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Alle Rezensionen von Siderea

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Daniel Clement war der Star der Mordkommission in Perth. Doch als seine Frau die Scheidung einreicht und mit der gemeinsamen Tochter Phoebe nach Broome zieht, hängt Clement seinen vielversprechenden Job an den Nagel und lässt sich ins australische Outback versetzen, um in Phoebes Nähe zu bleiben. Und ausgerechnet dort, mitten im Nirgendwo, muss er den schwierigsten Fall seiner bisherigen Laufbahn lösen: Dieter Schäfer, ein deutscher Aussteiger und selbst ehemaliger Polizeibeamter, wird brutal ermordet. Und er bleibt nicht das einzige Opfer. Ich war sehr gespannt auf Die Schlingen der Schuld , nachdem ich vor einiger Zeit die Bücher von Candice Fox entdeckt habe, reizte mich vor allem das Setting im australischen Outback. Es gelingt Dave Warner auch exzellent, davon einen Eindruck zu vermitteln, allem voran von den für einen Europäer schon allein schier unglaublichen Entfernungen und deren Einfluss auf die Polizeiarbeit. Dan Clement sticht leider nicht so sehr aus der Masse der angeschlagenen Ermittler heraus, wie ich es mir gewünscht hätte. Er beschäftigt sich gedanklich häufig mit seiner gescheiterten Ehe, und den daraus resultierenden Auswirkungen auf das Verhältnis zu seiner Tochter. Auch seine betagten Eltern spielen eine recht große Rolle - insgesamt ging es mir etwas zu sehr um Clements Privatleben, das natürlich in der Regel keinen Bezug zu den Ermittlungen hatte. Die teilweise sehr ausschweifenden Passagen sorgten dafür, dass die Spannung einige Male wieder deutlich abflachte, und nahmen meiner Meinung nach auch einfach zu viel Raum ein - hier hätte ein wenig Straffung der Handlung durchaus gut getan. Dieser Fokus auf Clements Privatleben sorgte auch dafür, dass seine Kollegen allesamt recht blass blieben - ich musste selbst gegen Ende immer noch überlegen, wer wer ist. Das fand ich schade, denn deren Background wäre für mich wesentlich interessanter gewesen als der der Ex-Frau oder der Eltern. Da es sich hier um einen Reihenauftakt handelt, wollte der Autor wohl einfach das Hauptaugenmerk des Lesers auf die Hauptfigur lenken, und Dan Clements Charakter deutlicher zeichnen als nur auf der professionellen Ebene. Das ist auch geglückt, als Leser konnte man sich ein sehr detailreiches Bild machen, was für ein Mensch Clement ist, wie er tickt und was ihm wichtig ist. Dennoch würde ich mir für die Fortsetzungen wünschen, dass ich mir auch von den Nebenfiguren ein besseres Bild machen kann. Der Fall selbst war sehr spannend, die Wurzeln reichten bis tief in Schäfers Vergangenheit und selbst nach drei Vierteln des Buches tappte ich noch weitgehend im Dunkeln, wie sich das ganze zum Ende hin aufdröseln wird. Mir hat gut gefallen, dass es durch Schäfers Herkunft sogar einen Bezug zu Deutschland gab - dadurch wurde das exotische Setting mit Bekanntem vermengt, was richtig gut gelungen ist. Trotz kleiner Längen hat mir Die Schlingen der Schuld insgesamt so gut gefallen, dass ich mir auch Detective Clements nächsten Fall bestimmt nicht entgehen lassen werde.

