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Loreley

von Kai Meyer
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Produktdetails
Titel: Loreley
Autor/en: Kai Meyer

EAN: 9783944866017
Format:  EPUB
MiMe books

Dezember 2013 - epub eBook - 461 Seiten

Anno domini 1320. Auf einer Klippe hoch über dem Rhein ruft ein kleines Mädchen aus einem vergitterten Brunnenschacht. Noch ahnt Ailis, die beim Burgschmied in die Lehre geht, nichts von dem dunklen Geheimnis der Gefangenen. Doch dann geraten Menschen in den Bann des Teufels in Kindsgestalt, und der magische Lockruf der Loreley droht, das Land ins Verderben zu reißen. Nur Ailis kann die Gefahr noch abwenden. Ihr Weg führt sie in das rätselhafte Reich des Spielmannszaubers.
Kai Meyer, geboren 1969, hat über fünfzig Romane veröffentlicht. Seine Bücher wurden in dreißig Sprachen übersetzt und als Film, Hörspiel und Comic adaptiert.

Prolog


Anno Domini 1319


Frage sie, welche Sprache der Mond spricht. Oder warum Gottes Wort Leben erschafft, aber deinem keiner zuhört. Frage sie, ob die Welt wirklich eine Scheibe ist oder vielleicht nur eine Münze, die jemand zum Spaß in die Luft geworfen hat; frage sie, was geschehen wird, wenn der Kopf oben und die Menschen unten landen. Frage sie dies und all die anderen Dinge, die du wirklich wissen willst.

Sie werden dir keine Antwort geben. Denn sie wissen es nicht.

Sie nennen sich erwachsen, dachte das Mädchen Ailis, aber sie wissen nichts. Rein gar nichts.

Ailis saß mit angezogenen Knien auf einem Findling und beobachtete eine Ameise, die mit einer Last, größer als sie selbst, über das poröse Gestein balancierte. Ein Erwachsener, überlegte sie, hätte das kleine Tier wohl zerdrückt, so wie sie alles zerdrückten, das sie nicht verstanden.

Und niemanden, dachte Ailis finster, verstehen sie weniger als mich. Weil sie erst vierzehn war, glaubte sie wirklich daran.

Hinter ihr erhob sich der Wald wie eine Heerschar von Wächtern, starr und düster und flüsternd im Wind. Wie die Wachtposten am Burgtor verstummten auch die Bäume, sobald man sich nach ihnen umschaute. Sie blieben mit ihren Gedanken unter sich, sie drängten sie niemandem auf, und so sollte es, zum Teufel nochmal, jedermann machen! Ganz besonders Väter, die nichts von dem begriffen, was in den Köpfen ihrer Töchter vorging.

Ailis Vater hatte vor Sonnenaufgang die Tür ihrer Kammer im Weiberhaus der Burg aufgestoßen. Er hatte an ihren Schultern gerüttelt und verlangt, dass sie aufstünde. Gefälligst aufstünde. Als ob ihr das nicht bereits klar gewesen wäre, als sie seine Schritte im Treppenhaus gehört hatte. Ailis hörte mehr als jeder andere, ihr Gehör war das beste dies- und jenseits des Rheins, daran zweifelte keiner. Soga
r der Graf, der in letzter Zeit wahrlich andere Sorgen hatte, gestand ihr das zu. Ailis fand allerdings, dass dies eher eine Last denn ein Segen war. Ihr Vater aber, der Leibjäger des Grafen, war stolz auf das Talent seiner Tochter immerhin ein Gefühl, das er für sie aufbrachte.

Du tust ihm unrecht, ihm und auch deiner Mutter, hätte wohl ein Erwachsener gesagt, wenn Ailis ihm davon erzählt hätte. Aber sie sprach nie darüber, und ganz gewiss nicht mit jemandem, der älter war als sie; deshalb blieb sie von all diesem Unsinn verschont. Du tust ihm unrecht. Liebe Güte! Wen kümmerte es denn, wenn ihr Unrecht widerfuhr?

Ihr Vater hatte sie geweckt, damit sie an einer Treibjagd teilnahm, und das, obwohl er wusste, wie sehr sie die Jagd verabscheute. Noch vor Tagesanbruch war der Tross aufgebrochen, hatte mit der Fähre ans andere Rheinufer übergesetzt und sich dort zu Fuß ins Dickicht geschlagen. Ailis Gehör sollte den Männern helfen, die Richtung zu bestimmen, in die ihre Beute floh. Es war erst Ailis zweite Jagd, die erste lag mehrere Jahre zurück. Damals hatte ihr Vater ihren Wunsch respektiert, sie fortan nicht mehr am Töten von Tieren zu beteiligen. Weshalb er dieses Abkommen gerade heute gebrochen hatte, wusste sie nicht. Es hatte keine Erklärungen gegeben, nur stumme Gesichter im Mondschein und Blicke wie das Schimmern eines gefrorenen Wintersees. Bereits kurz nach dem Aufbruch hatte niemand mehr ein Wort gesprochen. Die fünf Männer an der Seite des Grafen schienen zu wissen, was von ihnen erwartet wurde. Ailis fühlte sich in ihrer Mitte fremd und unwillkommen, und zum ersten Mal seit langem kam sie sich wieder wie ein Kind vor. Sie wollte nicht hier sein, wollte nicht zusehen, wie Tiere getötet, gehäutet und ausgenommen wurden.

Aber niemand scherte sich um das, was sie wollte. Spitz die Ohren, hatte ihr Vater gesagt. Und das hatte sie getan. Eine Weile lang. Dann war sie fortgelaufen, hinauf auf den Berg, z
u diesem Findling, von dem aus sie nun hinab auf den Rhein schaute.

