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Alle Rezensionen von Jörg Weinhold

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Wunderbare Coming of Age-Geschichte aus der Zeit vor dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus. Gekonnt geschrieben, mit viel Einfühlungsvermögen in die Charaktere und ihre Handlungsweisen. Dabei legt die Autorin Wert darauf, die Auswirkungen des Zeitgeschehens auf den nur scheinbar privaten Bereich zu beleuchten, was ihr auch sehr gut gelingt. Für Menschen, die sich an die Zeit Ende der 80er Jahre erinnern können, eine spannende Zeitreise. Für alle anderen die Erkenntnis, dass die Menschen auch in der damaligen Epoche nicht grundlegend anders gestrickt waren als heute. Ein Roman mit Tiefgang und viel Sympathie für die Figuren, der an keinem Punkt langweilig oder sentimental wird. Schade eigentlich, dass er bis jetzt bei keiner der relevanten Literaturauszeichnungen in der Auswahl war.

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Betrachtet man den Roman als Krimi, so kann er mit einer originellen Grundidee, einer charismatischen Ich-Erzählerin, liebenswert gezeichneten Charakteren und einem gelungenen Twist am Ende punkten. Das ist schon mal deutlich mehr, als viele andere Vertreter dieser Gattung sonst so zu bieten haben. Zwar gibt es in diesem Genre keine echten Überraschungen mehr, weil alles schon mal da gewesen zu sein scheint. Das gilt auch hier, die Auflösung kennt man z. B. bereits von Agatha Christie. Dennoch muss ich gestehen, dass ich das Ende nicht habe kommen sehen. Es wäre m. E. allerdings ein Fehler, das Buch ausschließlich als Krimi zu betrachten. Die Assoziationen und gedanklichen Verknüpfungen, die den Roman beherrschen, machen mindestens so viel Vergnügen wie die Handlung selbst. Manche Sätze muss man ganz bewusst auf sich wirken lassen. Sie laden dazu ein, länger über das Geschriebene nachzudenken. Da steckt viel Menschenkenntnis, Witz und Tiefgründigkeit drin. Seitenhiebe auf die katholische Kirche darf man von der Autorin erwarten - und bekommt sie auch zuverlässig geliefert. Dass Olga Tokarczuk ihr Handwerk versteht, kann man nicht übersehen: Allein die Beschreibungen der Landschaft und des Dorfes zu lesen, ist ein großes Vergnügen. Wer allerdings unbedingt eine Botschaft erwartet, wird enttäuscht werden: Das Buch ist breit interpretierbar und steht am Ende für sich selbst. Es bietet aber viele Denkanstöße, nachwirkende Schilderungen und ungewöhnliche Perspektiven. Ein anspruchsvolles Lesevergnügen, das sich als Whodunit getarnt hat.

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Ohne Übertreibung ist Der unsichtbare Freund eins der kuriosesten Bücher, das ich je gelesen habe. Im ersten Drittel ist es tatsächlich unheimlich und gruselig. Ein Roman, bei dem man abends nach dem Lesen noch ein paar Minuten das Licht anlässt. Aber dann driftet die Geschichte in einen völlig überzogenen, abstrusen Kampf zwischen Gut und Böse ab, dem ich mit immer größerem Widerwillen gefolgt bin. Auch da gibt es immer wieder mal spannende Momente bzw. interessante Szenen, aber am Ende war ich einfach nur froh, dass der Blödsinn endlich vorbei war. Wo kommt dieser negative Eindruck her? Die Antwort ist recht simpel: Der Autor verfügt nicht über das nötige schriftstellerische Handwerkszeug, um die Geschichte fesselnd zu entwickeln und zu Ende zu bringen. Er startet gut (z. B. ist der Perspektivwechsel im ersten Kapitel super umgesetzt), lässt dann aber stark nach. Wirkung kann er nur über Szenen und Abläufe erzeugen, nicht über Sprache. Man merkt deutlich, dass er sein Handwerk ansonsten als Drehbuchschreiber ausübt. Dieses filmische Herangehen funktioniert im ersten Drittel, dem gruseligen Part, auch wunderbar. Aber danach wird es in der Häufung märchenhafter Horrorelemente einfach nur noch ermüdend. Ausdruck dieser schriftstellerischen Hilflosigkeit sind auch die vielen Mätzchen, die er einbaut: Ein Satz zieht sich z. B. über 6 Seiten, je Seite ein Wort. Das Wort ZSCHHHH.... wird mit versetzten Buschstaben von oben nach unten so geschrieben, dass es aussieht, als krieche eine Schlange einen Baum herunter. Unterschiedliche Schriftgrößen und Typen werden immer wieder eingesetzt. Das mag ja alles ganz nett sein, kann aber Wortgewandheit nicht ersetzen. Käufern des ebooks sei allerdings geraten, die Schriftart im Verlagsstandard zu belassen. Alle anderen Varianten sehen auf dem Tolino deutlich schlechter aus. Drei Sterne gibt es des gelungenen ersten Drittels wegen und weil die Idee für den Rest des Buches zumindest sehr ungewöhnlich ist. Der Roman wird gerne in einen Zusammenhang mit Stephen King gestellt und es wäre auch interessant zu lesen, was ein Vollblutschriftsteller wie dieser aus dem Stoff gemacht hätte. Im Vergleich mit dem Meister zieht Stephen Chbosky leider in allen Belangen den kürzeren.

