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Alle Rezensionen von Vorleser

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Inhalt: Wir befinden uns überwiegend in Auckland, Neuseeland, das von Vulkanausbrüchen bedroht wird. Nur die Magier und ihre Quellen können die Naturkatastrophen aufhalten, aber es gibt viel zu wenige Magier. Liliana ist eine angehende Magierin, und sie, sowie alle anderen jungen AnwärterInnen werden ins kalte Wasser geworfen um eine Katastrophe ungeheuren Ausmaßes zu verhindern, denn die erfahrenen MagierInnen sind zu Einsätzen anderswo. Liliana hat allerdings ein Problem: ihre Quelle gibt ihr nicht die Magie, die sie braucht, sondern sträubt sich dagegen. Sie reagiert wie ein trotziges Kleinkind und behandelt ihre Quelle sehr mies -- aber sie stößt nicht an damit, halten die Magier sich doch für etwas Besseres. In der zweiten Ebene haben wir die Magierin Adara und Seth, einen Wächter. Adara ist verzweifelt, wurde ihre Quelle doch als Verräter gebrandmarkt und verbrannt. Sie fliegt nach Rom, um herauszufinden, wie sie ihre Quelle zurück ins Leben bringen kann. Sie findet ein paar Antworten, aber sie wird überwacht und kann nicht so handeln, wie sie möchte. Am Ende muss sie eine wichtige Entscheidung treffen. Meine Meinung: In ihrem Buch Sternensturm - Das Herz der Quelle nimmt uns Alana Falk mit ins Neuseeland der Jetzt-Zeit, die allerdings eine Besonderheit aufzuweisen hat: es gibt Magie und Magier. Die Magier können ohne ihre Quellen keine Magie wirken, und darum ist der Prozess der Verbindung zwischen Magier und Quelle sehr bedeutend. Diese Idee ist neu, denn Magier und Quelle müssen zum erfolgreichen zaubern so eine Art Symbiose eingehen. Dass das nicht immer so problemlos funktioniert, ist ein Thema des Buches. Natürlich gibt es eine Menge anderer Probleme und dadurch ist das Buch spannend und unterhaltsam. Es ist flüssig geschrieben und liest sich gut. Den einen oder anderen Punkt konnte man vermuten, aber insgesamt war die Geschichte nicht vorhersehbar und wartete bis zum Schluss mit Überraschungen auf. Die Charaktere haben ihre Ecken und Kanten und entwickeln sich, nicht zuletzt dadurch, dass sie aufeinander angewiesen sind. Auch die Nebenfiguren sind gut beschrieben und interessant. Eine Fortsetzung ist geplant, aber das Buch kann ohne Probleme als Standalone gelesen werden, da alles aufgelöst wird, wobei es natürlich noch genügend Aspekte gibt, die in einem Nachfolgeband aufgegriffen und erläutert werden können. Ein vorzügliches Jugendbuch das Spaß gemacht hat. Vielen Dank an Arena für das Rezensionsexemplar.

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Inhalt: In dem Roman: Die Tochter des Fechtmeisters, geht es unter anderem um die verschiedenen Fechtbruderschaften im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, und um die Glaubensstreitigkeiten während der Herrschaft Kaiser Rudolph II. Der Weg der Protagonisten führt von Rostock nach Frankfurt und Prag, wo es zum Showdown kommt. Clarissa ist die Tochter eines bekannten und geachteten Fechtmeisters. Da sie das einzige Kind ist, hat sie frühzeitig fechten gelernt. Damals wurde noch überwiegend mit dem Schwert gefochten, das leichtere Rapier kam erst später auf. Clarissa muss sich ihrer Haut erwehren als ihr Vater ermordet wird. Sie macht das ganz gut, hat aber auch Hilfe auf ihrem weiteren Weg, der sie letztendlich nach Prag führt, denn sie muss versuchen, den Mord an ihrem Vater aufzuklären. Die Situation ist überall im Reich bedrohlich, denn es ist eine religiöse Verschwörung im Gange, und Clarissa und ihre Freunde sind mittendrin. Meine Meinung: Sabine Weiß ist ein großartiger historischer Roman gelungen. Es gelingt ihr meisterlich, die verworrenen politischen und religiösen Verhältnisse der Zeit aufzudröseln und in eine spannende Geschichte einzubinden. So entsteht ein plastisches Bild der Verhältnisse im heiligen römischen Reich des beginnenden 17. Jahrhunderts. Die Charaktere sind durchweg facettenreich, und sie machen eine Entwicklung durch. Natürlich entstehen dabei ein paar Längen, aber ich empfand sie nicht als störend, einzig die ganzen Fechtbegriffe habe ich überflogen, mit denen konnte ich nichts anfangen, aber für jemand, der sich mit der Materie auskennt, steigern sie vermutlich die Authentizität. Die Sprache ist gut, der Schreibstil flüssig. Es gibt ein paar Nebenstränge, wo ich denke, die Autorin ist ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen, und die mich nicht überzeugen konnten, aber insgesamt liegt mit Die Tochter des Fechtmeisters ein Roman vor, der dem Genre Historischer Roman alle Ehre macht, und mir eine Zeit nahe gebracht hat, mit der ich mich vorher nicht wirklich beschäftigt hatte. Ich kann diesen Roman jedem Liebhaber des Genres sehr empfehlen, und auch wenn man nicht unbedingt ein Freund historischer Romane ist, dürfte man seine Freude daran haben. Vielen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Manuskriptes, und an Sabine Weiß für die Begleitung der Leserunde.

