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Nordeuropa

Porträt einer Region. 1. Auflage.
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Produktdetails
Titel: Nordeuropa
Autor/en: Rasso Knoller

EAN: 9783862842889
Format:  EPUB
Porträt einer Region.
1. Auflage.
Ch. Links Verlag

September 2014 - epub eBook - 216 Seiten

Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und das weit draußen im Atlantik gelegene Island werden auch unter dem Begriff »Nordeuropa« zusammengefasst: Fünf Länder, die auf eine lange gemeinsame - nicht immer harmonische - politische Vergangenheit zurückblicken können. Ein gut ausgebautes Sozialsystem, lange Zeit vordere Plätze im PISA-Vergleich der Schulen und erfolgreiche Frauen in Politik und Wirtschaft - auf der Habenseite haben die Nordlichter vieles gemeinsam. Aber genauso groß wie die Gemeinsamkeiten sind auch die Unterschiede. Neidisch blicken die klammen Isländer auf den norwegischen Ölreichtum, kopfschüttelnd kommentieren die Schweden die dänische Alkoholpolitik, irritiert reagieren die Finnen auf die dänische Wortgewalt. Und die Rivalität zwischen Norwegen und Finnland auf der einen und Schweden auf der anderen Seite ist ohnehin legendär. Erstmals werden die nordischen Fünf gemeinsam vorgestellt.
Rasso Knoller: Jahrgang 1959, hat Skandinavistik studiert und in Schweden, Norwegen und Finnland gelebt und gearbeitet. Er spricht bzw. versteht alle nordischen Sprachen. Zuletzt erschienen bei Ch. Links von ihm: »Finnland. Ein Länderporträt« (2011) und »Norwegen. Ein Länderporträt« (2013).

Den Norden verstehen


Das Gesetz des Jante – oder: Wenn alle gleich sind


Dieses Kapitel steht ganz am Anfang des vorliegenden Buches – aus einem bestimmten Grund: Denn wer das Jantegesetz nicht versteht, wird auch die Menschen des Nordens nicht verstehen können. Schließlich gilt das Jantegesetz in allen Ländern Nordeuropas. Lesern meiner beiden anderen in diesem Verlag erschienenen Länderporträts zu Finnland und Norwegen wird deshalb in diesem Kapitel manches bekannt vorkommen.

Janteloven sagt man in Dänemark und Norwegen, jantelagen in Schweden und janten laki in Finnland. Das Jantegesetz ist aber kein Gesetz im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Art Verhaltenskodex, nach dem es verpönt ist, sich selbst zu erhöhen oder sich als besser und klüger darzustellen als andere.

Es besagt in groben Zügen, dass keiner glauben soll, er sei aufgrund seiner sozialen Position etwas Besseres als der andere.

»Erfunden« hat das Jantegesetz der dänisch-norwegische Schriftsteller Axel Sandemose in seinem Roman Ein Flüchtling kreuzt seine Spur. In dem 1933 erschienenen Buch hat er zehn Regeln niedergeschrieben, die seiner Meinung nach typisch für die Menschen in den nordischen Ländern sind.

Sie lauten:

Du sollst nicht glauben, dass du etwas Besonderes bist.

Du sollst nicht glauben, dass du genauso gut bist wie wir.

Du sollst nicht glauben, dass du klüger bist als wir.

Du sollst dir nicht einbilden, dass du besser bist als wir.

Du sollst nicht glauben, dass du mehr weißt als wir.

Du sollst nicht glauben, dass du mehr bist als wir.

Du sollst nicht
glauben, dass du etwas kannst.

Du sollst nicht über uns lachen.

Du sollst nicht glauben, dass sich irgendjemand um deine Meinung schert.

Du sollst nicht glauben, dass du uns etwas beibringen kannst.

