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Alle Rezensionen von Svanvithe

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Ty aus dem in Peaceful Harbor ansässigen Braden-Clan ist ein weltberühmter Bergsteiger und Naturfotograf und genießt sein Leben in vollen Zügen. Die Frauen umschwärmen ihn, aber bislang war keine darunter, die mehr als ein leichtes Herzklopfen verursachte und ihn an die atemberaubende ewige Liebe glauben ließ. Bis er Aiyla Bell kennenlernt. Die junge Frau liebt das Abenteuer und hat in den letzten zehn Jahren die ganze Welt bereist, um Fotos für hochwertige Bildbände zu machen, und nebenher als Skilehrerin und Wanderführerin gearbeitet. Als sich die beiden im schweizerischen Skigebiet Saint-Luc begegnen, verbringen sie fünf himmlische Tage und vier Nächte miteinander und verstehen sich blendend, ohne sich körperlich zu berühren. Doch als Ty Aiyla bittet, ihn auf seiner nächsten Reise zu begleiten, lehnt sie ab. Obwohl sie sich verliebt hat, will sie sich nicht in die Liste seiner Eroberungen einreihen. Hingegen möchte sie es dem Zufall überlassen, ob sie sich eines Tages wiedersehen werden. Darum tauschen sie keine Telefonnummern und Adressen aus. Das Schicksal meint es tatsächlich gut mit ihnen: Auf dem Charity-Event Mad Prix in den Bergen von Colorado, bei dem fünf verschiedene sportliche Disziplinen in der freien Natur absolviert werden sollen, treffen sie Monate später erneut aufeinander. Ihre bereits geknüpfte innige Verbindung ist sofort wieder da, und vor allem Ty zeigt sich nun fest entschlossen, Aiyla dieses Mal nicht gehen zu lassen. Wären da nicht sein Ruf als notorischer Frauenheld und Aiylas Befürchtung, das Leben, für das sie hart gearbeitet hat, für Ty verändern zu müssen. Ty nutzt indes seine Chance, und er und Aiyla kommen sich näher als je zuvor. Kaum ist diese Hürde genommen, wird ihre Welt abermals auf den Kopf gestellt. Nicht nur der jungen Frau steht eine extreme Prüfung bevor, sondern auch der gerade beginnende Liebe der beiden. Was ich an den Büchern von Melissa Foster bislang schätzen gelernt habe, ist die Tatsache, dass sie sie trotz mancher Probleme immer mit einer Unbeschwertheit und einem gewisse Zauber erzählt. Ihre Figuren sind attraktiv, heiß und leidenschaftlich und befinden sich mitten Leben. Die wenigen vorhandenen Fehler ihrer Charaktere tragen zu einem zeitgemäßen Bild bei, sind jedoch nicht so ausgeprägt, dass sie die Darstellung verkomplizieren. Allerdings hat die Autorin mit "Sieg für die Liebe" ihre eigenen und die typischen Grenzen des literarischen Genres der leichten Liebesgeschichte überschritten und durch die Thematisierung einer bedrohlichen Erkrankung mehr als sonst gewagt. "Sieg für die Liebe" stellt sich der Herausforderung, eine komplexe und zugleich wichtige Geschichte zu sein, die ein intensiveres und emotionaleres Erlebnis verspricht. Im Großen und Ganzen erfüllen sich auch die diesbezüglichen Erwartungen, wenngleich sich Melissa Foster bei der Schilderung bestimmter Umstände zurückhält. Denn "Sieg für die Liebe" ist kein Schicksalsroman. Es stehen auch hier wieder Liebe und Romantik und der Wunsch im Mittelpunkt, innige Gefühle, die ans Herz rühren, wahr werden zu lassen. Daneben ist es eine Freude, den Zusammenhalt der Braden-Familie zu erleben, von der deren Unterstützung und Akzeptanz zu lesen. Die bezaubernde, außergewöhnliche, entschlossene Aiyla und der charmante, achtsame, verlässliche Ty reihen sich ein in die Riege der großartigen Paare, die Melissa Foster je ersonnen hat. Sie sind einzigartige und glaubwürdige Persönlichkeiten, die zusammen Hindernisse überwinden müssen. Gerade weil ihre gemeinsame Reise von Schmerzen, Angst und Tränen begleitet wird, aber auch von Freude, Lachen und Glück geprägt ist, gehören sie zu meinen Lieblingen aus Melissa Fosters Braden-Universum. Vielen Dank dafür.

