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Alle Rezensionen von Inge Weis

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Mit dem Thriller Die letzte Terroristin hat André Georgi einen spannenden Politthriller geschrieben, der gleichermaßen Erinnerung an den blutigen Deutschen Herbst und die Zeit nach dem Zusammenbruch der DDR ist. Der Roman schildert die Perspektive der Täter ebenso wie die der Verfolger. Der Start ist rasant: Ein Kommando der letzten Generation der RAF arbeitet sich durch seine Kill-Liste, ein unter Druck geratener Ermittler des Bundeskriminalamtes soll weitere Anschläge verhindern. Greift das seit Jahren gepflegte Programm der V-Männer, hat er es geschafft, den streng abgeschotteten Kreis der RAF-Unterstützerszene zu durchbrechen und einen Kontaktmann einzuschleusen? Kurz kommt Hoffnung auf, den Terroristen doch noch voraus zu sein, bis ein neues Attentat das BKA nur weiter unter Druck setzt. Es gibt kein reines Schwarz-Weiß Schema in diesem Buch. Terroristen wie Polizisten sind Jäger und Gejagte zugleich, denn das BKA steht unter Druck von Öffentlichkeit und Politik. Was macht dieser Druck von Öffentlichkeit und Politik. Was macht dieser Druck mit den Beamten, was macht das jahrelange Versteckspiel, das Leben in der Anonymität, mit den in den Untergrund RAF-Mitgliedern? Seit den 70er-Jahren sind zwei neue RAF-Generationen in den politischen Kampf gegangen, nunmehr nicht aus der Stadtguerilla und beflügelt vom revolutionären Kampf in Lateinamerika oder Afrika, sondern geschult von Stasi-Ausbildern, die lange ihre eigene Agenda verfolgt haben, nun aber im wiedervereinigten Deutschland an die eigene Zukunft denken müssen. Immer wieder wechselt Georgi in seinem Thriller die Erzählperspektive, schildert die Sicht der RAF-Leute und der Ermittler, zeigt auch den Preis, den sie in diesem jahrelangen, erbitterten Kampf führen. Privatleben ist ein Luxus, das sich die BKA-Ermittler nicht mehr leisten können, die Terroristen haben das mit der Entscheidung für den Untergrund ohnehin für sich verabschiedet. Spannend wäre Die letzte Terroristin schon allein wegen des Katz-und-Maus-Spiels - die Ermittler jagen Terroristen, die ihren letzten Anschlag umsetzen wollen. Doch daneben geht es eben auch um die Jagd in den Köpfen der Beteiligten. Druck und Angst, Zweifel und Hoffnung, Besessenheit und Enttäuschungen - als Sieger kann sich hier keiner fühlen. Die Schrecken der Vergangenheit, so könnte man diesen Thriller nennen. Eine wirklich starke Geschichte, höchst spannend und natürlich in bester lakonischer André Georgi-Manier erzählt! Auf jeden Fall ist es ein extrem unter die Haut gehender Thriller, der einen so schnell nicht wieder loslässt! Spannend und fesselnd wie immer!

