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Alle Rezensionen von carathis

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Ein finsterer Dämon bedroht das Königreich Neraval und nur Prinz Tymur, sowie seine ungewöhnlichen Gefährten können das Unglück noch abwenden. Sie begeben sich auf eine lange Reise ins Nebelreich, in der Hoffnung, dort magische Hilfe zu bekommen. Die Handlung an sich kommt recht schleppend in Gang, was aber größtenteils daran liegt, dass die Charaktere und auch die neue Welt erst einmal vorgestellt werden. Dies liest sich aber keineswegs langweilig, sondern besticht durch liebevolle Details und auch Witz. Besonders das Aufeinandertreffen von Prinz Tymur mit dem Fälscher Kevron ist filmreif beschrieben. Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass die Magie hier nicht unbedingt eine vordergründige Rolle spielt. Es zaubert und hext nicht jede Figur, sondern nur ausgewählte und ausgebildete Personen. Wobei diese auch nicht zwingend höher gestellt sind als andere, wie es in vielen anderen Fantasy-Büchern der Fall ist. Die Magie erstreckt sich eher subtil über verschiedene Bereiche der Handlung. Zwar gibt es auch Magier, eine geht auch mit auf die Reise, aber wir treffen auch auf verzauberte Wälder und unheimliche Gestalten, sowie ein ganzes Volk von Nebelwesen. Diese vielfältigen Ausprägungen der fantastischen Potentiale haben mir an diesem Buch gut gefallen. Auch die Interaktionen der Figuren waren für mich interessant und modern, denn auch Diversität kommt hier zum Tragen. Einziges Manko am Buch, wofür es auch einen Stern Abzug gibt, ist die Tatsache, dass die Geschehnisse doch etwas zäh aufeinander folgen. Ich hätte erwartet, dass sich die Reise nicht das ganze Buch über erstreckt, was aber leider der Fall war. Auf der anderen Seite hat die Autorin das Ende so spannend und unerwartet gestaltet, dass das Lesen des zweiten Teils auf jeden Fall ein Muss sein wird.

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Dolly Alderton liefert uns mit Alles, was ich weiß über die Liebe einen sehr offenen und ehrlichen Einblick in ihr Gefühlsleben als junge Frau. Beginnend mit den ersten aufregenden MSN-Chats in den 90ern bis hin zu Tinder-Dates, die katastrophal enden, dürfen wir sie begleiten. Zu Beginn war ich ab und zu etwas schockiert über die Situationen, in denen sie gelandet ist und über die sie ohne Verschönerung schreibt. Die Drogen- und Bettgeschichten waren teilweise etwas unglaubwürdig. Trotzdem nehme ich an, dass Alderton durch ihre schonungslose Aufarbeitung nicht nur sich selbst, sondern auch der ein oder anderen jungen Frau helfen kann, die mit sich selbst und ihrem Liebesleben nicht im Reinen ist. Denn, Ja, wir sind alle nicht perfekt, das können wir aus diesem Buch lernen. Wir haben alle unsere Macken, und doch können wir geliebt werden, wenn wir uns so akzeptieren wie wir sind. Das war mein Fazit, welches ich aus der Lektüre gezogen habe. Alderton durchläuft hierfür eine Reihe von Therapiesitzungen und nächtelangen Gesprächen mit ihren besten Freundinnen, die zu ihrer Familie geworden sind. Es passieren auch sehr dramatische Dinge, die sie lehren, wie wertvoll doch das Leben ist. Und dass man es auskosten muss. Die letztliche Entwicklung, die sie durch diese vielen Aufs und Abs erfahren hat, lassen einen als Leser definitiv nicht kalt. Und ich schätze, dass jede Leserin für sich ein wenig mitnehmen kann: Aufmunterung, Unterstützung und Motivation. Und Männer können definitiv etwas über die Psyche der Frauen lernen. Aufgelockert werden die intensiven Anekdoten durch Rezepte oder auch schreiend komischen und absurden Emails (z.B. Einladungen zu Junggesellinnen-Abschieden). Durch diesen Aufbau bringt Alderton eine gewisse Leichtigkeit in das Buch, die ich als sehr angenehm empfand.

