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Alle Rezensionen von ikatzhorse2005

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Heimat ist ein Sehnsuchtsort ein Roman von Hanni Münzer (Pendo Verlag/Piper Verlag) Annemarie beugte sich vor und strich ihm über die Wange. Ich weiß. Wenn du wärst wie die anderen, hätte ich dich nicht genommem. ... Vom ersten Augenblick an ist es Liebe, was Laurenz für Annemarie empfindet. Wie wäre ihr beider Leben verlaufen, wenn Laurenz selbst hätte entscheiden können? Nach einem Schicksalsschlag kehrt er im Spätsommer 1928 mit seiner Liebsten zurück auf den elterlichen Hof nach Petersdorf in Schlesien. Bauer sein, eine Aufgabe, die er nie wollte. Doch er fügt sich und findet das Glück zusammen mit seiner Frau und den beiden Töchtern Kathi und Franzi. .... Wenn im Frühling neues Leben erwachte und die ersten Blüten aufbrachen, wenn sich im Scheunenstroh ein Wurf Kätzchen regte und auf den Weiden die Lämmer und Fohlen ihre ersten Bocksprünge vollführten, dann... Diese Idylle wird durch die aufkeimende Macht der Nazis und die damit verbundenen dramatischen Veränderungen schleichend durchbrochen. Mit der Bedrohlichkeit des Krieges beschleunigt sich die Spannung zunehmend. Hanni Münzer entfaltet eine mitreißende Familien- und Liebesgeschichte vor dem weltpolitischen Geschehen dieser Zeit. Geschichtliches Einordnen durch eingeflochtene, rückblickende, familienbedingte Erlebnisse erleichtern das Lesen ohne aufgesetzt zu wirken. Der angenehme, deutliche Schreibstil ist in einer bildhaften, detailreichen Sprache formuliert, sodass man diesen klugen und nachdenklichen Roman nicht mehr aus der Hand legen möchte. Durch ihre feinfühligen und zugleich kraftvollen Worte entwickelt man einen deutlichen Bezug zu den verschiedenen, klar gezeichneten Charakteren mit ihren Ecken und Kanten. Die Autorin lässt ihre sympathischen Protagonisten authentisch, der Denkweise, Herkunft und Dialekt angepassten Situation, agieren. Man hofft und bangt mit der Familie und ihren Lieben. Dieser Roman hat alles, was das Lesen zur Freude macht! Besonder gefallen hat mir die hochwertige, Ausstattung des Buches, die das Zurechtfinden erleichtert. Dazu gehören eine Karte Schlesiens mit den Grenzen von 1914, ein Personenregister, Feldpostbriefe, Quellennachweise, ein Glossar und eine Zeittafel. Umrahmt wird die Erzählung von einem Prolog, einem Epilog und einer ergänzenden Nachbemerkung. Einleitend begleiten die einzelnen Kapitel Sprichwörter, Auszüge aus Briefen, Zitate historischer Personen oder kurze Textauszüge. Somit ein rund um gelungenes Gesamtpaket! Fazit:Hanni Münzer gelingt eine starke, tiefgründige Geschichte, die sich von längst erzählten Episoden dieser Zeit abhebt. Durchweg spannend begleitet man die Familie Sadler und genießt eine treffliche Mischung aus Liebesgeschichte und historischer Familiensaga. Ein großartig erzähltes Buch, grandiose Unterhaltungsliteratur!