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Der Pakt mit dem Magier. Sein Schicksal ist besiegelt, als Faustus den Spielmann zum ersten Mal trifft. Um das Jahr 1500 reiste durch das Deutsche Reich ein Mann, von dem nicht viel überliefert ist. Er war der größte Zauberer seiner Zeit, ein Hochstapler, Astrologe und Quacksalber, dabei so klug und belesen wie ein Dutzend Gelehrte und so durchtrieben wie die Borgias. Seine Figur gilt bis heute als Sinnbild eines ruhmsüchtigen, rastlosen Menschen, der sich mit dem Teufel einlässt, durch diesen viel Ansehen und Reichtum erwirbt - und am Ende mit seiner Seele bezahlt. Sein Name war Johann Georg Faustus. Es beginnt am 27. Oktober Anno Domini 1486 in Knittlingen, einem kleinen ruhigen Ort im Kraichgau. Bis zu dem Tag, als die Gaukler in die Stadt kommen - und plötzlich Kinder verschwinden. Johann Georg, von seiner Mutter Faustus , der Glückliche, genannt, kümmert das nicht. Ihn interessieren nur die bunten Kostüme, die Sackpfeifen und Kunststücke. Johann Georg ist der Liebling seiner Mutter - nicht nur, weil er ein so intelligenter, aufgeweckter und hübscher Junge ist, sondern auch, weil er unter einem besonderen, verheißungsvollen Stern geboren ist. Als eines Tages die Gaukler in der Stadt sind, ist Faustus sofort fasziniert von der bunten Truppe. Mit offenem Mund stand der kleine Johann in einer Nische des Oberen Stadttors und beobachtete den lärmenden, tanzenden, singenden Zug bunter Menschen. Noch nie hatte Johann eine solche Pracht gesehen! Fast so, als wäre der Kaiser selbst in die kleine Pfälzer Stadt gekommen. Mit seiner Freundin Margarethe beobachtet er das Treiben. Vor allem beeindruckt ihn der geheimnisvolle Magier und Spielmann Tonio del Moravia. Von dem blassen Mann mit den stechend schwarzen Augen, der Johann eine große Zukunft als Gelehrter voraussagt, geht eine seltsame Faszination aus. Die geduckten Steinhäuser erstrahlten mit einem Mal in einem seltsamen Glanz, und ein exotischer Geruch umwölkte Johanns Nase - der Geruch der fernen Welt. Nachdem die Mutter plötzlich stirbt, seine zarte Liebe zu Margarethe zerbricht und sein Vater ihn aus dem Haus wirft, schließt er sich dem Spielmann an, wird sein Gehilfe. Gemeinsam ziehen sie durch die deutschen Lande und der junge Faustus saugt alles auf, was Tonio ihm beibringt. Er lernt Zaubertricks, das Handlesen und die Kunst, Horoskope zu erstellen. Doch von Tonios Lehren geht eine ungeahnte Gefahr aus, und schon bald beschleicht Johann das Gefühl, dass sein Meister mit dunklen Mächten im Bunde steht, denn den Meister umgibt auch eine unheimliche Aura. Faustus graut bald vor ihm. Er flieht, folgt einer Gauklertruppe nach Venedig, wird selbst ein berühmter Magier. Aber sein alterr Lehrmeister bleibt ihm auf der Spur. Immer klarer wird, dass Tonio del Moravia mit gefährlichen und dunklen Mächten im Bunde steht. Faustus muss sich entscheiden: Kampf oder Untergang, Gut oder Böse... Der Held des Romans, Johann, ist ein außerordentlich stolzer, kühler und kluger Geist, zu klug eigentlich für die Kunst, der aber dennoch von Drang nach dem Kreativen erfüllt ist und dazu Enthemmungen braucht, die ihm in dem ideellen Rahmen des Buches nur der Böse verschaffen kann. Eins ist klar, diesen Roman kann man nicht weglegen, bevor die letzte Seite verschlungen ist. Die wundersame Geschichte des Johann Georg Faustus samt seinen abenteuerlichen Reisen durch das ausgehende mittelalterliche Europa ist einfach zu packend. Der geistige Vater dieses begabten und wissbegierigen Reisenden schafft es, dem Leser das Gefühl zu geben, man beobachte alles wie eine Krähe, die übrigens im Buch eine unheimliche Rolle spielt, von des Protagonisten Schulter. Der Roman ist vielschichtig, lebendig, profund, ja und sprachlich ein Genuss für den Leser. Lesen, lesen, lesen¿es kostet nicht die Seele und ist doch ein teuflisches Vergnügen. Königliche Unterhaltung.