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"Keep your friends close, but your enemies closer." / "Halte deine Freunde nah, aber deine Feinde noch näher." sagte schon Al Pacino als Don Michael Corleone in DER PATE 2. Doch was geschieht, wenn die Grenze zwischen Freund und Feind nicht (mehr) erkennbar ist? Wenn sich vermeintliche Freunde als Feinde herausstellen? Wenn Aufrichtigkeit, Vertrauen, Loyalität und Treue verloren gehen? Ihr traditionelles Treffen während des Jahreswechsels verbringt eine Gruppe von Freunden, die die gemeinsame Studienzeit in Oxford verbindet, in den abgelegenen schottischen Highlands. Dieses Mal hat Emma, die Lebensgefährtin von Mark, die erst vor drei Jahren zur Gruppe gestoßen ist, den Aufenthalt auf dem exklusiven und idyllischen Landgut Loch Corrin in der winterlichen Wildnis organisiert. So atemberaubend die Landschaft auch ist. Es ist kalt. Und dunkel. Einsam obendrein. Neben Mark und Emma sind Miranda und ihr Ehemann Julien, Nick und sein amerikanischer Partner Bo, Samira, ihr Ehemann Giles und ihr Baby Priya und Single Katie angereist. Die Managerin des Landguts, Heather, und Wildhüter Doug versorgen die Gäste, zu denen außerdem noch ein fremdes Pärchen zählt. Einst standen sich die Freunde sehr nahe und hatten viel Spaß miteinander. Inzwischen gehören die damaligen Gemeinsamkeiten der Vergangenheit eines unkomplizierten Lebens an, weil familiäre und berufliche Verpflichtungen der Freundschaft in die Quere gekommen sind. So haben sich die Freunde im Lauf der Zeit auseinandergelebt und legen nicht mehr so viel Wert auf die Gesellschaft der anderen. Was allerdings auffällt: Sobald sie den Jagdsitz betreten, spielen sie ihre alten Rollen aus College-Zeiten. Es beginnt harmlos, dann erhöhen sich die Feindseligkeiten, nicht aufhaltbare Ressentiments und die Offenbarung von Geheimnisse. Bis das Geschehen im Tod eines Menschen gipfelt und klar ist, dass dieser keines natürlichen Todes gestorben ist. Während ein Schneesturm die Gäste von der Außenwelt isoliert und verhindert, dass die Anwesenden das Lodge verlassen können und die Polizei ihre Ermittlungen aufnimmt, stellt sich die Frage, wer das Opfer und wer der Täter ist? Lucy Foley zieht ihre Leser von Anfang an in die Geschichte hinein. Sie startet ihren Thriller "Neuschnee" nämlich mit dem Auffinden einer Leiche, ohne aufzuklären, um wen es sich handelt. Danach wechselt sie ständig die Zeitebenen und verschiebt die Ereignisse zwischen der Entdeckung des Mordes und der Ankunft der Freunde in den Highlands drei Tage zuvor. Gleichzeitig jongliert die Autorin mit den Perspektiven einzelner Charaktere. So berichten Miranda, Katie, Emma und Heather aus ihrer jeweiligen Ich-Position heraus und ermöglichen einen Einblick in ihr Inneres, lediglich Dougs Part fällt aus diesem Rahmen. Insgesamt ist dies stimmungsgeladen und mit Scharfsinn erzählt. Denn mittels der Cliffhanger innerhalb der Perspektiven und der Verwendung von nicht unbedingt neuen, gleichsam unheimlichen, ja durchaus gruseligen Momenten kreist Lucy Foley geschickt die Wahrheit ein und lässt die Leser nicht nur an der Motiv- und Tätersuche sowie der Auflösung teilhaben, ohne dass zu irgendeinem Zeitpunkt zu verwirren, sondern bietet außerdem einen Blick hinter die Kulissen von vermeintlich perfekten Beziehungen, das Dasein als Eltern oder als Single. Obwohl sich Mark und Emma, Miranda und Julien, Nick und Bo, Samira und Giles sowie Katie seit Jahren kennen, und auch trotz der (aufgesetzten) Fröhlichkeit und der guten Laune ist es zum Beispiel für eine Außenstehende wie Heather unschwer festzustellen, dass etwas in diesem Freundschaftsgefüge nicht stimmt und sie sich und ihre Geheimnisse voreinander verstecken. Bis zur unausweichlichen Implosion. Lucy Foley legt den Fokus auf ihre Figuren, und ihr Vermögen, diese präzise ins ins Licht oder auch Dunkel zu setzen, ist ausgesprochen anschaulich und detailliert, allerdings mit geringen Wiederholungen in der Beschreibung. In der Gruppe der Freunde gibt es die attraktiven, eleganten, erfolgreichen, stillen, langweiligen, harmlosen Personen, indes können nur wenige Sympathieträger ausgemacht werden. Es geht um Macht und Kontrolle, im der Großteil zeigt sich egozentrisch und unberechenbar. Dadurch stimmen sie wahrscheinlich mit gängigen Stereotypen überein, was aber nicht gravierend ins Gewicht fällt, spricht es doch für ein realistisches, durchaus fehlerhaftes menschliches Bild. Im Gegensatz dazu hat Lucy Foley zwei Protagonisten erdacht, die in ihrem Leben große Verluste erleiden mussten und versuchen, eine traumatische Vergangenheit zu bewältigen. Heather und Doug schätzen die Einsamkeit der Highlands und die Abgeschiedenheit des Landguts, weil sie hier nicht jeden Tag mit dem konfrontiert werden, was sie verloren haben. Ihre Schicksale erhöhen die Dramatik der Geschichte genauso wie die Tatsache, dass ein Serienmörder in der Gegend gesichtet wurde... "Neuschnee" von Lucy Foley erweist sich als ausgezeichnete Charakterstudie, die zudem auch inhaltlich mit einem klugen Plot und niveauvoller Schilderung überzeugt. 4,5 Sterne

