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Die Nachhaltigen

ebook Ausgabe. Empfohlen von 16 bis 99 Jahren. 1. Aufl.…
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Produktdetails
Titel: Die Nachhaltigen
Autor/en: Gideon Böss

EAN: 9783838758374
Format:  EPUB ohne DRM
ebook Ausgabe.
Empfohlen von 16 bis 99 Jahren.
1. Aufl. 2014.
Bastei Entertainment

Oktober 2014 - epub eBook - 302 Seiten

"Du bist schwarz, also runter von der Bühne!" Natürlich klang das erst einmal hart. Aber verdammt, es ging hier um die Rolle des Adolf Hitler. Hätte Bastian ihm einfach die Rolle in seinem Theaterstück gegeben, wäre vieles anders gekommen. Er wäre nicht zum Feindbild der Bürgerinitiative gegen Rassismus geworden und auch nicht aus einem Fernsehstudio geflogen. Andererseits hätte er Lena nicht imponieren können, für die er in die radikale Umweltschutzpartei "Die Nachhaltigen" eingetreten ist. Bastian hätte keine Tiere befreit, nicht am 3. Comedy-Wettbewerb des nachhaltigen Humors teilgenommen und nie von einem Kommunisten erfahren, was der König der Löwen mit dem 11.September zu tun hat. Kurzum: Er wäre nicht der Mann geworden, der er heute ist. Und war das allein nicht schon den ganzen Stress wert? Nein. "Ein großer Spaß! Und wer glaubt, das Ganze ist eine durchgeknallte Satire, der muss nur mal eine Zeit lang in Berlin leben." Vince Ebert "Eine wunderbare Gesellschaftssatire, bei der noch offen ist, ob die Realität sie einholen wird." Jan Fleischhauer

17. JUNI


Von daher bleibt nur noch mutig zu sagen: Jawohl, wir krempeln die Ärmel hoch. Wir packen es an. Gemeinsam, gegen alle Widerstände! Die Revolution hat begonnen!

Revolution? Was genau wollte der gute Mann eigentlich von ihm? Bastian Nowak hielt den Brief noch lange in Händen. Wirr. Aber trotzdem eine gute Nachricht. Ja, doch. Es stand also fest: Hitlertage wird aufgeführt. Zwar keine große Bühne, aber immerhin. Vom Theater Stacheligel hatte Bastian zum ersten Mal gehört, als Krell sich ihm als dessen Intendant vorgestellt hatte.

Bastian lief durch seine kleine Wohnung. Er stellte sich ans Fenster und betrachtete die triste Plattenbau-Skyline um sich herum. Berlin-Marzahn, offiziell Teil der Hauptstadt, aber was hieß das schon? Wären Stadtteile Menschen, Marzahn wäre der, über den in der Zeitung steht, dass betrunkene englische Touristen ihn leblos im Landwehrkanal entdeckt haben.

Nichts würde Bastian vermissen, wenn er diese Wasserleiche gegen etwas Lebendiges eintauschen könnte. Eine Villa in der Toskana, warum nicht? Viele Künstler haben das. Wer ein Theaterstück inszeniert, gehört dazu. Wie hieß es so schön: Frauen, Geld und Ruhm, in der Reihenfolge. Wobei ihn weder Geld noch Ruhm antrieben, und auch die Frauen bräuchte es nicht im Plural. Die eine würde ihm schon reichen: Lena Habermann.

Krell jedenfalls lebte in einer Villa, in der Villa Solidarität, und in die hatte er Bastian eingeladen, um dem Mann hinter diesen fesselnden Utopien auch noch einmal offiziell die Hand reichen zu können!, wie es im Schreiben hieß. Sehr schmeichelhaft, auch wenn sie sich schon diverse Male die Hand gereicht hatten. Nur noch nicht im privaten Rahmen und offensichtlich auch nie offiziell. Gleichzeitig irritierte Bastian eine Einschränkung: Die Villa Solidarität befindet sich (noch!) in Privatbesitz in der Chemnitz-Allee 11.

Nachdem Bastian lange genug in
die deprimierende Welt vor seinem Fenster geblickt hatte, wandte er sich wieder ab. Es gab keinen Marzahn Way of Life, weil es hier nicht mal einen Way gab. Es gab nur ein Marzahn Life, für immer, wenn man nichts dagegen tat. Sterben war die eine Möglichkeit, von hier wegzukommen, die andere probierte Bastian gerade aus.