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Bülent Rambichler, seines Zeichens glücklicher Innendienstler bei der Nürnberger Mordkommission, Anfang 40 und türkisch-fränkischer Abstammung, wird mit seiner größten Angst konfrontiert: Er soll selbst einen Mordfall lösen. Also nicht in seinem Büro, sondern draußen, wo man mit echten Leichen konfrontiert wird. Und, als wäre das nicht schon schlimm genug, ist die Leich auch noch in der tiefsten fränkischen Provinz, seinem Heimatdorf Strunzheim, gefunden worden. Bülents Chef ist der Meinung, dass der Heimvorteil unbedingt genutzt werden muss, Bülent ist sich da nicht so sicher... Im Vorfeld hatte ich schon die Meinung einiger Leser zum Buch mitbekommen, die zum größten Teil nicht gerade aus Begeisterungsstürmen bestanden. Am Ende hatte ich dann gar nicht mehr so richtig Lust auf den Bülent (ein Grund, warum ich mich meistens im Vorfeld nicht über ein Buch informiere). Aber da der Krimi nun mal hier lag, und mir dauernd gefühlt vorwurfsvolle Blicke zugeworfen hat, hab ich ihn am Sonntagnachmittag dann einfach mal mit in den Garten genommen. Und, was soll ich sagen? Tatsächlich auch in einem Rutsch durchgelesen. Wobei es natürlich mit knapp 290 Seiten auch kein dicker Wälzer ist. Es ist schon so, dass die Strunzheimer Dorfbevölkerung recht stereotyp daherkommt, da gibts einen Suffkopf (Franz, genannt Suff); zwei neugierige alte Dorfratschen (die Walder-Zwillinge), eine maulfaule Bauernfamilie (die Rummslers), sowie die Neureichen mit der schicken Villa (die Fromms). Die katholische Jugend und die Landfrauen dürfen in seinem solchen Roman natürlich auch nicht fehlen. Andererseits muss ich sagen, dass ich auch kaum einen Regionalkrimi nennen könnte, der ohne diese Stereotype auskommt - auf jeden Fall keinen, der in Bayern angesiedelt ist. Und es gibt eben - quasi als Ausgleich - ein paar Figuren, die aus diesem Muster fallen, allen voran natürlich Bülent selbst, aber auch seinen Vater Erkan, der ambitioniert an seinem Wahlkampf für den Gemeinderat arbeitet, oder den durchtrainierten Ralph-de-Bricassart-mäßigen Pfarrer Winter, der mit seinen Schäfchen Senioren-Aerobic-Stunden durchturnt. Was mir hier richtig gut gefallen hat: Das Duo, bestehend aus Bülent und seiner Assistentin Astrid, ermittelt tatsächlich. Da wird nach und nach der Hintergrund des Opfers durchleuchtet, Beziehungen aufgedeckt, von denen noch nicht mal die Walder-Zwillinge etwas ahnten, und so der Wahrheit immer näher gerückt. Das Verhältnis zwischen Mordermittlung und Lokalkolorit liegt meiner Meinung nach in etwa bei 70:30 - bei anderen Genrevertretern ist das Verhältnis leider oft umgekehrt, was mir dann immer zu viel des Guten ist. Denn auch wenn Regional davorsteht, will ich eigentlich hauptsächlich einen Krimi lesen, und das war bei diesem Auftaktband um Bülent Rambichler auch gegeben, womit Anja Bogner bei mir auf jeden Fall Pluspunkte sammeln konnte. Bülent Rambichler und die fliegende Sau hat mir fast schon wider Erwarten einige unterhaltsame Lesestunden beschert, und ich hab mich in der fränkischen Provinz gut amüsiert - wer das Genre mag und mal keinen Oberbayern- oder Niederbayern-Krimi lesen mag, kann sich mit diesem Titel auf jeden Fall nebenbei über saure Zipfel und Schäufele informieren ;) Ich bleib auf jeden Fall dran und bin schon gespannt auf den zweiten Fall dieser ungewöhnlichen Spezialeinheit .

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Sara lebt mit ihrem Mann Neil und den beiden Söhnen in einer gepflegten Doppelhaushälfte in einem Londoner Vorort. Ihr ruhig-konservatives, normales Leben wird gehörig durcheinander gewirbelt, als Lou und Gavin, ein völlig unkonventionelles Künstlerpaar, mit ihren drei Kindern nebenan einziehen. Sara ist auf den ersten Blick fasziniert von den neuen Nachbarn, deren völlig anderer Lebensstil, abseits von geregelten Arbeitszeiten und gesellschaftlichen Normen, sie magisch anzieht - um jeden Preis will sie sich mit diesem mondänen Paar anfreunden. Ich kann gar nicht so genau festmachen, was die Faszination dieses Romans ausmacht. Im Grunde genommen geht es von der ersten bis zur letzten Seite um relativ alltägliche Schilderungen aus Saras Familienleben: Ein gemütliches Zusammensein befreundeter Paare, Alltagsorganisation berufstätiger Eltern, Ausflüge in den Park und dergleichen. Klingt eigentlich nicht besonders spannend, und dennoch konnte ich das Buch kaum zur Seite legen, weil ich völlig gefesselt und komplett in die Story abgetaucht war. Das erste Kapitel hat eigentlich die Funktion eines in die Zukunft blickenden Prologs, in dem Sara etwas zwiespältig an ihre Zeit mit Lou und Gav zurückdenkt, während sie das Haus der beiden betrachtet. Im folgenden Kapitel springt die Handlung um 18 Monate zurück - an den Tag als Sara und Lou sich zum ersten Mal begegneten. Man weiß als Leser also schon nach etwa anderthalb Seiten, dass die aufkeimende Sympathie und die ersten zarten freundschaftlichen Bindungen zwischen den vier Akteuren in diesem kammerstückartigen Roman ein Ablaufdatum haben. Es stellt