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Alle Rezensionen von Nelly

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Wenn man sich auf meinem Blog umschaut, braucht man nicht lange, um festzustellen, dass Klassiker nicht ganz so meins sind. Doch einer stand schon eine Weile auf meiner to-read-Liste. Die Geschichte rund um Scarlett OHara und Rhett Butler sollte einfach einmal im Leben gelesen werden. Und nicht nur, weil sich dieses Buch einfach auf jeder Liste aus dem Internet findet, auf der irgendwelche Bücher aufgereiht sind, die man eben vor dem Tod gelesen haben sollte. Doch dieses Buch lohnt sich zudem auch wirklich. Die junge Scarlett OHara ist es gewohnt, dass die Welt sich um sie dreht. Die Jungs reißen sich darum, auf den Bällen mit ihr zu tanzen und beim Essen neben ihr sitzen zu dürfen. Ihren Vater kann sie ebenfalls mit Leichtigkeit um den Finger wickeln und die Schwarzen auf der Baumwollplantage scheucht sie nach Belieben durch die Gegend. Genervt ist sie nur von dem ständigen Geschwätz der Männer vom Krieg, der scheinbar kurz bevorsteht. Für Scarlett ist ein möglicher Krieg weit weg. Bis zu dem Tag, an dem plötzlich tatsächlich zu den Waffen gerufen wird. Scarlett landet dann in Atlanta bei Verwandten, gemeinsam mit Melanie. Ausgerechnet mit der Frau, die mit ihrem geliebten Ashley verheiratet ist. Und plötzlich ist das Leben nicht mehr so wie sie es kannte. Nachdem sie aus Trotz heraus einen Mann geheiratet hatte, der direkt zu Beginn des Krieges fällt, muss sie ihr Dasein fortan als Witwe fristen. Bunte Kleider sind tabu, genauso wie Tanz und Gesellschaft. Doch auch wenn die junge Halb-Irin es nicht für möglich gehalten hat, kommt es noch schlimmer. Plötzlich leidet sie Hunger und das kennt sie gar nicht. Die Geschichte der Scarlett OHara wird wahrscheinlich allgemein bekannt sein. Viele kennen den Film (den ich übrigens auch noch nicht gesehen habe). Bevor ich zum Buch gegriffen habe, dachte ich immer, dass es sich bei Vom Winde verweht um eine unglaublich kitschige Liebesgeschichte handelt, in der das Liebespaar durch äußere Widrigkeiten immer wieder voneinander getrennt wird. Und Scarlett und Rhett sind tatsächlich zum Großteil des Buches getrennt, doch es kam ganz anders als ich dachte. Margaret Mitchell hat einen Epos geschrieben! Über ein Jahrzehnt hinweg begleitet man Scarlett, die von einem jungen sprunghaften Mädchen zu einer starken Frau heranreift. Man ist quasi hautnah dabei, wie sie den ersten Mann im Krieg verliert, den zweiten bei einer nächtlichen Aktion des Ku-Klux-Clans, den dritten auf wahrscheinlich tragischste Weise und drei Kinder bekommt. All das mit dem Hintergrund eines Bürgerkrieges, der mal mehr mal weniger ihr Leben bestimmt. Scarlett erlebt gemeinsam mit dem Leser Freude und Leid, Trauer und Hoffnung, Liebe und Zurückweisung. Mitchells Schreibstil ist einzigartig. Über 1000 Seiten widmet sie der Südstaatlerin und den Menschen in ihrer Umgebung. Und dabei war es nicht ein einziges Mal langweilig. Und das obwohl an vielen Stellen die Handlung etwas stehen bleibt und Margaret Mitchell die äußeren Umstände betrachtet und dem Leser näher bringt. Immer wieder spielt auch die Gesellschaft, die sich nach dem Krieg bildet eine Rolle oder auch einige politische Umstände fließen in die Geschichte mit ein. Dadurch verfolgt man nicht nur die eigentliche Geschichte, denn die eigentliche Handlung wird in ein Gesamtbild eingebaut, was der Autorin unglaublich gut gelungen ist. Scarlett OHara ist wohl das selbstsüchtigste Wesen, das jemals unter Gottes Sonne gewandelt ist. Sie denkt immer zuerst an sich, kann mit dem Begriff der Nächstenliebe` so gar nichts anfangen und erst, wenn es ihr gut geht, denkt sie an ihre Handlungen und deren Auswirkungen. Und trotzdem fesselt einen die Geschichte von Vom Winde verweht. Das Buch beleuchtet vielleicht nicht alle Seiten eines Problems, doch es zeigt Probleme und Konflikte auf. Definitiv ein Buch, das man lesen sollte.