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Der Roman ist mit seinen 189 Seiten (laut Anzeige des Tolino sind es sogar nur 141) ein recht kurzes Vergnügen. Die Handlung spielt im Jahr 1969 rund um die Mondlandung und schildert u. a. die ersten erotischen Erlebnisse des 11-jährigen Tobias. Viel Zeitgeschehen, großartige Charaktere, hinreißende Dialoge - alles konsequent aus der Perspektive eines Jungen erzählt. Einige Szenen schreien regelrecht danach, verfilmt zu werden und haben das Zeug, Klassiker zu werden. Da gibt es kein Gut oder Böse, alle Personen sind Kinder ihrer Zeit und handeln so, wie es ihnen möglich ist. Die verklemmten Moral- und Sexualvorstellungen der Zeit werden spürbar und nachvollziehbar. Man mag das manchmal arg stereotyp finden, aber es ist eben einer dieser Romane, bei denen man nach dem Lesen bedauert, dass er vorbei ist. Einfach, weil man sich nicht von den Figuren trennen möchte. Routiniert geschrieben und von Beginn bis Ende unterhaltsam und nachdenklich stimmend. Für mein Empfinden ist dieser kleine Roman ein ganz großer Wurf. Schön, dass er in der Auswahl zum Deutschen Buchpreis war, sonst hätte ich ihn vielleicht nicht entdeckt. Und da wäre mir dann wirklich etwas entgangen.

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Keine Frage: Diesen Thriller legt man nur ungern zur Seite und möchte ihn am liebsten in einem Rutsch durchlesen. Er ist gut konstruiert (wenn auch teilweise arg übertrieben), hat eine ungewöhnliche Prämisse, überrascht mit einigen Perspektivwechseln und bemüht sich außerdem um Relevanz, indem er die japanische Leistungsgesellschaft kritisch hinterfragt. Sprachlich kommt der Text recht simpel daher, wobei sich nicht sagen lässt, ob dies auch im Original so ist oder daran liegt, dass hier die Übersetzung ins Englische für die deutsche Fassung herangezogen wurde. Sei es wie es sei: Der Thriller ist spannend, kurzweilig und geht ungewöhnliche Wege. Liest sich schnell weg, bleibt aber durchaus noch eine Weile im Gedächtnis.

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Ein Mystery-Thriller, der nur bedingt überzeugen kann. Erst dauert es sehr lange, bis man in der Handlung ankommt. Dies liegt in erster Linie daran, dass die Figuren eher eindimensional und nicht sonderlich überzeugend beschrieben werden. Da jagt leider ein Klischee das andere. Circa zur Hälfte des Buches wird es dann besser und der Roman kann den Leser doch noch mit atmosphärisch dichten Szenen gefangen nehmen - um am Ende wiederum mit einem nicht unbedingt überzeugenden Finale aufzuwarten. Die Autorin konnte sich nicht so recht entscheiden, ob sie einen Krimi, einen Grusel- oder Miysteryroman schreiben wollte. Die Inhaltsangabe klingt faszinierend, der Roman kann das aber nur in wenigen Momenten einlösen. Es gibt so viele wirklich gute Thriller und Gruselgeschichten auf dem Markt - da kann Kalte Wasser schlicht nicht mithalten und ist deshalb überflüssig. Schade um die eigentlich doch faszinierende Grundidee.

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Die Bücher von Pierre Boileau und Thomas Narcejac führen allesamt den Leser in die Irre: Die Ereignisse scheinen übernatürlich und unerklärlich, sind immer verwirrend und auf ihre Art unheimlich - um sich am Ende doch logisch aufzuklären. Man ist meist völlig verblüfft ob der Einfachheit der Auflösung und fragt sich, warum man das nicht hat kommen sehen. Wer solche mysteriösen Psycho-Krimis mag, ist auch mit diesem Buch hervorragend bedient. Der Roman ist recht kurz (ebenfalls typisch für die Autoren), beschränkt sich sprachlich und inhaltlich auf das Wesentliche und baut dennoch jede Menge Atmosphäre auf. Das will gekonnt sein - und ist es hier auch. Im vorliegenden Buch wird die Auflösung nicht in einer großen Überraschung zum Schluss präsentiert, sondern die Hauptperson Duval erschließt sich auf den letzten 40 Seiten Schritt für Schritt, wie es gewesen sein muss. Das ist eine zwar nur geringe, für mein Empfinden aber gelungene Abwechslung vom sonstigen Strickmuster der Autoren. Nicht die beste Arbeit des Duos, aber ein fesselnder, spannender und mitreißender Pageturner ist das allemal.

