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Alle Rezensionen von adel69

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Worum geht es in dem Buch? Im Jahr 1956 muss Angelika Stein in Kassel die Schule abbrechen. Einige Zeit später bekommt sie die Chance, eine Ausbildung zur Fotografin zu beginnen. Sie meistert ihre Lehre vorbildlich und landet anschließend bei einer großen Tageszeitung. Dort muss sie sich in einer - in der damaligen Zeit - Männerdomäne als Frau behaupten. 1956 wird Christine Magold als Sportlerin für die DDR entdeckt und muss sich von da an einem harten körperlichen Training unterziehen. Sie meistert es mit Bravour. Als sie sich in einen westdeutschen Sportler verliebt, spürt sie die volle Härte des DDR-Systems, das Kontakte zu Westdeutschland nicht dulden. Sie muss eine Entscheidung treffen. Meine Leseerfahrung: Das Buch ist in der Vergangenheit in der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) verfasst. Der Leser bekommt abwechselnd Ereignisse aus dem Leben vorwiegend von Angelika und Christine mit. Das liest sich flüssig und interessant - denn in diesen Roman fließt immer wieder Zeitgeschichte ein. Die Hauptprotagonistinnen Angelika und Christine waren mir beim Lesen immer sympathisch. Ich fühlte mit ihnen mit. Ich habe auch viel Geschichtliches durch diesen Roman gelernt. Beispielsweise, welche Vorurteile gegenüber Frauen in den 1950er-Jahren bestanden. So muss sich Angelika als Fotografin gegenüber einigen profilierten männlichen Kollegen behaupten, kämpfen, um das tun zu dürfen, wofür sie fähig ist. Und damit ihre Arbeit die Würdigung erfährt, die sie verdient hat. Christine, die Top-Sportlerin, lernt, dass das DDR-System nicht nur Lob für seine Sportler übrig hat, sondern sie auch gewaltig unter Druck setzen kann. Als Leserin konnte ich sehr gut in die Handlung eintauchen und beim Lesen oft die Welt um mich herum vergessen. Lange Zeit habe ich mich gefragt, wie die Schicksale von Angelika und Christine zusammenhängen könnten - im Laufe des Buches offenbaren sich einige Bezugspunkte zwischen beiden Frauen. Der Schluss ist spannend und nicht vorhersehbar. Mich hat dieses Buch auf weitere Bücher der Autorin neugierig gemacht. Mir gefällt der Schreibstil und die Art, wie die Bücher der Autorin aufgebaut sind. Ich vergebe dem Buch "Lebenssekunden" fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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Worum geht es in dem Buch? Sieben Personen, die an einem Experiment von Professor Dr. Andreas Zargert teilnehmen sollen, werden durch eine SMS an einen anderen Ort zitiert. In ein baufälliges Schloss in der Nähe von Hannover. Ein Bus bringt sie dorthin. Sobald die Teilnehmer in dem Schloss sind, wird der Busfahrer ermordet. Anschließend spielt jemand, der sich "Janus" nennt, mit diesen sieben Personen und Hannah, die entführt wurde, und ins Schloss gebracht wurde, ein perfides Spiel. Die acht Personen müssen Aufgaben und Rätsel in verschiedenen Escape Rooms lösen. Diese Escape Rooms sind sehr aufwändig und clever gestaltet. So ist ein Escape Room beispielsweise eine Nachbildung eines Spielcasinos, ein anderer erinnert an eine Abflughalle eines Flughafens. Doch jeder Escape Room birgt Gefahren - tödliche Gefahren. Das merken die acht Personen in dem Schloss sehr bald, als immer wieder jemand gewaltsam zu Tode kommt. Hannah merkt sehr bald, dass sie die Lösung, wer "Janus" ist, weiß. Wenn sie sich nur erinnern könnte! In einer Parallelhandlung findet die Polizei den ermordeten Busfahrer und erfährt sehr bald von den vermissten Personen. Fieberhaft versucht die Polizei herauszufinden, wo Hannah und die anderen sieben Leute stecken könnten. Dabei befragen sie Professor Dr. Zargert und einen ehemaligen Studenten, der in einer psychiatrischen Klinik untergebracht ist. Doch es ist nicht einfach, herauszufinden, wer hinter "Janus" steckt, wie er "tickt" und, wo er und die vermissten Personen sich befinden¿. Meine Meinung zu diesem Buch: Nachdem das Buch in einer Fernsehsendung vorgestellt worden war, wollte ich es unbedingt lesen. Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit geschildert. Die Handlung konnte mich sofort packen und der Roman hat mich sehr gut unterhalten. Er ist durchweg spannend, die meisten dargestellten Personen sind nicht oberflächlich geschildert, sondern so, dass man als Leser mit ihnen mitfiebert. Nur "Janus" ist sehr rätselhaft, ein unsympathischer, aber durchaus cleverer Mörder. Als Leser will man wissen, wer diese lebensgefährlichen Spiele in den Escape Rooms überstehen wird - und wer hinter "Janus" steckt. Dabei ergeben sich immer wieder neue Wendungen - hervorgerufen beispielsweise durch zwei Jugendliche, die sich in die Nähe des Schlosses verirren. Das Buch ist nichts für Zartbesaitete, es schildert aber die Morde zum Glück auch nicht zu detailliert. Der Schluss überraschte mich total, aber das spricht für das Buch. Man meint irgendwann zu wissen, wer der Mörder ist - aber dann gibt es noch überraschende Wendungen und neue Erkenntnisse. "Raum der Angst" ist ein sehr gut zu lesender Escape-Room-Thriller, der in Deutschland spielt. Ein Buch, das von vorne bis hinten spannend ist - und selbst am Schluss noch mit unerwarteten Überraschungen aufwarten kann. Ich vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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In dem Roman "Der Klang der Wälder" geht es um einen jungen Japaner, namens Tomura, der in einer ländlichen Gegend in Japan wohnt und Klavierstimmer wird. Er besucht dazu eine Fachschule auf der Insel Honshu. Nach zwei Jahren Ausbildung findet er eine Stelle in einem Instrumentenhandel. Dort absolviert er eine Einarbeitungsphase von einigen Monaten. Anschließend besteht sein Berufsalltag vorwiegend daraus, zu Kunden nach Hause zu fahren, um deren Klavier zu stimmen. Es gibt viele Stammkunden, beispielsweise die Zwillinge Yuni und Kazune. Zwei hübsche junge Mädchen, die sehr begabt sind. Tomura stellt an sich selbst hohe Ansprüche. Er will perfekt werden - so perfekt wie sein Idol, der Klavierstimmer Itadori. Ich habe diesen Roman lesen wollen, weil ich festgestellt habe, dass der Schreibstil in Büchern, in denen es um Musik geht, oft lyrisch und besonders schön ist. Hier werden meine Erwartungen erfüllt - der Roman lässt sich gut lesen, die Sprache gefällt mir, es gibt viele Dialoge. Von der Handlung her ist der Roman wenig spektakulär. Tomura fährt herum und stimmt Klaviere - und er sucht den perfekten Klang. Von der Persönlichkeit her wirkt er auf mich oft hölzern und distanziert. Man erfährt kaum Privates über ihn - beispielsweise wird nie auf seine Hobbys Bezug genommen. Dabei stört es mich nicht, dass der Roman aus der Ich-Perspektive von Tomura erzählt wird. Auch wenn ich viel über den Berufsalltag eines Klavierstimmers und über Klaviere erfahre, bleiben die Personen in dem Roman für mich als Leserin so distanziert wie Tomura. Dabei sind sie alle sehr höflich und nett, machen sich hin und wieder Komplimente und sind sehr bescheiden, wenn jemand ihre Talente und Fähigkeiten lobt. Dennoch hat mich der Roman nicht gelangweilt. Die Autorin hat sehr viel Fachwissen über Klaviere eingeflochten - und ich habe die Entwicklung eines Klavierstimmers vom Berufsanfänger zum Profi mitbekommen. Tomura ändert seine Ansichten über den "perfekten Klang", je mehr Berufserfahrung er bekommt. Dabei spielen die Zwillinge Yuni und Kazune, deren Klavierspiel ihm sehr am Herzen liegt, eine große Rolle. Ich vergebe dem Buch "Der Klang der Wälder" vier Sterne.