sich nur die Frage: Wie und warum wird diese Bindung, die so schnell so intensiv wird, wieder zerbrechen? Der Leser blickt ausschließlich über Lous Schulter und kennt ihre Beweggründe sehr genau, auch wenn es manchmal etwas schwer nachvollziehbar war, dass eine gestandene, erwachsene Frau eine fast schon manische Besessenheit für ihre Nachbarn entwickelt, und wie ein Teenie für dieses in ihren Augen glamouröse Paar schwärmt. Als Leser fand ich Lou und Gavin, eigentlich eher etwas befremdlich - weniger ihre Art zu leben, doch sie sind schlicht wenig sympathisch. Schon früh zeigen sie einige Charakterzüge und auch Geisteshaltungen, die mich mehr abstoßen als anziehen würden. Und auch Sara geht es im Grunde so, dass sie über manche Äußerungen oder Handlungen Lous entsetzt ist, doch sie redet sich die Dinge immer wieder schön, erfindet Rechtfertigungen, um den eingebildeten Glorienschein nicht zu gefährden. Was dagegen in Saras Mann Neil, oder eben auch in Lou und Gavin vorgeht, bleibt völlig im Dunkeln. Einerseits ist das sehr reizvoll, denn so besteht die Möglichkeit, dass Dinge passieren, die man als Leser nicht vorausahnen konnte, weil sie eben auch Sara verborgen blieben, aber andererseits wäre zumindest eine zweite Perspektive sehr aufschlussreich gewesen. Eigentlich würde sich bei diesem Stoff anbieten, noch ein zweites Buch aus Lous Sicht anzuhängen - ich würde gerne wissen, was sie wirklich über ihr Groupie Sara denkt, und wie sie tatsächlich tickt. Auch wenn ich nicht genau ergründen konnte, was mich an diesem Buch so gefesselt hat - es hatte für mich definitiv Suchtpotential.

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Es ist unheimlich schwierig, etwas über dieses Buch zu schreiben, ohne zu viel vorwegzunehmen. Ich würde sogar so weit gehen, und empfehlen einfach loszulesen, ohne vorher überhaupt einen Blick auf den Klappentext zu werfen. Im Zentrum dieser Erzählung stehen drei Paare, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Erika und Oliver leben in einer vorstädtischen Spießeridylle, sind kinderlos und haben vernünftige Berufe (Steuerberaterin und Buchhalter), die ihnen einen finanzielles Polster und ein angenehmes Leben bescheren. Clementine und Sam leben in einem alten Reihenhaus in der Stadt, haben zwei kleine Mädchen, und die Cellistin Clementine träumt von einer Festanstellung, damit der Schuldenberg der Familie in Zukunft schneller schmilzt als es nur mit Sams regelmäßigem Einkommen möglich wäre. Die letzten in der Runde sind Tiffany und Vid, sie haben eine gemeinsame Tochter und man könnte sie als neureich bezeichnen - beide sind erfolgreich selbständig in ihrer Branche, und genießen einen luxuriösen Lebensstil ohne damit anzugeben. Diese drei Familien treffen bei einem zwanglosen Grillfest aufeinander, doch nach diesem Nachmittag ist nichts mehr wie zuvor. Bei Truly Madly Guilty stimmte für mich das Gesamtpaket. Es handelt sich um eine komplexe Geschichte, bei der die Familie im Mittelpunkt steht. Die Handlung bewegt sich auf zwei Zeitebenen, Schilderungen des gegenwärtigen Alltags (einige Wochen nach besagtem Grillfest) wechseln sich ab mit Kapiteln, in denen der Tag der Gartenparty im Fokus steht. Dazu steuern auch noch alle Erwachsenen sowie Tiffanys und Vids zehnjährige Tochter Dakota ihre subjektive Sichtweise der Ereignisse bei, sodass die Autorin hier ein sehr dichtes Geflecht spinnt, in dem sich der Leser erst einmal zurecht finden muss. Gewisse Schlüsselmomente variieren aus dem Blinkwinkel der unterschiedlichen Protagonisten, dadurch hat man immer das Gefühl, ihre Aussagen richtig einordnen und zusammensetzen zu müssen. Dabei lässt Liane Moriarty den Leser lange zappeln, bis in der zweiten Hälfte endlich das Geheimnis um die Katastrophe gelüftet wird. Wer sich also an dezenten Hinweisen und kleinen Fingerzeigen in einem Nebensatz nicht erfreuen kann, wird womöglich schon in der ersten Hälfte genervt aufgeben. Für mein persönliches Empfinden wurde so aber unheimlich viel Spannung aufgebaut, und obwohl es keine blutüberströmten Leichen oder psychopathische Killer gibt, war das Buch für mich - allein durch Moriartys Erzählweise - spannender als so mancher Krimi. Durch ebendiese Erzählweise hat die Autorin auch sehr komplexe Figuren geschaffen, die nicht durchwegs sympathisch, aber auch nicht unsympathisch sind. Sie haben positive Eigenschaften, nervige Macken, aber manches Mal eben auch Abgründe, die man nie erahnt hätte. Das Bild, das ich von den einzelnen Figuren hatte, konnte sich manchmal durch ein einziges Kapitel aus ihrem Blickwinkel um 180 Grad drehen. Romanfiguren, die wie echte Menschen wirken, faszinieren mich seit jeher, und solche Figuren bevölkern diesen Roman. Moriartys Erzählstil ist angenehm, aber dezent, sodass er ihren großartigen Figuren nicht die Show stiehlt, sondern sie in den Mittelpunkt stellt. Wie man wohl merkt, habe ich rein gar nichts auszusetzen, ich fand Truly Madly Guilty so großartig, dass ich bereits nach weiteren Büchern von Liane Moriarty gestöbert habe, und sicher noch mehr von ihr lesen werde.

