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Faustus

Die komplette Trilogie.
von Kai Meyer
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Produktdetails
Titel: Faustus
Autor/en: Kai Meyer

EAN: 9783944866031
Format:  EPUB
Die komplette Trilogie.
MiMe books

Juli 2014 - epub eBook - 530 Seiten

1515, die Zeit der Schwarzkünstler und Geisterbeschwörer. Keiner ist berüchtigter als Doktor Johannes Faustus, keinen jagt die Kirche gnadenloser. Mit seinem jungen Adlatus Christof Wagner befindet sich Faustus auf der Flucht, gehetzt von den Schergen der Inquisition. Durch dunkle Kerker, mittelalterliche Bibliotheken, verfluchte Schlossruinen und die Fundamente des Vatikanpalastes führt ihr Weg in das Herz einer teuflischen Intrige: Der Borgia-Papst selbst spinnt in Rom finstere Pläne, die ganz Europa ins Verderben stürzen. Doch Faustus und Wagner haben zwei geheimnisvolle Verbündete. Ein Mädchen ohne Gesicht, das behauptet, ein Engel zu sein. Und Mephistopheles, ein schwarzer Wolfshund - oder Satan persönlich?Enthält die Bände:Der Engelspakt Der Traumvater Die Engelskrieger
Kai Meyer, geboren 1969, hat über fünfzig Romane veröffentlicht. Seine Bücher wurden in dreißig Sprachen übersetzt und als Film, Hörspiel und Comic adaptiert.

Kapitel 1


Der Scheiterhaufen stand bereit, und bereit war auch Faustus. Der Strick, mit dem ihn der Henkersknecht an den Pfahl fesselte, war mit Wasser getränkt, damit er in der Hitze nicht nachgab. Faustus spürte, wie die Feuchtigkeit aus dem Hanf durch seine Kleidung drang. Angesichts der Umstände war ihm die kühle Nässe nicht unangenehm; nicht mehr lange, und sie würde samt seiner selbst zu Rauch verdampfen.

Der Pfahl ragte aus einem hölzernen Podest, das man in der Mitte des Platzes errichtet hatte. An die dreihundert Menschen hatten sich an jenem Pfingstmontag des Jahres 1515 vor dem Wittenberger Schloss versammelt, um der Hinrichtung beizuwohnen. Die Aufregung war groß. Landsknechte hielten die Männer und Frauen im Zaum. Hier und da schlüpften Kinder zwischen den Beinen und Hellebarden der Soldaten hindurch und tanzten frech vor ihnen umher, bis einer sie einfing und zurück zu den fluchenden Eltern brachte. Händler boten getrocknetes Obst und süßes Backwerk feil. Ein Wirt hatte ein Bierfass herangerollt; der Andrang übertraf seine Erwartung bei Weitem, und so schickte er seinen Knecht, ein zweites Fass zu holen.

Verbrennungen im Auftrag der Heiligen Inquisition waren keine Seltenheit, doch Faustus galt als Berühmtheit, als Schwarzkünstler von Rang, und keiner wollte sein Ende missen. Nicht, weil man ihn derart verabscheute, keineswegs; die Menschen wären in gleicher Zahl herbeigeströmt, hätte Faustus ihnen eine Kostprobe seiner Zauberkünste versprochen. Man wollte unterhalten werden, ganz gleich um welchen Preis. Ob durch falschen oder Feuerzauber war nicht wichtig. Allein das Spektakel zählte. Die Menge war nicht wählerisch.

Freilich war die frohe Stimmung nicht allein der Ausdruck guter Laune. Vielmehr mochte manch einer fröhlicher scheine
n, als ihm in Wahrheit zumute war. Wer Mitleid mit einem Häretiker zeigte, lief Gefahr, selbst als Nächster in den Flammen zu sterben. Der Pöbel war durchsetzt von Spionen und Spitzeln. Die Ohren der Inquisition waren allgegenwärtig, und ihre Augen lauerten auf Zeichen des Verrats.

