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Irland

Ein Länderporträt.
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Produktdetails
Titel: Irland
Autor/en: Markus Bäuchle

EAN: 9783862842483
Format:  EPUB
Ein Länderporträt.
Ch. Links Verlag

Juni 2015 - epub eBook - 208 Seiten

Grüne Wiesen, Schafe, Whiskey, bunte Cottages und freundliche, redselige Menschen mit viel Zeit. Kein Land in Europa provozierte so viele Wohlfühl-Klischees wie Irland, die grüne Insel im Atlantik. Markus Bäuchle kennt das kleine Land mit der bewegten Geschichte seit Ende der 1970er Jahre. Im Jahr 2000 siedelte er auf die Insel über. Er hat das traditionelle Irland, den rasanten Aufstieg in den Wirtschaftswunderjahren und den tiefen Fall nach dem Platzen der Immobilienblase miterlebt. Er beschreibt den Alltag und den Facettenreichtum des amerikanischsten Landes Europas auf seiner Achterbahnfahrt der Selbstfindung.
Ein informatives und spannendes Buch über eines der widersprüchlichsten und zugleich dynamischsten Länder der Gegenwart - und eine Liebeserklärung.
Jahrgang 1959, Journalist, Autor und passionierter Wanderer; Studium der Sozialwissenschaften, anschließend journalistische Tätigkeiten bei Tageszeitungen und Zeitschriften; im Jahr 2000 Umzug mit der Familie an den Atlantik im Südwesten Irlands; Betreiber des Irland-Webmagazins www.irlandnews.com und Veranstalter von Wanderreisen (www.irland-wandern.de).

Irland ist anders. Eine kleine Landeskunde


Der erste Eindruck


Es dauert keine zwei Stunden von Deutschland in eine andere Welt. Wer mit dem Flugzeug über Irland einschwebt und den weitläufigen, mit Steinmauern parzellierten Felderteppich unter sich näherkommen sieht, versteht noch vor der Landung, warum Irland auch die »Grüne Insel« genannt wird. Grün herrscht als Farbe vor, Grün ist die Nationalfarbe, das grüne Kleeblatt das Nationalsymbol. Iren tragen im Alltag zwar selten grün, doch am Nationalfeiertag am 17. März oder zu besonderen Anlässen wie einer Fußball-WM oder einer Rugby-Meisterschaft lassen sie die grüne Kluft zusammen mit grün gefärbten Haaren und Wangen umso heller strahlen. Grün ist die Farbe der Landschaft, und auch wenn die Iren sich während des großen Baubooms in den frühen Jahren des neuen Jahrtausends alle Mühe gegeben haben, die Insel zu betonieren und mit Häusern zuzustellen: Es ist ihnen nicht gelungen. Sieht man einmal vom Ballungsraum Dublin und den großen Städten Cork, Limerick oder Galway ab, so bleibt Grün die dominierende Farbe.

Die atlantischen Regengebiete, die mit schöner Regelmäßigkeit das Wetter auf der drittgrößten Insel Europas bestimmen, halten die Vegetation in Schuss, und einer im Wachstum stagnierenden Bevölkerung, der das nötige Kleingeld zum Bauen ausgegangen ist, gelingt es seit geraumer Zeit nicht mehr, das vitale Grün zugunsten von Betongrau zurückzudrängen. 40 Shades of Green, 40 verschiedene Grüntöne sollen die Gesamtkomposition Irland ausmachen. Die hat der legendäre amerikanische Countrystar Johnny Cash einmal gezählt und seine Erkenntnisse zu einem gleichnamigen Song verarbeitet. Der Klassiker gilt noch heute als gewinnbring
ende Steilvorlage für Irlands Tourismuswerber: Die Grüne Insel lockt seitdem mit 40 verschiedenen Grünschattierungen.

