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Geschichte des Gil Blas von Santillana

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Produktdetails
Titel: Geschichte des Gil Blas von Santillana
Autor/en: Alain R. Lesage

EAN: 9783954181001
Format:  EPUB ohne DRM
Ein Schelmenroman.
Null Papier Verlag

August 2014 - epub eBook - 589 Seiten

In Anlehnung an spanische Schelmenromane wird das abenteuerliche Leben des jungen Gil Blas geschildert. Lesage gelingt die Darstellung der gesellschaftlichen Wirklichkeit: der feudalistische Absolutismus mit seinen ungeheuren Klassenunterschieden, den durch Korruption vergifteten Staats- und Verwaltungsapparat und das terroristische Polizeiwesen. Das Dickicht von Bestechungsgeldern und Pensionen. Privilegien-Kauf, Polizeispionage, die sittliche Verwahrlosung von Adel und Klerus. 1. Auflage (Überarbeitete Fassung) Umfang: 589 Buchseiten bzw. 556 Normseiten Null Papier Verlag

Zweites Kapitel


Was für Ängste Gil Blas auf seinem Ritt nach Pegnaflor ausstand, was er bei seiner Ankunft in dieser Stadt tat und mit wem er zu Nacht aß


So hatte ich also Oviedo hinter mir und ritt durchs offene Land auf der Straße nach Pegnaflor dahin. Ich war Herr meiner Handlungen, eines schlechten Maultiers und vierzig guter Dukaten, die paar Reale, die ich meinem hochverehrten Onkel gestohlen hatte, nicht zu zählen. Das erste, was ich tat, war, daß ich mein Maultier gehen ließ, wie es ihm behagte, das heißt im Schritt. Ich legte ihm den Zügel auf den Hals, zog meine Dukaten aus der Tasche und begann, sie immer von neuem in meinen Hut hinein zu zählen. Ich hatte noch niemals so viel Geld gesehen; ich wurde nicht müde, es zu betrachten und in die Hand zu nehmen. Ich zählte es vielleicht zum zwanzigsten Mal, als mein Maultier plötzlich Kopf und Ohren hob und mitten auf der Straße stehen blieb. Ich schloß daraus, daß es vor irgend etwas scheute; ich schaute aus, was das sein mochte, und erblickte vor ihm auf der Straße einen umgestülpten Hut, in dem ein Rosenkranz lag; zugleich hörte ich eine jammervolle Stimme folgende Worte sprechen: Reisender Herr, habt Mitleid mit einem armen, verkrüppelten Soldaten; bitte, werft ein paar Geldstücke in diesen Hut; Ihr werdet in einer andern Welt des Lohns gewiß sein. Ich richtete sofort den Blick dahin, woher die Stimme kam, und sah zu Füßen eines Gebüsches, zwanzig oder dreißig Schritte vor mir, eine Art Soldaten; er hatte auf zwei gekreuzte Stöcke den Lauf eines Stutzens gelegt, der mir länger schien als eine Pike und den er auf mich anschlug. Bei diesem Anblick zitterte ich für das Gut der Kirche und machte Halt; ich faßte meine Dukaten, zog ein paar Reale hervor, ritt dicht an den Hut heran, der die mil
den Gaben erschreckter Christen aufzufangen bestimmt war, und warf sie, um dem Soldaten zu zeigen, daß ich nicht knauserte, einen nach dem andern hinein. Er war mit meiner Freigebigkeit zufrieden und gab mir so viel Segenssprüche mit auf den Weg, wie ich, um rasch von ihm fortzukommen, meinem Maultier Fußtritte in die Flanken versetzte. Aber das verfluchte Tier spottete meiner Ungeduld und ging darum nicht schneller; da es zu lange gewohnt gewesen war, unter meinem Onkel Schritt zu gehn, hatte es die Kunst des Galopps verlernt.

