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Alle Rezensionen von fuechslein

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Ein Buch für neugierige Menschen, denen die Warum-Fragerei in der Kindheit nicht abtrainiert wurde. Der Autor geht sowohl in seiner Radiosendung als auch online jeder Hörerfrage auf den Grund. Die spannendsten Fragen und Diskussionen sind in diesem Buch zusammengefasst. Zum darin blättern, staunen, sich überraschen lassen. Thematisch geordnet nach Weltraum, Erde, Pflanzen und Tiere, Mensch, Geschichte, Essen und dem fast unfassbaren Wesen der Dinge, sowie Gerüchte und Geraune steigert sich das Buch tatsächlich fast vom Urknall bis hin zur Majestätsbeleidigung der Queen von England und den mysteriösen 90 Prozent unseres Hirns, die wie angeblich nicht nutzen. Schon, um dieses letzte Gerücht zu entkräften, sollten wir weiterhin schön neugierig bleiben. Stimmt diese Aussage denn überhaupt? Das Buch verrät es. Mir gefällt, dass der Autor Wissen vermittelt, ohne belehrend zu wirken. In kurzen Kapiteln von durchschnittlich einer Seite pro Antwort, beantwortet er die Fragen leicht verständlich und mit einer Menge interessanter Fakten. Manches hat man vielleicht schon irgendwann einmal gehört, gelesen ... und wieder vergessen. Warum erforschen wir den Mars, obwohl die Venus viel dichter an der Erde dran ist? Sollten Kinder Kuhmilch trinken? Erst recht, wenn die Milch gar Morphium enthält? Fragen über Fragen, und keine bleibt unbeantwortet. Dabei bleibt der Autor sachlich, er polarisiert nicht, nennt ganz diplomatisch nur die Fakten. Die Antwort auf die Kinder-und-Milch-Frage können sowohl Veganer als auch Milchfans für sich verwerten. Ohrwürmern, Tomaten im Kühlschrank, die Wärme im Gotthardtunnel, Schlafwandeln ... All das diese Themen werfen im Alltag Fragen auf, über die wir meist gar nicht nachdenken. Warum ist das so? Das beantwortet dieses Buch. Neben der lehrreichen Unterhaltung habe ich aus der Lektüre eins mitgenommen: Die Lust, künftig viel öfter zu fragen: "Warum ist das so?" Vielen Dank dafür, Gábor Paál! Fazit: Lehrreich, unterhaltsam und Lust auf weitere "Warum?" weckend. 5*****

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Der Ansatz dieses Buches ist löblich. Carina Heer möchte anhand 100 ausgewählter "Teufelsweiber" beweisen, dass Frauen keinesfalls das schwache Geschlecht sind, sondern durchaus in der Lage, die Welt auf den Kopf zu stellen. Bei gut 300 Seiten haben wir pro vorgestellter Frau drei Seiten lang Gelegenheit, ihre spezielle Geschichte zu lesen, uns von der Autorin überzeugen zu lassen, warum gerade dieses Weib des Teufels sei und zu den 100 Auserwählten dieses Buches zählt. Von der biblischen badenden Susanna bis zu Malala Yousafzai entfaltet die Autorin einen bunten Fächer ausgewöhnlicher Frauenschicksale. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die gerade diese Frau in die Geschichte eingehen ließen. Die badende Susanna wurde zum Sinnbild der keuschen Unschuld, der niemand Glauben schenkte, außer dem Propheten Daniel. Die Parallelen zu heutigen Vorwürfen, missbrauchte Frauen trügen zumindest eine Mitschuld, sind unverkennbar. Malala Yousafzai ist die mit Abstand jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte. Sie wollte nur zur Schule gehen, obwohl die Taliban ihr und allen anderen Mädchen dieses Recht verwehrten. Zwei bewegende Schicksale, die für mich eines gemeinsam haben - der Oberbegriff "Teufelsweiber" passt für beide nicht, ist unglücklich gewählt als Titel dieses Buches. Kaiserin, Politikerin, Bankräuberin, Piratin, Widerstandskämpferin, Mathematikerin, Terroristin, Päpstin, Spionin ... Frauen können alles sein. Das beweist dieses Buch und dafür mag ich es. Kurzweilig und unterhaltend ist es allemal. Drei Seiten lese ich gern mal eben zwischendurch