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Alle Rezensionen von Minijane

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Mord auf Vlieland ist der Auftakt einer neuen regionalen Krimiserie, die zur Abwechslung mal in unserem sympathischen Nachbarland Holland spielt. Dass auch der Autor Jan Jacobs sich dort gerne aufhält, merkt man sofort. Mit viel Liebe zum Detail entwickelt er die Geschichte rund um Griet Gerritsen und ihr Ermittlerteam. Griet Gerritsen ist mit ganzem Herzen Polizistin, was sie zuletzt ihre Karriere gekostet hat, denn bei ihrem Alleingang, wo es darum ging einen Schleuserring auszuheben, hat sie nicht auf Verstärkung gewartet und ist unter Beschuss geraten. Zwar konnten die Menschen, die in einem Container versteckt waren gerettet werden, aber der Kollege, der ihr zur Hilfe eilte, wurde tötlich verletzt. Bei der Disrictrecherche Fryslân bekommt Griet noch eine Chance und darf zusammen mit einem kleinen Ermittlungsteam die Ermittlungen zu dem Todesfall auf der Insel Vlieland leiten. Ihr werden die Kollegen Pieter de Vries und Noemi Bogaard zur Unterstützung an die Seite gestellt. Pieter ist eher der gemütliche Typ, Noemi das etwas sehr forsche Küken. In der Kombination könnte viel Konfliktpotenzial sein, das Team wächst aber recht konfliktfrei schnell zusammen. Es handelt sich wirklich um einen Feel-good Krimi. So richtig zu trauern scheint auf der Insel keiner, der vom Tod des bekannten Hoteliers Vincent Bakker erfährt. Kein Wunder, denn so nach und nach erfährt der Leser immer mehr über dessen Persönlichkeit und damit steigt auch die Anzahl der Verdächtigen. Das Miträtseln hat richtig Spaß gemacht. So manches Mal hatte ich den richtigen Riecher, aber der Autor hat trotzdem genug falsche Fährten gelegt, und mich als Leser noch überrascht. Der Schreibstil war flott und angenehm. Die holländische Sprache ist immer wieder eingeschnipselt und trägt zum Holland-Feeling bei. Auch die Landschaftsbeschreibungen und die Idee, die Protagonistin auf einem Plattbodenschiff wohnen zu lassen wecken die Sehnsucht nach einem Hollandurlaub. Der Anteil an Privatem, was über die Protagonisten verraten wurde, hätte für meinen Geschmack ruhig noch etwas größer sein dürfen, aber da es noch Nachfolgebände gibt, wird man dort sicher nach und nach noch mehr erfahren. Mir hat der 1. Hollandkrimi von Jan Jacobs gut gefallen und ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Griet in Band 2.

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Ein bisschen skeptisch (als Fleischesser!) und sehr gespannt ,habe ich dieses tolle Kochbuch in den Händen gehalten, dass sich zunehmend mit Post its gefüllt hat, bei Gerichten , die ich unbedingt alle noch ausprobieren wollte. Was soll ich sagen: Die Rezepte, die ich bisher nachgekocht und nachgebacken habe, waren allesamt sehr schmackhaft und werden es sicher in meine Alltagsküche schaffen. Ich fremdel lediglich mit den Maßeinheiten, die ganz amerikanisch in Cups angegeben sind. Wenn man sich die entsprechenden Meßlöffel anschaffen möchte, macht das sie Sache auf jeden Fall einfacher. Ich habe sie bisher nicht im Haus und habe die Umrechnung für ml auf S35 genutzt und für eine Umrechnung in Gramm noch das Internet bemüht. Das ist aber schon mein einziger Kritikpunkt. Die polnische Köchin Marta Dymek hat wunderbare internationale, vegane Rezepte zusammengetragen, die mich wirklich überzeugen. Nachdem ich mein Gewürzregal erst einmal ergänzt hatte, warteten ganz neue, spannende Geschmackserlebnisse auf mich, und auch die eher skeptische Familie war begeistert, z.B von der wunderbar scharfen spanischen Kichererbsensuppe oder dem schokoladigen Zucchinikuchen. Nach der Einleitung folgt das Kapitel Frühstück mit verschiedenen Brotaufstrichen aber auch internationalen Alternativen zum klassischen Müsli, wie z.B das Rote Bete Granola oder ein dänischer Haferbrei mit Datteln und Erdnussbutter. Es gibt die Rubriken Kleiner Hunger und Großer Hunger, Suppen, Nachtisch, Getränke und Grundrezepte. Das sind so viele Rezepte, dass ich bisher wirklich nur einen Bruchteil testen konnte. Ergänzt wird dieses tolle Kochbuch mit schönen Bildern, die Lust aufs Nachkochen machen. International zufällig vegan wird mein Kochbuchregal auf jeden Fall bereichern, auch wenn ich sicherlich kein Vollzeitveganer werde.

