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Alle Rezensionen von Bellis-Perennis

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"Warum passiert, was passiert?" In mehr als zwanzig kurzen Kapiteln geleitet Kurt Seinitz seine Leser durch das Jahrhundert des Chaos. Er geht der Frage nach, wie und warum sich die Welt in der Form verändert. Als Berichterstatter des ORF ist Kurt Seinitz an vielen Brennpunkten der Welt gewesen und kennt die meisten der politischen Akteure persönlich. Von Putin bis Dalai Lama, von Gadafi bis Lech Walesa: Kurt Seinitz hat sie alle getroffen. In seinem Vorwort gesteht er freimütig ein, dass er bis zum 23. Februar 2022 gedacht hat, nichts könne ihn mehr überraschen. Doch dann marschierte Putin in der Ukraine ein und Kurt Seinitz überrascht. "Die Welt ist aus den Fugen geraten. Sie ist aus dem Zeitalter der Aufklärung, das sich als vernunftgeleitet hielt, in ein Zeitalter der Wirrnis gestürzt." Fazit: Diesen messerscharfen Analysen des aktuellen Weltgeschehens gebe ich gerne 5 Sterne.

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Achtung - dieser Krimi aus der Reihe um Constable Evans ist bereits unter Mord im Nachbarort erschienen. Die Reihe wurde/wird neu aufgelegt. Constable Evan Evans fühlt sich inzwischen in Llanfair, dem kleinen walisischen Dorf zuhause. Er schätzt die Ruhe, die Einwohner mit ihren Eigenheiten und kann seiner Leidenschaft, auf die umliegenden berge zu klettern, frönen. Polizeitechnisch ereignet sich nicht allzu viel. Meistens muss er die Streitigkeiten der Dorfbewohner schlichten. Die Entdeckung der Überreste eines alten Bauwerks durch Colonel Arbuthnot reißt Evans jäh aus seiner Idylle. Ist es die archäologische Sensation, die aus dem verschlafenen Nest Llanfair eine Wallfahrtsstätte für Fans der Arthus-Sage machen wird? Oder ist es gar das Grab des heiligen Gelert, wie Pfarrer Davies glaubt? Noch bevor diese Hypothesen mehr Gehalt bekommen, erleidet Arbuthnot einen tödlichen Unfall. Und der Colonel wird nicht der einzige Tote bleiben, denn auch der "verlorene Sohn" des Dorfes, Ted Morgan, der von der Errichtung eines Freizeitparks auf seinem Grund träumt, kommt zu Tode. Evans vermutet einen Zusammenhang zwischen den beiden Todesfällen und forscht auf eigene Faust ein wenig nach. Nachdem Evans im ersten Fall bereits den richtigen Riecher hatte, lässt ihn Sergeant Watkins gewähren. Eine Spur führt die beiden Ermittler nach London. Ist dort die Lösung zu finden? Meine Meinung: Herrlich ist der Streit zwischen den Dörfern Llanfair und Beddgelert geschildert. So hätte Llanfair die Nase vorn, wenn es sich um das Grab des Heiligen Gelert und nicht wie um ein Hundegrab wie in Beddgelert. Überhaupt, Land und Leute kommen hier richtig zur Geltung. Sei es die beiden Pfarrer, die sich gemeinsam mit ihren Ehefrauen, ständig übertrumpfen wollen oder die holde Weiblichkeit in Form von Barmaid Betsy und Mrs. Williams, die ihre Tochter unbedingt an den Mann bringen will. Der Mann ist in dem Fall Evan Evans, der es leider nicht versteht, endlich "klar Schiff" zu machen und sich zu Bronwen, der Grundschullehrerin zu bekennen. Doch diese Verwicklungen machen einen Teil der Geschichte aus. Hier ist zu hoffen, dass Evan bald einmal einen Entschluss fasst. Auf kriminalistischer Seite hat unser Constable so ziemlich alles im Griff und Sergeant Watkins gesteht neidlos zu, dass Evan der bessere Kriminalist ist. Ja, er verteidigt ihn sogar gegenüber seinem Vorgesetzten Hughes, der es sogar nicht leiden kann, dass ein einfacher Constable zielführender Ermittelt als der Yard. Die Krimis mit Evan Evans lassen sich leicht und locker lesen. Rhys Bowen spart nicht mit überraschenden Wendungen und humorvollen Szenen. Das Cover passt gut zum ersten Teil. Hier ist ein hoher Wiedererkennungswert gegeben. Fazit: Ich habe mich hier gut unterhalten. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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Viele Menschen mögen Vögel am liebsten auf dem Teller: als knusprige Ente, Grillhuhn, Hühnerschnitzel oder als Weihnachtsgans. Dabei vergessen sie, welch wunderbare Geschöpfe Vögel sind - groß oder klein, bunt oder unscheinbar oder tollpatschig oder majestätisch. Dieses Buch trägt dazu bei, ein wenig aufmerksamer durch Stadt und Land zu streifen, die Ohren zu spitzen, wenn neben dem Lärm auch Vogelgezwitscher zu hören ist. Nicht jeder kann einen Adler beobachten, wenn der seine Runden zieht. Aber Amsel, Fink oder Meisen lassen sich auch im Stadtgebiet antreffen. Nicht immer ist es leicht, die verschiedenen Arten der gefiederten Freunde zu unterscheiden. Dieses Buch listet in einem allgemeinen Teil die wichtigsten Fachbegriffe auf. Anschließend wird in fünf Kapiteln allerlei Wissenswertes über Vögel berichtet: Vögel beobachten Wald, Park & Garten Vögel der Alpen Vielfalt am Wasser Kulturfolger Konflikt mit dem Menschen Autor Leander Khil ist Ornithologe und Fotograf. Man spürt seine Leidenschaft für Vögel in den Texten und in den tollen Fotos. Er zeigt uns die große Vielfalt der Vogelwelt und erklärt, wie man die verschiedenen Arten auseinanderhalten kann. Eine kleine Kritik muss ich anbringen: Ein Stichwortverzeichnis, bei dem die Vögel alphabetisch angeführt sind, fehlt mir. Fazit: Ein umfangreiches Buch, das uns die heimische Vogelwelt näherbringt. Gerne gebe ich dafür 5 Sterne.

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Wie schon in seinem vorherigen Buch "Rache" nimmt sich Österreichs wohl bekanntester Gerichtspsychiater wieder eines Themas an, das zwar von zahlreichen Philosophen, aber weniger von der Wissenschaft untersucht worden ist - dem Hass. Prof. Reinhard Haller schöpft aus seinem reichen Erfahrungsschatz. In 15 Kapiteln geht er dem Mythos Hass nach. Ist Hass wirklich "die Leidenschaft, die Leiden schafft"? Oder steckt da anderes dahinter? Die Meinungen der Philosophen, ob Hass eher als Trieb, Leidenschaft oder gar als Affekt anzusehen sei, gehen hier weit auseinander. Kant sieht im Hass eine Leidenschaft, die aus der tiefen Seele kommt, denn einen Affekt, der ja spontan, unbesonnen und übereilt eintritt. Wollte man eine Definition für Hass aufstellen, so könnte diese lt. Prof. Haller in etwa so aussehen: "Hass ist die auf Zerstörung ausgerichtete Abneigung, die destruktivste Form der Verachtung. Er ist ein nicht leicht zu beschreibender Gefühlskomplex mit einer sozialen Interaktion, der sich gegen Menschen richtet." Hass ist, so Haller, knapp oberhalb der Triebe angesiedelt, da er in seiner "das Gemüt völlig ergreifenden Emotion, die intensive Verfolgung von Zielen" beinhaltet. Meistens kommt Hass nicht alleine daher. Zorn, Wut, Verachtung sowie Ekel sind Elemente des Hasses. Zusätzlich paart er sich auch gerne mit Paranoia und Machtbesessenheit. Wie könnte sonst ein einzelner Diktator die ganz Welt mit Krieg überziehen? Der Autor geht auf den Hass seinen verschiedenen Dimensionen ein - sei es als Selbsthass oder dem Hass zwischen den Geschlechtern oder als Hass gegen die Gesellschaft im Allgemeinen. Ein besonderes Kapitel ist