und fühle sich danach mit der Geschlechtsgenossin verbunden oder auch nicht. Über die Auswahl bzw. Nichtauswahl bedeutender weiblicher Persönlichkeiten will ich nicht diskutieren. Selbst wenn Carina Heer tausend Schicksale beschrieben hätte, wäre das Bild "der Frauen" immer noch unvollständig. Was mich wirklich stört, ist der ungeordnete Aufbau des Buches. Es gibt keinen roten Faden. Keine zeitliche Reihenfolge, ja nicht einmal ein alphabetisches Register. Um herauszufinden, ob beispielsweise Nina Hagen oder Marie Courie in diesem Werk Platz gefunden haben, muss man schon das komplette Inhaltsverzeichnis aufmerksam durchgehen. Es ist übrigens nur eine der beiden darin zu finden. Die von mir sehr geschätzte Coco Chanel hat es auch in dieses Buch geschafft. Allerdings nur auf einen Satz reduziert und als schlechtes Beispiel in der vorangestellten Zitatensammlung "Über Frauen". Schade. Aber auch symptomatisch für das Gefühl, das dieses Buch bei mir hinterlässt. Tolle Idee, Umsetzung weniger geglückt. Fazit: Historische und aktuelle Schicksale außergewöhnlicher Frauen gut recherchiert und kurzweilig aufbereitet. Leider auch chaotisch, ohne Register und zeitliche Ordnung. 3***

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Katja Maus ist ein zauberhafter Name für eine Tierärztin. Und so geht es im neuesten Krimi von Carine Bernard trotz Leiche und Mördersuche auch eher nett zu. Der Hund, der eine Grube gräbt ist ein echter Cosy-Krimi. Zwar hat jemand versucht, den Hund ihrer Freundin zu vergiften und kurz darauf liegt in deren Garten sogar eine menschliche Leiche. Aber Gewalt steht in diesem Buch nicht im Vordergrund. Wir begleiten die neugierige Tierärztin, deren Wege sich immer wieder mit der im Mordfall ermittelnden Polizei kreuzen, bei ihren eigenen Nachforschungen. Dabei geht es Katja Blum hauptsächlich um das Wohl der in diesen Fall ebenfalls involvierten Tiere. Wir lernen eine Katze, einen liebenswerten Schutzhund, ein trächtiges Pferd und viele weitere Tiere kennen. Der Schreibstil ist, wie man es von Carine Bernard gewohnt ist, angenehm und flüssig zu lesen. Viele Dialoge lassen die Szenen lebendig wirken. Mir hat sehr gefallen, wie in dieser Geschichte die Mördersuche in den Alltag einer Tierärztin integriert wurde. Die Beschreibung der Abläufe in der Tierarztpraxis wirkt sehr authentisch - kein Wunder, ist die Autorin doch selbst Tierärztin. Katja Blum ist Anfang 40, geschieden und alleinerziehende Mutter einer pubertierenden Tochter. Wie sie es schafft, alles unter einen Hut zu kriegen und sich auch von ihren Geldsorgen nicht unterkriegen zu lassen, wirkt realistisch und verdient Respekt. Für die Tierärztin steht das Wohl ihrer Tochter an erster Stelle. Deswegen zweifelt sie sogar am eigenen Tun, stellt persönliche Wünsche hintenan. Dass am Ende alles gut wird, erwartet man bei einem Cosy-Krimi. So beschert dieses Buch nicht nur spannendes Lesevergnügen, sondern lässt den Leser mit einem guten Gefühl und der Frage zurück: Wann wird Dr. Katja Maus das nächste Mal ermitteln? Fazit: 5***** und Leseempfehlung für alle Tierfreunde, die Krimis lieben

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Hildegard von Bingen wird von den Meisten wohl mit Naturheilkunde in Verbindung gebracht. Kräuterkissen, Tinkturen, ja selbst Dinkelbrot schmücken sich mit ihrem Namen. Doch Hildegard von Bingen war viel mehr als nur eine Kräuterkundige. Die von Maria Regina Kaiser spannend geschriebene Romanbiografie "Hildegard von Bingen" trägt den Untertitel "Die mächtigste Nonne des Mittelalters". In diesem Buch begleiten wir Hildegard auf ihrem Lebensweg. Wir erfahren, wie sie bereits als kleines Kind von vier Jahren die ersten Visionen hatte, in denen das "Lebendige Licht" ihr Dinge zeigte, die anderen verborgen waren. Hildegard kommt 1098 auf die