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Alle Rezensionen von Winfried Stanzick

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Unter den zahlreichen Büchern, die in diesem Frühjahr, 50 Jahre nach den Ereignissen von 1968, auf dem deutschen Buchmarkt erscheinen, ragt das vorliegende Buch des renommierten Zeithistorikers Norbert Frei auf unterschiedliche Weise heraus. Zum einen ist es ein Buch, das geschrieben wurde von einem Geschichtswissenschaftler, der, 1955 geboren, an den damaligen Ereignissen nicht persönlich beteiligt war. Schon von daher hat er, anders als etwa Götz Aly, Peter Schneider, Gerd Koenen oder Wolfgang Kraushaar, die allesamt mit zum Teil umfangreichen Büchern ebenfalls in den letzten Wochen auf dem Buchmarkt erschienen sind, nicht das Problem, zu erklären, wie er aus heutiger Sicht bestimmte, nach 50 Jahren teilweise totalitär anmutende Erscheinungsformen der Bewegung sieht, und vor allen Dingen seine eigenen Reden und Haltungen damals zu rechtfertigen oder sich von ihnen zu distanzieren. Zum anderen geht es Norbert Frei darum zu zeigen, dass es eine weltweite Entwicklung gewesen ist, die um das Jahr 1968 herum nicht nur jungen Menschen und vor allen Dingen nicht nur Studenten bewegte. Er beschreibt die Anfänge in den USA und widmet sich dann unter der Überschrift Ein deutscher Sonderweg ? der Entwicklung in Deutschland. In diesem Kapitel ist besonders der Abschnitt Kinder der Verdrängung: Die Geburt einer Generation aus dem Geist der NS-Kritik lesenswert, in der der ausgewiesene NS-Forscher Frei beschreibt, mit welchen aus heutiger Sicht teilweise abstrusen Thesen damals operiert wurde. Vor allen Dingen ist dieses Kapitel wichtig, wenn man sich mit den Thesen Götz Alys auseinandersetzen will, der in seinem Buch Unser Kampf geistige Verbindungen zwischen 1933 und 1968 zieht. Weitere Kapitel befassen sich mit der Entwicklung des Protestes in anderen westlichen Ländern, wie Japan und den Niederlanden zum Beispiel und auch mit der Entwicklung im Osten. Denn schon hier werden die ersten Samenkörner gelegt für einen Prozess, der 1989 seinen nur vorläufigen Abschluss fand. 1968 war nicht das Jahr, das alles verändert hat, dazu war bereits zu viel im Gang. Aber nach 68 war fast nichts mehr wie vorher. Und in diesem Sinne war 68 überall . Mit diesen Sätzen beschließt der Autor ein Buch, das besonders den jungen Lesern empfohlen werden kann und allen, die an den fortgesetzten ideologischen Auseinandersetzungen und den Vorwürfen und Rechtfertigungen, die die anderen erwähnten Bücher doch teilweise dominieren, kein Interesse haben, sondern sich einfach informieren wollen, wie es dazu kam, dass sie so leben und so leben können wie sie es heute tun. Ein sehr empfehlenswertes Geschichtsbuch, übersichtlich, leicht verständlich und dennoch mit einem ausführlichen weiterführenden Apparat ausgestattet. Hier liegt es, 10 Jahre nach seinem ersten Erscheinen, in einer aktualisierten und erweiterten Neuausgabe vor.

