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Zur Kritik der zynischen Vernunft

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Produktdetails
Titel: Zur Kritik der zynischen Vernunft
Autor/en: Peter Sloterdijk

ISBN: 3518110993
EAN: 9783518110997
'edition suhrkamp'.
Neuauflage.
Zahlreiche Abbildungen.
Suhrkamp Verlag AG

18. Januar 2001 - kartoniert - 959 Seiten

200 Jahre nach dem Erscheinen von Kants Kritik der reinen Vernunft sieht sich jede Kritik, die Aufklärung in der Gegenwart einlösen will, mit einer neuen Form des falschen Bewußtseins konfrontiert. Dieses falsche Bewußtsein beruht weder auf Lüge noch auf Irrtum, es ist auch nicht durch die auf eine »Kritik der politischen Ökonomie« gestützte Ideologiekritik aufzulösen. »Zynismus ist das aufgeklärte falsche Bewußtsein. Es ist das modernisierte unglückliche Bewußtsein, an dem Aufklärung zugleich erfolgreich und vergeblich gearbeitet hat. Es hat seine Aufklärung gelernt, aber nicht vollzogen und wohl nicht vollziehen können. Gutsituiert und miserabel zugleich fühlt sich dieses Bewußtsein von keiner Ideologiekritik mehr betroffen, da seine Falschheit bereits reflexiv gefedert ist.« Den Gehalt dieses selbst zynischen Satzes sucht der vorliegende Essay zu entwickeln, in einer Form, die sich der Verfahrensweisen des antiken Kynismus bedient: des Lachens, der Beschimpfung, der Angriffe. Aufgezeigt wird - in einem einleitenden Abschnitt - wie die verschiedenen Strategien aufklärerischer Kritik von den jeweiligen Gegenmächten umgebogen wurden und schließlich in unserem Jahrhundert in den modernen Zynismus münden. »Der zynische Herr lüpft die Maske ein wenig, zumal man ohnedies versucht, sie ihm herunterzureißen, lächelt seinen schwächeren Gegenspieler an - und unterdrückt ihn doch. Sachzwang, Machtzwang! Wissen ist Macht, auch so. Die Vormacht lüftet in ihren Zynismen ein wenig ihre Geheimnisse, treibt sozusagen ein bißchen Selbstaufklärung und >plaudert aus der Schule<.« Die verschiedenen Ausprägungen dieses Zynismus läßt Sloterdijk in einem zweiten Abschnitt Revue passieren. Im letzten Teil seiner Untersuchung analysiert der Autor eine Epoche, in der der moderne Zynismus das politische und kulturelle Bewußtsein zum ersten Mal deutlich prägte: die Weimarer Republik, deren erstes Erbe der Faschismus und dessen zweiter Sproß unsere Zeit ist.
Band 1Vorwort 7 Erster Teil. Sichtungen - Fünf Vorüberlegungen1. Zynismus - Dämmerung des falschen Bewußtseins 332. Aufklärung als Gespräch - Ideologiekritik als Fortsetzung des gescheiterten Gesprächs mit anderen Mitteln 443. Die acht Entlarvungen - Revue der Kritik 644. Nach den Entlarvungen: Zynisches Zwielicht. Skizzen zum Selbstwiderruf des Aufklärungsethos 1595. »Auf der Suche nach der verlorenen Frechheit« 203
Zweiter Teil. Zynismus im WeltprozeßI. Physiognomisches Hauptstück 265A. Zur Psychosomatik des Zeitgeistes 267B. Kabinett der Zyniker 294
Band 2II. Phänomenologisches Hauptstück 397A. Die Kardinalzynismen 3991. Der Militärzynismus 4032. Der Staats- und Vormachtszynismus 4223. Der Sexualzynismus 4614. Der Medizinzynismus 4895. Der Religionszynismus 5066. Der Wissenszynismus 526B. Die Sekundärzynismen 5491. Minima Amoralia - Geständnis, Witz, Verbrechen 5492. Schule der Beliebigkeit - Informationszynismus, Presse 5593. Tauschzynismus - oder die Härte des Lebens 576III. Logisches Hauptstück 599A. Schwarze Empirie - Aufklärung als Organisation von polemischem Wissen 601B. Transzendentale Polemik. Heraklitische Meditationen 652IV. Historisches Hauptstück 697 Das Weimarer Symptom. Bewußtseinsmodelle der deutschen Moderne 6991. Weimarer Kristallisation 7042. Dadaistische Chaotologie 7113. Die Republik-als-ob 7414. Die Front und das Nichts 7485. Tote ohne Testament 7556. Verschwörer und Simulanten 7637. Depersonalisierung und Entfremdung 7778. Prothesen - vom Geist der Technik 7919. Politische Algodizee 81510. Um einen Napoleon von innen bittend 82911. »Helle Stunde« 84012. Von deutscher Hochstapler-Republik 84913. Hoppla - leben wir? 87614. Postkoitale Dämmerung 90115. Weimarer Doppelbeschlüsse oder die Sachlichkeit zum Tode 909Epilog 921Schluß 928Inhaltsübersicht


Peter Sloterdijk wurde am 26. Juni 1947 als Sohn einer Deutschen und eines Niederländers geboren. Von 1968 bis 1974 studierte er in München und an der Universität Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik. 1971 erstellte Sloterdijk seine Magisterarbeit mit dem Titel Strukturalismus als poetische Hermeneutik. In den Jahren 1972/73 folgten ein Essay über Michel Foucaults strukturale Theorie der Geschichte sowie eine Studie mit dem Titel Die Ökonomie der Sprachspiele. Zur Kritik der linguistischen Gegenstandskonstitution. Im Jahre 1976 wurde Peter Sloterdijk von Professor Klaus Briegleb zum Thema Literatur und Organisation von Lebenserfahrung. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte der Autobiographie der Weimarer Republik 1918-1933 promoviert. Zwischen 1978 und 1980 hielt sich Sloterdijk im Ashram von Bhagwan Shree Rajneesh (später Osho) im indischen Pune auf. Seit den 1980er Jahren arbeitet Sloterdijk als freier Schriftsteller. Das 1983 im Suhrkamp Verlag publizierte Buch Kritik der zynischen Vernunft zählt zu den meistverkauften philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts. 1987 legte er seinen ersten Roman Der Zauberbaum vor. Seit 2001 ist Sloterdijk in Nachfolge von Heinrich Klotz Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe sowie dort Professor für Philosophie und Ästhetik.

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