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Dreck am Stecken ein Roman von Alexandra Fröhlich (Penguin Verlag) Vier Kinder von vier verschiedenen Vätern. Sodom und Gomorrha! Das wird böse enden. So böse endet es nicht, wie Opa Heinrich es prophezeit hat, denn die vier Halbbrüder Johannes, Philipp, Jakob und Simon neben allen Widrigkeiten zusammenhalten.Trotz räulicher Trennung und unterschiedlicher Lebenswege halten sie Kontakt miteinander. Das Zusammentreffen nach Opa Heinrichs Tod lässt die eingeschworene Gemeinschaft wieder aufblühen. Fragwürdige Gestalten an Großvater Heinrichs Grab wecken die Neugierde der vier Männer. Diese verstärkt sich noch durch die Hinterlassenschaft in Form eines Kästchens und eines Tagebuchs aus seiner Vergangenheit. Opa hatte Dreck am Stecken und was die Jungs selbst und ihre geliebte Mutter damit zu tun haben, gilt es unter dem Aufwand einiger Turbulenzen und dem Aufsuchen ungeahnter Reiseziele herauszufinden. Dabei ändert diese Reise in die familiäre Vergangenheit ihr bisheriges Leben. Der Titel des Buches hat die Aufmerksamkeit auf mich gezogen. Doch nicht nur der Titel, sondern der flotte Schreibstil bereitete mir außerordentliches Lesevergnügen. Alexandra Fröhlich ergießt sich scharfzüngig, ironisch in passender Situationskomik, gepaart mit einer den Protagonisten angepassten Sprache sowie drolligen Begebenheiten zwischen ernsten Lebensthemen und lockerer Alltagsatmosphäre. Dabei macht besonders die Mischung aus verschiedenen, zusammengewürfelten und skurilen Charakteren Spaß. Auf nahezu drei Zeitebenen entspinnt sie einen spritzigen Seemannsgarn mit tiefgründigen Aspekten und viel Lokalkolorit. Neben vielerlei Improvisation hinter der Kulisse einer funktionierenden Familie entwickeln die äußerst sympatischen Hauptakteure eine Überlebensstrategie mit hinreichend Tiefgang. Fazit: Besonders der Humor, dem man sich nicht entziehen kann und der gleichzeitig betroffen macht, hat mich an den Buchseiten kleben lassen. Ich kann diese köstliche Unterhaltung, die genau meinen Nerv getroffen hat, gern weiterempfehlen. Volle Punkzahl für diese rasante, abwechslungsreiche Lektüre!

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Die Schwestern vom Ku¿damm - Wunderbare Zeiten (Band 2 Silvie) von Brigitte Riebe erschienen im Rohwohlt Verlag - Wunderlich Die schöne Silvie wird endlich flügge. Er begann zu schmunzeln. Gefällt mir. Gefällt mir sogar sehr. Ja, ich denke, da ließe sich durchaus etwas machen... Silvie Thalheim, die Mittlere der drei Thalheim-Schwestern, ist die charakterstarke Hauptprotagonistin in Brigitte Riebes 2. Band der Berliner Kaufhaus-Dynastie. Selbstbewusst, erfolgreich, sagt, was sie denkt, kritisiert an richtiger Stelle, ungebunden und frei, agiert und jongliert sie zwischen den Belangen ihrer Familie und der eigenen Selbstverwirklichung. Silvie schafft den Spagat zwischen Macht, Intrigen, Rangeleien, Versöhnung und Zusammenhalt, ein Cocktail an Gefühlen im Alltag eine Großfamilie. Besonnen und klug musst sie sich eingestehen, auch ihren Teil der Verantwortung für das Unternehmen und gegenüber ihrer Familie beizutragen. ... Die Autorin schreibt wie gewohnt fesselnd und lebendig. Ihr emotionaler, klarer Schreibstil gepaart mit den lebensnahen und verschieden agierenden Figuren, machen dieses Buch zu einer reinen Achterbahnfahrt der Gefühle. Ihre Geschichte, die unmittelbar an den 1. Band-Rieke anknüpft, zeigt dem Leser ein vielschichtiges Bild Berlins von 1952-1957. Die historisch fundierten Einflechtungen in dieser historischen Geschichte, machen die wunderbaren Zeiten so interessant. Silvies Rundfunkarbeit trägt dazu bei, kulturelle Details in die Erzählung einfließen zu lassen. Zwischen den Zeilen spielen historische und fiktive Personen perfekt zusammen und bereichern die Erzählung ungemein. Dank gut gewählter Worte und findigen Dialogen, gelingt es, beim Durchstreifen der Bevölkerung alltägliche Situationen einzufangen sowie die beginnenden unterschiedlichen Entwicklungen zwischen Ost und West lebensnah darzustellen. Brigitte Riebe gestaltet einen Abriss unter politischen und wirtschaftlichen, geschichtlichen und kulturellen Gesichtspunkten vermischt mit musiklischen und vergnüglichen Details. Umrahmt wird der Text von einem Prolog am Anfang und einer fundiert rechergierter Zeittabelle: Berlin 1952-1957 sowie einer Danksagung am Ende. Fazit: Ein Gesamtpaket als dramatischer, unterhaltsamer Roman, großes Erzählkino, welches man sich gönnen sollte. Es darf niveauvoll weitergesponnen werden und somit freue ich mich auf den kommenden 3. Band um Florentine.

