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Alle Rezensionen von Bücherfan

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Emily Mitchell hat als Hauptfigur ihres Debüt-Romans den berühmten amerikanischen Fotografen Edward Steichen ausgewählt. Er war mit etlichen bekannten Persönlichkeiten wie Auguste Rodin, Alfred Stieglitz und Gertrude Stein befreundet und half Picasso und Matisse, mit ihren Werken in den USA Fuß zu fassen. Steichen versuchte sich an jedem Genre der Fotografie und war Mode-, Landschafts-, Akt-, Stillleben- und Kriegsfotograf. Unter anderem saßen ihm Winston Churchill, Thomas Mann, Marlene Dietrich und Henri Matisse für Porträts Modell. So erfolgreich der Amerikaner als Fotograf und zum Teil auch als Maler war, so sehr versagte er als Ehemann und Partner und war auch als Vater wenig präsent. Auf diesen Aspekt konzentriert sich Mitchell und zeigt einen kleinen, aber klar umrissenen Ausschnitt aus Steichens Leben. Die wichtigsten Eckdaten der Handlung entsprechen den Tatsachen, andere Begebenheiten wiederum sind frei erfunden. Genauere Informationen dazu erhält der Leser am Ende des Romans. Die Autorin lässt ihre Hauptfiguren Edward und Clara Steichen die Ereignisse abwechselnd aus ihrer Sicht erzählen und baut zwischendurch noch die Sichtweise von Marion Beckett mit ein. Der Fokus liegt eindeutig auf den Emotionen aller Beteiligten und weniger auf dem geschichtlichen und kulturellen Hintergrund. Zwar erfährt man einiges über die Kriegszeit, die Fotografie und auch ein wenig über berühmte Freunde von Edward, aber diese Informationen sind eher nebensächlich und sollen nur die Handlung tragen und mit Leben füllen. Ich persönlich habe teilweise eine genauere Darstellung der Lebensumstände einiger Personen doch etwas vermisst und konnte mich nicht so recht damit anfreunden, dass vieles nur an der Oberfläche bleibt. Das Jahr 1918 bildet den zeitlichen Kernpunkt des Geschehens, von wo aus Rückblenden in die Vergangenheit in Form von Momentaufnahmen stattfinden. Nach und nach setzt sich das Bild der gescheiterten Beziehung zwischen Edward und seiner Frau zusammen. Mitchell versteht es wunderbar, die Gefühle dieser beiden sehr komplizierten Menschen zu verdeutlichen und ich fand jene Stellen besonders spannend. Clara, die ihre Liebe zur Musik ihren Pflichten als Ehefrau und Mutter opfern muss, war mir sehr viel näher als der egozentrische, untreue Edward und ich hätte ihm gern ab und zu die Leviten gelesen. Das Ende des Romans schwächelt leider ein bisschen, da Claras Beweggründe in Bezug auf den Prozess nicht ohne weiteres nachzuvollziehen sind. Ansonsten ist die Schreibweise der Autorin äußerst angenehm und man merkt dem Buch an keiner Stelle an, dass es sich um einen Erstling handelt. Die Sprache wirkt präzise, poetisch und sehr kunstvoll. Emily Mitchell ist mit "Bilder eines Sommers" ein Roman von großer Sogkraft gelungen, der anspruchsvoll ist und dennoch leichtfüßig daherkommt. Wie ein wunderschönes Foto, das einen kurzen Augenblick voller Intensität einfängt. Etwas für Liebhaber von niveauvollen Beziehungsgeschichten!