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Wie schon in Lizzie Dorons dritten ins Deutsche übersetzten Roman Der Anfang von etwas Schönem handelt auch dieser vorliegende, in Israel schon 2002, also vor ihren bisherigen Büchern veröffentlichte Roman verfremdet von ihrer Kindheit im Tel Aviver Viertel Yad Elijahu, einem kleinen, aber geschlossen wirkenden Viertel, in das damals fast nur Überlebende der Konzentrationslager zogen. Schon in ihrer autobiographischen Novelle Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen? hat die 1953 geborene Lizzie Doron von Yad Elijahu erzählt, von ihrer prinzipienfesten Mutter, die über ihre Vergangenheit in den Lagern der Nazis wie so viele andere beharrlich schwieg. Doron hat erzählt von den Aufträgen und Botschaften der Mutter, die wollte, dass die Tochter ihr Leben ganz auf die Zukunft ausrichtet. Dass ihre Tochter sich womöglich für ein Leben im Kibbuz entscheiden könnte, war ihr ein schrecklicher Gedanke. Und doch kam es genauso. Dorons Figuren sitzen in ihren Büchern allesamt wie in einer Falle. So wie sie sie schildert, versucht sie nachzuweisen, dass es keinen richtigen Umgang mit dem Gedenken an die Shoa und ihre Opfer geben kann. Die zweite Generation, aufgewachsen im auch aggressiv vorgetragenen Schweigen ihrer Eltern, hat für ihr ganzes Leben wirksame Beschädigungen erlitten, weil sie ihr Leben nur verstehen können als Trost für die Eltern. Lizzie Doron versucht mit ihren Büchern das Schweigen zu brechen. Es gibt niemand sonst, der in der Lage ist, die widerstrebenden Gefühle der Nachkommen der Überlebenden tiefer und schmerzhafter auszuloten. Man spürt der sensiblen und gelungenen Übersetzung Mirjam Presslers ab, welche unsagbare Anstrengung das Schreiben dieser Bücher für Lizzie Doron bedeutet. Das vorliegende Buch muss sie wohl ganz besonders viel Kraft gekostet haben. Es ist der durch mit vielen Erinnerungen durchtränkte Bericht einer Schiwa, der einwöchigen Trauerzeit der Juden. Elisabeth, das Alter Ego von Lizzie Doron kommt Anfang der neunziger Jahre nach Yad Elijahu zurück. Helena, ihre Mutter, die wir aus den bisher veröffentlichten Bücher im Jüdischen Verlag gut kennen, ist gestorben. Sie hat mit vielen alten Überlebenden der Shoah bis zu ihrem Tod in diesem Viertel gelebt, aus dem die Jungen früher oder später alle weggezogen sind, weil sie die Alpträume ihrer Eltern hinter sich lassen, endlich ein normales Leben führen wollten. Doch viele dieser Kinder, mit denen Elisabeth damals aufgewachsen ist, haben im Jom-Kippur-Krieg ihr Leben verloren. Elisabeth will ihrer Mutter die letzte Ehre erweisen, und bleibt sieben Tage in ihrem Elternhaus. Die beiden uns ebenfalls schon aus den anderen Büchern bekannten Schiwa-Expertinnen Sonia und Genia unterstützen sie dabei. Viele Nachbarn und Bekannte kommen ins Haus und bringen nicht nur Trost mit für Elisabeth, sondern auch ihre Geschichten und Erinnerungen. Indem sie, zunächst etwas widerwillig, dann aber mehr und mehr sich fallen lassend in die tröstende Hülle einer Schiwa, all diesen Menschen zuhört und ihren bewegenden Geschichten lauscht, kehrt die lange für Elisabeth versunkene und verdrängte Welt ihrer Kindheit wieder zurück. Nach dem Ende der einwöchigen Trauerzeit hat Elisabeth eine für ihr weiteres Leben sehr wichtige Erkenntnis: sie, die nie eine andere Verwandte hatte als ihre Mutter, ist doch nicht ohne eine Familie aufgewachsen. Dieses Viertel, das in den fünfziger und sechziger Jahren für unzählige Überlebende eine neue Wohnstatt wurde, in dem sie mehr oder weniger erfolgreich versuchten, sich ein neues Leben aufzubauen, dieses Viertel war einmal ihre Familie. Das wird ihr Kraft geben für ihr weiteres Leben ( und auch für Dorons Bücher). Sonia spürt etwas davon, wenn sie mit jüdischem Witz am Ende des Buches sagt: Die Schiwa war wirklich sehr gelungen, nur schade, dass Helena nicht dabei war. In ihrem Vorwort schreibt Lizzie Doron: Und dieses Land, das mit seinen Toten schon seit vielen Jahren dahinstirbt, ist noch einmal auferstanden. Nur sieben Tagen war es noch einmal da, das unbekannte Land. Das Land, das mir Heimat und Familie war. Und das ist seine Geschichte. Eine bewegende Geschichte aus der zweiten Generation der Überlebenden, die zeigt, dass es immer noch nicht vorbei ist ....

