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Alle Rezensionen von marcello

Seite 1 / 18
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Um Camilla Läckbergs Krimireihe bin ich stets herumgeschlichen, aber desto mehr Bände erschienen, desto mehr wurde mir klar, das kannst du nicht mehr aufholen. Als ich nun sah, dass "Golden Cage" mit ihren Krimis nichts zu tun hat, sah ich das als beste Gelegenheit, sie zumindest mal als Erzählerin kennenzulernen. Nach der Lektüre ist mir natürlich klar, dass ihre Krimireihe so wohl kaum sein wird, aber die erzählerischen Handgriffe werden sicherlich dieselben sein. Ich habe in den letzten Jahren doch einige Bücher gelesen, die von der Aufmachung stark an einen Thriller erinnert haben, aber nun wahrlich nicht die atemraubende Spannung aufweisen können, dafür eine an den Nerven zehrende Anspannung, weil man weiß, hier wird noch genug Psychoterror stattfinden. Daher hat "Golden Cage" mich sehr an "The Wife Between Us" erinnert, wo auch das Thema toxische Ehe angesagt war. Schon dieses Buch hat mir gut gefallen, weswegen ich mich auf Läckbergs Vision auch gut einlassen konnte. Ich bin ehrlich gesagt etwas beschwerlich reingekommen, weil die Darstellung der Ehe mir gleich zuwider war und auch die Rückblicke konnten nicht direkt offenbaren, was ihr Zweck ist. Zum Glück werden beide Ebenen irgendwann wesentlich zielführender und man ahnt, wohin die Reise gehen wird und genau mit diesem Punkt schloss sich für mich diese innere Anspannung an, dass ich mich unbedingt auf den Psychoterror einlassen musste. Ohne Frage ist dieser Roman ein Pageturner, da er einen unheimlichen Sog entwickelt, dennoch habe ich für mich einige problematische Aspekte herausgezogen. "Golden Cage" ist definitiv ein feministisches Buch, das schreit es regelrecht vom Anfang bis zum Ende. Aber ich fand, dass die Autorin zu viel des Guten wollte. Mir hat es gut gefallen, dass Faye wieder auf die Füße gekommen ist und stark und mutig ihren Weg gegangen ist, aber zum einen hat sie bedenkliche dunkle Seiten und zum anderen gibt es nur einen einzigen Mann, der in diesem Buch gut wegkommt, ansonsten wird da das Bild eines Mannes geschaffen, das kaum repräsentativ für ein Geschlecht ist. Bei Faye fand ich es einfach schade, dass sie diese dunkle Seite haben musste, weil sie so geschickt und raffiniert und planungssicher ist, dass es diese Momente für die Botschaft gar nicht gebraucht hätte. Zudem entsteht so das Gefühl, dass die Frau die moralische Instanz ist, weil sie den Mann besiegt und damit wirkt es automatisch beschönigend, wenn sie Morde begeht, als sei es notwendig gewesen. Neben dieser stellenweise etwas problematischen Darstellung fällt aber auch für mich ins Gewicht, dass der Erzählstil genau auf diese Geschichte passt. Die Figuren sind in sich sehr konsequent und ihr Gefühlsleben ist stets sehr transparent und authentisch dargestellt. Zudem gefällt mir die Entwicklung der Geschichte einfach. Es schwingt eine Raffinesse mit und es gibt tolle Wendungen. Zudem fand ich das Erzähltempo im zweiten und dritten Teil genial. Wo ähnliche Geschichten sich oftmals in Details und Beschreibungen verlieren, scheut sich die Autorin nicht, Zeitsprünge zu machen, die die Geschichte entschieden vorantreiben und damit zum Ziel bringen. Ich hatte so zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, einen Durchhänger mitzuerleben. Fazit: Vom erzählerischen Handwerk her ist "Golden Cage" mit das Beste was ich in diesem Genre bisher gelesen habe. Dafür erscheint mir die inhaltliche Botschaft an einigen Stellen zu gefährlich. Dieses Buch ist definitiv nicht Männern zu empfehlen, da das Geschlecht überhaupt nicht gut wegkommt. Das Buch ist definitiv von einer Frau für Frauen, aber die Botschaft stimmt nur stellenweise.

