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Projekt Körper

Wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt.
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Produktdetails
Titel: Projekt Körper
Autor/en: Waltraud Posch

ISBN: 3593389126
EAN: 9783593389127
Wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt.
Campus Verlag GmbH

Mai 2009 - kartoniert - 261 Seiten

Der moderne Mensch gestaltet nicht nur sein Leben, er gestaltet auch seinen Körper. Noch nie hatte die Perfektion des äußeren Erscheinungsbildes einen derartigen Stellenwert wie in der Gegenwart. Der Körper ist zu einem Projekt geworden und zu einer Baustelle der Selbstoptimierung. In diesem Wunsch nach Optimierung spielt die Suche nach Individualität und Freiheit eine große Rolle. Es geht um die Abgrenzung von anderen, gleichzeitig aber auch darum, nicht zu sehr aus dem Rahmen zu fallen. Für die Arbeit am eigenen Körper stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Der moderne Mensch kann seinen Körper selbst gestalten. Das heißt aber auch: Er ist selbst dafür verantwortlich und wird dafür verantwortlich gemacht, wie er aussieht. So steht der Einzelne unter dem Druck zur Schönheit, dem er sich nur scheinbar freiwillig unterwirft. Schönheit fungiert als Mittel zum Zweck, um sich sozial zu positionieren und die eigene Identität zu sichern und zu schaffen. Der Kult um die Schönheit ist in Wirklichkeit ein Ringen um die persönliche und soziale Positionierung in einer unsicher erscheinenden Welt. Es geht um Selbstverwirklichung zwischen Anpassung und Eigenständigkeit, zwischen Normalisierung und Extravaganz, zwischen Konsum und Authentizität.
Inhalt Vorwort Einleitung Soziologie der Schönheit Hochkonjunktur Schönheit Schönheit als widersprüchliches Alltagsphänomen Mode Schönheit als Mittel zum Zweck Verschönerungen als Identitätsstiftung und -stabilisierung Verschönerungen als soziale Positionierung Projekt Körper Individualisierung: Die Einzigartigkeit der Masse Freiheit: Neue Spielräume und alte Zwänge Die schöne Elite Körperklassen Schönheit in der Politik Das Ideal Kriterien von Schönheit Schlankheit Schlankheit zwischen Ideal und Realität Gewicht und Gesundheit Schlankheit und Rauchen Schlankheit im Überfluss Politische Kampagnen zu Gewicht Jugendlichkeit Jugendlichkeit in einer alternden Gesellschaft Körperbehaarung Fitness Authentizität Baustelle Körper Das kommunizierte Unbehagen am Körper Körperbefindlichkeiten Schönheit und Geschlecht Frauen Männer Warum uns das Schönheitsideal nicht egal ist Das Korsett im Kopf Dimensionen der Relevanz Sichtbarkeit Sichtbarkeit schafft Normalität Technologien der Sichtbarkeit Beschränktheit Machbarkeit Versprechen von Nutzen Zwischen Für und Wider Dank Anmerkungen Literatur
Waltraud Posch was born in 1972. Her primary occupation is that of a sociologist for the health promotion office in Graz. On a part-time basis, she conducts research on beauty ideals and the sociology of the body and lectures at several Austrian universities. In 1999 Campus Verlag published her "Fine Bodies Make Fine Birds. The Cult Surrounding Beauty" which was translated into several languages and awarded the Prize of the Dr. Maria Schaumayer Foundation.
Schönheit als widersprüchliches Alltagsphänomen

Schönheit ist eine alltägliche Herausforderung. Sie findet Ausdruck in Mode, Frisuren und Kosmetik, aber auch in grundlegenden Körpermerkmalen wie Gewicht, Größe, Körperbau, Gesichtszügen, Haut und Haaren. Und sie findet Ausdruck im vielfältigen Angebot an Verschönerungstechnologien, die der Markt bereit hält, wie auch in den individuellen Einstellungen zu diesen Technologien und den individuellen Schönheitshandlungen der Einzelnen.

Was Schönheit eigentlich ist, wollten Mensch immer wieder herausfinden. Philosophen der alten Schule fanden weitreichende Definitionen für Schönheit. Das Schöne sei das, was ohne Begriffe allgemein gefällt (Kant), das Symbol des sittlich Guten (Schiller) oder gar das Versprechen des Glücks (Stendhal).

Schönheit ist etwas Überdurchschnittliches, Herausragendes, Seltenes, etwas nicht für jeden Menschen Erreichbares, lautet eine häufige Definition. So besitzt sie auch eine ausschließende Funktion, denn die Minderheit, die über dieses Ungewöhnliche verfügt, wird von der Mehrheit, bei der das nicht der Fall ist, abgegrenzt. Wilhelm Trapp nennt angesichts der Bedeutungsvielfalt von Schönheit als kleinsten gemeinsamen Nenner, als "Minimaldefinition des Schönen", das Schöne sei "die Leerformel für das Begehrte - 'schön' wird genannt, worauf sich die Wünsche des Menschen richten".

"Schönheit" an sich ist schwer definierbar. Sie entzieht sich einer wissenschaftlich korrekten Definition, hat allerdings einen eindeutigen Gegenbegriff: die Hässlichkeit. Schönheit ist also relational. Denn Schönheit und Hässlichkeit sind aufeinander bezogene und nur in Beziehung zueinander definierbare Begriffe. Sie stehen in einem Spannungsbogen mit vielen Zwischentönen, welche sich im Lauf der Geschichte immer wieder veränderten und welche sich auch im Laufe einzelner Biografien verändern können.