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Es war einmal...... wäre wohl der richtige Anfang für dieses märchenhafte Buch von Clara Maria Bagus gewesen. Im Wesentlichen erzählt Die Farbe von Glück davon, wie eine einzige Entscheidung das Leben von ganz vielen Menschen beeinflusst und verändert. Es ist wohl die nackte Verzweiflung, die den Richter Jules dazu bringt, die Kinderkrankenschwester Charlotte zu zwingen das neugeborene, kränkliche Kind seiner Frau mit einem am gleichen Tag geborenen kräftigen, gesunden Kind zu tauschen. Nach vielen Fehl- und Totgeburten so meint er, würde seine Frau an einem weiteren kranken Baby zerbrechen. Charlotte ist erpressbar, denn sie hat ein Kind bei sich aufgenommen, ohne es ordnungsgemäß adoptiert zu haben und hat Angst den kleinen Antoine, den sie über alles liebt wieder zu verlieren. So nimmt das Unheil mit all seinen vorher nicht bedachten Konsequenzen seinen Lauf. Trotz der Dramatik ist der Roman vorwiegend positiv, was auch daran liegt, wie die involvierten Personen mit ihrem Schicksal umgehen. Dieser Roman ist auch ein Stück weit ein Lebensratgeber nur halt nicht in einem Sachbuch verpackt. Er enthält Weisheiten, Gleichnisse und Ratschläge zur Selbstfindung und zum Glücklichsein und das in einer wunderschönen poetischen Sprache, die sehr berührend ist. Man darf jedoch keine realistische, logische Geschichte erwarten. Nur in einer märchenhaften Erzählung sieht man darüber hinweg, dass ein asiatisches und ein westliches Kind vertauscht werden und Keiner bemerkt den Unterschied. Nur in einer märchenhaften Erzählung reisen die Protagonisten von West nach Ost und landen auf wundersame Weise am richtigen Ort und kommunizieren überall auf der Welt in einer für alle verständlichen Sprache. Auch wird der Zufall recht häufig bemüht, um die Geschichte letzendlich einem versöhnlichen Ende zuführen zu können. Mein Fazit ist deshalb verhalten positiv. Die mystischen und esoterischen Momente, die es auch noch gibt, waren dann doch zuviel des Guten. Genauso wie die Weisheiten mir zwar durchaus gefallen haben, aber wenn sie quasi mit der Gießkanne über dem Leser ausgeschüttet werden, ist es einfach zu viel. Wohl dosiert hätte es mir viel besser gefallen. Hervorheben kann man auf jeden Fall den tollen Sprachstil, bildhaft, poetisch und philosophisch. Viele kluge Sätze werden im Gedächnis bleiben, und ich nehme durchaus einige Anregungen zum Nachdenken für mich mit. Bewertet mit 3,5 Sternen

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Jonas ist ein ganz normaler 18Jähriger, der sich nach dem Abi fragt wohin sein Weg ihn führen wird. Als er eine App entdeckt, die behauptet anhand aller Daten, die er so im Netz verbreitet seine Zukunft vorausberechnen zu können, kann er nicht widerstehen und lädt sie sich herunter. Das Ergebnis ist für ihn niederschmetternd. Laut der Maschine , wie er die App nennt, wird seine Zukunft wenig aufregend und hört sich ein bisschen so an wie der Werdegang seines Vaters. Das kann Jonas nicht akzeptieren, denn sein Vater hat die Familie verlassen, als er noch ein kleines Kind war. So will er auf keinen Fall werden. Er muss der Maschine also Daten zuspielen, die die Berechnung verändern. Was eignet sich besser als auf Reisen zu gehen und soviel Unvorhersehbares zu tun wie möglich? Der Zufall führt ihn mit Sun zusammen, die ganz anders ist als andere Mädchen, patzig, launig, unberechenbar aber auch fazinierend. Die Maschine versieht sie direkt mit einem rotem Marker, was alleine schon ein Grund für Jonas ist Suns Angebot mit ihr mitzufahren anzunehmen. Leider wird das Hauptthema, die Maschine im Laufe der Geschichte immer mehr zum Nebenthema, bzw. es rückt total in den Hintergrund. Was z.B die Betreiber der App für Absichten haben, erfährt man nicht. Es geht um Freundschaft, Sinnsuche, Gefühle, Liebe, alles wichtige Themen und nett umgesetzt aber halt nicht das, was der Klappentext verspricht. Ich finde der Autor hat sich hier leider verzettelt auch wenn der Roman spannend und flüssig über das Erwachsenwerden berichtet. Am Ende ist Jonas ein bisschen mehr mit sich im Reinen und die App, ja über die wissen wir nicht mehr als am Anfang! Schade, das Thema hätte soviel mehr Potential gehabt!