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Manchmal wundert man sich ja wirklich, was einen zum einem Buch gezogen hat, vor allem, wenn man die Buchdeckel sehr enttäuscht wieder schließt. Für mich war es wohl definitiv das tolle Cover, das den Titel mit seiner Farbgebung sehr schön aufgegriffen hat. Der Klappentext war sehr minimalistisch und dabei auch sehr stereotyp, aber das hat mich nicht abschrecken können. Aber ich kann auch versichern, dass mich das Buch nicht aus dem Grund nicht überzeugt hat, dass es zu stereotyp war, sondern weil es schlicht in den meisten Belangen zu wenig angeboten hat. Man wird regelrecht in die Geschichte hineingeworfen. In zwei Kapiteln passiert unheimlich viel und es werden einem so viele Informationen an den Kopf geknallt, dass es bei mir regelrecht dampfte. Zudem war aber auch das Problem, dass sie Informationen keinen Zusammenhang zu haben schienen, denn es fiel mir unheimlich schwer, dadurch das World Building nachzuvollziehen. Wer ist jetzt wer? Was ist Lichtwelt, was Dunkelwelt? Wie genau funktioniert die Magie? Soll ich mir die Welt eher mittelalterlich oder doch eher futuristisch vorstellen? All diese Dinge schwirrten mir ständig durch den Kopf, aber Antworten gab es keine. Im dritten Kapitel dann plötzlich nimmt sich die Protagonistin, die als Erzählstimme fungiert, Zeit, um den LeserInnen einiges zu erklären. Für mich war es an dieser Stelle aber schon zu spät, ich war bereits zu sehr genervt. Ob es nun daran lag oder ob es tatsächlich so war, auch die Erklärungen haben das Bild nicht viel klarer gemacht. Auch mit Beendigung der Geschichte habe ich noch kaum einen Schimmer, wie das Ganze jetzt in meinem Kopf aussehen müsste. Ein weiteres großes Problem hatte ich mit der Protagonistin, Lucie. Mir ist vor allem säuerlich aufgestoßen, als die Autorin im Nachwort verriet, dass sie sich von einer Geschichte von Charles Dickens inspiriert fühlte und vor allem die starke Protagonistin nachempfinden wollte. Wo aber bitte war diese starke Protagonistin? Im ganzen Buch hat sie eine starke Szene gehabt und die wurde uns auch nur im Rückblick erzählt. Natürlich will ich ihr Empathie nicht absprechen, aber ansonsten war sie vor allem Spielball, ohne eigene Meinung. Ich fand es sehr ernüchternd, dass sowas als starke Protagonistin gelten soll. Auch bei den restlichen Figuren wollte der Funke nie überspringen. Als spannende Ausgangslage empfand ich eigentlich die Gegenüberstellung der beiden Doppelgänger, wie konträr sie erst wirken sollen, um sich dann immer mehr aneinander anzunähern. Aber die einzelnen Entwicklungen waren entweder zu abrupt oder nicht nachvollziehbar. Auch die beiden Antagonisten haben viel zu wenig Profil bekommen. Menschlich waren sie dieselben Personen, aber sie konnten dennoch nie die Wucht entfalten, die ich mir von einer Hassfigur erhoffe. Hinzu kommt, dass auch keine Spannung aufkommen wollte, da sich die Autorin oftmals in ellenlangen Gedankengängen verloren hat und dabei die eigentliche Action aus dem Blick verloren hat. Das Ende kommt sehr abrupt und mir ist nicht klar, ob es hier weitergehen soll. Für mich wäre an dieser Stelle aber bereits klar, dass es das gewesen ist, denn ich habe keinen Aspekt gesehen, den ich gerne weiterergründen wollen würde. Fazit: Dieses Jugendbuch hat es leider zu keinem Zeitpunkt geschafft, dass ich mich in der dargebotenen Welt einfinden und mich mit den Charakteren identifizieren konnte. An allen Ecken gab es zu wenig Informationen oder zu überhastete Entwicklungen. Der Schreibstil ist zwar vom Prinzip her sehr schön, aber er verliert sich auf Dauer in zu vielen Gedankengängen anstatt in spannenden Handlungen. Ich warne, sich von dem tollen Cover nicht verführen zu lassen, lieber Finger weg.

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R. S. Grey ist im deutschsprachigen Raum eine unbekannte Autorin, so dass ich ohne viele Erwartungen und sehr neugierig an die Lektüre gegangen bin. Zudem liebe ich einfach Liebesgeschichten, bei denen sich die bald Liebenden feurige Wortgefechte liefern und irgendwann dann hinter die Fassade blicken. Genau das versprach "My Dearest Enemy". Gleich zu Beginn der Lektüre ist mir aufgefallen, dass es unheimlich schwerfällt, sich ein wirkliches Bild von der Protagonistin Daisy zu machen und das, obwohl wir das Geschehen ausschließlich aus ihrer Perspektive erleben. Sie ist so von ihrem Konkurrenzdenken bestimmt, dass alle Charakterzüge, alle Handlungen und alle Worte keinerlei Aufschluss darüber geben, wer diese Daisy nun tatsächlich ist. Zu Beginn habe ich noch gedacht, dass dies ein anfänglicher Eindruck bleiben wird und dass wir nach und nach ihr wahres Wesen kennenlernen dürfen, aber diese Hoffnung hat sich nicht bestätigt. Selbst bei ihrer großen romantischen Geste am Schluss wirkt sie extrem egoistisch und selbsteingenommen. Sie zeigt so im Endeffekt durchweg die Eigenschaften, die wir normalerweise beim Protagonisten einer solchen Liebesgeschichte bemängeln. Eben dieser männliche Protagonist, mit Namen Lucas, ist dann tatsächlich das, was man eher von der Frau kennt. Er hat ein großes Herz, ist charmant, romantisch und unheimlich empathisch. Und all das kann ich sogar sagen, obwohl wir seine Perspektive nie erleben und seine Stimme nur durch drei oder vier Mails kennen, die er an Daisy verfasst, aber nie abschickt. Er hat einen wirklich fassbaren Charakter, er ist das Herzstück dieser Geschichte. Damit ist er eben auch die Figur, die dieser Geschichte auch wirklich Liebe gibt, da ich ansonsten irgendwann an Daisys Art verzweifelt wäre. Er hat mich weiterlesen lassen und gleichzeitig frage ich mich, was ist es, das er an ihr liebt? Kritisch sehe ich auch, dass der Arbeitsalltag der beiden praktisch gar keine Rolle spielte. Mit der Grundprämisse, dass sie gemeinsam in einer Arztpraxis tätig sind, hätte ich mir gut vorstellen können, dass hierum empathische Patientengeschichten entwickelt werden. Aber nein, wir erleben sie hier und da mal bei einer Patientenhandlung, aber da geht es nicht darum, diesem zu helfen, sondern Daisy will immer nur alles an sich reißen, um Lucas zu besiegen. Irgendwann ist die Arztpraxis auch nur noch Schauplatz von sexuellen Vergnügen und genau diese sind auch noch total eintönig und dass Verhütung keinerlei Thema ist und das gerade bei Ärzten, das muss ich auch anprangern. Fazit: Leider wird der Protagonistin keinerlei Raum gegeben, um sich zu entfalten, so dass bis zum Ende ein sehr negatives Bild von ihr präsent bleibt. Zum Glück ist ihr männliches Pendant ein wahrer Glücksfall, da sich so noch eine erträgliche Geschichte ergibt. Doch insgesamt hat sich der verbale Kleinkrieg zu lange durchgesetzt, so dass es für mich keine klassische Lektüre zum Träumen ist.

