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Das wahre Wesen der Dinge

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Produktdetails
Titel: Das wahre Wesen der Dinge
Autor/en: Ted Chiang

EAN: 9783944720180
Format:  EPUB
Übersetzt von Karin Will
Golkonda Verlag

Januar 2014 - epub eBook - 281 Seiten

Der Grafiker Leon erwacht nach einem Unfall, und nichts ist, wie es vorher war: Von Albträumen geplagt, muss er erkennen, dass die Ärzte ein neuartiges Medikament erprobt haben, um sein beschädigtes Gehirn zu retten ¿ für Leon beginnt eine Reise über alle Grenzen menschlicher Erfahrung hinaus.

Die Tierpflegerin Ana erhält einen ungewöhnlichen Auftrag: Sie soll digitale Wesen, die über Bewusstsein und Empfindungen verfügen, als Erzieherin betreuen. Zunächst sind die Menschen entzückt von den süßen »Digis«, doch dann stellt ihre Existenz die Menschen vor immer komplexere Fragen.

Ein Knopf und ein Lämpchen ¿ aus nicht viel mehr besteht das neue technische Spielzeug. Doch wer den Knopf drückt, für den gerät die Welt aus den Fugen. Denn nichts ist so tödlich wie ein Gedanke, den es eigentlich nicht geben dürfte ...

Mit seinen Geschichten eröffnet uns Ted Chiang Welten, die in ihrer Konsequenz verblüffend neu und zutiefst beunruhigend sind. Was passiert, wenn die Logik uns im Stich lässt? Wenn Schönheit nichts mehr bedeutet? Sind nichtmenschliche Gefühle weniger wert als menschliche? Nach Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes macht der zweite Storyband des vielfach preisgekrönten US-amerikanischen Autors weitere Kostbarkeiten der SF endlich auch deutschen Lesern zugänglich.
Ted Chiang ist studierter Informatiker. Er arbeitet als technischer Autor in der Software-Industrie und lebt in Bellevue in der Nähe von Seattle, Washington.

1

Teilt man eine Zahl durch null, ist das Ergebnis nicht unendlich. Das kommt daher, dass die Division als die Umkehrung der Multiplikation definiert ist: Wenn man etwas durch null geteilt hat und es danach mit null multipliziert, erhält man als Ergebnis wieder die Ausgangszahl. Doch unendlich mal null ergibt null und nichts anderes. Es gibt nichts, das man mit null multiplizieren könnte, um ein Ergebnis ungleich null zu erhalten; aus diesem Grund gilt das Ergebnis einer Division durch null buchstäblich als »nicht definiert«.

1a

Renee sah gerade aus dem Fenster, als Mrs. Rivas sie ansprach.

»Sie gehen schon wieder, nach nur einer Woche? Sie waren ja kaum richtig da. Ich bleibe noch lange hier, das steht fest.«

Renee rang sich ein höfliches Lächeln ab. »Ich bin sicher, bei Ihnen dauert es nicht mehr lange.« Mrs. Rivas war die Intrigantin auf der Station. Jeder wusste, dass nichts dahintersteckte, wenn sie mal wieder einen ihrer Versuche startete, aber die Pfleger behielten sie ein wenig im Auge, damit sie nicht rein zufällig einmal damit Erfolg hatte.

»Ha. Die wollen hier, dass ich gehe. Wissen Sie, was die für Scherereien mit der Versicherung haben, wenn man während des Aufenthalts stirbt?«

»Ja, das weiß ich.«

»Was anderes kümmert die nicht, das ist sonnenklar. Immer geht es nur um Geld …«

Renee klinkte sich aus und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder dem Fenster zu. Sie beobachtete einen Kondensstreifen, der sich über den Himmel zog.

»Mrs. Norwood?«, rief eine Krankenschwester. »Ihr Mann ist da.«

Renee schenkte Mrs. Rivas erneut ein höfliches Lächeln, dann ging sie.

1b

Carl unterschrieb noch einmal, und dann nahm die Krankenschwester endlich die Formulare mit, damit es weitergehen konnte.

E
r erinnerte sich daran, wie er Renee in die Klinik gebracht hatte, und dachte an all die Standardfragen beim ersten Gespräch. Er hatte sie mit stoischer Ruhe beantwortet.