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Kann man sich heutzutage überhaupt vorstellen, wie es gewesen wäre zu Zeiten der Nationalsozialisten in Berlin zu leben - entweder auf der Seite der Juden, der Liberalen oder gar der Nazis selbst? Wahrscheinlich ist dies für viele wirklich schwierig. Gerade der Blickwinkel junger Leser unter 30 ist doch hauptsächlich geprägt durch Filme oder Schulunterricht. Und was lernt man daraus? Meist, dass es nur Schwarz und Weiß, Gut und Böse gibt. In Stella ist das ganz anders. Man wird von Takis Würger ins Graue Zwielicht geführt, hinein in die Abgründe und Glanzseiten der Protagonisten, die auf den ersten Blick leicht in Kategorien einzuordnen sind. Doch dies ist nur ein Trugbild. Anhand einer Liebesgeschichte zwischen einem jungen, naiven Schweizer und einer ebenfalls jungen, aber so gar nicht unschuldigen Berliner Sängerin wird dem Leser ein Bild der tiefen Kluft zwischen Moral und Wahrheit aufgezeigt. Um seinem angestaubten Elternhaus zu entkommen, bricht Friedrich auf, um in der deutschen Hauptstadt, der kein gesund denkender Mensch in Kriegszeiten einen Besuch abstatten würde, das Leben zu spüren. Dort trifft er auf Kristin, die ihn magisch in ihren Bann zieht und dann nicht wieder los lässt. Die Beziehung der beiden ist in vielerlei Hinsicht rational nicht nachzuvollziehen. Die Handlungen der beiden teils absurd, teils widersprüchlich - aus der heutigen Sicht. Mich hat dabei oft ein Unwohlsein ergriffen, dass mich zweifeln ließ, an der Geschichte und an den Figuren. Aber letztlich bildet diese Liebe nur den Rahmen für das eigentliche Thema, die Verfolgung der Juden im Dritten Reich und die Rolle, die verschiedene Personenkreise darin innehatten. Für mich ist es wichtig hier zu unterscheiden, zwischen dem Offensichtlichen und dem dahinterliegenden Teil des Romans. Der stille, aber für mich grundlegende Part, die historischen Begebenheiten, die durch Zitate aus Gerichtsakten untermauert wurden, erschließt sich erst mit der Zeit. Er bedarf des Nachdenkens, des Hintergründe Recherchierens und einem offenen Geist. Dies vorausgesetzt, eröffnet Stella neue Blickwinkel auf schon oft Gehörtes und hat mir gezeigt, dass manchmal eindeutige Fakten, hinterfragt werden müssen. Leider muss man sagen, dass ab und zu die öffentliche Debatte um Bücher dazu führen kann, dass die Lektüre darunter leidet. In Diskussionen offen gelegte Hintergründe oder auf Klappentexten gedruckte Vorgriffe auf die Handlung haben mir hier die Freude beim Lesen ein wenig verdorben . Am Ende bleibt bei mir die historische Aufarbeitung hängen, das Abbild der Gesellschaft und die Auseinandersetzung mit falschen Persönlichkeiten. Das Wie, also die Liebesgeschichte, die ein wenig fades Beiwerk für die eigentliche Botschaft war, wird doch eher schnell in Vergessenheit geraten. Trotzdem empfehle ich dieses Buch Menschen, die sich aktiv mit der deutschen Geschichte auseinander setzen möchten, eine gewisse Vorbildung mitbringen und bereit sind, sich von harten Rollenbildern zu lösen.