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Die gebürtige Schottin Val McDermid hat mit "Nacht unter Tag" erneut einen Thriller außerhalb ihrer drei Erfolgsserien (u.a. mit dem Profiler Tony Hill) geschrieben. Das ermittelnde Duo Pirie und Parhatka hatte schnell meine Sympathien, da die Autorin gerade so viele Informationen aus dem Privat- und Berufsleben der beiden liefert, dass ich eine gute Vorstellung ihres Charakters und ihrer Lebensweise erhielt, ohne mich durch zu ausführliche Beschreibungen gelangweilt zu fühlen. Vor allem Karen Pirie ist mir mit ihrer direkten, sehr eigenwilligen und leicht spöttischen Art ans Herz gewachsen. Die Geschichte behandelt abwechselnd den Entführungsfall und die Vermisstensache und springt in sehr kurzen Abständen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zudem noch zwischen Schottland und Italien hin und her. Was sich im ersten Moment verwirrend anhört, erweist sich schnell als kluger Schachzug von Val McDermid. Jede Vernehmung und Spurensicherung in der heutigen Zeit wird durch Erinnerungen und Rückblenden ergänzt und erläutert. Genau zum richtigen Zeitpunkt wird die jeweilige Szene abgebrochen, um den nächsten losen Faden weiterzuspinnen. McDermid ist es gelungen, den Plot dadurch noch interessanter und spannender zu gestalten. Schon nach einiger Zeit hatte ich zwei bestimmte Personen als Hauptdrahtzieher der Entführung im Verdacht, war mir aber bezüglich der Komplizen, der Umstände und des Motivs nicht ganz im Klaren. Meine Vermutung zum ersten Punkt hat sich am Schluss zwar bestätigt, mit dem Rest lag ich jedoch ziemlich daneben, da die Autorin viele falsche Fährten legt und die Auflösung wirklich nur schrittweise vorankommt, mit etlichen Überraschungen und weiteren Morden bis zum Ende hin. Alle wichtigen Figuren werden bis in die Tiefen ihrer Psyche ausgelotet, so dass sich ihre Beweggründe von selbst erklären. Das Besondere an dem neuen Thriller ist jedoch der persönliche Bezug von Val McDermid zu dem hier verwendeten Stoff. Ihre beiden Großväter waren Bergarbeiter in East Wemyss und sie verbrachte in ihrer Kindheit viel Zeit dort, weshalb ihr wohl auch der verlorene Streik von 1984 noch sehr gegenwärtig ist. Wahrscheinlich ist es ihr aufgrund ihrer eigenen Herkunft so gut gelungen, die Nöte und Bedürfnisse der Bergarbeiterfamilien sehr plastisch und nachvollziehbar darzustellen. Die Autorin nimmt hierbei kein Blatt vor den Mund und auch die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher wird heftig kritisiert. Insgesamt gesehen handelt es sich bei "Nacht unter Tag" um einen Thriller, der spannende Unterhaltung, psychologisch ausgefeilte Figuren und viele interessante Informationen rund um das Bergarbeitermilieu zu bieten hat. Schön, dass im Spannungsgenre noch Bücher erscheinen, die auch ohne viel Blutvergießen und reißerische Schockelemente so fesselnd und wendungsreich sind! Absolut empfehlenswert!!

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Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bevorzuge normalerweise lange Romane, je mehr ein Buch in Richtung Wälzer geht, desto besser. Wie gesagt, normalerweise! Als ich die Leseprobe zu diesem doch recht kurzen Roman beendet hatte, war ich also nicht sonderlich begeistert, weder von den nicht über zwei Seiten hinausgehenden Mini-Kapiteln, noch von dem Sujet. Wen interessiert denn ein alleinstehender alter Mann, der nichts anderes mit seinem Lebensabend anzufangen weiß, als Tag für Tag einer jungen, völlig ahnungslosen Studentin nachzuspionieren. Ich war fest davon überzeugt, dass diese Geschichte kein gutes, geschweige denn zufriedenstellendes Ende nehmen könnte. Kampflos wollte ich das Feld jedoch nicht räumen und so las ich die Probe ein zweites Mal. Merkwürdigerweise gewann sie dabei an Substanz und mir fiel die sehr poetische Ausdrucksweise des Autors auf. Nachdem ich nun das gesamte Buch gelesen habe, muss ich meinen ersten Eindruck völlig revidieren und bin aufs Angenehmste überrascht. In diesen knapp 150 Seiten steckt nämlich so einiges an sprachlicher Schönheit und Lebensweisheit. Die Geschichte über den einsamen Mann und seine heimliche "Sehnsucht nach Elena" entwickelt sich sehr bedächtig und leise. Als Leser tappt man ziemlich lange im Dunkeln, warum die männliche Hauptfigur geradezu besessen von der jungen Frau ist. Meine Vermutungen diesbezüglich trafen zwar fast ins Schwarze, dennoch hielt die Auflösung größere Überraschungen