Benannt ist das Gesetz nach der fiktiven dänischen Stadt Jante, in der Sandemose die Handlung seines zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielenden Romans angesiedelt hat. Das Jantegesetz gilt aber nicht nur dort, sondern in allen Städten und Dörfern des Nordens. Es sorgt dafür, dass die Hierarchien extrem flach sind. Wenn niemand etwas Besonderes ist, verdient auch niemand besonderen Respekt und eine besondere Art der Anrede. Folgerichtig herrscht das »Du« im Norden. Die einzige Ausnahme bilden die Mitglieder des Königshauses. Sie werden gesiezt, ansonsten duzt aber auch der Hausmeister den Vorstandsvorsitzenden und der Kebabbudenbesitzer jeden seiner Kunden, auch wenn das der Premierminister sein sollte. Wenn Nordeuropäer, die deutsch sprechen, ihr Gegenüber mit Du ansprechen, hat dies deswegen nichts mit Respektlosigkeit zu tun.

In Deutschland wäre die folgende Situation unwahrscheinlich – Angela Merkel an der Currywurstbude – bei aller wahlkämpferischen Verbrüderung kann man sich so viel Bürgernähe nicht vorstellen. Das Volk und die Regierenden leben hierzulande in unterschiedlichen Welten. Im Norden ist so eine Begegnung normal. Durchaus typisch ist die Geschichte, die ich Anfang der 1990er Jahre selbst erlebt habe. Ich lebte damals als Korrespondent für einige deutsche Tageszeitungen und Radiostationen in Oslo. Einmal im Jahr wurde ich zusammen mit meinen Kollegen von der damaligen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland zu einem Abendessen eingeladen. So weit, so normal. Denn Auslandskorrespondenten werden auch andernorts von den Regierenden eingeladen, damit diese ü
;ber die aktuelle politische Lage aus ihrer Sicht sprechen können. Einmal nach einem solchen Abend ging ich am nächsten Morgen in der Innenstadt von Oslo einkaufen. Im Kaufhaus hörte ich, wie mich jemand ansprach. »Hej Rasso«, begrüßte mich eine Frau. Ich drehte mich um und sah, dass die Ministerpräsidentin hinter mir stand. Sie bedankte sich, dass ich an dem Essen teilgenommen hätte, und sagte, sie sei auf »dem Weg zur Arbeit«. Ich bedankte mich umgekehrt für die Einladung und wünschte Gro noch einen »schönen Tag«.

Kaum vorstellbar, dass man beim Einkaufen in Berlin zusammen mit Angela Merkel am Wühltisch steht. Noch unwahrscheinlicher, dass sie ohne Leibwächter unterwegs sein würde, und ganz ausgeschlossen, dass sich die Bundeskanzlerin an den Namen eines völlig unbekannten Auslandsjournalisten erinnern würde.

Und auch bei der folgenden Geschichte war ich Augen- und Ohrenzeuge: Irgendwann zu Beginn der 1990er Jahre war der damalige deutsche Außenminister Klaus Kinkel in Oslo zu Gast. Als sein Amtskollege und Gastgeber Thorvald Stoltenberg im Wagen vorgefahren wurde, verabschiedete sich sein Fahrer mit der Frage: »Du, Thorvald, wann glaubst du denn, dass du fertig bist mit dem Treffen?«

Aus deutscher Sicht klingt eine solche Frage anmaßend. Der Fahrer wagt es, den Minister nach seinem Zeitplan zu fragen. Aus nordischer Sicht ist sie aber nur logisch. Denn der Chauffeur muss seine Termine ebenso koordinieren wie der Außenminister, und niemand sagt, dass die Termine des einen wichtiger sind als die des anderen. Und auch für den Außenminister gilt die erste Regel des Jantegesetzes, und die lautet nun mal: »Du sollst nicht glauben, dass du etwas Besonderes bist.«

Kein Uli Hoeneß im hohen Norden >

»Das Finanzamt hat mehr Männer zu Lügnern gemacht als die Ehe.« Der Quizmaster Robert Lembke (1913 –1989)

Die Unterschiede zwischen Oben und Unten und zwischen Reich und Arm, sind in den nordischen Ländern wesentlich geringer als hierzulande. Doch natürlich gibt es auch dort Millionäre und arme Menschen. Trotzdem: Die Schere zwischen Arm und Reich geht nicht so weit auf wie in anderen Regionen der Welt. Und: Wer reich ist, der zeigt es nicht. Während ein russischer Millionär die Champagnerkorken knallen lässt und sich Jacht, Villa und eine junge Geliebte in High Heels besorgt und ein deutscher sich zumindest einen Benz oder ein anderes Luxusauto vor die Tür stellt, fährt ein Millionär aus Schweden stattdessen brav mit der Monatskarte in der Straßenbahn zur Arbeit. Der Nachbar soll ja bloß nicht denken, er wäre wegen seines Reichtums arrogant geworden.