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Worum geht es in dem Buch? Hannah ist die Enkelin von Evelyn, einer 95-jährigen Medizinerin im Ruhestand, die in einem Pflegeheim lebt. Immer wieder besucht Hannah ihre Großmutter und macht für sie Besorgungen. Dabei ist die Großmutter nicht einmal besonders nett zu ihr und kritisiert sie ständig. Evelyn wuchs in den 1920er-Jahren bei ihrer Tante Trude auf, der Schwester ihres Vaters Ulrich. Dieser starb bei einem Unfall, als Evelyn noch ein Kleinkind war. Evelyns Mutter Senta hatte Ulrich und Evelyn bald verlassen und war nach Berlin gezogen. Dort machte sie Karriere bei einer Zeitung und heiratete Julius Goldmann, einen jüdischen Mann. Als die Situation für die Juden in Deutschland gefährlich zu werden begann, konnten Senta und ihr Ehemann nach Dänemark fliehen. Durch Zufall erfährt Hannah, dass Julius Goldmanns Vater ein jüdischer Kunsthändlers war, der viele wertvolle Bilder in seinem Laden hatte, die allerdings geraubt wurden. Evelyn Ist Erbin dieser Bilder - wenn diese noch aufgefunden und zurückgefordert werden können. Hannah macht sich auf, die Geschichte ihrer Familie zu ergründen und nach dem Verbleib der Bilder zu forschen. Mit Unterstützung zweier Leute, namens Marietta und Jörg, findet Hannah viel heraus über ihrer Urgroßmutter Senta und ihre Großmutter Evelyn. Von den Bildern scheint eines besonders wertvoll zu sein - vielleicht ein Original des Malers Vermeer mit dem Titel "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid¿" Meine Meinung zu diesem Buch: Nach einer kurzen Einlesezeit war ich gepackt von dem Buch und der Handlung. Es ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit verfasst. Ich verfolgte gespannt, wie Hannah ihre Großmutter besuchte, nach der Geschichte ihrer Familie recherchierte, sich Gedanken über ihre Doktorarbeit machte und sich noch mit ihrem Liebhaber, dem verheirateten Professor Andreas befasste, von dem sie nicht wusste, ob er sie überhaupt liebte. Parallel dazu las ich die Geschichte von Senta und ihrer Freundin Lotte in den 1920er-Jahren, ich bekam mit, wie sich Trude um Evelyn kümmerte. Geschrieben ist alles interessant und mitreißend. Vor meinem inneren Auge entstehen Szenen aus Hannahs Leben, die sich in diesem Roman von einer Frau, die oft ausgenutzt wird, zu einer selbstbewussten Frau, die genau weiß, was sie will, entwickelt. Auch die Szenen aus Sentas und Evelyns Leben, beginnend in den 1920er-Jahren, sind packend und anschaulich geschildert, so dass mich die Lektüre des Buches insgesamt begeistern konnte. Als Leserin wollte ich wissen, was aus Senta und Evelyn wurde, ob die beiden als Mutter und Tochter irgendwie zusammenfinden können. Weiterhin wollte ich erfahren, was mit den Bildern, die Julius` Vater in seinem Laden hatte, passiert ist. Der Schluss ist anders als erwartet, aber dennoch nachvollziehbar. Ich habe ein Buch über starke Frauen gelesen, von denen mir Hannah und Senta sympathisch waren. Trude mochte ich weniger, und Evelyn und ihre Tochter Silvia sind Nebenfiguren. Ich vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung für "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid".