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Das Schicksal hat Ava Hochstein in der Vergangenheit geprüft. Doch es bietet ihr einen Neuanfang in Paris und damit neue Eindrücke, neue Menschen, ein neues Leben. Vor einem Jahr hätte Ava die Chance voller Freude die Chance ergriffen, ihren Mann Dirk zu begleiten, jetzt fühlt sie nur Angst. Und Trauer. Denn sie müsste in Hamburg Murielle zurücklassen. Ihre Tochter, die das Leben nie kennenlernen durfte. Die Fehlgeburt traumatisiert Ava noch immer. Während für Avas Mann Dirk stets alles einfach ist und er Hindernisse scheinbar mühelos überwindet, ist für Ava das Überwinden selbst ein Hindernis. Hinzu kommen eine mysteriöse Augenkrankheit, so dass die junge Frau nicht mehr ihren Beruf als Lehrerin ausüben kann, und die Zweifel, ob sich Ava in der Liebe und folglich in ihrer Ehe von Anfang an geirrt hat. Eine spontane Reise nach Paris, bei der Ava ihr neues Haus im Vorort Meudon in der Rue des Illusionistes aussucht, bringt die Wendung. Zwar gelingt es Ava nicht, sich mit den Extremen einer hektischen Großstadt zu arrangieren, aber vor allem die Besuche des nahegelegenen Museums umgeben von den Skulpturen von Rodin bescheren ihr eine innere Ruhe, die sie indes ihre Gefühle für ihren Mann mehr und mehr hinterfragen lässt. Außerdem sind da noch ihr Vermieter, der Kunsthändler Sebastian Duroc, der ihr mehr als aufdringlich wirkt, und die Villa auf dem Nachbargrundstück. Von dieser fühlt sich Ava angezogen, und während alle anderen Menschen nur eine verfallene leerstehende Ruine vor Augen haben, hört Ava des Nachts Klopfgeräusche, so dass sie nicht schlafen kann. Spielen ihr die Sinne einen Streich? Sie will der Sache auf den Grund gehen und entwickelt bald eine besondere Beziehung zum Haus und seinem Bewohner¿ Stefanie Hohn hat - so schreibt sie selbst - mit "Die Ewigkeit des Augenblicks die "ausgetretenen Pfade des realistischen Erzählens... verlassen" und sich "auf das unsichere Terrain des magisch-realistischen... begeben, um dort nach der tieferen Wahrheit zu suchen, die dem Kern dieser Geschichte innewohnt". Darauf sollte sich jeder, der das Buch liest, einstellen und für diese Zeit den Verstand abstellen und nur auf das Herz hören. Dann wird er mit einer magischen und zugleich romantischen Geschichte belohnt, in der es der Autorin mit ihrer feinsinnigen Ausdruckskraft gelingt, schwierige Thematiken unbelastet zu vermitteln. Hierbei ist es das Können von Stefanie Hohn, die Empfindungen ihrer Protagonistin Ava auf eine Weise darzustellen, die deren Verlust, die Trauer, den Schmerz, die Zerrissenheit, die Sehnsucht, allerdings auch den Versuch, den Stolz zu wahren, sowie ihre Freude, ihren liebevollen Glücksmomente erleb- und fühlbar zu machen. "Sie glaubte, der Boden vibrierte, aber es war wohl nur ein innerliches Beben, eine Erschütterung der Sinne, die überfordert waren mit seiner Nähe, seiner Kraft und ihrer eigenen Willenlosigkeit, mit der sie all dies geschehen ließ." Für ihre Geschichte hat sich die Autorin umfassend mit der Bildhauerei auseinandergesetzt und ihre eigene Leidenschaft für diese Kunst entdeckt. So fließt ihr erworbenes Wissen darüber in den geheimnisvollen und überraschenden Handlungsrahmen ein, ohne diesen zu sprengen. Stefanie Hohn erschafft eine atmosphärische und lebendige Grundstimmung, in der im Übrigen auch die äußerst anschaulichen Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten einen hohen Stellwert einnehmen. Auf seine besondere Art ist Stefanie Hohns Roman Die Ewigkeit des Augenblicks eine Geschichte der Liebe, die die gewohnten Pfade verlässt, weil die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen, von der Autorin aber in wortkünstlerisch hohem Maße miteinander verwoben werden. 4,5 Sterne