bereit. Ich war froh, nun doch etwas mehr über den Mann zu erfahren, den ich eine Zeitlang begleitet hatte, ohne auch nur seinen Namen genannt zu bekommen. Zum Glück hatte ich kein Buch über einen einsamen Perversen gelesen und alle bisherigen Handlungen ergaben plötzlich einen Sinn. Ich gehe hier mal nicht ins Detail, sonst ist der ganze Lesespaß dahin! Das Buch ist leicht lesbar und präsentiert dem geneigten Leser viele schöne Gedanken über die Liebe, den Verlust geliebter Menschen und die verschiedenen Stadien der Trauerbewältigung. In diesem Zusammenhang spielen die vier Jahreszeiten mit den jeweiligen Veränderungen der Natur und die daraus resultierende Beeinflussung des Gefühlslebens der Menschen eine wichtige Rolle. Ich bin für kurze Zeit in dieser traumgleichen Schilderung einer Begegnung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Welten und Lebenszeiten versunken und bin sehr geerdet und zufrieden daraus hervorgegangen. Einziger Wermutstropfen waren die doch etwas spärlich bedruckten Seiten, die das Buch wie eine kleine Mogelpackung erscheinen lassen. Angesichts des wertvollen Inhaltes sehe ich allerdings gern darüber hinweg. Mein Fazit: Ein berührender, angenehm unaufgeregter und wunderbarer Roman, der mich noch lange beschäftigen wird. Joel Haahtela hat ein kleines Juwel geschaffen, dem hoffentlich noch viele folgen werden. Also unbedingt kaufen, ein ruhiges Plätzchen suchen und mit allen Sinnen genießen!

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Die Handlung des Romans "Das Haus in den Wolken" spielt im zeitlichen Kontext von 1909-1942 in England und lässt den Leser somit an den historischen Ereignissen beider Weltkriege teilhaben. Im Mittelpunkt steht die Familie Finborough. Die Geschichte wird abwechselnd und schnell aufeinander folgend aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder und Nebenfiguren geschildert. Das ist nicht weiter ungewöhnlich, da jedoch der Wechsel stets dann vonstatten geht, wenn die Handlung gerade eine gewisse Dynamik entwickelt, wird auf sehr ärgerliche Weise permanent der Lesefluss behindert. Außerdem mangelt es dem Roman an sorgfältig gezeichneten, lebendigen Charakteren. Die Figuren sind farblos, uninteressant und machen keinerlei persönliche Entwicklung durch. An Klischees wird unglücklicherweise auch nicht gespart. Ausnahmslos alle Finboroughs sind natürlich wunderschön und außerordentlich faszinierend, während ihre Freunde und Bekannten mit ihrer Mittelmäßigkeit leben müssen. Ein weiterer negativer Faktor waren für mich die ständigen Zusammenfassungen von Geschehnissen, die ich lieber aktiv mitverfolgt hätte. Isabels Geheimnis wird übrigens bereits nach etwa fünfzig Seiten gelüftet und ist aus heutiger Sicht enttäuschend unspektakulär. Die Darstellung wichtiger geschichtlicher Ereignisse weist leider ebenfalls einige Mängel auf. Ich wurde das Gefühl nicht los, mich in einer Art kindgerechtem Zeitraffer zu befinden, in dem die Ereignisse in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit nur so an mir vorbeiflogen. An anderen Stellen wiederum wird ein Basiswissen vorausgesetzt, welches ein Großteil der Leser jenseits der Nachkriegsgeneration einfach nicht vorweisen kann. Störend fand ich auch die vielen unwichtigen Nebenschauplätze, die für den Fortgang der Geschichte zumeist nur eine marginale Rolle spielen. Es gibt jedoch auch Positives zu vermerken. Für Judith Lennox sprechen unter anderem ihre sehr stimmigen Landschaftsbeschreibungen. Teilweise fühlte ich mich selbst ans Meer oder in ein altes Herrenhaus versetzt und meinte sogar die verschiedenen Sinneseindrücke ganz unmittelbar wahrzunehmen. Die Autorin bedient sich zwar einer leicht verständlichen und nicht gerade hochliterarischen Sprache, da es sich aber um einen reinen Unterhaltungsroman handelt und das Buch keineswegs niveaulos geschrieben ist, kann man diesen Umstand durchaus verschmerzen. Ich persönlich empfand den Roman jedoch insgesamt als ziemlich seicht und langweilig, da mich das Schicksal keiner einzigen Figur auch nur im Entferntesten zu berühren vermochte. Trotzdem kann ich mir durchaus vorstellen, dass viele Leser, vor allem weiblichen Geschlechts, diesen Roman sehr zu schätzen wissen und davon gut unterhalten werden. Fazit: Liebhaber der englischen Kultur, die Familienporträts epischen Ausmaßes gemixt mit Liebesgeschichten mögen und bereit sind, Abstriche bei Logik und Tiefgang zu machen, können hier guten Gewissens zugreifen!