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Was für eine Familiengeschichte. Die Geschichte der Ida Bauer. Man liest fasziniert diese Lebensgeschichte. Ida Adler, geborene Bauer sorgte einst für Furore: Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts, sie wird von ihrem Vater, einem Lebemann en gros, zu dessen Freund Sigmund Freud geschickt. Dora, das jüdische Mädchen mit der petite hystérie, die es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden, und ihn, wie er es fasste, um die Befriedigung brachte, sie weit gründlicher von ihrem Leiden zu befreien. Die Wiener Jüdin war um die Jahrhundertwende eine Hysterie Patientin von Sigmund Freund, der Psychoanalytik-Begründer machte sie als Fall Dora weltberühmt. Ihre Urenkelin, die Münchner Autorin Katharina Adler, hat aus Ida Adlers Lebensgeschichte einen spannenden Roman gemacht, der den Bogen von der selbstbewusst-trotzigen 18-Jährigen, die sich sogar Freud widersetzte, bis zur Emigrantin in New York spannt. Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nicht mehr als eine Familienanekdote, ihre Urgroßmutter, die - nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung - zu Nachruhm kam. Ida, die als der Fall Dora von der Nachwelt mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde. Nach und nach wuchs in ihr der Wunsch, dieses Bild von Ida zu ergänzen, ihm aber auch etwas entgegenzusetzen. Sie wollte eine Frau zeigen, die man nicht als lebenslängliche Hysterikerin abtun oder pauschal als Heldin instrumentalisieren kann. Doch die Familiengeschichte umfasst weitaus mehr. Wir erfahren einiges über ihre politische Aktivitäten in der österreichischen Sozialdemokratie, aus der Ehe mit dem eher unglücklichen Komponisten Ernst Adler und später über ihr Exil als Jüdin in der neuen Heimat Amerika. Von ihr, von Ida , handelt dieser mitreißende Roman: die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. Eine Frau mit vielen Stärken und auch einigen Schwächen, die trotz aller Widrigkeiten bis zuletzt um ein selbstbestimmtes Leben ringt. Mit großem gestalterischem Weitblick und scharfem Auge für jedes Detail erzählt Katharina Adler die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. Eine Geschichte, in die sich ein halbes Jahrhundert mit seinen Verwerfungen eingeschrieben hat. Ida ist ein Plädoyer für die Wahrheit der Empfindung und die Vielfalt ihrer Versionen. Der Roman eines weitreichenden Lebens, das - mit Freuds Praxistür im Rücken - erst seinen Anfang nahm. Ein beeindruckendes und ganz besonderes Werk, außerdem ist es ein bemerkenswerter Ausschnitt des 20. Jahrhunderts. Es besticht durch die knappe, lakonische Sprache - es ist nie ein Wort zuviel. Ausdrucksvoll geschrieben von der Autorin, entwickelt die Geschichte einen ganz eigenen Sog, dem der Leser sich nicht entziehen kann. Eine spannende und ansprechende Geschichte. Wer interessante Roman-Biografien mag, der ist hier richtig.

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Was für ein unwiderstehliches Muss ist das denn. Ein Wettlauf gegen die Zeit. Nora Linde steht vor einem gefährlichen Fall. Der Anführer der Drogenszene Stockholms, Andreis Kova¿, wurde von ihr wegen Steuerhinterziehung angeklagt, denn für Drogenhandel und Geldwäsche fehlen noch die Beweise. Doch nicht nur Nora kämpft gegen den Drogenboss. Seine junge Frau Mina Kova¿ ist auf der verzweifelten Flucht vor ihm, nachdem er sie fast totgeprügelt hat. Alles, was sie möchte, ist, ihren kleinen Sohn in Sicherheit zu wissen und vor dem gewaltätigen Vater zu schützen. So wird sie in Sicherheit gebracht, und kaum einer weiß, wo sie sich aufhält. Nora Linde wiederum versucht schon seit längerer Zeit, Andreis, der als Kopf der Stockholmer Drogenszene gilt, dingfest zu machen. Eine Aussage Minas würde da sehr helfen. Sie ist die Schlüsselperson im anstehenden Prozess, vorausgesetzt Nora kann sie überzeugen auszusagen. Doch Mina hat Angst vor ihm und Andreis treue Vertraute, die ihn beschützen. Denn Andreis würde alles tun, um seine Gegner auszuschalten und Mina zurückzubekommen. Er scheut keine Mittel, um seine Ziele durchzusetzen, und Minas Unterstützer sind seine Feinde. Eine beispiellose Verfolgungsjagd beginnt ¿ Als ein Mord geschieht, wird Thomas Andreasson in den Fall hineingezogen, und auch Nora nimmt immer größere Risiken auf sich, um Mina zu schützen. Mal wieder ein Fall für Thomas Andreasson. Viele Fäden laufen zusammen in dieser Geschichte. Einer spannender als der andere, eine gelungene Mischung denn Nora Linde und Thomas Andreasson müssen Fälle lösen, die zusammengehören. Die Krimireihe von Viveca Sten hat mit Flucht in die Schären eine würdige Fortsetzung bekommen. Dieses Buch liest sich unheimlich schnell, man möchte nicht aufhören und ist absolut gefangen von der Geschichte. Viveca Sten ist in Bestform! Ein raffiniert durchdachter Krimi, den ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Dieser neunte Band der Bestsellerreihe ist ein atemloser Thriller, spannend bis zu letzten Seite. Jenseits aller Beschaulichkeit ist der neue Sten ungewöhnlich brutal aber rappelspannend dazu Sonne, Wasser, Wind und Sandhamn zur schönsten Jahreszeit. Schnelle Szenenwechsel und eine vielschichtige Handlung sorgen für echten Nervenkitzel. Ein atemloser Thriller, spannend bis zu letzten Seite. Eine brisante Mischung auf dieser kleinen Ferieninsel, Spannung und Schärenstimmung - einfach nur gut. Für Fans der Krimiliteratur ein absolutes Muss!

