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Ein Hauch von Schnee und Asche

Roman. Originaltitel: A Breath of Snow and Ashes (Highlan…
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Produktdetails
Titel: Ein Hauch von Schnee und Asche
Autor/en: Diana Gabaldon

ISBN: 344236731X
EAN: 9783442367313
Roman.
Originaltitel: A Breath of Snow and Ashes (Highland 6).
'Blanvalet Taschenbücher'. 'Highland-Saga / Outlander'.
Übersetzt von Barbara Schnell
Blanvalet Taschenbuchverl

10. April 2007 - kartoniert - 1301 Seiten

Die schönste Liebesgeschichte aller Zeiten geht weiter!

Man schreibt das Jahr 1772, und in der Neuen Welt gärt es bedrohlich. Hilflos müssen Claire Randall, die Zeitreisende aus dem 20. Jahrhundert, und ihr geliebter Mann Jamie Fraser beobachten, wie die Kolonien auf einen unausweichlichen Krieg zusteuern. Über all dem hängt jedoch die ganz persönliche Drohung eines Zeitungsausschnitts aus dem Jahr 1776, der von der Zerstörung des Hauses auf Fraser's Ridge berichtet - und vom Feuertod eines gewissen James Fraser und seiner gesamten Familie. Jamie hofft, dass sich seine Frau ausnahmsweise mit ihrer Vorhersage irrt und ihre Liebe kein sinnloses Opfer der Flammen wird ...


Diana Gabaldon war Honorarprofessorin für Tiefseebiologie und Zoologie an der Universität von Arizona, bevor sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete. Bereits ihr erster Roman Feuer und Stein wurde international zu einem gigantischen Erfolg und führte dazu, dass Millionen von Lesern zu begeisterten Fans ihrer Romane wurden. Zuletzt wurde Gabaldons Highland-Saga unter dem Titel Outlander hochkarätig fürs Fernsehen verfilmt. Diana Gabaldon ist Mutter dreier erwachsener Kinder und lebt mit ihrem Mann in Scottsdale, Arizona.
Der Hund witterte sie zuerst. Da es so dunkel war, sp'rte Ian Murray nur, wie Rollo neben seinem Oberschenkel pl'tzlich den Kopf hob und die Ohren spitzte. Er legte dem Hund die Hand auf den Hals und f'hlte seine warnend gestr'ten Haare.
Sie waren so gut aufeinander eingespielt, dass er gar nicht bewusst 'Menschen' dachte, sondern gleich die andere Hand an sein Messer legte und reglos dalag. Atmete. Lauschte.
Im Wald war kein Laut zu h'ren. Bis zur D'erung waren es noch Stunden, und die Luft war so still wie in einer Kirche, w'end Nebel wie Weihrauch langsam vom Boden aufstieg. Er hatte sich zum Ausruhen auf den umgest'rzten Stamm eines riesigen Tulpenbaums gelegt, denn er wurde lieber von Waldl'en gekitzelt als von Feuchtigkeit durchdrungen. Er lie'die Hand auf dem Hund liegen und wartete.
Rollo knurrte, ein leises, unabl'iges Grollen, das Ian kaum h'ren, aber gut sp'ren konnte, weil sein Arm die Vibrationen weiterleitete und jeden Nerv seines K'rpers in Alarmbereitschaft versetzte. Er hatte nicht geschlafen ' er schlief kaum noch des Nachts ', doch er hatte geruht, zum Himmel aufgesehen und war in seine 'bliche Diskussion mit Gott vertieft gewesen. Die Ruhe war mit Rollos Bewegung dahin. Ian setzte sich behutsam auf und schwang die Beine seitlich 'ber den halb verwesten Baumstamm. Sein Herz schlug jetzt schnell.
Rollos Ausdruck blieb unver'ert warnend, doch sein gro'r Kopf wanderte jetzt und folgte etwas Unsichtbarem. Es war eine mondlose Nacht; Ian konnte die schwachen Umrisse der B'e und die beweglichen Schatten der Nacht sehen, sonst aber nichts.
Dann h'rte er sie. Etwas Lebendiges zog vor'ber. Ein gutes St'ck entfernt, aber es kam mit jeder Sekunde n'r. Er stand auf und trat leise in die Schw'e am Fu'einer Kastanie. Ein Schnalzen mit der Zunge, und Rollo stellte das Knurren ein und folgte ihm, lautlos wie der Wolf, der sein Vater gewesen war.