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Worum geht es in dem Buch? Die britische Lehrerin Margery Benson, genannt Marge, möchte sich ihren Kindheitstraum erfüllen. Sie will den goldenen Käfer in Neukaledonien finden, den sie in einem Naturkundebuch ihres Vaters gesehen hat. So wirft sie mit 47 Jahren ihren Job hin und organisiert im Jahre 1950 alles für ihre Reise in den australischen Kontinent. Als Begleiterin und Assistentin steht Enid Pretty zur Verfügung - zwar nicht Marges erste Wahl, aber immer noch besser als der traumatisierte Mister Mundic. Enid Pretty ist fast halb so alt wie Marge und das totale Gegenteil. Circa 25 Jahre alt, kokett, reizvoll - und das totale Plappermaul. Aber sie ist spontan und einfallsreich - und rettet somit sich und Marge aus so mancher abenteuerlichen Situation. Die Gegensätze zwischen den beiden Frauen sind anfangs krass - und Marge überlegt sich einige Male, wie sie Enid kündigen kann. Je länger die beiden Frauen miteinander reisen, desto mehr entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihnen. Sie brauchen einander, sie lernen voneinander. Und irgendwann teilen sie sich ihre Geheimnisse mit. Denn auch Enid hat eine Vergangenheit, über die sie anfangs nicht gerne redet. Und sie hat einen Traum. Marge und Enid erreichen nach einigen Abenteuern Neukaledonien, wo sie im Dschungel eifrig nach Käfern suchen. Doch sie sind nicht legal dort. Außerdem ist ihnen Mister Mundic auf den Fersen, der der Meinung ist, er müsse mit Margery Benson den goldenen Käfer suchen. Meine Meinung zu diesem Buch: Der Roman "Miss Bensons Reise ist aus der Perspektive des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit verfasst. Das Buch liest sich flüssig. Das liegt nicht nur an der Handlung, sondern auch an den beiden Frauen Marge und Enid. Enid war mir zuerst zu einfältig - und Marge zu unbeholfen und schwerfällig. Aber beide mit ihren Eigenheiten sorgen auch für amüsante Lesemomente. Humorvoll, ziemlich überzogen - aber auch charmant ist der Schreibstil der Autorin - und so war für mich das Lesen oft ein Genuss. Die beiden Frauen entwickeln sich. Waren sie am Anfang zu gegensätzlich, so lernt doch die eine von der anderen. Marge merkt, dass sie von Ends Spontanität und Einfallsreichtum profitieren kann. So gibt es Phasen während der Expedition, während der Enid Sachen organisieren kann, die gerade für die Expedition benötigt werden. Das ist nicht immer legal, aber nicht nur Marge, sondern auch als Leser beginnt man, Enid viel zu verzeihen. Und Enid weiß, dass Marge und ihre Expedition ihr einen willkommenen Deckmantel bietet, um ihrer Vergangenheit zu entfliehen. Als Leserin habe ich die beiden Frauen gerne auf ihrer Reise nach Neukaledonien und der Suche nach dem goldenen Käfer begleitet. Mit dem Ende des Buches habe ich etwas gehadert - und das musste ich erst einmal "sacken" lassen. Insgesamt gesehen hat mich das Buch aber sehr gut unterhalten, es hat mir Spaß gemacht, es zu lesen - und sicherlich wird es eines meiner Lesehighlights für das Jahr 2021 werden. Ich vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung für "Miss Bensons Reise" von Rachel Joyce.

