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Halbstarke

Jugendprotest in den 1950er Jahren in Deutschland und den U…
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Produktdetails
Titel: Halbstarke
Autor/en: Sebastian Kurme

ISBN: 3593381753
EAN: 9783593381756
Jugendprotest in den 1950er Jahren in Deutschland und den USA.
'Campus Forschung'.
Campus Verlag GmbH

September 2006 - kartoniert - 384 Seiten

In den 1950er Jahren sorgten die Halbstarken mit ihrem von gängigen Konventionen abweichenden Aussehen und mit Krawallen bei Rock-'n'-Roll-Konzerten für Aufsehen. Die Halbstarken waren ein schillerndes Phänomen des Jugendprotestes im Nachkriegsdeutschland, gleichzeitig aber auch eine internationale Zeiterscheinung. Im Vergleich mit den USA zeigt Sebastian Kurme, dass aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit James Dean und Elvis Presley nicht nur die unmittelbaren Vorbilder für die deutschen Halbstarken kamen, sondern das Verhalten der Jugendlichen in beiden Ländern auf ähnliche Widersprüche in ihren Lebenswelten zurückzuführen war.
Einleitung 9
1. Affluence and Anxiety - Die USA in den fünfziger Jahren 31
1.1 Communists Are Everywhere - Antikommunismus als politisches Leitmotiv 32
1.2 The Affluent Society - Wirtschaftliches Wachstum und Konsum in der Wohlstandsgesellschaft 37
1.3 Domestic Containment - Konsens und Konformismus als gesellschaftliche Hauptströmungen 40
1.4 Zusammenfassung 49
2. Keine Experimente - Die Bundesrepublik Deutschland in den fünfziger Jahren 51
2.1 Auf dem Weg nach Westen - Westbindung, Antikommunismus und politische Kultur in der Adenauer-Ära 52
2.2 Wohlstand für alle - Vom Marshall-Plan zum Wirtschaftswunder 56
2.3 Restauration und Modernisierung - Grundzüge der gesellschaftlichen Entwicklung 61
2.4 Zusammenfassung 71
3. Behind the Blue Denim Curtain - Jugend in den USA der fünfziger Jahre 74
3.1 The Adolescent Society - Die Teenager der Nachkriegszeit 75
3.2 It's Neat to Spend - Jungsein in der Wohlstandsgesellschaft 79
3.3 The Lonely Teenage Crowd - Konformismus und Konservativismus der amerikanischen Jugend 85
3.4 Zusammenfassung 90
4. Zwischen Jugendnot und Jugendkultur - Jugend in der Bundesrepublik der fünfziger Jahre 92
4.1 Kriegs- und Konsumkinder - Aufwachsen nach 1945 94
4.2 Bedrohte und drohende Jugend? - Jugendgefährdung, Jugendschutz und Restriktionen 104
4.3 Zusammenfassung 108
5. Deviant and Defiant - Teenage Rebels, Greasers und Juvenile Delinquents 110
5.1 The Kids Grow Worse - Juvenile Delinquency im Anstieg 111
5.2 The Shook-up Generation - Auffälliges und abweichendes Verhalten amerikanischer Jugendlicher in den fünfziger Jahren 151
5.3 Exkurs: Roll Over Beethoven - Die Entstehung des Rock 'n' Roll 161
5.4 The Martial Music of Every Sideburned Delinquent - Rock 'n' Roll, Randale und die amerikanische Öffentlichkeit 161
6. Teenagers, Rowdies und Motorradbanden - Die Halbstarken der fünfziger Jahre 177
6.1 Der geschworene Feind der Ordnung - Geschichte des Begriffs "Halbstarke" 178
6.2 Jugendliche stören die Ordnung - Halbstarke Verhaltens- und Erscheinungsweisen in den fünfziger Jahren 186
6.3 Musik, Magie oder Massenwahn? - Rock 'n' Roll in der Bundesrepublik 200
6.4 Außer Rand und Band - Die Halbstarkenkrawalle 206
6.4.1 Der reine Krawall 210
6.4.2 Der Veranstaltungs-Krawall 212
6.4.3 Der Folge-Krawall 218
7. What Can We Do About "J. D."? - Reaktionen in der amerikanischen Öffentlichkeit 225
8. ... denn sie wissen nicht, was sie tun sollen - Reaktionen in der westdeutschen Öffentlichkeit 243
9. The Mild Ones - Die Entstehung der Teenager-Kultur 263
10. Jugendliche stört die Ordnung! - Vergleichende Analyse anhand der "Kategorien des sozialen Protests" 281
10.1 Protestform 281
10.2 Konfliktparteien 298
10.3 Manifestationsbedingungen 317
10.4 Ursachen 324
10.5 Erfolge 340
Zusammenfassung 347
Literatur 353

Sebastian Kurme, Dr. phil., studierte in Berlin und London Geschichte, Politologie und Publizistik.