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Ein Augusttag vor 24 Jahre ist der Wendepunkt in Fances Leben gewesen. Er beendet abrupt die Freundschaft der achtjährigen Mädchen Frances und Wyn, als letztere spurlos verschwindet. Doch eine Nacht des Jahres 1942 ändert alles: Die Deutschen bombardieren Bath, und am Morgen danach vermisst Frances den kleinen Davy, auf den sie aufpassen sollte. Sie hatte ihn in die Obhut eines Ehepaares gegeben, weil sie am Geburtstag von Wyn einen Moment ihrer Freundin gedenken wollte. Ist auch Davy im Bombenhagel umgekommen? Die Spuren sprechen dagegen, und die junge Frau ist sicher, dass Davy überlebt hat. Belastet von massiven Schuldgefühlen, die noch von Davys Mutter Carys verstärkt werden, begibt sie sich auf die Suche. Hierbei wird sie scheinbar von der Vergangenheit eingeholt. Denn außerdem werden in den Trümmern die sterblichen Überreste von Wyn gefunden. Immer mehr Hinweise offenbaren, dass die Wahrheit über deren Tod erschreckender ist als bisher gedacht. Und mit jeder tiefer gehenden Erinnerung verstärkt sich Frances Überzeugung, dass für das damalige Verbrechen nicht die richtige Person zur Rechenschaft gezogen wurde und wie wichtig es ist, endlich zu wissen, was 1918 tatsächlich passiert ist? Katherine Webb siedelt ihren Roman "Die Schuld jenes Sommers" in zwei Zeitebenen an: Es sind zum einen die letzten Monate des ersten Weltkrieges von 1918 und zum anderen das Jahr 1942, und sie verknüpft beide auf nahtlose Art und Weise. Sie schildert in stimmigen und detaillierten Bildern den Alltag der Menschen im von Traditionen geprägten Bath mit jenen Ereignissen, die eine solche Gemeinschaft ausmachen, und packt das Schicksal ihrer Figuren in eine fesselnde und teilweise mysteriöse Handlung, die tiefe Einblicke in die Seele besonders ihrer Heldin Frances ermöglicht. Dabei ist die Grundstimmung nicht nur in den Rückblenden des Jahres 1918 düster und oft sehr drückend. Während Frances in einer liebevollen Familie und ohne massive Entbehrungen aufwächst, sind Wyn und ihre Geschwister den Launen und Schlägen des Vaters ausgesetzt. Davon gibt es reichlich, die Mahlzeiten sind hingegen eher spärlich. Die lichten Momente der Freundschaft der beiden Mädchen verschaffen dem Geschehen für Augenblicke Frohsinn, der Frances auch Jahre später noch mit Wyn verbindet. Allerdings ist Frances Erinnerung lückenhaft, ja ihr Geist wehrt sich sogar, einzelne Begebenheiten abzurufen. Lediglich unklare Bilder, oft in Albträumen, zeigen sich. Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, dass nicht jener geflohene Kriegsgefangene Wyn getötet haben kann, mit dem sich "die kleinen Schwestern" anfreundeten und mit Nahrung versorgten. Indes sind die Menschen nicht gewillt, dem Drängen von Frances nachzugeben, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Sie klammern sich an das Offensichtliche, Greifbare. Daher stößt Frances auf Unverständnis und Widerwillen und findet wenig Unterstützung in ihrem Bestreben, das Dunkel zu erhellen. Zudem muss sie sich mit ihren verschütteten und verdrängten Kindheitserinnerungen auseinandersetzen und diese in einen entsprechenden Kontext bringen. Frances leidet unter dem Tod von Wyn, ebenso belasten sie Carys Vorwürfe. Das Fatale: Carys ist nicht nur Davys Mutter, sondern auch die ältere Schwester von Wyn. Seit Jahren trinkt sie und vernachlässigt ihre Kinder. Im Gegensatz zu Frances gibt es für sie keine ungeklärte Wahrheit über den Tod ihrer Schwester. Die Vergangenheit ist abgeschlossen, und die Fragen und Nachforschungen von Frances sind ihr mehr als unangenehm. Katherine Webb meistert die emotionale Herausforderung ihrer Protagonistin mit hoher Ausdruckskraft und vermag es ausgezeichnet, die Verlustängste, die Verzweiflung, die Selbstbezichtigungen sowie den einhergehenden geistigen und körperlichen Schmerz spürbar werden zu lassen. Auch dadurch wird "Die Schuld jenes Sommers" zu einem komplexen historischen Roman, der mit einer durchdachten und tiefgreifenden Handlung aufwartet, die einen bewegt und mitempfinden lässt. 4,5 Sterne

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Zwei Tage Schneefall haben Berlin eine weiße Decke beschert, so dass Elli, Idi und ihre Freunde Phlip und Henriette endlich einmal Schlitten fahren können und sich auf den Weg zur Kiesgrube im Grunewald begeben. Besonders Elli ist begeistert und findet sich mit fast 13 auf keinen Fall zu alt dafür. Am Grunewaldsee entdeckt Lou, Henriettes Beagle, im Schilf einen Hundewelpen. Wo kommt der denn her, und wer bitte setzt überhaupt einen Welpen aus? Vor allem einen so wertvollen. "Ronny" ist nämlich eine Rassehund, und zwar ein Rhodesian Ridgeback. Verfolgt von miesen Typen, stellt sich ziemlich schnell heraus, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Offensichtlich treibt eine Diebesbande ihr Unwesen in der Stadt, an deren Spitze "Die Chefin". Und mit der scheint nicht gut Kirschen zu essen, wie die Freunde bald begreifen müssen... Mit "Diebe in Berlin" lässt Sibylle Luig die jungen Leser zum dritten Mal