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Im Jahr 2007 veröffentlichte der mittlerweile verstorbene schwedische Schriftsteller Henning Mankell ein nachdenkliches, stellenweise schwermütiges, aber absolut ehrliches Buch mit dem Titel "Die italienischen Schuhe" und zeigte mit ihm und anderen, die in diesem Zeitraum nach dem endgültigen Abschluss seiner Wallander-Reihe erschienen sind, dass er viel mehr kann als engagierte Krimis zu schreiben und als einer der besten Schriftsteller der letzten 25 Jahre in Erinnerung bleibt. Es war ein Buch, in dem der ehemalige Chirurg Frederik Welin sich seiner Schuld und seiner Lebenslüge stellt und am Ende in sein Logbuch notiert: Bis hierher sind wir gekommen. Nicht weiter. Aber bis hierher. Ich schrieb damals am Ende meiner Rezension: "Henning Mankell hat ein stilles, aber nicht minder engagiertes und bewegendes Buch geschrieben über Erfahrungen und Auseinandersetzungen des letzten Lebensabschnittes. Ob junge Menschen, die von seinen Wallanderromanen begeistert waren, die neue Stimme Mankells hören wollen, oder überhaupt können, sei dahin gestellt. Aber wer bereit ist, sich ernst Fragen nach Schuld und Vergebung, Alter und Einsamkeit zu stellen, wird von diesem Roman außerordentlich für sich selbst profitieren." Als er im letzten Jahr mit "Treibsand: Was es heißt, ein Mensch zu sein" nach seiner Krebsdiagnose ein sehr persönliches und ehrliches Buch veröffentlichte, in dem er den Fragen "Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Welche Art der Gesellschaft will ich mitgestalten?" nachging, über Zukunftsfragen reflektierte, auf die Schlüsselszenen des eigenen Lebens zurückblickte und über die Möglichkeiten nachdachte, in dieser Welt ein sinnvolles Leben zu führen, hatte man das für seine letzte literarische Äußerung gehalten. Doch vor seinem Tod erinnert er sich noch einmal an seinen nach einem Kunstfehler gescheiterten Chirurgen Frederik Welin aus "Die italienischen Schuhe" und schreibt eine Art Fortsetzung, die acht Jahre später spielt und auch ohne die Kenntnis des ersten Romans gut verstanden werden kann, zumal Mankell den wieder ich-erzählenden alt gewordenen Frederik Welin immer wieder auf die Geschichte der "italienischen Schuhe" zurückkommen lässt. Frederik Welins Haus in den Schären ist durch eine Brandstiftung vernichtet worden. Was ihm geblieben ist, ist ein Wohnwagen, ein Zelt und zwei ungleiche Gummistiefel. Und ein nunmehr völlig zerstörtes Leben. Lohnt es sich, noch einmal neu anzufangen? Ein alter Mann, der alles verloren hat, was sein schon vorher brüchiges Leben ausgemacht hat, ringt um sein Leben, von der ersten bis zu letzten Zeile. Und er fragt sich: Was weiß ich eigentlich über die Menschen, die mir nahestehen? In seinem Fall seine Tochter Louise, seinen Inselnachbarn Jansson, den mittlerweile pensionierten Postboten und die Journalistin Lisa Modin, die nach dem Brand recherchiert und in die sich Welin verliebt. Was weiß ich über mich selbst? Der ganze