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Bei einer neuen Autorin, bei einem sehr schlichten Cover und bei einem knappen Klappentext, da muss man schon sehr viel Mut haben, um zur Lektüre zu greifen. Bei mir war es schließlich die Leseprobe, die mich zu dem Buch hat greifen lassen, da dieses Großstadtmädchen in der rauen Natur von Norwegen es mir einfach angetan hatte. Dennoch bin ich eher mit sehr geringen Erwartungen an die Lektüre rangegangen, denn bei diesen Vorabinformationen hätte "The Hurting" wirklich alles sein können. Was mir sehr früh aufgefallen, ist, dass das Jugendbuch einen Stil hat, den man bei vielen "anspruchsvolleren" Jugendbüchern dieser Zeit immer wieder entdeckt. Es gibt teilweise eine fast schon poetische Sprache, die gepaart mit den Beschreibungen von Norwegens Naturschauspiel träumen lässt und dann wiederum ist die Sprache zwischendurch regelrecht plump. Diese Ambivalenz der Stile will mich einfach nicht so abholen, wie es vermutlich intendiert ist und das ist schade, weil man gerade durch die sprachgewaltigen Passagen merkt, dass van Smit schreiben kann, dies aber aus welchen Gründen auch immer stellenweise nicht nutzt. Bei den Figuren ist es so, dass wir Zeuge einer kaputten Familie werden, was es natürlich automatisch erschwert, sich mich den einzelnen Figuren identifizieren zu können. Nells ältere Schwester Harper trägt mit ihrer Krebserkrankung ohne Frage ein hartes Schicksal und trotzdem wird sie zu 90% des Buchs so boshaft und neidisch dargestellt, dass ich sie am liebsten aus den Seiten gerissen hätte. Mit dem Vater verhält es sich nicht groß anders, nur dass er eher unbeteiligt und ängstlich ist und nur mit dem höchsten Alkoholpegel zu Gewaltausbrüchen neigt. In dieser dysfunktionalen Familie fällt es natürlich schwer, Nell durchweg positiv zu sehen, da sie sich in diesem Teufelskreis auch eingenistet hat. Zudem kommt auch noch ihre blinde Liebe zu Lukas hinzu. Man hat schnell gemerkt, natürlich auch weil wir seine Perspektive immer mal kurz präsentiert bekommen, dass er auch genug Probleme mit sich herumschleppt und zuweilen borniert nur nach vorne sieht. In dieser negativen Umgebung war ich dann doch überrascht, wie sehr Nell mir noch ans Herz wachsen konnte. Zwar gab es auch am schlimmsten Punkt für sie immer noch Momente, wo ich sie gerne geschüttelt hätte, aber gleichzeitig war sie so mutig, weitsichtig, ausdauernd und empathisch, dass ich nur mit ihr mitfiebern konnte. Da auch die traurige Familiengeschichte irgendwann offenbart wird, bekommt man schließlich auch ein Verständnis für die einzelnen Figuren, aber dennoch ist damit nicht alles verziehen. Daher fand ich es auch gut, dass es kein klassisches Happy End gab. Es gab eines, das Hoffnung gibt, aber nicht mehr und nicht weniger. Richtig stark war definitiv auch, dass sich dieses Jugendbuch noch zu einem Thriller entwickelt hat, denn der Schreibstil, der mich durchweg gestört hat, wäre bei einer langatmigen Erzählung nur noch zur Qual geworden. Zwar wurde das Buch zum Ende hin immer stärker und spannender und dennoch bleibt der Knackpunkt der Erzählung neben dem Stil bei der Figur Lukas. Er war alleine durch seine Kindheit schon eine höchst faszinierende Figur, aber durch die kleinen Perspektiveinblicke bei ihm gab es dennoch keine Chance, ihn als Figur richtig greifen zu können. Vielleicht hätte es geholfen, sein Aufwachsen bei den Wölfen intensiver zu beleuchten. Aber so konnte ich ihm zu keinem Augenblick, seine angebliche Liebe zu Nell abkaufen. Daher konnte ich auch seine ständigen Umentscheidungen nicht nachvollziehen und die haben doch auch einen entscheidenden Teil der Geschichte ausgemacht. Der Fokus war zu sehr auf Nell, aber die Geschichte war eigentlich die von Lukas und ihr. Fazit: Das Jugendbuch bietet eine atmosphärisch tolle Szenerie, eine tolle Thrillerspannung im letzten Drittel und eine Protagonistin, die einem irgendwann unweigerlich ans Herz wächst. Aber auf der anderen Seite haben wir einen Schreibstil, der sich sehr gegensätzlich gestaltet und daher den Leseprozess teilweise zäh gestaltet. Zudem sind die restlichen Charaktere alle keine, die man bedingungslos ins Herz schließt, weil sie insgesamt viel zu wenig ausgearbeitet sind. Daher bleibt für mich ein sehr zwiespältiges Bild, bei dem ich keine klare Leseempfehlung geben kann.