»Doktor Johannes Faustus«, rief eine Stimme über den Schlossplatz hinweg, und schlagartig verstummte die Menge. Die Ausgelassenheit wich angespannter Erwartung. Manch einer mochte frösteln, einem anderen das Herz ein wenig schneller schlagen. Die meisten aber harrten stumm und ergeben des weiteren Geschehens.

Der Sprecher, ein großer, knöcherner Mann in den schwarzen Gewändern der Inquisition, stand auf einem ähnlichen Podest wie Faustus selbst ihm gegenüber vor der Fassade des Schlosses. Statt mit Reisigbündeln war seine Tribüne jedoch mit Seide geschmückt, statt eines Pfahls stand obenauf ein gepolsterter Sessel. Konrad von Asendorf, Inquisitor im Auftrag des Heiligen Vaters, trat einen Schritt nach vorn bis an den Rand der Plattform. Dräuend stand er über den Köpfen des Volkes. Ein Windstoß bauschte seinen Mantel auf, und so manchem entfuhr ein erschrockenes Keuchen. Es sah aus, als wolle sich der Inquisitor auf Rabenschwingen in die Luft erheben.

»Johannes Faustus«, wiederholte Asendorf mit schnarrender Stimme, »der du dich selbst den Quellbrunn der Nekromanten nennst, den Zweiten unter den Magiern, Astrologe, Chiromant und … und …« Er verstummte und blickte wütend nach hinten zu seinem Zwergendiener, der ihm wieselflink ein Papier überreichte. »Chiromant, Aeromant, Geomant, Pyromant und Hydromant«, las er ab und schleuderte das Papier dann über die Schulter nach hinten. »Du, Johannes Faustus, der du die Heilige Kirche lästerst, dich Schwarzer Magie
bedienst und den Verkehr mit dem Bocksfüßigen pflegst …« Er hielt inne und horchte zufrieden auf das erschrockene Raunen der Menge. »Du bist angeklagt, ein Ketzer zu sein und anders zu glauben und zu lehren als die römische Kirche. Das Gericht der Heiligen Inquisition hat dich deshalb zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Nimmst du deine Strafe an?«

Hunderte Augenpaare schwenkten aufgeregt zu Faustus hinüber, der eng verschnürt dastand und seinen Blick nicht einen Moment von der schwarzen Gestalt seines Widersachers nahm. Sein schmales Gesicht verzog sich zu einem freundlichen Lächeln, doch seine Lippen blieben geschlossen.

Der Henkersknecht trat von hinten an ihn heran und raunte ihm weithin hörbar zu: »Du musst antworten ›Ich danke der Obrigkeit für diese Gnade‹.«

Faustus lächelte eine Spur breiter.

Der Henkersknecht grunzte zornig, zückte ein Messer und hielt es an die entblößte Kehle des Doktors. »Antworte, Ketzer!«

Faustus sagte kein Wort.

Der Knecht blickte hinüber zu Asendorf, der ihm mit einem Wink zu verstehen gab, er solle das Messer sinken lassen. »Wir wissen seine Dankbarkeit zu schätzen«, sagte der Inquisitor gleichgültig. Dann rief er lauter: »Vollstreckt jetzt das Urteil!«

Der Henkersknecht sprang eilig vom Scheiterhaufen, während sich gleichzeitig vier Fackelträger aus der Menge lösten und von allen Seiten auf das Podest zutraten. An den Ecken der Plattform angelangt, blieben sie stehen, hielten die Fackeln mit gestreckten Armen über ihre Köpfe und drehten sich einmal um sich selbst. Die Zuschauer starrten gebannt auf die zuckenden Flammen. Das erwartungsvolle Raunen wurde lauter.