Soziobiologisch und evolutionstheoretisch orientierte Attraktivitätsforscher
sehen das anders. Sie definieren Schönheit (allerdings bezogen vorwiegend auf das Gesicht) als in der Evolution begründetes, hartes, weitgehend objektivierbares Faktum mit wenig kulturellen und sozialen Einflüssen, welches darin begründet ist, dass "nur die Schönsten überleben". Sie beziehen sich dabei neben Vergleichen mit dem Tierreich auf empirische Studien mit Versuchspersonen. Zu bedenken bleibt allerdings, dass Versuchspersonen, auf deren Urteil die Soziobiologie ihre Attraktivitätsforschung gründet, sehr wohl in einem sozialen Umfeld leben und von diesem nicht unbeeinflusst sind. Daher darf in Frage gestellt werden, inwiefern ihre Urteile normativ und kulturell unabhängig erfolgen.

Schönheit mag nicht ausschließlich subjektiv sein (vor allem, was Gesichtsproportionen betrifft), aber sie ist auch keine objektive, klar definierbare Größe (vor allem, was die Figur betrifft). Sie enthält besonders hinsichtlich der Figur ein Wandlungspotenzial. Dies erklärt auch die große Vielfalt an Schönheitsidealen, die es im Laufe der Geschichte gab.

Nina Degele unterscheidet zwischen den Definitionen von "Schönheit", "Schönheitshandeln" und "Attraktivität". Schönheit definiert sie als "massenmedial produzierte und im Alltag relevante Auffassungen von dem, was Schönheit als hegemoniale Norm im medial-öffentlichen Diskurs in Abgrenzung zum Nicht-Schönen oder Hässlichen ist oder sein soll". Attraktivität hingegen enthält laut Degele auch die Kompontente der Darstellung. Sie sei "im Spannungsfeld von Körperschönheit und Darstellungskompetenz angesiedelt". Schönheitshandeln wiederum habe Prozesscharakter. Beim Schönheitshandeln steht laut Degele "nicht die Ästhetik im Vordergrund [-], sondern die gelingende oder misslingende Anerkennung". Dies spricht einen Aspekt an, dem wir im vorliegenden Buch immer wieder begegnen werden: die Verknüpfung von Schönheit und sozialer Anerkennung.

Schönheit ist widersprüchlich: Einerseits stellt sie ein erstrebenswert
es, hohes Gut dar und ist eines der großen Objekte menschlichen Verlangens. Andererseits gilt sie als banal und äußerlich und gerade das Begehren nach ihr als oberflächlich. Sie wird zugleich als Fassade und als übernatürliche Kraft definiert. Sie kann mit Innerlichkeit oder mit Äußerlichkeit in Verbindung gebracht werden. Schönheit gilt sowohl (und gleichzeitig) als Hinweis auf einen oberflächlichen Charakter, dem es an nötigem Tiefgang fehle, als auch als geschickte soziale Positionierung. Schönheit wird sowohl mit Dummheit als auch mit Klugheit in Verbindung gebracht: Wer seinem Aussehen zu viel Aufmerksamkeit widme, mit dessen Intelligenz könne es wohl nicht weit her sein, lautet ein gängiges Vorurteil, welches unter anderem in der Verbindung von "blond" und "dumm" gipfelt. Gleichzeitig etabliert sich Schönheit zusehends als sozial anerkanntes, kluges Erfolgskalkül, welches - bewusst eingesetzt - größere Chancen im Leben ermögliche.

Es gibt offizielle und inoffizielle, öffentliche und private Ausprägungen des Schönheitsideals. Beispielsweise bedeutet das schlanke Schönheitsideal nicht, dass ausschließlich schlanke Frauen als Sexualpartnerinnen attraktiv sein müssen. Pornofilme und Spielfilme verbreiten unterschiedliche Ideale. Maßgeblich für diese Unterschiede ist, in welchem sozialen Zusammenhang (beispielsweise Mode, Gesundheit, Sexualität, Unterhaltung) Schönheit und Körperlichkeit angesprochen werden.

In unserer Kultur gilt Schönheit einerseits als natürliche, authentische Qualität, was sich beispielsweise in Diskursen über "innere Schönheit" und "Ausstrahlung" äußert. Andererseits ist sie jedoch immer besser herstellbar und manipulierbar, wodurch die Unterscheidung, ob Schönheit natürlich oder künstlich ist, auf Schwierigkeiten stößt. Schönheit hat zugleich Aspekte von Unterdrückung, aber auch Befreiung, von Individualität, aber auch der Anpassung an Gruppennormen. Das Gefühl, einem Schönheitsideal entsprechen zu müssen, kann frustrieren
und krank machen. Die Annahme, durch Schönheit Identität und soziale Anerkennung zu erlangen, kann hingegen ein Gefühl von Macht und Selbstbestimmung verleihen.



16.02.2010, Spreeblick
Projekt Körper
"Ein Buch, das verständlich geschrieben ist und ohne große wissenschaftliche Pirouetten auskommt. Es ist geschrieben für den interessierten Laien und eignet sich auch als erster Kontakt mit dem Thema. Trotzdem ist es voller Material, beispielsweise zum sogenannten Schlankheitswahn, und arbeitet Phänomene wie Schönheitsoperationen detailliert aus."

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