an den Abenteuern der Hexen-Zwillinge Elli und Idi teilhaben. "Magie hoch zwei" wird hier großgeschrieben. Von Vorteil wäre es, die Reihe mit dem ersten Band zu beginnen, da sich mit den Vorkenntnissen aus vorherigen Geschehnissen manche Hintergründe schneller erfassen lassen. Aber auch ohne dieses Wissen ist die Lektüre unzweifelhaft möglich, weil die Autorin mit den im Verlauf der Handlung eingestreuten Informationen dazu beiträgt, entsprechende Lücken zu schließen. Elli, eigentlich Elektra und Idi, Merida, kennen sich noch nicht so lange. Erst mit zehn Jahren begegnen sie sich und bemerken, dass sie Zwillinge sind. Im Grunde sind sie "Das doppelte Lottchen" 2.0, nur unterscheiden sie sich von ihren literarischen Vorbildern durch ihre magischen Fähigkeiten. Und die haben es in sich. Zaubern können die beiden sehr gut, wenn sie zusammen sind. Genauso wie ihre Mutter Matea und deren Schwester Eva. Oder Oma Mathilda und Großtante Esther. Wobei die beiden eine Geschichte für sich sind (nachzulesen im zweiten Band). Die Zwillinge versuchen, in ihrem Famlienverbund normal zu leben. Etwas ist jedoch augenscheinlich: Elli kann ganz allein Zauber wirken, was ihr Angst macht. Manchmal ist sie unsicher, und mit Anflügen von Eifersucht quält sie sich ebenfalls. Und zeigen sich bei ihr Anzeichen von Verliebtheit, wenn sie Mark sieht? Obwohl Elli, Idi und ihre Freunde inzwischen etwas älter sind, kann der Leseempfehlung für acht- bis zehnjährige gefolgt werden. "Diebe in Berlin ist altersgerecht und wird Kinder auf jeden Fall begeistern und mitfiebern lassen, wenn die Mädchen und Jungen außergewöhnliche und aufregende Erlebnisse und auch Gefahren meistern müssen. Sibylle Luig hat eine Abenteuergeschichte und einen Kinderkrimi in einem geschrieben. Darin setzt sie gekonnt Berlin mit prägnanten Bildern in Szene und spricht wichtige Themen wie den illegalen Tierhandel und verbotene Hunderennen an, ohne dass es zu einer Überforderung ihrer jungen Leser kommt. Bedeutsam sind ebenso die Werte, die die Autorin vermittelt: die Unterstützung und der Zusammenhalt in der Familie und unter Freunden. Nicht nur ihre Sprache ist zeitgemäß und schnörkellos. Sibylle Luig hat den abwechslungsreichen Ereignisse neben der sich steigernden Dynamik viele amüsante und heitere Momente hinzugefügt. Besonders "Die fiesen Omas" zeigen sich wieder von ihrer unglaublichen Seite. Nicht zu vergessen ist der Zauber, der dem Ganzen inne wohnt und zur Lesefreude beiträgt. Das Cover und die ansprechenden Illustrationen, die im Buch dezent verteilt sind, stammen von Ulrike Bart-Musil. Diesbezüglich gibt es lediglich einen Kritikpunkt: Die Handlung spielt hauptsächlich im Winter. Dazu passt das fast eher frühlingshaft anmutende Cover nicht optimal. Ansonsten können sich kleine und große Leser auf eine unterhaltsame Geschichte freuen, die mit lebhaften und auch nachhaltigen Höhepunkten gefüllt ist. 4,5 Sterne

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Julia und Konstantin lieben sich, seit drei Jahren sind sie ein Paar und führen trotz getrennter Wohnungen eine harmonische Beziehung. Allerdings ist ihr Zusammensein von Konstantin abhängig, weil dieser ständig in der Welt unterwegs und nur für wenige Tage zu Hause ist. Bislang hat Julia diese Konstellation nicht in Frage gestellt. Die Siebenunddreißigjährige besitzt seit fünf Jahren eine eigene Apotheke und schätzt den Umgang mit den Menschen. Erst als eines Tages ein Brief ihres Jugendfreundes Tom ankommt, wird Julia angeregt, ihr Dasein in Frage zu stellen. Denn Tom ist krank, er hat ALS - Amyotrophe Lateralsklerose, eine Krankheit, die die Nerven zerstört und fortschreitende Muskellähmung verursacht. Tom wird sterben, möchte zuvor aber die Menschen treffen, die ihn geprägt haben. Zu diesen gehört Julia. Gemeinsam mit seiner Schwester Helke, seiner ehemaligen Freundin Elsa fahren Tom und Julia in einem alten VW-Bus nach Florenz, der Stadt, mit der Tom wunderbare Erinnerungen verknüpft. Die Reise wird bedeutsam und entscheidend für sie alle... "Solange wir lieben" lässt sich gut lesen. Liv Thomas verfügt über einen unbefangenen und angenehmen Erzählton, der es vermag, einige ernste Themen anzusprechen, ohne sie schwer erscheinen zu lassen. Das ist lobenswert, indes liegt hierin zugleich ein Problem. In ihrem Bemühen, ein Augenmerk auf unterschiedliche Erkrankungen zu legen, überfordert die Autorin mich mit dem Auftreten von ALS, Krebs, Huntington, Herzinfarkten und Alkoholismus, auch wenn sie nicht bei allem ins Detail geht. Liv Thomas lässt sich Zeit, den Alltag zu schildern und gibt vor allem ihrer Heldin Julia viel Raum, aus ihrer Ich-Position