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Vanessa wurde von ihrem Mann Richard verlassen - das sorgenfreie Luxusleben mit teurer Designerkleidung, einem schicken Haus in der Vorstadt und den edelsten Weinen im Keller musste sie durch einen Verkäuferinnenjob bei Saks, das Gästezimmer ihrer Tante und günstigen Fusel aus dem Laden an der Ecke ersetzen. Sie wird nur noch getrieben von einem Gedanken: Richard darf seine ehemalige Geliebte und jetzige Verlobte nicht heiraten! Nellie schwebt auf Wolke sieben - ihr Prinz, der gutaussehende, erfolgreiche und fürsorgliche Richard, hat ihr einen Antrag gemacht, und ihre gemeinsame Zukunft sieht rosig aus. Nellie wird ihren schlecht bezahlten Job als Erzieherin an den Nagel hängen und mit Richard schnellstmöglich eine Familie gründen. Gäbe es nur nicht ständig diese beunruhigenden nächtlichen Anrufe und verstörenden kleinen Pannen bei der Hochzeitsvorbereitung... Es ist enorm schwierig, etwas über dieses Buch zu schreiben, ohne der Handlung zu weit vorzugreifen, um den hoffentlich zahlreichen zukünftigen Lesern von The Wife Between Us nicht versehentlich das Lesevergnügen zu schmälern - daher werde ich mich kurz fassen. Meiner Meinung nach hätte man das Buch auch gut und gerne auf dem Cover als Psychothriller bezeichnen können, statt einfach nur als Roman . Denn eigentlich ist es genau das, es geht um eine richtig verwickelte Dreiecksbeziehung, in deren Zentrum derjenige steht, der selbst nie zu Wort kommt: Richard Thompson, erfolgreicher Hedgefonds-Manager, frisch geschieden, aber auch frisch verliebt. Als Nellies Freundin und Mitbewohnerin Sam auf Seite 14 zum ersten Mal die Frage: Schon mal auf die Idee gekommen, dass er zu gut ist, um wahr zu sein? aufwirft, setzte sie sich in meinem Hinterkopf fest, und der Gedanke: Was stimmt nicht mit dem perfekten Richard, warum ist seine erste Ehe so grandios gescheitert? ließ mich bis zum großen Finale nicht mehr los. Wer nach dem Motto Viele Köche verderben den Brei Büchern skeptisch gegenübersteht, die von mehreren Autoren verfasst wurden, kann bei diesem Buch dennoch bedenkenlos zugreifen, denn wie auch immer Sarah Pekkanen und Greer Hendricks sich die Arbeit an ihrem Roman aufgeteilt haben - das Endergebnis wirkt absolut rund und wie aus einem Guss. Wüsste man es nicht, käme man nie auf die Idee, dass hier zwei Autorinnen die Hände im Spiel hatten. Das Buch hat mich von der ersten Zeile an gefesselt, und ich denke, wer Freude an Domestic Suspense hat, kann hier nichts falschmachen, denn ein vollkommen unvorhersehbarer Plot garantiert spannende Lesestunden. The Wife Between Us ist mein bisheriges Jahreshighlight - und was immer mich im zweiten Halbjahr noch erwartet, es wird schwer sein, diesen Titel wieder vom Thron zu stoßen.

