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Mein kleines Schicksal

Ein Leben von A bis Z.
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Produktdetails
Titel: Mein kleines Schicksal
Autor/en: Willy Heine

EAN: 9783864559044
Format:  EPUB ohne DRM
Ein Leben von A bis Z.
edition fischer

Februar 2014 - epub eBook - 358 Seiten

Ein Leben wie so viele andere - und ein Paradebeispiel für die deutsche Kriegsgeneration. Als Junge von den Nationalsozialisten geködert, später an der Front ums Überleben kämpfend, als Erwachsener dann am Wirtschaftswunder beteiligt, breitet der Autor seine ganz persönliche Lebensgeschichte mit allen Höhen und Tiefen vor dem Leser aus.
Willy Heine wurde 1925 in Merk­lingen, heute Stadt­teil von Weilderstadt, geboren. An die schulische Ausbildung schloss sich eine Mecha­nikerlehre an. 1943 wurde er eingezogen und geriet am Ende des Zweiten Welt­kriegs in Gefangenschaft. Später war er als Mechaniker tätig, nach einer Wei­ter­bildung als Kalkulator und schließlich als Tech­nischer Abtei­lungs­leiter. Inzwischen im Ruhestand, dreht der Autor und Hobbyfotograf ­leiden­schaftlich gern Amateur­filme.

2. Lehrzeit


Drei Jahre lang musste ich von nun an früh um 5 Uhr aufstehen, mit dem Fahrrad zum Bahnhof nach Weilderstadt radeln, das Rad gegen eine Monatsgebühr von 2 RM in einen Radschuppen unterstellen und dann mit dem Zug 5 Uhr 45, fast eine Stunde lang, bis Feuerbach fahren. Die Arbeit begann um 7 Uhr. Um 16 Uhr 30 war Arbeitsschluss, gegen 18 Uhr 30 war ich wieder zu Hause. Wer dreimal ohne stichhaltige Begründung zu spät zur Arbeit kam, wurde fristlos entlassen.

Es fiel mir am Anfang sehr schwer, mich in die neue Umgebung und die neuen Lebensumstände hineinzufinden. Ich hatte in der ersten Zeit Heimweh und fühlte mich meinen – meist aus der Stadt stammenden – Mitlehrlingen in jeder Hinsicht unterlegen.

Lehrlinge hatten aufmerksam zu sein und dem Meister widerspruchslos zu folgen. Unser Meister Krebs war vom alten Schlag. Wenn einem etwas kaputtging, oder wenn man die vorgezeigten Maschinenbedienungsgriffe nicht gleich kapierte, gab es keine Nachsicht und mit einer Bestrafung war er schnell bei der Hand. Mein Schraubstocknachbar Ewald Graf begriff einmal nach der Meisterunterweisung an der Fräsmaschine die Handhabung nicht und bekam so lange Ohrfeigen, bis er’s richtig machte. Ewald Grafs Vater beschwerte sich damals, so dass es mit Schlägen austeilen aufhörte, doch Ohrfeigen gab es hin und wieder immer noch.

Die NS-Schulung war in der Bosch-Lehrwerkstatt noch intensiver als in Merklingen. Grußpflicht, Frühappelle und politischer Unterricht gehörten zum Lehrplan. Hitlerreden wurden gemeinsam angehört. Alle Lehrlinge setzten sich auf die Werkbank und lauschten den Führerworten aus den Werkstattlautsprechern.

Viel Freude hatte ich an dem Beruf nicht, viel lieber hätte ich eine Kopfarbeit erlernt, aber es gab eben keine Alternative, jed
enfalls kam mir erst gar nicht der Gedanke, mich ernstlich gegen Vaters Pläne zu stellen. So fuhr ich Woche für Woche zu meiner Bosch-Lehrlingswerkstatt, lernte Feilen und Schmieden, Fräsen und Drehen, Hämmern und Hobeln und bekam im ersten Lehrhalbjahr einen Wochenlohn von 5 Reichsmark und 45 Pfennig. 5 Mark kostete allein die Monatskarte der Bahn, 2 Mark der Radschuppen, was ich selbst bezahlen musste. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Nach einiger Zeit hat man sich – wohl oder übel – den Tagesabläufen anpassen müssen, ob es einem passte oder nicht.