Er betrachtete noch einmal den Brief. Mit Hand verfasst. Nicht schön, aber ehrlich. Genau wie die Zeichnungen, die Krell angefertigt hatte. Friedenstauben und Panzer mit roten Sternen, die über einen McDonalds fuhren und ihn zertrümmerten. Überhaupt viele rote Sterne. Warum auch nicht? Bastian war es egal. Er freute sich einfach. Sein Werk, eine Bühne. Endlich! Wer hätte das vor ein paar Monaten gedacht?

Er wunderte sich einen Moment darüber, wie es überhaupt zu alldem gekommen war. Er glaubte nicht an Schicksal, viel eher verlief sein Leben so, als hätte es ein zweitklassiger Drehbuchautor nachts um halb drei mit dröhnendem Kopf verfasst. Fest stand jedenfalls, dass es dieses Stück nicht ohne Lena und die Nachhaltigen gegeben hätte. Ohne sie hätte Bastian vermutlich längst sein BWL-Studium abgeschlossen und wäre nun Mitarbeiter der Sparkasse oder eines mittelständischen Unternehmens. Stattdessen hatte er das Studium geschmissen, sich verliebt und ein Theaterstück verfasst, dessen Plot in einem Satz lautete: Adolf Hitler und Eva Braun diskutieren auf einer Party mit dem Deutschen Michel über Rassismus. Ein Dreipersonenstück. Es gab darin dramatische Szenen, Bastian war nicht unzufrieden.

Trotzdem war er am nächsten Morgen etwas nervös, als er seine Wohnung verließ. Er kam am Spielplatz der Siedlung vorbei. Zwei Schaukeln, eine Rutsche, ein Sandkasten. Auf dem Boden lagen Bierflaschen, und irgendjemand hatte Ultras! auf die Bank gepinselt. Hinweisschilder warnten davor, dass in den Gebüschen Rattengift auslag. Kinder sah man hier selten, was für sie sprach.    

Nach einem kurzen Fußweg zwischen den grau
en Plattenbauten, deren einzige Farbtupfer die DDR-Fahnen darstellten, die an einzelnen Balkonen hingen, betrat er die S-Bahn, die ihn aus dieser Tristesse in die funkelnde Welt der Künstler und Theaterbühnen bringen würde. Am Alexanderplatz stieg er wieder aus. Menschen, überall und aus allen Richtungen. Arbeitslose, Touristen, Geschäftsleute, Mütter. Bastian nickte einem Gitarristen freundlich zu. Der sang Yellow Submarine, saß im Schneidersitz unter der Weltzeituhr und unterbrach, um Is was? zu blaffen.

Kurz darauf stand Bastian vor der Villa Solidarität in der Chemnitz-Allee 11. Nicht enttäuscht sein, sagte er sich, nicht enttäuscht sein! Er versuchte sein Bestes, aber es war nicht zu leugnen, er stand vor einem Plattenbau. Ein Klingelbrett, viele Namen. Irgendwo dazwischen ein roter Aufkleber: Villa Solidarität.

Bastian klingelte.

Nichts passierte.

Er drückte gegen die Eingangstür, sie gab nicht nach.

Er klingelte noch einmal. Keine Reaktion. Ratlos setzte er sich auf die Treppe. Vor ihm auf dem Weg lagen Dosen, Taschentücher, Pizza-Kartons und anderes, was aus einem überfüllten Mülleimer fiel. In Marzahn wurden die Mülleimer immer geleert. Im Hintergrund rauschte der Verkehr über die Karl-Marx-Allee. Wo sollte diese verdammte Villa sein? Im Plattenbau?

Nach einigen Minuten näherte sich eine alte Frau mit ALDI-Tüte. Sie schloss die Tür auf. Bastian betrat hinter ihr das Haus.

Bewohner?, krächzte sie misstrauisch.

Nein.

Nur für Bewohner hier!

Okay, gab Bastian ihr recht und blieb stehen. Er würde hinauf zu Krell laufen, sobald die Alte in ihrer Wohnung verschwunden war.

Die Alte blieb im Flur.

Sie griff sich einen Tetrapak-Wein aus der Tüte.

Man braucht Mietvertrag.

Bastian nickte. Sie trank und saß im Treppenhaus. Sie verteidigte ihr Revier. Als sie auch noch einen Schokoriegel auspackte, wusste Bastian, dass er an ihr ni
cht vorbeikommen würde.

Schönen Tag noch, murmelte er und schönes Haus.

Sie nickte.

Er beobachtete wieder den Müll, der sich in den Hecken verfing. Wieder klingeln, wieder vergeblich, wieder warten.

Irgendwann wurde die Tür von innen geöffnet. Ein junger Mann mit Kampfhund und Goldkette trat ins Freie. Das Tier knurrte feindselig, als Bastian in den Flur trat. Die Frau war verschwunden. An der Wand hingen die silbernen Briefkästen der Bewohner. Krell wohnte im siebten Stock.