Welt und ist als zehntes Kind der Familie von Bermersheim der Kirche versprochen. Es ist die Zeit der der ersten Kreuzzüge. Männer und ganze Familien machen sich auf den Weg ins Heilige Land. Junge adlige Frauen strömen scharenweise in Klöster, um dort abgeschieden von der Welt als Jesu versprochene Braut zu leben. Die beträchtlichen Mitgiften, wie Viehherden Fischteiche oder ganze Dörfer, verhalfen den Klöstern zu Reichtum. Der Autorin gelingt es, ein lebendiges Bild der damaligen Zeit zu zeichnen. Hildegard wurde zur Universalgelehrtin ihrer Zeit, sie diktierte Bücher, komponierte Musik, heilte Kranke und gab die Worte weiter, die das "Lebendige Licht" ihr auftrug. Interessant, wie sie und andere Frauen (z.B. Hildegards Freundin Rikkar von Stade) es verstanden, in dieser von Männern dominierten Zeit, Macht und Einfluss auszuüben. Hildegard war von Kindheit an kränklich, hatte Lähmungen und Krämpfe, die sie oft tagelang ans Bett fesselten. Trotzdem war sie eine sehr starke Frau. Sie schöpfte ihre Kraft aus dem Glauben an Gott und der Demut ihm gegenüber. Was er ihr in ihren Visionen auftrug, setzte sie gegenüber ihren Mitmenschen durch. Aufgeben konnte und wollte sie nicht. Das Buch war spannend wie ein Roman zu lesen. Auch wenn der religiöse Fatalismus der adligen Jungfrauen mir aus heutiger Sicht fast unbegreiflich ist, so fand ich es sehr interessant, über das Klosterleben zu lesen. Sich freiwillig einmauern zu lassen! Jahre- bzw. jahrzehntelang nicht ins Freie zu gehen! Die Autorin ist bekannt als Expertin für das Leben der Hildegard von Bingen. Trotz der vielen Fakten und historisch überlieferten Persönlichkeiten liest sich das Buch leicht und fließend. Der Anhang enthält eine Kurzzusammenfassung von Hildegards Lebenslauf, eine Aufstellung der weiteren handelnden, historischen Personen und ihrer Bedeutung, sowie ein Glossar mit Worterklärungen, ein Orts- und ein Literaturverzeichnis. Sehr übersichtlich zum Nachschlagen. Historische Porträts und Illustrationen der von Hildegard empfohlenen Kräuter schmücken das Buch. Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Fazit: Ein spannendes Buch über eine faszinierende Frau. Sehr lesenswert. 5*****

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Gabriele Münter, geboren 1877 in Berlin. Obwohl es für Frauen zu ihrer Zeit verboten war, an der Kunstakademie zu studieren, erfüllte sie sich ihren Traum und lernte die Grundlagen, das "Handwerk" an der Phalanx, einer privaten Kunstschule, wo auch Kandinsky lehrte. Ihre Herkunft aus reichem Fabrikantenelternhaus und verständnisvolle ältere Geschwister ermöglichten ihr dieses. Gabriele Münter, auch Ella genannt, hatte großes Talent, ein Gefühl für das Wesentliche, das sie auf ihren eindrucksvollen Bildern festhielt. Wassili Kandinsky erkannte und förderte dies nicht nur, er verliebte sich in Ella, beide waren über 15 Jahre ein Paar. Trotz der Vorteile, die Gabriele Münter aus dieser Verbindung zog (z.B. Zugang zu anderen Künstlern und Galerien, Mitbegründerin des "Blauen Reiters, usw.) blieb Münter während dieser Beziehung immer im Schatten Kandinskys. Wie sehr sie emotional und in ihrer Kreativität von Kandinsky abhängig war, zeigte die jahrelange Schaffenskrise, in die Gabriele Münter nach der für sie schmerzhaften Trennung stürzte. Erst mit Hilfe ihres neuen Gefährten Johannes Eichner, Kunsthistoriker, fand sie wieder zur Malerei zurück und wurde eine eigenständige Künstlerin. Das Buch will eine Romanbiografie sein und ist somit beides - Roman und Biografie - nur halb. Für einen Roman mit so vielen Fakten gespickt, dass diese in der Geschichte untergehen. So sehr ich die Akrebie bewundere, mit der diese vielen kleinen Puzzleteile zusammengetragen wurden - Briefzitate, Daten, Personen - hätten viele Hintergründe, wie Geburtsdaten der zahlreichen