Ians Ruheplatz 'berblickte einen Wildwechsel. Die M'er, die dem Pfad folgten, waren nicht
auf der Jagd.
Wei'. Das war allerdings seltsam, sehr seltsam. Er konnte sie nicht sehen, doch das brauchte er nicht; der L', den sie machten, lie'keine Verwechslung zu. Auch Indianer bewegten sich nicht unbedingt lautlos, und viele der Highlander, unter denen er gelebt hatte, konnten sich wie Geister im Wald bewegen ' doch er hatte nicht den geringsten Zweifel. Metall, das war es. Er h'rte Zaumzeug klingeln, Kn'pfe und Schnallen klirren ' und Gewehrl'e.
Eine ganze Menge. Sie waren jetzt so nah, dass er sie zu riechen begann. Er beugte sich ein wenig vor und schloss die Augen, um so viele Anhaltspunkte zu erschn'ffeln, wie er konnte.
Sie transportierten Pelze; jetzt fing er den Geruch von getrocknetem Blut und kaltem Fell auf, der Rollo wahrscheinlich geweckt hatte' Aber keine Fallensteller, bestimmt nicht. Fallensteller reisten einzeln oder zu zweit.
Arme M'er, und schmutzig dazu. Keine Fallensteller und keine J'r. Um diese Jahreszeit war Wild leicht zu finden; fast bei jedem Schritt sprang ein Kaninchen vom Boden auf, und in den Fl'ssen wimmelte es von Fischen
' doch diese M'er rochen nach Hunger. Und dem Schwei'der Trunksucht.
Dicht bei ihm jetzt, vielleicht drei Meter von der Stelle entfernt, an der er stand. Rollo prustete leise, und Ian krallte ihm erneut die Hand in den Nacken, doch die M'er machten zu viel L', um es zu h'ren. Er z'te die vor'berziehenden Schritte, die rumpelnden Wasserflaschen und Patronendosen, die Grunzlaute der Fu'ahmen und die Seufzer der Ersch'pften.
Er kam auf dreiundzwanzig M'er, und sie hatten ein Maultier ' nein, zwei Maultiere dabei; er konnte das 'hzen voll bepackter Satteltaschen und das n'rgelnde, schwere Atmen h'ren, das typisch f'r ein beladenes Maultier war, stets am Rand des Jammerns.
Die M'er h'en sie niemals entdeckt, aber ein verirrter Luftzug trug Rollos Geruch zu den Maultieren hin'ber. Ohrenbet'endes Quieken ersch'tterte die Dunkelheit, und vor ihm explodierte der Wald in einem D
urcheinander aus rumpelnden Ger'chen und Schreckensrufen. Ian rannte schon, als hinter ihm Pistolensch'sse krachten.
'A Dhia!' Etwas traf ihn am Kopf, und er fiel der L'e nach hin. War er tot?
Nein. Rollo schob ihm besorgt seine feuchte Nase ins Ohr. Sein Kopf summte wie ein Bienenstock, und Ian sah glei'nde Lichtblitze vor seinen Augen.
'Ruith', keuchte er und schubste den Hund an. 'Lauf weg! Los!' Der Hund z'gerte und winselte tief in seiner Kehle. Ian konnte ihn nicht sehen, doch er sp'rte, wie das gro' Tier einen Satz machte und sich umdrehte, sich wieder drehte, unentschlossen.
'Ruith!' Er rappelte sich auf alle viere auf und dr'te Rollo. Schlie'ich gehorchte der Hund und lief davon, so wie es ihm beigebracht worden war.
Ihm selbst blieb keine Zeit zum Weglaufen, selbst wenn er auf die Beine gekommen w'. Er lie'sich auf den Bauch fallen, dr'ckte H'e und F'' fest in das verrottende Laub und wand sich wie verr'ckt, um sich einzugraben.
Ein Fu'traf ihn zwischen den Schulterbl'ern, doch das Keuchen, mit dem ihm der Atem verging, wurde von den feuchten Bl'ern erstickt. Es spielte keine Rolle, sie machten solchen L'. Wer auch immer auf ihn getreten war, bemerkte ihn gar nicht; er bekam noch einen bet'enden Hieb versetzt, als der Mann in Panik 'ber ihn hinwegrannte ' sicher hielt er ihn f'r einen umgest'rzten Baumstamm.
