es in fausts trip to the hip, "unbeherrschte megalaute kids / für die bin ich nur ein metawitz / sie schenken mir viagrapillen / als könnt das meine lust stillen / als sei er mir nicht mehr zu willen / mein hochstrebender edler trieb". Kennte man nicht die Regelmäßigkeit der Herztöne, man wollte eine weitere Metrikfibel verschicken. Die Marktorientierung hat allerdings auch ihre gute Seite. Denn in dem beiliegenden, knapp einstündigen Soundtrack wird eine repräsentative Auswahl der Gedichte in einen konsumgerechten Standard übersetzt, der gleichzeitig weit über die Zielgruppe hinausschießt, für die er eigentlich konzipiert scheint. Nichts vom Gehippe und Gehoppe kreativer Textarbeit, kein frankfurtberlinhamburger DJ, der die Lyrik mit dem unterlegt, was eben angesagt ist. Wie es sich für einen Theaterautor wie Ostermaier gehört, sind die Texte vielmehr variationsreich inszeniert, mätzchenfrei vorgetragen und von Grooves begleitet, die dem Wort zwar immer den Vortritt lassen, ihm aber trotzdem zu einem musikalisch wie mnemotechnisch prägenden Gesamteindruck verhelfen. Die Produktion ist somit alles andere als nur CD zum Buch (zum Film). Thom Yorke jedenfalls würde noch blasser werden: Allein das Booklet zu Heartcore ist gewichtiger als alles, was Radiohead je veröffentlicht haben.

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