Nun sitzen wir schon im Auto und betrachten diese immer grüne Landschaft von der linken Straßenseite aus. In Irland herrscht Linksverkehr. Es fällt auf, dass die meisten der vielen neuen Wohnhäuser auf betonierten Bodenplatten stehen und von Asphalt umgeben werden. Ob Beton und Bitumen ausdrücken wollen, dass man in der Zivilisation angekommen ist? Dass einem das stets wuchernde Grün nicht mehr gnadenlos auf die Pelle rücken kann, dass die regelmäßigen Ginsterfeuer einem nichts mehr anhaben können? Pflegeleichter Betonboden und die sichere Distanz zur Vegetation scheinen jedenfalls eine zivilisatorische Errungenschaft der letzten 20 Jahre zu sein, am besten wirkt sie, wenn noch drei oder vier Autos draufstehen. Vielleicht will man sich mit der Asphalt- und Betonplatte auch einfach nur die wilden Tiere vom Hals halten: etwa die meist in Schwärmen auftretenden irischen Minimücken, die sich allzu gerne im feuchten Gras verstecken.

Irlands Häuslebauer schätzen neben der Distanz zu Wiesen, Hecken und Weiden auch den Sicherheitsabstand zum Nachbarn. Die neuen Häuser liegen – wie auf einer Perlenkette aufgereiht immer an der Straße entlang – in beachtlicher Entfernung zueinander. Es heißt, diese verschwenderische Form der Landbesiedelung hätten die Neuzeit-Iren von ihren keltischen Vorfahren übernommen. Die lebten auch in einer eigenen Behausung mit viel Raum, in weiten Streusiedlungen und konnten sich eine verdichtete Bebauung namens Dorf oder Stadt nicht vorstellen. Iren streben ein Leben mit der Familie im eigenen Haus an, 70 Prozent der Bevölkerung hat eigene vier Wände.1 Zur Miete wohnt man nicht gern, und die Eigentumswohnung ist nur ein Kompromiss. Überall dort, wo
in Irland dann doch Siedlungszentren mit verdichteter Bebauung entstanden sind, beispielsweise die Gründungen Dublin oder Cork, haben andere Invasoren ihre Handschrift hinterlassen: Die großen Städte sind Gründungen der Wikinger.

Die an uns vorbeiziehenden Häuser wirken trotz der verschiedenen Farben und Größen uniform und architektonisch ein wenig langweilig. Sie sind sich landauf, landab so ähnlich, als hätte sie alle derselbe fleißige Architekt entworfen. Tatsächlich hatte die Zunft der kreativen Architekten im jüngsten irischen Bauboom nicht viel ausrichten können. Wer in Irland ein Haus baut, geht traditionell zum News Shop, kauft sich eine Baufibel und wählt sein Haus aus einem guten Dutzend Standardgrundrissen aus. Dieselben Grundrisse hat jeder Ingenieur in seinem Computer gespeichert und kann den Wunsch des Kunden nach drei, vier oder mehr Schlafzimmern binnen Minuten in einen Bauplan umsetzen. Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq, der mehrere Jahre in Irland lebte, beurteilte die zeitgenössische irische Bauweise lakonisch: »Die irische Architektur hatte […] keinerlei spezifischen Charakter: Es war eine Mischung aus kleinen roten Backsteinhäusern, wie man sie in den englischen Vorstädten finden konnte, und großen weißen Bungalows, die nach amerikanischer Art einen geteerten Vorplatz hatten und von Rasenflächen gesäumt waren.«2

Viele Häuser entlang der Straße, auch diese uniformen Ferienhaussiedlungen, die nun so manchen Ortsrand verschandeln, wirken seltsam unbelebt, verlassen, leer. Sie sind es. Auf den 70 000 Quadratkilometern namens Irland konkurrieren natürliches Grün und zivilisatorisches Grau ständig um Dominanz und Flächengewinn. Im Boom-Jahrzehnt vor dem großen Immobilien-Crash im Jahr 2007 bauten gewinnbeseelte Iren bis
zu 70 000 neue Häuser im Jahr. Die Preise verdoppelten und verdreifachten sich in der Zeit, viele Bauspekulanten verdienten sich eine goldene Nase, doch die nur 4,6 Millionen Inselbewohner bauten massiv über ihren Bedarf hinaus. Die Immobilienblase platzte schließlich und stürzte eine ganze Volkswirtschaft in die Krise. Nun stehen 290 000 leere Häuser in der Landschaft, die niemand bewohnt und niemand braucht. Jedes siebte der knapp zwei Millionen Häuser in Irland stand im Jahr 2011 laut Census aus demselben Jahr leer.3 Der Ökonomieprofessor Morgan Kelly vom University College Dublin prognostizierte schon 2008, dass im folgenden Jahrzehnt mehr Häuser in Irland abgerissen als neu gebaut werden würden. Häuser, die der Mensch nicht bewohnt und nicht pflegt – zumal in der Version des im Boom schnell errichteten Holzständerbaus –, werden innerhalb von zehn bis 15 Jahren von der Witterung und der vitalen Vegetation zurückerobert und in den erbarmungswürdigen Zustand überführt, der nur noch den Abriss zulässt.