Die Sch'sse verstummten. Die Rufe nicht, doch er verstand sie nicht. Er wusste, dass er flach auf dem Gesicht lag, kalte N'e im Gesicht und den Geruch abgestorbenen Laubes in der Nase ' doch er hatte das Gef'hl, aufrecht zu stehen, aber ziemlich betrunken zu sein, w'end sich die Welt langsam um ihn drehte. Nachdem der erste, akute Schmerz vergangen war, tat sein Kopf nicht mehr sehr weh, doch er schien ihn nicht heben zu k'nnen.
Ihm kam dumpf der Gedanke, dass niemand davon erfahren w'rde, wenn er jetzt hier starb. Es w'rde seiner Mutter Kummer bereiten, dachte er, nicht zu wissen, was aus ihm geworden war.

Die Ger'che wurden leiser, geordneter jetzt. Eine Stimme br'llte nach wie vor, doch es klang, als erteilte sie Befehle. Sie entfernten sich. Ihm kam der vage Gedanke, dass er rufen k'nnte. Wenn sie sahen, dass er wei'war, halfen sie ihm ja vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.
Er blieb still. Entweder lag er im Sterben oder nicht. Wenn es so war, gab es keine Hilfe. Wenn nicht, brauchte er keine.
Nun ja, ich habe ja darum gebeten, nicht wahr?, dachte er und nahm sein Zwiegespr' mit Gott wieder auf, seelenruhig, als l' er noch auf dem Stamm des Tulpenbaums und blickte in die Tiefen des Fr'hlingshimmels. Ein Zeichen, habe ich gesagt. Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass du es so prompt schicken w'rdest.


Die H'tte der Holl'er
M' 1773
Niemand hatte von der Existenz der Blockh'tte gewusst, bis Kenny Lindsay, der am Fluss unterwegs war, die Flammen gesehen hatte.
'Es w' mir gar nicht aufgefallen', sagte er zum zirka sechsten Mal. 'Wenn es nicht dunkel geworden w'. W' es heller Tag gewesen, h'e ich nichts davon gemerkt, nichts.' Er wischte sich mit zitternder Hand 'ber das Gesicht, unf'g, den Blick von den Leichen abzuwenden, die am Waldrand aufgereiht lagen. 'Sind das Wilde gewesen, Mac Dubh? Sie sind nicht skalpiert worden, aber vielleicht ''
'Nein.' Jamie legte das ru'erschmierte Taschentuch sanft wieder auf das blaue Gesicht eines kleinen M'hens, das zu ihm aufstarrte. 'Keiner von ihnen ist verletzt. Das musst du doch gesehen haben, als du sie ins Freie gebracht hast?'
Lindsay sch'ttelte mit geschlossenen Augen den Kopf und erschauerte heftig. Es war sp'r Nachmittag und ein k'hler Fr'hlingstag, doch die M'er schwitzten alle.
'Ich habe nicht hingesehen', sagte er schlicht.
Meine eigenen H'e waren wie Eis, so taub und gef'hllos wie die gummiartige Haut der toten Frau, die ich gerade untersuchte. Sie waren bereits 'ber einen Tag tot; die Totenstarre war schon vorbei, und sie waren jetzt schlaff und
k'hl, doch das kalte Wetter des Gebirgsfr'hlings hatte sie bis jetzt vor den entw'rdigenden Widerw'igkeiten der Verwesung bewahrt.
Dennoch atmete ich flach; die Luft war bitter vom Brandgeruch. Hier und dort stieg eine Rauchs'e von der verkohlten Ruine der winzigen H'tte auf. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Roger gegen einen Baumstamm trat und sich dann b'ckte, um darunter etwas vom Boden aufzuheben.
Kenny hatte lange vor Tagesanbruch an unsere T'r geh'ert und uns aus unseren warmen Betten geholt. Wir waren in aller Eile hergekommen, obwohl wir wussten, dass wir f'r jede Hilfe zu sp'kamen. Einige der P'ter von den Siedlungsst'en in Fraser's Ridge hatten uns begleitet; Kennys Bruder Evan stand mit Fergus und Ronnie Sinclair unter den B'en zusammen, wo sie sich leise auf G'sch unterhielten.
'Wei' du, was sie erwischt hat, Sassenach?' Jamie hockte sich mit sorgenvollem Gesicht neben mich. 'Zumindest die Toten unter den B'en.' Er wies kopfnickend auf die Leiche vor mir. 'Was die arme Frau hier umgebracht hat, wei'ich selbst.'
