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Nördlich des Weltuntergangs

Roman.
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Produktdetails
Titel: Nördlich des Weltuntergangs
Autor/en: Arto Paasilinna

EAN: 9783838750972
Format:  EPUB ohne DRM
Roman.
Übersetzt von Regine Pirschel
Bastei Entertainment

Januar 2014 - epub eBook - 317 Seiten

Sie suchen das Paradies? Es liegt in Nordfinnland. Denn dort ist beim Bau einer Kirche ein autarkes Dorf entstanden, das sich in der krisengeschüttelten Welt zum begehrten Zufluchtsort entwickelt. Weltwirtschaftskrise, der Untergang New Yorks und der Ausbruch des dritten Weltkrieges - im Norden Finnlands lässt man sich nicht aus der Ruhe bringen. Und als die Sonne beginnt aus einer anderen Richtung zu scheinen, feiert man Weihnachten eben in Badehose, und Rudi das Rentier wird zum Flamingo ...

1


Asser Toropainen, der alte Kirchenbrandstifter, lag im Sterben. Man feierte die Karwoche, am folgenden Tag war Karfreitag.

Asser war unlängst neunundachtzig geworden. Wie es jetzt aussah, würde er die neunzig nicht lebend erreichen. Was sollte man da machen, auch der härteste Kerl musste irgendwann dran glauben.

Asser lag in der großen grauen Stube seines Hauses im Einöddorf Kalmonmäki im südlichen Kainuu. Die betagte Standuhr tickte in ihrem Gehäuse aus geflammtem Birkenholz und maß die letzten Lebensstunden des Alten. Die weiblichen Familienmitglieder, die alten Schwestern und die Nichte, schlichen nur noch auf Strümpfen durchs Haus. In der Woche zuvor war ein Arzt vom Gesundheitszentrum aus Sotkamo da gewesen, um Assers Blutdruck zu messen. Das Messgerät war zersprungen, was als böses Omen gewertet worden war.

Behutsam hatte man dem Alten klar gemacht, dass dies möglicherweise sein letzter Winter gewesen war. Auch vom Besuch eines Geistlichen war die Rede gewesen. Im Angesicht des Todes sollte sich der Mensch um seine himmlischen Beziehungen kümmern. Einem alten eingefleischten Kommunisten tue es sicher gut, seine Sünden zu bekennen, schon wegen des eigenen Seelenheils.

Asser ächzte in seinem Bett. So genannte Sünden hatte er im Laufe seines Lebens wohl begangen, das ließ sich nicht leugnen. Die Zeiten waren unruhig gewesen, das ganze lange Jahrhundert hindurch. Da war es oft genug heiß hergegangen. Asser hatte an sechs Kriegen teilgenommen. Auf mehrere Kontinente hatte es ihn verschlagen, er war von Murmansk bis Alaska, vom Ladoga bis nach Wladiwostok gereist. Sein grauer Kopf versuchte, die Erinnerungen heraufzuholen. Da waren Bilder und Geräusche: schneebedeckte Steppen, endlose Schienenstränge, rauchende Lagerfeuer, knatternde Gewehrsalven. Kieferflöße, die aneinander krachten, rausc
hende Wasserfälle, brennende Panzer und qualmende Kirchenruinen. Wolkenkratzer und Ozeandampfer, fallendes Zuckerrohr und Mädchenköpfe, die ins Maisfeld sanken. Gutes und Schlechtes, ein ungestümes Leben, Zeiten des Übermuts, aber auch des schmerzlichen Elends. Ein ständiger Kampf eben, wie es sich für einen eingefleischten Kommunisten gehörte, Aufbegehren gegen Gott, die Geistlichkeit und die Kirche. Das war Asser Toropainen, ein Atheist unserer Zeit, der letzte Kommunist der Welt.

»Kommt mir bloß nicht mit einem salbadernden Priester ..., aber schafft einen Notar her. Das Testament muss ins Reine geschrieben werden.«

Der Notar wurde geholt, das Testament auf den letzten Stand gebracht und gleichzeitig die Asser-Toropainen-Kirchenstiftung gegründet. Der Sterbende kritzelte seinen Namen unter die Papiere. Er beauftragte den Notar, seinen Enkel aufzuspüren und ihn zu bitten, den Großvater zu besuchen. Er müsse mit ihm einen bestimmten Punkt aus dem Testament besprechen.