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Philip Pullman legt etwa 15 Jahre nach Abschluss seiner Der Goldener Kompass/His Dark Materials -Trilogie die Vorgeschichte zu Lyras Abenteuern vor, die nun als Hörbuch hervorragend durch Rufus Beck vertont wurde. Malcolm ist ein intelligenter Junge, der meistens nach der Schule bei seinen Eltern im Gasthaus Zur Forelle aushilft oder auch bei den Nonnen im benachbarten Kloster. Dabei schnappt er das ein oder andere Geheimnis auf, wenn sich die Gäste unterhalten und unbeobachtet wähnen. Außerdem ist er gern mit seinem Kanu La Belle Sauvage auf der Themse unterwegs. Eines Tages beobachtet er ein Verbrechen, das den Lauf seines jungen Lebens erheblich verändern wird. Zum Glück trifft er auf die freundliche Wissenschaftlerin Hannah, die ihn in die Geheimnisse einweiht, die gerade in England umgehen, und ihm auch die Welt der Bücher eröffnet. Leider verliert sich diese sympathische Figur in der zweiten Hälfte des Buches. In dieser zweiten Hälfte zwingt eine große Flut Malcolm dazu, Lyra zu Hilfe zu eilen und sie auf eine große Tour im Kanu mitzunehmen. Dort warten so allerlei Gefahren auf die beiden. Allerdings kam es mir ab und zu dann so vor als würden sich die Vorkommnisse wiederholen. Es hätte also dort etwas kürzer gefasst werden können. Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass Lyra und die Ereignisse aus der Kompass-Trilogie kaum in dieser Geschichte vorkommen, aber das war zum einen überhaupt nicht tragisch und letztlich begegnen einem im Laufe des Buches immer wieder Figuren, die einem schon gekannt sind. Somit wird dann auch die Brücke zur alten Story geschlagen. Insgesamt hat mir die Geschichte und vor allem der Sprecher unglaublich gut gefallen, auch wenn ich mittlerweile schon etwas älter bin und nicht mehr unbedingt zur Zielgruppe gehöre. Kleinere Abstriche würde ich machen, da die spannenden Geheimnisse rund um Oakley Street am Ende keine Rolle mehr spielen, da hätte ich mir ein Wiederaufgreifen der Themen gewünscht. Trotzdem empfehle ich dieses Buch allen Freunden von Lyra und den putzigen Dämonen wärmstens weiter.

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Lutz Geißler ist ein Brotbackgenie und hat bereits mehrere erfolgreiche Sachbücher über die Herstellung der nahrhaften Laibe verfasst. Aber hier haben wir kein einfaches Sachbuch in der Hand, sondern eine Hommage an das sinnliche Verfahren der Sauerteigherstellung und -verarbeitung. Für dieses Neuwerk hat er sich Judith Stoletzky an die Seite geholt, um mit ihr dieses kleine aber feine Werk zu schaffen. Man darf keine genauen Anleitungen erwarten, aber das Büchlein wird einen mit seiner leidenschaftlichen und humorvollen Art auf jeden Fall mit dem Sauerteig-Fieber anstecken. Man erfährt, wie es sich anfühlt, Mutter oder Vater eines Lebewesens zu sein, dass gefüttert und gepflegt werden will, und am Ende bekommt man sogar saftiges, gesundes Brot zurück. Mir hat ca. 750 g Glück nicht nur gut gefallen, weil ich selbst schon Erfahrung im Brotbacken habe, sondern vor allem, weil es mich oft zum Schmunzeln brachte und der ein oder andere Ja-Stimmt, so fühle ich das auch -Moment auftauchte, den ich nie so in wundervolle Worte hätte fassen können. Einige neue Dinge habe ich zusätzlich auch noch gelernt. Insgesamt ist dieses Buch für all jene zu empfehlen, die wissen wollen, wie der zur Entschleunigung beitragende Sauerteig tickt und dabei noch gut unterhalten werden wollen.