Der lange Rock der Frau regte sich im Wind und gab ihre langen, schlanken F'' preis, die in Lederpantoletten steckten. Ebenso schlanke H'e lagen reglos an ihren Seiten. Sie war hoch gewachsen gewesen ' wenn auch nicht so gro'wie Brianna, dachte ich und sah mich automatisch nach dem leuchtenden Haar meiner Tochter um, das sich am anderen Ende der Lichtung zwischen dem Ge' bewegte.
Ich hatte die Sch'rze der Frau hochgeschlagen, um ihren Kopf und ihren Oberk'rper zu bedecken. Ihre H'e waren rot, die Fingerkn'chel von der Arbeit rau, die Handfl'en voller Schwielen, doch aus ihren festen Oberschenkeln und ihrem schlanken K'rperbau schloss ich, dass sie nicht 'er als drei'g war ' wahrscheinlich viel j'nger. Niemand konnte sagen, ob sie h'bsch gewesen war. Ich sch'ttelte den Kopf als Antwort auf seine Bemerkung.
'Ich glaube nicht, dass sie durch das Feuer gestorben ist', sagte ich. 'Da, ihre Beine und F'' sind unversehrt. Si
e muss in das Herdfeuer gefallen sein. Ihr Haar hat Feuer gefangen, das dann auf die Schultern ihres Kleides 'bergesprungen ist. Sie muss so dicht an der Wand oder am Kaminabzug gelegen haben, dass die Flammen 'bergesprungen sind, und dann ist das ganze, verfluchte Haus in Flammen aufgegangen.'
Jamie nickte bed'tig, die Augen auf die Tote gerichtet.
'Aye, das klingt plausibel. Aber was ist es gewesen, das sie umgebracht hat, Sassenach? Die anderen sind ein wenig angesengt, aber keiner von ihnen ist so verbrannt. Doch sie m'ssen schon tot gewesen sein, als das Haus Feuer gefangen hat, weil keiner von ihnen hinausgelaufen ist. Eine t'dliche Krankheit wom'glich?'
'Das glaube ich nicht. Sie sehen nicht' Ich wei'es nicht. Lass mich noch einen Blick auf die anderen werfen.'
Ich schritt langsam an der Reihe regloser K'rper entlang, deren Gesichter mit T'chern zugedeckt waren, und beugte mich einzeln dar'ber, um erneut unter die improvisierten Leichent'cher zu sp'n. Es gab unz'ige Krankheiten, die in dieser Zeit rasch zum Tode f'hren konnten ' da es keine Antibiotika gab und keine M'glichkeit der Fl'ssigkeitszufuhr au'r durch Mund und Rektum, konnte ein simpler Durchfall einen Menschen innerhalb von vierundzwanzig Stunden umbringen.
Ich bekam solche Dinge oft genug zu Gesicht, um sie zu erkennen, genau wie jeder andere Arzt, und ich war seit 'ber zwanzig Jahren 'ztin. Dann und wann sah ich in diesem Jahrhundert Dinge, die mir in meinem eigenen nicht begegnet waren ' vor allem grauenvolle Parasitenerkrankungen, die mit dem Sklavenhandel aus den Tropen kamen ', doch es war kein Parasit, der diese armen Seelen auf dem Gewissen hatte, und keine mir bekannte Krankheit hinterlie'solche Spuren bei ihren Opfern.
S'liche Leichen ' die Frau mit den Verbrennungen, eine viel 'ere Frau und drei Kinder ' waren innerhalb der W'e des brennenden Hauses gefunden worden. Kenny hatte sie gerade rechtzeitig ins Freie gezogen, bevor das Dach einst'rzte, und war dann
losgeritten, um Hilfe zu holen. Alle tot, bevor das Feuer ausbrach; daher mussten sie auch buchst'ich alle gleichzeitig gestorben sein, denn das Feuer hatte doch gewiss schnell zu schwelen begonnen, nachdem die Frau tot auf ihren Herd gefallen war?
Die Opfer lagen ordentlich unter den Zweigen einer riesigen Rotfichte aufgereiht, w'end die M'er daneben ein Grab auszuheben begannen. Brianna stand mit gesenktem Kopf neben dem kleinsten M'hen. Ich kniete mich neben die winzige Leiche, und sie kniete sich mir gegen'ber hin.
'Was ist es gewesen?', fragte sie leise. 'Gift?'
Ich sah 'berrascht zu ihr auf.
'Ich glaube schon. Wie bist du darauf gekommen?'
