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Schattenmann

Kriminalroman. Originaltitel: Brotherhood of Fear.
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Produktdetails
Titel: Schattenmann
Autor/en: Paul Grossman

EAN: 9783841208064
Format:  EPUB
Kriminalroman.
Originaltitel: Brotherhood of Fear.
Übersetzt von Wolfgang Thon
Aufbau Digital

16. Juli 2014 - epub eBook

Fluchtpunkt Paris Juni 1933. Kraus, der hochdekorierte jüdische Kommissar aus Berlin, muss nach Paris fliehen. Hier hat er den Status eines unerwünschten Flüchtlings. Auch die Pariser Polizei ist an seinen Diensten nicht interessiert. Nur ein Detektiv bittet ihn um Mithilfe. Kraus soll einen jungen Studenten beobachten. Eine harmlose Aufgabe. Bis der Student auf offener Straße erstochen wird und Kraus an dessen zwielichtige Freundin Vivi gerät, die ihn sogleich fasziniert. Doch damit nicht genug - bald geschieht ein zweiter Mord, und Kraus begreift, dass er mitten in eine geheimnisvolle Verschwörung geraten ist, die ganz Paris in Atem hält. Ein ungewöhnlicher Held in einer ungewöhnlichen, gefährlichen Stadt

Paul Grossmann ist Journalist und arbeitete für Magazine wie »Vanity Fair«. Außerdem hat er erfolgreiche Theaterstücke geschrieben, u. a. über Hannah Arendt sowie den Eichmann-Prozess.Im Aufbau Taschenbuch Verlag liegen seine Kriminalromane mit dem Ermittler Kraus vor: „Schlafwandler“, „Kindersucher“ und „Schattenmann“.

1. KAPITEL


Juni 1933

Der Regen prasselte gegen die Scheiben, als das Taxi vor dem Maxim’s hielt. Der Türsteher sieht aus wie ein Schläger, dachte Kraus. Vielleicht lag es aber auch nur an den Schatten. Vielleicht deutete aber auch das schiefe Lächeln, mit dem der Mann ihnen aus dem Wagen half, gar nicht auf einen erbarmungslosen Halsabschneider hin. Im richtigen Licht betrachtet, schien ja fast jeder zweite Einwohner dieser Stadt bereit zu sein, einem die Kehle durchzuschneiden. Unter der heftig klatschenden Markise legte er seinen beiden Söhnen die Hände auf die Schultern, weil er sie in seiner Nähe haben wollte. Als der Türsteher mit den weißen Handschuhen sie hineinwinkte, stieg Kraus der Duft von Parfüm in die Nase. Er roch Moschus, so stark, wie er es noch nie in Paris gerochen hatte. Der Geruch überwältigte ihn beinahe.

In dem Art-Nouveau-Tempel sog Bettie Gottmann die Luft ein, als hätte sie das Nirwana betreten. »Man hat nichts geändert.« Ihr Blick streifte durch dieses geschmackvoll beleuchtete Paradies aus buntem Glas. »Als käme ich nach Hause.«

Ihr Ehemann Max zog seinen Trenchcoat aus. Ihm entging die Ironie ihrer Worte nicht. »In gewisser Weise stimmt das wohl. Ich bin jedenfalls einfach nur froh, dass wir es geschafft haben.«

Nach allem, was sie von den in Deutschland Gebliebenen wussten, hatte er natürlich recht. Sie waren zwar Flüchtlinge, aber sie hatten Glück gehabt. Trotzdem, Kraus konnte einfach das Gefühl nicht abschütteln, dass er nur so eben noch davongekommen wäre.

Er war vor sechs Wochen aus Berlin geflüchtet und hatte mit Mühe sein nacktes Leben über die Grenze retten können. Aber die Euphorie über die Freiheit und das Wiedersehen mit der Familie war schon bald düsterer Unsicherheit gewichen. Das Trau
ma seiner brutalen Entwurzelung wollte einfach nicht weichen. Er hatte versucht, es zu verbergen, vor allem vor seinen Söhnen, aber er spürte, dass seinem Wesen etwas Lebenswichtiges und Unersetzliches abhandengekommen war.