Der Karfreitag brach an, ein grauer und trüber Tag. Schneeregen fiel. Durch den schwarzen Fichtenwald am Rande des Dorfes flatterten Raben. Im Radio wurde der Gottesdienst übertragen. Der Pastor fand harte Worte für den gewaltsamen Tod Jesu vor zweitausend Jahren, sodass der Eindruck entstand, die Finnen wären schuld an der besagten Gräueltat. Asser befahl den Frauen, das Radio auszuschalten. Er hatte wahrhaftig auch ohne die Kreuzigung genug Sorgen, sein Ableben machte ihm weidlich zu schaffen.

Gegen Mittag trat sein höchst lebendiger Enkel Eemeli Toropainen in die Stube, ein kräftiger Mann von fünfundvierzig Jahren, ehemals Direktor der Nordischen Holz-Haus AG. Die mittelgroße Firma, die Blockhäuser hergestellt hatte, war infolge der Rezession ein halbes Jahr zuvor in Konkurs gegangen. Eemeli schlug seine nasse Fellmütze am T&
uuml;rrahmen ab, dass die Tropfen nach allen Seiten spritzten, dann trat er ans Bett, um seinen Großvater zu begrüßen.

»Nanu, Opa! Dein letztes Stündlein hat geschlagen?«

»Das behaupten jedenfalls die Weiber.«

Eemeli Toropainen schüttelte dem Alten eine Weile die Hand, dann sank dieser wieder in seine Kissen. Darauf förderte der Enkel aus den Tiefen seines Pelzes eine Cognacflasche zutage und flößte dem Alten einen Schluck ein. Asser musste husten.

»Danke, Junge.«

Die Männer sahen einander gerührt an. Eemeli klopfte seinem Großvater die Kissen auf. Der Alte war nur noch Haut und Knochen. Früher war er ein Kerl von einem Mann gewesen, ein Draufgänger, ein tüchtiger Arbeiter und umtriebiger Geschäftsmann, viel unterwegs, hatte sein Leben lang ständig unter Dampf gestanden. Was das Alter doch aus dem Menschen machte!

»Der Notar erzählte, dass du eine kirchliche Stiftung gegründet hast. Bist du auf einmal fromm geworden, oder was ist passiert?«, fragte Eemeli.

Der Großvater kommandierte die Frauen hinaus, er sagte, er habe mit Eemeli etwas unter vier Augen zu besprechen. Als sich die Schwestern und die Nichte widerstrebend entfernt hatten, holte der Alte die Dokumente unter dem Kopfkissen hervor.

»Lies.«

Eemeli überflog die Papiere. Es handelte sich um die ordnungsgemäß aufgesetzte Gründungsurkunde einer Stiftung und ein Testament, in dem der Stiftung achthundert Hektar Land und gut zwei Millionen Finnmark Vermögen vermacht wurden sowie Wertpapiere von etwa einer Million. Dabei wurden die nächsten Angehörigen, die beiden Schwestern und die Nichte, ebenfalls mit angemessenen Geldsummen bedacht.

Aus der Zweckbestimmung der Stiftung ging hervor, dass diese die Aufgabe hatte, mindestens eine (1) Holzkirche zu erb
auen und zu unterhalten.

Eemeli Toropainen, der ehemalige Direktor der Nordischen Holz-Haus AG, ahnte, dass sein Großvater ihn mit der praktischen Umsetzung der Stiftungsziele beauftragen wollte. Er betrachtete den künftigen Toten mit mitfühlenden Blicken. Da lag ein alter Kirchenbrandstifter, ein leidenschaftlicher und aktiver Kommunist, der mehrere Erdteile bereist hatte. Jetzt waren seine Kräfte verbraucht. Das Leben des Menschen war kurz, es dauerte höchstens kümmerliche hundert Jahre. Diese Vergänglichkeit bewies sich nun am Beispiel Asser Toropainens.