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Eine fesselnde Geschichte mit vielen Wendungen und einem überraschenden Ende. Es war eine dieser Nächte. Zuerst gab es noch Hoffnung - ein paar Messerstechereien, ein Autounfall mit Potenzial. Aber die Verletzungen waren nur oberflächlich und der Unfall reine Routine. Danach blieb es ruhig. Und eine ruhige Nacht ist wirklich das Schlimmste, was einer Polizeireporterin passieren kann. Nur eine Stunde vor der Deadline um Mitternacht saß Harper McClain in der leeren Redaktion. Der Polizeifunkscanner auf dem Schreibtisch erwachte krächzend zum Leben. Hier Einheit 3-9-7. Wir haben einen Code 9, möglichen Code 6. Harper verstummte, neigte den Kopf und lauschte. Endlich ist was los. Sie schnappte sich ihre Sachen, klippte den Funkscanner an den Bund ihrer schwarzen Hose, zog eine leichte schwarze Jacke über und schob den schmalen Notizblock und den Stift in die eine, den Presseausweis und das Telefon in die andere Tasche. Dann rannte sie los. Schüsse auf der Broad Street. Möglicherweise Verletzte. Polizeireporterin Harper McClain ermittelt in Savannah, Georgia. Eine Frau Mitte dreißig, nackt und erstochen auf dem Küchenboden - aufgefunden von ihrer 12-jährigen Tochter. Als Polizeireporterin Harper McClain den Tatort sieht, hat sie nur einen Gedanken: Das grausame Szenario ist identisch mit einem anderen Mord. Dem an ihrer Mutter. Der Mörder ihrer Mutter wurde nie gefasst. Jetzt scheint er erneut zu töten. Seit 15 Jahren quält Harper der Gedanke, dass der Killer noch immer auf freiem Fuß ist. Nun scheint er wieder zugeschlagen haben: Keine Fingerabdrücke, keine DNA, keine Spuren. Harper ist entschlossen, die Wahrheit endlich ans Licht zu bringen. Doch die hat ihren Preis. Und je näher sie der Lösung des Falles kommt, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse, Schuld und Unschuld, zwischen Freunden und Feinden, Wahrheit und Lüge. Und bringt sich schließlich selbst in tödliche Gefahr. Die Autorin Christi Daugherty spielt in diesem hochspannenden und klug komponierten Fall gekonnt mit den Erwartungen der Leser - ein rasantes Verwirrspiel und ein psychologischer Krimi der Extraklasse! Diese Geschichte hat atmosphärische Handlung, vielschichtige Charaktere und mörderische Spannung. Es ist der Hammer, unglaublich wieviel Spannung die Autorin aufbauen kann. Ich bin begeistert von dem großartigen Südstaaten-Setting, der entschlossenen, verletzlichen Harper und ihrer unnachgiebigen Suche nach der Wahrheit. Für mich eine Neuentdeckung! Tolle, sympathische Polizeireporterin und eine raffinierte Story, die den Leser zu eiskalten Morden in die fiebernde Hitze von Savannah führt. Sehr spannend und unterhaltsam! Jedoch am Ende sind so viele Fragen noch offen, möglicherweise wird die Autorin diese in ihrem nächsten Werk aufklären. Trotzdem, ganz stark, Geschichte, wie Erzählweise!