(Erlaubt mir, verehr
ter Leser, an dieser Stelle eine kurze Unterbrechung im Ablauf der Ereignisse. Es gibt etwas, das Ihr über diesen besonderen Fall einer Ketzerverbrennung wissen solltet. Natürlich ist Euch klar, dass dies keine Hinrichtung wie jede andere war, einfach weil Faustus kein Mann wie jeder andere war. Für gewöhnlich vergingen zwischen Verhaftung des Delinquenten und der Vollstreckung seines Urteils mindestens vier Wochen – manchmal gar mehrere Jahre. Während dieser Zeit wurde er verhört, oftmals gefoltert und schließlich vor das hohe Gericht der Inquisition gestellt. Währenddessen kündigten die Pfaffen den Gläubigen das bevorstehende Schauspiel an, luden mit Nachdruck zur Teilnahme ein und versprachen jedem Zuschauer einen Ablass von zehn bis vierzig Tagen. Einen Tag vor der Hinrichtung schmückte man den Platz, wo der Scheiterhaufen errichtet wurde, mit Fahnen und Girlanden, stellte Blumen in die umliegenden Fenster und Balkone und erbaute eine standesgemäße Tribüne für hohe Gäste. Am Morgen des Hinrichtungstages zog die Gemeinde in einer Prozession durch die Straßen, an ihrer Spitze eine Kongregation des heiligen Petrus des Märtyrers, eines erschlagenen Hexenjägers aus Verona, den der Papst zum Schutzheiligen der Inquisition erkoren hatte. Dumpfe Glockenschläge begleiteten das festliche Geschehen, die Verurteilten wurden rasiert und geschoren, in weiße Gewänder gekleidet und unter viel Brimborium auf den Scheiterhaufen geführt.

Im Falle des Doktor Faustus lagen die Dinge jedoch ein wenig anders. Das mochte teils daran liegen, dass Wittenberg eine Kleinstadt war, zwar stolzer Sitz einer Universität, doch klein und ländlich nichtsdestotrotz.

Wichtiger jedoch war das Bestreben Konrad von Asendorfs, sein Opfer so schnell wie möglich den Flammen zu überantworten, sodass zwischen Verhaftung und
Urteilsvollstreckung kaum ein ganzer Tag verstrich. Es hatte kein echtes Verhör gegeben, keine Folter und keine Verhandlung. Asendorf hatte sein Urteil gesprochen, und in der gleichen Stunde wurden die Flammen geschürt.

Ihr müsst wissen, Faustus und Asendorf kannten einander schon lange. Der Inquisitor jagte den Schwarzkünstler seit Jahren durchs ganze Land, von einer Grenze des Heiligen Römischen Reichs zur anderen. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, Euch die Hintergründe dieser persönlichen Feindschaft zu schildern – doch verzagt nicht, Ihr werdet später davon hören. Vorerst soll die Feststellung genügen, dass der Inquisitor den Faustus zu seiner Nemesis erkoren hatte, seinem Erzfeind, den es um jeden Preis zu vernichten galt. So also kam es, dass die Hinrichtung an jenem Pfingstmontag mit erstaunlich niedrigem Aufwand, ohne prächtigen Blumenschmuck und Prozession vonstatten ging. Selbst der übliche Gottesdienst vor Vollstreckung des Urteils hatte sich auf wenige Gebete und ein verkürztes Kyrie eleison beschränkt.

Doch hört nun, wie es weiterging:)

Während die Fackelträger noch mit erhobenen Armen rund um den Scheiterhaufen Aufstellung bezogen, winkte ein Geistlicher einige Kinder herbei. Es waren drei Jungen und drei Mädchen, und alle trugen festliche Gewänder mit aufgestickten Kreuzen. In ihren Händen hielten sie schwere Bücher. Mochte der Teufel wissen, wo der Pfaffe sie aufgetrieben hatte, denn es handelte sich um Exemplare des Talmuds und Korans, um Werke der Katharer, Manichäer und Nestorianer.

Ehrenvolle Aufgabe der Kinder war es, die ketzerischen Schriften später in die Flammen zu werfen. Der Pfaffe, der die Darbietung offenbar als überraschende Gefälligkeit für den Inquisitor geplant hatte, versicherte sich mit einem
Seitenblick der Gunst Asendorfs. Der...


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