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"Schneemann" ist bereits der siebte Titel der Reihe um den Osloer Ermittler Harry Hole. Diesmal hat er es mit einem skrupellosen Serienmörder zu tun, dessen Opfer ausnahmslos verheiratete Mütter sind. Als Visitenkarte hinterlässt der Mörder am Tatort stets einen Schneemann. Harry, der immer noch unter der Trennung von seiner großen Liebe Rakel leidet, wird allmählich klar, dass der Täter ihm einen Platz in seinem grausamen Spiel reserviert hat. Bis der Hauptkommissar endlich merkt, mit wem er es zu tun hat, sind er und sein Ermittlungsteam etlichen falschen Fährten gefolgt. Auch die neue Kollegin Katrine Bratt macht sich verdächtig. Harry bleibt langsam nicht mehr viel Zeit, um seinen Gegenspieler zu entlarven, denn das nächste Opfer auf der Liste des "Schneemanns" ist keine andere als Rakel... Jo Nesbø ist mit "Schneemann" ein extrem spannender und rasant erzählter Kriminalroman gelungen. Seine Sprache ist sehr kraftvoll und beschränkt sich auf das Wesentliche. Der Leser fühlt sich wie auf einer Achterbahnfahrt, so schnell überschlagen sich manchmal die Ereignisse. Wer sich nicht sehr gut auf die einzelnen Handlungen und Gespräche konzentriert, verliert schnell den Überblick und übersieht wichtige Informationen, die für die Auflösung der Fälle relevant sind. Denn Nesbø schreibt anspruchsvoll und fordert seine Leser. Sein Ermittler Harry Hole ist kein einfacher Mensch. Er ist Alkoholiker und berüchtigt wegen seiner sehr eigenwilligen und unorthodoxen Ermittlungsmethoden, die ihn jedoch meistens ans Ziel führen. Seine berufliche Besessenheit hat dazu geführt, dass sein Privatleben einem Scherbenhaufen gleicht. Sehr geschickt baut der Autor ungewöhnlich viele persönliche Informationen über sämtliche Beteiligten in die Handlung ein, was der Spannung jedoch keineswegs abträglich ist, sondern die Geschichte noch interessanter und vollständiger macht. Die Tätersuche ist sehr verschachtelt, da sich die Handlung auf drei verschiedenen Zeitebenen abspielt und es etliche Verdächtige gibt, die ein Motiv hätten. In düsteren und schonungslosen Bildern werden ihre sorgsam gehüteten Geheimnisse enthüllt. Dennoch führt jede neue Spur ins Leere und erst kurz vor dem spektakulären Show-down am Schluss gibt der Roman nach vielen überraschenden Wendungen die wahre Identität des Mörders und sein erschreckendes Motiv preis. Nur selten tauchen kleinere Ungereimtheiten auf und bis auf ein, zwei Ausnahmen bleibt Nesbø seinen Lesern keine Antwort schuldig. Fazit: Dieser Roman ist definitiv nichts für zart Besaitete. Für hartgesottene Fans von intelligenter, hochspannender und sehr realistischer Krimikost jedoch ein absoluter Leckerbissen!