Roman ist von der ersten bis zur letzten Zeile einer der ehrlichsten und schmerzhaftesten Selbstreflexionen, die ich je gelesen habe. Als Welin in Paris, wohin er gerufen wurde, weil seine schwangere Tochter Louise dort wegen eines Taschendiebstahls verhaftet wurde, am Telefon erfährt, dass ein weiteres Haus in den Schären in Flammen aufgegangen ist, fährt er nach erfolgreichen Verhandlungen über Louises Freilassung wieder nach Hause zurück. Dieser zweite Brand, der genau wie der erste mit Brandbeschleunigern gelegt wurde, veranlasst die Polizei, die Ermittlungen gegen Frederik Welin, die ihm schwer zu schaffen gemacht haben, einzustellen. Doch wer war es? Wer hat so etwas getan? In den Begegnungen von Frederik Welin mit seiner Tochter, dem Vater des werdenden Kindes, der Journalistin, mit Jansson und anderen Schärenbewohner beschwört Mankell immer wieder die Möglichkeit, aber auch Notwendigkeit menschlicher Nähe angesichts der Einsamkeit, des Alters und dem nahen Tod. Irgendwann erhärtet sich ein bisher unvorstellbarer Verdacht und das Rätsel der Brände scheint gelöst. Doch die Beziehungen der Menschen untereinander bleiben ungeklärt und im geheimnisvollen Dunkel. Fast erwartet man, dass Welin wie am Ende der italienischen Schuhe auch hier sagt: Bis hierher sind wir gekommen. Nicht weiter. Aber bis hierher. Doch er blickt dem eigen Tod ins Auge und sagt nüchtern: "Bald würde der Herbst kommen. Aber die Dunkelheit schreckte mich nicht mehr." Ein lesenswertes, berührendes und unter die Haut gehendes literarisches Vermächtnis. Henning Mankell war ein Schriftsteller, der durch die Qualität seiner verschiedenen Romane zu Lebzeiten sicher den Nobelpreis verdient hätte. Seine Bücher werden noch in Jahrzehnten aufgelegt und gelesen werden. Seine kritische und nachdenkliche Stimme allerdings wird fehlen.

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Dieses Buch aus der durchweg empfehlenswerten Sachbuchreihe Wieso? Weshalb? Warum? für Kinder von vier bis sieben Jahren aus dem Ravensburger Verlag gibt auf insgesamt acht Doppelseiten mit vielen Klappen, die Einblicke ermöglichen und Bewegungen und Abläufe veranschaulichen, eine Einführung in das Leben vieler unterschiedlicher Tiere, ihre Lebensräume, ihre Fortpflanzung, ihr Verhalten. Immer wieder werden lustige Fragen gestellt, wie zum Beispiel, ob ein Faultier wirklich faul ist, ob Tiere lügen können und warum ein Zebra gestreift ist. Ohne dass es in einem der vielen informativen Texte an irgendeiner Stelle ausdrücklich erwähnt würde, vermitteln das Buch und seine wunderbaren Illustrationen einen Eindruck von der Schönheit der Schöpfung und seiner tierischen Bewohner. Es ist eine von Angela Weinhold getroffene Auswahl von Tieren und Lebensräumen (etwa das Riff oder die Tiefsee). Ein Sachbilderbuch für Kinder zwischen vier und sieben Jahren, dem es sehr gut gelungen ist, die Vielfalt des Themas altersgerecht darzustellen, das mit vielen Klappen zum Entdecken und Weiterfragen einlädt.