Die Wände im Treppenhaus waren voller Liebesschwüre, Beleidigungen und politischer Parolen. Es roch nach verbrauchter Luft und war so still wie im Museum. Außer seinen Schritten hörte Bastian nichts. Schließlich stand er vor der Wohnung 74 in der Chemnitz-Allee 11. Eine Wohnung wie all die anderen, wenn da nicht ein rotes Tuch über die Tür gespannt wäre. Villa Solidarität stand darauf.

Bastian klopfte an.

Es dauerte nicht lange, ehe sich Schritte näherten und dann Lärm und Flüche zu hören waren, irgendetwas schien zu Bruch gegangen zu sein. Die Tür wurde von einem Mann geöffnet, an dem Bastian eine Sache sofort auffiel: dass sein linker Fuß in einer zerbrochenen Lenin-Büste steckte.

Was sich als Villa angekündigt hatte, schrumpfte für den objektiven Betrachter nun endgültig auf das Normalmaß einer Plattenbauwohnung in Innenstadtlage. Sie sah trostlos und karg aus. In der Garderobe hing nur eine einzige Jacke, und im offenen Schuhschrank befand sich ein Paar Schuhe. Direkt neben der Tür lagen außerdem ein Regenschirm und ein roter Schal auf dem Boden. Mehrere leere Bierflaschen harrten im Flur aus, die älteren von ihnen hatten sich schon eine dünne Staubschicht zugelegt. Und überall, ob in der Garderobe, im Schuhschrank oder dem Flur, fanden sich Hefte, Zeitungen, Bücher. Nicht irgendwelche, sondern fast immer mit Bezug zum Theater und manchmal zur Politik. Kein Sport, keine Ratgeber zu guter Ernährung oder Abnehmen in
30 Tagen. Nur eine Apotheken Umschau entdeckte Bastian dann doch noch, sie lag eingeklemmt unter einer Flasche und warnte Warum Alkohol so hinterhältig ist!. Mit schwarzem Stift hatte Krell diese fünf Worte durchgestrichen und obendrüber Prost! geschrieben. Die früher einmal weißen Tapeten hatten sich im Laufe der Zeit ins Gelbliche verfärbt und an manchen Stellen die Verwandlung längst in noch dunklere Farbtöne vollzogen. Graue Wasserflecken überzogen die Wände wie Fettaugen eine deftige Suppe. Alles hier verströmte den illusionslosen Charme einer Junggesellenfestung, die längst die Hoffnung aufgegeben hat, jemals von einer Frau belagert zu werden.

Krell hatte einen massigen Körper, der Bastian etwas beunruhigte, weil er immer leicht zu schwanken schien wie ein Schiff auf hoher See. Auf seinem Kopf hielten wenige Haare die Erinnerung an jene Zeiten wach, in denen noch Shampoo und Kamm nötig waren. Willkommen in der Villa Solidarität!, rief Krell und befreite mühsam seinen Fuß.

Im Wohnzimmer stellte sich die Lage ähnlich dar wie im Flur, eine allumfassende Unordnung prägte den Raum, jedoch gab es einen auffälligen Unterschied. Vor der Tapete, die sich auch hier längst vom ursprünglichen Weiß verabschiedet hatte und sich in verschiedenen Phasen ihrer Verfärbung befand, hingen Fotos. Fotos, die auf eine ausgeprägte Theaterliebe verwiesen. Auf den Bilderrahmen standen die Namen der abgebildeten Aufführungen: Faust, Hamlet, Warten auf Godot, Effi Briest und Tod eines Handlungsreisenden. Fotos von Premierenabenden, auf denen sich das ganze Ensemble verbeugte, wechselten sich ab mit den Aufnahmen einzelner Charakterdarsteller, denen mal der tiefste Weltschmerz und dann wieder höchstes Liebesglück ins Gesicht gebrannt schienen....


"Bislang als Kolumnist mit spitzer Feder bekannt, hat sich Gideon Böss hier erstmals an einen Roman gewagt - und das durchaus mit Bravour. Kurzweilig, genial witzig und mit einem sicheren Blick fürs Menschliche serviert Böss jede Menge herrlich skurrile Szenen, schräge Typen und Ideen und liefert eine unterhaltsame Satire auf die links-alternative Szene." Sonntags-Anzeiger

"Ein satirisches und außerordentlich lustiges Buch" Lena Ackermann, Berliner Morgenpost

"Eine turbulente Gesellschaftssatire im linken Mileu." Meine Woche

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