Die anderen waren bereits seit sechs Monaten in Paris und hatten Zeit gehabt, sich einzugewöhnen, wie Ava angemerkt hatte. »Du wirst schon wieder«, hatte sie ihm versichert. Kraus war sich dessen nicht so sicher. Er hatte das Gefühl, als wäre ihm einfach zu viel genommen worden, seine Vergangenheit, all das, wofür er so hart gearbeitet hatte, all seine Zukunftsträume. Obwohl er froh war, an diesem Abend wenigstens einen Hauch von der Alten Welt wieder einfangen zu können, war es nicht mehr als ein schöner Schein, das war ihm klar. Hier an diesem Tisch im Maxim’s hockten staatenlose Exilanten, ohne Aussicht, nach Hause zurückkehren zu können.

Ihm gegenüber saß Max Gottmann, der Patriarch der Familie. Der normalerweise so ausgeglichene Mann wurde zunehmend gereizter angesichts seiner Unfähigkeit, zwischen Sole Albert und Timbale de soles Joinville unterscheiden zu können. Seine Frau Bettie war davon überzeugt, dass Timbale eine Art von Schimmelpilz bezeichnete, und wollte verhindern, dass er wieder erkrankte. Sie bestand darauf, dass ihr Mann auf diese Speise verzichtete, obwohl der Kellner ihnen versicherte, dass Timbale kein Organismus sei, sondern eine Auflaufform. Kraus konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass seine Schwiegereltern zwar mit dem größten Teil ihres Vermögens den Nazis entkommen waren, aber dass sie sich nur so gerade mit den Fingerspitzen ans Leben krallten. Sollten sie sich in Frankreich um eine Einbürgerung bemühen oder ihr Glück in Amsterdam versuchen? Sollte Max die Firma Gottmann Lingerie noch einmal aufbauen? Er war fünfundfünfzig Jahre al
t. Er hatte zwar gehört, dass sich in Südafrika viele Möglichkeiten boten, aber wen kannten sie da schon? Trotz ihres ganzen Geldes fühlten sie sich unsicher und isoliert.

»Ich erinnere mich noch an die Nacht, als Leopold II. mit dem Maharadscha von Kapurthala hier diniert hat.« Betties ältere Schwester Hedda hob ihr Opernglas an die Augen und sah sich um. Sie hatte einen Franzosen geheiratet und war schon vor Ausbruch des Krieges nach Paris gezogen. Sie fungierte jetzt als eine Art Gastgeberin, als wäre der deutsche Zweig ihrer Familie für einen verlängerten Urlaub zu Besuch. »Oder war es der Aga Khan? Jedenfalls war es damals viel eleganter. Mittlerweile wirkt es ziemlich kitschig, das muss ich schon sagen.«

Kraus starrte auf die Speisekarte und hatte das Gefühl, die in Kalligraphie geschriebenen Buchstaben würden in seinen Schoß tropfen. Seit die Nazis in Deutschland die Macht übernommen hatten, war es für ihn, als würde er sich in einem Albtraum befinden, aus dem er nicht aufwachen konnte. Und jetzt schien er, besitzlos, verloren und orientierungslos, in einem dieser bizarren, surrealistischen Gemälde aufgetaucht zu sein, die zurzeit in Paris so beliebt waren: Alles in seiner vertrauten Welt wirkte irgendwie deplatziert oder schien in Auflösung begriffen zu sein.

Er hatte sich in so vielem geirrt. In der Republik. In den Deutschen. In seinem Glauben an den Sieg der Gerechtigkeit. Bis seine Familienfotos zusammen mit dem Rest seiner Habseligkeiten zerschmettert auf dem Bürgersteig lagen, dank der Braunhemden, hätte er niemals geglaubt, dass die Willkür einer Bande Krimineller irgendwann an die Stelle des Gesetzes treten könnte. Und dass er, der berühmteste Kriminalbeamte seines Landes, wie ein Dieb in der Nacht flüchten müsste. In Deutschland hatte er nur seinen Ausweis zu zücken brauchen, damit man
ihm Respekt zollte. Jetzt hatte er nichts mehr. Nicht einmal einen Führerschein.

Er war zwar gerade noch einmal der Todesliste entkommen, aber er war alles andere als frei. Vielmehr trug er die Bürde all dessen, was er aus Berlin mitgebracht hatte. Gram, Verzweiflung, Furcht und Wut. Bilder, die nicht aufhören wollten, ihn zu verfolgen. Drei Jahre an der Westfront waren nicht annähernd so schlimm gewesen wie drei Monate unter Hitler. Und doch, er vermisste die funkelnden Lichter des Ku’damms. Das Rattern der S-Bahn. Das verrückte Gewühl auf dem Potsdamer Platz. Sein Herz sehnte sich danach, nach Hause zurückzukehren, aber sein Kopf wusste, dass es kein Zuhause mehr gab.