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London, 1908: Victoria und Jeremy wollen sich endlich das Ja-Wort geben und planen ihre Hochzeit, als in Indien ein Attentat auf den Vizekönig verübt wird, was Jeremys sofortige Abreise in die britische Kolonie unumgänglich macht. Victoria hat die traurige Aufgabe, die Hochzeit zu verschieben, doch es soll noch schlimmer kommen: kurz nach seiner Ankunft in Simla verschwindet Jeremy spurlos - Victoria will sich nicht auf die Nachforschungen seiner Kollegen verlassen und macht sich kurzerhand selbst auf den Weg nach Indien, natürlich in Begleitung von Butler Hopkins. Das Zedernhaus ist der dritte Band der Reihe um die junge Suffragette Victoria Bredon, die beiden Vorgängerbände Die rubinrote Kammer und Das Geheimnis des Rosenzimmers hatte ich schon im Vorfeld gelesen. Nachdem mir der Auftakt um die rubinrote Kammer richtig gut gefallen hatte, fand ich den zweiten Band leider etwas enttäuschend - zu viele Handlungsstränge, die nicht so recht zusammenfinden wollten, zu viel Setting und kaum Kriminalfall. Trotzdem wollte ich die Reihe nicht gleich aufgeben und habe mir natürlich auch den dritten Fall für Victoria nicht entgehen lassen. Und dieses Buch war auch wieder ein spannender historischer Krimi, der mich von Anfang an begeistern konnte - insofern gut, dass ich dran geblieben bin. Mir gefiel unter anderem am Auftakt der Schauplatz London - als großer England-Fan lese ich gerne Bücher, deren Handlung dort angesiedelt ist. Im direkten Nachfolger spielte sich dagegen ein Großteil der Handlung in Deutschland ab, was ich jetzt schon grundsätzlich nicht so wirklich spannend fand. Auch im dritten Band bildet London lediglich den Ausgangspunkt für die folgende Handlung, tatsächlich begleitet man als Leser Victoria nach Indien - im Jahr 1908 noch eine britische Kronkolonie und kein souveräner Staat. Dieses Setting fand ich aufgrund der geschichtlichen Hintergründe sehr ansprechend und natürlich auch ziemlich exotisch. Der Kriminalfall steht diesmal auch wieder deutlich im Vordergrund, was mir ebenfalls viel mehr Spaß gemacht hat, als im direkten Vorgänger - der fühlte sich für mich eher an wie ein Love&Landscape -Titel statt wie ein echter Krimi. Mir ist bei diesem Band zum ersten Mal aufgefallen, dass man die Bücher sicher auch unabhängig voneinander lesen kann, denn wichtige Details zu den Vorgängerbänden werden immer mal wieder eingestreut, allerdings ohne zu viel vorwegzunehmen, falls man die irgendwann doch noch lesen möchte. Wer also nicht unbedingt gerne längere Reihen liest, kann sich unter den Victoria-Bredon-Büchern auch einzelne, besonders ansprechende Bände herauspicken. Für die vollen fünf Sterne reicht es auch diesmal nicht ganz, weil es einen Nebenaspekt der Handlung gab, der für mich nicht so ganz rund und schlüssig war - leider kann ich darauf nicht näher eingehen ohne zu spoilern, aber für mich hat das einfach nicht so recht in die Jahrhundertwende gepasst. Wahrscheinlich werden sich die meisten Leser nicht daran stören, aber mich hat es einfach irritiert - und zwar zu sehr, um es dann in der Gesamtwertung zu vernachlässigen. Ich bin mir unsicher, ob es noch eine weitere Fortsetzung geben oder ob es bei einer Trilogie bleiben wird. In der Autoreninfo im Buch steht zwar, dass Pauline Peters gerade an einer weiteren Fortsetzung arbeitet - allerdings werden diese Texte ja gerne mal von einem Buch ins nächste übernommen, von daher bin ich mir nicht sicher, ob man sich auf diese Info wirklich verlassen kann. Ich würde mich über einen weiteren Fall für Bredon und Hopkins jedenfalls sehr freuen, und wäre ganz bestimmt wieder dabei.

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Georgia, 16. März 1989: Die Quinns leben seit Kurzem auf einer heruntergekommenen Farm, weil ihr Stadthaus angezündet wurde - vermutlich von jemandem, der mit den Praktiken des Strafverteidigers und Familienvaters Rusty Quinn nicht unbedingt einverstanden ist. Mutter Gamma ist mit den Töchtern Sam und Charlie allein im Haus, als plötzlich zwei maskierte, bewaffnete Männer in der Tür stehen und das Unglück seinen Lauf nimmt... 28 Jahre später ist Charlie selbst Anwältin und gerät unversehens erneut ins Auge einer Tragödie, die das alte Trauma zurück in ihr Bewusstsein holt. Unglaublich, aber wahr: Die gute Tochter war für mich das allererste Buch der Bestsellerautorin Karin Slaughter. Ihr Name war mir natürlich ein Begriff, und ich hatte auch schon öfter bei einem Stöberbesuch in der Buchhandlung einen Titel von ihr in der Hand. Da ich wusste, dass sie mindestens zwei Reihen schreibt / geschrieben hat, habe ich mich letztendlich nie getraut, eins ihrer Bücher spontan einzupacken, denn ich hasse nichts mehr, als zuhause festzustellen, dass ich mir gerade den vierten Band einer noch unbekannten Reihe eingehandelt habe. Umso begeisterter war ich nun von meinem ersten, sorgfältig ausgewählten Slaughter-Thriller, denn die Geschichte überzeugt von der ersten bis zur letzten Seite. In die Handlung startet man mit den Geschehnissen im Jahr 1989, man erfährt als erstes, was den drei Quinn-Frauen an jenem schicksalhaften Tag zugestoßen