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Bei dieser Überschrift könnte man sich fragen, warum ich überhaupt eine Rezension geschrieben haben, denn wie soll man etwas beschreiben, was nicht beschreibbar ist? Ja, das ist ein ominöses Rätsel, das richtig gut zu "Ein wirklich erstaunliches Ding" passt, da dieses Buch für mich auf ewig ein ominöses Rätsel sein wird und das durchaus im positiven Sinne gemeint. Bold wurde als Imprint des dtv angekündigt wurde, das die junge Generation ansprechen will, indem es deren Bedürfnis nach politischen und gesellschaftlichen Themen in den Fokus nimmt. Die ganze Aufmachung dieser Nische wirkt sehr erwachsen und dennoch stellte sich natürlich bei mir die Frage, was genau dieses Imprint liefern wird, da die Umschreibungen doch recht vage blieben. Mit "Ein wirklich erstaunliches Ding" ist nun das erste Buch des Programms erschienen und der Klappentext hatte zwar genug semantische Botschaften, aber so richtig erahnen konnte man dennoch nicht, wie der Inhalt des Buchs wohl aussehen wird. Daher hat bei mir vor allem der Name Hank Green gezogen, da es sich bei ihm um den Bruder des erfolgreichen Bestsellerautors John Green handelt. Natürlich ist es ein bisschen naiv zu sagen, wenn John schreiben kann, dann muss das auch Hank können, aber erkunden wollte ich es definitiv. Die große Stärke dieses Romans ist ganz sicher der Erzählstil. Der Leser wird immer wieder direkt angesprochen und dadurch wird ein Gefühl von Interaktivität erzeugt, das dem Medium Buch nun mal normalerweise nicht gegeben ist. Zudem wird man nicht nur angesprochen à la: "Ich will dir mal was erzählen¿", sondern die Erzählerin geht davon aus, dass man die Geschichte bereits kennt und dass man sie nun aus ihrer Sicht erzählt bekommt. Dadurch entstehen ein paar Kniffe, die es ermöglichen mit typischen Lesegewohnheiten zu spielen, wie z. B. dass es viele gibt, die bis zum Ende vorblättern und dann entscheiden, ob sie weiterlesen. Ein weiterer Vorteil des Stils ist, dass man für die Erzählerin, April, Sympathien entwickelt, obwohl sie im Fortgang der Handlung nicht immer positiv wegkommt. Durch ihre reflexive Nachbetrachtung bewertet sie sich aber selbst, so dass man sich ihr letztlich doch nahefühlt. Auch dies würde ich als Kniff bezeichnen, der gelungen ist. Während der stilistische Teil der Geschichte noch gut zu packen ist, wird es bei dem Inhalt des Romans schon schwieriger, ohne anderen Lesern zu viel vorwegzunehmen. Grob kann man sagen, dass es sich wirklich um eine hochintelligente Betrachtung der aktuellen digitalen Welt handelt, die aber auch ein zentrales Sci-Fi-Element mit reinnimmt, das ich nicht nennen möchte, weil es eben die zentrale Überraschung der Handlung ist. Man hat durchaus manchmal das Gefühl, dass die Handlung sich in ferner Zukunft abspielen muss, aber andererseits ist alles so realitätsnah, dass einem klar wird, genauso könnte es sich jeden Moment tatsächlich zutragen. Aber nicht nur die ganzen einzelnen Handlungsbögen sind sehr intelligent und weitsichtig gestaltet, sondern auch die Reflexion des Ganzen. Nicht nur April reflektiert sich selbst, sondern durch April reflektieren wir auch die Vor- und Nachteile der digitalen Welt. Natürlich merkt man schnell, dass es sich um eine Ansammlung von Gedanken handelt, die jeder schon mal hatte, Green erfindet also keine neuen Ansätze, aber diese fiktiv so geschickt verpackt zu sehen, das ist das Highlight. Auch wenn das Buch eine klare Botschaft hat, die mir persönlich gut gefällt, hatte ich gerade zum Ende hin das Gefühl, dass irgendwie doch etwas fehlt. Vielleicht wollte Green am Ende auch zu viel und hat dadurch ein paar logische Löcher eingebaut. Zudem wirkt das Ende unbefriedigend. Es passt zum Gesamtkontext, dass alles irgendwie offen wirken soll, aber für mich war es eben nicht perfekt. Das ist jetzt wirklich super subjektiv, da es nicht einen Autor gibt, der den Geschmack jedes einzelnen Lesers zu 100% trifft, aber bei mir bleibt immer ein bitterer Beigeschmack, wenn gerade das Ende, das letzte Gefühl, mit dem man das Buch verlässt, Fragen aufwirft. Aber ich gestehe doch ein, dass dies Klagen auf hohem Niveau ist. Fazit: Ich hätte hinter "Ein wirklich erstaunliches Ding" niemals das Buch erwartet, was ich bekommen habe. Alleine deswegen würde ich das Leseerlebnis schon jedem Interessierten anraten. Zudem trifft es den Zahn der Zeit wirklich sehr intelligent und auch der Schreibstil erweist sich als spielerisch und experimentell. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten gefühlt. Nur noch eine kleine Warnung: nach dem Namen würde ich definitiv nicht gehen, da Hank und John Green doch sehr unterschiedlich schreiben, aber beide gut.

