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In statu confessionis III

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Produktdetails
Titel: In statu confessionis III
Autor/en: Hermann Sasse, Werner Klän, Roland Ziegler

EAN: 9783767571440
Format:  PDF

Dateigröße in MByte: 2.
Edition Ruprecht

September 2016 - pdf eBook - 309 Seiten

Die Beiträge dieses Bandes sind zwischen 1929 und 1944 entstanden und werden hier zum Teil erstmals veröffentlicht. In ihnen behandelt Hermann Sasse (1895-1976) Fragen nach konfessioneller Identität und Ökumene, dem Aufbau der Kirche und dem Verhältnis zwischen Kirche, Gesellschaft und Staat. Der 1933 zum außerordentlichen Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte und Konfessionskunde an die Universität Erlangen berufene Sasse emigrierte 1949 nach Australien und wurde Professor am heutigen Australian Lutheran College. Durch seine Schriften behielt er Einfluss auf die lutherischen Kirchen Deutschlands und das nordamerikanische Luthertum.
Auszug:

Die Aufgabe der Lutherischen Kirche im heutigen Deutschland (1936)
Zur Frage der evangelischen Kirchenverfassungen (1932)
Konfessionelle Unbußfertigkeit? Ein Wort zum Verständnis des lutherischen Konfessionalismus (1935)
Bekenntnis und Bekennen. Lehren aus fünf Jahren Kirchenkampf (1937)
Unsere Aussprache mit Freund und Widersacher (1937)
Kirche oder Kirchenbund. Grundsätzliche Bemerkungen zur Frage der Kircheneinigung (1937)
Die Barmer Erklärung - ein ökumenisches Bekenntnis? (1937)
Una Sancta - Gedanken zu den kirchlichen Weltkonferenzen von 1937 (1936/1937)
Theologisches Gutachten zur Frage der Hochkirche
Metthew Harrison und Hans-Jörg Voigt
Dr. Werner Klän ist Professor für Systematische Theologie an der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel.Roland Ziegler ist Juniorprofessor für Systematische Theologie am Concordia Theological Seminary in Fort Wayne, USA.Der Pfarrer Dr. Hermann Sasse, geboren 1895 in Thüringen, beschäftigte sich vor allem mit Fragen nach konfessioneller Identität und Ökumene, dem Aufbau der Kirche und dem Verhältnis zwischen Kirche, Gesellschaft und Staat. Seit 1932 hat er im "Jacobi-Kreis" mitgearbeitet, aus dem sich die Bekennende Kirche entwickelte. 1933 wurde er zum außerordentlichen Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte und Konfessionskunde an die Universität Erlangen berufen, 1948 begann er mit der Herausgabe der »Briefe an lutherische Pastoren«. Über diese und andere Herausgaben behielt er auch nach seiner Berufung an das Immanuel Theol. Seminary der Vereinigten Lutherischen Kirche in North Adelaide/ Australien Einfluss auf die lutherischen Kirchen Deutschlands. Sasse starb 1976 in North Adelaide.
IV. Gutachten und Stellungnahmen (S. 231-232)

Theologisches Gutachten zur Frage der Hochkirche (ein Exkurs)

Die Denkschrift von Pfarrer Rehbach473 nimmt in ihren Eingangsworten Bezug auf das 25-jährige Bestehen der „Hochkirchlichen Vereinigung“474 (im Folgenden abgekürzt HV). Sie gehört wie das Rundschreiben Friedrich Heilers475 an die Mitglieder der HV zu den Dokumenten dieses Jubiläums, das bei dem gegenwärtigen Mangel an Publikationsmöglichkeiten keinen literarischen Niederschlag finden konnte.

Da die grundlegenden Gedanken und Forderungen der Denkschrift zum Teil auch von Kreisen außerhalb der hochkirchlichen Bewegung vertreten werden (Berneuchener 476, konfessionelle Lutheraner, liturgisch interessierte Kreise der „Bekennenden Kirche“), worauf auch Pfr. Rehbach selbst hinweist, empfiehlt es sich, diese Fragen unabhängig von der auf Seite 2 der Denkschrift aufgeworfenen ganz anderen Frage zu erörtern, ob und wie weit die HV als solche von einer evangelisch-lutherischen Kirche als eine mit ihrem Bekenntnis in Einklang stehende Organisation anerkannt werden kann.

Das Ja oder Nein, das zu den einzelnen Gedanken und Forderungen der Hochkirche gesprochen werden muss, fällt keineswegs zusammen mit dem Ja oder Nein, das unsere Kirche zu der HV aufgrund von deren 25-jähriger Geschichte und aufgrund ihrer Kundgebungen und Taten sprechen muss. Da Pfarrer Rehbach (S. 2 und 9 Schluss) von der Kirchenregierung erwartet, dass eine Anerkennung der von ihm vorgetragenen Gedanken sofort automatisch nicht nur zu einer Anerkennung der HV führe, sondern sogar zu einer Unterstützung der hochkirchlichen Bewegung „mit allen Mitteln“, wird es angebracht sein, zunächst die Vorfrage zu stellen, welche Stellung unsere Kirche zu der HV einnehmen muss. Erst dann
soll Recht und Unrecht der von Pfr. Rehbach geäußerten Gedanken und Fragen erörtert werden.

1.


Die Wurzeln der HV liegen in der tiefen seelischen Erschütterung, die in den Jahren 1917 und 1918 durch die deutsche und darüber hinaus durch die ganze Christenheit des Ostens und Westens ging. Die hochkirchliche Bewegung ist eine unter den vielen Strömungen, in denen die Unzufriedenheit mit den kirchlichen Zuständen und die Sehnsucht nach einer echten Erneuerung der Kirche damals ihren Ausdruck fanden. Das erste hochkirchliche Flugblatt erschien im Juni 1918. Seine Verfasser waren Pastor Hansen477 in Kropp (Schleswig), der schon zum Reformationsjubiläum 95 Thesen veröffentlicht hatte, in denen die evangelischen Kirchen vom hochkirchlichen Standpunkt aus scharf kritisiert wurden, und Pfarrer Mosel478 aus der Uckermark, der dann den Vorsitz der HV übernahm.

Diese selbst wurde am 9. Oktober 1918 auf einer konstituierenden Mitgliederversammlung zu Berlin begründet, an der außer den Genannten noch je ein Pfarrer aus Pommern, Schlesien, Provinz Sachsen und Westfalen teilnahmen.479 Ein Vorstand wurde gewählt, dem außer vier Pfarrern aus der altpreußischen Union noch ein Berliner Lehrer und ein pommerscher Adliger, ein Schwiegersohn Hindenburgs, angehörten. Die damals angenommenen Grundsätze, die jahrelang das Programm blieben480, proklamierten die Kirche als die von Christus und den Aposteln gestiftete Heilsanstalt und forderten von der evangelischen Christenheit das Bewusstsein, zu dieser sichtbaren Gesamtkirche zu gehören.

Sie verlangten die volle Selbstständigkeit der Kirche und die bischöfliche Verfassung. Ein maßvolles Zurücktreten der Predigt, stärkere Betonung der Sakramente und ihres objektiven Charakters, reichere Ausgestaltung der Gottesdienste, Reform der Beicht- und Abendmahlspraxis mit
fakultativer Privatbeichte, Pflege frommer Übung auch bei den Laien bis hin zur Schaffung eines Breviers für evangelische Christen und zur Ermöglichung evangelischklösterlichen Lebens: das waren die praktischen Ziele, die in diesen „Grundsätzen“

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