Mein Vater richtete mir morgens mein Vesper, meist ein dickes Stück Brot, ein Stück Wurst oder Käse dazu, in Zeitungspapier eingewickelt. Um 9 Uhr hatten wir eine Viertelstunde Vesperzeit. Man setzte sich auf die Werkbank, holte das Vesperbrot heraus und vesperte. Wenn ich dann meinen Ranken Brot und meinen Bollen Wurst aus der Tasche nahm, rümpften meine Nebensitzer am Anfang etwas die Nase. Ich war nicht der beste und nicht der schlechteste Lehrling, hielt mich immer so in der Mitte. Dieses – in der Mitte bleiben – hat sich über die Jahre hin gut bewährt.

Zu den hundert Lehrlingen meines Jahrgangs bekam ich unterschiedliche Kontakte. Einige hatten das Abitur oder die Mittlere Reife. Die waren sowieso älter, intelligenter und bildeten eine Gruppe für sich. Wir, die von der Volksschule kamen, fanden wiederum schneller untereinander zusammen zu einem kameradschaftlichen Umgang.

Näher gekommen ist mir, unter anderen, der Leon Napf, groß und kräftig und bei jedem Gespräch wortführend, oder der Karl Prinz vom Stuttgarter Norden, athletisch gebaut, sportlich und klug. Sie machten auf mich schon Eindruck und waren mir Vorbilder. Am Anfang konnte ich nicht so mithalten, kam ich doch vom hinteren Gäu, wo sich Fuchs und Has‘ gute Nac
ht sagen. Das änderte sich aber mit der Zeit. Irgendwann wurde ich dann anerkannt.

Fritz Napf traf ich nach dem Krieg einmal kurz in der Stadt, seine Kriegserlebnisse haben ihn kleinlaut werden lassen, und der Karl Prinz wurde, nach Weiterbildung und längerer Tätigkeit bei Bosch, selbständiger Betriebsberater und nebenher Prediger bei den Neuaposteln. Zufällig trafen wir uns nach 40 Jahren auf der Straße und sprachen lange miteinander. Bei einem Autounfall kam er leider ums Leben.

Vom ersten bis zum letzten Tag meiner Lehrzeit war Krieg, doch hatte dies, außer der lauten Kriegspropaganda, wenig Einfluss auf unseren Alltag. Im dritten Lehrjahr gab es zweimal in der Nacht einen feindlichen Fliegerangriff auf Feuerbach, dabei fielen auch Bomben. In der Mittagspause suchten wir nach Bombensplittern auf der Straße. Einige davon habe ich noch daheim. Unsere Ausbilder hielten uns auf Trab. Wir mussten folgen, jede Drecksarbeit tun und wehe es muckte einer auf. Lehrjahre seien keine Herrenjahre – wie wahr.

Daheim war die Jungvolkzugehörigkeit beendet, und man wurde jetzt in die HJ, die Hitlerjugend, übernommen. Abendlichen und sonntäglichen HJ-Dienst gab es weiterhin. Wohlgemerkt, es war Krieg. Zu den üblichen Dienstplänen kam Kleinkalibergewehrschießen dazu. Wenn ich auch im Sport nicht so gut war, im Schießen war ich spitze. Wir hatten in Kurt Gutmann einen guten, ausgeglichenen HJ-Führer, den ich sehr schätzte. Er wurde nach 1 ½ Jahren zur Wehrmacht eingezogen und ich musste (durfte) nach einiger Zeit seine Stelle als HJ-Scharführer und Standortführer einnehmen.

Der von dem deutschen Volk vergötterte Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hatte es fertiggebracht, uns zu überzeugen, dass die ganze Welt schlecht und nur das von ihm geführte heilige Deutschland gut
sei. Deshalb führten wir bald gegen die ganze Welt Krieg. Einige wollten das einfach nicht begreifen. Leider zählte ich zu den anderen, die den Nationalsozialismus zu begreifen meinten und die an Hitler glaubten (bis 1944). Menschen sind dressierbar, nicht nur die Dummen, auch die Gescheiten waren überwiegend für Hitler – so schien es mir wenigstens.