Personen und Künstler, denen Gabriele Münter während ihres Lebens begegnete, für mich besser in ein leider nicht vorhandenes Personenverzeichnis im Anhang gepasst. Verwirrend fand ich die Sprünge zwischen den verschiedenen Zeitformen der Erzählung. Größtenteils Vergangenheit, dann plötzlich ein Absatz in der Gegenwart, ohne für mich erkennbaren logischen Grund, oder gar Zukunft (... dann und dann würde sie das und das getan haben). Einfach zu lesen ist dieses Buch nicht. Es enthält 15 schwarzweiße Abbildungen, historische Fotos von nicht bester Qualität, die auf dem verwendeten Papier des Buches noch an Aussagekraft verlieren. Ich kam nicht umhin, parallel nach Bildern zu googeln. Fazit: Gabriele Münter war eine faszinierende Künstlerin, die es verdient hat, dass man sich an sie erinnert. Dieses Buch hat trotz der beschriebenen Schwierigkeiten mein Interesse an ihr geweckt. Es gibt auf dem Markt allerdings leichtere Zugangswege zum Leben und Werk dieser Frau. 3***

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Zwischen 40 und 60 Drogerieprodukte stehen in einem durchschnittlichen Haushalt. Diese mit nur fünf Hausmitteln zu ersetzten, klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Nur sind diese Fünf - Natron, Soda, Essig, Zitronensäure und Kernseife - eben die Grundlage aller Power-, Hyper-, Supersauber-Reiniger. Was und wieviel in den käuflich zu erwerbenden bunten Packungen sonst noch so drin ist, wollen wir am besten gar nicht wissen. Dabei geht es einfacher, umweltbewusster und billiger. Zugegeben, ein bisschen Mitdenken und Experimentierfreude sind gefragt, wenn man z.B., je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche, mit Soda, Natron und Kernseife in unterschiedlichsten Anteilen ans Werk geht. Bei der Körperpflege kommt man nicht unbedingt mit den fünf Grundsubstanzen aus. Es hängt vom eigenen Wohlbefinden ab, ob man auf ätherische Öle, Stärke o.ä. nicht verzichten mag. Grundsätzlich bietet das Buch, nach Anwendungsgebieten wie Reinigung, Ernährung, Körperpflege, Garten usw. geordnet, eine Vielzahl von Rezepten und Anwendungsmöglichkeiten der fünf Hausmittel. Wichtig ist, sich einmal mit den fünf Ausgangsstoffen und ihrer chemischen Wirkung zu befassen, die Warnhinweise zu beachten und z.B. Soda und Backsoda (= NATRON!) nicht zu verwechseln. Gut gefallen haben mir auch die Tipps zu Bezugsmöglichkeiten. Jeder kann selbst entscheiden, ob er in Online-Shops oder im Drogeriemarkt vor Ort kaufen möchte. Oder alternativ in Apotheke oder Unverpacktladen seine mitgebrachten Gefäße befüllen lässt. Der Verweis auf die Website smarticular.net taucht immer wieder auf und spricht für die Wahl des ebenfalls erhältlichen E-Books, in dem man die zahlreich angebotenen Links direkt anklicken kann. Ich habe klein begonnen und zunächst die Hortensie erfolgreich gegen Mehltau behandelt (Natron), ein paar hässliche Flecken auf dem Fußboden entfernt (Soda). Zitronensäure zum Entkalken nutze ich schon länger, ebenso wie Kernseife auf Reisen für die Handwäsche. Wenn es kühler wird, möchte ich unbedingt die Badebomben ausprobieren und auch die Waschmaschine darf sich auf neues Waschmittel freuen. Backpulver in den kleinen teuren Tütchen brauche ich nie wieder kaufen, denn dafür kann ich nun aus dem großen Natrongefäß schöpfen. Fazit: Ein geniales Buch für alle Experimentierfreudigen, die umweltfreundlich(er) leben wollen. 5*****