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Inhalt: Ein irrer Mörder macht das Rheinland unsicher. Seine Opfer und Mordmethoden sind so unterschiedlich, dass die Polizei anfangs keinen Zusammenhang sieht. Erst Profiler Brock meint zu erkennen, dass die Taten einem bestimmten Muster folgen: dem Vorbild des berüchtigten Zodiac Killers aus den USA der 60er Jahre. Er und das Ermittlerteam der Kripo Köln machen sich auf die Suche Diese Rezension bezieht sich auf alle vier Bücher der Serie, denn jeder der vier Teile für sich allein ergibt absolut keinen Sinn, nur alle vier zusammen ergeben ein Ganzes. Meine Meinung: Mit Die Akte Zodiac` legt Linus Geschke einen spannungsreichen Roman vor. Warum ein Buch in vier Teile zerschnitten wurde, weiß vermutlich nur der Verlag. Als Käufer hätte ich die Finger davon gelassen, denn ich hasse Cliffhanger und die Tatsache, dass kein Teil für sich alleine stehen kann. Ich hatte jedoch das Glück, dass der Edel Verlag mir die vier Teile zur Rezension zur Verfügung stellte, wofür ich mich bedanken möchte. Von dem merkwürdigen Format mal abgesehen, hat der Roman alles, was man von einem guten Thriller erwarten kann. Die Hauptcharaktere sind gut ausgearbeitet, auch wenn sie nicht alle wirklich sympathisch sind. Auch die Nebendarsteller bleiben nicht farblos; und in all das ist die Geschichte des original Zodiac Killers geschickt eingewoben. Als Leser ist man ebenso ahnungslos wie die Polizeibeamten Eva und Oliver; nur der Profiler Brock ist einen Schritt voraus. Sowohl die ursprünglichen Zodiac Morde, als auch die Copykills, die Eva, Oliver und Brock untersuchen, sind spannend, desgleichen die Interaktion des Ermittlerteams, denn es läuft nicht alles so reibungslos, wie es wünschenswert und förderlich wäre: Animositäten und mangelndes Vertrauen lenken die Protagonisten mitunter etwas von ihren Zielen ab. Als Leser bleibt man aber die ganze Zeit bei der Stange, auch wenn das Buch kein hohes Tempo hat. Letztendlich rauft sich das Team zusammen, da sie einander brauchen, wollen sie auch nur einen Hauch einer Chance haben, das Verbrechen aufzuklären. Ich hatte bis zum Schluss keine Ahnung wer der Killer ist; nur bei einem Protagonisten lag ich mit meiner Vermutung richtig. Die Auflösung hat mich überrascht, aber nicht 100% überzeugt, was natürlich daran liegen mag, dass mein Vorstellungsvermögen einfach nicht ausreicht. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Ein solider Thriller den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

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Inhalt: Lilli Marlene fährt anlässlich ihres 10. Hochzeitstages mit ihrem Mann nach Paris. Sie hat vor Jahren dort gelebt und Kunstgeschichte studiert, während ihr Mann Paris nichts abgewinnen kann. Mit ihrer Ehe steht es nicht zum Besten, auch wenn beide sich anfangs Mühe geben, wieder zueinander zu finden. Als Lilli Marlene in einem Museum das Bild einer Frau entdeckt, die ihr verblüffend ähnlich sieht, möchte sie mehr herausfinden. Jean Louis hält das für Spinnerei, und die beiden driften immer mehr auseinander. Meine Meinung: Dies ist ein wundervolles Buch über die Jugend, Das Erwachsenwerden, das Erwachsensein und die damit verbundene Sehnsucht nach der Unbeschwertheit der Jugend, aber auch über Initiation, sich lösen vom Elternhaus, sich als Frau zu behaupten, über die Liebe -- und über die Résistance in Frankreich. Es gibt zwei Zeitebenen, sowie zwei Frauen auf der Suche nach ihrer Unabhängigkeit, auch wenn das Lilli Marlene lange nicht klar wird. Vianne, die Frau auf dem Bild, rennt in jungen Jahren von zuhause weg. Das Leben in einem kleinen Dorf, mit sehr konservativen Eltern, schnürt sie ein. Sie geht nach Paris, und wir folgen ihr durch alle Höhen und Tiefen die sie im Paris der 