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Der Roman wird vom Verlag als Frauenbuch beworben. Dem würde ich mich nur dann anschließen, wenn die Tatsache, dass er von einer Frau geschrieben wurde und die drei Hauptfiguren Frauen sind, schon für diese Klassifizierung ausreicht. Die Kategorisierung ist also Quatsch, auch Männer dürfen sich an das Werk trauen. Es ist ein klassisch daherkommender Familienroman über drei Generationen, der die Fragen von Herkunft, Abstammung, Umwelt, Kultur und Erbgut nebenher abhandelt. Im Mittelpunkt steht die Großmutter, für die es das Normalste von der Welt ist, andere abzuqualifizieren, Entscheidungen für sie zu treffen, sie zu bevormunden. Selbstkritik ist ihr ein komplettes Fremdwort. Wozu sollte die auch gut sein, wenn man nun mal alles richtig macht und besser weiß? Der Gedanke, dass sie am Unglück ihrer Tochter und Enkeltochter Schuld tragen könnte, kommt ihr logischer Weise auch nicht. Es ist durchaus eine Kunst, einen Roman über eine solche Person in der Ich-Form zu schreiben, ohne dass sie komplett widerlich wirkt. Bei aller Überheblichkeit und Gnadenlosigkeit, welche die Oma an den Tag legt, glaubt man ihr doch, dass sie überzeugt ist, stets nur das Beste zu wollen. Obwohl die Grundkonstellation also die eines Dramas ist, ist das Buch dennoch sehr witzig und voller skurriler Einfälle. Der Unterhaltungswert ist hoch und das Lesen macht richtig Spaß. Lediglich im letzten Drittel verliert das Werk etwas an satirischer Schärfe und Richtung, wofür es den einen Stern Abzug gibt. Trotzdem ein lesenswertes Buch.

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Das Buch beinhaltet 7 Kurzgeschichten von Joyce Carol Oates, wobei die erste Geschichte von der Länge her schon eher eine Novelle als eine Kurzgeschichte darstellt. Handwerklich sind alle 7 Stories erstklassig umgesetzt - wie man es von der Autorin ja kennt und auch erwartet. Treffende Beschreibungen, welche die Figuren en passant charakterisieren und in jeder Geschichte eine düstere Atmosphäre, in welcher die Handlungen unvermeidlich auf menschliche Abgründe zuzulaufen scheinen - der Titel der Sammlung ist wirklich vortrefflich gewählt. Inhaltlich sind die Geschichten zwischen verschiedenen Genres angesiedelt: Krimi, Thriller, Grusel, Horror, Psychodrama - da ist von allem etwas dabei und wird auch teils innerhalb der Geschichten vermischt. Dem kann man sich kaum entziehen, jede der Geschichten weiß den Leser zu packen. Das einzige Manko: Ausnahmslos alle Geschichten haben keinen richtigen Schlusspunkt, der im Gedächtnis bleiben würde. Im Gegenteil sind die Stories mehrheitlich gefühlt zu früh (vor dem eigentlich erwarteten Höhepunkt) vorbei. Da dies für alle sieben gilt, darf man hier getrost unterstellen, dass Joyce Carol Oates das genau so beabsichtigt hat. Es ist auch nicht schlecht, führt aber leider dazu, dass das Gelesene kaum nachwirkt und man die Geschichten zum Teil schon kurz nach dem Lesen wieder vergessen hat. Insgesamt aber eine äußerst lesenswerte Sammlung ungewöhnlicher Geschichten, deren Umsetzung nur top genannt werden kann. Den Stern Abzug gibt es dennoch für die nach meinem Empfinden unbefriedigenden Auflösungen der Handlungen.

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Die Geschichte dürfte fast jeder kennen, denn die Verfilmung von Roman Polanski ist natürlich ein Allzeit-Klassiker, der bereits ungezählte Male im Fernsehen lief. Und es ist einer dieser Filme, der sich sehr eng an die Vorlage hält und nur marginale Abweichungen in der Schlussszene zulässt. Man kennt die Inhalte also schon - trotzdem ist das Buch ein Erlebnis. Die durchgängig unheimliche bis beklemmende Atmosphäre steigert sich immer mehr bis zum auch heute noch faszinierenden Finale. Immer wieder hofft und leidet man mit Rosemary mit. Und ein ums andere mal scheint sich alles rational aufzulösen - nur um der nächsten schaurigen Begebenheit Platz zu machen. Die Unsicherheit der Protagonistin, ihre Ängste, Hoffnungen und Gedankengänge - all das macht man sich als Leser zu eigen. Sprachlich ist das dabei absolut auf den Punkt erzählt - man hat das Gefühl, das hier nicht ein einziges Wort unbedacht oder gar überflüssig wäre. Wenn eine dermaßen faszinierende Geschichte so sensationell gut erzählt wird, kann das natürlich nur fünf Sterne geben. Da stört es auch überhaupt nicht, dass das Thema Satansanbetung und Sekten heute eigentlich ziemlich altbacken und zu oft abgehandelt ist: Rosemarys Baby ist trotzdem düster, bewegend und beunruhigend und trifft immer noch mitten ins Schwarze.

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