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Die Dämonenschatz-Saga. Die Abenteuer von Bandath, dem Zwergling

Bandath-Trilogie 02.
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Produktdetails
Titel: Die Dämonenschatz-Saga. Die Abenteuer von Bandath, dem Zwergling
Autor/en: Carsten Zehm

ISBN: 3862820459
EAN: 9783862820450
Bandath-Trilogie 02.
Acabus Verlag

April 2012 - kartoniert - 402 Seiten

Der Dämonenschatz - Objekt der Begierde für Abenteurer und Glücksritter gleichermaßen, schlummert seit mehr als 6.000 Jahren in der Todeswüste und wartet darauf, gefunden zu werden.
Nachdem sich der Zwergling Bandath von den Strapazen seines Diamantschwert-Abenteuers erholt hat, will er das Versprechen einlösen, das er seiner Gefährtin Barella vor einem Jahr gegeben hat. Gemeinsam mit Niesputz, dem vorwitzigen Ährchen-Knörgi, und dem Troll Rulgo machen sie sich auf, um den Dämonenschatz zu heben. Neue Bekanntschaften schließen sich der Gruppe an.
Doch auch ihre Widersacher bringen sich in Stellung: So heften sich die beiden Kopfgeldjäger wieder an Bandaths Fersen und sinnen auf Rache. Und selbst der Innere Ring von Go-Ran-Goh, der Magierfeste, hält sich bei seinen dunklen Machenschaften bedeckt und bedrängt den Zwergling, seine Reise abzubrechen. Währenddessen erwacht in der Todeswüste ein Dämon aus seinem Jahrtausende währenden Schlaf ...
Bandath findet sich in einem Strudel von Ereignissen wieder, der ihm sein ganzes Können abverlangt. Wird es ihm mit der Unterstützung seiner Freunde gelingen, den übermächtigen Dämon zu bezwingen, der den Süden des Landes mit Tod und Schrecken überzieht? Welche Absichten verfolgen die Magier von Go-Ran-Goh? Und welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Dämonenschatz? Viele Rätsel warten darauf, gelüftet zu werden.
"Eins und eins ist zwei! Nur bei den Elfen ist eins und eins manchmal so groß wie ein bisschen drei." (Niesputz)
Carsten Zehm, geboren 1962 in Erfurt, aufgewachsen dort und in Bad Langensalza, studierte Lehramt in Halle und arbeitet als Berufsschullehrer in Oranienburg. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Er schreibt schon seit seiner Jugend. Der Schwerpunkt seines Schreibens galt immer wieder der Fantasy, auch wenn ihn Ausflüge in den Bereich der Märchen, des Krimis und der Horrorgeschichten führten.
Seit 2004 erfolgte die Veröffentlichung vieler Kurzgeschichten in Anthologien und der Tagespresse. 2009 erschien sein erstes Kinderbuch, die "Zauber-blumenwiesen". "Die Chroniken der Reisenden. Staub-Kristall" (2010) ist der erste Roman des Autors. Mit der "Diamantschwert-Saga" (2011) beginnt die Trilogie um den Magier Bandath. Teil 2. "Die Dämonenschatz-Saga" erscheint im April 2012, der dritte Teil, "Die Drachenfriedhof-Saga" ist für 2013 geplant (www.bandath.blog.de).
Aus dem Kapitel: Das Duell im Gasthaus Zum Rülpsenden Drummel-Drachen

"Herr Magier, du wirst doch wohl nicht wirklich so kurz vor dem Winter noch einen längeren Ausflug unternehmen wollen?"