jenes, mit dem Titel "Aus der Werkzeugkiste des Hassenden", in dem die vier häufigsten Werkzeuge genannt werden: Schuldzuweisung, Beschämung, Gehirnwäsche und Entmenschlichung. In den letzten beiden Kapiteln wird aufgezeigt, wie man aus der Spirale des Hasses herauskommen kann. Meine Meinung: Wenn man die täglichen Nachrichten liest, wird man mit alltäglichem Hass konfrontiert. Sei es, dass von massiven Sachbeschädigungen, Massakern, Femiziden und Kriegen die Rede ist. Reinhard Haller zeigt Lösungsansätze auf, die leider nur recht schwer umzusetzen sind, da Hass so allgegenwärtig und bedrohlich daherkommt. Allerdings kann jeder Einzelne ein kleines bisschen dazu beitragen, dem Hass entgegenzutreten. denn sorgfältige Berichterstattung und kritisches Lesen von Nachrichten aus den sozialen Medien können die Mechanismen des Hasses enttarnen. Wenn erkannt wird, was den Hass befeuert, kann man gegensteuern. Wie? Durch Analyse der Ursachen, Aufklärung, Entschärfung der radikalen Sprache, Förderung von Empathie und Wertschätzung den anderen gegenüber. Das Buch ist trotz des ernsten Themas gut zu lesen, was an seiner klaren Struktur liegt. Fazit: Ein Einblick in die Abgründe der Menschen, gekonnt aufbereitet von Prof. Reinhard Haller. Gerne gebe ich dem Buch 5 Sterne.

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Wenn ich heute in der Zeitung gelesen habe, dass Amazon mittels künstlicher Intelligenz seine Alexa Bücher von längst verstorbenen Menschen vorlesen lässt, um den Hinterbliebenen das Gefühl zu geben, der geliebte Tote sei noch anwesend, so ist dieser Krimi von Heidi Emfried fast tagaktuell. Worum gehts? Adrian Stuiber, ein umtriebiger Programmierer, scheint die Schranken zwischen Leben und Tod aufzuheben. Mithilfe von KI ist es ihm gelungen, Verstorbene für ihre Hinterbliebenen virtuell wieder auferstehen zu lassen. Seine Algorithmen gaukeln den Kunden Gespräche mit geliebten Verstorbenen vor. Das Business boomt, als Stuiber plötzlich selbst der Tod ereilt. Er liegt am Fuße einer Aussichtswarte, in der augenscheinlich ein heimlicher Bewohner lebt. Als Chefinspektor Leo Lang der Ehefrau die betrübliche Nachricht überbringt, staunt er nicht schlecht, als er von ihr erfährt, dass Stuiber schon längst tot und begraben ist. Nach und nach decken Leo Lang und sein Team das Doppelleben des Toten auf, das sie nach Graz führt und müssen feststellen, dass hier wenig so ist, wie es scheint. Bei den Recherchen trifft Leo Lang auf einen Vater, der um sein Kind trauert und dessen Ehefrau tief in einer Depression gefangen ist. Auch dieses Paar ist Kunde von Stuiber. Diese Situation erinnert Leo Lang an seine eigene Trauer nach dem Tod seiner Tochter. Meine Meinung: Dieser dritte Krimi rund um Chefinspektor Leo Lang aus Wien lässt ein wenig Gänsehautfeeling aufkommen. Sich vorzustellen, dass der verstorbene Partner oder die Partnerin plötzlich vom Bildschirm lächelt und auf Fragen, die gestellt werden antwortet oder sich an Gesprächen beteiligt, klingt schon ziemlich spooky. Dass hier mit der Trauer um einen geliebten Menschen und die damit verbundene Einsamkeit dubiose Geschäfte gemacht werden, versteht sich von selbst. Neben solider Ermittlerarbeit werden auch die Charaktere von Langs Mitarb eitern und Lokalkolorit gut beschrieben. So darf Helmut Nowotny, der dienstälteste Kollege mehrfach im breitesten Wiener Dialekt sprechen und mit De ham olle an Huscher , das ausdrücken, was die anderen heimlich denken. Für jene Leser, die mit dem Wiener Dialekt nicht so vertraut sind, gibt