ist. Die folgenden 28 Jahre werden übersprungen, und der Leser lernt nach der dreizehnjährigen Charlie nun die Charlie in den mittleren Jahren kennen, die postwendend Augenzeugin eines Verbrechens wird. Im späteren Verlauf gibt es noch weitere Rückblenden ins Jahr 1989, die andere Perspektiven in den Mittelpunkt stellen, neue Details zu Tage fördern, und dadurch ein völlig neues Licht auf die Ereignisse und die Figuren werfen. Obwohl man bei beiden Verbrechen (in der Vergangenheit und in der Gegenwart) von Anfang an weiß, wer die Täter sind, kann man das Buch kaum aus der Hand legen, denn in diesem Fall ist die brennendste Frage nicht das Wer? sondern das Warum? . Und diese Fragestellung ist fast noch fesselnder als die übliche Tätersuche, die man normalerweise in einem Thriller erwarten würde. Die Figuren wirken zu Beginn ein wenig undurchsichtig und man hat das Gefühl, dass man ihre Handlungen und Gedanken nicht wirklich nachvollziehen kann, aber oft kommt man im Nachhinein dahinter, was sie in der Situation antreibt, oder warum sie so reagieren, wie sie es tun. Bei meiner überschwänglichen Begeisterung stellt sich wahrscheinlich die Frage, warum es nur vier statt fünf Sterne in der Gesamtwertung gibt, obwohl sich keine Kritikpunkte zur Geschichte selbst finden. Das liegt daran, dass im Buch unheimlich viele Fehler enthalten sind. Ich bin kein Leser, der explizit nach Druckfehlern sucht, wahrscheinlich überlese ich sogar die meisten. Aber in diesem Fall war es leider so ausgeprägt, dass manche Sätze selbst nach dem dritten Lesen noch immer keinerlei Sinn ergaben. Beispiel gefällig? Kapitel 11, Position 5358 im Ebook: Er machte eine schwenkte den Hammer herum, um zur Eile zu drängen. Was das bedeuten soll? Ich habe noch immer keine Ahnung. Leider war das nicht der einzige Fall, und sowas stört meinen Lesefluss enorm - und es ist auch schade um die wirklich tolle Geschichte, daher muss ich leider einen Stern abziehen. Dennoch hat mich Die gute Tochter überzeugt: Die Story ist frisch und einfach anders, der Plot klug durchdacht ohne dabei konstruiert zu wirken, und die Handlung macht so einige Kurven, die alle meine Mutmaßungen mehrfach wieder auf den Kopf gestellt haben - davon möchte ich definitiv mehr, denn ich habe mich beim Lesen keine Sekunde gelangweilt.

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Seit zehn Jahren sind Mia und Paul verheiratet: Er ist erfolgreich in der Werbebranche, während sie die beiden Söhne und das Heim hütet - eine glückliche Familie wie aus dem Bilderbuch. Ein romantischer Ausflug zu ihrem Ferienhaus am Eriesee, von Paul geplant und perfekt organisiert, soll der beste Tag von allen für Mia werden. Doch bereits während der Fahrt laufen Pauls Pläne ein wenig aus dem Ruder, was ist nur mit Mia los? Will sie etwa seinen perfekten Tag ruinieren? Dieser Thriller beschäftigt sich laut Klappentext mit der Frage: Wie gut kennen wir die Menschen, die uns am nächsten stehen, wirklich? Da ich gerade ein Buch mit einer ähnlichen Thematik beendet hatte ( Im Dunkel deiner Seele von George Harrar), das exakt dieses Thema wenig gut umgesetzt hatte, reizte es mich, mit Best Day Ever einen direkten Vergleich anzustellen. Und tatsächlich bin ich bei diesem Buch fündig geworden: auch wenn die Ausgangssituation eine völlig andere ist, ist das Grundthema dasselbe. Und hier wurden meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Alleine der Aufbau sorgt schon für viel Spannung, vor jedem Kapitel steht eine Uhrzeit, wodurch man den besten Tag in Echtzeit verfolgt, angefangen beim morgendlichen Aufbruchschaos bis hin zum nächtlichen Finale. Kaira Rouda überraschte mich zum ersten Mal bereits mit der Wahl der Erzählperspektive. Ich hatte eigentlich erwartet, dass die Dinge aus Mias Sicht geschildert werden, doch man erlebt alles aus Pauls Blickwinkel. Als Ich-Erzähler gewährt er direkten Einblick in seine Gedankenwelt, und in Pauls Kopf ist es wirklich mehr als unheimlich, was schon auf den ersten Seiten deutlich wird. Oft denkt er an prägende Ereignisse in seinem Leben zurück und ebenso oft hat man Zweifel, ob sich die Dinge wirklich so zugetragen haben, wie er es schildert - und manchmal stellt sich im späteren Verlauf auch heraus, dass man mit diesem Bauchgefühl goldrichtig lag. Wie Frank Underwood in House of Cards durchbricht Paul ab und an die vierte Wand und wendet sich mit einer rhetorischen Frage oder einer Feststellung direkt an den Leser. Auf den ersten Blick mag das in einem Buch noch seltsamer wirken als in einem Film, doch hier passte es extrem gut zu dem ungewöhnlichen Protagonisten und sorgte für Gänsehautmomente - ich hatte das Gefühl, dass nicht nur ich zu Gast in Pauls Kopf bin, sondern er auch in meinem. Wer Filme wie Eine verhängnisvolle Affaire , Bücher wie Girl on The Train von Paula Hawkins oder Die stille Frau von A. S. A. Harrison mag, wird Best Day Ever lieben. Ich werde bei diesem Buch sogar eine Ausnahme von der Regel, dass ich Thriller nur einmal lese, machen: Ich denke, wenn man den Ausgang schon kennt, werden einige kleine Details, die man in der ersten Runde schlicht überlesen hat, ein völlig neues Gewicht bekommen.