So wie in den USA stand auch die deutsche Jugend in der Zeit nach 1945 ganz besonders im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Während in den USA allerdings vornehmlich der baby boom dafür verantwortlich gewesen ist, dass Kindern und Jugendlichen ganz besondere Aufmerksamkeit zugesprochen wurde, so waren es in Deutschland vor allem die befürchteten Langzeitwirkungen des Nationalsozialismus. Daher wurde die Jugend sowohl von alliierter wie auch von deutscher Seite aus zum Gegenstand gleich einer ganzen Reihe von Umfragen und Untersuchungen, die über den aktuellen Erkenntniswert hinaus auch die "Funktion eines Seismographen" für die Zukunftsfähigkeit der Demokratie in der deutschen Gesellschaft erfüllten.
Noch während des Krieges hatten die Westalliierten mit systematischen Befragungen von deutschen Kriegsgefangenen begonnen. Deren Ergebnisse sind dabei alles andere als beruhigend gewesen, hatten sie doch zum Vorschein gebracht, dass die Sympathien für den Nationalsozialismus gerade bei den jüngeren Jahrgängen der Gefangenen weitaus größer waren als bei den älteren. Vor diesem Hintergrund befürchteten die Alliierten zunächst, dass durch den Nationalsozialismus fanatisierte Jugendliche ("Werwölfe") bei der Besetzung des Landes eine besondere Gefahr für ihre Truppen darstellten. Doch diese Sorge sollte sich schnell als unbegründet erweisen. Viel eher als der befürchtete Fanatismus war nach dem 08. Mai 1945 unter den Jugendlichen in Deutschland, die nichts anderes als den Nationalsozialismus und Krieg kennen gelernt hatten, das mit dem Zusammenbruch zur Gewissheit gewordene Gefühl weit verbreitet, belogen und betrogen worden zu sein.
Auf diesem Befund baute Helmut Schelsky seine weit über die Grenzen des wissenschaftlichen Diskurses bekannt gewordene, 1957 veröffentlichte Studie "Die skeptische Generation" auf. Dieser Titel sollte zu einer Chiffre werden, mit der die Jugend der fünfziger Jahre zum Teil auch heute noch beschrieben wird. Dies ist allerdings in
Bezug auf vorliegende Arbeit insofern missverständlich, als dass der Soziologe seine Studie auf die westdeutschen Jugendlichen des ersten Nachkriegsjahrzehnts von 1945 bis 1955 bezog. Die Halbstarken aber traten erst in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre in Erscheinung, gehörten folglich nicht zu den Jahrgängen der "skeptischen Generation". Dieser Sachverhalt wird auch deutlich, wenn man sich Schelskys zentrale Erkenntnis über deren Angehörige vor Augen führt:
"[...] Diese Generation ist in ihrem sozialen Bewußtsein und Selbstbewußtsein kritischer, skeptischer, misstrauischer, glaubens- oder wenigstens illusionsloser als alle Jugendgenerationen vorher, [...] sie ist ohne Pathos, Programme und Parolen. [...]
Was sich auch ereignen mag, diese Generation wird nie revolutionär, in flammender kollektiver Leidenschaft auf die Dinge reagieren. [...] Man wird sich auf keine Abenteuer einlassen, sondern immer auf die Karte der Sicherheit setzen, des minimalen Risikos, damit das mühselig und glücklich wieder Erreichte, der Wohlstand und das gute Gewissen, die gebilligte Demokratie und die private Zurückgezogenheit, nicht wieder aufs Spiel gesetzt wird. In allem, was man so gern weltgeschichtliches Geschehen nennt, wird diese Generation eine stille Generation werden, eine Generation, die sich damit abfindet und es besser weiß als ihre Politiker, daß Deutschland von der Bühne der großen Politik abgetreten ist. Eine Generation, die sich auf das Überleben eingerichtet hat."
Nach dem Lesen dieser Zeilen wird man der Bemerkung Franz-Werner Kerstings durchaus zustimmen können, Schelskys Bild von der "skeptischen Generation" lese sich wie "eine jugendsoziologische Variante des CDU-Wahlslogans 'Keine Experimente'". Von den Halbstarken der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre hätte das wohl niemand behaupten wollen. Dass sich die Jahrgänge, aus denen sie stammten, noch in anderer Hinsicht von denen der "skeptischen Generation" unterschieden, wird der folgende Abschnitt z
eigen.


Die Rebellen "Eine flüssig gechriebene Studie." (Damals, 01.10.2007)

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