Sie warf einen Blick auf das blau angelaufene Gesicht unter uns. Sie hatte versucht, dem M'hen die Augen zu schlie'n, doch sie quollen unter den Lidern hervor und verliehen dem Kind einen Ausdruck verbl'fften Grauens. Ihre kleinen, groben Gesichtsz'ge waren, vor Qual verzerrt, erstarrt, und sie hatte Spuren von Erbrochenem in den Mundwinkeln.
'Pfadfinderhandbuch', sagte Brianna. Sie sah sich nach den M'ern um, doch keiner von ihnen war nah genug, um uns zu h'ren. Ihr Mund zuckte, und sie wandte den Blick von der Leiche ab und hielt mir ihre ge'ffnete Hand entgegen. ''Iss niemals einen Pilz, den du nicht kennst'', zitierte sie. ''Es gibt viele giftige Sorten, und sie zu unterscheiden, ist Aufgabe der Experten'. Roger hat sie gefunden. Sie wachsen in einem Ring da dr'ben neben dem Baumstamm.'
Feuchte, fleischige H'tchen, blassbraun mit wei'n, warzenartigen Flecken, die offenen Lamellen und schlanken Stiele so hell, dass sie im Schatten der Fichte beinahe zu phosphoreszieren schienen. Sie hatten ein h'bsches, erdiges Aussehen, das ihre T'dlichkeit L'gen strafte.
'Kr'tenschw'e', sagte ich halb zu mir selbst und nahm ihr mit spitzen Fingern einen der Pilze aus der Hand. 'Agaricus pantherinus ' so wird man sie zumindest nennen, sobald jemand dazu kommt, sie ordentlich zu benennen. Pantherin
us, weil sie so schnell t'dlich wirken ' wie eine Raubkatze.'
Ich konnte sehen, wie sich Briannas Unterarm mit G'ehaut 'berzog und sich ihre weichen, rotgoldenen H'hen aufstellten. Sie lie'ihre Hand kippen und warf die 'brigen t'dlichen Pilze auf den Boden.
'Welcher denkende Mensch isst denn Giftpilze?', fragte sie und wischte sich mit einem leichten Schauder die Hand am Rock ab.
'Ein Mensch, der es nicht besser wei' Vielleicht ein Mensch, der Hunger hat', antwortete ich leise. Ich hob die Hand des kleinen M'hens auf und zeichnete die zarten Knochen ihres Unterarms nach. Ihr B'hlein war leicht aufgetrieben, ob durch Unterern'ung oder postmortale Ver'erungen, konnte ich nicht sagen ' doch ihre Schl'sselbeine waren so scharf wie Sensenklingen. Die Leichen waren alle d'nn, wenn auch nicht total ausgehungert.
Ich blickte in die tiefblauen Schatten des Berghangs oberhalb der H'tte. Es war noch zu fr'h im Jahr, um auf Erntez'ge zu gehen, doch im Wald gab es Nahrung im 'erfluss ' f'r jene, die sie erkennen konnten.
Jamie trat neben mich, kniete sich hin und legte mir seine kr'ige Hand leicht auf den R'cken. Trotz der K'e zog sich ein Schwei'innsal 'ber seinen Hals, und sein dichtes, rotes Haar war an den Schl'n dunkel.
'Das Grab ist fertig', sagte er mit leiser Stimme, als k'nnte er das Kind erschrecken. 'Ist es das, was das Kind umgebracht hat?' Er wies nickend auf die verstreuten Pilze.
'Ich glaube schon ' und die anderen auch. Habt ihr euch hier umgesehen? Wei'irgendjemand, wer sie waren?'
Er sch'ttelte den Kopf.
'Keine Engl'er; die Kleider sind falsch. Deutsche w'n sicher nach Salem gegangen; sie lassen sich am liebsten bei ihresgleichen nieder. Vielleicht sind es Holl'er gewesen.' Er deutete auf die Holzpantinen an den F''n der alten Frau, die vom langen Tragen fleckig und rissig geworden waren. 'Es sind keine B'cher oder Schriftst'cke 'brig geblieben, falls es je welche gegeben hat. Nichts, was uns ihren Namen verraten w'r
de. Aber ''
'Sie waren noch nicht lange hier.' Eine leise, gebrochene Stimme lie'mich aufblicken. Roger war zu uns gekommen; er hockte an Briannas Seite und wies mit dem Kinn auf die schwelenden 'erreste der Blockh'tte. Daneben war ein kleiner Garten in die Erde gescharrt worden, doch die wenigen Pflanzen, die dort zu sehen waren, sprossen gerade erst aus dem Boden, und ihre zarten Bl'er hingen schlaff und vom Frost geschw't herunter. Es gab keine Nebengeb'e, keine Spur von Vieh, kein Maultier oder Schwein.