In der Ferne hörte sie gelegentlich die Jäger durch Unterholz und Buschwerk brechen, sie vernahm Flüche, einmal sogar den Ruf Da ist es!

Das Ende der Jagd stand kurz bevor, auch ohne Ailis Hilfe. Die Aussicht auf die Schläge ihres Vaters änderte nicht das Geringste an ihrer Überzeugung, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatte; richtig, weil es allein ihre Entscheidung war. Ihr Vater hatte kein Recht, über sie zu verfügen wie über einen seiner Jagdhunde.

Überhaupt, warum nahmen an dieser Jagd keine Hunde teil? Der Gedanke kam ihr jetzt zum ersten Mal. Das alles hatte sie offenbar weit mehr durcheinander gebracht als sie es sich bislang eingestanden hatte.

Und dann, bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, regte sich etwas in ihrem Rücken, und eine Stimme flüsterte: Hilf mir.

Als Ailis erschrocken auf die Füße sprang und herumfuhr, entdeckte sie am Waldrand ein kleines Mädchen. Es war strohblond, fast weißhaarig, und es konnte kaum älter als fünf Jahre sein. Es trug ein zerrissenes Kleid, so schmutzig und ausgefranst, dass nicht mehr auszumachen war, ob es einmal schön oder schlicht, wertvoll oder armselig gewesen war.

Wer bist du?, fragte Ailis und horchte in den Wald. Das Mädchen schien allein zu sein.

Ich habe Angst, sagte die Kleine.

Ist niemand bei dir?

Nein.

Wie heißt du?

Das Mädchen runzelte die Stirn, als sei dies eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gab. Ich bin nur ein Kind, sagte es schließlich, als sei das Erklärung genug.

Ailis fand die Erwiderung der Kleinen sonderbar, gewiss, doch zugleich hatte sie Mitleid mit ihr. Vielleicht war sie von zu Hause fortgelaufen, wie Ailis selbst es oft genug tun wollte tun würde, irgendwann , und
natürlich brauchte das Mädchen Hilfe, das war nicht zu übersehen.

Ailis stand immer noch am Findling, hinter sich die weite Aussicht über das Rheintal. Vom Waldrand und dem Mädchen trennten sie nur wenige Schritte. Das Einzige, was sie davon abhielt, auf die Kleine zuzugehen und ihr schmutziges Gesicht in näheren Augenschein zu nehmen, war der schlechte Geruch, der von ihr ausging. Kein Wunder, wahrscheinlich irrte sie schon seit Tagen allein durch die Wälder.

Das Mädchen streckte eine Hand nach ihr aus. Hilfst du mir?, fragte es.

Sicher. Ailis machte einen Schritt nach vorne. Was ist passiert? Wo sind deine Eltern? Jemand sollte dich waschen. Lieber Himmel, jetzt redete sie schon wie ihre eigene Mutter. Insgeheim aber war sie ein wenig stolz darauf. Sie war eben doch kein Kind mehr, mochte ihr Vater auch noch so oft versuchen, ihr das einzureden.

Das weißblonde Haar der Kleinen unterschied sich kaum von Ailis eigenem. Es war lang, glatt und unordentlich. Seltsamerweise schien es nicht ganz so schmutzig zu sein wie der übrige Körper des Mädchens.

Waschen, wiederholte die Kleine Ailis letztes Wort, als gelte es, sorgfältig darüber nachzudenken. Sauber sein ist gut. Ich bin dreckig. Aber sauber sein ist gut. Machst du mich sauber?

Ailis zögerte. War das Mädchen nicht richtig im Kopf? Ach was, dachte sie, die Kleine ist nur verwirrt. Und wer konnte ihr das verübeln, bei dem, was sie augenscheinlich durchgemacht hatte?

Ailis tat noch einen Schritt auf das Mädchen zu. Der Geruch war schlimm, aber allmählich gewöhnte sie sich daran. Ein zaghaftes Lächeln erschien auf dem Gesicht der Kleinen, die Schmutzkruste um ihre Mundwinkel splitterte, zerstob. Ailis lächelte zurück und streckte den Arm aus, um das Haar des Mädchens zu berühren.

Im selben Moment ertönte jenseits der äußeren Bäume ein Brüllen. Dann schienen die
Schatten selbst Gestalt anzunehmen, unförmig auf Ailis und das Mädchen zuzuflattern wie riesige, flügellahme Vögel.

Doch das, was auf sie zukam, war kein Vogel und auch kein Schatten. Es war ein Netz, dessen Ränder mit Steinen beschwert waren. Einer davon streifte Ailis Stirn, sie taumelte mit einem Keuchen zurück, prallte gegen den Findling. Einen Moment lang trübte sich ihr Blick. Wie durch Wasser sah sie, wie sich das Netz um das Mädchen schloss, eine Faust aus Knoten und Hanf. Die Kleine fiel zu Boden und im gleichen Augenblick stürzten von hinten zwei Gestalten aus dem Wald, packten die Ränder des Netzes und zerrten daran. Als Ailis wieder klar sehen konnte, erkannte sie, dass eine der Gestalten ihr Vater war. Er und der andere Mann zogen das strampelnde Kind im Netz zwischen die Bäume, zurück in den Wald. Ailis sprang auf, lief taumelnd hinterher.

Was tut ihr denn da?, brüllte sie die beiden Männer fassungslos an.

Nicht ihr Vater, sondern der andere Jäger rief schnaufend: Sei still, Kind! Lauf runter zum Ufer und warte, bis wir...


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