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Die Charite` Aufbruch und Entscheidung, ein historischer Roman aus der Feder von Ulrike Schweikert aus dem Rowohlt Verlag Der 542 Seiten umfassende Roman steht dem 1. Teil Die Charite` Hoffnung und Schicksal in nichts nach. Dieser umfasste medizinische Kenntnisse und Fortschritte sowie schillernde Sternstunden berühmter Ärzte und Wissenschaftler. In ihrem neuen Buch legt die Autorin, neben der medizinischen Betrachtung, viel Wert auf die politischen Gedanken, Ansichten und Entwicklungen der erzählten Zeit, die Stellung und das Ansehen der Frau in der Gesellschaft und der Berufswelt sowie den geschichtlichen Ereignissen um 1900. Anhand ihrer beiden weiblichen, ganz unterschiedlichen Hauptprotagonistinnen gelingt es Ulrike Schweikert ein bewegtes Bild dieser Epoche und den damaligen Lebensbedingungen zu erschaffen. Der fesselnden Handlung von 1903-1919 geht ein Prolog (1883) voraus und es schließt sich ein abschließender Epilog (1938) an. Ergänzend finden sich erläuternde Hinweise zu Dichtung und Wahrheit. Die Erzählungen um Rahel Hirsch, eine Medizinerin, die sich in einer männerdominierenden Welt durchzusetzen versucht und der jungen Arbeiterin Barbara Schubert, die sich mit harter Arbeit ihren Lebensunterhalt verdient, lesen sich anschaulich, flüssig und unheimlich spannend. Die wachsende Freundschaft voller Achtung und Respekt ist herzerwärmend und glaugwürdig dargestellt. Vor dem Hintergrund sich wandelnder Zeiten und historischer Momente sowie den Beginn des Ersten Weltkrieges erleben die tragenden Figuren Leid, Angst aber auch kleine Freuden und Liebe. Das Leben gerät aus den Fugen und es gilt den Alltag und die Sorgen zu bewältigen, zu helfen, sich gegenseitig zu stützen und dem Schicksal zu trotzen. ... Fazit: Souverän und sehr gut recherchiert erzählt die Autorin eine äußerst interessante und unterhaltsame Geschichte. Mit viel Einfühlungsvermögen und einem sehr angenehmen Schreibstil bereitet Ulrike Schweikert dem Leser anschauliche und vergnügliche Lesestunden. Die lebhaften Figuren überzeugen in diesem packenden Zeitzeugnis. Ohne erhobenen Zeigefinger bleibt Platz für eigene Gedanken. Der 2. Teil liest sich genauso gut, wie Teil 1 der Charite`. Beide Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden. Beachtenswert finde ich das passende Cover sowie das alte Foto und die Karte Berlins in der Umschlagseite. Gern empfehle ich dieses perfekte Gesamtpaket für eine schöne Lesezeit weiter.