Ich sah dies Abenteuer nicht als günstiges Omen für meine Reise an. Ich vergegenwärtigte mir, daß ich noch nicht in Salamanca war und daß ich sehr wohl noch eine schlimmere Begegnung haben könnte. Es schien mir sehr unvorsichtig von meinem Onkel, daß er mich nicht in die Obhut eines Maultiertreibers gegeben hatte. Ohne Zweifel hätte er das tun müssen; aber er hatte gedacht, wenn er mir sein Maultier gebe, so werde meine Reise mich weniger kosten, und er hatte mehr daran gedacht als an die Gefahren, die ich unterwegs etwa laufen mochte. So beschloß ich, um seinen Fehler wieder gutzumachen, wenn ich das Glück haben sollte, Pegnaflor zu erreichen, dort mein Maultier zu verkaufen und nach Astorga, von wo aus ich Salamanca im gleichen Wagen zu erreichen gedachte, einen Treiber in Dienst zu nehmen. Wenn ich auch nie aus Oviedo herausgekommen war, so kannte ich doch die Namen der Städte, durch die ich kommen mußte, recht gut; ich hatte mich vor meinem Aufbruch nach ihnen erkundigt.

Ich kam wohlbehalten nach Pegnaflor und machte vor dem Tor eines recht vertrauenerweckenden Gasthofs Halt. Noch war ich nicht abgestiegen, als der Wirt herauskam und mich sehr höflich begrüßte; er schnallte eigenhändig mein Felleisen ab, lud es sich auf die Schulter und führte mich in ein Zimmer, während einer seiner Knechte mein Maultier im
Stall unterbrachte. Der Wirt, der größte Schwätzer Asturiens, war stets so bereit, ohne Not von seinen eignen Angelegenheiten zu erzählen, wie neugierig auf die der Fremden. Er sagte mir, er heiße Andreo Corcuelo; er habe lange als Sergeant in den Heeren des Königs gedient, und vor fünfzehn Monaten habe er den Dienst quittiert, um eine Tochter Castropols zu ehelichen, die zwar nicht gerade einen hellen Teint habe, aber doch noch immer ihren Preis wert sei. Er sagte mir noch eine Menge andrer Dinge, die zu hören mich keineswegs verlangte. Nach dieser Vertrauensbezeigung hielt er sich für berechtigt, alles von mir zu fordern, und fragte, woher ich käme, wohin ich ginge, wer ich sei. Ich mußte ihm Punkt für Punkt Bescheid geben, denn jede Frage, die er stellte, begleitete er mit einer tiefen Verbeugung, indem er mich mit so untertäniger Miene bat, seine Neugier zu entschuldigen, daß ich nicht umhin konnte, sie zu befriedigen. Dadurch verwickelte ich mich in ein langes Gespräch mit ihm, und so nahm ich gleich Gelegenheit, ihm von meinem Plan und den Gründen zu sprechen, die ihn mir eingaben; ich sagte ihm, ich wolle mein Maultier verkaufen und im Gefährt eines Treibers einen Platz belegen. Er zollte mir lauten, wenn auch nicht kurzen Beifall, denn er stellte mir alle ärgerlichen Unfälle vor, die mir unterwegs zustoßen könnten; er erzählte mir sogar mehrere grauenhafte Reisegeschichten. Ich glaubte, er würde nie mehr aufhören. Aber schließlich hörte er doch auf, indem er mir sagte, wenn ich mein Maultier verkaufen wolle, so kenne er einen ehrlichen Makler, der es erstehen werde. Ich sagte, daß er mich verpflichten würde, wenn er ihn holen ließe. Er lief diensteifrig auf der Stelle selber davon.

Bald kam er in Begleitung des Mannes zurück, stellte ihn mir vor und wußte seine Rechtschaffenheit nicht genug
zu rühmen. Wir traten in den Hof, und man führte mein Maultier vor. Man ließ es vor dem Pferdehändler auf und ab gehen, und er untersuchte es von Kopf bis zu Fuß. Er verfehlte nicht, dem Tier viel Übles nachzusagen. Ich gebe zu, viel Gutes hätte ihm niemand nachsagen können: aber wäre es das schönste Prachttier seiner Art gewesen, der Makler hätte an ihm zu tadeln gefunden. Fortwährend rief er den Wirt zum Zeugen an, und der hatte sicherlich seine Gründe, ihm beizustimmen. Nun, sagte der Händler kühl, wie teuer denkt Ihr die Schindmähre zu verkaufen? Nach all seinen Lobeserhebungen und den Bestätigungen des Herrn Corcuelo, den ich für einen Ehrenmann und Kenner hielt, hätte ich mein Maultier umsonst hergegeben. Ich sagte also dem Händler, ich verließe mich auf seine Redlichkeit; er solle das Tier nur nach bestem Gewissen schätzen, und ich würde mich an seine Taxe halten. Da spielte er den Herrn von Ehre und gab zur Antwort, wenn ich an sein Gewissen appellierte, so faßte ich ihn an seiner schwachen Seite. Seine starke Seite war es denn wahrlich auch nicht: statt auf zehn oder zwölf Pistolen zu schätzen wie mein Onkel, schämte er sich nicht, mir drei Dukaten zu bieten; und ich nahm sie mit solcher Freude, als hätte ich bei dem Handel gar noch gewonnen.