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Von "Mr. Fixer Upper", dem ersten auf Deutsch veröffentlichten Roman von Lucy Score bei Forever war ich sehr angetan, da die Erzählung so bodenständig und ehrlich war. Als vom Verlag mit "Not My Type" nun ihr zweites Werk angekündigt wurde, war für mich klar, dass ich gerne reinlesen würde. Umso überraschter war ich nach den ersten Seiten, als ich feststellen musste, dass auf diesen nichts, aber so wirklich gar nichts von den positiven Aspekten des anderen Werks zu erkennen war. Während "Mr. Fixer Upper" in einer eher burschikosen, einfachen Welt gespielt hat, spielt dieser Roman in der Reichen und Schönen. Gegen diesen Szeneriewechsel habe ich nicht generell etwas, da es genug überzeugende Romane aus diesem Genre gibt. Dennoch wollte hier von Anfang an für mich der Funke nicht überspringen. Vor allem die Nebencharaktere waren kaum zu ertragen, da es nur um Alkohol und Sex ging. Selbst so ein romantisches Fest wie eine Hochzeit wurde dadurch zu etwas Furchtbarem verpfuscht, bei dem ich mich ernsthaft frage, wer damit berührt werden sollte. Aiden und Frankie als Protagonisten bekommen da schon wesentlich mehr Profil und sie sind es auch, die eher abseits davon stehen und mir dadurch automatisch sympathischer waren. Durch die Handlung, die auf Barbados spielt und die gar nicht funktioniert, konnte ich mich aber nicht so recht an sie binden, weil ich überwiegend nur genervt war. Zudem kam bei ihnen auch hinzu, dass sie von ihren Gefühlen in den unpassendsten Augenblicken übermannt wurden, so dass auch sie sich der Lächerlichkeit nicht gänzlich entziehen konnten. Erst als wir einen Ortswechsel nach New York vornehmen, bekommt die Geschichte wesentlich mehr Tiefe und auch Aiden und Frankie werden dadurch zu glaubwürdigen Figuren mit Ecken und Kanten. Es gibt auch einige sehr schöne Entwicklungen, es gibt süße Momente und es gibt sogar endlich sympathische Nebenfiguren, aber dennoch ist diese Geschichte meilenweit von dem weg, was ich von Score kenne und mir erhofft hatte. Im Grunde hat die schreckliche erste Hälfte den Ton gesetzt und eine deutlich bessere zweite Hälfte kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Geschichte in sich einfach nicht rund ist. Fazit: Manchmal ist es gefährlich, sich ausschließlich vom Autorennamen leiten zu lassen, andererseits konnte mir auch der Klappentext nicht verraten, dass mir die erste Hälfte des Romans die Lust auf den (zwar zugestanden besseren) zweiten Teil vermiest hat. Hier würde ich definitiv keine Leseempfehlung aussprechen, vor allem nicht für Score-Fans, die sie über "Mr. Fixer Upper" kennengelernt haben.

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Quasi seit Beginn der "Baseball Love"-Reihe haben wir Leser nur auf Jakes Story gewartet, da dieser Playboy einfach unter die Haube musste. Als immer wieder neue Bände angekündigt wurden und es nie um Jake ging, war immer etwas Enttäuschung dabei, aber irgendwann wurde mir klar, dass Jake vollkommen zurecht perfekt für den Abschlussband sein würde. Saskia Louis hat hier absolut die richtige Wahl getroffen, auch wenn dadurch die Fallhöhe natürlich höher war, denn wenn der ersehnte Band nicht abliefern kann und dann auch noch der Abschied von der Reihe sein soll, das hätte schwierig werden können. Aber im Endeffekt hatte ich nie Sorgen, da Louis eine qualitativ großartige Reihe abgeliefert hat, bei der die Schwankungen nur minimal waren, das muss man erstmal hinbekommen. Die große Frage war eher, wie muss die Frau sein, die die Richtige für Jake ist? Ich hätte mir sicherlich nicht jemanden wie Olivia ausgemalt, aber ich habe mich gerne von ihr überzeugen lassen und konnte schnell feststellen, dass sie durch ihre Gegensätze wirklich perfekt für ihn war. Sie hat ihn von Minute eins herausgefordert, ihm Kontra gegeben und gezeigt, dass Oberflächlichkeit nicht ihr Ding ist. Dennoch war auch sie nicht fehlerlos, da ihre Vorurteile, die sie fleißig gepflegt hat, natürlich wirklich daneben waren, aber andererseits ist niemand perfekt und es hat dazu geführt, dass wir auch ganz neue Seiten an Jake entdecken konnten. An einigen Stellen hat mich wirklich überrascht, was für tiefgründige Gespräche sie geführt haben. Die waren auf den Punkt perfekt für die Geschichte. Was ich wirklich nur total daneben fand, war die Tatsache, dass gerade am Anfang Olivia so oft als nicht schön beschrieben wurde. Am Ende war sie dann durch Jakes verliebte Augen wieder schön, aber das empfand ich als total blödsinnig. Andere Autoren haben für eine nicht klassische Schönheit schon charmantere Worte gefunden. Die Chemie zwischen Jake und Olivia lebt am Anfang vor allem davon, dass man weiß, dass sie dort zwei herausfordern. Die Funken und die Gefühle kommen erst viel später, was ich aber für die beiden genau richtig fand. Dass es bei Jake vor allem um Sex geht, war uns überdeutlich präsentiert worden, daher fand ich es logisch, dass er die Liebe