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Der Roman spielt im viktorianischen England. Im Mittelpunkt steht die junge Fanny Price, die als verarmte Verwandte bei Familie Bertram auf dem Landsitz Mansfield Park aufwächst. Fanny ist heimlich in ihren Cousin Edmund verliebt, der sein Herz jedoch zunächst einer anderen schenkt. Bis sich die beiden doch noch finden, vergehen mehr als 500 unterhaltsame und amüsante Seiten. Jane Austen versteht sich wirklich meisterhaft darauf, durch Ironie und sehr fein gezeichnete Charaktere die bessere Gesellschaft ihrer Zeit mit allen Stärken und Schwächen zu zeigen. Fanny selbst ist zwar sehr zurückhaltend und bescheiden, aber dafür sind einige andere weibliche Figuren so herrlich schrullig und extrovertiert, dass man aus dem Schmunzeln gar nicht wieder herauskommt. Endlich mal ein tiefsinniger Klassiker, der nebenbei auch noch für gute Laune sorgt und nie angestaubt wirkt! Sehr lesenswert!

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Im zweiten Teil der Vampir-Reihe von Karen Marie Moning hält sich MacKayla Lane immer noch in Dublin auf. In der Stadt wimmelt es nur so von Unseelie (dunkle Feenwesen), die aus einer anderen Welt kommen und versuchen, die Menschen unter ihre Kontrolle zu bekommen und zu vernichten. Dabei ist ihnen der Lord Master behilflich, der eine Mischung aus Feenwesen und Mensch zu sein scheint. Ihn verdächtigt MacKayla des Mordes an ihrer Schwester Alina. Neben den Unseelie gibt es noch das Seelie-Volk (lichte Feenwesen). MacKayla wiederum gehört zur Gruppe der sogenannten Sidhe-Seherinnen, die besondere Fähigkeiten haben und als einzige Menschen die Feenwesen sehen können. Aber Mac kann zudem auch noch die mächtigen Feen-Relikte aufspüren. Hinter diesen sind auch Macs geheimnisvoller Beschützer Jericho Barrons und der schöne, aber sehr undurchsichtige Seelie-Feenprinz V'lane her. Beide brauchen die junge Amerikanerin, um an ihr Ziel zu kommen. Wie schon im ersten Band muss MacKayla auf dem Weg zur Vereitelung der Unseelie-Pläne und zur Stillung ihres Rachedurstes viele Abenteuer bestehen und dabei einigen sehr widerlichen Geschöpfen die Stirn bieten. Sie findet etwas mehr über sich und ihre Herkunft heraus, weiß aber nie, wem sie wirklich vertrauen kann. Zudem gestaltet sich das Verhältnis zu ihrem Chef, dem Buchhändler Jericho Barrons, immer komplizierter, vor allem in erotischer Hinsicht. Der Roman hat auf dieser Ebene einiges zu bieten. Kaum ein Mann kommt darin vor, der nicht vor Schönheit strotzen würde. Einige üben zudem eine starke erotische Anziehungskraft auf Mac aus. Die "Bösen" betreffend hat die Autorin hingegen ein wahres Sammelsurium an finsteren Gestalten aus der irischen Mythologie ausgegraben und zusätzlich noch mit Pseudo-Vampiren und Fantasie-Monstern gespickt. Das lässt den Roman etwas unausgegoren wirken und nimmt ihm viel an Glaubwürdigkeit, da er keinem Genre richtig zuzuordnen ist. Karen Marie Moning hat anscheinend versucht, den klassischen Schauerroman mit modernen Elementen aufzulockern und ihm dadurch ein neues Gesicht zu verleihen. An einigen Stellen ist ihr das sehr gut gelungen und die Geschichte liest sich sehr flüssig und ist im positiven Sinn ungewöhnlich. Jedoch mangelt es ihr insgesamt an Tiefgang und abgesehen von Äußerlichkeiten sind die Charaktere und ihre Handlungen sehr oberflächlich ausgearbeitet. Pluspunkte kann das Buch einzig dadurch ernten, dass die Hauptfigur MacKayla eine erfrischende, ungekünstelte Art hat und dadurch recht sympathisch rüberkommt. Die Verbindung zwischen ihr und Jericho ist interessant und macht Hoffnung auf weitere spannende Verwicklungen. Leider endet der Roman quasi mitten im Geschehen und der Leser bleibt ziemlich frustriert zurück. Fazit: Freunden des stilvollen Grusels à la Bram Stoker oder Anne Rice würde ich von der Lektüre eher abraten. "Im Reich des Vampirs" ist etwas für junge, moderne Frauen, die sich gerne mal ein wenig ekeln und sich nach athletischen Männern mit starken Arm