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CanGu und das Vogeldesaster von Audrey Harings mit Illustrationen von Stefanie Ziermann Inspiriert von ihren eigenen tierischen Freunden und Mitbewohnern schickt die Autorin ihre tierischen kleinen und großen Helden in ein spannendes Abenteuer. Ganz ohne menschliche Protagonisten meistern die pelzigen und gefiederten, schlauen Hauptfiguren ihre Herausforderungen und finden ganz diplomatische Lösungen für ihre Aufgaben. In kurzen, knackigen Kapiteln mit passenden Überschriften finden sich die Leser und Vorleser sehr gut zurecht. Die drolligen Illustrationen finden sich in schwarz-weiß durchgängig im ganzen Buch und laden zum Verweilen ein. Das bunte, lebendige Cover ist beschreibend für den Inhalt mit einem nachhaltigen Lerneffekt. In einer überschaubaren Länge und durch einen fesselnden, modernen Text in kindgerechter Sprache wird auch diese CanGu-Geschichte zu einem kurzweiligen Lesevergnügen für die ganze Familie. Auf Du und Du, auf gleicher Augenhöhe begegnen sich die Tiere mit Respekt. Gleiches gilt für den Leser und Zuhörer, der sich äußerst gut in die verschiedenen Charaktere einfühlen kann. Neben dem Erzählten spielen emotionale und lustige sowie herzliche Momente eine tragende Rolle. Küken, Kater, Eichhörnchen und Ratten hauchen dieser neuen CanGu-Mission Leben ein. Fazit: Uns hat das mittlerweile 4. Abenteuer rund um das Canelo-,Gucci-Team wieder sehr gut unterhalten. Audrey Harings ist uns eine liebgewordene Autorin, welche schon eine Vielzahl an lesenswerten, liebevollen Kinderbüchern geschrieben hat. Immer wieder verblüfft sie durch Ideenreichtum und Geschichten, die zum Nachdenken anregen. Jedes lohnt sich, begeistert Groß und Klein und zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Danke Audrey, dass du uns teilhaben lässt an deiner Fantasie!

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Die Gärten von Monte Spina ein Roman von Henrike Scriverius erschienen im DROEMER Verlag Die dreißigjährige Toni hat ihren geliebten Mann verloren. In der Schwere jedes neuen, anbrechenden Tages sucht sie Halt und Orientierung. Diesen findet sie in erster Linie in ihrer Arbeit als Gärtnein. Einem zufälligen Angebot von Mr. Borr, dem Eigentümer von Monte Spina folgend, findet sie sich auf der privaten Insel im Antlantik wieder... So weit, so gut! Doch wohin sich das Buch entwickelt und was die Autorin mit dieser Geschichte ausdrücken möchte, bleibt mir auch nach dem Beenden der Lektüre ein Rätsel. Die Geschichte versprach so viel und flachte nach ca. 50 Seiten komplett ab. Die Art und Weise der Dialoge zwischen Antonia und den männlichen Akteuren missfiel mir beim Lesen sehr. Teilweise waren bestimmte Handlungsmuster nicht nachvollziehbar. Die Charaktere gestalteten sich oberflächlich und ich konnte zu keinem Zeitpunkt Sympathien entwickeln. Ich hätte mir mehr positiven Imput gewünscht. Am Ende bleibt ein großes Fragezeichen. Schade! Positiv zu bewerten sind das wunderschöne Cover, tolle Aufmachung, manche tieferen Sinnsprüche sowie die passenden Landschaftsbeschreibungen und Wetterbeobachtungen. Fazit: Keine Leseempfehlung! Mein Eindruck von Monte Spina bleibt durchwachsen und negativ behaftet, daher zwei knappe Punkte.

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Teufelsweiber von Carina Heer erschienen 2018 Benevento Verlag Die Kurzabhandlungen und Einblicke in das Leben und Wirken der 100 Teufelsweiber beinhaltet eine Auswahl von Frauen aus verschiedenen Zeitepochen. Von Kleopatra über Katharina II bis Nina Hagen sind Frauen, die die Welt auf den Kopf stellten, in diesem Buch vertreten. Die Autorin umschreibt mit ihren eigenen gewählten Worten diese mehr oder wenig geschichtsträchtigen Persöhnlichkeiten. Witzig, ironisch, unangepasst,... laut Klappentext, doch diverse Wortspielereien wirken nicht immer passend. Mit Interpretationen und den Bezug zur heutigen Zeit und Gesellschaft formt Carina Heer den Text in einer teils saloppen Sprache und einem Schreibstil, der modern wirken will. Sie stellt unbeantwortete Fragen in den Raum und drückt der Lektüre ihren eigenen Stempel auf, der jedoch Geschmackssache bleibt. Das Inhaltsverzeichnis läd zum Stöbern im Buch ein. Wahllos erfolgt die Abfolge der Personen im Register. Dies macht die Lektüre zu einem kurzweiligen Vergnügen. Sucht man eine Persöhnlichkeit, muss man alle Namen in der Liste durchgehen, um fündig zu werden. Hier hätte ich mir ein wenig Ordnung hinsichtlich der Reihenfolge und gern auch präzise Zeitangaben zu den wichtigen Frauen gewünscht. Auch die zahlreichen Quellen und Tipps zum Nach-und Weiterlesen nehmen keinen konkreten Bezug auf genannte Personen oder Textstellen. Dies herauszufinden, bleibt dem Leser überlassen. Fazit: Was Josephine Barker mit Madonna sowie Angelina und Co. zu tun haben soll, bleibt mir schleierhaft. Laut der Autorin sollte man Rosa Luxenburg nicht völlig unkritisch durch die rosarote Brille betrachten. ... Dieses vielversprechend angedachte Buch mag sicher einige Informationen vermitteln, doch die Art und Weise trifft leider nicht meinen Geschmack.