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Worum geht es in dem Buch? John Chu ist chinesischer Abstammung, lebt in den USA und verdient seinen Lebensunterhalt als Gamer. Genauer gesagt als "Sherpa", also eine Person, die spielinteressierte Kunden durch diverse Online-Spiele leitet. Eines Tages soll er Mr. Jones im Auftrag von Mr. Smith durch Online-Spiele führen - also zeigen, welche Ausrüstung man dafür braucht, in welche Charaktere man schlüpfen kann, was bei den jeweiligen Spielen wissenswert ist etc. John Chu kann durch diesen Auftrag viel Geld verdienen, allerdings gibt es auch unklare Faktoren bei diesem Auftrag. Wer ist Mr. Jones? Könnte er vielleicht etwas mit der Volksrepublik Nordkorea zu tun haben? Die Lage wird für John Chu so gefährlich, dass sie eines Tages sogar Auswirkungen auf sein reales Leben hat. Meine Meinung zu diesem Buch: Vorab gesagt: Ich mache keine Online-Spiele - aber ich wollte mich durch diesen Roman in diese Welt entführen lassen und lernen, wie es in dieser Welt zugeht. Gelernt habe ich durch diesen Roman einiges. Geholfen haben mir dabei nicht nur die Handlung, sondern auch die Erklärung von Begriffen aus der Welt der Online-Spiele, die am Anfang der Kapitel sowie am Ende des Buches stehen. John Chu erzählt seien Erlebnisse aus der Ich-Perspektive im Präsens. Das hat mich beim Lesen nicht gestört. Gestört haben mich jedoch viele Nebenhandlungen und Gedanken von John, die für die Handlung nicht unbedingt relevant waren und dem Buch oft die Spannung nahmen. Das Buch war für mich oft nur zäh zu lesen - und lange vermisste ich einen "roten Faden", also einen durchgehenden Handlungsstrang, der für mich zu einem Roman gehört. Natürlich wollte auch ich wissen, wer der geheimnisvolle Mr. Jones ist. Am Schluss wird das aufgelöst - es war für mich eine Überraschung, aber auch kein Ende, das mich vollkommen zufriedenstellte. So wie mich die ganze Handlung nicht überzeugen konnte. Ich habe zwar einiges darüber gelernt, wie sich Menschen in Online-Spielen in Persönlichkeiten verwandeln, die sie im normalen Leben nicht sein können. Jedoch waren die meisten Charaktere sehr schemenhaft - so wie Comicfiguren. Nur John Chu war mir sympathisch. Wer Online-Spiele mag, sie immer wieder spielt und an einem Roman aus dieser Welt interessiert ist, kann dem Roman "88 Namen" von Matt Ruff vielleicht viel abgewinnen. Ich erwartete mehr Spannung. Deswegen vergebe ich drei Sterne.

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Worum geht es in dem Buch? Nick, ein Kriminalkommissar, ist von Berlin nach München gezogen und ermittelt in dem Brandanschlag auf die Diskothek "Liverpool" im Januar 1984. Dort gab es Verletzte und eine Tote. Die Polizei tippt, dass rivalisierende Gruppen im Rotlicht-Milieu etwas mit dem Anschlag zu tun haben. Dann aber taucht ein Bekennerschreiben aus Italien auf. Eine Gruppe, namens LUDWIG, gibt zu, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Deswegen wird Nick nach Italien geschickt, um dort zu recherchieren. Als Dolmetscherin begleitet ihn Graziella, die eigentlich als Reinigungskraft für das Kommissariat arbeitet. Graziella kann zwar nicht gut lesen und schreiben, aber sie kennt die italienische Mentalität - und erweist sich so für die Ermittlungsarbeit als wertvoll. Die beiden wälzen Akten und sprechen mit italienischen Ermittlern. Sie stoßen auf die Akten weiterer Attentate mit Toten und Verletzten in Italien, zu denen sich LUDWIG bekannt hat. Aber wer steckt hinter LUDWIG und warum wählt eine italienische