es im Anhang ein Glossar. Ein Personenverzeichnis hilft, die zahlreichen Personen, die in diesem Krimi eine größere oder kleinere Rolle spielen, gut einzuordnen. Leo Langs sorgenvoller Blick auf das Gefühlsleben der Mitmenschen, die von dem durch KI und deren skrupellosen Schöpfern, hervorgerufene Trugbild beeinflusst werden, lässt sich gut nachvollziehen. Autorin Heidi Emfried hat Informatik studiert, war Leiterin einer IT-Abteilung eines großen Unternehmens und weiß daher, wovon sie spricht. Ihre Erfahrungen aus der IT-Branche lässt sie gekonnt in diesen Krimi einfließen. Geschickt spielt sie mit der Frage, ob die KI eine Möglichkeit zur Unsterblichkeit oder eher eine unheimliche Gefahr darstellt. Fazit: Gerne gebe ich diesem fesselnden dritten Fall mit Leo Lang 5 Sterne.

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Heide Sielmann, Frau des korrupten Oberstaatsanwalts, will sich von ihrem Mann trennen, aber nicht ohne eine große Summe des Vermögens. Nachdem er niemals freiwillig einer Scheidung zustimmen würde, immerhin arbeitet er auf den Posten des Generalstaatsanwaltes hin, beschließen Heide und ihr Geliebter Hagen, Heides Entführung vorzutäuschen und sich mit dem erpressten Lösegeld eine neue gemeinsame Zukunft aufzubauen. Doch leider geht so ziemlich alles schief und statt Heide wird ihre Haushälterin entführt und in weiterer Folge getötet. Was niemand weiß, ist, dass Koppeck, der Ex-Mann der Toten ein "behördlich konzessionierte Berufskiller" aus DDR-Zeiten ist und sich sofort aufmacht, den Tod seiner Ex-Frau, die ihm nach wie vor viel bedeutet, zu rächen. Dabei kommt ihm Albin Stocker ins Gehege, der von Heides Vater beauftragt worden ist, dem korrupten Oberstaatsanwalt das Handwerk zu legen. Meine Meinung: Dieser Krimi ist der siebente aus der Reihe rund um Albin Stocker und mein erster dieser Reihe bzw. des Autors Heinz von Wilk überhaupt. Obwohl es zahlreiche Tote, mehrere Täter, einen korrupten Staatsanwalt sowie Albin Stocker, den Ex-Polizisten gibt, hat mich der Krimi nicht ganz überzeugt. Für gewöhnlich habe ich kein Problem, erst spät in eine Reihe einzusteigen, aber hier wäre es vermutlich hilfreich, die Vorgänger zu kennen. Sonst würde die Figur des Albin Stocker für mich ein wenig transparenter sein. Manchmal ist nicht ganz klar, auf welcher Seite er tatsächlich steht. Diesmal scheinen es die "Guten" zu sein. Doch aus diversen Andeutungen lässt sich ableiten, dass das nicht immer der Fall war. Immer wieder fließen kleinere Sequenzen aus Stockers Vergangenheit ein, in denen Zeno, augenscheinlich sein damaliger Partner, Albin vor gefährlichen Situationen zu warnen versucht. Interessant ist der Schreibstil. Denn lange Zeit ist der Leser als Zuseher der zahlreichen Handlungsstränge, um dann auf einmal direkt angesprochen zu werden "Du weißt vielleicht nicht ...". Diesen Stilbruch oder Perspektivenwechsel, der mehrmals vorkommt, habe ich als auflockernd empfunden. Die meisten der Charaktere sind nicht wirklich sympathisch. Der Oberstaatsanwalt und seine Frau sowie die Mörder der Haushälterin natürlich gar nicht, aber auch Albin Stocker nicht unbedingt. So seltsam es klingen mag, hat Koppeck mein Verständnis und meine Sympathie. Ich habe entdeckt, dass die virtuelle Bibliothek den Vorgänger "Ich bin hier bloß der Mörder" vorrätig hat. Das Buch werde ich ausleihen und anschließend entscheiden, ob ich Albin Stocker mag oder nicht. Fazit: Eine neue Krimi-Reihe, mit der ich erst warm werden muss. Daher belasse ich die Wertung einmal bei 3 Sternen.