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Lady Annes Geheimnis ein historischer Roman von Martha Sophie Marcus Bastei Lübbe Verlag Im Sommer 1714 lebt Anne Baynes in Hannover am kurfürstlichen Hof Georg Ludwigs. Wegen einer unehelichen Schwangerschaft, deren Vertuschung ihren Eltern wichtiger ist, als das Wohl ihrer Tochter und deren Sohnes, verbannen sie sie aus England und entziehen Anne das Kind. Doch das Herz der jungen Adligen sehnt sich nach ihrem Sohn. Durch eine Fügung des Schicksals und mit der Ernennung Georg Ludwigs zum englischen König, reist Anne gemeinsam mit dem Hof nach London. Unter strikter Geheimhaltung ihrer Vergangenheit macht sie sich auf die Suche nach ihrem Kind. Was sie in Londons Gassen alles erwartet und welch unterschiedlichen Figuren Anne begegnen, beschreibt die Autorin in einem fesselnden Roman. Martha Sophie Marcus begibt sich auf historische Pfade und lässt die Konflikte zwischen schottischen Jakobiten und dem Königshaus wieder aufflammen. Die Einblicke in die politische Lage und die Ansichten, Beweggründe sowie Reaktionen der einzelnen Partein werden anschaulich dargestellt. Sie greift wichtige Themen der damaligen Zeit auf. Die schwierige Stellung der Frau, die Machtposition und das Denken der Männer und deren daraus resultierende Handlange über das weibliche Geschlecht erscheinen aus heutiger Zeit erschreckend. Anne gerät zwischen den Rangeleien der Machthungrigen und deren Machenschaften bis hin zur Benutzung des kleinen John als Druckmittel in so manch brenzlige Situation. Ungeachtet ihrere Loyalität hat sie das Wohl ihrer Lieben im Blick und handelt pflichtbewußt. Dank ihrer Diplomatie und neu geknüpften sowie alten Freundschaften gelingt es ihr, den trügerischen Schein aufrechtzuerhalten und im Spiel ganz oben mit zu spielen. In einem bildhaften Schreibstil und mit lebhaften Worten entfaltet sich das historische London mit seinen bunten und schmutzigen, lustigen sowie traurigen Seiten. Die charakterstarke Protagonistin träumt nicht, sondern handelt. Anne ist eine handfeste Lady, deren Erlebnisse den Leser mitfiebern lassen. Sie wächst dem Leser ans Herz und man lernt mit ihr zu vergeben, um am Ende die Kompromisse hinter sich zu lassen und mehr als nur beinahe glücklich zu sein. Ein hilfreiches Personenregister und Glossar erleichtert die Orientierung. Das Nachwort der Autorin ergänzt das Gelesene. Fazit: Und wieder habe ich in Bezug auf geschichtliche Details etwas dazugelernt. Die Lektüre bereitet Spaß und animiert zum Weiterlesen. Einige Stellen gingen mir zu schnell von statten, diese hätte ich mir ausführlicher erleutert gewünscht. Auch das Verhalten des ein oder anderen Protagonisten musste ich hinterfragen. Doch Lady Annes Geheimnis gehört zur guten Unterhaltungsliteratur. Obwohl mir vorangegangene Romane aus der Feder der Autorin einen Tick besser gefallen haben, habe ich die Erlebnisse rund um Lady Anne und ihren Liebsten, die Herrschaften König Georg und die Damen von der Schulenburg sowie der lieben Gräfin Johanna und der pfiffigen May Darling sehr gern verfolgt.