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Kinder mögen Reime. Mit ihnen antizipieren sie ihre Muttersprache, erweitern ihren Wortschatz und befördern ihre unbegrenzte Phantasie. Kinder mögen Tiere. Nicht zuletzt deshalb finden sich in so vielen, auch klassisch gewordenen Bilderbüchern Tiere als Identifikationsobjekte für Kinder. Etliche Kinder kennen auch in der heutigen, säkular und areligiös gewordenen Welt noch die Geschichte von der Arche Noah, die alle Tiere fasste und vor der großen Flut rettete. Und Kinder lieben lustige Bilder, originell, aber nicht zu abstrakt, farbenfroh gemalt und auch zur Identifikation einladend. Lene März¿, von Barbara Scholz wundervoll illustriertes neues Bilderbuch "Es fährt ein Boot nach Schangrila" vereint alle diese Qualitäten in ganz hervorragender Weise. Dass die Autorin das Buch auch als Zählbuch verstanden wissen will, das den Kindern helfen soll, über die Nummern der Schiffsstege, an denen das Boot auf seinem Weg nach Schangrila Station macht einerseits, und über die Zahl bestimmter Tiere, die an den einzelnen Stationen zusteigen, andererseits die Zahlen von 1-10 aufwärts und von 10-1 abwärts zu lernen, wird beim wiederholten Lesen und Vorlesen so zu Nebensache, dass dieses Zahlenlernen unbewusst vor sich geht. Sehr gut und geschickt gemacht. Und so wird bei jeder Station das Boot voller, und eine Menge lustiger Gesellen ist zu bestaunen und lädt zum Lachen ein. Die Favoriten meines zweieinhalbjährigen Sohnes David sind eindeutig der Specht, der sich zunächst als blinder Passagier auf das Boot schleicht, um dann, zwei Stationen später in den Fluß zu reihern, weil ihm schlecht geworden ist, die Krabben, die den Zebras ins Bein und den Kapitän in die Nase zwicken, und die fünf Koalabären, die sich furchtbar über den Auswurf des Spechtes aufregen und dabei wunderbare Grimassen schneiden. Mehrmals am Tag will er dieses Buch vorgelesen haben, und es hat sich, seit es vor einer Woche ins Haus gekommen ist, zu einem seiner Lieblingsbücher gemausert. Ein wunderschönes Bilderbuch, zu dem man dem Verlag nur gratulieren kann. Mehr von solchen Reimbüchern !

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Til Mette ist einer der bekanntesten Cartoonisten in Deutschland. Nicht nur seine seit 1995 erscheinende wöchentliche Seite Im STERN, sondern auch viele Cartoonbände und Ausstellungen haben ihn einem großen Publikum bekannt gemacht. Auf 128 Seiten und edel aufgemacht zeigen die hier vorliegenden Aufzeichnungen für die moralische Elite mit Geld und gutem Geschmack das Beste aus seinem Schaffen der letzten Jahre. In etlichen Ausstellungen in diesem Frühjahr, werden Teile dieser Werke überall im Land gezeigt. Was bewegt uns aufgeklärte Menschen, was treibt uns an? Und wo entstehen dabei die komischen Momente? Darum geht es Til Mette, der sich schon lange als ein hervorragender Beobachter des Alltags zeigt. Ein Chronist, der lustvoll die peinlichen Momente aufsucht und beleuchtet, der das Abstruse im gut situierten Leben goutiert und es in witzigen bis nachdenklichen Cartoons zu Papier bringt. Dabei sind seine Pointen weder höhnisch noch zynisch, mit feiner Ironie bringt er seine Leserschaft dazu, über sich selbst zu lachen, wenn er ihnen den Spiegel vorhält. Absolut witzig und auf hohem Niveau. Cartoons vom Allerbesten. Wahre Kunst.