30er und Anfang der 40er Jahre durchlebt. Die Atmosphäre der Stadt ist sehr gut eingefangen, sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart. Wer wie ich schon jemals für ein paar Tage am Stück in Paris war, wird es sicher wiedererkennen, jedenfalls ging es mir so, und jetzt habe ich Sehnsucht nach der Stadt, obwohl sich in den fast 30 Jahren, seit ich zuletzt dort war, sicher eine Menge verändert hat. Im Buch erkannte und fand ich das Paris wieder, das ich als junge Frau erlebt und geliebt habe, wenngleich ich immer nur als Touristin dort war und nie dort gelebt habe. Ich könnte die Atmosphäre dieser Stadt nicht beschreiben, aber der Autorin gelingt dies mühelos. Natürlich geht es nicht nur um Paris, sondern auch um die Selbstfindung und Selbstverwirklichung zweier Frauen aus sehr verschiedenen Zeitepochen. Die Geschichte ist sehr berührend, und die historischen Fakten sind erschreckend und erinnern einmal mehr an die furchtbare Zeit des zweiten Weltkrieges. Lilli Marlenes Geschichte ist traurig und hoffnungsvoll zugleich, zudem sehr überzeugend. Man kann dem obigen sicher entnehmen, dass ich das Buch geliebt habe, und ich kann es jedem empfehlen, der gerne historische Romane liest, aber nicht von der Aufzählung von Fakten erschlagen werden möchte. Die Fakten sind untrennbar mit der Geschichte verbunden; man durchlebt Viannes Zeit mit ihr, und erfährt die Fakten so praktisch nebenbei. Ein absolutes Muss für jeden Parisliebhaber, Fan historischer Romane, und jeden, der einfach gerne gute Literatur liest. Vielen Dank an atb für das Rezensionsexemplar.

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Inhalt: Jona ist ein 17-jähriger Geek der mit großem mathematischen und technischen Wissen aber defizitärem Sozialverhalten. Als er ein Stipendium an einer Elite Uni erhält ist er aufgeregt, wenngleich er auf Wunsch seiner Eltern bei einer Familie leben soll, da sie ihm nicht zutrauen, mit seinen Kommilitonen klar zu kommen. Jona entspricht anfangs den Erwartungen seiner Eltern und fällt an der Uni direkt unangenehm auf, obwohl er sich Mühe gibt, sich in das Familienleben einzufügen. Die Familie wirkt anfangs spießig, aber nach und nach wird sie immer unheimlicher. Jona fühlt sich bald bedroht und ausspioniert, dabei ist er derjenige, der alle anderen ausspioniert, und zwar mit seiner Drohne Elanus. Zum Glück hat er es geschafft, doch ein paar Freunde zu finden, aber kann er sich auf die verlassen? Meine Meinung: Wie in ihren anderen Büchern schafft es die Autorin auch hier, eine bedrohliche, geheimnisvolle Atmosphäre herzustellen, und zwar mit einfachsten Mitteln. Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit über aufrecht erhalten, der Leser wird immer tiefer in die Geschehnisse hineingezogen. Ich muss zugeben, dass es mir nicht leicht fiel, mich in Jona hineinzuversetzen, erstens bin ich aus dem Alter längst raus, zweitens bin ich kein Junge, und drittens bin ich kein Wunderkind. Im richtigen Leben könnte ich mir so einiges nicht vorstellen, was im Buch beschrieben wird, aber bei Fiktion ist mein Maßstab doch wesentlich großzügiger, und wenn man sich darauf einlässt, ist alles irgendwie schlüssig. Jona schießt eben ständig hoch über das Ziel hinaus, aber das ist stimmig mit dem Charakter, den er darstellt. Die Lösung war vollkommen überraschend. Man hatte zwar die Vermutung, dass eine bestimmte Sache mit allem zusammenhing, aber keinen Schimmer wie, und warum. Die Charaktere der Hauptdarsteller werden gut beschrieben, und sie alle machen eine Entwicklung durch, insbesondere Jona, der es auch am nötigsten hat. So ist er einem am Schluss nicht mehr ganz so unsympathisch wie am Anfang, aber Lieblingspotential hat er nicht. Wer nach einem spannenden Jugendbuch sucht kann hier bedenkenlos zugreifen.

