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Was glaubst du eigentlich?

Weltsicht ohne Religion.
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Produktdetails
Titel: Was glaubst du eigentlich?
Autor/en: Rita Kuczynski

EAN: 9783862842612
Format:  EPUB
Weltsicht ohne Religion.
Ch. Links Verlag

Dezember 2013 - epub eBook - 192 Seiten

Mehr als ein Drittel der Deutschen ist konfessionslos. Dennoch spielen die Lebensansichten der Menschen ohne Religion in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle. Dabei leben sie keineswegs orientierungslos in dieser Welt. Sie haben ­eigene Werte und Maßstäbe und lösen ihre Gewissensentscheidungen auf ganz eigene Weise. Rita Kuczynski hat mehr als 50 Nichtreligiöse aus Ost- und Westdeutschland ausführlich befragt, woran sie denn glauben, wenn sie nicht an Gott glauben, worin sie den Sinn ihres Lebens sehen, an welchen Werten sie ihr Handeln ausrichten, wie sie Trost finden und welche Vorstellungen sie vom Tod haben. Die Philosophin und Romanautorin wertet zudem die einschlägige Literatur aus und gibt aufschlussreiche ­Einblicke in die große Vielfalt weltlicher Grundüberzeugungen.
Rita Kuczynski: Jahrgang 1944, aufgewachsen in Berlin, dort Studium der Musik und Philosophie. 1976 Promotion an der Akademie der Wissenschaften der DDR über Hegel. Zahlreiche Gastvorlesungen u. a. in New York und Washington, Lehraufträge im In- und Ausland. Freie Tätigkeiten u. a. für FAZ, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit und verschiedene Rundfunkanstalten. Autorin zahlreicher Sachbücher und Romane.

Glaube ohne Gott


Um es vorwegzunehmen: Es gibt ihn, den Glauben ohne Gott. Jeder Mensch glaubt. Es ist eine Vorverurteilung zu behaupten, wer nicht an Gott glaube, habe überhaupt keinen Glauben. Wahr ist: Nicht jeder Mensch glaubt an Gott. Und: Diese Tendenz ist seit etwa 300 Jahren steigend. Die einen glauben an die Menschenrechte, die anderen an ihre Mutter, wieder andere an die Evolution oder an die Liebe, nochmal andere glauben an Karl Marx oder an die Kraft der Edelsteine. Nicht zu vergessen sind diejenigen, die glauben, nichts zu glauben. Die Fähigkeit, glauben zu können, ist ein Grundvermögen der Menschen. Sie ist eine anthropologische Grundfähigkeit, so wie das Denken. Alle Menschen denken und alle Menschen glauben. Ohne diese Fähigkeiten wären die Menschen nicht überlebensfähig. Anthropologen haben seit Jahrzehnten diesen Zusammenhang beschrieben: Um Gefahren zu entgehen, mussten schon die Ahnen der Menschen das, was sie wahrnahmen, und war es noch so unvollständig, interpretieren. Ohne diese Interpretationsfähigkeit des menschlichen Gehirns hätte menschliche Entwicklung nicht stattgefunden. Ohne diese Fähigkeit, das Wahrgenommene zu deuten und daraus abzuleiten, was wahr und was falsch ist, hätte die Gattung Mensch nicht überlebt. Die Menge ihres Für-wahr-Haltens machte schon in der Frühzeit der Menschen einen Teil ihres Erkenntnisstandes aus und beruhte unter anderem darauf, wie sehr sie sich mit ihrer natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt auseinandergesetzt hatten.16 Das eigentlich Spannende ist also nicht, dass gedacht und geglaubt wird, sondern was, zu welcher Zeit, unter welchen Umständen.

Es gibt augenblicklich schon mehr als eine Milliarde Menschen, die ihren Glauben nicht mehr aus religiösen Inhalten beziehen. Das bedeutet, der Gegenstand ihres Glaubens
ist nicht auf Gott als Schöpfer, als ein höheres Prinzip oder Wesen gerichtet. Die Festlegung von Legenden, Erzählungen, Geschichten, Erfahrungen, von Werten und sittlichen Geboten auf allein diesen oder jenen religiösen Zusammenhang ist die Verabsolutierung einer Glaubensweise, die im Zeitalter der Säkularisierung sichtbar brüchig geworden ist.