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Sucht und Sehnsucht. Loyalitäten. Das sind die unsichtbaren Verbindungen, die uns mit den anderen - den Toten wie den Lebenden - verbinden, leise gemachte Versprechungen, deren Auswirkungen wir nicht kennen, still gehaltene Treue, das sind Verträge, die wir zuallermeist mit uns selbst geschlossen haben, Befehle, die wir hingenommen, aber nie gehört haben, und in den Nischen unserer Erinnerungen nistende Schulden. Das sind die Gesetze der Kindheit, die in unseren Körpern schlummern, die Werte, in deren Namen wir uns aufrecht halten, die Fundamente, die es uns ermöglichen, Widerstand zu leisten, unlesbare Grundsätze, die an uns nagen und uns einschließen. Unsere Flügel und unsere Fesseln. Das sind die Sprungbretter, auf denen sich unsere Kräfte entfalten, und die Gruben, in denen wir unsere Träume begraben. Wenn Eltern mit sich selbst beschäftigt sind, können ihre Teenager- Kinder in heftige Probleme hineingeraten. Theos Eltern sind geschieden und merken beide nicht, wie sehr der Junge darunter leidet, Mutter und Vater seelisch versorgen zu müssen. Der 12-jährige beginnt heimlich Alkohol zu trinken, sein Freund Mathis beobachtet die Sucht mit großer Sorge. Théo ist ein stiller, aber guter Schüler. Dennoch glaubt seine Lehrerin Hélène besorgniserregende Veränderungen an ihm festzustellen. Doch keiner will das hören. Seine Eltern sind geschieden und mit sich selbst beschäftigt. Der Junge funktioniert und kümmert sich um die unglückliche Mutter und den vereinsamten Vater. In ihren Augen ist also so weit alles gut. Doch Théo trinkt heimlich, und nur sein Freund Mathis weiß davon. Der Alkohol wärmt und schützt ihn vor der Welt. Eines Tages wird ihn der Alkohol ganz aufsaugen, das weiß Théo. Doch wer sollte ihm helfen? Hélène, seine Lehrerin, würde es tun, doch wie soll das gehen, ohne dass er die Eltern verrät? Mathis beobachtet das alles voller Angst. Zu gerne würde er sich seiner Mutter anvertrauen, aber Théo ist sein einziger Freund. Und einen Freund verrät man nicht. Außerdem würde er damit auch seinem großen Bruder in den Rücken fallen, denn der besorgt den Alkohol für die Minderjährigen. Und er ist es auch, der das gefährliche Spiel in dem schneebedeckten Park vorschlägt, bei dem Théo bewusst den eigenen Tod in Kauf nimmt. Beim lesen bekommt man Gänsehaut, denn so nah ist man als Gesunder dieser Krankheit selten gekommen. Es gelingt Delphine de Vigan, auch Leser in ihren Bann zu ziehen, die sich vorher noch nie mit dem Thema Alkoholismus bei Kindern und Jugendlichen auseinandergesetzt haben. Gewohnt brillant erzählt die Autorin in diesem einfühlsamen Roman die Geschichte des 12-jährigen Théo und erweitert mit dem Satz "Wie konnte es nur so weit kommen , den Horizont, in diesem Fall ganz besonders. Berührend bis zur letzten Seite. Sie trifft mit diesem grossartigen Roman absolut den Zahn der Zeit. Loyalitäten ist aus meiner Sicht ein wichtiges Buch, das zum Denken und Umdenken anregt. Das bei einem solch schwierigen Thema zu schaffen, hat durchaus Respekt verdient. Am Rande der Wahrheit findet Delphine de Vigan ihre Geschichten. Realität und Fake, Autobiografie und Fiktion. Der Roman rüttelt wach und bietet einen bewegenden Ausflug in ein krankes, aber heilbares Leben. Und er gibt Kraft! Eine ganz außergewöhnliche und wertvolle Geschichte, die unter die Haut geht und nicht nur Betroffenen Mut zum Leben vermittelt. Wow. Sehr intensiv.