Verbrecherorganisation einen deutschen Namen? Meine Meinung zu diesem Buch: Der Krimi ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit verfasst. Er begann interessant - es gefiel mir, dass der Autor etwas Münchner Lokalkolorit durch Dialoge authentisch rüberbrachte. Interessanter wurde der Krimi allerdings erst, als Nick und Graziella in Italien ermittelten. Sie wälzten Akten, sie überlegten, sie befragten Leute. Das alles bekam ich als Leserin lang und breit mit - und dadurch blieb oft die Spannung auf der Strecke. Ich merkte, dass die Ermittlungen rund um die diese Attentate in München und Italien sehr kompliziert waren. Die Idee, einen alten Kriminalfall aus München - der tatsächlich passiert ist - neu aufzurollen und in eine Krimihandlung zu packen, ist faszinierend. Jedoch fand ich den Krimi manchmal zu langatmig, die Ermittlungen zu kompliziert. Das störte meinen Lesefluss erheblich. Der Ermittler Nick war und blieb für mich ein blasser Charakter, interessanter war da schon Graziella. Das letzte Kapitel, in dem auf das wirklich passierte Attentat in München eingegangen wird und die Personen, die verdächtig sind, genannt werden, finde ich wichtig. Es rückt die ganze Kriminalhandlung des Buches noch in ein genaueres Licht und erklärt, warum der Autor den Roman so geschrieben hat, wie er es gemacht hat. Gesamt gesehen konnte mich das Buch jedoch nicht besonders packen, vieles zog sich in die Länge und wurde - für meinen Geschmack - zu ausführlich geschildert. Ich vergebe drei Sterne.

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Worum geht es in dem Buch? Der Ich-Erzähler Nicolas hat soeben Abitur gemacht. Seine Freude auf die Zukunft wird jedoch durch Liebeskummer getrübt. Da kommt Onkel Valentin - der Bruder seines Vaters - zu Hilfe, der Nicolas ablenken kann. Onkel Valentin, der Nicolas zeigt, dass man mit viel Geduld ein altes Auto zum Fahren bringen kann. Oder auch, dass man, wenn man eine gute literarische Figur erschafft, als Schriftsteller Karriere machen kann. Onkel Valentin hat mit Christopher eine solche literarische Figur erschaffen. Eine Figur, die weise ist, Ratschläge geben kann - aber auch Zukunftsperspektiven aufzeigen kann. Als eines Tages dieser Onkel Valentin stirbt, reist Nicolas mit seiner Frau und seinem Sohn zum Anwesen des Onkels. Als er versucht, den Nachlass seines Onkels zu regeln, begegnet er mehrmals Christopher - der Romanfigur seines Onkels -, der ihm klarmacht, dass er, Nicolas, sein Leben überdenken sollte. Warum soll er nicht die Geschichten, die er in sich trägt, zu Papier bringen? Warum soll er weiterhin in einem Beruf tätig sein, den er nur halbherzig ausfüllt? Nicolas ist in der Firma seines Vaters tätig, in der ein Mittel erfunden wurde, das verjüngende Wirkung auf Menschen haben kann. Doch ist dieses Medikament noch nicht marktreif. Es gibt so viele Fragen, die auf Nicolas einstürmen. Ist er überhaupt der richtige Geschäftsführer für diese Firma? Nimmt er sich überhaupt genug Zeit für seine Familie? Sollte er nicht lieber seinem Herzen folgen und sich mehr Zeit zum Aufschreiben seiner Geschichten nehmen? Meine Meinung zu diesem Buch: Dieses Buch hat mehrere Botschaften. Deswegen muss man es mehrmals lesen, um diese Botschaften komplett zu erfassen. Nach dem ersten Lesen war für mich das Buch eine Geschichte um einen Mann, der seinen Onkel verliert und nicht glücklich ist in dem Job in einer Firma, die sein Vater gegründet hat. Mit seiner Frau und seinem Sohn verbringt er nicht genug Zeit. In seinen Gedanken hat er Geschichten, der