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Die Autorin Anna Quindlen gehört in den USA zu den ganz großen Autorinnen, die es nicht nur in die Bestsellerränge der Romanlisten, sondern auch der Sachbuchlisten schafft. Und diese Leidenschaft für zwei unterschiedliche Sparten merkt man den Romanen auch an. Schon als ich den Vorgängeroman "Ein Jahr auf dem Land", komponiert nicht nur als Befreiungsgeschichte einer Frau, sondern auch als Liebesgeschichte mit einem Happyend, 2015 gelesen habe, war ich von dieser Autorin und ihrem Stil begeistert. Erzählt wird die neue Geschichte von der am Anfang des Buches etwa um 1965 herum 11-jährigen Mimi Miller, die zusammen mit ihren Eltern und ihren beiden Brüdern auf der Millerfarm im Millervalley wohnt. Über 200 Jahre schon währt die Tradition dieser Familie, die sich in der unwirtlichen und feuchten Tallandschaft eingerichtet hat und im ganzen Tal bekannt und beliebt ist. Eine schrullige Tante bewohnt ein kleines Haus am Anfang der Auffahrt zur Farm. Mimis Mutter bestreitet als Nachtschwester im Krankenhaus den Hauptteil des Familieneinkommens, während der Vater überall im Tal kleine Reparaturen übernimmt, bis ein Schlaganfall ihn zum Nichtstun verurteilt. Nach und nach erfahren wir von Mimi Details aus dem nur auf den ersten Blick eintönigen Leben der Farmer des Tals und den Beginn der Aufregung über den schon lange von der Regierung geplanten Staudamm, der das Ende alle Häuser und Farmen im Tal bedeuten würde. Mimi ist mit LaRhonda, der Tochter des Dinerbesitzers befreundet, ein Mädchen, das sich im Gegensatz zu Mimi um nichts kümmern muss. Mit dem Jungen Donald, dessen Mutter weit weg wohnt und der immer wieder für lange Monate zu seinen Großeltern ins Tal kommt, verbindet Mimi eine enge Freundschaft, die auch am Ende des Buches, als die Erzählerin schon eine ältere Frau geworden ist, noch überaus lebendig ist. Mimi erlebt, wie der große Bruder als Jahrgangsbester an die Uni geht und später weit weg eine Familie gründet. Sie erlebt erschüttert, wie ihr mittlerer Bruder Tommy, sich zur Army meldet und total zerstört und sich immer weiter selbst zerstörend aus Vietnam zurückkehrt und sie setzt sich im Laufe ihrer Jugend und ersten Erwachsenjahre mit dem geplanten Überflutung des Tals auseinander, deckt Missstände und Betrug der Regierungsstellen auf. Mimi`s Leben ist, je älter sie wird, immer mehr mit diesem Fluten des Tales verknüpft, sei es durch ihren Freund Steven, sei es durch ihr Studium, sei es durch ihre Familie... und letztendlich bleibt diese Verknüpfung bis an ihr Lebensende bestehen. Eine kraftvolle, emotionale Geschichte über eine Familie und eine Dorfgemeinschaft, die sich unabwendbaren Veränderungen stellen muss; über sonnendurchflutete Kindheitstage, Wachstumsschmerzen und die Kunst, sich selbst und eine neue Heimat zu finden. Unsere Jahre in Millers Valley erinnert uns daran, dass der Ort, an dem wir aufgewachsen sind, und die Menschen darin zwar verschwinden mögen, aber in unserem Herzen auf immer weiterleben. Gute und anspruchsvolle Unterhaltung auf hohem erzählerischen Niveau, wie schon bei "Ein Jahr auf dem Land".

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Von New York bis nach Tokio: dieses großformatige Buch des britischen Illustrators James Brown nimmt die ganze Familie mit auf eine Weltreise in einzigartigen Bildern. Denn dieses Buch richtet sich an Kinder und Erwachsene gleichermaßen. James Brown zeigt die Städte und ihre berühmten Wahrzeichen in großformatigen, doppelseitigen Plakaten, auf denen er sehr geschickt Wissenswertes und Kurioses in kurzen Texten verbindet mit außergewöhnlich atmosphärischen Grafiken im Retrostil. Es ist beeindruckend, wie Brown Stimmung, Wahrzeichen und Spezialitäten der Städte einzufangen versteht. Es sind die typischen Farben und Formen, die er wie Elemente eines Steckbriefes einsetzt. Kairo etwa zeigt er als magische Silhouette an einem tiefblauen Nil vor einer gelb aufragenden Pyramide. Tokio wird von einem im Kirschblütenmeer ruhenden Buddha symbolisiert, mit dem schneebedeckten Fuji im Hintergrund und einer roten Sonne am Horizont. London inszeniert der Zeichner unter anderem mit Big Ben, Doppeldecker-Bus, Tower Bridge und Dauerregen; weiße Linien auf blauem Hintergrund. Als Reiseführer dienen die im Retrostil gehaltenen Illustrationen sicher nicht. Aber sie sind zum schön, setzen Wesentliches originell in Szene, und Fernweh wecken sie allemal!