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Wildkräuter aus Topf und Garten klingt zunächst wie ein Widerspruch. Wozu mühsam kultivieren, was in der Natur von allein wächst? Doch nicht jeder hat das Glück, dass die beschriebenen Kräuter in seine näheren Umgebung frei und sauber wachsen, und auch für diejenigen, die tatsächlich nur sammeln, statt vorher anzubauen, ist dieses Buch eine wahre Schatzgrube. Wer mit leeren Beeten und Töpfen beginnt, erfährt zunächst einmal, wie er Wildkräuter kultiviert, ihre Samen sammelt und was es bei der Aufzucht zu beachten gibt. Nach ein paar allgemeinen Tipps zur Verwendung der Wildkräuter in der Küche, wird es dann konkret. Vorgestellt werden 25 verschiedene Wildpflanzen, von Bärlauch bis Schaumkraut. Auch sogenannte Unkräuter , die von vielen Gärtnern zu Unrecht verschmäht werden, erfahren ausreichend Würdigung, so beispielsweise der Giersch, die Vogelmiere oder die Brennnessel. Die Kapitel zu den einzelnen Pflanzen sind alle ähnlich aufgeteilt: zunächst lesen wir über deren Vorkommen in der freien Natur, dann über den Anbau in Topf und Garten, erfahren, was die Pflanze besonders wertvoll macht und wie sie in der Küche verwendet wird. Die Abschnitte mit den Rezepten und dazugehörigen Fotos lassen einem schon beim Durchblättern des Buches das Wasser im Munde zusammenlaufen. Und genau hier wird der Wert des Buches für mich weitaus größer, als der Titel zunächst vermuten lässt. Der Leser, vor dessen Tür oder in dessen Garten die beschriebenen Wildpflanzen von ganz allein wachsen, muss nichts weiter tun, als zur rechten Zeit ernten und genießen. Genau dazu laden die Rezepte nämlich ein. Und Giersch wegessen klingt doch viel interessanter als Giersch jäten ;-) Ein ausführliches Stichwort- sowie Rezeptverzeichnis, interessante Links, Bezugsmöglichkeiten, eine Übersicht über die Pflanzen nach Jahreszeit ihrer Verwendung sowie Heilkräfte der aufgeführten Wildkräuter runden die Informationsfülle des Buches ab. Fazit: 5***** und Empfehlung für jeden, der sich für Wildkräuter interessiert bzw. sich erstmals mit diesem Thema beschäftigt.

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Dr. Markus Strauß` Buch "Artgerecht" soll eine Art Gebrauchsanweisung für ein artgerechtes menschliches Leben sein. Dafür betrachtet der Autor die Vergangenheit, analysiert die Gegenwart und entwirft die Utopie einer Zukunft, in der wir Menschen wieder leben können, wie es unserer Art entspricht. Denn im Zuge der Menschheitsentwicklung und insbesondere als Folge der industriellen Revolution haben wir uns immer weiter von der natürlichen, gesunden Lebensweise entfernt, die unserer Art (Mensch) gerecht wird. In 13 Kapiteln beleuchtet Dr. Strauß alle Bereiche unseres Lebens. Angefangen bei den Lebensmitteln und unserem Verhältnis zu Tieren, Pflanzen und Natur, über die Zeiteinteilung, das Miteinander in der Gesellschaft, Beziehung zwischen Frau und Mann und zu unseren Kindern, bis hin zu körperlicher Bewegung und zum Abschluss dem Geld und einer sozialen Gesellschaft der Zukunft. Dabei beginnt der Autor stets mit einer Analyse des Ist-Zustandes und wie wir historisch dahin gekommen sind. Diese Betrachtung führte mir immer wieder vor Augen, wie wir uns vor allem in den letzten Jahrzehnten des scheinbaren Wohlstandes immer mehr in die falsche Richtung bewegt haben. Gefühle wie Wut, Angst und Resignation können aufkommen, wenn man sich bewusst macht, was wir unserem schönen Planeten antun. Doch der Autor ermuntert uns, diese Gefühle zuzulassen, aus ihnen Energie zu schöpfen, nicht zu resignieren, und er liefert am Ende jedes Kapitels Anregungen, was wir im Alltag tun können und wohin unsere Gesellschaft sich entwickeln muss. Ersteres sind leicht umsetzbare Ideen, wie z.B. der konsequente Verzicht auf alle gesüßten Getränke, die Anlegung eines Komposts im Garten, bewusstes Schenken und Teilen, ohne Erwartung einer Gegenleistung usw. Die auf die Gesellschaft bezogenen Thesen klingen für mich erstrebenswert, teilweise auch sehr utopisch - Keine Noten im Sportunterricht, keine Einkommenssteuer, bedingungsloses Grundeinkommen, um nur einige zu nennen. Um so wichtiger finde ich dieses Buch. Es verdeutlicht nämlich, dass die Menschheit sich