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Die Wahrscheinlichkeit des Glücks

Roman.
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Produktdetails
Titel: Die Wahrscheinlichkeit des Glücks
Autor/en: Gisa Klönne

EAN: 9783492967563
Format:  EPUB
Roman.
Piper ebooks

15. September 2014 - epub eBook - 480 Seiten

Frieda Telling ist solide verheiratet, Mutter einer erwachsenen Tochter und mit 49 Jahren auf dem Höhepunkt ihrer Karriere als Astronomin. Ihre Leidenschaft gilt der Suche nach einer zweiten Erde. Doch am Tag der Verlobung ihrer Tochter ändert sich alles, denn Aline läuft vor ein Auto und fällt ins Koma. Offenbar hat das Geschenk von Friedas Mutter Aline völlig verstört: ein zerrissenes rotes Halstuch. Kann ein Stück Stoff so viel Macht haben? Gab es eine geheime Liebe im Leben von Friedas Mutter? Friedas Suche nach der anderen Hälfte des Halstuchs und seinem Besitzer führt sie in die Vergangenheit und schließlich nach Siebenbürgen. Doch die Spur verliert sich im Jahr 1948 in einem sowjetischen Gefangenenlager. Und der Mann, der Frieda helfen kann, berührt sie viel mehr, als ihr lieb ist.
Gisa Klönne, geboren 1964, ist die Autorin von mittlerweile sechs erfolgreichen Kriminalromanen um die Kommissarin Judith Krieger. Daneben legte die unter anderem mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnete Autorin mit »Das Lied der Stare nach dem Frost« und »Die Wahrscheinlichkeit des Glücks« aber auch zwei Familienromane vor. Gisa Klönnes Romane sind Bestseller und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Sie lebt als freie Schriftstellerin in Köln.

2.

Arno


Im Endeffekt war er doch nicht mit der Dunkelhaarigen in den Federn gelandet, sondern mit der Blonden, die eindeutig den meisten Witz der drei Freundinnen hatte – und die wenigsten Skrupel, ihn in seine Wohnung zu begleiten. Sie war schön auf eine jung gebliebene Art und experimentierfreudig. Sie hegte dieselben Absichten wie er und verfügte über die Kondition eines Marathonläufers und die Stahlseilgelenkigkeit eines Ringers. Liane hieß sie, ein Name, der vage Assoziationen von im Halbdämmer eines Dschungels wuchernden Schlingpflanzen evozierte und somit zweifellos auch der Heldin in einem Luna-Wilde-Roman gut zu Gesicht gestanden hätte. Doch Liane war keine Fiktion, sondern echt, obwohl auch die Ausdauer und Raffinesse, mit der sie sich ihm widmete, an jenes vom Feuilleton diskret übersehene literarische Genre gemahnte, mit dem er seit einigen Jahren sein Geld verdiente.

Arno entsorgte das Kondom im Badezimmermülleimer. Natürlich war nichts je perfekt, auch nicht Liane. Über seinen Rücken und die Schultern zogen sich – soweit er das ohne größere akrobatische Verrenkungen beurteilen konnte – blutige Kratzer, die das Handtuch und zuvor vermutlich auch das Bettzeug versaut hatten. An seinem Hals schillerte ein auberginefarbener Knutschfleck, als wäre er das Opfer einer aus dem Ruder gelaufenen Achtklässlerparty mit Flaschendrehen geworden. Sie käme nie beim Sex mit einem Mann, hatte Liane ihm eröffnet, als sie noch beim Vorgeplänkel mit Rotwein und Erdnüssen gewesen waren. Aber das dürfe Arno nicht persönlich nehmen, und es hieße nicht, dass ihr Sex keinen Spaß mache. Es ginge beim Vögeln ja, wie überhaupt im ganzen Leben, nicht nur um das Ergebnis. Der Weg sei das Ziel, der Akt an sich zähle. Ja, na klar, wenn du meinst, hatte er erwidert und ihr ke
in Wort geglaubt, weil im nächsten Moment schon ihre Zunge in seinen Mund wieselte.

Und dann hatten sie losgelegt und er hatte buchstäblich alles gegeben, sie vom Gegenteil zu überzeugen und – ja, auch das – von seinen Qualitäten als Liebhaber. Nur gebracht hatte das nichts, wie er nun, eine gefühlte Ewigkeit später, endlich einsehen musste. Liane ließ sich nicht erweichen, sie behielt die Kontrolle. Überhaupt schien sie Sex generell für eine Art Kampfsport zu halten, mit dem klaren Ziel, erst dann wieder von ihrem Partner abzulassen, wenn dieser halb tot am Boden lag, unfähig, auch nur mit dem kleinen Finger zu zucken. Mit Kompromisslösungen oder einer vorzeitigen Kapitulation gab sie sich nicht zufrieden.