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Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin der Polizei Reykjavik, steht nicht gerade auf der Gewinnerseite des Lebens. Sie ist 64 Jahre alt und hatte es in ihrem Leben nie leicht. Jetzt will man sie nach einem langen Berufsleben, in dem sie auch viele Erfolge zu verzeichnen hatte, vorzeitig loswerden, um Platz zu machen für einen jüngeren Kollegen. Das schmerzt um so mehr, als dass Hulda eigentlich noch keinen Plan für ihren Ruhestand hat. Die Arbeit war immer auch ihr Leben. Sie trotzt ihrem Chef noch 2 Wochen ab und bekommt halbherzig die Genehmigung sich in dieser Zeit einem cold case ihrer Wahl zu widmen. Hulda sucht sich den, wie sich herausstellt eher schlampig bearbeiteten Fall einer jungen Asylbewerberin heraus, die so vermutet man, ohne es beweisen zu können Selbstmord begangen haben könnte. Sie stößt auf einige Ungereimtheiten und gerät selber in höchste Gefahr. Es gibt 3 Erzählstränge die sich abwechseln, die in der Gegenwart und der Vergangenheit spielen und verschiedene Perspektiven beleuchten, was die Geschichte abwechslungsreich macht. Die Besonderheit dieser neuen Thrillerreihe von Ragnar Jónasson ist, das Huldas Geschichte von hinten aufgerollt wird, und das finde ich eine spannende Idee. In Teil 1 ist sie mit 64 Jahren kurz vor dem Ruhestand. Im 2. Teil, der im Juli erscheinen wird ist sie 15 Jahre jünger und im letztenTeil, der für September angedacht ist, ist sie vermutlich am Beginn ihrer Karriere. Für einen Thriller fehlt allerdings definitiv Spannung. Ich würde eher von einem Kriminalroman sprechen. Die Protagonistin, die in einer Männer dominierten Polizeiwelt zwangsläufig zur Einzelgängerin wurde, war mir zunächst nicht einmal sympathisch. Je mehr ich aber über sie erfuhr, desto mehr ist sie mir doch ans Herz gewachsen. Sie ist eine außergewöhnliche Kommissarin, die sich in ihre Fälle verbeißt und sich selber aber auch immer wieder selbstkritisch hinterfragt. Auch den ruhigen Erzählstil von Jónasson mochte ich. Die Kapitel sind extrem kurz gehalten, die Sprache ist eher einfach. Überraschenderweise ist das Buch zunächst ins Englische übersetzt worden und dann erst ins Deutsche. Ich könnte mir vorstellen, dass da sprachlich etwas verloren gegangen ist. Extrem gut haben mir die Landschaftsbeschreibungen gefallen. Die einzigartige Natur Islands hatte man beim Lesen immer vor Augen. Ab Mitte des Buches nimmt das Erzähltempo dann auch etwas zu und die Zahl der Verdächtigen steigt. Gleichzeitig steigt der Druck auf Hulda. Was hat sie sich mit dem letzten Fall nur aufgehalst? Das Ende hat mir gefallen und war eine wirkliche Überraschung. Für mich wird es auf jeden Fall ein Wiedersehen mit Hulda im 2. Teil geben.