heraus zu berichten. Dass eine Beziehung wie die von Julia und Konstantin Konfliktpotential beinhaltet, ist klar. Es wird gelungen herausgearbeitet, wie Julia dabei empfindet. Julia ist keine Autoritätsperson, sondern eine Frau, der viel an Harmonie liegt und die unfähig ist, Verantwortung abzugeben. Besonders in ihrer Apotheke. Am liebsten kümmert sie sich um alles selbst. Leider fehlt es mir bei der jungen Frau im Laufe des Geschehens an Entschlussfreudigkeit. Schließlich habe ich sie von Anfang an als eine mit beiden Beinen im Leben stehende Persönlichkeit gesehen, die ein großes Pensum bewältigt und als Chefin einer Apotheke täglich immer noch neuen Herausforderungen ausgesetzt wird. Keine klassische Karrierefrau, vielmehr eine, die sich einen Partner wünscht, den sie liebt, aber auch einen, mit dem sie den Alltag teilen kann. Konstantin liebt sie - das ist für mich keine Frage. Doch ihren Alltag teilt er nicht mit ihr. Und auch sonst erfahre ich zunächst von Konstantin nicht viel. Mit Lea und Sebastian setzt Liv Thomas ein weiteres Paar in Szene, und zwar in der Konstellation ältere Frau, jüngerer Mann. Unerwartet sympathisch und mit Potential für ausreichend Probleme, sogar für eine eigene Geschichte. Stattdessen entschließt sich die Autorin für die Thematisierung einer eventuellen Krebserkrankung, die ich, obwohl ich den Sinn dahinter verstehe, als eher störend wahrgenommen habe. Als Tom in Begleitung seiner Schwester Helke ins Spiel kommt, was unerwartet spät geschieht, wird die Geschichte sehr gefühlvoll. Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin, überwiegend eine ausgewogene Balance zwischen mitleidigen, bedrückend-melancholischen und frohen, außerdem sogar humorvollen Momenten zu finden. Insgesamt hätte ich mir intensivere Eindrücke von der Reise gewünscht. Die Einbeziehung von Elsa, der Frau, die Tom nach acht Jahren Beziehung verlassen hat, kann ich insofern begrüßen, als hier einiges zum Abschluss gebracht wird. "Solange wir Lieben" hat einen beachtlichen Start, verliert sich im Verlauf der Handlung etwas, um dann im Schlussteil hinsichtlich der Emotionalität wieder an Kraft und Ausdruck zu gewinnen. 3,5 Sterne

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Rachel Gray schwärmt für Cal Hayden, und auch bei diesem hat beim ersten Blick Zoom gemacht. Doch ist der in der Gegend sehr gefragte Pferdetrainer kein Mann der schnellen Entschlüsse, sondern eher bedachtsam und verantwortungsbewusst. Er möchte sich sicher sein, dass seine Gefühle erwidert werden und sich darum erst auf eine Frau einlassen, wenn er sowohl mit ganzem Herzen als auch mit ganzer Seele dabei sein kann. Erst jetzt, sechs Monate nach dem Tod seines Vaters, um den er sich während dessen schwerer Erkrankung aufopferungsvoll gekümmert hat, und der hoffnungsvollen Tatsache, dass sich seine Mutter endlich wieder dem Leben zuwendet, hat er den Kopf frei, Rachel seine Gefühle zu gestehen. "Endlich Liebe" nennt Melissa Foster ihren ersten sogenannten Flirt . Es ist eine Geschichte, die im Braden-Universum angesiedelt ist, in der die Familienmitglieder des großen Clans zwar nur Nebenrollen spielen, über die allerdings die ein oder andere Neuigkeit zu erfahren ist. Vor allem stehen hier Charaktere im Vordergrund, die in der Welt von "Love in Bloom - Herzen im Aufruhr" erwähnt wurden und nun innerhalb eines kurzen Zeitraums ihr Glück finden dürfen. Deshalb hält sich die Autorin nicht mit einer langen Vorrede auf, vielmehr steigt sie gleich mitten ins Geschehen ein. Und auch wenn "Endlich Liebe" kurz ist, ist sie ebenso knackig und spart - was der Gewohnheit der geneigten Leserin entspricht - nicht mit sinnlichen und heißen Szenen. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Rachel und Cal, stimmt auf Anhieb und lässt das Herz der Romantikerin höher schlagen. Denn mit Cal und seiner eins achtzig großen betörenden Männlichkeit hat sie ein selbstsicheres und entschlossenes Mannsbild vor sich, das sich trotz hemmungsloser Flirterei (mit Rachel versteht sich) durch und durch als Gentleman zeigt und und dem ein ausgeprägter Familiensinn inne wohnt. Am Rande sei angemerkt, dass er außerdem wie Fred Astaire (Weiß jemand noch, wer das war?) tanzen kann. Halt eine Ausnahmeerscheinung. Und Rachel wäre dumm, sich diesen Prachtkerl entgehen zu lassen, obwohl sie eher nicht zu den Frauen gehört, die immer im Mittelpunkt stehen müssen. Aber in ihr steckt auch eine kleine Verführerin. Sie hat eine weiche Seite, ohne naiv zu sein, ist lustig, kreativ und großzügig. Es sind Menschen, die das Leben ein bisschen freundlicher machen. Vielleicht möchtest du sie kennenlernen...