Entstanden ist die Gleichung »Glaube« = »Glaube an Gott« im Verlauf der jahrhundertelangen Dominanz der Kirchen, in der sie Macht genug hatten zu bestimmen, was Glaube ist und was nicht. In jenem Zeitalter kirchlicher Deutungshoheit in Sachen Glauben setzte sich die Idee fest, zu glauben bedeute immer, an Gott zu glauben. Diese Vereinnahmung und Absolutsetzung einer allgemeinen Fähigkeit der Menschen als eine besondere, allein auf Gott gerichtete Fähigkeit wurde von den Kanzeln als unerschütterliches Dogma verkündigt und verteidigt.

Es ist hinlänglich bekannt, wie die Kirche ihren Alleinvertretungsanspruch in Sachen Glauben mit aller Macht und all ihren Mitteln zu erhalten versuchte. Es sei nur an die zahllosen Opfer der Ketzer- und Hexenverfolgung erinnert.

Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es nun an der Zeit zu erklären, worüber wir sprechen, wenn wir über »Säkularisierung«, »Säkularität« und »säkulare Zeit« reden, da diese Begriffe in der Literatur in ganz unterschiedlichen Kontexten gebraucht werden. Wird in unserem Zusammenhang hier von »säkularer Zeit« gesprochen, geht es uns »vor allem um die Bedingungen des Glaubens. [Hervorhebung R. K.] So aufgefaßt, besteht der Wandel hin zur Säkularität unter anderem darin, daß man sich von einer Gesellschaft entfernt, in der der Glaube an Gott unangefochten ist, ja außer Frage s
teht, und daß man zu einer Gesellschaft übergeht, in der dieser Glaube eine von mehreren Optionen neben anderen darstellt.«17

In diesem Zusammenhang sei, um weitere Missverständnisse zu vermeiden, auch noch gesagt, dass wir, wie viele andere Autoren, unterscheiden zwischen Glauben als Für-wahr-Halten, im Sinne von Meinen, von Vermuten, von Überzeugtsein, Gewissheit haben, Annehmen etc., und dem Glauben an ein Transzendentes, das heißt an eine höhere Idee, an ein höheres Prinzip. Dies Transzendente kann ein göttliches Wesen sein, muss aber nicht.

Mehr und mehr hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass der Glaube an ein höheres Prinzip nicht a priori religiösen Inhalts ist. Es gibt durchaus Ideen nichtreligiösen Inhalts und nichtreligiöse Prinzipien, an die geglaubt werden kann und geglaubt wird. Man denke nur an die Idee der Menschenrechte, die durchaus ein Werteangebot für sittliches Handeln sind. Und das übrigens auch deshalb, weil sie historisch Wurzeln im Christentum haben. Denn um die Gleichheit der Menschen ging es auch der Kirche. Nur war die begrenzt auf die Gleichheit aller vor Gott. Die Erklärung der Menschenrechte holte die Gleichheit der Menschen auf die Erde. Ihr Ideal ist bekanntlich Gleichheit vor den weltlichen Gesetzen. Das bedeutet, die Gleichheit der Menschen und ihre Verantwortung für ihr Handeln wird bereits im Diesseits angesiedelt. Für die Verwirklichung und Einhaltung dieses Ideals engagieren sich Menschen vieler Länder in zahlreichen Gremien, beispielsweise in der UNO und am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Es sind nicht nur die Bedingungen, unter denen die Menschen heute glauben, andere geworden. Auch die Inhalte haben sich gewandelt. So wie der Glaube an Gott vor 500 Jahren ein anderer war, als der Glaube an Gott in der Gegenwart, ist
der Gottesglaube überhaupt nur noch eine Option unter vielen. Doch Menschen, die nicht an Gott glauben, werden noch immer als »Ungläubige« oder »Nichtgläubige« bezeichnet. Noch 1965 richtete der Vatikan ohne größere Proteste der Konfessionslosen einen »Rat für den Dialog mit den Nichtglaubenden« ein. Eine der Ursachen für diese Gründung war die stetige Zunahme von Menschen, die nicht mehr an Gott glauben wollten oder konnten. Seitdem hat sich zwar mehrheitlich die Einsicht durchgesetzt, dass der Glaube an Gott nur eine unter vielen Optionen ist. Doch streiten die Kirche und ihre Theologen wie vor Jahrhunderten noch immer um den wahren Glauben und meinen eigentlich nur Varianten des christlichen.