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Katharina Afflerbach hat in ihrem erfolgreichen Großstadtleben irgendwann gemerkt, dass sie feststeckt im täglichen Hamsterrad und wohl kurz vor dem Burnout steht. Mutig beschließt sie Job und Wohnung zu kündigen, um sich an ihrem Sehnsuchtsort in den Bergen auf einer Schweizer Alp aine Auszeit zu nehmen. Als Städterin hat sie keine Ahnung, was genau auf sie zukommt und stößt gerade in der Anfangszeit ihres ersten Alpsommers ständig an ihre Grenzen. Aber Katharina ist zäh und gibt so schnell nicht auf. Sie lernt jeden Tag sich neuen Herausforderungen zu stellen, und nachdem der wahrscheinlich schlimmste Muskelkater ihres Lebens überwunden ist, fällt ihr die viele körperliche Arbeit nicht mehr ganz so schwer. Es macht riesigen Spaß und ist an keiner Stelle langweilig an Katharinas Erlebnissen teilhaben zu dürfen. Ihr ruhiger, unaufgeregter Schreibstil gefällt mir sehr. Selbst bei Wind und Wetter gibt es keine Ausreden. die Arbeiten die anstehen, müssen erledigt werden. Auf der Alp ist man ein Team, dass Hand in Hand zusammenarbeitet. Die sympathische Mittdreißigerin ist nicht nur zuständig für das Melken der Ziegen und Kühe und das Ausmisten natürlich. Nein, in jedem Jahr müssen z.B auch die Zäune neu gesetzt werden, d.h. , zu Beginn des Bergsommers werden sie aufgestellt und zum Ende wieder abgebaut. Auch das Holzen und Heuen gehört dazu, und mit Schmunzeln habe ich gelesen, dass sie Autorin besonders einen Faible für das Arbeiten mit der Motorsäge entwickelt hat. Die Zeit auf der Alp tut ihr gut und erdet sie, so dass sie trotz geplanter Selbstständigkeit nach ihrem 1.Bergsommer eine Wiederholung auch in den beiden Folgejahren plant. Die 3. Saison bei ihrer Sommerfamilie in den Bergen stellt durch einen Schicksalsschlag, den die Autorin erleiden muß, eine besondere Herausforderung dar. Und doch ist ihr Fazit hinterher, dass die Alp gerade in ihren schwärzesten Stunden der richtige Ort für sie war. Die Erlebnisse von Katharina Afflerbach über den wohl schönsten Arbeitsplatz der Welt sind wirklich lesenswert und haben mich schwer beeindruckt. Wunderschöne Fotos im Mittelteil des Buches, machen die Geschichte noch persönlicher und das Schwitzerdütsch, dass die Autorin immer mal wieder in ihren Text miteinfließen lässt (mit Übersetzung), ist auch ganz bezaubernd. Die Lektüre war inspirierend und unterhaltsam, und man gewinnt als Leser ein anderes, ganz neues Verständnis für die Landwirtschaft in den Bergen, dass sich einem als Tourist nicht erschließt.

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Bewertet mit 4.5 Sternen In dem Roman Der Moment zwischen den Zeiten von Marta Orriols lässt die Autorin ihre Leser teilhaben an dem komplexen Gefühlswirrwarr, dass Paula erleiden muss, als sie erfährt, dass ihr langjähriger Lebenspartner Mauro bei einem Unfall tödlich verunglückt ist. Pikanterweise hatte Paula kurz vor seinem Tod noch von ihm erfahren, dass er im Begriff war sie zu verlassen, weil er sich in eine jüngere Frau verliebt hatte. Kein Abschiednehmen, keine Möglichkeit dem Anderen in den letzten Minuten seines Lebens beizustehen und kein Verzeihen sind mehr möglich. Es ist die Geschichte eines doppelten Verlusts, mit dem die Protagonistin erst einmal klarkommen muss. Der Roman ist sehr emotional und berührend. Man kann gut nachvollziehen, dass sich die 42jährige Paula zunächst in ihre Arbeit flüchtet. Sie ist Neonatologin, die sich mit ganzer Kraft und Leidenschaft in der Frühgeborenen-Intensivstation um die Frühchen kümmert und ihnen bestenfalls den Weg ins Leben ebnet. So hat ihr Arbeitsalltag also auch schon etwas mit dem stetigen Ringen mit dem Tod zu tun. Wir erleben die Tragödie aus der Sicht von Paula und können uns durch den wunderbaren, feinfühligen Schreibstil so gut in sie hineinversetzen als würden wir all die Trauer, Wut , Entäuschung und Scham selbst erleben. Das Buch nimmt einen emotional sehr mit. Die Protagonistin ist absolut authentisch und lebensecht gezeichnet. Der Tod gehört zum Leben und kann einem von einer Sekunde auf die andere den Boden unter den Füßen wegziehen. Mit dem frühen Tod der eigenen Mutter hat Paula das schon erlebt. Der Vater ist nie richtig über den Tod seiner großen Liebe hinweggekommen. Als ihr Vater meint, er wüsste was sie gerade durchmacht, kann sie ihm nicht begreiflich machen,dass es bei ihr etwas anderes ist, weil die Affaire Alles verändert. Sie kann sich ihrem Vater nicht anvertrauen und auch sonst niemanden. Man könnte jetzt annehmen, dass der Roman mit seinem ganzen seelischen Balast den Leser runterzieht. Das habe ich aber gar nicht so empfunden, auch wenn sich der Schmerz der Protagonistin auf den Leser überträgt. Die wunderschöne poetische Sprache und die tiefsinnigen Gedanken von Paula, der Weg wie sie neuen Mut für ihr Leben schöpfen kann, haben das Buch im Gegenteil zu einem Genuss werden lassen. Letztendlich ist der Roman eine Ode an das Leben und die Liebe.

