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Himmel über London

Roman. Originaltitel: Himmel över London.
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Produktdetails
Titel: Himmel über London
Autor/en: Håkan Nesser

EAN: 9783641089719
Format:  EPUB
Roman.
Originaltitel: Himmel över London.
Übersetzt von Christel Hildebrandt
btb Verlag

November 2013 - epub eBook - 576 Seiten

Sie erreichen London um 16.50 Uhr an der Paddington Station. Der fast 70jährige Leonard Vernim und seine amerikanische Lebensgefährtin Maud. Leonard ist schwerkrank - und Maud ist besorgt. Und zwar mehr, als es die Lage sowieso schon erfordern würde. Irgend etwas Geheimnisvolles geht vor sich, irgendetwas verschweigt ihr Leonard. Ein großes, wahrscheinlich letztes Geburtstagsfest hat er geplant. Auch ihre beiden Kinder aus erster Ehe sind eingeladen - die neurotische Irina, der ständig an Geldmangel leidende Gregorius. Sowie zwei mysteriöse Gäste, deren Namen sie nicht kennt. Gleichzeitig geht ein Serienmörder in der Stadt um - es braut sich etwas zusammen unter dem Himmel von London.
Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt abwechselnd in Stockholm und auf Gotland.

1

Leonard

Wir kamen um 16.50 Uhr mit dem Heathrow Express in Paddington an.

Ich nahm den Evening Standard von einem Zeitungsjungen entgegen, und während wir in der Taxischlange warteten, schaffte ich es noch, etwas über einen Messermord draußen in Wimbledon Common zu lesen – ausgeübt von einem, den der Journalist »The Watch Killer« nannte, da er offenbar die Angewohnheit hatte, eine kaputte Armbanduhr bei seinen Opfern zu hinterlassen. Ich erwähnte Maud gegenüber nichts davon; wir hatten uns während der Reise überhaupt wenig unterhalten, und sie wird nicht gern an den Zustand der Welt erinnert.

Ich mag mich an meinen Zustand auch nicht erinnern, wenn man es genau nimmt, obwohl ich mir schließlich genau das vorgenommen habe.

Ernsthaft. In erster Linie, was die Gedanken angeht; nicht in diesen üblichen, irritierenden Zweifel zu verfallen, sondern in den nächsten zwölf Tagen so klar im Kopf wie möglich zu sein. Es geht doch vor allem darum, dass alles klappt, zu einer Lösung kommt, aber in schwachen Momenten habe ich das Gefühl, dass mein ganzes Leben nur eine Palette von Kompromissen und Entscheidungen war, die mir durch die Finger rannen. Was besonders deutlich kurz vor Toresschluss wird, wo man gezwungenermaßen eher in den Rückspiegel schaut, weil es nicht mehr viele andere Richtungen gibt, in die man blicken kann, und das soll mir nicht mehr passieren. Weg mit dieser verdammten Ambivalenz, denke ich; das Finale soll in einer anderen Tonart erklingen als die Symphonie selbst. Ein wenig Händel, warum nicht?

Ich gratulierte mir selbst zu diesen zusammenfassenden Gedanken, die sich ausgerechnet in so musikalischen Termini zeigten, und spürte diesen inneren, klaren Schimmer, der sich ab und zu in meinem Schädel zeigt,
förmlich. Nur flüchtig und wahrscheinlich trügerisch, aber dennoch als überraschendes Aufblitzen von etwas Hellem und sicher Gutartigem. Ich weiß nicht, um was es sich dabei handelt und ob es überhaupt eine Rolle spielt. Ich warf die Zeitung in einen Abfalleimer und zündete mir eine Zigarette an, es standen mindestens noch zwanzig Leute vor uns in der Schlange, ich würde sie in aller Ruhe rauchen können.

»Du solltest doch nicht …«

Sie versuchte vergebens, sich zurückzuhalten. Es ist nicht diese Art von Krebs, die mich umbringen wird, auch wenn jede einzelne Zigarette wahrscheinlich dazu beiträgt, die Sache zu beschleunigen. Werner hatte das bei unserer letzten Begegnung unterstrichen, aber so etwas zu betonen, dafür werden Ärzte bezahlt, das wissen wir beide. Ich rauche seit mehr als fünfzig Jahren, warum sollte ich jetzt damit aufhören, wo die Zeit knapp wird?