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Aenlins Herz schlägt für die Pferde. Erst recht, als sie Meletay, eine wunderschöne goldene Stute, erblickt, zu der sie bald eine innige Verbindung knüpft und mit der sie am liebsten reitend die Welt erkunden möchte. Soweit so gut. Doch Aenlin lebt nicht im Hier und Jetzt, wo das kein Problem wäre. Aenlins Heimat ist das Cöln von 1072. Und das bedeutet, dass Frauen abhängig von dem Willen der Männer sind. Dieser sieht eine "Pferdeflüsterin" auf keinen Fall vor. Verständlich, das Aenlin mit ihrem Schicksal hadert, als Mädchen geboren zu sein. Weil sie so hinter ihrem Zwillingsbruder Endres zurückstehen muss, obwohl sie mit wesentlich mehr Mut und Geschick ausgestattet ist. Das Geschwisterpaar hat ein enges Verhältnis. Und da Endres keinerlei Interesse an der Reiterei und dem Schwertkampf zeigt, ist es Aenlin, die seinen Platz einnimmt. So braucht es nicht viel brüderliche Überzeugungskraft, und Aenlin tritt an Endres Statt gemeinsam mit Melatay die Reise nach León an. Noch bevor die Handelskarawane das Ziel erreicht, wird diese überfallen. Es ist allein ihrem Begleitschutz Don Alvaro und dem Ritter Don Rodrigo Diaz de Vivar, der später zur Legende El Cid werden soll, zu verdanken, dass Aenlin nicht geschändet wird. Allerdings endet an der Stelle Don Rodrigos guter Willen. Vielmehr übergibt er Aenlin einem Sklavenhändler mit dem Auftrag, das wunderschöne Mädchen meistbietend zu verkaufen. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Indes sieht Aenlin ihren Retter, für den die schwärmerische Gefühle entwickelt hat, nicht zum letzten Mal... Ricarda Jordan weiß, wovon sie schreibt. Jede Zeile, die "Das Lied der Pferde" über Pferde beinhaltet, lebt von ihrer Liebe, Zuneigung, dem Vertrauen und der Treue, die sie diesen wundervollen Tieren entgegenbringt und auf Gegenseitigkeit beruhen. Damit teilt sie eindeutig auch meine eigene Begeisterung. Aber die Autorin legt das Augenmerk nicht allein auf die Darstellung der Beziehung von Mensch und Tier. Vielmehr bettet sie diese in einen vielfältigen historischen Roman, der in das Andalusien des ausgehenden 11. Jahrhunderts führt und eine geschichtsträchtige Zeit voller Kämpfe, politischer Intrigen und Machtspiele intensiv beleuchtet. Die Vermittlung der Hintergründe ist zwar ausgeprägt, verfügt andererseits über die notwendige Aufschluss gebende Gewichtung. So findet zu keinem Moment eine Überforderung statt, da tatsächliche historische Ereignisse in der Regel mit der fiktiven Handlung der Heldin Aenlin verknüpft werden. Es ist der einnehmenden und malerische Schreibstil, der nicht nur im Ausdruck überzeugt, sondern uns ins Geschehen zieht, wenn wir Aenlin in die prächtigen Paläste und fremdartige Welt der maurischen Emirate in Al Andalus begleiten und einen Einblick in das Leben unter anderem als Haremsdame erhalten. Daneben besitzen die von Ricarda Jordan gestalteten Figuren eine außerordentliche und greifbare Präsenz. Die Autorin ist das Wagnis eingegangen, sich der Figur des El Cid fernab der Überzeichnung und Verklärung in den Mythen und Legenden auf eine realistische Art und Weise zu nähern. Sie entwickelt den diffizilen Charakter herausragend und setzt dem Charisma, das den Ritter einst zu einem erfolgreichen Kämpfer werden ließ, auch das erforderliche Geltungsbedürfnis nach Macht und Reichtum gegenüber. Dadurch kommt sie vermutlich seinem Wesen sehr nahe, wenngleich es bei uns eher einen negativen Nachhall erzeugt. Aenlin hingegen konnte die Autorin ganz nach ihrem Ansinnen porträtieren. Das impulsive junge Mädchen, das mit Schönheit und ebenso Naivität ausgestattet ist und sich um die eigene Freiheit und Entfaltung bemüht, irritiert zunächst durch das demütige Hinnehmen der Versklavung. Nach und nach treten ihr scharfer Verstand und ihre Fähigkeiten zu Tage. Eines aber bewahrt sie sich immer: Ihre empfindsame Verbindung zu Pferden, insbesondere Meletay, der sie ihr Lied singt. Mag es eher unwahrscheinlich gewesen sein, dass es eine "Pferdeflüsterin" im Mittelalter gab. Dennoch scheint es auch nicht unmöglich, und die Vorstellung allein begeistert. Genauso wie die gesamte Geschichte.