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Stephenie Meyer hat mit "Seelen" einen unglaublich packenden Roman geschrieben. Dabei ist eine Welt entstanden, die sich abgesehen von grundlegenden Neuerungen im medizinischen Bereich und in der Wahl der Fortbewegungsmittel äußerlich nicht sehr verändert hat. Die Handlung ist zwar im Science-Fiction-Bereich angesiedelt, aber im Vergleich zu einigen anderen Werken dieses Genres wird der Leser zum Glück nicht mit einer Fülle an technischen Informationen erschlagen. Andere Welten beispielsweise werden eher nach Fantasy-Art beschrieben. An erster Stelle steht aber immer die Liebesgeschichte. Und die ist der Autorin wirklich gut gelungen. Die ganze Konfusion, die entstehen muss, wenn sich zwei Lebewesen einen Körper teilen und auch noch den gleichen Mann lieben, ist sehr romantisch und spannend dargestellt. Doch es geht in dem Roman nicht nur um die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern um die Liebe im Allgemeinen und was der Einzelne dafür zu opfern bereit ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Geschichte ist die unterschiedliche Einstellung von Menschen und Seelen hinsichtlich der eigenen Spezies. Während Seelen sehr sanftmütig sind und liebevoll miteinander umgehen, ist die menschliche Welt voller Misstrauen und Gewalt. Ebenso haben aber auch starke positive Gefühle wie Liebe und starker Zusammenhalt einen Platz in ihr. Das Problem der Seelen wiederum ist ihr uneingeschränkter Herrschaftsanspruch. Stephenie Meyer scheint sich viele Gedanken zu der Frage gemacht zu haben, was passiert, wenn Vertreter der einen Geisteshaltung auf die andere Seite treffen und was für ein Ort die Welt sein könnte, wenn Menschen ein bisschen mehr von den positiven Eigenschaften der Seelen hätten. Herausgekommen ist ein Plädoyer für mehr Toleranz und Mitgefühl im Umgang miteinander. Und dass etwas Andersartiges nicht automatisch schlecht sein muss. Fazit: Leser, die actionreiche Science-Fiction bevorzugen, werden den Roman wohl eher nicht zu schätzen wissen. Diejenigen, die sich auf die Geschichte einlassen können, werden mit einer herzzerreißenden Lovestory und vielen Fragen zum Nachdenken belohnt. "Seelen" ist ohne Altersbeschränkung für alle hoffnungslos romantischen Gemüter geeignet. Da das gesamte Geschehen allein aus weiblicher Sicht geschildert wird und es wirklich sehr emotional in dem Buch zugeht, ist es wohl eher für Frauen zu empfehlen. Wer sich nicht von 864 Seiten abschrecken lässt, den erwartet ein sehr berührendes und warmherziges Lesevergnügen!

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Zum Inhalt: Sophie Winter, eine erfolgreiche Schriftstellerin Anfang 60, bewohnt seit einiger Zeit in Groß-Roda, Oberhessen, ein verfallenes Haus. Hier lebten vierzig Jahre zuvor drei junge Hippies, die den Dorfbewohnern mehr als unwillkommen waren. Als sich auch noch ein Mädchen aus dem Ort mit den unkonventionellen Zugezogenen anfreundete, eskalierte die Situation. Kurz darauf verschwand ein weibliches Mitglied der Hippiegemeinschaft spurlos. Sophie, die in ihrem Buch die Dörfler des Mordes an der Vermissten anklagt, versucht die damaligen Schuldigen durch ihre Anwesenheit zu provozieren. Denn sie kennt die Geschichte nicht nur aus zweiter Hand. Ihr Nachbar Paul Bremer interessiert sich ebenfalls für die Wahrheit und auch ein Kommissar aus Frankfurt wird durch Zufall in den Fall hineingezogen. Zeitgleich verschwindet ein Junge aus dem benachbarten Klein-Roda und die Ereignisse überschlagen sich... Meine Meinung: "Schrei nach Stille" hebt sich wohltuend vom üblichen Krimi-Einheitsbrei ab. Anne Chaplet gelingt es