Arno schaufelte sich kaltes Wasser ins Gesicht. Es gab schlimmere Schicksale, die einem Mann widerfahren konnten, fürwahr. Er schlang sich das Handtuch um die Hüften, löschte das Licht, stutzte. Da lag etwas auf dem Badewannenrand. Etwas, das dort nicht hingehörte. Das Gebiss seines Großvaters. Nein, ausgeschlossen.

Er schaltete das Licht wieder an und erkannte eine Cremedose – rosa mit gelben Lettern –, die wohl Liane gehörte. Gleitgel, na toll. Er stellte den Tiegel wieder zurück. Dachte an Lianes Eifer, ihre Witze und ihre Brüste, die im Rhythmus ihrer Bewegungen hüpften und schlenkerten wie zwei übermütige Kinder, wenn sie den Argusaugen ihrer Eltern entwischten. Er löschte das Licht wieder, stand einen Moment lang reglos und dachte an den Halensee und an die kühle schwarze Stille des Wassers, das seinen Körper trug und alles verschluckte.

Draußen wurde es schon hell, graues Licht sickerte durch die Fenster und verwandelte sein Spiegelbild in einen Schatten. Nie, niemals würde er ein Gebiss tragen, hatte er sich in jenen letzten Sommerferien, die er bei seinen Großel
tern verbracht hatte, allabendlich beim Anblick des rosafarbenen Kunstgaumens und der auf dem weißen Porzellan schwefelgelb leuchtenden Großvaterzähne geschworen. Nie würde er ein Gebiss tragen, und falls doch, würde er es jedenfalls abends nicht für alle sichtbar auf dem Waschbeckenrand liegen lassen und zahnlos zu seiner Frau ins Bett kriechen. Dreizehn war er da gewesen. Ein sehniger Bursche mit ersten Pickeln am Kinn und einer nicht näher erklärbaren grollenden Wut im Bauch – und zugleich voller hochfliegender Pläne für die bevorstehende Übersiedlung nach Deutschland, diesem Land der Wunder, nach dem sich alle verzehrten.

Er wandte sich ab und trat in den Flur, erkannte an dessen anderem Ende Lianes Silhouette.

»Kommst du jetzt wieder ins Bett, oder was?«

»Lass einem alten Mann eine Pause.«

»Armer alter Mann.« Sie lachte und hauchte ihm eine Kusshand zu, tänzelte nackt und mit übertrieben aufreizendem Hüftschwung an ihm vorbei Richtung Bad. Er sah ihr nach, bog dann ab in die Küche. Er war müde, fertig. Eigentlich war dies der perfekte Moment, sich zu verabschieden. Doch das Ende eines One-Night-Stands war eine Kunst, noch schwieriger als der Anfang oder die Zeit dazwischen. Die wenigsten Frauen goutierten einen Rauswurf direkt nach dem Sex. Ein paar Stunden Schlaf und vielleicht noch ein morgenträger Nachschlag beim Aufwachen, ein paar Illusionen und halbherzige Versprechen, dann ein Kaffee und Adieu war die beste Methode, tränenrührige Szenen zu vermeiden. Traf das auch auf Liane zu oder war sie zu cool für eine solche Scharade? Und was war mit ihm, wollte er jetzt allein sein?

Er langte sich eine Flasche Apfelschorle aus dem Kühlschrank und ging auf den Balkon. Ein- oder zweimal war in Lianes Gesicht etwas aufgeschienen, das nicht recht zu der Rolle des Berliner Vamps, dem es nu
r um ein bisschen Spaß ging, gepasst hatte. Es war nicht wirklich greifbar gewesen, hatte ihn aber trotzdem mehr angerührt, als ihm lieb war. Was brachte ihr Sex, wenn sie dabei nicht kam? Das Gefühl, begehrt zu sein, vielleicht. Macht. Ein paar Stunden Auszeit von welchen Gespenstern auch immer.

Arno drehte die Flasche auf und trank in langen Schlucken. Tag zwei nach Onkel Egons absurdem Ultimatum brach soeben an, fiel ihm plötzlich ein. Mehr als fünf Wochen war sein Vater jetzt schon tot, und die Welt drehte sich weiter und immer weiter.