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Drogen-Sumpf, Bandenkrieg und Polizei-Korruption in Manchester. Und ewig locken die Sirenen. Detective Aidan Waits ist in doppelter Mission unterwegs. Der unconventionelle Cop soll beim ominösen Dealer Carver herausfinden, wer der Maulwurf bei der Polizei von Manchester ist. Carver benutzt minderjährige Mädchen als Drogenkuriere. Darunter auch Isabelle, die Tochter des prominenten Parlamentsabgeordneten Rossiter. Isabelle Rossiter, die Tochter des einflussreichen Politikers, ist von zu Hause ausgerissen. Als die plötzlich verschwindet, soll Waits auch sie suchen. Seine Suche auf den nächtlichen Straßen Manchesters führt ihn in einen Sumpf von Drogen und Gewalt: Offenbar setzt ein mächtiger Dealer minderjährige Mädchen, sogenannte "Sirenen", als Drogen-Kuriere ein, und nicht nur eine von ihnen ist verschwunden. Detective Aidan Waits, der korrupte Detective Aidan Waits, war in der Zeitung über ihn zu lesen, bei seinen Vorgesetzten in Ungnade gefallen. Schwierige Zeiten für Aidan Waits: er wird vom Dienst suspendiert, ihn gab¿s nicht mehr und, es gab nichts zu verlieren. Zuerst gefiel ihm die Vorstellung sogar, ins Drogengeschäft abzutauchen. Mit nicht ganz legalen Tricks schafft es Waits, dass Carver in anheuert. Und auch die verschwundene Tochter findet er: tot mit einer Ladung toxisch verschnittenem Heroin in der Blutbahn. Aidan Waits dämmert, dass Isabelle mit voller Absicht untergetaucht war, um ihr Leben zu retten. Und auch sein eigenes hängt am seidenen Faden. Er muss nun unbedingt herausfinden, woher die tödliche Droge kommt und wer damit handelt. Dabei manövriert er sich in höchste Lebensgefahr. Ein zwielichtiges Spiel in den Grauzonen des Gesetzes beginnt. Aidan Waits muss aufs Ganze gehen, um die Wahrheit herauszufinden, und stößt dabei auf ein Geflecht dunkler Machenschaften ¿ Es wird düster in Manchester und doch ist dieser Waits-Fall perfekte Krimiunterhaltung. Man erlebt einen Kommissar, der sein gesamtes Leben seinem Beruf unterordnet und sich eigensinnig und oft genug am Rande der Legalität durch das Dickicht der Unterwelt schlägt. Ohne Frage eine tolle Einsamer Wolf Figur der aktuellen Kriminalliteratur! Das spannende Thriller-Debüt von Joseph Knox, ein Kraftpaket von einem Thriller. Atemlose Spannung garantiert.

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Jennifer Egan erzählt in Manhattan Beach vom Kampf der New Yorkerin Anna um ihren Platz als Marinetaucherin im Zweiten Weltkrieg. Die Autorin präsentiert hier geradeaus eine Geschichte mit Krimi-Spannung. Gleich der erste Satz bindet die drei Hauptpersonen untrennbar für den Rest dieses spannenden Romans aneinander: Anna merkte erst, wie nervös ihr Vater war, als sie das Haus von Mr. Styles erreichten. Anna Kerrigan begleitet ihren Vater oft auf seinen Autofahrten und lernt den reichen Nachtclubbesitzer Dexter Styles in seiner Villa in Manhattan Beach. Der Mann ist ihr nicht geheuer, aber wichtig für das Überleben der Familie. Denn Vater Eddie hat bei dem Börsencrash 1929 alles verloren, schlägt sich nun mit Botengängen für die Mafia durch, während die Mutter mit Näharbeiten ein paar Dollar dazuverdient. Eines Tages verschwindet Eddie spurlos, und Anna muss für die Mutter und die schwerbehinderte Schwester alleine sorgen. Aus der Sicht der elfjährigen Tochter erzählt Jennifer Egan im Eröffnungskapital von Manhattan Beach die eindeutig schicksalhafte, aber für sie unmöglich zu entschlüsselnde Begegnung mit dem reichen, mächtigen Dexter Styles an diesem Strand vor den Toren New Yorks. Dass ihr Vater Eddie, nach dem Börsencrash tief gefallen, als Handlanger für Kleinkriminelle Mitte der 30er Jahre schwer um das Überleben der Familie Kämpfen muss, ist schnell klar. Aber was mag er mit dem reichen Dexter Styles ausgehandelt haben - oder eben auch nicht? Etliche Jahre, aber im Buch nur ein paar Seiten später ist Anna Kerrigans Vater von einem Tag auf den anderen spurlos verschwunden. Die 19-jährige hält die Mutter und ihre schwer behinderte und noch mehr geliebte Schwester Lydia als Marinetaucherin im Hafen von New York über Wasser. Als die USA in den Zweiten Weltkrieg eintreten, wird der Hafen von Manhattan zur größten Marinewerft mit absoluter Geheimstufe erklärt. Der Zweite Weltkrieg mit akutem Mangel an männlicher Arbeitskraft hat ihr die Erfüllung dieses sehr eigenen Berufstraums möglich gemacht. Weil Männer fehlen, müssen und dürfen Frauen dort arbeiten. Anna verwirklicht gegen alle Widerstände ihren Traum und wird die erste weibliche und farbige Marinetaucherin, repariert unter Lebensgefahr US-Kriegsschiffe. 