»Ich nehme Cœur de filet de Charolais Renaissance.« Er hörte sich sprechen, hörte den Versuch, lebendig zu klingen. »Und für die Jungs Crêpes veuve joyeuse, bitte.«

Er war ohne Dokumente, Ausweis und Geld hier angekommen. Wenigstens war sein Französisch einigermaßen akzeptabel, obwohl sein Akzent unüberhörbar war. Und noch besser war es, dass er einen wohlhabenden Exschwiegervater hatte. Max hatte ihn beiseitegenommen, nachdem er in ihrer Wohnung im eleganten 16ème Arrondissement aufgetaucht war und seine Söhne, seine Schwägerin Ava und ihre Mutter Bettie ihn geherzt und abgeküsst hatten. »Wärst du nicht gewesen, würden wir jetzt am Bettelstab gehen, Willi. Also scheue dich nicht, uns zu sagen, was du brauchst. Und bleib bei uns, so lange du willst. Wir haben mehr als genug Platz.«

Die ersten zehn Tage blieb ihm auch nichts anderes übrig. Der Schock saß zu tief, als dass er irgendwelche Entscheidungen hätte treffen können. Er verbrachte den halben Tag im Bett. Die Jungs waren entzückt, dass er bei ihnen war. Manchmal krabbelte Stefan zu ihm unter die Decke. Aber die Anstrengung, s
tändig ein Lächeln zeigen zu müssen, war einfach zu groß. Er war vollkommen verzweifelt und ein zu schlechter Schauspieler, um den anderen etwas vorzuspielen. Sosehr er es auch hasste, seine Söhne wieder aufzugeben, er musste seinen eigenen Platz finden, das war ihm klar, jedenfalls fürs Erste. Denn sie hatten bei seinen Schwiegereltern ein weitaus besseres Leben, als er es ihnen jemals würde bieten können.

»Ich verstehe dich, Willi.« Max nickte. »Du bist ein stolzer Mann. Meine Frau und meine Tochter halten dich manchmal für etwas zu stolz. Aber ich bewundere dich.«

Seine Söhne empfanden das ganz anders. »Warum können wir nicht mit dir zusammenleben?« Stefan, der Jüngere der beiden, weinte hemmungslos. Erich, der Ältere, konnte ihn nicht ansehen.

Kraus erklärte es ihnen, so gut er es vermochte. Bevor er sich um sie kümmern konnte, musste er sich um sich selbst kümmern. Er brauchte neue Papiere. Musste Geld verdienen. Er verschwieg ihnen, dass er auch sein Vertrauen in die Menschheit und das Gefühl, dass sie etwas wert wäre, wiedererlangen musste. Sie hätten seit dem Tod ihrer Mutter in Berlin doch auch getrennt gelebt, also müssten sie einfach nur noch etwas länger durchhalten, sagte er. Es war doch gemütlich bei Großvater, oder etwa nicht? Tante Ava war wie eine Mutter zu ihnen und manchmal sogar noch netter, war das nicht so? In der Schule kamen sie gut mit. Sie schlossen sogar Freundschaften.

»Aber das Einzige, was ich will, ist«, er legte Erich den Finger unter das Kinn und hob es hoch, damit der ihn ansah, »dass wir wieder eine Familie sind.«

Nur dieser Wunsch scheuchte ihn jeden Morgen aus dem Bett; sein Leben wieder neu aufzubauen erschien ihm ansonsten unmöglich, ja, er wollte es nicht einmal versuchen. Aber er hatte Angst, dass seine Kinder no
ch zu jung wären, um zu verstehen, wie stark es ihn verletzt hatte, als man ihn aus seinem Heimatland hinausgeworfen hatte. Und er fürchtete, dass es immer schwieriger werden würde, sie wieder zu vereinen, je länger sie getrennt lebten. Also nahm er seine ganze Kraft zusammen und machte den ersten Schritt.

Kleidung. Als er hier in Paris angekommen war, hatte er nur das gehabt, was er am Leibe trug, dazu eine nutzlose Dienstmarke der Kriminalpolizei von Berlin. Ava bestand darauf, dass er in Paris gut aussehen müsse,...


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