Über das natürliche Enddatum brauchen wir nicht zu spekulieren, aber es wird sich unter keinen Umständen um mehr als ein halbes Jahr handeln. Nun ist es eine Frage von Tagen, ich habe es selbst in der Hand, und ich bin überzeugt davon, dass ich es auf jeden Fall begrenzen werde. Knapp zwei Wochen; wir schreiben heute den 13. September, der 25. ist das entscheidende Datum, und ich erwarte, dass ich an diesem Tag mit einem deutlichen Gefühl von Trost und Zufriedenheit erwache. Ich könnte auch schreiben Triumph – Händel, wie gesagt –, aber Demut ist eine Tugend.

Das Taxi brachte uns durch den dichten Verkehr und einen gelblichen Nieselregen die Bishop’s Bridge Road und die Westbourne Grove entlang zur Chepstow Road. The Commander liegt auf der Grenze zwischen Bayswater und Notting Hill, einen Moment lang wurde ich von einem Gefühl der Erinnerung überwältigt. Das ganze Gebiet nach Portobello hin hatte sic
h in den letzten Jahren verändert, besonders Westbourne Grove, wo sich neugegründete Restaurants, Möbelgeschäfte, Galerien und italienische Cafés mit den alten nützlichen Geschäften drängelten: Waschsalons, Eisenwarenhandlungen, Maler und Tapezierer, Friseure und Obstläden. Die viktorianischen Überbleibsel nicht zu vergessen, die immer noch wie leicht betagte Primadonnen ihr Dasein fristen: Kildare Terrace, Kensington Gardens Square, Pembridge Villas. Es ist insgesamt eine schöne Mischung, und ich denke, ich hätte mein ganzes Erwachsenenleben hier verbringen können. Warum bin ich jemals von hier fortgezogen? Alles wäre anders gekommen.

The Commander hat zehn oder zwölf Jahre auf dem Buckel. Ich habe hier früher schon einmal übernachtet, ein paar Tage im Zusammenhang mit Christophers Beerdigung, und wir bekommen dieselbe kleine Suite, die ich damals hatte. Ich hatte darum gebeten, als ich anrief, um das Zimmer zu buchen, und es hatte dem nichts im Wege gestanden. Ein großer Raum mit einem geräumigen Balkon nach Westen hin, auf Portobello und Notting Hill zu. Während wir eincheckten, hatte der Regen aufgehört, ich schlug ein Glas Sherry draußen an der frischen Luft vor, und Maud willigte ein. Sie wischte den Tisch und die Stühle mit einem Handtuch ab, während ich Gläser und die Flasche heraussuchte, die wir im Taxfreeladen gekauft hatten.

Schade, dachte ich, während wir die Gläser hoben und unsere Blicke einander begegneten. Schade, dass du deine Karten nicht besser gespielt hast.

Aber darum geht oder ging es natürlich nicht; dies ist nur eine dieser hohlen Formulierungen, die man in Ermangelung präziserer Worte benutzt.

Während wir draußen auf dem Balkon saßen, schluckte ich auch meine Medikamente – nach ihrer Ermahnung. Da ist sie sehr gewissenhaft. Zwei we
iße, zwei rote, eine graue Tablette mit einem blauen Streifen. Dreimal am Tag, ärztlich verordnet. Es gefällt ihr, mich daran zu erinnern, da es sie in ein gutes Licht rückt. Sie erhält mich am Leben. Achtet darauf, dass ich keine Schmerzen habe, ich bin viel zu zerstreut, um mich um diese Sachen selbst zu kümmern.