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Als Nell Summers nach dem Tod ihres Vaters dessen Haus ausräumt, entdeckt sie ein altes, vergilbtes Foto, das einen blutjungen farbigen US-Soldaten, der eine Ähnlichkeit mit ihrem Vater aufweist. Könnte dieser Mann ihr Großvater sein? Denn Nells Vater ist als Baby adoptiert worden und scheint Nachforschungen über seine Herkunft gestellt zu haben. Nell muss neben dem Tod des Vaters auch eine Scheidung und den Verlust des ungeborenen Babys verarbeiten. Um sich abzulenken und Näheres über ihre Wurzeln zu erfahren, reist sie nach Cornwall, in das kleine Dorf Pencallyn Cove, wo es möglicherweise Antworten auf ihre Fragen gibt. Pencallyn ist jener Ort, in dem die US-Army 1944 für den D-Day, der Invasion in der Normandie, trainiert hat. Sie lernt Estella Kellow, die 95-jährige Besitzerin von Pencallyn House, einem Anwesen mit einem ehemals wunderschönen Garten, und Josh Richardson kennen. Josh ist genau das Gegenteil seines jähzornigen Vaters, der Estella das Anwesen abkaufen und umbauen will. Als Estella bei Nells Anblick erschrickt und sich den Oberschenkelhals bricht, verbringt Nell viele Stunden bei ihr im Krankenhaus. Die beiden Frauen kommen sich näher, als Nell die alten Fotos herzeigt. Estella erzählt aus ihrem Leben, von einer tiefen Mädchen-Freundschaft, einer großen Liebe und ihrem tyrannischen Vater. Nell lauscht gebannt den Erzählungen der alten Dame und erfährt einiges, das ihr eigenes Leben ziemlich auf den Kopf stellen wird. Meine Meinung: Für gewöhnlich lese ich keine Liebes- oder Frauenromane à la Rosamunde Pilcher. Doch dieser hier hat mir sehr gut gefallen, obwohl der Roman stellenweise ein wenig zu kitschig ist. Ruth Saberton fängt die Stimmung des Dorfes in den 1940er Jahren sehr gut ein. Der Mann ist als Pater Familias das Oberhaupt einer Familie, die auch Dienstboten mit einschließt, und alle haben sich nach ihm zu richten. Der alte Kellow ist ein Tyrann, der sich alle Freiheiten nimmt, seine (zweite) Ehefrau ebenso verprügelt wie seine Tochter und mit seiner rassistischen Meinung nicht hinterm Berg hält, als die US Army auf seinem Grundstück Zelte für ihre Soldaten aufstellen lässt. Auch der Standesdünkel spielt eine Rolle. Estella kann natürlich nichts dafür, bemüht sie sich doch redlich Evie, das Waisenkind aus London, als Schwester anzunehmen. Die Mädchen schließen Blutsschwesternschaft und versprechen einander zu helfen. Jahrelang halten sie wie Pech und Schwefel zusammen, bis Evie ihre ganz eigenen Pläne hat. An einigen Stellen sind die Ereignisse vorhersehbar, was mich persönlich aber nicht stört, da ich an der schriftstellerischen Umsetzung interessiert bin. Sehr intensiv ist die emotionale Verbindung zwischen Nell und Estella, die sich ja erst vor Kurzem kennengelernt haben, beschrieben. Fazit: Wer eine fesselnde Familiengeschichte lesen will, deren Bogen sich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart spannt, ist hier richtig. Gerne gebe ich diesem Roman 5 Sterne.