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Inhalt: Gustav wächst in einer lieblosen, von Armut geprägten Kindheit auf. Sein einziger Lichtblick ist sein Freund Anton und dessen Familie. Gustav lernt früh, sich zu beherrschen, denn das bläut seine Mutter ihm beständig ein. Er wächst zu einem genügsamen, freundlichen, mitfühlenden Mann heran der selbst keine Zuneigung erfährt, außer einmal kurz von einem englischen Gast. Meine Meinung: Das Buch ist bedrückend, denn Gustav ist sympathisch, und man wünscht ihm auch einmal Glück in seinem Leben, aber die Umstände sind gegen ihn. Seine Mutter ist gefühlskalt und erwartet von Gustav, dass er sich wie ein Erwachsener verhält. Seinen Vater kennt er nicht, da dieser verstarb als Gustav noch ein Säugling war. Die Mutter hebt den Vater auf ein Podest, aber eigentlich war er nur ein (meist) guter Mensch, der zu der falschen Zeit am falschen Ort lebte. Überraschend für mich waren die Fakten über die Schweiz. Aufgrund ihrer bedrohlichen Lage während des zweiten Weltkrieges traf die Schweizer Regierung ein paar sehr fragwürdige Entscheidungen. Außerdem waren alle so paranoid, dass auf 100% Bewohner 114% Bunkerplätze kommen. Dass die Schweizer von Nationalstolz erfüllt sind habe ich schon mehrmals bei Besuchen des Landes erlebt, da ist es irgendwie beruhigend zu wissen, dass auch sie moralischen Dreck am Stecken haben, wie in dem Buch deutlich wird. Es ist kein actiongeladenes Buch, die Geschichte scheint streckenweise vor sich hinzuplätschern, und große Zeiträume werden immer wieder übersprungen. Trotzdem ist die Lektüre fesselnd, wenngleich die Autorin die eine oder andere Antwort schuldig bleibt. So wird zum Beispiel ein Charakter eingeführt der einen um Gustav bangen lässt -- nur um danach in der Versenkung zu verschwinden. Es liegt ein Beziehungsgeflecht vor, und keine dieser Beziehungen wirkt sich langhaltig positiv auf Gustav aus, was sehr traurig ist. Glücklicherweise schafft sich Gustav eine Umgebung, in der er weitgehend glücklich ist -- würden nicht immer wieder Leute von außen einbrechen und ihm sein Unglück vor Augen führen. Die Sprache ist gut, scheint aber der Zeit in der die Geschichte spielt nicht immer angemessen. Möglicherweise ist das aber auf die Übersetzung zurückzuführen, den Originaltext hatte ich leider nicht vorliegen. Rose Tremain gelingt es, den Leser an Gustavs Geschichte teilhaben zu lassen. Ich finde den Originaltitel (The Gustav Sonata) eigentlich sehr viel treffender und aussagekräftiger als den deutschen Titel, habe aber vor langem aufgehört, mich über die deutsche Titelwahl zu ärgern -- wundern tue ich mich dennoch oft. Trotz der traurigen Handlung ist es keine schwer verdauliche Lektüre, aber sie regt zum Nachdenken und Nachforschen an.