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Bewertet mit 4.5 Sternen Nach Beth OLearys Highlight-Liebesroman Love to share war ich sehr gespannt auf den Nachfolger Time to love , der aber trotz ähnlichem Cover gar nichts mit der Vorgängergeschichte gemein hat. Ich würde sogar sagen, der Titel ist etwas mißverständlich, weil man zunächst eine Liebesgeschichte erwartet, der Fokus des Romans aber doch ein anderer ist. Die Hauptpersonen dieses zauberhaften Romans sind die junge, ergeizige und erfolgreiche Leena Cotton und ihre 79jährige Großmutter Eileen, die trotz ihres Alters noch wunderbar agil ist. Nachdem Leena bei ihrer Arbeit quasi einen Zusammenbruch erlebt und eine Präsentation dermaßen versemmelt, dass sie schon ihren Rauswurf befürchtet, wird sie von ihrem Arbeitgeber zu einem Zwangs-Sabbatical genötigt, was ihr als Workaholic so überhaupt nicht passt. Sie fährt von London aufs Land in ein kleines Dorf in Yorkshire zu ihrer Großmutter Eileen, zu der sie ein liebesvolles Verhältnis hat, um ihre Auszeit vielleicht dort zu verbringen und etwas Ruhe in ihr Leben zu bringen. Ein bisschen hat sie das Dorf wohl auch gemieden, weil hier ihre Schwester an Krebs verstorben ist und sie deren Tod noch überhaupt nicht verarbeitet hat. Die Großmutter ist im Dorf eine Person, auf die Jeder zählen kann. Sie pflegt regen Nachbarschaftskontakt und organisiert Alles, angefangen von der Nachbarschaftswache bis zu diversen Festlichkeiten. Dass ihr Ehemann Wade sie in hohem Alter einfach verlassen hat, nagt an ihr, nicht weil er ein so toller Ehemann gewesen wäre, sondern weil sie jetzt im Alter keinen Partner mehr an ihrer Seite hat. Leider ist die Auswahl an geeigneten Männern im Dorf doch sehr begrenzt, und so hat Leena die Idee, dass Oma und Enkelin ihre Leben für die Dauer des Sabbaticals einfach tauschen könnten, mit allen Verpflichtungen natürlich. Die Mitbewohner von Leenas WG würden Eileen schon mit Londons Dating Szene vertraut machen, zumal eine Freundin von Leena gerade selber in einer Dating App auf der Suche ist. Eine aberwitzige Idee, die mich sofort angesprochen hat. Aber das Buch ist nicht nur witzig, es wird auch sehr emotional, da insbesondere das Thema Trauerverarbeitung eine große Rolle in dem Roman spielt. Es geht aber auch um Einsamkeit im Alter, Liebe, und unterschiedliche Lebensentwürfe. Die Charaktere sind durchweg liebenswert, wenn sie auch ihre besonderen Eigenheiten besitzen. Es macht Spaß den beiden Frauen in ihre Abenteuer zu folgen, und ich hatte den Roman in wenigen Tagen ausgelesen. Trotzdem kommt er meiner Meinung nach nicht ganz an das Debüt heran, wobei man sagen muss mit Love to share lag die Latte der Erwartung auch ziemlich hoch. Das Buch ist aber auf jeden Fall lesenswert und diesen seltsamen Rollentausch zu lesen, sollte man nicht verpassen.

