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Der Sommer der Gaukler

Roman. 'btb'.
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Produktdetails
Titel: Der Sommer der Gaukler
Autor/en: Robert Hültner

ISBN: 3442740126
EAN: 9783442740123
Roman.
'btb'.
btb Taschenbuch

Februar 2010 - kartoniert - 224 Seiten

Ein mitreißender historischer Roman um den Librettisten von Mozarts Zauberflöte

1780: Der genialische Theatermacher Emanuel Schikaneder ist noch nicht der gefeierte Theaterdirektor und Librettist von Mozarts "Zauberflöte". Noch zieht er mit seiner Truppe durch die Lande. Während der Salzburger Fürstenhof mit der Auftrittserlaubnis auf sich warten lässt, nutzt Schikaneder die Zeit, um in einem kleinen Dorf an der bayerisch-salzburgischen Grenze ein Stück aufzuführen - nicht ahnend, dass er damit einen Aufruhr provoziert, der ihn fast das Leben kostet.

Robert Hültner, 1950 in Inzell geboren, gilt als einer der wichtigsten und sprachmächtigsten deutschsprachigen Krimiautoren. Für seine Romane um Inspektor Kajetan wurde er vielfach preisgekrönt, unter anderem dreimal mit dem Deutschen Krimipreis und mit dem renommierten Glauser-Preis. Fürs Theater erarbeitete er die Trilogie "Die Ruhe und die Ordnung" über die Geburtszeit der bayerischen Republik, für Radio und Fernsehen schrieb er mehrere Tatort-Folgen. Robert Hültner lebt abwechselnd in München und in einem Bergdorf in den südfranzösischen Cevennen.
Der Konvoi der Schikanederischen Schau- und Operngesellschaft bestand aus zwei günstig in Augsburg georderten zweispännigen Kutschen für das Prinzipals-Ehepaar, die Ersten Damen und die Tänzerinnen, drei etwas weniger komfortablen Planwagen für die Herren und das Orchester sowie zwei hochbepackten, von stämmigen Kaltblütern gezogenen Gepäckwagen.
Seit die Truppe in der Miesenbacher Poststation Mittagsrast gehalten hatte, waren noch keine zwei Stunden vergangen. Trotzdem schien es Emanuel Schikander, als habe bereits die Dämmerung eingesetzt. Auch die Geräusche um ihn herum hatten sich verändert. Das eintönige Knirschen der eisenbeschlagenen Räder auf dem Schotter, unterbrochen nur vom Schnauben der Pferde und einem gelegentlichen, von einem unverständlichen Ruf des Kutschers begleiteten Peitschenknall, das Knarzen und Ächzen des Fahrwerks, alles hatte an Lautstärke zugenommen. Durch die Ritzen des Wagens war schwere Feuchtigkeit in das Innere der Kabine gedrungen.
Solange die Fuhrwerke noch gegen die zähe Landschaft des Voralpenlandes gezogen waren, hatte der Prinzipal einwenig gedöst. Jetzt schob er sich im Sitz nach oben, um seinen nach Tagen der Rumpelei wundgeriebenen Steiß ein wenig zu entlasten. Er befreite sich behutsam von seiner im Schlaf an ihn gesunkenen Gattin und sah nach draußen.
Sie befanden sich bereits im Gebirge. Es hatte leicht zu regnen begonnen. Noch im vollen Laub stehendes, triefendes Buchengeäst neigte sich über die Straße, eine von Farn gesäumte, von schlammigen Pfützen gelöcherte und tiefen Fahrrillen gefurchte Piste. Zu ihrer Linken stieg das Gelände steil an. Nach wenigen Metern verlor es sich in einer schwarzen Tannenwaldung, aus der nackte Kalkfelswände in neblige Höhen flohen. Auf der rechten Seite schützte nur ein niedriger Steinwall vor einem bedrohlichen Abgrund, aus dessen dämmeriger Schlucht das finstere Orgeln eines Gebirgsbachs nach oben drang und sich mit einem fernen Donnergrollen mischte.
Die Steigung hatte ka
um merklich zugenommen, die Fahrt sich verlangsamt. Die Felsen rückten näher an den Wegrand. Käme ihnen jetzt ein Fuhrwerk entgegen, müsste mit langem, von Beleidigungen und Drohungen begleitetem Palaver geklärt werden, wer zurückzusetzen hätte. Doch niemand kam. Der Treck passierte eine verlassene Mautstation. Einige Kehren später polterte er an einem sturmschiefen, rindengedeckten Unterstand vorbei.
Johann Joseph Emanuel Schikaneder - seine beiden ersten, etwas bäurisch klingenden Vornamen hatte er schon früh unter den Tisch fallen lassen, und auch seinen ursprünglichen Nachnamen >SchickenederTheaterjournal für DeutschlandDoch Emanuel Schikaneder hatte Sorgen. Er rechnete wieder und wieder, wollte es nicht glauben, fing von vorne an: Unmöglich! Es konnte nicht sein, dass er nahezu bankrott war! Das Gastspiel in Augsburg war doch ein voller Erfolg gewesen! Was das in Massen strömende Publikum, die Begeisterung während der Aufführungen und die Lautstärke des Applauses betraf, hätte die Bilanz nicht besser sein können. An manchen Abenden toste ein Rasen und Trampeln durch das Theaterhaus, dass Schikaneder einen Einsturz des hölzernen Theaterbaus befürchtete. Eine Panik hatte es unter den Zuschauern ausgelöst, als er die Furien aus >Orpheus und EuridiceDass er es einmal gewagt hatte, >Romeo und JuliaSchikaneders Rezept hatte sich bestens bewährt: Hanswursttiaden und Possen für das schlichte Volk, Komödien und Singspiele für die Lachsüchtigen, Lessing, Wieland und Shakespeare für diejenigen, die auf Bildung hielten, Ballett und Erbauliches für die naserümpfenden Feingeister. Gelegentlich geriet ein sauertöpfischer Schwarzrock außer sich, weil nach seiner Beobachtung bei dieser oder jener Szene zu viel nackte Wade zu sehen gewesen wäre. Machte er aber den Fehler, dies während der Vorstellung zu äußern, musste er einen Orkan der Empörung, versetzt mit unflätigstem Protest und matschigen Wurfgeschossen, über sich ergehen lassen.
Was also diesen die Seele wärmenden
Erfolg betraf, konnte Emanuel Schikaneder nicht klagen. Aber ärgerlich war gewesen, dass nicht allein das sensationslüsterne und leicht verführbare Stadtvolk, sondern auch die Deputierten des Augsburger Magistrats augenscheinlich von einer plötzlichen Theaterleidenschaft ergriffen wurden. Ungerührt auf hiesige, angeblich seit jeher gültige Gepflogenheiten verweisend, orderten sie Abend für Abend eine größere Menge von Freibillets. Sie verteilten sie großzügig an Ehefrauen, Schwiegerleute, Geschäftspartner und Mätressen, nahmen dreist die besten Plätze in Beschlag und beschwatzten den Prinzipal dafür anschließend mit Ratschlägen, wie sein Programm zu verbessern wäre. Schikaneder musste sich zähneknirschend fügen. Zu laut durfte er nicht murren. Die Konkurrenz war groß, und es war der Magistrat, der es in der Hand hatte, ob er im nächsten Jahr mit seiner Wandertruppe wieder hier gastieren durfte.


"Ein gelungener Roman, der viel von der Zeit Schikaneders vermittelt und den bedeutenden Theatermann in Erinnerung ruft."

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