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Inhalt: Es geht um die Frauen der sephardischen Familie Emoza im zerissenen und umkämpften Jerusalem. Merkada eröffnet den Reigen, und ihre Großenkelin Gabriela beschließt ihn. Die Schicksale der Frauen ähneln sich irgendwie, denn keine findet Liebe und Erfüllung in ihrer Ehe. Ein Fluch scheint auf den Ehen der Frauen zu liegen. Wird es Gabriela gelingen, diesen Bann zu brechen? Meine Meinung: Im Zuge einer Postleserunde bekam ich ein kostenloses Rezensionsexemplar dieses wundervollen Romans. Die Geschichte fängt mit Gabrielas nüchterner und mitleidloser Beschreibung der Krankheit und des Todes ihrer Mutter Luna an. Nach und nach erfahren wir die Lebensgeschichte Lunas, ihrer Mutter Rosa, und deren Schwiegermutter Merkada (obwohl wir von Letzterer am wenigsten erfahren). Merkada entpuppt sich als mitleidlose Intrigantin, die nicht nur ihren Sohn, sondern auch ihre Schwiegertochter ins Unglück stürzt, was zur Folge hat, dass auch deren Tochter Luna unglücklich ist, und auch ihre Enkelin Gabriela ficht einen Kampf mit ihrer Mutter aus. Der Kampf und die Hoffnungslosigkeit der Frauen wird reflektiert im Kampf Israels um seine Unabhängigkeit. So wie das Land und die Leute in ständige Kämpfe, Anschläge, Verfolgungen und Verleumdungen verstrickt ist, sind es die jeweiligen Frauen der Familie Ermoza, wobei es ihren Ehemännern nicht unbedingt viel besser ergeht, denn auch sie sind Opfer der äußeren Umstände und Traditionen. Die Zerrissenheit und Hoffnungslosigkeit kommen gut herüber, vermutlich, weil sie jeweils gespiegelt sind. Letztendlich kann man die äußeren und inneren Kämpfe nicht voneinander trennen. Vom Klappentext ausgehend hatte ich eigentlich ein Buch mit Lokalkolorit erwartet: über das Delikatessengeschäft, den Markt, Gebräuche und Traditionen. All dies wird bedient, aber es ist immer überschattet von Krieg und Tod, und von daher ist es keine leichte Sommerlektüre, die man mal so nebenbei lesen kann. Es ist ein großartiges Buch das zum Nachdenken anregt und dabei etwas von der wechselvollen Geschichte des neuen Staates Israel vermittelt. Es zeigt außerdem, dass es neben den Ultra-Orthodoxen noch diverse andere jüdische Glaubensrichtungen gibt, wie zum Beispiel die Sepharden, oder die Aschkenasen, schließlich sind die Juden überall auf der Welt vertrieben worden, aber sie alle hatten ihre speziellen Gebräuche, und eine Vermischung wurde abgelehnt, was sehr schön zeigt, dass die Leute nicht miteinander auskommen, selbst wenn sie die selbe Religion haben, und dass Vorurteile überall einem friedlichen und glücklichen Miteinander im Weg stehen. Eine lohnenswerte Lektüre für die man sich Zeit nehmen sollte.

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Inhalt: Nina, eine erfolgreiche Auslandskorrespondentin, kommt im Sommer 2010 nach Borkum um sich zu erholen. Als Jugendliche hat sie einen unvergesslichen Sommer dort verbracht, und die Vergangenheit holt sie nahezu auf Schritt und Tritt ein. Sie ist bei Tant Theda einquartiert, desgleichen ihre Nichte Rosalie, die Material für ihre Examensarbeit sammelt. Rosalie macht Ninas Zeitreise als aufmerksame Zuhörerin mit. Derweil plagen Tant Theda ganz andere Sorgen, denn für sie ist die Zeit nicht stehengeblieben. Meine Meinung: Schon das Cover verspricht uns Sommer, Sonne, und Wasser, und davon bekommen wir denn auch genug. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, und besonders die des Jahres 1967 war für mich wie eine Reise in meine Kindheit und Jugend. Ich war noch nie auf Borkum, war noch nicht mal in Ostfriesland, aber trotzdem gibt es unglaublich viele Parallelen zur Nordseeküste Schleswig-Holsteins, wo ich aufgewachsen bin. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, passend zu der vorherrschenden Stimmung; es gibt aber durchaus auch nachdenkliche, traurige Ereignisse. Man erfährt etwas über Borkum und die Frauengestalten, die ihre Spuren hinterlassen haben. Sylvia Lott ist es wieder einmal gelungen, die Atmosphäre zum Greifen nahe darzustellen. Man möchte sofort seine Koffer packen und auf Borkum Urlaub machen. Wem das nicht vergönnt ist, der braucht nur in dieses Buch einzutauchen, schon ist er/sie auf Borkum, trinkt Tee mit Kluntjes und isst Thedas Krintstuut. Das Letztere kann man tatsächlich tun, denn im Anhang des Buches finden sich drei Rezepte -- jeweils die Lieblingsvariante der drei Protagonistinnen. Mit Ninas Rosinenstuten kommen auch Veganer auf ihre Kosten. Das Buch ist Urlaub im Kopf, und absolut empfehlenswert für die kleine Auszeit die jeder einmal braucht.