Trotzdem kann in den nordischen Ländern jeder – wenn er denn will – genau sehen, was sein Nachbar verdient. Die Steuerdaten sind für jedermann im Internet einsehbar, oder man kann beim Finanzamt anrufen und sie abfragen. Und zwar die Daten einer jeden x-beliebigen Person – egal, ob man die des Nachbarn oder des Ministerpräsidenten wissen will. Dafür braucht man auch keinen besonderen Grund zu nennen. Niemand fragt, zu welchem Zweck man die Informationen braucht. Das ist in Norwegen so und in Finnland. Und in Schweden auch. Dort gilt das »Öffentlichkeitsprinzip« sogar schon besonders lange. Bereits seit 1766 hat jeder Bürger das Recht, Einblick in behördliche Akten zu nehmen. Und zu denen gehören eben auch die Steuerbescheide. Sie glauben es nicht? Dann rufen Sie doch einfach an. Hier ist sie, die Nummer der schwedischen Steuerauskunft: 771-567 567. Noch bequemer ist es, man kauft sich für 274 Kronen –
umgerechnet gut 30 Euro – den taxeringskalender, Mehrwertsteuer und Versand sind schon inbegriffen. Der Kalender sieht ein wenig aus wie ein Telefonbuch und enthält die Steuerdaten eines jeden Bürgers des Landes bzw. der jeweiligen Provinz. Denn alle Daten würden nicht in ein einziges Buch passen. Wozu man die braucht? Da zitiere ich mal von der Webseite des Verlags, der das Steuerdatenbuch vertreibt: »Mit dem taxeringskalender kannst du in aller Ruhe nachschauen, was deine Mitmenschen verdienen. Du kannst deinen Lohn mit dem anderer vergleichen. Du kannst die Steuerdaten deiner Arbeitskollegen nachschlagen, die deiner Nachbarn, von Kollegen, die in derselben Branche arbeiten, von deinen Chefs, von Menschen, mit denen du zusammen einen Kurs besuchst, von Politikern aller Parteien, von Berühmtheiten und allen, die dich sonst noch interessieren. Außerdem findest du eine Liste, auf der all diejenigen stehen, die innerhalb deiner Stadt oder deiner Provinz am meisten verdienen. Und eine ähnliche Liste findest du für die Topverdiener in ganz Schweden.« Na, das ist doch mal praktisch.

Der taxeringskalender ist übrigens keine Erfindung unserer Zeit, den gibt es schon seit 1903. Wer nur wissen will, was die Reichen und Berühmten des Landes verdienen, der kann sich das Geld für den taxeringskalender aber sparen. Deren Namen und Einkommen kann man ausführlich in der Boulevardpresse nachlesen. Die veröffentlicht jedes Jahr die Steuererklärungen der Spitzenverdiener und Promis.

Wie man mit Steuerdaten umgeht, wurde im Frühjahr 2014 auch in Deutschland intensiv diskutiert. Damals bestimmte ein Thema die Medien: der Prozess um den Bayern-Manager Uli Hoeneß, der den unglaublichen Betrag von 28,4 Millionen Euro am Finanzamt vorbeigeschleust hatte. In diesem Zusammenhang wurde in einigen Talkshows dann auch üb
er das schwedische Steuersystem diskutiert und nachgefragt, ob es als Vorbild für Deutschland dienen könne. Durch seine Transparenz – das schwedische Finanzamt hat direkten Einblick auf die Bankkonten der Bürger – lässt es Steuerhinterziehung in großem Stil nämlich nicht zu. Selbst die stärksten Kritiker von Hoeneß, die ihm die dreieinhalb Jahre im Knast, zu denen er schließlich verurteilt wurde, von Herzen...


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