»Ja, sie ist Mathematikprofessorin. Sie steht im Who is Who

»Nein, ich bin Biologe.«

Und:

»Ich hatte eine Schachtel mit Objektträgern zu Hause vergessen, die ich für meine Arbeit brauchte.«

»Nein, das konnte sie nicht wissen.«

Und genau, wie er erwartet hatte:

»Ja, das stimmt. Vor etwa zwanzig Jahren, während meines Studiums.«

»Nein, ich wollte springen.«

»Nein, ich kannte Renee damals noch nicht.«

Und immer so weiter.

Schließlich hatten sie sich davon überzeugt, dass er in der Lage war, sich um Renee zu kümmern, und einer Entlassung zugestimmt, damit sie ambulant weiterbehandelt werden konnte.

Im Rückblick war Carl auf abstrakte Weise überrascht. Abgesehen von einem einzigen Augenblick hatte es während der qualvollen Prozedur nie so etwas wie ein Déjà-vu gegeben. Während der ganzen Zeit, in der er sich mit dem Krankenhaus, den Ärzten und den Schwestern hatte auseinandersetzen müssen, hatte er sich nur innerlich taub und von der zähen Routine gelangweilt gefühlt.

2

Es gibt einen bekannten »Beweis«, dass eins gleich zwei ist. Er beginnt mit ein paar Definitionen: »Es sei a =1 und b =1«; und endet mit der Schlussfolgerung »a = 2a«, also ist eins gleich zwei. Inmitten des Beweises ist unauffällig eine Division durch null versteckt, und von da an verliert der Beweis den Boden unter den Füßen, und alle Regeln werden null und nichtig. Erlaubt man die Division durch null, kann man damit nicht nur beweisen, dass eins gleich zwei ist, sondern auch, dass überhaupt alle Z
ahlen – seien sie real oder imaginär, rational oder irrational – gleich sind.

2a

Als sie und Carl zu Hause waren, ging Renee sofort in ihr Arbeitszimmer, drehte alle Papiere auf ihrem Schreibtisch um und schob sie, ohne hinzusehen, zu einem Haufen zusammen. Wann immer die Ecke eines Blattes dabei durch Zufall umknickte, sodass Renee die beschriebene Seite sah, zuckte sie zusammen. Kurz erwog sie, die Papiere zu verbrennen, doch das wäre inzwischen nur noch ein symbolischer Akt gewesen. Genauso gut konnte sie einfach nie wieder einen Blick darauf werfen.

Die Ärzte hätten es wahrscheinlich als zwanghaftes Verhalten bezeichnet. Renee runzelte die Stirn, als sie sich daran erinnerte, wie entwürdigend es war, die Patientin solcher Dummköpfe zu sein. Wegen Selbstmordgefahr hatte man sie in die geschlossene Abteilung gesteckt, wo die Pfleger sie rund um die Uhr hatten bewachen sollen. Und sie erinnerte sich an die Gespräche mit den Ärzten, die so herablassend, so durchschaubar gewesen waren. Renee war zwar nicht manipulativ wie Mrs. Rivas, aber es war ganz leicht. Man musste einfach nur sagen: »Ich weiß, dass es mir noch nicht gut geht, aber ich fühle mich schon besser«, und schon galt man als nahezu reif für die Entlassung.

2b

Einen Augenblick lang beobachtete Carl Renee von der Tür aus, dann ging er weiter durch den Flur. Er wusste noch, wie er selbst vor beinahe zwanzig Jahren entlassen worden war. Seine Eltern hatten ihn abgeholt, auf der Rückfahrt hatte seine Mutter irgendeine dumme Bemerkung darüber gemacht, wie sehr alle sich freuen würden, ihn zu sehen, und er hatte sich sehr zusammenreißen müssen, um nicht ihren Arm abzuschütteln, den sie ihm um die Schulter gelegt hatte.

Er hatte für Renee das getan, was er sich selbst damals im Krankenhaus gewünscht hätte. Jeden Tag hatte er sie besucht, obwo
hl sie ihn zunächst nicht hatte sehen wollen – um da zu sein, wenn sie schließlich dazu bereit war. Manchmal hatten sie sich unterhalten, und manchmal hatten sie einfach Spaziergänge über das Anstaltsgelände gemacht. Er fand, dass er sich richtig verhielt, und er wusste, dass sie ihm dankbar war.