Viele der organisierten Atheisten streiten mit und führen die Resultate der Naturwissenschaften als Beweise gegen den »wahren« Glauben der Kirche an. Wenig Raum in der Diskussion organisierter Atheisten nimmt hingegen die Frage ein, woran denn nun die Religionslosen, also die, die nicht an Gott glauben, stattdessen glauben. Ihre Diskussion konzentriert sich vornehmlich auf philosophische Megadispute wie: Gott und / oder Evolution, Unendlichkeit oder Ewigkeit, Urknall und / oder Schöpfung usw. Bei diesen Diskussionen von eher universellem Charakter werden die konkreten Inhalte dessen, woran Religionslose tatsächlich glauben, weitgehend ausgeklammert. Der atheistische Diskurs zu dieser Frage bleibt hier eher vage und ist für die Binnendiskussion von weniger Relevanz. Denn wichtiger scheint der Tatbestand, dass die Konfessionslosen nicht an Gott glauben, womit der Zugehörigkeit zu der Großgruppe der Nicht-Gottgläubigen vorerst Genüge getan ist.

Umso lohnender war es, die Konfessionslosen ausdrücklich zu ihrem Glauben zu befragen. Die Antworten waren höchst aufschlussreich. Bei den Konfessionslosen aus
Ost- und Westdeutschland kam in ihren Antworten klar ihre unterschiedliche Sozialisierung zum Ausdruck: So antworteten die Konfessionsfreien aus den neuen Bundesländern viel unbefangener auf die Frage, woran sie denn nun glauben – da sie nie an Gott glaubten. Die Interviewten aus Ostdeutschland hatten in ihren Antworten zuallererst nicht den kirchlich besetzten Begriff von Glauben an ein höheres Wesen im Sinn, gegen den sie sich abzugrenzen versuchten. Ihre Erfahrung mit der Kirche als Glaubenseinrichtung tendierte gen null. Spuren einer Wiederbelebung christlichen Glaubens nach 1989 waren nicht zu finden. Da halfen auch keine von den Kirchen angebotenen Schnupperkurse. Die vom sozialistischen Staat über 40 Jahre verordnete atheistische Erziehung hatte ihre Wirkung nicht verfehlt. Sie war so gründlich, dass auch 20 Jahre nach dem Niedergang des »Arbeiter- und Bauernstaates« selbst von einer geringen Angleichung der Kommunikationsebenen zwischen Ost- und Westdeutschland in Sachen Religion nicht gesprochen werden kann. Das Interesse an Gottesdingen ist und bleibt so gering, dass die Lebenswelt der Ostdeutschen kaum von ihnen berührt wird. Statistiken zeigen, dass die Zahl der Kircheneintritte nicht der Rede wert ist.18 Zu Recht spricht man heute davon, dass eine der wenigen bleibenden Erbschaften des Sozialismus auf dem Territorium der ehemaligen DDR ein »Volksatheismus« (Horst Groschopp) ist, wie er auf dem Gebiet der ehemaligen sozialistischen Länder sonst nur noch in Estland existiert.

Es soll hier nicht auf die Ursachen dieses Phänomens eingegangen werden. Verwiesen sei nur auf die protestantische Prägung des östlichen Deutschlands lange vor der Gründung der DDR. Schließlich hat Luther in Wittenberg und nicht in Bayern seine Thesen an die Kirchentür geschlagen und damit den Anstoß zur Reformation gegeben. Nachgegangen werden soll ebenfalls n
icht dem Phänomen, wie die ohnehin schon schwachen Bindungen der Menschen an die Glaubenssätze der Kirchen unter den Lebensbedingungen im Osten Deutschlands noch schwächer wurden. Die Folgen der Entkirchlichung auf dem Gebiet der DDR durch die sozialistischen Doktrinen sind ebenfalls in der Literatur hinlänglich beschrieben (vgl. die am Ende des Buchs aufgeführten Publikationen von Detlef Pollack und Monika Wohlrab-Sahr).

Hier soll...


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