Wie gelang es Waltrude nur, die Worte 'Herr Magier' stets so auszu-sprechen, als glaube sie nicht an seine magische Begabungen?, fragte sich Bandath zum wiederholten Male. Die alte Zwergin stand mitten in seinem Arbeitszimmer. Auf ihrer großen Schürze schimmerten feuchte Flecken vom Abwasch. Beide Hände hatte sie in die Hüften gestemmt, rechts hielt sie einen hölzernen Kochlöffel, als wolle sie einem Lausbu-ben damit das Hinterteil versohlen. Und immer, wenn Waltrude in die-sem Ton mit ihm sprach, kam er sich vor wie ein solcher Lausbub kurz vor einer berechtigten Tracht Prügel - auch wenn er schon weit über hundert Jahre alt und damit im besten Alter war. Die Zwergin, seine Haushälterin und gleichzeitig ein wichtiges Mitglied des vierköpfigen Rates von Neu-Drachenfurt, starrte ihn wütend an.
"Oh!" Niesputz erhob sich sirrend in die Luft. "Da fällt mir ein, ich habe noch eine wichtige Verabredung mit einigen Gräsern, draußen im Wald. Da ihr eure schwerwiegenden Probleme sicherlich allein lösen könnt, gehe ich dann mal. Ihr wisst ja, wenn's am Schönsten ist -"
Niesputz war ein Ährchen-Knörgi, ein Angehöriger eines kleinen Volkes weit im Süden - das behauptete er jedenfalls von sich. Der Ma-gier jedoch hatte im letzten Jahr feststellen müssen, das bedeutend mehr in seinem kleinen, grünen Freund steckte, als dieser zugab. Smaragdfar-bene Funken versprühend surrte das Ährchen-Knörgi aus dem offenen Fenster in die Dämmerung davon.
"Sieh deinem kleinen Kameraden nicht so traurig hinterher, Herr Ma-gier, ich rede mit dir", herrschte die Zwergin ihn an. Seit Jahren bat er sie, ihn mit seinem Namen anzureden, vergebens. Sie hatte zwar bei sei-ner Geburt geholfen und ihm nach dem frühen Tod seiner Mutter erzo-gen, aber seit er von seiner Magierausbildung aus Go-Ra
n-Goh zurück-gekehrt war, redete sie ihn nur noch mit Herr Magier an.
"Ich habe mir im letzten Jahr genug Sorgen um dich gemacht. Da musst du nicht schon wieder losziehen, vor allem, da du nun endlich eine junge und hübsche Frau in deinem Haus hast."
"Aber von Barella stammt doch die Idee, nach Cora-Lega zu gehen! Sie hatte den Wunsch und ich habe es ihr im letzten Jahr versprochen", wagte Bandath einen Einwurf.
Natürlich überhörte Waltrude diesen Zwischenruf. Wenn sie Bandath die Leviten lesen wollte, dann tat sie das auch und zwar gründlich. Ir-gendwelche Gegenargumente zählten da nicht und brauchten also auch nicht beachtet werden. Kleinliche Hinweise auf Schuld oder Unschuld tat sie mit einer Handbewegung ab, gerade so, als wolle sie eine lästige Stechfliege verscheuchen. Ihr war das Abendessen nicht gelungen (schließlich hatte Bandath ihr mitgeteilt, dass Barella, Niesputz und er in zwei Tagen aufbrechen würden) und soeben hatte sie eines der guten Gläser zerbrochen, die sie erst beim letzten Vollmond von diesem aal-glatten Händler aus dem Westen erstanden hatte. Übrigens ein ausge-kochtes Schlitzohr und ein Betrüger obendrein, wenn man sie fragte. Aber sie wurde ja nicht gefragt, niemals fragte auch nur irgendeiner nach ihrer Meinung. Es hieß ja hier in diesem Haus einfach: "Waltrude, wir ziehen los", und sie konnte sehen, wie sie zurande kam, so kurz vor dem Winter. Sie wurde ja nie gefragt, ihr teilte man einfach mit.