Doch trotz aller Bemühungen empfand er ihr gegenüber nichts außer Pflichtgefühl.

3

In den Principia Mathematica versuchten Bertrand Russell und Alfred Whitehead, ausgehend von formaler Logik, der Mathematik eine exakte Grundlage zu geben. Sie begannen mit dem, was sie als Axiome ansahen, und entwickelten daraus immer komplexere Lehrsätze. Auf Seite 362 waren sie so weit, dass sie »1 + 1 = 2« beweisen konnten.

3a

Als Renee im Alter von sieben Jahren einmal die glatten Marmorfliesen eines Fußbodens im Haus eines Verwandten entdeckt hatte, war sie von den perfekten Quadraten verzaubert gewesen. Eine einzelne Fliese, zwei Zweierreihen, drei Dreierreihen, vier Viererreihen: Die Fliesen fügten sich zu einem Quadrat. Natürlich. Egal, von welcher Seite aus man es betrachtete, es kam immer das Gleiche heraus. Und nicht nur das, jedes Quadrat enthielt eine ungerade Anzahl Fliesen mehr als das vorherige. Es war eine Offenbarung. Das Ergebnis war von bestechender Logik: Es lag Wahrheit darin, die von der kühlen, glatten Oberfläche der Fliesen bestätigt wurde. Und wie die Fliesen zusammenpassten und dort, wo sie einander berührten, unfassbar dünne Linien bildeten – diese Präzision hatte Renee erzittern lassen.

Später folgten weitere Erkenntnisse, weitere Leistungen. Die erstaunliche Dissertation mit dreiundzwanzig Jahren, danach mehrere Veröffentlichungen, für die sie viel Bewunderung erntete. Man hatte sie mit von Neumann verglichen, Universitäten hatten sie umworben. All dem hat
te sie nie viel Beachtung geschenkt. Ihr ging es um jenes Gefühl der Wahrheit, das in jedem neuen Theorem steckte, so eindringlich wie die Beschaffenheit der Fliesen und so exakt wie deren Fugen.

3b

Nach Carls Meinung war der Mensch, der er heute war, nach seinem Selbstmordversuch geboren worden, und zwar, als er Laura kennengelernt hatte. Nach der Entlassung aus der Psychiatrie war er nicht in der Stimmung gewesen, sich mit anderen Leuten zu treffen. Doch einem seiner Freunde war es gelungen, ihn mit Laura bekannt zu machen. Zuerst hatte er sie auf Abstand gehalten, doch sie war klüger gewesen. Sie hatte ihn geliebt, solange es ihm schlecht ging, und ihn freigegeben, als er geheilt war. Durch sie hatte Carl viel über Empathie gelernt und war ein neuer Mensch geworden.

Nachdem sie ihren Master gemacht hatte, war Laura weggezogen, während er an der Universität geblieben war, um in Biologie zu promovieren. In späteren Jahren hatte er noch einige Krisen und auch Liebeskummer durchgemacht, aber er war nie wieder verzweifelt.

Voll Staunen dachte Carl daran, was für ein Mensch sie gewesen war. Seit dem Studium hatte er nichts mehr von ihr gehört. Wie war es ihr seither ergangen? Wen hatte sie wohl später geliebt? Schon sehr früh hatte er begriffen, was für eine Liebe das war und welche Art von Liebe es nicht war, und seine Wertschätzung für diese Liebe war grenzenlos.

4

Im frühen 19. Jahrhundert begannen Mathematiker, Geometrien zu erschließen, die sich von der euklidischen Geometrie unterschieden. Diese neuen Geometrien führten zu Ergebnissen, die völlig absurd schienen, jedoch keine logischen Widersprüche beinhalteten. Später erwies sich, dass diese nicht-euklidischen Geometrien in Bezug auf die euklidische Geometrie konsistent waren: Sie waren in sich widerspruchsfrei – unter der Voraussetzung, dass die euklidische Geometrie wi
derspruchsfrei war.

Den Mathematikern gelang es nicht, die Konsistenz der euklidischen Geometrie zu beweisen. Am Ende des 19. Jahrhunderts war man nicht weitergekommen als bis zu dem Beweis, dass euklidische Geometrie konsistent war, solange die Arithmetik konsistent war.

4a

Damals, als alles begann, hatte Renee zunächst gedacht, es sei nur...


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