seines Lebens erstmal respektieren lernt und dann eine Anziehung bei ihr verspürt. Auch die Entwicklung ihrer Liebesgeschichte war gut aufgebaut, in sich logisch, mit genau den Höhepunkten an den richtigen Stellen. Das Ende hat auch das besondere Etwas, da Jakes Geste am Ende natürlich auch perfekt gewählt war. Insgesamt zeigt sich dabei einfach überdeutlich, dass Louis ein ganz klares Bild ihrer Figuren hatte und dieses Verständnis durch überaus logische und dadurch anrührende Liebesgeschichten unterstreicht. Abschließend möchte ich nun auch noch einmal sagen, wie gut es mir gefallen hat, dass trotz aller Happy Ends, die Beziehungen der vorherigen Paare nicht in rosarot präsentiert wurden. Wenn Kaylie sich immer noch schwertut, Dexter zu heiraten oder wenn Chloe nicht genug Zweisamkeit mit Sam findet, dann empfinde ich das als sehr realistische Darstellung, die der ganzen Reihe den richtigen Unterton verpasst. So schön Liebesgeschichten auch sind, perfekt sind sie wahrlich alle nicht. Aber Louis beherrscht es, diese perfekt zu inszenieren! Fazit: Ach, wie schade, dass diese wunderbare "Baseball Love"-Reihe nun beendet ist, aber besser als mit Jake und Olivia hätte man dieses Kapitel nicht schließen können. Der größte Playboy der Truppe bekommt noch genau das Profil und die Frau an die Seite, die wir ihm alle gewünscht haben!

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"Die Chroniken der Verbliebenen" von Mary E. Pearson waren mein persönliches Lesehighlight aus dem Jahr 2018, da ich sie kurz hintereinander durchgesuchtet und jede Sekunde dabei genossen habe. Dieser Zusammenklang aus ruhigen, beschreibenden Passagen und dann wieder den actiongeladenen, bei denen einem nur der Mund offenstehen konnte, das war schon einsame Spitze! Daher habe ich mich sehr gefreut, dass "Der Klang der Täuschung" uns in die Welt zurücklässt, damit wir sie noch mehr erkunden können. "Der Klang der Täuschung" spielt einige Jahre nach dem Ende von "Die Chroniken der Verbliebenen" und dreht sich um Kazi, die als Rahtan für die uns wohlbekannte Lia tätig ist. Man wird sogleich in die Handlung ruckartig hineingenommen und man stellt schnell fest, dass ein eigener kleiner Kosmos aufgebaut wird, der doch unabhängig von der uns bekannten Welt funktioniert. Daher gibt es auch nicht viele Erklärungen zu den Geschehnissen und Figuren der "Chroniken der Verbliebenen", obwohl natürlich Bezüge da sind. Daher würde ich grundsätzlich schon empfehlen, dass man die erschiene Tetralogie vorher gelesen habe sollte, denn gerade zum Ende hin ist es doch hilfreich, wenn man die Basics parat hat, da sie das Verständnis erheblich erleichtern. Aber wie gesagt, es ist eigentlich ein neuer Kosmos, den wir kennenlernen, da wir uns von den uns bekannten Königreichen lösen und das Reich der Ballengers kennenlernen. Diese Familiensippe ist in den "Chroniken der Verbliebenen" nicht aufgetaucht, so dass man wirklich ein zentrales Element hat, das man gänzlich neu entdecken müssen. Auch ansonsten spielen von den bekannten Figuren eher Nebenfiguren eine wichtigere Rolle, wie Eben z. B. Es geht also weniger um Lia, Rafe und Kaden, was ich manchmal schade fand, andererseits aber auch genial, denn ansonsten hätte sehr schnell der Eindruck entstehen können, dass Pearson nur Fan Service leistet, aber das ist nicht der Fall. Sie erschafft neue Geschichten, neue Figuren und die fernen Bezüge zum Bekannten sind nett und müssen auch ausreichen. Bei den Figuren muss ich sagen, dass zu Kazi sofort eine Verbindung da war, da wir sofort in ihre Vergangenheit auftauchen und auch erfahren, dass Lia große Stücke auf sie hält. Daher erkennt man durchaus, dass zwischen den beiden Parallelen sind, da sie beide sehr mutig und wissbegierig sind, aber alleine von ihrer Herkunft sind sie so unterschiedlich, dass man auch ganz unterschiedliche moralische Vorstellungen feststellt. Die Einführung der Ballengers verläuft etwas holpriger, aber das wird sehr schnell wettgemacht, da vor allem Jase eine echte Perle ist. Da man auch seine Perspektive erfährt, ist man natürlich auch schnell in seinem Denken drin. Auch wenn er und Kazi sich eigentlich in so vielen Dingen gegenüberstehen und man eigentlich glaubt, sich für eine Seite entscheiden zu müssen, sind beide Perspektiven so transparent, dass man für beide mitfiebert. Zudem ist die Chemie zwischen Kazi und Jase grandios. Es ist wahrlich keine stürmische Liebesgeschichte, die ich ansonsten aus dem NA-Genre kenne, dafür aber eine höchst innige Entwicklung, die von Pearson durch eine wunderbare Wortwahl transportiert wird. Ich bin wirklich hin und weg von den beiden und wie sich die Beziehung zwischen ihnen entwickeln darf. Auch die gesamte Ballenger-Sippe wächst einem ans Herz, obwohl dort so viele unterschiedliche Charakterköpfe vereint sind. Aber bei allen steht die Familie über allem und dieses Gefühl kann ich so gut nachvollziehen, dass ich mich einfach mit ihnen identifizieren musste. Durch