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Des Lebens labyrinthisch irrer Lauf Die Schönaus 1935-1957 der 2. und abschließende Band von Heike Wolf Eigentlich wollten Lotte, Richard und Co. glücklich und in Freiheit zusammen leben, doch die Geshichte hatte etwas anderes mit ihnen vor. Sie wurden, wie viele Menschen ihrer Zeit, zur Willkür der Macht und deren Systeme, derer sie entsprungen sind. Nachdem ich die letzen Zeilen von Bürgerin aller Zeiten gelesen hatte, überfiel mich die Wehmut und die Sehnsucht nach dem Fortgang der bewegenden Familiengeschichte der Schönaus. Unbedingt wollte ich teilhaben an den Schicksalen jeder einzelnen Figur. Schwere entbehrungs-und verlustreiche Jahre liegen vor den Familienmitgliedern und ihren lieben Freunden. Dorchen, Lotte und Heinrich sind erwachsen geworden und mit ihnen ihre Ansichten vom Leben. In einer Zeit, die vor dem Würgegriff der Nazidiktatur steht, entwickeln sich unterschiedliche Standpunkte innerhalb aller Lieben. Wie jeder von ihnen diese Epoche bis 1957 erlebt, schildert Heike Wolf in stimmungsvollen, facettenreichen, oft traurigen Bildern. Realistisch fängt sie diese Zeiten von Krieg, Frieden, Trennung und Zusammenfinden ein. Dank glänzendem historischen Hintergrundwissen und einer exzellenten Recherche lesen sich die geschichtlichen Gegebenheiten leicht und verständlich. Eingebaut in Dialoge und passende Textpassagen befindet sich das Gelesene im Fluss und vermittelt wichtiges Wissen auf eine angeneme Art. Anhand von Briefwechseln zwischen Front und Heimat erscheint ein umfassendes Bild der damaligen Lage. Dieses Mittel nutzt die Autorin gekonnt und umgeht damit zu eindrückliche brutale Schilderungen. Ein emotionsgeladen behafteter Text ergibt sich aus der Besimmung der unterschiedlich denkenden Charaktere und deren teils schonungslosen Ansichten sowie den geschichtlichen teils grausamen Gegebenheiten. Jeder findet seinen Platz in Heike Wolfs Geschichte. Diejenigen, die nicht ins System passen, der Jude, den es zu verfolgen gilt, Flüchtlinge und Einquartierte mit ihren traumatischen Erlebnissen, Verhaftete, Kriegsgefangene bis hin zu den Nazi-Strafverfolgten, dem aufstrebenden zukünftigen DDR-Beführwortern und Gegnern. Die fortlaufende Geschichte wird durch kurze Episoden aus dem Jahr 1989 unterbrochen. An einem vielerlei geschichtsträchtigem Datum, dem 9. November 1989, Lottes achzigsten Geburtstag endet der Blick auf eine Familie und ihren aufwühlende Weg durch prüfungsreiche und bewegende Zeiten und deren fatale Folgen. Fazit: Mit ihren beiden Büchern Bürgerin aller Zeiten und Des Lebens labyrinthisch irrer Lauf erschließt sich ein eindrückliches Panorama von 1913-1957. Unheimlich emotional und bewegend lesen sich die Zeilen rund um die Figuren der Schönaus aus Leipzig, die so auch aus der eigenen Familie stammen könnten. Fast jeder findet darin eine geflüchtete Tante von einem verlorenem Gut, einen an der Front gefallenen Onkel, einen noch immer vermisster Bruder, einen von den Russen verschleppten Großvater... Jeder hätte wohl etwas zu erzählen und doch schweigen so viele in Anbetracht der schlimmen Erlebnisse. Darum sind diese beiden Romane aus der Feder von Heike Wolf so wertvoll, weil sie genau das erzählen, was niemals vergessen werden sollte und vergessen werden darf! Neben diesem Fakt beinhalten beide Roman zusammen eine bemerkenswerte Geschichte, die mich aufgewühlt hat und die mir gedankenschwere Lesestunden bereitet hat.