90 Kilo wiegt ihr Tauchanzug, und noch viel schwerer wiegen die männlichen Vorurteile jener Jahre gegen Frauen mit Lohnarbeit. Jenniffer Egans hochinterressante Hauptfigur setzt sich dagegen durch. Unerschrocken geht sie auch dem Verschwinden ihres Vaters auf den Grund, als der Nachtclubbesitzer Dexter Styles eines Abends wieder in ihr Leben tritt und sie mehr über das Verschwinden ihres Vaters erfährt. Der Gangster mit den guten Manieren interessiert sich nach der Zufallsbegegnung für ihre Arbeit am Grund der riesigen New Yorker Marinewerft wie auch für die junge Frau insgesamt. So sehr, dass er irgendwann selbst unter Lebensgefahr am Grund des modrigen Hafenbeckens mit ihr nach Annas Vater sucht. Jennifer Egans historischer Roman führt in die Welt von Gangstern, Gewerkschaften, Mafia und Marinetauchern und blickt auf den Moment, als Frauen ihre Identität trnsformierten, währen die USA zur Weltmacht wurden. Manhattan Beach ist ein Roman in einem vollkommen konventionellen Sinn: Hier wird chronologisch geradeaus erzählt, abwechselnd aus Perspektive der drei komplexen Hauptpersonen. Die Autorin interressiert sich für den alten Hafen als Arbeitsplatz genauso wie mit nüchternem Blick für das Gangstermilieu der 30er- und 40er-Jahre. Beides waren prägende Elemente im New York jener Jahre. Ohne Pathos stellt sie den Alltagskampf von Frauen um einen Platz in der Gesellschaft über Kind und Küche hinaus ins Zentrum der Geschichte. Egan erzählt in der ersten Hälfte bedächtig, bis Spannung und Tempo in der zweiten gewaltig steigen. Egans Figuren sind nie Klischee, was sich von den Verwicklungen zum Ende nicht immer behaupten lässt. Unter dem Strich: Manhattan Beach ist ein bemerkenswerter Pageturner von hoher literarischer Qualität.

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Mörderisches Australien. Zwei Ausgestoßene der Gesellschaft bilden ein ungewöhnliches Team als Privatermittler. Ted Conkaffey, Ex-Cop und unschuldig unter Verdacht, eine 13-Jährige entführt zu haben, kann seine Vergangenheit nicht loswerden. Dale Bingley, der Vater seines vermeintlichen Opfers, taucht in Teds nordaustralischem Refugium Crimson Lake auf. Er hat einen brutalen Racheplan ausgearbeitet - Er will das Verbrechen an seiner Tochter auf eigene Faust aufklären und rächen. Auch der mächtige Gangster Khaled hat ein Interesse daran, den wahren Täter zu finden und final aus dem Verkehr zu ziehen - eine Lösung, die Ted, der seine Unschuld beweisen will, nicht wirklich helfen würde. Aber, wenn Ted nicht hilft, den wahren Täter zu finden, wird er sein erstes Opfer sein. Also muss er den Psychopathen zuerst finden, koste es, was es wolle. Währenddessen ist seine Privatdetektiv-Partnerin, die exzentrische, einst wegen Mordes verurteilte Amanda Pharrell, mit einem anderen Fall beschäftigt: dem Doppelmord an zwei Mitarbeitern einer üblen Kneipe, der zunächst wie ein simpler Raubmord aussieht. Amanda tut sich mit Detective Inspector Pip Sweeney zusammen, die ihr erstes Tötungsdelikt zu bearbeiten hat und Amandas Genie dringend braucht. Bald stehen für Amanda und Ted ihr Leben und ihre Existenz auf dem Spiel, nicht zu reden von den ungelösten Problemen aus der Vergangenheit der eigenwilligen, aber sehr sympathischen Protagonisten. Was für ein Team, Pharrell und Conkaffey haben für mich das Potential Kultfiguren zu werden. Man muss sie einfach mögen diese tätowierte Hippie-Detektivin und den geächteten Polizisten mit Herz, man lebt und leidet mit den überzeugenden Protagonisten. Erneut hat Fox es geschafft, mich zu fesseln und mit Conkaffey/Pharrell ermitteln zu lassen - das Ende ist stimmig, lässt aber genügend lose Fäden, um auf den nächsten Band zu warten - gut so! Man darf gespannt sein wie es weiter geht. Wer mal etwas abseits des Mainstream sucht, dem kann ich Candice Fox generell und dieses Buch im besonderen empfehlen. Vielschichtige Charaktere, tolle Geschichte und hervorragende Spannung pur aus Australien! Ein Wahnsinns-Thriller! Düster, cool und ohne jeglichen Weichzeichner, ein grandioser Krimi - Gänsehautlektüre.