»So, du willst also eine Kirche bauen lassen. Meinetwegen, dann ziehen wir sie halt hoch.«

Asser Toropainen holte unter seinen Kissen einen schweren Bildband hervor. Seine Hände zitterten, das Buch wäre ihm beinah entglitten. Eemeli nahm es entgegen, es war von Esa Santakari, hieß Die Volksbauleute und ihre Holzkirchen und stellte in Wort und Bild alte bäuerliche Holzkirchen vor. Harmonische, schlichte Bauwerke, graue Balkenwände, ruhige Schindeldächer, auf den Eingangsstufen rührende Opferstöcke mit Schlitzen für den Münzeinwurf.

Eemeli Toropoainen blätterte staunend in dem Buch. Die Kirche von Kiiminki sah zum Beispiel recht ansehnlich aus. Die von Yläne hingegen, erbaut von Mikael Piimänen, wirkte irgendwie schroff, es mochte an der Form des Dachfirstes liegen. Die Deckenmalereien in der Kirche von Keuruu veranlassten Eemeli zu der Überlegung, ob er rändern lernen sollte.

Eemeli klappte das Buch zu. Die angebotene Aufgabe reizte ihn, gar keine Frage. Aber was steckte dahinter? War der Alte senil, der frühere Kirchenfeind fromm geworden? Asser hatte in jungen Jahren und zu Revolutionszeiten tatsächlich zahlreiche Kirchen in Brand gesteckt, in verschiedenen Teilen des Landes und der Welt. Er hatte sich an Gott für den Hun
ger und die Not der armen Leute rächen wollen. Und jetzt, kurz vor dem Tod, gründete er eine Stiftung für den Bau einer Kirche?

»Darf ich mir die Frage erlauben, ob du verrückt geworden bist?«

Der Großvater wurde ein wenig verlegen. Noch nie hatte jemand an seinem Verstand gezweifelt. Er erklärte mit dünner Stimme, dass er mit Gott reinen Tisch machen wolle, da er zufällig einiges an Geld habe beiseite legen können. Er glaube zwar nicht an Gott und auch nicht an Jesus Christus, aber irgendwie scheine es ihm angemessen, eine Kirche errichten zu lassen. Aus reinem Jux habe er sich die Sache ausgedacht.

»Sozusagen zur Erinnerung. Und du als Fachmann für Holz und Balken kriegst zur Abwechslung mal wieder Arbeit.«

Asser führte weiter aus, dass seines Wissens für ein derartiges Bauvorhaben keine allgemeine oder offizielle Begründung notwendig sei. Die Menschen bauten Kuhställe, Schulen, Fabriken, warum dann nicht auch Kirchen? Aus der Sicht eines Sterbenden war es egal, was gebaut wurde. Wenn er im Dorf eine Furnierholzfabrik errichten ließe, würde sie vermutlich bald nach seinem Tod Pleite machen. Was hatte das für einen Zweck? »Eine Kirche macht nicht Pleite.«

»Aber wenn jemand kommt und deine Kirche in Brand steckt?«

»Dann kannst du nichts machen. Du kassierst die Versicherungssumme und baust eine neue.«

Eemeli Toropainen kam auf die Einzelheiten zu sprechen. Er wollte wissen, welche Art von Kirche sich der Großvater vorstellte. Wo sollte sie gebaut werden, für welche Gemeinde war sie gedacht, und wer sollte als Pastor eingestellt werden?

Der Großvater verwies auf die Gründungsurkunde der Stiftung. Dort stand kurz und knapp, dass der Leiter der Stiftung, also Eemeli Toropainen, den Standort der Kirche nach eigenem Gutdünken auswählen konn
te. Eemeli konnte den Tempel notfalls auf Tahiti errichten, wenn er Lust dazu hatte. Eine Kirchgemeinde zu gründen war nicht unbedingt erforderlich. Was den Pastor anging, war überhaupt nichts erwähnt. Der bloße Kirchenbau genügte.

»Such dir aus diesem Buch ein geeignetes Modell aus. Die modernen Kästen gefallen mir nicht, sie sehen nicht nach Kirchen aus.«

In dem Moment kamen die Frauen herein, um Asser Milchsuppe...


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