diese engen Verbandlungen, die entstehen, ist es auch gemein, dass man beim Fortgang der Handlung merkt, wie viel zwischen den verschiedenen Seiten steht, aber im Grunde haben beide recht, weil sie nachvollziehbare Motive haben. Diese Widersprüchlichkeit und das Wissen, es wird eine große Katastrophe geben, hat mich besonders an diesem Buch fasziniert. Insgesamt ist "Der Klang der Täuschung" aber deutlich weniger actiongeladen als "Die Chroniken der Verbliebenen". Es gibt wenig Szenen, bei denen man vor Spannung an den Fingernägeln knabbert, aber das hat mich doch eher wenig gestört. Denn es wurde nun einmal viel Zeit gebraucht, um die Welt der Ballengers erst zu verstehen. Es geht eher um Zwischenmenschliches als eine Handlung, die stetig vorangetrieben werden muss. Aber da es ja noch einen zweiten Teil gibt, könnte ich mir vorstellen, dass Pearson dort wieder eine andere Taktik wählt. Beim Ende bin ich noch etwas hin- und hergerissen angesichts einer Entwicklung, da sie einerseits zu schnell ging, aber andererseits natürlich auch Vielversprechendes für den Fortgang anbietet. Ich hätte mir aber doch schon einen größeren Boom-Effekt gewünscht! Fazit: Ich liebe die Rückkehr in die Welt von "Die Chroniken der Verbliebenen". Wir lernen zwar ganz neue Gegenden und Figuren kennen, aber atmosphärisch ist es das Gleiche und da habe ich mich sofort wieder eingefunden. Die neuen Welten und Charaktere sind alle vielversprechend und die Autorin nimmt sich viel Zeit für diese, so dass man sich nach dem Altbekannten auch gar nicht zu sehr sehnt. Insgesamt gibt es vielleicht etwas zu wenig Action und auch das Ende ist nicht gänzlich mit Wow-Effekt, aber das Gaze kratzt doch wieder gefährlich an den fünf Sternen. Da ich mir auf jeden Fall aber Puffer für den Abschluss der Dilogie lassen will, gebe ich nur sehr, sehr gute vier Sterne!

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Der Name Stefanie London war mir völlig unbekannt, aber die Tatsache, dass direkt die ganze "New York Bachelors"-Reihe aufgelegt wird, hat mich vermuten lassen, dass es sich um eine Reihe handeln könnte, in die sich ein Blick mal lohnen würde. Gerade für den ersten Band fand ich auch den Aspekt der Bachelor App sehr interessant, da es doch ein ungewöhnlicher Aufhänger ist, den ich so noch nirgendwo gelesen hatte. Für mich steht der ganze Roman eigentlich unter dem Stichwort ¿Inkonsequenz`, da die Autorin auf allen Ebenen den letzten Schritt nicht gegangen ist. Bei den Figuren beispielsweise ergeben sich auf den ersten Blick klare Tendenzen, die dann vor allem bei Darcy immer wieder vermischt werden, so dass ich am Ende gar nicht sicher bin, ob ich die "wahre" Darcy überhaupt kennengelernt habe. Reed ist von Anfang von zwei Persönlichkeiten geprägt. Nach außen der arrogante Frauenaufreißer, von innen her sehnt er sich aber nach Freundschaft und Familie. Hier wird ganz klar damit gespielt, dass Reed sich mehr und mehr schwertut, die beiden Seiten strikt auseinanderzuhalten. Darcy wiederum wird einerseits als Rebellin dargestellt, andererseits aber doch irgendwie auch schüchtern und bieder, um ihr dann wieder eine scharfe Zunge und Freizügigkeit zu geben. Vor diesem Hintergrund hat dann leider auch die Chemie zwischen den beiden nicht von Anfang an gestimmt. Gerade am Anfang haben sie viele Wortgefechte ausgetragen, die ich generell in solchen Büchern ja total liebe, aber das letzte bisschen hat einfach gefehlt. Zudem wurden einige überhastete Entscheidungen getroffen, so dass ich nicht genau nachvollziehen konnte, warum Darcy so agiert hat und dadurch wurde auch einiges von dem prickelnden Pulver, das ich mir erhofft hatte, zu früh verschossen. Dennoch will ich nicht komplett meckern in Bezug auf die Figuren, da ab der Mitte wirklich ein sehr starker Teil kam, in dem sich beide Charaktere sehr geöffnet haben. Auf der emotionalen Ebene haben sie dann die Verbindung erreicht, die auf der körperlichen Ebene nicht so recht gelingen wollte. Zudem gab es einige Aussprachen, die längst überfällig waren, so dass ich wirklich das Gefühl hatte, dass die Autorin an der Stelle wirklich alles Herzblut reingesteckt hat, denn da kam mir alles echt vor. Zum Ende hin hat sich dann aber eher wieder der Eindruck aufgedrängt, dass es am Ende schnell gehen musste, so dass erneut inkonsequent agiert wurde. Es gab doch einige Handlungen, die offenbleiben. Jetzt könnte man natürlich einschieben, dass ja noch zwei Bände folgen, die möglicherweise Antworten enthalten, aber ich rede eher von Nebenfiguren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr auftauchen werden. Daher bleiben die losen Enden für mich bestehen. Fazit: "Bad Bachelor" ist eine nette Lektüre, die einige Anlaufschwierigkeiten hat, weil nicht alles auf den Punkt funktioniert, wie die Autorin es vielleicht beabsichtigt hatte. Erst ab der Mitte kann ich emotional erreicht werden, aber das reicht insgesamt nicht über eine durchschnittliche Lektüre hinaus.