Der Himmel war blassgrün mit einem kränklichen Stich ins Gelbe. Die Luft barg schon die Schwüle des neuen Tages. Irgendwann heute Nacht, kurz nachdem er Liane vom Sofa ins Schlafzimmer dirigiert hatte, hatte jemand im Hinterhof Ruhe, verdammt! und Fickt gefälligst leise! gebrüllt, und schließlich Ich ruf die Bullen!, und sie hatten beide gekichert wie Teenager und sich kaum wieder eingekriegt, und nach etlichen wilden Verrenkungen war es ihm gelungen, das Fenster zu schließen, ohne dass Liane sich von ihm löste. Aber jetzt war es still hier draußen, so still, wie in Berlin überhaupt möglich. Nur ein paar Tauben waren schon auf, gurrten und beglotzten ihn aus rot geränderten Augen.

Arno stützte die Ellbogen aufs Balkongeländer. Schräg über der Satellitenschüssel von dem Alten, der seine Leidenschaft für Florian Silbereisen immer so großzügig mit der Nachbarschaft teilte, funkelte ein einzelner Stern, so hell, dass er surreal wirkte. Der Morgenstern wohl. Die Venus. Venus und Mars. Vor ein paar Jahren hatte mal so ein alberner Ratgeber mit diesem Titel die Bestsellerlisten erklommen, weil er angeblich Kniffe und Tricks verriet, wie Männer und Frauen allen Widrigkeiten und Wahrscheinlichkeiten zum Trotz miteinander klarkommen konnten.


Er dachte an das Gebiss seines Großvaters und das Lächeln der Großmutter, sobald dessen Pergamentlippen ihre faltigen Wangen berührten, und an die Leidenschaft, mit der er selbst sich damals geschworen hatte, nicht zu altern, und falls doch, zumindest einen zahnlosen Kuss nie, wirklich niemals zu erdulden oder gar als Glück zu empfinden. Er dachte an die Schlafzimmertür seiner Eltern, die seine Mutter in jedem Sommer aufs Neue lackierte, und wie seine schwitzigen Jungenfinger daran abglitten, wenn er nachts aus seinem Bett schlich und sie berührte. Nie hatte er es gewagt, zu klopfen oder diese Tür auch nur einen Spaltbreit zu öffnen, wenn die Eltern sich dahinter zur Ruhe begeben hatten, nicht nach dem ersten Mal. Weil der Vater nicht geweckt werden durfte, wenn er denn einmal schlief, schon gar nicht von einem Sohn, der es doch gut hatte, viel besser als die Erwachsenen früher, und also die Zähne zusammenbeißen musste und dankbar sein und parieren, statt seine Eltern in ihrem wohlverdienten und dringend benötigten Nachtschlaf mit hysterischen Albträumen zu tyrannisieren.

»Hey, alter Mann, ich warte!« Liane trat zu ihm, nackt wie sie war. Die Tauben plusterten sich auf und glubschten. Liane parodierte sie mit abgespreizten Ellbogen und lachte.

»Wirst du nie müde?« Arno legte den Arm um sie.

»Du kannst noch, das weiß ich.«

»Ach ja? Tatsächlich?«

Sie lächelte sphinxisch und presste sich an ihn, schickte ihre Finger erneut auf die Reise. Und sie hatte recht, er wollte sie noch einmal, dringender als zuvor, so dringend, dass es schon wehtat, und ohne Rücksicht, in seinem eigenen Tempo.

Liane atmete ein, scharf, als sie die Veränderung an ihm bemerkte. Doch sie schreckte nicht zurück und sie neckte ihn auch nicht mehr, zog ihn nur stumm an der Hand zurück ins Schlafzimme
r. Weich war sie jetzt auf einmal, so unendlich weich und bereit für ihn, aber kaum war er in ihr, hebelte sie ihn mit überraschender Kraft zur Seite und kniete sich auf ihn.

Über ihren linken Unterarm zog sich ein Geäst feiner Linien, nun, da es hell wurde, sah Arno die plötzlich, oder war das nur Einbildung? Im nächsten Moment vermochte er das schon nicht mehr zu sagen, und selbst wenn es tatsächlich Narben waren, waren sie alt und nicht mehr zu revidieren, schon gar nicht von ihm, und Liane ritt ihn jetzt...


»Einfühlsamer Familienroman«, Münsterland Zeitung, 14.10.2015

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