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Wien, 1936 - die drei Freunde Leo, Elsa und Max feiern Leos neunten Geburtstag im Wiener Prater. Höhepunkt des Tages ist eine Fahrt mit dem Riesenrad, von wo sie einen Überblick (fast) über die ganze Stadt haben. Es scheint, als läge die Welt zu ihren Füßen. Eine kleine Unachtsamkeit an diesem Freudentag wird Leo später das Leben retten. Doch noch weiß niemand, was das Leben für die drei Freunde bereit hält. Wenig später ist nichts mehr wie vorher. Max Vater ist seit Längerem ein illegaler Nazi und verbietet seinem Sohn den Umgang mit seinen Freunden. Nach dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland 1938, verlassen Elsa und ihre Eltern das Land Richtung in die Tschechoslowakei, da sie sich als Juden in Österreich nicht mehr sicher fühlen. Leo und seine Eltern bleiben noch in Wien. Erst als es beinahe zu spät ist, erinnern sie sich an das englische Ehepaar, das beim Kindergeburtstag im Prater eine Rolle gespielt hat, und Leo kann Österreich mit einem der letzten Kindertransporte nach England verlassen. Wir begleiten Elsa, Leo und Max auf ihren dramatischen Lebenswegen. Max und Elsa werden sich im Vernichtungslager Auschwitz wieder gegenüberstehen. Meine Meinung: Autorin Liz Kessler, die ich bis jetzt nicht kannte, schildert in eindringlichen Worten die Lebenswege der drei Freunde. Jeder Lebensweg hat seine Gefahren, seine Höhe- und Tiefpunkte. Leo trifft es, wenn man davon absieht, dass er seine Familie in Wien zurücklassen muss, noch am besten. Er wird zwar in England als Kraut (also als Deutscher) abgelehnt, doch lebt er in Sicherheit. Anders als Elsa, die mit ihrer Familie auch der Tschechoslowakei der Verfolgung ausgesetzt ist und letzten Endes im KZ landet. Das Schicksal von Max ist auf andere Weise höchst dramatisch. Er wird seiner jüdischen Freunde beraubt und von seinem Vater indoktriniert. Er ist de facto haltlos und daher leichte Beute für die NS-Gemeinschaft, die ihm Familie und Freunde ersetzt. Er verschließt sein Innerstes vor den Gräueln des Regimes und versucht zwanghaft, durch Höchstleistungen den Ansprüchen seines Vaters zu genügen. Das Buch ist keine leichte Kost. Besonders die Szene am Ende, in der sich Elsa und Max gegenüberstehen, ist schwer zu ertragen. Der Schreibstil ist intensiv, fesselnd und beschreibt die Ereignisse schonungslos. Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch für Jugendliche unter 14 Jahren geeignet ist, wie angegeben. Vielleicht sollte das Buch in Begleitung Erwachsener gelesen werden. Eine kleine Anmerkung zum Cover habe ich: Das Riesenrad, mit dem die drei Freunde 1936 gefahren sind, hat 30 Waggons gehabt. Hier ist das Riesenrad abgebildet wie es nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut worden. Aus Geldmangel hat man 1947 restaurierte Riesenrad nur mehr mit 15 Waggons bestückt. Und so ist es bis heute geblieben. Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau und Insiderwissen, da ich in der Nähe des Riesenrades aufgewachsen bin. Fazit: Diese Geschichte dreier Freunde, die unter die Haut geht, sollte unbedingt gelesen werden. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Von diesem Buch bin ich ein wenig enttäuscht, habe ich doch Wissenswertes über die äußerst intelligenten Rabenvögel erwartet. Aber, vielleicht hätte ich einen tieferen Blick in die Beschreibung des Inhalts werfen sollen .... Das Buch ist nämlich eine Beschreibung von unterschiedlichen, aber faszinierenden Eigenschaften aus der Tierwelt. So sind jedem Tier nur zwei Seiten gewidmet, von denen ein Teil noch für ein Foto reserviert ist. Von A (wie Apothekerskink) bis Z (wie Zitronenfalter) finden sich zahlreiche Tiere mit ungewöhnlichen Fähigkeiten. Die Texte sind leicht lesbar, und machen Lust, sich für das jeweils vorgestellte Tier mehr zu interessieren. Fazit: Da ich hier etwas anderes erwartet habe, kann ich nur 3 Sterne vergeben.