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Ina, Gero, Elli und Rüdiger kennen sich schon aus Kindertagen und treffen sich nun, etwa 40 Jahre später wieder um an ihre Ermittlertätigkeiten von früher anzuknüpfen. Damals als Schüler lösten sie schon den ein oder anderen kniffligen Fall, kommunizierten mit ihrer eigenen Geheimsprache und waren immer dicke Freunde. Nun sind sie erwachsen und ein wenig auseinander gedriftet, haben unterschiedliche Lebenswege beschritten. Trotzdem reicht ein Brief von Ina um die VIER wieder zu vereinen. Ina hat einen Verdacht: auf einem Kreuzfahrschiff wird Elfenbein geschmuggelt. Und es wäre doch gelacht, wenn die VIER diesem Fall widerstehen könnten. Also packen sie ihre Koffer und beziehen ihre Kabinen auf dem Dampfer. Mir waren die VIER von Anfang an sympathisch. Sie haben alle ihre Eigenheiten, die durch das Autorenduo, Elisabeth Frank und Christian Homma, sehr anschaulich und mit guten situativen Beispielen untermalt werden. Auch der Humor kommt definitiv nicht zu kurz. Der Fall an sich ist vielleicht für eingefleischte Krimi-Fans ein wenig zu flach, aber für mich stand hier auch die Umgebung, das Flair und die persönliche Ebene im Vordergrund. Und diese Themen machen das Buch zu einem vielschichtigen Reisekrimi, bei dem der Fall doch am Ende noch die ein oder andere unvorhergesehene Wendung nimmt und somit die Spannung hoch hält. In der hiermit verbundenen Leserunde haben die Autoren bereits von weiteren Romanen mit den VIER gesprochen, die an anderen interessanten Reiseorten spielen, wie z.B. Venedig. Auch das entgegengebrachte Interesse der beiden und die Offenheit für Kritik und Verbesserungsvorschläge waren ausgesprochen angenehm. Dies, und auch die Qualität des Romans, wird mich mit Sicherheit auch dazu veranlassen die folgenden Bände zu lesen. So empfehle ich dieses Buch auf jeden Fall allen Fans von den Drei ???, Vier Freunden oder TKKG. Aber auch Menschen, die gern auf Reisen sind und ferne Länder erkunden, werden hier auf ihre Kosten kommen.

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Wird man jemals den Familienbanden entkommen und die ewige Blutrache vergessen und vergeben können? Auf Korsika nicht! Denn Ehre und auch Macht spielen in den oft patriarchalisch geführten Familienclans eine große Rolle. Und wenn einmal der Stein ins Rollen gebracht wurde, so lässt er sich schwer wieder zum Stillstand bringen. So auch in Vitu Falconis neuem Reihenauftakt Das korsische Begräbnis . Vitu Falconi - alias Thomas Thiemeyer - betritt damit neue Wege im Krimi-Urlaubs-Bereich, der schon lange auf (mehr) gute Stories von der französischen Mittelmeerinsel gewartet hat. Dort sind die Santinis tief verwurzelt und nehmen den neuen Besucher Eric Marchand nicht unbedingt mit offenen Armen auf. Als Schriftsteller ist er zwar anerkannt, aber sobald er seinen wahren Namen offenbart brechen alte Gräben wieder auf und niemand scheint sicher. Die wenigen, teils überraschenden Verbündeten, die er findet, sind allesamt sehr interessante Charaktere, von der Künstlerin zur Heilerin sind sie unglaublich detailverliebt dargestellt. Ebenso die Orte, an die man geführt wird, sind auch ohne dass man Korsika schon einmal bereist hat, sehr gut erlebbar und spiegeln imposant die Handlungsebenen wider. Des Weiteren blickt man in die blutige Vergangenheit der Insel und schämt sich ein wenig, dass man bisher so wenig davon gewusst hat. Aber diese Lücke schließt der Autor ebenso spielerisch wie er in die Abgründe der Menschen blickt und diese schildert. Ein wenig verwundert hat mich, dass der eigentliche Fall, der zu Beginn auftaucht, nur an wenigen Stellen besprochen wird und die Familienangelegenheiten mehr im Vordergrund stehen. Das hatte ich so nicht erwartet, war aber im Nachhinein nicht weiter dramatisch, denn diese Geschichte war ebenso Krimi genug und bietet Stoff für die nächsten Teile. Der nächste soll unter dem Titel Korsische Gezeiten im Frühjahr 2019 erscheinen. Insgesamt ein flüssig zu lesendes Buch mit Figuren, die zum weiteren Kennenlernen in weiteren Bänden anspornen und welches Korsika als eine zwar etwas verschlossene aber dennoch liebenswerte Insel darstellt. Leser, die regionalen Charme mögen und nicht vor Traditionen zurückschrecken sind hier gut bedient. Ich werde dem Autor auf jeden Fall weiterhin auf den Spuren der Brise de mer folgen.