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Die Zarin und der Philosoph ein unterhaltsamer, historischer Roman von Martina Sahler, erschienen bei List 1762 möchte Sankt Petersburg, und das Zarenreich, gefangen im Absolutismus mit einer alleinherrschenden Monarchin, Katharina der Großen, gebürtig Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, europäischer werden. Mit den beiden französischen Vordenkern Voltaire und Diderot sowie einem vom Preußen König Friedrich II gesannten Philosophen steht sie in regem Austausch. Doch Russlands Rückständigkeit, die klaffende Schere zwischen Adligen und Leibeigenen und der Aberglaube erscheinen als ein großes Hindernis auf dem Weg in Richtung westlich angelehnte Politik. In Anbetracht der Langamkeit der Umsetzung der fortschrittlichen Ziele nähert sich eine rebellische Brut einerseits brutal und körperlich, andererseits intelligent, schleichend und gefährlicher als je zu vor. ... Martina Sahler hat mit ihrem Russland Roman ein bemerkenswertes Stück Geschichte eingefangen. Sie umspannt die Zeit von 1762 bis 1775. Neben dem historisch Gesagtem und der allgemeinen Stimmung im damaligen Zarenreich beeindruckte mich besonders die erzählte Geschichte und die Schicksale ihrer fiktiven Protagonisten. Zwischen historischen Größen etwickeln sich ihre Charakterstärken und mit ihnen eine äußerst spannende Erzählung. Ein angenehmer, bildhafter und zeitgemäßer Schreibstil begleitet die Handlung. Neben tragischen Vorklommnissen hebt die Autorin positive Szenen hervor und geleitet die lebensnahen, plausiblen Figuren aus Zwangslagen heraus auf einen optimistischen Weg. Die Liebe und ihre glückliche Fügung kommen nicht zu kurz. Beschreibungen im beherzten Maß ergänzen auf liebevolle Weise die Geschehnisse. In zahlreichen Bildern beschreibt Martina Sahler die Gepflogenheiten und das Leben der höfischen Gesellschaft, die Ausstattung der Adligen, Regierungsangelegenheiten, Standesunterschiede und die Zwangslage der armen Bevölkerungsschicht sowie der Leibeigenen. Jede Figur steht für ihre Schicht und ihren Stellenwert in dieser Gesellschaft. So handeln die Zarin selbst, teils bewundernswert stark, manchmal herablassend, doch im Sinne des Volkes fortschrittlich und der Bildung förderlich, ihre Geliebten und deren Einfluss, der preußische Philosoph Stephan Mervier mit seiner Frau Johanna, der Dichter Boris Albrecht , Sonja, Emilio, Marija alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Viele legen sich in den Staub zu Füßen des Mütterchens und sehen ihre Herrscherin als ihre Bestimmung. Mancher zweifelt aber und versucht aus Konventionen und Standesdünkel auzubrechen. Dieses Buch zeigt die Hoffnung auf eine neue Zeit und den damit verbundenen Unwegsamkeiten mit Katharina der Großen als ihre Wegbereiterin. Hilfreich befindet sich zu Anfang ein Personenregister mit einer Aufzählung von historischen und fiktiven Personen an verschiedenen Handlungsorten, eine Zeittafel von 1725-1775, ein Prolog sowie am Ende ein Epilog und ein erläuterndes, aufschlussreiches Nachwort. Trotz der 499 Seiten erscheint die Handlung, dank konstantem Spannungsbogen, kurzweilig und sehr interessant. Fazit:Die Kullisse von Sankt Petersburg erstrahlt unter der Feder der Autorin in Schönheit und aufkeimendem Glanz. Man merkt beim Lesen, dass ihr diese Stadt sehr am Herzen liegt. Ein kraftvoller, überzeugender Roman, den ich sehr gern gelesen habe!

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