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Witwe Hubers Premiere. Auf dem Land kommen die Leichen wenigstens an die frische Luft! Glaubenthal: Umgeben von ausgedehnten Wäldern liegt es in einer sanften, von wildromantischen Schluchten durchzogenen Hügellandschaft. Doch der schöne Schein trügt - dieses Dorf hat es in sich. Das bekommt auch Hannelore Huber auf der Beerdigung ihres Mannes zu spüren. Denn im Sarg liegt nicht ihr (wenig) geliebter Walter, sondern ein völlig Fremder, eine falsche Leiche. Und in Glaubenthal ist es mit der Idylle vorbei. Eine abgelegene Postkartenidylle: sanfte Hügel, dichte Wälder, anständige Bürger, Frischluft sowieso. Hannelore Huber aber weiß es besser, schließlich lebt sie am Rande des Dorfes Glaubenthal, und so manches stinkt hier gewaltig zum Himmel. Ganz besonders die Leichen in diversen Kellern. Und eine davon steht im Mittelpunkt von Thomas Raabs neuem Roman: Hannis Ehemann. Unter äußerst mysteriösen Umständen kam er ums Leben. Aber wozu hinterfragen! Hauptsache tot. Die beiden haben zwar beinah das ganze Leben miteinander verbracht, den größten Teil allerdings aneinander vorbei. Und zwar konsequent. Folglich freut sich die alte Huber nun auf ihren wohlverdienten Ruhestand - doch sie freut sich zu früh. Vor den Augen der versammelten Trauergemeinde fällt der Sarg in die Grube, springt auf und offenbart einen falschen Leichnam. Da stellt sich natürlich nicht nur die Frage, wer diesen Toten auf dem Gewissen hat oder was in Glaubenthal sonst noch alles in den Gräbern herumliegt, sondern vor allem: Wo ist der verstorbene Ehegatte? Groß war die Vorfreude auf ein beschauliches Leben in Harmonie. Sie hatte sich auf ihr Leben als Witwe im idyllisch gelegenen Örtchen Glaubenthal schon so gefreut. Doch Hannelore Huber muss schnell erkennen, dass die Geruhsamkeit noch warten muss. Auf ihre alten Tage wird Hannelore Huber nun Privatermittlerin. Thomas Raab erzählt mit großartigem schwarzem Humor, wie sich die grantige Huberin inmitten eines zwielichtigen Dorfkosmos auf die Suche nach ihrem verschollenen Ehemann begibt. Unterstützung erhält sie dabei ungebeten von einer fremden rotzfrechen Göre, die zumindest einen vielversprechenden Nachnamen trägt: Glück. Diese Geschichte ist definitiv etwas für Leser, die gerne mitdenken, Zusammenhänge erfassen und Intrigen aufdecken! Ein komplexer Krimi mit mehreren Handlungssträngen, die toll ineinander verwoben sind. Für alle Fans von anspruchsvollen Krimis. Erschreckend, zu was Menschen imstande sind. Super! Köstlich komisch mit hoffentlich zahlreichen Folgen!

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