entwickelt, dass wir neolithische und industrielle Revolution hinter uns gelassen haben und uns seit etwa den 1980er Jahren in der Digitalen Revolution befinden. Mit allen Vor- und Nachteilen, die diese Entwicklung mit sich brachte. Wollen wir künftig wieder artgerecht leben, ist die natürliche Revolution notwendig. Nach Dr. Strauß` Meinung befinden wir uns da bereits mittendrin und das macht Mut. Erste Schritte, selbst aktiv zu werden, regt der Autor mit dem Abschnitt "Artgerechte Erste Hilfe" am Ende des Buches an. Das Buch ist leichtverständlich geschrieben, man spürt, dass es dem Autor am Herzen liegt, seine Thesen "unters Volk" zu bringen. Dr. Markus Strauß wurde bisher vor allem mit seinen Veröffentlichungen zu Themen wie essbare und heilenden Wildpflanzen bekannt. Ich finde es wundervoll, wie er in diesem Buch tiefer geht, die menschliche Gesellschaft einbezieht. Ein Buch, das mich oft nachdenklich werden ließ, vor allem aber Mut macht. Danke dafür, Dr. Strauß! Fazit: Für alle, die sich eine bessere Welt wünschen, absolute Lesempfehlung 5*****

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Belinda glaubt, in Nathan die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Doch der Marineoffizier verlässt sie, weil er ihr eine mehrmonatige Trennung durch seinen Dienst nicht zumuten will. Für Belinda scheint das Leben sinnlos, sie ist sozusagen am Ende. Genau wie Bodie, der schon so lange im Tierheim lebt, dass demnächst die Todesspritze auf ihn wartet. Eine glückliche Fügung führt die Beiden zusammen und schenkt ihnen neuen Lebensmut. Schon nach kurzer Zeit beschließt Belinda, mit Bodie über 3000 Kilometer die amerikanische Westküste hinaufzureisen, von Los Angeles bis Portland. Ich fand Belindas Schilderung der ersten Erlebnisse mit Bodie amüsant und fühlte mich an meine erste Zeit als Hundebesitzerin erinnert. Wie sich plötzlich alles um den Hund dreht, Kleidung nach Zweckmäßigkeit gewählt und gute Vorsätze, was der Hund darf und was nicht, gefasst und wieder über den Haufen geworfen werden. Der größte Teil des Buches schildert die Reise der Beiden. Einerseits fand ich diese ausführlichen Reiseberichte faszinierend. Welche Cottages, Restaurants, Läden usw. Belinda und Bodie besuchen und wo sie sich besonders willkommen fühlen. Andererseits gefiel mir auch die Entwicklung der Beziehung zwischen der Autorin und ihrem Hund. Die Schrecksekunden an der stark befahrenen Straße oder auch das Glücksgefühl, den eigenen Hund glücklich und entspannt zu sehen. Rührend fand ich auch Bodies erste Begegnung mit dem Meer. So ähnliche unvergessliche Erlebnisse gibt es im Leben jedes Hundebesitzers. Ich war beeindruckt von der Freundlichkeit, der Belinda begegnee, sowohl Hundebesitzern und als auch ihren vierbeinigen Begleitern gegenüber. Schade, dass mein Hund und ich Belindas so ausführlich beschriebener Route nicht folgen können, auch wenn das Buch direkt dazu einlädt. Belinda gewinnt neues Selbstvertrauen, fühlt sich nicht mehr als die von Nathan Verlassene, sondern als die von Bodie Auserwählte. Kleine Selbstzweifel zwischendurch machen die Geschichte um so authentischer. Manchmal kamen mir Belindas Gedanken etwas zu euphorisch-philosophisch vor, was aber durch Situation, in der sie sich befand erklärbar ist. Sie war am Ende und staunt selbst, wie viel Glück wieder in ihr Leben kommt. Durch einen Hund. Der in meinen Augen einzige Kritikpunkt ist die Qualität der Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche. Wortwiederholungen innerhalb eines Satzes, die man elegant hätte vermeiden können, und aus dem Englischen übernommener Satzbau störten wiederholt meinen Lesefluss. Wenn ein Satz so verquer formuliert ist, dass ich ihn mehrfach lesen muss, um die Wörter neu zu sortieren und den Inhalt zu verstehen, hat der Übersetzer seine Arbeit nicht gut gemacht. Dafür einen Stern Abzug. Fazit: Ein lesenswertes Buch für alle Hundefans. 4****