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Alleine schon das wunderschöne Cover, das Sara Wolfs "Heartless" in Deutschland erhalten hat, hat mich um den Kauf dieses Buchs nicht herumkommen lassen, es war wirklich optische Liebe auf den ersten Blick. Hinzu kam der Klappentext, der bereits erahnen ließ, dass es sich bei Zera um eine sehr ungewöhnliche Protagonistin handeln würde, das sie scheinbar von Beginn an eine starke Persönlichkeit ist, die ihren Platz in der Welt kennt. Relativ schnell habe ich festgestellt, dass Zera wirklich das Herzstück dieses Auftaktbandes ist, da sie das gesamte Geschehen wirklich problemlos mit ihrer Art an sich reißt. Sie ist eine Kämpferin, sie ist mutig, sie hat ein loses Mundwerk und vor allem sehnt sie sich nach Liebe. Die Reise mit ihr fand ich sehr faszinierend, da man in solchen Reihen häufiger mal genau das umgekehrte Phänomen erlebt: die Protagonisten müssen erst zu sich selbst finden, um zu einer gestärkten Persönlichkeit zu werden. Zera ist das bereits durch ein trauriges Schicksal und sie will aber zu ihrer Persönlichkeit zurück, sie will also eher rückwärtsgehen, während alle anderen vorwärtsgehen. Dadurch entwickelt natürlich auch die gesamte Story eine ganz andere Dynamik, die mir zur Abwechslung sehr gut gefallen hat. Trotz dieser genialen Protagonistin, die wirklich jede Seite wert ist, ist "Heartless" weit davon weg, die perfekte Lektüre zu sein. Das liegt vorrangig daran, dass man gefühlt auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen will und dadurch kann man aber nicht alle Baustellen im Überblick behalten und es ergeben sich Mängel und teilweise auch logische Fehler. Mir ist beispielsweise extrem ins Auge gefallen, dass das eher historische Setting, sicherlich auch durch die Hexenthematik an das Mittelalter erinnernd, einem stellenweisen sehr modernen Verhalten der Figuren gegenüberstand. Wenn man beispielsweise hemmungslos geflucht wird, der Mittelfinger gezeigt wird und gar manche Ausdrücke der Jetztzeit verwendet werden, dann ergibt sich für mich kein stimmiges Bild. Mein Argument mit den zu vielen Baustellen auf einmal lässt sich daran erkennen, dass das World Building ebenfalls nicht ganz ausgereift scheint. Die Welt der Hexen, die wir am Anfang kennenlernen, wird nur angerissen, so dass dieser Teil der Geschichte sehr blass bleibt. Die Welt der Menschen wiederum bekommt zwar mehr Aufmerksamkeit zugeteilt und dennoch haben mir an vielen Stellen Beschreibungen gefehlt, so dass es mir extrem schwergefallen ist, manche Dinge überhaupt vorzustellen. Ich habe so einfach kein bildliches Packan bekommen. Das zu viel merkt man auch daran, dass nur ein geringer Personenkreis ein wirkliches Profil bekommt. Es bleiben auch genug Figuren auf der Strecke. Stark wiederum ist der Handlungsverlauf, da ich einen durchgehenden Spannungsbogen wahrgenommen habe. Es gab genug Höhepunkte, es gab genug Wendungen, es fiel mir also sehr leicht, der Geschichte durchgängig folgen zu wollen. Es hilft sicherlich auch, dass Zera mit Lucien einen ebenso starken Gegenpart hat. Er ist ein selbstbewusster junger Mann, der sich genaue Vorstellungen gemacht hat und alles hinterfragt, um es neu aufzubauen. Zum Ende hin wird er in seinen Gefühlen zu Zera etwas zu pathetisch, da hätte man eine Schippe herausnehmen können, aber insgesamt bleibt mir in Erinnerung, dass sie wirklich ein Power-Couple sind. Es gab auch viele eher ungewöhnliche Beziehungen, da möchte ich vor allem Zera und ihre "Tante" hervorheben. Für diese Beziehung wurde sich verhältnismäßig viel Zeit genommen und gerade auf einer emotionalen Ebene konnte ich erreicht werden. Ganz am Ende gibt es dann einen Cliffhanger, der wirklich perfekt gewählt ist, da er die Lust auf den zweiten Band definitiv schürt. Ich freue mich ehrlich gesagt auch auf diesen, da ich genug unausgeschöpftes Potenzial erahne. Fazit: Der Auftakt zu "Heartless" hat definitiv noch viel Luft nach oben, da gerade das World Building noch sehr ausbaufähig ist. Zudem lassen sich auch gewisse logische Fehler nicht verleugnen. Dafür ragt man mit einer richtigen Anti-Heldin heraus, die viel Spaß bereitet und mit einem Cliffhanger, der es unmöglich macht, weiterlesen zu wollen.

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