'Frisch emigriert', sagte Roger leise. 'Keine Leibeigenen; das hier war eine Familie. Sie waren es nicht gewohnt, im Freien zu arbeiten; die H'e der Frauen sind voller Blasen und frischer Narben.' Er rieb sich selbst unbewusst mit der Hand 'ber das leinenbekleidete Knie; seine Handfl'en waren inzwischen genauso mit glatten Schwielen 'berzogen wie Jamies, doch er war einmal ein d'nnh'iger Gelehrter gewesen; er erinnerte sich noch gut an die Schmerzen seiner Einarbeitung.
'Ich frage mich, ob sie Verwandte hinterlassen ' in Europa', murmelte Brianna. Sie strich dem kleinen M'hen das blonde Haar aus der Stirn und legte ihm das Taschentuch wieder 'ber das Gesicht. Ich sah, wie sich ihre Kehle bewegte, als sie schluckte. 'Sie werden nie erfahren, was aus ihnen geworden ist.'
'Nein', sagte Jamie abrupt. 'Man sagt zwar, dass Gott die Narren besch'tzt ' aber selbst der Allm'tige verliert wohl dann und wann die Geduld.' Er wandte sich ab und winkte Lindsay und Sinclair.
'Sucht nach dem Mann', sagte er zu Lindsay. Alle K'pfe fuhren zu ihm auf.
'Mann?', sagte Roger und richtete die Augen dann allm'ich auf die verbrannten 'erreste der H'tte, w'end es ihm d'erte. 'Aye ' wer hat ihnen die H'tte gebaut?'
'Es k'nnten doch die Frauen gewesen sein', sagte Brianna und hob das Kinn.
'Du h'est es gekonnt, aye', sagte er, und sein Mund zuckte, als er seiner Frau einen Seitenblick zuwarf. Brianna sah Jamie nicht nur an Haut und Haaren 'lich; sie w
ar barfu'einen Meter achtzig gro'und besa'den klaren, kraftvollen K'rperbau ihres Vaters.
'M'glich, dass sie es gekonnt h'en, aber sie waren es nicht', sagte Jamie knapp. Er zeigte auf das Skelett der H'tte, in deren Innerem ein paar M'belst'cke ihre zerbrechliche Form behalten hatten. W'end ich hinsah, erhob sich der Abendwind, und der Schatten eines Hockers fiel lautlos zu Asche zusammen, und Ru'und Asche wirbelten wie Gespenster 'ber den Boden.




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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein gutes Buch, aber nicht das Beste von ihr... - von Sazoou - 29.10.2008 zu Diana Gabaldon „Ein Hauch von Schnee und Asche“
Jamie und Claire erwarten den kommenden Krieg und erfahren zudem noch von ihrer Tochter, dass sie laut einem Zeitungsartikel bei einem Brand sterben werden. Das alles macht ihr Leben natürlich nicht unbedingt einfacher... Es ist wirklich nicht das stärkste Buch der Highland-Saga, aber ich konnte es dennoch nicht wirklich aus der Hand legen, weil ich natürlich wissen wollte, wie die beiden die kniffligen und gefährlichen Situationen meistern. Und jetzt warte ich darauf, dass endlich ein weiterer Band der Reihe erscheint und das Warten endlich - hoffentlich bald - ein Ende hat:-)
Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ein gutes Buch, aber nicht das Beste von ihr... - von Anja Honrath - 29.10.2008 zu Diana Gabaldon „Ein Hauch von Schnee und Asche“
Jamie und Claire steuern in Amerika auf den unausweichlich näherrückenden Krieg zu. Zudem erfahren sie von ihrer Tochter davon, dass sie laut einem Zeitungsbericht bei einem Brand ums Leben kommen. All diese Informationen machen ihnen das Leben natürlich nicht leichter. Es ist nicht der stärkste Roman dieser Reihe, aber ich konnte das Buch trotzdem nicht wirklich weglegen. Wie wahrscheinlich viele, die die Reihe durch haben, warte ich jetzt mit scharrenden Füßen auf eine Fortsetzung:-)!
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