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Nach Iris Hells Kleckerlätzchen für Anfänger erschien Ende 2017 die noch gelungenere Fortsetzung Kleckerlätzchen für Fortgeschrittene . In dieser Geschichte entwickelt sich Kim Weiß Familie weiter. Bereits mit zwei tollen Töchtern gesegnet erfährt sie von ihrem Frauenarzt, dass nun noch Zwillinge unterwegs sind. Nach erstem Schock (super realistisch und lustig dargestellt), muss sie, gemeinsam mit ihrem Mann, planen, denn Wohnung und Leben scheinen diesem doppelten Familienzuwachs nicht gerecht zu werden. Der Leser begleitet die Familie, mit besonderem Fokus auf der Mutter, wie sie sich von der Schwangerschaft, über die ersten Monate und dann auch die weiteren Jahre kämpft. Trotz größeren Zeitsprüngen findet man sich gut zurecht. Die Autorin hat sich die witzigsten und prägnantesten Momente im Leben ihrer 4 Prinzessinnen herausgepickt. Auch einige schwierige Passagen werden dargestellt, z.B. wie Kim sich während einer Mutter-Kind-Kur Gedanken über die Beziehung zu ihrer mittleren Tochter macht und ihr einen sehr anrührenden Brief schreibt, den sie später einmal lesen soll. Denn bei so vielen nach Aufmerksamkeit heischenden Kindern, bleibt oft eine ein wenig zurück oder hat so ihre Probleme. Mir hat die Auseinandersetzung mit dem Chaos-Haufen gut gefallen, die Gestaltung des Buches ist wieder sehr hübsch gelungen und auch die Charaktere sind besser ausgeleuchtet als noch im ersten Band. Auch als Frau ohne Kind konnte ich mich in Kim gut hinein versetzen und ihre Meinung und Handlungen größtenteils gut nachvollziehen. Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir die kritische Darstellung der aktuellen Arbeitsmarktsituation für Mütter, die äußerst schwierig ist, gerade in Gegenden, wo Kinderbetreuung nicht genügend vorhanden ist. Insgesamt kann ich dieses Buch herzlichst weiterempfehlen, als unterhaltsame und kurzweilige Lektüre für Familienmenschen und moderne Powerfrauen.