Was sicher Quatsch ist, aber ich habe sie es genau in diesen Worten beschreiben gehört, sowohl Gertrud als auch Tom gegenüber. Das Problem mit den Medikamenten ist ein anderes, nicht, dass ich vergesse, sie zu nehmen; sie stumpfen mich ab. Nicht viel, aber ein wenig. Wenn ich einen klaren Kopf haben will, muss ich auf diese Pillen verzichten, aber der Schmerz stellt sich statt ihrer so sicher ein wie das Amen in der Kirche, dennoch entscheide ich mich manchmal für diese Alternative. Es ist ein verzwicktes Spiel, ich bin der Erste, der das zugeben würde, aber zwischen der Müdigkeit und den Schmerzen liegen einige erstrebenswerte Stunden – eine oder anderthalb zumindest –, und in Anbetracht dessen, was ich mir auferlegt habe, ist es wichtig, dass ich diese kurzen Zeitabschnitte jeden Tag nutzen kann. Siebzig, achtzig Minuten, in denen ich weder müde noch abgestumpft bin, noch von Schmerzen dominiert werde, ja, ich schätze, dass dies eine Art tägliche Notwendigkeit ist. Der späte Morgen und der frühe Abend, das sind die besten Zeiten.

»Wie fühlst du dich?«

»Ausgezeichnet, danke.«

»Schmerzen?«

»Nein.«

»Müde?«

»Nicht sehr. Wenn ich ein Nickerchen mache, können wir später essen gehen.«

»Dir gefällt dieses Viertel hier, oder?«

»Ja, es gefällt mir sehr.«

Sie zuckte mit den Schultern. Eine Weile blieben wir schweigend beieinander sitzen und betrachteten den westlichen Himmel ü
;ber Wembley und Ealing, wo die untergehende Sonne gerade durch die Wolkendecke brach. Ich rauchte noch eine Zigarette und stellte fest, dass wir das erste Mal zusammen in London waren. Gewiss auch das letzte Mal. Die Stadt bedeutete Maud gar nichts. Sie hatte keine Beziehung zu Covent Garden, Little Venice oder Chalk Farm. War nie mit zwei Sterling in der Tasche in der Dämmerung über die Hungerford Bridge gegangen, hatte nie im The Elgin gesessen, Minuten bevor die Fußballbilder von Highbury eintrudelten. Highbury gab es nicht mehr, zumindest trägt Arsenal seine Spiele heutzutage woanders aus, ich sehe das als ein Zeichen, dass es Zeit zum Sterben sein könnte. Covent Garden sieht auch nicht mehr aus wie in den Sechzigern, als ich zum ersten Mal herkam, aber mein Gott, denke ich, das ist jetzt mehr als vierzig Jahre her. Fünfundvierzig genau genommen, aber nun spüre ich, dass mich der Schlaf am Wickel hat, und ich trinke die letzten Sherrytropfen. Es ist natürlich nicht die Stadt, die diese große Veränderung durchgemacht hat; was im Laufe eines knappen halben Jahrhunderts an Bau-, Entwicklungs- und Modernisierungsmaßnahmen getätigt wurde, ist reine Kosmetik zu der Veränderung und dem Absturz, der in mir selbst stattgefunden hat.

So ist es nun einmal. Es ist nicht die Welt, die altert, sie wird nur immer neuer und neuer, erfindet sich an jedem modernen Morgen und zu jedem jungfräulichen Krieg wieder aufs Neue. Es ist der Blick des Betrachters, der alt wird; unschön verpackt liegen uns all die Tage und Jahre in einem immer undurchlässiger werdenden Filter vor Augen, das ist eine von tausend denkbaren Arten, die Sache auszudrücken, und es ist nicht wirklich neu.

»Geh rein und leg dich hin, bevor du vom Stuhl kippst.«

Ich richte mich auf und lasse mich widerstrebend brummend in das Halbdunkel des Raumes führen.

»Wäh
rend du schläfst, werde ich einen kleinen Spaziergang im Viertel machen. All right?«

All right. All right. Mögen die Engel dich in den Schlaf singen, Leonard Vermin.

Worte, Worte.

Bevor wir den 25. erreicht haben, habe ich noch einiges zu erledigen, das ist klar, aber an diesem ersten Abend begnügten wir uns mit einem einfachen Essen im Viertel. Bloody French, ein kleines Gasthaus an der Westbourne Grove, fast menschenleer, obwohl sie ein...


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