Nachdem ich mein Maultier so vorteilhaft los geworden war, führte der Wirt mich zu einem Treiber, der am nächsten Morgen nach Astorga aufbrechen sollte. Dieser Treiber sagte mir, er wolle noch vor Tagesanbruch fort, aber er übernehme es, mich zu wecken. Wir vereinbarten den Preis für den Platz im Fuhrwerk wie auch für meine Beköstigung; und als alles geregelt war, kehrte ich mit Corcuelo in den Gasthof zurück. Unterwegs begann er die Geschichte des Treibers zu erzählen. Er berichtete mir alles, was man in der Stadt von ihm sagte.
Kurz, er hätte mich von neuem mit seinem lästigen Schwätzen betäubt, wenn ihn nicht zum Glück ein recht wohlgebildeter Mensch unterbrochen hätte, der ihn sehr höflich ansprach. Ich ließ sie miteinander allein und setzte meinen Weg fort, ohne zu ahnen, daß ich in ihrem Gespräch eine Rolle spielte.

Ich bestellte mir, sowie ich im Gasthof eintraf, mein Nachtmahl. Es war ein Fasttag: man bereitete mir Eier. Als der Eierkuchen fertig war, setzte ich mich ganz allein an einen Tisch. Ich hatte den ersten Bissen noch nicht verschluckt, als der Wirt eintrat und mit ihm der Fremde, der ihn auf der Straße angehalten hatte. Dieser Kavalier trug einen langen Degen und mochte wohl dreißig Jahre alt sein. Er trat dienstfertig auf mich zu. Herr Scholar, sagte er, ich höre soeben, Ihr seiet der Herr Gil Blas von Santillana, Oviedos Zierde und die Fackel der Philosophie. Ist es denn möglich, Ihr währet dieser Hochgelahrte, dieser Schöngeist, dessen Ruhm so groß ist hierzulande? Ihr wißt nicht, fuhr er fort, indem er sich dem Wirt zuwandte, was Ihr besitzt; Ihr habt einen Schatz im Hause; Ihr seht in diesem jungen Edelmann das achte Wunder der Welt. Dann wandte er sich zu mir zurück und umschlang meinen Hals mit seinen Armen: Entschuldigt meine Verzückung, rief er; ich kann die Freude, die Eure Gegenwart in mir weckt, nicht länger beherrschen.

Ich vermochte ihm nicht sofort zu antworten, denn er drückte mich so fest an sich, daß ich nicht frei atmen konnte. Und erst nachdem ich den Kopf aus seiner Umarmung gelöst hatte, sagte ich: Herr Kavalier, ich hielt meinen Namen in Pegnaflor für nicht so bekannt. Wie! bekannt! rief er im selben Ton; wir nehmen von allen großen Persönlichkeiten Notiz, die im Umkreis von zwanzig Meilen wohnen. Ihr geltet hier als ein Wunder, und ich zweifle nicht, daß Spanien eines Tages so stolz auf Euc
h sein wird wie Griechenland auf die Weisen, die es hervorgebracht hat. Diesen Worten folgte eine neue Umarmung. Hätte ich ein wenig Erfahrung gehabt, ich hätte mich weder von seinen Freundschaftsbezeigungen noch von seinen Übertreibungen täuschen lassen; ich hätte an seinen übertriebenen Schmeicheleien erkannt, daß er einer jener Parasiten war, wie man sie in allen Städten findet, und die sich, sowie ein Fremder eintrifft, mit ihm bekannt machen, um sich auf seine Kosten den Bauch zu füllen; aber da ich jung und eitel war, so urteilte ich ganz anders. Mein Bewunderer erschien mir als ein sehr ehrenhafter Mensch, und ich...


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