er seinem Sohn erzählt und die bei dem Sohn sehr gut ankommen. Während der zweiten Lektüre sind die Botschaften des Buches mehr zu mir durchgedrungen. Eine Botschaft lautet, dass man seine Talente weiterentwickeln sollte. Man soll auf sein Herz hören und das tun, was das Herz sagt, und nicht in einem Beruf verharren, in dem man nicht glücklich ist. Denn unser Leben ist nicht unendlich, wir haben nicht alle Zeit der Welt. Nicolas` Onkel Valentin hat genau das gelebt und sich auf die wesentlichen Ziele in seinem Leben fokussiert. "Das Buch eines Sommers" ist auf jeden Fall ein Buch, das ich noch einige Male lesen werde. Denn es regt mich in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken an. Man kann das Buch immer wieder zur Hand nehmen, lesen und sich fragen: "Wo stehe ich gerade in meinem Leben? Bin ich so zufrieden, wie es ist - oder gibt es da noch etwas Unerfülltes, das ich verwirklichen kann und das mich glücklicher macht?" Ich vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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Worum geht es in dem Buch? Die Handlung des Buches spielt in Toronto (Kanada). Mona wurde von ihrem Ehemann Russell erschlagen, der sich danach selbst das Leben nahm. Ihr Sohn Tom (9 Jahre alt) hat die beiden entdeckt und einen Notruf abgesetzt. Sonya, seine Tante, hat das Sorgerecht für ihn bekommen, aber sie kommt nicht mit ihm klar. Tom will nicht reden - zu tief sitzt noch der Schock über den gewaltsamen Tod seiner Eltern. Schließlich kommt Tom zu Rose, der zweiten Schwester von Mona. Sie wohnt in dem Haus an der Claremont Street mit ihrem Sohn Nick. Noch immer redet Tom nicht, aber bei Tante Rose und seinem Cousin Nick fühlt er sich besser. Zumal später Onkel Will - der Bruder seiner Mutter und seiner Tanten - ebenfalls in diesem Haus wohnt und trotz Toms Schweigen einen Zugang zu ihm findet. Tom, Sonya, Rose und Will versuchen, ihre Trauer um Mona und Russell zu verarbeiten. Sie erinnern sich zurück, sind aber auch mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Die Ehe zwischen Sonya und ihrem Mann Alex scheint am Ende - und Rose und Sonya kommen nicht miteinander klar. Darüber hinaus sucht Will einen Job, der ihn erfüllt. Und alle wollen, dass Tom wieder spricht. Meine Meinung: Der Roman ist aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit geschrieben. Oft ist die Handlung aus der Sicht von Tom geschildert. Tom ist sympathisch, sein Onkel Will ebenfalls. Mit Sonya und Rose musste ich mich beim Lesen immer wieder anfreunden. Sie mochten sich nicht und hatten immer wieder Streit. Ich habe das Buch gelesen, weil ich wissen wollte, wie es mit Tom weitergeht. Besonders nach diesem dramatischen, erschütternden Beginn des Romans. Ich wollte wissen, wo Tom letztendlich wohnen wird und ob er jemals wieder spricht. Vom Thema her ist das Buch interessant. Es geht um Familie - und das, was Familie bewirken kann, was Familie stark macht. Und gemeinsam als starke, geerdete Familie kann man auch Trauer verarbeiten. Beim Lesen fehlte mir jedoch oft der gewisse Kick - also eine Spannung, das gewisse Etwas , das ein Buch durchgängig interessant macht. Oftmals plätschert die Handlung vor sich hin, es passiert wenig - und ich fragte mich beim Lesen, wann das Buch richtig interessant werden würde, also ein Wendepunkt passieren würde. Es hat mir gefallen, wie sich die Familie im Laufe des Romans entwickelt. Jedoch ist mir die Handlung oft zu verhalten , so dass ich für die Lektüre letztendlich nur drei von fünf Sternen vergeben kann.