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Inhalt: Mini möchte nichts lieber sein als ein typischer Teenager. Im Freundeskreis gelingt ihr das auch, nicht so jedoch in ihrer Familie, oder im Chinarestaurant, welches ihr Vater betreibt. Als dieser ins Krankenhaus kommt, muss Mini das Restaurant führen und sich gleichzeitig um ihren Onkel kümmern, der zu Besuch aus Australien angereist ist. Dabei ist Mini frisch verliebt und würde sich am Liebsten nur um Bela kümmern - so heißt der Junge ihrer Träume. Meine Meinung: Es ist gar nicht so einfach den Inhalt zusammenzufassen ohne zuviel Preis zugeben. Mini hat mit diversen Problemen zu kämpfen, und zwar von allen Seiten. Die Deutschen können es nicht verstehen, dass Mini so gar keine Erinnerung an ihre Flucht aus Vietnam hat (dabei war sie erst drei Jahre alt als ihr Vater mit ihr floh), und dass sie auch nicht übermäßig daran interessiert ist. Sie lebt aber im Hier und Jetzt, und ist ein ganz normaler Teenager mit all den Problemen die das mit sich bringt. Als ihr Onkel (der ältere Bruder ihres Vaters) zu Besuch kommt, ist dieser empört dass Mini weder die chinesische Sprache beherrscht, noch etwas über die Kultur oder ihre Vergangenheit weiß. Ungerechterweise lastet er das Mini an, obwohl doch ihr Vater ganz offensichtlch versäumt hat, Mini diese Dinge zu vermitteln. Ihr Vater hat aber anscheinend seine Vergangenheit verdrängt -- jedenfalls ist er anfangs nicht zu glücklich, dass sein Bruder das alles wieder aufrührt. Nach einem Herzinfarkt und einem weiteren Zusammenbruch kommt Minis Vater ins Krankenhaus, und jetzt hat Mini plötzlich das Restaurant und die beiden Mitarbeiter am Bein (von Onkel Wu ganz zu schweigen). Mit Bao, dem Koch, streitet sie sich, erfährt dann aber von ihm so einiges über die Flucht. Der andere Mitarbeiter, Ling, hat keine Arbeitsgenehmigung. Das Restaurant läuft sehr schlecht, ich habe mich das ganze Buch über gefragt, wie es überhaupt laufen kann, denn Geld kommt wenig herein. Anscheinend bekommen Bao und Ling fast kein Geld, und es gibt diverse offene Rechnungen, wie Mini erfährt als sie die Post öffnet. Es gibt diverse Verwicklungen, und wir Deutschen bekommen einen Spiegel vorgehalten, die Chinesen aber auch. Die Situationskomik die sich aus dem Aufeinanderprallen zweier so verschiedener Kulturen ergibt ist wundervoll beschrieben. Überhaupt vereint der Roman diverse Genres sehr gelungen: es ist ein bisschen eine Komödie, ein Bildungs- und Entwicklungsroman. Es gibt hier keinen vorgehaltenen Zeigefinger, keine Vorwürfe oder dergleichen, trotzdem erfährt man eine Menge, und wer ehrlich ist, wird sich selbst wiedererkennen. Es gibt eine Szene in einem noblen Café-Restaurant die urkomisch ist, gleichzeitig aber aufzeigt, wie verschieden die Kulturen sind -- etwas, das auch durch die Sprache erklärt wird, denn es sind oft chinesische Worte eingestreut, die erklärt werden und das Buch und die Leser bereichern. Oft sind es Kleinigkeiten, die die Unterschiede ausmachen, wie zum Beispiel, dass schmatzen und schlürfen hier verpönt ist. Und auch wenn ich weiß, dass dies (und ausspucken) in China zum guten Ton gehört, finde ich es unangenehm. Zum Glück beruht das auf Gegenseitigkeit, und wir haben viele Eigenschaften, die für einen Chinesen unangenehm oder zumindest absonderlich sind. Mini durchleidet all diese Situationen. Besonders schlimm wird es, als ihr Onkel Minis Schwarm Bela mit einbezieht. Mini schämt sich eh schon wegen ihres Pickels, ihrer Klamotten, und überhaupt, und dann muss Bela auch noch das Essen mit Wu, Bao und Ling einnehmen. Eine Katastrophe, zumindest in Minis Augen. Sie fürchtet, dass dies alles Bela endgültig vertreiben wird, zumal sie vermutet, dass er nicht aus einem derart ärmlichen Elternhaus kommt wie sie. Es hat mir großen Spaß gemacht, auf diese leichte und humorvolle Weise einen Spiegel vorgehalten zu bekommen, und wie Mini habe auch ich eine Menge Stoff zum nachdenken bekommen. Ein sehr vergnügliches Buch mit Biss das man unbedingt lesen sollte.