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Dieses Buch ist gleichzeitig der Ausstellungskatalog jener Ausstellung im Linzer Museum Nordico, das sich ausschließlich mit Künstlerinnen zwischen 1851 und 1951 beschäftigt. Die Ausstellung ist noch bis 26.10.2022 zu sehen. Die Ausstellung ist jenen unerschrockenen Künstlerinnen gewidmet, die sich trotz aller Widerstände nicht entmutigen haben lassen, ihr künstlerisches Talent auszuüben. Zu dieser Zeit, Mitte des 19. Jahrhunderts, war es Frauen nicht erlaubt höhere Bildung zu erwerben oder an den Kunstakademien zu studieren. So blieb es vor allem den Töchtern des Adels und des wohlhabenden Bürgertums vorbehalten, (häuslichen) Unterricht von Privatgelehrten zu erhalten. Selbst das moderne Bauhaus der 1920-Jahren hat die Frauen lieber als Keramikerinnen oder im Textildesign gesehen, als als bildende Künstlerinnen. Mit diesem Buch wird die lokale Kunstgeschichtsschreibung korrigiert und macht deutlich, dass Künstlerinnen nicht nur seit 1851 in der lokalen Kunstszene präsent waren, sondern auch, dass ein reger Austausch zwischen der weiblichen Kunstszene in Linz mit der in Wien, Salzburg, Düsseldorf, München und Berlin bestanden hat. Eine der bedeutendsten Vertreterinnen ist Agathe Schwabenau, der hier mit dieser Ausstellung (und diesem Buch) stellvertretend für die engagierten Frauen ein Denkmal gesetzt wird. Agathe Schwabenau hat zahlreiche Lebenserinnerungen hinterlassen, anhand derer das Leben der malenden Frau im 19. Jahrhundert nachvollzogen werden kann. Der Spagat zwischen Ehefrau, Mutter, Gastgeberin und Künstlerin ist fast nicht zu schaffen. So beschreibt sie, wie sie in Korsett eingezwängt mit selbst gebastelten Bergschuhen der Freiluftmalerei in den Bergen frönt. Wir erfahren einiges über das Leben in den verschiedenen Künstlerkolonien. Immer wieder wurden diese Frauen despektierlich Malweiber genannt. Zahlreiche Fotografien der Werke jener Künstlerinnen, die sich nicht entmutigen haben lassen, zeigen eine breite Palette der Begabungen. Das im Verlag Anton Pustet erschienene Buch ist, wie es sich für ein Buch über Kunst gehört, gediegen verarbeitet. Großformatig, in Leinen gebunden und mit einem Lesebändchen versehen. Lediglich das Cover kommt in den Grautönen etwas unscheinbar daher. Aber, vielleicht fällt es deswegen in der farbenfrohen Fülle von Kunstbüchern auf. Fazit: Eine Hommage an alle jene Künstlerinnen, die sich nicht entmutigen haben lassen. Gerne gebe ich diesem Buch 5 Sterne.

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