Dass sie als eines der angesehensten Mitglieder des Rates von Neu-Drachenfurt galt, interessierte sie im Moment nicht. Die einzige Person, auf die sie sich augenblicklich konzentrierte, saß vor ihr im Lehnsessel des Arbeitszimmers, machte einen außergewöhnlich unglücklichen Ein-druck und schaute sehnsüchtig aus dem offenen Fenster dem grünen Leuchten seines Freundes hinterher. Dieses aber verlor sich bald zwi-schen den dunklen Schatten des Waldes. Der einzige Ausgang des Rau-mes, die Tür zum Flur, war durch Waltrudes füllige Ges
talt versperrt, als wäre die Zwergin mit voller Absicht dort stehen geblieben. Kurz nur überlegte der Magier, ob er Niesputz durch das Fenster folgen sollte. Sein geheiltes Knie würde es erlauben. Nur ein leichter Schmerz und ein kaum wahrnehmbares Hinken wiesen auf die schwere Verletzung hin, deren Ausheilung über ein Jahr benötigt hatte. Aber wie würde das aus-sehen? Er, Bandath, der berühmte Magier, floh vor seiner Haushälterin durch das offene Fenster seines Arbeitszimmers. Garantiert würde genau in diesem Moment irgendjemand draußen vorbeigehen. Mindestens ein halbes Jahr würde er sich daraufhin nicht im Rülpsenden Drummel-Drachen sehen lassen können.
Resigniert drehte er sich wieder Waltrude zu. "Also gut, sag was du zu sagen hast und dann lass mich nachdenken." Er wusste im selben Mo-ment, dass er mit diesem Satz einen Fehler gemacht hatte. Zu oft kamen ihm solch unachtsame Worte über die Lippen, ohne dass er die Folgen bedachte.
"Ach? Stellen wir uns das so einfach vor? Mag die alte Waltrude ruhig ein wenig meckern und jammern, Hauptsache sie wird schnell fertig und ich, der berühmte und bedeutende Magier, habe dann wieder meine Ruhe und kann mich meinen schwerwiegenden Gedanken widmen, ja? Haben wir uns das so gedacht, Herr Magier?"
Es war wirklich ein Fehler gewesen. Bandath seufzte und schloss re-signiert die Augen. Das hier würde auf keinen Fall schnell vorbeigehen, wenn nicht ein Wunder geschah.
"Nein, Waltrude, habe ich nicht. Entschuldige bitte." Er wünschte, er wäre mit Barella und Korbinian ins Wirtshaus gegangen, auch wenn er im Normalfall keinen Wert auf die Gegenwart des Elfen legte.
"Was soll ich entschuldigen? Dass du mich abwimmeln willst wie ei-nen lästigen Vertreter für Giftstaub gegen Wollspinnen? Oder dass du deine junge Frau nimmst und sie kurz vor dem Winter aus ihrem warmen Haus reißt?"
Es war schlimmer, als er gedacht hatte. Egal was er sagen würde, es war verkehrt. Das Problem war nur, dass er reagieren musste,
sonst wür-de er Waltrude noch mehr erzürnen. "Wir wollen in den Süden, Waltru-de, weit in den Süden, dort liegt kein Schnee."
"Papperlapapp! Kein Schnee im Winter? Hast du das aus deinen schlauen Büchern?"
Jedes Wort schien zwecklos. Er hätte genauso gut darauf bestehen können, dass dies hier nicht Barellas, sondern zumindest ihr gemeinsa-mes Haus war (so hoffte er jedenfalls) und dass es nicht seine, sondern Barellas Idee gewesen war, den Dämonenschatz von Cora-Lega zu fin-den. All diese Bemerkungen wären völlig ungehört verhallt. Wenn Waltrude in dieser Stimmung war, half kein noch so durchdachtes Ar-gument. Hätte er darauf bestanden, dass Barella nicht seine Frau war, so hieße das nur, Öl in ein weiteres von Waltrudes Feuern zu gießen. Seit dem Frühjahr lag sie vornehmlich ihm (eigentlich nur ihm) in den Ohren. Es würde ja auch zu gut passen: Er, der Zwergling, dessen von Zwergen abstammender Vater damals eine junge Halbling-Frau geheiratet hatte, heiratet eine Zwelfe.
Was hatte sie vor nicht einmal ein paar Tagen gefragt? Ob er denn nun endlich mal an Heirat gedacht hätte?