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Evan Birch ist Philosophie-Professor, treusorgender Familienvater und Ehemann und führt insgesamt ein durchschnittlich-langweiliges Leben. Bis er eines Tages unter Verdacht steht, mit dem Verschwinden eines 16-jährigen Cheerleaders zu tun zu haben. Zu Beginn gibt es nur ein paar Indizien, die Evan in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen rücken, aber spätestens als die ersten handfesten Beweise auftauchen, die ihn mit der verschwundenen Joyce Bonner in Verbindung bringen, schwindet auch das Vertrauen seiner Ehefrau und seiner Söhne... Der als Thriller beworbene Titel Im Dunkel Deiner Seele weckte schon anhand des Klappentextes sofort mein Interesse. Im Moment habe ich gerade eine Psychothriller-Phase, und dieses Buch schien haargenau in mein derzeitiges Beuteschema zu passen. Wie man es von Thrillern mit psychologischer Komponente gewohnt ist, verläuft auch hier der Einstieg in die Handlung sehr ruhig: Der Leser bekommt ausreichend Zeit, die Figuren kennenzulernen und sich eine Meinung über sie zu bilden. Dies geschieht allerdings ausschließlich aus der Perspektive von Evan, der zwar der Protagonist, aber kein Ich-Erzähler ist. Dadurch betrachtet man als Leser sämtliche Nebenfiguren - angefangen von Evans Ehefrau Ellen und den Zwillingssöhnen Adam und Zed, bis hin zu kleineren Rollen bei der Polizei oder unter Evans Arbeitskollegen - nicht neutral, sondern aus Evans subjektivem Blinkwinkel, beziehungsweise in seiner subjektiven Wahrheit. Dabei bleibt allerdings auch Evan selbst wenig greifbar, man hat durch die distanzierte Erzählweise in der dritten Person immer das Gefühl, auf Abstand gehalten zu werden. Und so ging die Saat des Zweifels an Evans Unschuld auch bei mir sehr schnell auf. Obwohl die Spannung über das ganze Buch hinweg eher subtil bleibt, wurde mein Interesse durch immer mehr unerklärliche Vorkommnisse und neue Details über Evans Vorleben durchgehend wachgehalten. Die Zeichnung der Figuren überzeugt, obwohl ich nicht behaupten könnte, dass ich ihnen große Sympathien entgegengebracht habe, haben sie durch allerlei seltsame Marotten und die komplizierten Beziehungen in Evans Familie sehr viel Stoff zum Nachdenken geliefert. Insgesamt dreht sich der gesamte Roman - und ich schreibe hier bewusst Roman, nicht Thriller - meiner Ansicht nach um die Frage: Wie gut kennen wir andere Menschen wirklich? Selbst bei Ehepartnern und Kindern, also unseren engsten Angehörigen, kennen wir letztendlich nur die Seiten, die sie uns von sich zeigen, und genauso verhält es sich hier mit den Figuren des Romans. Versinnbildlicht wird dies durch Evans zunehmende Unfähigkeit, seine beiden Söhne, eineiige Zwillinge, voneinander zu unterscheiden. Zu Beginn versucht er es zumindest noch, aber im späteren Verlauf, heißt es oft nur noch einer der Zwillinge . Die Frage, wie lange es dauert, und wie viel es braucht, um unser Vertrauen zu erschüttern, ist zwar ein vielversprechender Ansatz, aber George Harrars Umsetzung als philosophischer Thriller , wie er sein Buch im Nachwort bezeichnet, konnte mich am Ende überhaupt nicht mehr überzeugen. Ein Philosophie-Student sagte einmal zu mir: Die Philosophie ist nicht dafür da, Antworten zu finden, sondern immer mehr neue Fragen. Und so verhielt es sich für mich auch mit Im Dunkel Deiner Seele , trotz des vielverspechenden Starts blieb ich am Schluss mit einem Berg unbeantworteter Fragen und jeder Menge Frustration zurück, was stark mit dem kollidiert, was ich mir von einem Thriller erwarte, wo doch in einem letzten Aha-Moment eigentlich alle Puzzleteile an ihren Platz fallen sollten.