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Inhalt: Wir befinden uns im 12 Jahrhundert A.D. Irland, die `Grüne Insel ist zersplittert. Diverse kleine Könige kämpfen um Territorien und Macht, der Hochkönig kann sie nicht befrieden. Die alte und die neue Religion prallen genauso aufeinander wie die sehr verschiedenen Persönlichkeiten denen wir in diesem Roman begegnen. Egal ob Männlein oder Weiblein, jede/r hat so seine eigenen Motive und Ideen, da ist es für einen Feind von außen ein Leichtes, das Land zu unterwerfen. Meine Meinung: Als ich den Klappentext las, war ich sofort interessiert. Irland hat eine sehr wechselvolle Geschichte die bis zur Jetztzeit reicht; ein Teil der Insel ist schließlich immer noch von England annektiert. Mein Gefühl sagte mir, dass der Grundstein hierzu schon sehr früh gelegt wurde, und ich wollte mehr darüber erfahren. Was die historischen Fakten anbelangt wurde ich nicht enttäuscht. Die Autorin hat sehr ausgiebig recherchiert und ihre Ergebnisse mal mehr, mal weniger gelungen einfließen lassen. Einerseits ist die Liebe zum Detail eine Bereicherung, da wir sowohl etwas über den Glauben, die Gebräuche, die Nahrung, Kleidung und überhaupt den Alltag erfahren. Andererseits hat das Buch zum Teil deutliche Längen wenn es darum geht, die verzwickten politischen Zusammenhänge aufzuzeigen. Insgesamt also lesenswert, trotzdem habe ich mich sehr schwer getan, das Buch bis zum Ende zu lesen. Das lag einerseits an den Charakteren, die zwar mehrschichtig sind, aber denen so vollkommen jegliche liebenswerte Eigenschaft fehlt. Das finde ich schade, denn wenn auch die äußeren Umstände sehr schwer waren, denke ich doch nicht, dass jeder nur vollkommen egoistisch war und sich nicht um seine Mitmenschen geschert hat. Im Buch hat jeder lediglich das eigene Überleben im Auge (was natürlich verständlich und nicht verwerflich ist), und sie alle gehen dafür über Leichen. Es kommt auf 950 Seiten fast überhaupt nicht vor, dass mal jemand einem Mitmenschen hilft ohne direkt auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. Die Charaktere sind nicht nur äußerlich widerlich und hässlich, sondern auch innerlich. Das fand ich schon schwer verdaulich, aber was mir das Lesen so erschwert hat, ist die Sprache. Diese ist ausschließlich von Gewalt geprägt, und fast alles hat eine sexuelle Komponente, wobei auch die Sexualität fast ausschließlich von Gewalt geprägt ist. Ich habe versucht mich davon zu überzeugen, dass die Sprache der beschriebenen Situation angemessen ist, aber es ist mir nicht gelungen. Nein, ich weiß nicht wie die Menschen damals geredet haben, aber ich hatte das Gefühl, dass die Autorin hier viel zu dick aufgetragen hat und weit über das Ziel hinausgeschossen ist. Für mich hat es den Lesegenuss entscheidend getrübt, und ich war froh, als ich das Buch nach Beendigung zuklappen konnte. Diese Sprache, die in so ziemlich jedem Satz Gewalt ausdrückt, ist so gar nicht mein Ding, aber wer zum Beispiel Game of Thrones mag wird dieses Buch sicher lieben.

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