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Dr. Robert Hofrichter überzeugte mich bereits mit "Das geheimnisvolle Leben der Pilze" davon, dass Sachbücher ebenso spannend zu lesen sein können wie Krimis. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an "Im Bann des Ozeans". Das Buch beginnt mit einer kurzen, etwas 30-seitigen Einführung, was der Autor alles unter dem Thema Ozean versteht. Von der Entstehung der Erde über die Entwicklung des Lebens bis hin zur Klimaveränderung durch den Treibhauseffekt. Im Folgenden wird jedem dieser Puzzleteilchen, die das Gesamtbild Ozean ausmachen, ein eigenes Kapitel gewidmet. Zum Glück auf die gewohnt begeisterte und begeisternde, gar nicht trockene, sondern unheimlich faszinierende, Hofrichter-Art. Allgemeinverständlich erklärt der Autor, warum die Ozeane Berge und Dellen mit einem Höhenunterschied von bis zu 200 Metern haben oder warum es bis vor wenigen Jahren verschiedene "Normalnull" gab. Wir erfahren nicht nur, dass riesige Monsterwellen kein Seemannsgarn sind, sondern auch, soweit bekannt, wie sie entstehen. Und warum das Meer meist blau ist, es aber kein blaues Meer gibt. Nach dieser eher geologischen Einführung wirds endlich lebendig im Ozean. Wo alles Leben seinen Ursprung hat. Wissenschaftlich gesehen sind wir Menschen sogar mit den Meeresschwämmen vor der australischen Küste verwandt, da wir zu 70 % das gleiche Erbgut haben. Vom Urknall bis zur Gegenwart auf rund 150 Seiten geht die Reise. Wir erfahren, dass die Evolution wie ein Sturm über das Urmeer fegte und dass Bewegung die Grundlage alles (Über-)Lebens ist. Im Meer gibt es weit mehr sexuelle, oftmals kuriose Spielarten, als wir Menschen uns vorstellen können. Ebenso verblüffende Freundschaften und Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichsten Meereslebewesen, wie z.B. Putzerfisch und Zackenbarsch, Clownfische (Nemos) und Seeanemonen oder Grundel (ein Fisch) und Krebs. Nicht der weiße Hai ist die größte Bedrohung für Schwimmer und Taucher. Und menschenverschlingende Seeungeheuer sind größtenteils Legenden mit realen, oft harmlosen Vorbildern. Hofrichter räumt mit einem weit verbreiteten Irrtum auf: Dass Delfine immer gut und Haie immer böse sind. Wir erfahren, dass es selbst in unvorstellbarer Meerestiefe Leben gibt, obwohl dort ewige Dunkelheit herrscht. Was tun, damit sich Männchen und Weibchen in diesem unwirtlichen Lebensraum nicht verlieren? Die Natur hat eine witzige Lösung gefunden. Doch irgendwann ist auch bei Hofrichter der Spaß vorbei. Nämlich dann, wenn es darum geht, wie wir Menschen systematisch den Lebensraum Ozean zerstören. Ein Satz hat sich bei mir eingeprägt: "Dem Meer sind wir völlig egal, doch das Meer kann uns nicht egal sein." Egal, wie weit wir die Zerstörung unseres Lebensraums vorantreiben, der Ozean wird sich davon wieder erholen, den Schaden und den Schädiger überleben. Der Autor warnt jedoch nicht nur, er bringt auch positive, Hoffnung machende Beispiele, wie Menschen mit Vernunft und Einsicht die selbst verursachten Probleme wieder beseitigen. Es ist noch nicht zu spät, um umzudenken und umzukehren und uns und dem Meer eine neue Chance zu geben. Das Buch besticht durch seine Sprache, die wenigen, in der Mitte des Buches enthaltenen Farbfotos sind eher zusätzliche Dreingabe als wesentlicher Bestandteil der spannenden Erzählung. Stattdessen empfiehlt der Autor, die entsprechenden Bilder zu googeln, was einerseits ungewöhnlich klingt, andererseits aber zu weiteren Erkenntnissen führt, weil der interessierte Leser so auf Details stößt, die den Rahmen eines Buches sprengen würden. Fazit: 5***** und Lesempfehlung für alle, die das Meer lieben.

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