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Mit ihrem Fabelwesen Smon Smon, das auf dem Planeten Gon Gon lebt, hat die mehrfach preisgekrönte Illustratorin Sonja Danowski eine Bilderbuchfigur und ein feinsinniges Universum in einen zauberhaften Bilderbuch geschaffen, das die kleinen Betrachter dieses Buches in eine fantastische Bilder- und Sprachwelt entführt, in der sie schnell eintauchen und sich auf eine ungewöhnliche Art wohlfühlen werden. Das Smon Smon lebt auf dem Planeten Gon Gon. Morgens hängt das Smon Smon sein letztes Ron Ron neben sein Won Won und schwimmt in einem Ton Ton davon. Mit einer wundersamen und absolut ungewöhnlichen Sprache beginnt die Geschichte des puppenhaften Wesens Smon Smon, die in einem vollkommen fantastischen Raum spielend, das zunächst in eine große Not gerät am Ende doch auf wundersame Weise sein ganz persönliches Glück findet, als es auf sein Ebenbild trifft und eine wunderbare Freundschaft ihren Anfang nimmt. Es geht in erster Linie um die Darstellung einer fantastischen Welt und darum, den Reichtum unsere Sprache bewusst zu machen. Denn das lieben Kinder ganz besonders, wenn sie für fremde Dinge eigene Begriffe zulassen und erfinden können. Von dieser, mit vielen Doppel-worten ausgestatteten Sprache werden die Kinder ebenso bezaubert und begeistert sein, wie von der magischen Welt, in die sie die Künstlerin Sonja Danowski mit ihren Bildern entführt. Eine zarte und fein gesponnene Geschichte über Zusammenhalt und Freundschaft. Absolut preiswürdig.

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"Das Anderssein des Anderen als Bereicherung des eigenen Seins begreifen; sich verstehen, sich verständigen, miteinander vertraut werden, darin liegt die Zukunft der Menschheit." Diese weisen Worte des Pädagogen Rolf Niemann hat Franziska Meiners als eine philosophische Überschrift über ihre von ihr selbst ausgewählte, nacherzählte und auch illustrierte Sammlung von sechs arabischen Volksmärchen gestellt. Sie entführt mit diesen Geschichten Erwachsene und Kinder ab etwa dem Grundschulalter in die faszinierende Welt des Morgenlandes. Die magischen Geschichten erzählen von dem Geist aus der Flasche, einem verzauberten Prinzen und einer geheimnisvollen Meerjungfrau. Zauberhafte an Holzschnitte erinnernde Illustrationen geben dem Buch eine ganz eigene Note und präsentieren es in einem schönen Design. Die Mitmachseiten im Anhang liefern zum einen kindgerechte Informationen zum Orient, zum anderen gibt es tolle Märchenmotive zum Selbstausmalen. Das Buch und seine Geschichten können Kindern und Erwachsenen bei der gemeinsamem Lektüre oder Vorlesen einen authentischen Eindruck von einer Kultur vermitteln, von der in diesen Zeiten schon Kinder lernen, dass sie angeblich mit der unseren nicht vereinbar sei. Das Anderssein des Anderen als Bereicherung des eigenen Seins begreifen - zu dieser großen Menschheitsaufgabe können Bücher wie das vorliegende einen wichtigen Beitrag leisten.

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