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New Orleans, 1919: Der Axeman geht um in der Stadt. Es gab bereits mehrere brutale Morde unter italienischstämmigen Lebensmittelhändlern, was den Verdacht auf die Mafia lenkt, dennoch tappt die Polizei, allen voran der leitende Ermittler Talbot, völlig im Dunkeln. Als dann auch noch Opfer zu verzeichnen sind, die nicht der italienischen Gemeinde angehören, ist es Zeit umzudenken. Doch nicht nur die Polizei ist hinter dem Axeman her, auch eine junge, ehrgeizige Mitarbeitern der Pinkerton-Detektei ermittelt auf eigene Faust in diesem Fall, und Talbots ehemaliger Partner Luca dAndrea wird vom Oberhaupt einer Mafia-Familie auf den Axeman angesetzt. Die Axeman-Morde von New Orleans sind eine reale Mordserie, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Stadt in Angst und Schrecken versetzte und nie aufgeklärt wurde. Reale Morde oder Serienmorde, besonders wenn der Täter nicht ermittelt werden konnte, sind für mich immer ein reizvolles Thema, und daher greife ich bei solchen Büchern gerne zu. Höllenjazz in New Orleans hat mich zuerst begeistert, denn durch die drei Erzählstränge ist Abwechslung garantiert, es geht auch recht temporeich vorwärts, und die Protagonisten gewannen schnell meine Sympathien. Diese Begeisterung flachte dann aber auch relativ schnell wieder ab, denn ich habe das Buch zuallererst als historischen Krimi gelesen - da die Mordserie nicht aufgeklärt werden konnte, bleibt dennoch genug Raum für fiktive Handlungselemente. Gerade im Punkt Historie hat mich Ray Celestin aber letzten Endes leider enttäuscht. Es gibt zwar ein umfangreiches Personenregister, in dem praktisch jede Figur des Romans aufgeführt ist (auch wenn der Auftritt noch so winzig und in drei Zeilen abgehakt war), es fehlt jedoch eine Kennzeichnung, welche dieser Personen real oder fiktiv sind, auch ein erklärendes Nachwort sucht man am Ende vergeblich. Da es zudem keine Quellbelege zur Recherche gibt, ist bei mir insgesamt leider der Eindruck entstanden, als ob der Autor nach der Devise Für jeden was dabei! aus etwas Voodoo, einer Prise Mafia, und mit Jazzmusik als Untermalung eine völlig fiktive Geschichte um einen wahren Fall gestrickt hätte, bei der als kleiner Gag am Rande ausgerechnet der junge, noch unbekannte Louis Armstrong als Sidekick herhalten musste. Und das ist mir, wenn eine wahre historische Begebenheit im Mittelpunkt steht, einfach nicht genug. Denn wenn ich mir am Ende doch wieder die relevanten Hintergrundinformationen selbst im Netz zusammenzusuchen muss, brauche ich im Vorfeld wirklich kein Buch zu lesen. Mit den broschierten Ausgaben von Piper bin ich schon einigen Kummer gewohnt, was die Verarbeitungsqualität angeht. Auch Höllenjazz in New Orleans macht da keine Ausnahme, wenn man Leserillen vermeiden will, muss man das Buch schon extrem behutsam lesen und darf es eigentlich nie ganz aufklappen. Und nach nur einem Lesedurchgang ist in diesem Fall sogar schon die Beschriftung auf dem Buchrücken in Auflösung begriffen, was ich bei einem Preis von 16,00 Euro als qualitativ minderwertig ansehe - sowas ist mir bei Büchern anderer Verlage jedenfalls noch nie untergekommen, und die sind im vergleichbaren Format auch nicht teurer. Da das den Inhalt den Buches aber weder besser noch schlechter macht, und der Autor auf solche Details ohnehin keinen Einfluss hat, habe ich diesen Punkt bei der Bewertung außen vor gelassen. Wer noch nie vom Axeman gehört hat, und das Buch lediglich als spannenden Krimi vor historischem Setting lesen möchte, kann zu meiner Wertung einen Stern dazurechnen und bedenkenlos zugreifen, wer sich allerdings von der Handlung ein paar neue, spannende Details zur realen Mordserie erwartet, wird wohl eher enttäuscht sein, denn in dem Punkt gibt die Handlung nicht wesentlich mehr her als der entsprechende Wikipedia-Artikel.

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