grandios, die Mechanismen des dörflichen Zusammenlebens zu entlarven. Auch die Diskrepanz zwischen Landbevölkerung und den zugezogenen Städtern sowie die sich daraus zwangsläufig ergebenden Konflikte sind sehr gut herausgearbeitet. Nach der Lektüre hat man für die Haltung beider Seiten Verständnis. Eine Gut-Böse-Konstellation ist in diesem Buch nicht zu finden. Neben den sozialkritischen Aspekten ist der Roman aber vor allem eins, nämlich sehr spannend. Und das, obwohl die Autorin auf die gängigen Blutbade gänzlich verzichtet. Statt dessen durchziehen mysteriöse Vorkommnisse das gesamte Buch und durch die für einen Krimi ungewöhnlich plastischen Naturbeobachtungen wirken Sophies Haus und seine Umgebung sehr lebendig und bedrohlich. Chaplets Sprache ist sowohl bildreich als auch fantasievoll, was das Lesen sehr interessant gestaltet. Es gibt im Ganzen drei Personen aus deren Sicht die Geschehnisse erzählt werden. Neben der geheimnisvollen Hauptfigur Sophie Winter wären da noch der ehemalige Werbefachmann Bremer, der erst seit kurzem in der Gegend wohnt und Kommissar Giorgio DeLange. Man erfährt viele persönliche Details aus dem Leben der drei, die die Geschichte angenehm auflockern. Ziemlich schnell wird klar, dass Sophie Probleme mit ihrem Gedächtnis hat. Der Grund dafür wird allerdings erst auf den letzten Seiten ersichtlich, vorher hängt der Leser etwas in der Luft. Am Schluss verbinden sich die einzelnen Handlungsstränge sinnvoll miteinander und die Auflösung der beiden Vermisstenfälle ist überraschend und anders als erwartet, jedoch sehr passend. Fazit: Ein stimmungsvoller Kriminalroman mit einer gelungenen Spannungskurve und mystischen Elementen. Sehr zu empfehlen!

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Zum Inhalt: Der ehemalige französische Agent Marc Leroc wird in Paris tot aufgefunden. Zuvor hatte er sich mit Margaux, der Freundin von Jacques Ricou, zu einem Interview getroffen. Untersuchungsrichter Ricou wird mit der Aufklärung des Falls betreut und merkt bald, dass er es mit dem größten Korruptionsfall der deutsch-französischen Geschichte zu tun hat. Es geht dabei um Geldwäsche, Verrat und politische Intrigen. Sehr einflussreiche Leute haben ihre Hände im Spiel und es dauert nicht lange bis der Richter ihnen in die Quere kommt und damit sein Leben und das seiner Freunde aufs Spiel setzt... Meine Meinung: Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich dermaßen gelangweilt hat. Ich musste mich richtig zwingen, es zu Ende zu lesen. Mit einem guten Krimi hat dieser Roman nichts gemein. Wickert schafft es nicht, auch nur den Hauch von Spannung aufkommen zu lassen und erschlägt den Leser mit einer Fülle an wirtschaftlichen und politischen Informationen, die eher verwirren, als dass sie erklären. Mir kam das Ganze vor wie ein Zeitungsbericht, der auf die Länge eines Pseudo-Krimis aufgebläht worden ist. Nach den ersten sechzig Seiten weiss man alles Nötige und darf sich die restliche Zeit mit Wiederholungen und vorhersehbaren Handlungen herumplagen. Die zwei einzigen überraschenden Wendungen wollen so gar nicht zum bisher Erzählten passen und berührten mich unangenehm durch ihre Unglaubwürdigkeit. Die Protagonisten sind allesamt so oberflächlich charakterisiert, dass sie farblos und holzschnittartig wirken und mir fremd blieben. Als sehr störend empfand ich zudem Wickerts ständige Zurschaustellung seiner Allgemeinbildung und seiner Kenntnisse in französischer Lebensart. Auch der doch etwas simple Schreibstil konnte mich nicht überzeugen und die ständige Einstreuung bekannter Namen nervte. Schade, ich hatte mir mehr versprochen! Fazit: Nur etwas für eingefleischte Wickert-Fans und diejenigen, die "Der Richter aus Paris" und "Die Wüstenkönigin: Der Richter in Angola" gern gelesen haben!

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