"Heirat?", hatte er geantwortet. "Barella soll mich heiraten? Aber es ist doch alles gut so, wie es ist. Warum denn alles durch eine Heirat noch komplizierter gestalten?"
Man hatte Waltrudes Stimme daraufhin wahrscheinlich weit außerhalb des Hauses gehört. Das solle er nur nicht Barella hören lassen! Eine Frau wolle geheiratet werden und der Mann habe den ersten Schritt zu ma-chen! So sehe das aus. Alle aus dem Dorf würden damit rechnen.
Das stimmte allerdings. Hier in Neu-Drachenfurt hatte er etwas ge-funden, was er als "Mischling", wie er während seiner Lehrzeit in Go-Ran-Goh von einigen seiner Mitschüler abfällig genannt worden war, nirgends sonst gefunden hatte. Und Barella hatte es ihm bestätigt. Sie wurden beide akzeptiert und als ganz normale Bewohner der Siedlung betrachtet. Diese Art von Akzeptanz und Toleranz suchte er in anderen Siedlungen und Städten rund
um die Drummel-Drachen-Berge vergeb-lich. Wahrscheinlich weil einerseits Bandath seit hundert Jahren hier leb-te, andererseits hatten die Menschen, Halblinge und Zwerge gemeinsam die Probleme des Vulkanausbruchs gemeistert. In dieser Hinsicht bildete die Siedlung eine löbliche Ausnahme. Selbst Trolle und Elfen, die seit einem Jahr in einem bedeutend stabileren Frieden lebten, hatten ihre Probleme mit anderen Rassen. Eigentlich bildete niemand eine Ausnah-me. Die Menschen biederten sich bei den Elfen an, Gnome verachteten alle anderen, Zwerge lebten am liebsten für sich, Halblinge wollten ihre Ruhe, Trolle dachten, sie seien die Stärksten - Wen man auch ansah, keiner, wirklich nicht einer sah vorurteilsfrei auf andere Rassen. Vor al-lem die Elfen nicht. Und von allen Elfen, die er kannte, war Korbinian, Barellas Halbbruder, einer der Schlimmsten.
Wie auf dieses geheime Stichwort hin polterte es plötzlich an der Ein-gangstür und unterbrach Waltrudes Rede, die unbeachtet an ihm vor-übergezogen war.
"Na toll", knurrte die Zwergin. "Jetzt kommt wohl der andere Tauge-nichts." Dass sie Bandath mit diesen Worten auf eine Stufe mit Korbini-an stellte, war wirklich hart für den Magier. Sie drehte sich um und sah die Zwelfe in der Tür.
"Barella, Liebes, was ist passiert?"
"Ein Wettkampf! Mit Rulgo!"
"Ein Trinkwettkampf? Am helllichten Tag?" Obwohl Bandath Waltrude nur von hinten sah, konnte er an ihrer Körperhaltung förmlich sehen, wie sie die Augen verdrehte. "Typisch Männer. Schon vor Son-nenuntergang saufen, dass sie nicht mehr stehen können. Ich war ja von Anfang an gegen dieses Wirtshaus. Aber wer hört schon auf mich?"
Auch hier war völlig egal, dass Rulgo als Taglicht-Troll grundsätzlich alles vor Sonnenuntergang machen musste. Aber wie gesagt (jetzt ver-drehte Bandath die Augen), wenn Waltrude in dieser Stimmung war -
"Leg ihn ins Bett, Kind. Ich hole ihm einen Eimer mit Wasser. Und wenn er den nicht trifft, dann sollen diesem Nichtsnutz a
ll unsere und seine Vorfahren gnädig sein."
Wieso eigentlich konnte Barella in Waltrudes Augen keinen Fehler machen? Sie hieß immer nur 'Kind' oder 'Liebes' bei ihr. Bandath hin-gegen bekam den ganzen Ärger ab.
Erneut seufzte Bandath, dieses Mal schicksalsergeben: Der Abend war noch lange nicht zu Ende - und Waltrude hatte noch so viel zu sagen -


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