Doch zurück zur Landschaft: Dass sich in Irland ein Gefühl der Weite und des Raumes einstellt, obwohl dieses nach Ansicht von Globetrottern nur noch im Outback Australiens oder in der Tundra des Nordens erfahrbar sein soll, liegt an der niedrigen Bevölkerungsdichte und dem vergleichsweise noch immer überschaubaren Landverbrauch. In Irland leben auf einem Quadratkilometer durchschnittlich nur 65 Menschen, in Deutschland sind es 229, also dreieinhalb Mal so viele; und die Zahl der Häuser hat auch nach dem wilden Bauboom lediglich die Dichte von 29 Gebäuden pro Quadratkilometer erreicht.

Den Besucher aus »Europa«, wie der Insel-Europäer den europäischen Kontinent gerne distanzierend nennt, irritiert am irischen Haus noch eines: Auf »innere Werte« wird nicht viel Gewicht
gelegt. Die Isolierung beschränkt sich auf das Allerwesentliche, die Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser liegen zumeist gut sichtbar auf Putz an der Rückfassade. Das macht irische Häuser anfällig für eine Wetterlage, die im Wetterplan eigentlich gar nicht vorgesehen ist: den Winter. Fallen die Temperaturen im Dezember oder Januar einmal deutlich und längere Zeit unter null Grad, dann frieren die Leitungen ein, und es fehlt den Menschen schnell am Notwendigsten: an Trink-, Koch- und Waschwasser, an funktionierenden Toiletten, an Kerosin und Diesel für die Heizungen – und selbst an Lebensmitteln: Denn Irlands Autos sind für Fahrten auf Schnee und Eis nicht gut ausgerüstet, und deren Fahrer fühlen sich nicht dazu berufen. So sorgt schon der Hauch eines Wintereinbruchs, der im Allgäu leicht als Frühlingsschneegestöber durchgehen würde, für apokalyptische Verhältnisse auf den Straßen. An Straßenrändern abgestellte und in Straßengräben zum Stillstand gekommene Fahrzeuge säumen dann die Fahrbahnen und bleiben dort stehen, bis die Kraft der Sonne wieder geordnete Verhältnisse ermöglicht.

Wir sind weiter unterwegs. Ein Blick auf das Nummernschild des vorausfahrenden Autos lässt erkennen: Irland hat seine eigene Systematik der Kraftfahrzeug-Registrierung: 06-C-869. Die hinteren drei (bis fünf) Ziffern sind die individuelle Registriernummer, der Buchstabe in der Mitte bezeichnet das County, in der das Auto zuerst zugelassen wurde: Das »C« steht für die Grafschaft Cork, »D« steht für Dublin, »KY« für Kerry oder »DL« für Donegal – und die beiden ersten Ziffern nennen das Jahr der Erstzulassung. Diese beiden Ziffern sind Irlands inoffizieller Neid-und-Status-Code: Zum Millennium, der Jahreswende 1999/2000, war auf der Insel eine wahre Statu
s-Orgie ausgebrochen: Hunderttausende Iren wollten mit einem schönen, neuen und natürlich möglichst großen Auto und dem Kennzeichen »00« anzeigen, dass sie finanziell vorne liegen und auf der Statusleiter ganz nach oben gehören. In den ersten vier Jahren des neuen Jahrtausends wurden deshalb gefühlte zwei Drittel des Wagenbestands erneuert. Wer auf einer alten 94er oder 99er-Limousine sitzen blieb, galt im großen Prahlen der Keltentigerära schnell als erfolgloser Außenseiter.

Dann kam der Absturz, die Rezession, der wirtschaftliche Niedergang. Mit ihm nahm auch die Zahl der Auto-Neuzulassungen drastisch ab, und...


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