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Iris Hells durchaus biographischer Roman Kleckerlätzchen für Anfänger wurde bereits als Hallo Lil 2012 erstveröffentlicht und ist als überaus amüsanter Zeitvertreib gut zu lesen. Es geht um Kim, eine werdende bzw. später frischgebackene Mama, die bisher als erfolgreiche Juristin tätig war und nun in die neue Rolle als Mutter schlüpfen muss. Dabei ist sie mit allerlei neuen Problemen konfrontiert, die sie aber mit Kreativität und Pragmatismus zu lösen vermag. Die dabei entstehenden unweigerlich komischen Situationen bringen einen beim Lesen immer wieder zum Lachen und erinnern Leser, die selbst schon Kinder haben, sicher an ähnlich erlebte Situationen. Aber auch als kinderloser Leser kommt man absolut auf seine Kosten. Besonders schön gelungen ist die nicht übliche Gestaltung des Buches, mit kleinen, feinen Illustrationen zur Einleitung eines neuen Kapitels und auch die Kaffeebohnen bei den Seitenzahlen sind ein deutliches Zeugnis der Hingabe der Autorin und Protagonistin an das stets präsente Heißgetränk. Ein wenig überflüssig erschien mir hingegen die Einführung von Kims imaginärer Freundin Irmgard. Mit dieser unterhält sich Kim wenn sie gerade einsam ist oder einen Rat benötigt. Meiner Meinung nach, hätte die Geschichte das nicht gebraucht. Insgesamt gefiel mir das Buch trotzdem gut, und ich freue mich auf das Lesen der Fortsetzung Kleckerlätzchen für Fortgeschrittene .

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Jeder kennt sie - die Pyramiden im Sand der Sahara, Jahrtausende alt und noch immer Symbol einer hochentwickelten - doch vergangenen Kultur. Die Pyramiden von Gizeh, deren Mittelpunkt die Pyramide des Cheops bildet, sind heute das einzige noch erhaltene antike Weltwunder. Welche menschlichen Leiden und Opfer notwendig waren um die große Cheops-Pyramide zu erbauen, davon handelt die Novelle von Kadare. Eigentlich wollte Cheops gar keine Pyramide bauen. Die Selbstdarstellung seiner Vorfahren verstand er nicht und dachte, sie wäre für ihn auch nicht notwendig. Jedoch überzeugten seine Berater ihn schließlich, dies doch in Angriff zu nehmen, denn angeblich würde sich die Bevölkerung sonst unter dem herrschenden Wohlstand gegen die Obrigkeit auflehnen. Also begann das Großprojekt - mit der Anfertigung von Peitschen. Dies als Sinnbild für die folgenden Qualen, die die Arbeiter ertragen müssen, ist nur der kleine Auftakt. Im Buch gibt es ganze Kapitel, die sich nur den Todesfällen widmen, Satz für Satz eine Aneinanderreihung von Pein und Schmerz. Und doch scheinen die Menschen in Ägypten durch ihre Verknechtung nicht die Bewunderung für das Bauwerk und den Pharao zu verlieren. Wie sich Licht unter dem schrecklichen Druck der Steine in Dunkelheit verwandelte, um als neuer, diesmal diamantener Glanz wiederzuserstehen, so wurde auch die zur Asche des Hasses verbrannte Bewunderung durch sie in neuer Form wiedergeboren. S. 106 Ich hatte erwartet, dass man im Roman vielleicht die Gedanken und Pläne von Cheops näher gebracht bekommt, doch das ist nicht der Fall. Kadares Fokus liegt mehr auf der Pyramide selbst, wie sie fordert und begräbt. Nicht nur die Arbeiter, sondern auch den Pharao selbst. Das ist abschnittsweise etwas zäh zu lesen, denn es wird von Person zu Person gesprungen, der Name kurz genannt, doch dann verschwinden die Figuren schon wieder. Dies macht es etwas schwer nah an das Geschehen heranzutreten obwohl die Geschichte eine wichtige Botschaft trägt. Erst die letzten zwei-drei Kapitel bilden schließlich den Rahmen der Geschichte und anderen analogen, historischen Vorkommnissen. So kann die Geschichte als kritische Parabel auf die diktatorische und immer wiederkehrende Staatslenkung gesehen werden, wie es der Autor in seinem eigenen Land (Albanien) erlebt hat. Das Buch ist geeignet für Leser mit historischem Interesse an den Pyramiden selbst, und Menschen, die politische Instanzen gern kritisch betrachtet sehen. Da das Buch nur 158 Seiten hat, kann man auch über die teilweise trockene Schreibweise hinwegsehen.

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