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"... Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. (Seite 149) Die zweiunddreißigjährige Caro arbeitet als Intensivschwester in einer Klinik und übt ihren Beruf mit Verantwortung und Engagement aus. Sie verschließt sich den menschlichen Dingen nicht und lässt diese oft zu nah an sich heran. So geht ihr der Tod ihrer Patientin Elfriede Fischermann besonders nahe, hatte ihr diese doch kurz zuvor eine Perlenkette vermacht und sie gebeten, ebenjene zu ihrer großen Liebe nach Juist zu bringen. Da sie privat noch mit den sich widerstreitenden Gefühlen nach der Trennung von Ehemann Jörn kämpft und es eine Weile dauern wird, bis sie endgültig darüber hinweg ist, von ihm betrogen worden zu sein, kommt ihr die Gelegenheit gerade recht, zum Jahreswechsel für ein paar Tage auf die kleine Nordseeinsel zu reisen, um Elfriedes Wunsch zu erfüllen. Vielleicht bietet sich so außerdem die Gelegenheit, klarer in die Zukunft zu sehen. Begleitet von den guten Wünschen ihrer besten Freundin Jana fährt sie gemeinsam mit Bobtail Einstein in den Norden und sammelt unterwegs Max ein, der "Irgendwohin" reisen will. Ihre wage Vermutung festigt sich schnell: Sie ist Max bereits begegnet. Jahre zuvor hatte er Gitarre spielend und singend am Bett seiner sterbende Frau gesessen¿ Bereits nach wenigen Seiten schafft es Anne Barns, mit "Bratapfel am Meer" zu einem Herzensbuch zu werden. Zwar schlägt sie durchaus einige ernste Töne an, würzt diese aber mit einer Prise Humor und verwendet insgesamt einen gelösten Stil, um ihre Geschichte zu erzählen. Ihre warmherzige Schilderung, in der Emotionen nicht zu kurz kommen, gleichwohl niemals Überhand nehmen, nimmt einen nicht nur für das Geschehen und die Helden ein, sondern ebenso für die Insel Juist, die eine kleine, jedoch nicht unwesentliche Nebenrolle erhalten hat. So gelingt es, obwohl Juist lediglich vor dem inneren Auge erscheint, diese mit wunderbaren Beschreibungen in das Geschehen mühelos einzubinden, das Flair der Nordsee, der rauen Brandung und dem eisigen Wind in Zusammenspiel mit seinen Inselbewohnern spürbar werden zu lassen. Hier kennt im Grunde jeder jeden und Nachrichten verbreiten sich innerhalb kürzester Zeit. Anne Barns Figuren haben einen hohen Identifikationsfaktor und sind aus dem Leben gegriffen. Sie agieren und kommunizieren miteinander, dass es eine Freude ist, sie zu beobachten und an ihrem Leben teilzuhaben. Familie, Liebe und Freundschaft spielen ebenso eine Rolle wie Trennung, Verlust und Trauer. Nicht nur die Gefühle sind glaubhaft geschildert, die Autorin greift auch die mit der beruflichen Situation von Caro verbundenen Missstände, die die junge Frau sehr belasten, auf, ohne dabei mit der Holzhammermethode vorzugehen. Neben den zwischenmenschlichen Begegnungen ist die Leidenschaft für das Backen fester Bestandteil des Romans. Und der Leser kann daraus unmittelbaren Nutzen ziehen: Die im Anhang befindlichen Rezepte sind in einem separaten Rezeptbüchlein veröffentlicht worden. (Ich lade euch übrigens herzlich ein, mich beim Ausprobieren eines Backwerkes heute Nachmittag zu begleiten.) "Bratapfel am Meer" ist ein Buch der Wohlfühlmomente, das einen in eine kuschelige Wolldecke hüllt und am besten bei Kaminfeuer, Kerzenschein und einer Tasse Tee genossen wird. Am Ende ist es immer nur die Liebe, die zählt." (Seite 44)

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Riley Banks und Josh Braden wollen endlich heiraten. Da Josh als Modedesigner aber weltbekannt und Riley als seine Geschäftspartnerin und Co.Designerin fast ebenso berühmt ist, müssen sie einige Hürden überwinden, vor allem die Paparazzi hinter sich lassen, die in einer luxuriösen Hotelanlage auf den Bahamas auf das Ereignis des Jahres warten. Tatsächlich findet die Hochzeit in den Bergen von Colorado in einem stillgelegten Gasthof statt. Alles hat das Paar bis ins Kleinste organisiert, und es scheint auf eine perfekte Hochzeit hinauszulaufen. So einfach wie gedacht, wird das Ganze dann doch nicht. Äußerst kreative Kinderhände "verschönern" Rileys Brautkleid. Auch eine Verwechslung, Löcher in der Wand und weitere mehr und minder schwere katastrophale Ereignisse verursachen ein ordentliches Durcheinander und stellen die Planung völlig auf den Kopf. Kommen Riley und Josh noch "unter die Haube"? Mit "Happy End für die Liebe" beendet Melissa Foster ihre Reihe über Die Bradens in Weston . Die Kurzgeschichte führt die Kinder von Hal Braden samt ihres inzwischen zahlreichen Nachwuchses zusammen. Im engsten Kreis mit Familienmitgliedern und Freunden wollen Riley und Josh die Krönung ihrer Liebe feiern. Allerdings lassen unvorhergesehene Umstände das Happy End zu einem Wackelkandidaten werden. Mit gewohnt leichter Hand inszeniert Melissa Foster ein Geschehen, in dem charmante Katastrophen zu Verzögerungen führen. Die Ereignisse sind kurzweilig und mit gelungenem Sprachwitz erzählt. Es macht Freude, den Familienverbund, in dem alle fest zusammenhalten, samt fröhlicher Kinderschar zu erleben. Romantik und Emotionen werden groß geschrieben, und das ist hier nicht anders. Daneben gilt es erneut ein besonderes Problem zu lösen. Die Beziehungen der Beteiligten stehen im Vordergrund, und die Autorin zeigt, dass sie diese auch auf wenigen Seiten beleuchten kann. Vereinzelt erscheint dies zu kompakt und umfassend, wenn wiederholt auf die Vergangenheit Bezug genommen wird, aber das ist ein verzeihbarer Mangel, der nicht für weniger Lesevergnügen sorgt. Melissa Foster bleibt ihrem Ansinnen treu, ihren Helden auch dieses Mal ein Wohlfühlglück zu bescheren. Vielleicht treffen wir die Bradens in ein paar Jahren wieder. Ich würde mich freuen...

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