Meine Mutter kam einmal von einem Verwandten-Besuch von München zurück und rief mir schon ganz aufgeregt von Weitem zu: »Ich habe den Hitler gesehen, ich habe den Hitler gesehen!« Sie meinte, man müsse Hitler zwingen, Kinder zu zeugen, wo er doch ein solches Genie sei.

An die Siege der deutschen Wehrmacht, zu Lande, zu Wasser und in der Luft, durch Sondermeldungen und Wochenschauen jedem nahegebracht, gewöhnte man sich mit der Zeit und hielt sie bald für normal. Die Deutschen waren die Besten, nicht nur als Menschen untereinander, sondern auch als Krieger, Kämpfer, Helden – eben rundum.

Der Feldzug gegen Russland brachte viele Deutschen erstmals zum Nachdenken, weil der Napoleon damals auch in Russland geschlagen worden sei. So hörte man hinter vorgehaltener Hand sagen. Ob sich das mit dem Russlandfeldzug der Hitler auch gut überlegt hat, fragten sich die Leute. Zwei Vorfälle passten nicht in mein Weltbild. Einmal: Unser ehemaliger HJ- Führer Gutmann kam auf Urlaub und ich bat ihn, bei einem Heimabend über seine Fronterlebnisse zu berichten. Er lehnte das ohne eine Begründung rundweg ab. Was ich viel später erst begriff. Das zweite: Der Vater von meinem Freund Walter erzählte unter vorgehaltener Hand, dass er zeitweise mit Hitler im Ersten Weltkrieg zusammen an der Front gewesen war. Hitler wäre alles andere als kameradschaftlich gewesen.

Im Winter 1941/42 sammelten wir warme Kleider für die Soldaten in Russland und gab
en schweren Herzens unsere Skier ab. 47 Paar Skier wurden von unserem Ort abgeliefert. Am 30. Januar 42 hielt Hitler eine Rundfunkansprache und schilderte den heldenhaften Kampf der deutschen Armee um Stalingrad. Wie es wirklich war, erfuhr man erst nach dem Krieg.

Immer öfter fanden in der Turnhalle Trauerfeiern für Gefallene statt. Gefallen für Führer, Volk und Vaterland, las man dann. Die SA, SS, DJ, HJ. BDM und sonstige NS-Verbände versammelten sich im Festsaal. Wir HJ-Führer standen während der Gedenkfeier in strammer Haltung rechts und links vom Rednerpult, auf dem ein schwarz umrahmtes Bild des Gefallenen (manchmal auch mehrerer) stand. Die Blasmusik spielte einen Trauermarsch. Einer zitierte ein vaterländisches Gedicht. Der Ortsgruppenleiter, der ein guter Redner war, hielt eine Traueransprache und am Ende sang man gemeinsam »Die Fahne hoch …« und »Deutschland, Deutschland, über alles …!« Diese Feierstunden vergisst man nicht. Meist kannte man die Gefallenen und wurde vom Schmerz, dass sie nicht mehr heimkamen, mit ergriffen. Aber das hat der Krieg so an sich, dachte man.

Es gab auch Erfreuliches. Bei der HJ-Führungsstelle, dem Bann, konnte man Eintrittskarten für allerlei Veranstaltungen bekommen. So kam ich zum ersten Mal in meinem Leben ins Staatstheater nach Stuttgart. »Die Entführung aus dem Serail« von Mozart wurde gespielt. Wahrscheinlich verwöhnt vom Kino, kam mir das Bühnenbild sehr einfach vor. Der musikalische Genuss war großartig. Mozarts Musik mag ich seitdem. Etwas später durfte ich mit Karle in den Zirkus Busch. So gab es immer wieder Abwechslung im Alltag.

Unser Dorfarzt Dr. Hilfreich hatte auf dem Berg ein Waldstück, in dem eine etwas heruntergekommene Holzhütte stand. Im Ort sprach man von Doktors Villa. Ich fragte den alt gewordenen Doktor, o
b wir Jungen...


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