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"14 Minuten Gelogene Wahrheit" von Sarah Lyu ist ein packendes Jugendbuch, dass mich sehr berührt hat. Die Geschichte wird aus Sicht der 17jährigen Remy erzählt, die gleich zu Beginn erleben muß, wie ihre erste große Liebe, Jack ausgerechnet von ihrer besten Freundin Elise erschossen worden ist. Remy kann sich nur bruchstückhaft erinnern, wie das Unfassbare passieren konnte. Sie muss sich erinnern, doch 14 entscheidene Minuten fehlen ihr,und so springen wir als Leser mit Remy in der Zeit hin und her und auch zurück zu dem Zeitpunkt an dem sie als trauriger Teenager auf die starke, selbstbewusste Elise trifft und sich nach langer Zeit endlich so angenommen fühlt, wie sie ist. Elise versteht sie, bestärkt sie und ist immer für sie da, sorgt bei Ungerechtigkeiten für Gerechtigkeit. In Remy`s Zuhause tobt ein Rosenkrieg, bei dem das junge Mädchen ständig versucht nicht zwischen die Fronten zu geraten.Auch bei Elise zu Hause läuft es alles andere als harmonisch. Sind die Beiden eine Schicksalsgemeinschaft wie es Elise Remy glauben machen möchte, und können sie einander Familie sein, wenn die eigene Familie so gar nicht funktioniert? Die beiden Mädchen wachsen immer enger zusammen, wobei Remy gar nicht merkt, wie sie nach und nach immer mehr von Elise vereinnahmt und emotional unter Druck gesetzt wird. Als Remy eines Tages Jack auf einer Party kennenlernt und sich verliebt, verändert sich die Beziehung zu Elise und sie sieht ihre Freundschaft erstmals kritisch. Auch wenn man ahnt, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird, ist es superspannend den Fortgang dieser toxischen Beziehung zu erleben. Elise`s Glaubenssätze haben sich nach und nach so tief in Remy`s Bewusstsein gegraben, dass es einen gruselt. Die Autorin versteht es wunderbar Remy`s Zerissenheit zu schildern. Fast spürt man selbst diesen inneren Konflikt und die ständigen Gewissensbisse von Remy, die sich schämt die Freundin in schwierigen Situationen im Stich zu lassen. Besonders im letzten Abschnitt des Buches wird es nochmal sehr emotional. Man leidet mit der Protagonistin mit, ist aber gleichzeitig beeindruckt von der Entwicklung, die sie gemacht hat, hin zu einem starken, gereiften Charakter. Ich kann diesen tollen Jugendroman mit Tiefgang nur wärmsten empfehlen.

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Wenn Leute reden, ohne etwas zu sagen, bin ich auch der Meinung, dass sie besser schweigen sollten. Aber so konsequent wie Mariella macht das wohl kaum einer. Seit der Scheidung ihrer Eltern schweigt Mariella. Sie schweigt zu Hause, in der Schule überall. Die Konsequenzen ihres Nichtredens sind für sie nicht angenehm, denn ihre Umwelt bringt ihr keinerlei Verständnis entgegen. Ihre Mutter reagiert hilflos, schreit sie an und schenkt ihr Goldfische, die genauso stumm sind wie sie. Der Vater möchte sich eigentlich gar nicht mit dem Problem befassen. Er hat jetzt ein neues Leben. Treffend resümiert Mariella: Sorgerecht heißt nicht immer, dass man sich darüber streitet, wer sich um das Kind kümmern darf, sondern, wer sich zu kümmern hat. In der Schule wird sie gemobbt. Selbst die meisten Lehrer schauen lieber weg, als ihr zur Seite zu stehen. Einzig der gehörlose Stan, den sie zufällig kennenlernt, akzeptiert Mariella wie sie ist. Still von Dirk Pope ist auf jeden Fall ein besonderes Jugendbuch, das zum Nachdenken anregt. Wird unsere Welt immer lauter? Muss man überall seinen Senf dazugeben? Es gibt so viele hohle Phrasen. Versprechen, die gebrochen werden. Ist es da nicht manchmal besser zu schweigen? Trotzdem hat mir etwas gefehlt. Die Charaktere waren mir nicht vielschichtig genug. Ich hätte gerne mehr HIntergrundwissen über die Nebenfiguren, auch über Stan gehabt. Den Sprachstil mochte ich auf jeden Fall. Mariella ist ein kluger Kopf, sie hat viele sehr treffende Gedanken, die ich mit ihr teile. Und sie analysiert ihre Situation auf den Punkt wie ich finde. Es gibt unterschiedliche Arten zu schweigen. Man kann beispielsweise ernst dabei sein - oder verbittert. Dann hat das Schweigen etwas Agressives, Trotziges, was es zu einem lauten Schweigen macht. Wahrscheinlich war es das, was ich bislang getan hatte und was die anderen derart provozierte. Vielleicht hätten dem Buch ein paar Seiten mehr ganz gut getan.

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