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Worum geht es in dem Buch? Arnold Kahl ist 53 Jahre alt und hat sich gerade - irgendwann im Jahr 2020 - mit seiner Frau Kathrin über den Klimawandel gestritten. Im nächsten Moment ist er plötzlich 78 Jahre alt, befindet sich im Jahre 2045 und liegt in einem Altersheim der Zukunft, in dem er von einem Roboter, namens Gustav, betreut wird. Arnold gerät in Panik - denn er weiß nicht, wie und wann er in dieses Altersheim kam und was in den vergangenen 25 Jahren passiert ist. Verzweifelt versucht er, sich zu erinnern. In seiner Erinnerung tauchen seine Kameraden Olaf, Uli und Walter auf, mit denen er zum Bowlen ging und ein Bier trank. Auch an seine Frau Kathrin, seine Tochter Pia und die Enkelin Hermine erinnert er sich noch gut. Aber 25 Jahre später ist er von Kathrin geschieden, Pia und Hermine leben irgendwo, wo er sie nicht finden kann. Er lebt in einem System, in dem vieles aus "Nanobots" besteht und ihm sein Schlafanzug sagen kann, welche Krankheiten er hat. Auch Gustav, sein Roboter, besteht aus Nanobots. Gustav funktioniert - und wenn er Gefühle hat, wird das als "Fehlfunktion" gewertet. All das ist ziemlich rätselhaft und beschäftigt Arnold. Er sucht Kathrin, die seinen Erinnerungen vielleicht auf die Sprünge helfen kann¿ Meine Meinung zu diesem Buch: Das Buch ist aus der Ich-Perspektive im Präsens geschrieben und ist von Anfang an interessant und amüsant. Viele Dialoge lockern die Handlung auf und machen das Lesen angenehm. Es ist ein Roman, der sich vorwiegend um Ereignisse dreht, die in der Zukunft spielen. Es gibt keine Monster oder düsteren Szenerien, wie man sie oft in Romanen, die in der Zukunft spielen, findet. Die Handlung ist eher humorvoll. Der Autor zeigt eine Welt mit kreativen Erfindungen, die das Leben von Rentnern erleichtern und abwechslungsreich gestalten können. Dennoch werden alle kontrolliert - außer, wenn sie aus diesem System fliehen. Arnold versucht also nicht nur zu erfahren, was in den vergangenen Jahren in seinem Leben los war - er muss auch eine Entscheidung treffen, ob er weiterhin in diesem System leben will. Geschrieben ist alles mit einem Augenzwinkern. Dabei wirkt die Handlung nie überdreht oder albern. Manchmal schwingt auch Ernsthaftigkeit mit - und man fragt sich beim Lesen, wie es einem selbst wohl im Alter von 78 Jahren gehen wird. Arnold wurde offensichtlich in dieses Altersheim abgeschoben - seine nächsten Angehörigen kümmern sich nicht um ihn. Sein Ansprechpartner ist lediglich der Roboter Gustav, der beim Leser äußerst sympathisch rüberkommt - vielleicht, weil es sich hier nicht mehr um das neueste Modell eines Roboters handelt, sondern um einen Roboter, der wegen mancher Fehlfunktionen auch mal menschlich ist. Beim Lesen habe ich immer wieder über den Einfallsreichtum des Autors gestaunt, der Nanobots erfindet, Institutionen, die Wünsche erfüllen, und anderes mehr. Gelesen habe ich das Buch, weil ich wissen wollte, was in den Jahren, an die sich Arnold nicht erinnern kann, mit ihm passiert ist. Der Schluss des Buches hat mich erstaunt - aber ich finde diesen Schluss auch in Ordnung und nachvollziehbar. "Im nächsten Leben wird alles besser" ist ein Buch, das ich so noch nie gelesen habe. Es hat mich amüsiert, zum Nachdenken gebracht - und von vielen aktuellen Problemen abgelenkt - und das ist gut so! Ich gebe fünf Sterne für dieses Buch und eine Leseempfehlung.

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