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Mark Benecke kennen die meisten wohl eher durchs Fernsehen. Der Molekularbiologie war mir vor allem ein Begriff, weil er immer dann herangezogen wird, wenn der Sterbezeitpunkt anhand von Insekten bestimmt werden soll. Im vorliegenden Buch beschäftigt er sich gemeinsam mit seiner Frau Lydia, die Psychologin ist, mit dem Wesen und dem Treiben von Serienmördern. Leider merkte man dem Buch schnell an, dass beide Autoren hier nicht auf ihrem Steckenpferd daherkommen. Das Buch beschäftigt sich mit den unterschiedlichsten Themen. Beispielsweise erzählt Benecke, wie er in Russland auf Reisen war, um Hitlers Schädel und Zähne untersuchen zu können. Oder auch die Männer, die jahrelang Frauen oder Mädchen gefangen halten, um sie sich so herzuziehen, wie sie sich das wünschen. Seht ihr da einen Zusammenhang? Nicht? Ich nämlich auch nicht Je weiter man in dem Buch voranschreitet, desto mehr bekommt man das Gefühl, als wäre es weder Fisch noch Fleisch. Mark und Lydia Benecke haben sich scheinbar die Themen rausgefischt, über die sie gerne etwas sagen wollten und haben diese Ausführungen dann zusammenhanglos aneinander gereiht. Kann man machen. Ob es sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Mir persönlich kam es einfach zu sprunghaft vor. Mir hat der rote Faden gefehlt, an dem man sich als Leser entlanghangeln kann. Sauer aufstoßen kann einem auch, dass Benecke teilweise seine Meinung als die allgemeingültige darstellt. So widmet er, wie bereits gesagt, ein großes Kapitel seiner Reise nach Russland und der Untersuchung von Hitlers Überresten. Dabei geht er auch ausführlich auf die Frage ein, ob Hitler nun drogensüchtig war oder nicht. Aufgefallen ist es mir deshalb, weil wir vor Jahren im Geschichts-LK darüber diskutiert haben und ich daraufhin etwas Google bemüht habe. Da erfuhr ich, dass diese These eigentlich seit Jahren wiederlegt ist. Benecke kann die Gegenansicht ja gerne vertreten, journalistisch einwandfrei wäre es aber gewesen, wenn er auf die herrschende Meinung hingewiesen hätte. Auch dieser ständige Wechsel zwischen den beiden Autoren empfand ich als eher anstrengend denn förderlich. Zum einen war einem zu Beginn eines jeden Kapitels nie wirklich klar, wer denn da jetzt schreibt. Wenn man Glück hatte, bekam man irgendwann einmal einen Hinweis. Welche Aspekte da jetzt beleuchtet werden sollen, war dann auch jedes Mal ein Rätselraten. Alles in allem hatte ich mehr den Eindruck, als wäre Benecke und seine Frau etwas auf den Pfad der Effekthascherei gelangt. Mord, Blut, Tod und Serienverbrechen interessieren die Menschen, das Böse fasziniert uns immer und immer wieder. Und dieses Interesse wollte das Autorenpaar wohl bedienen. Dabei ist ihnen allerdings entfallen, dass das, was sie eigentlich machen, schon spannend genug ist. Positiv hervorheben kann man dann allerdings, dass sich das Ehepaar Benecke tatsächlich die brutalsten und grausamsten Episoden der Neuzeit ausgesucht haben. Auch wenn die Aufbereitung nicht das Gelbe von Ei war, so gab es doch die ein oder andere Stelle, die ganz spannend war Wer Mark Benecke als Kriminalbiologen aus dem Fernsehen kennt, dessen größte Leidenschaft die Insekten sind, die sich nach dem Tod eines Menschen an dessen Leichnam gütlich tun und sich aufgrund dessen für Beneckes Wirkungskreis interessiert, der wird von Aus der Dunkelkammer des Bösen enttäuscht sein. Dem Buch fehlt ein roter Faden und auch ein gewisser Aufbau, an dem man sich als Leser entlang hangeln kann. Auch der ständige Wechsel zwischen Benecke und seiner Frau Lydia ist gewöhnungsbedürftig und muss gemocht werden. Daher: kann man lesen, muss man aber nicht.

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Ich bin ja ein bekennender Selection-Fan. Und außerdem bin ich immer gespannt, wenn eine Bloggerkollegin ihre eigenen Geschichte veröffentlicht. Daher war meine Freude doppelt groß, als ich von Noëmi vom Blog Tintenhexe eine Mail bekommen habe, in der sie mir von ihrem Debütroman erzählte. Mit ihrem ersten Buch Gespieltes Leben veröffentlichte sie gerade eben den Auftaktband zu ihrer Princess Reality-Trilogie. Der zweite Teil soll bereits im Frühjahr 2017 erscheinen. Doch heute erst einmal meine Meinung zum ersten Teil. Siara ist 19 Jahre alt und Thronfolgerin Luandias. Ihre Eltern sind König und Königin, was sie logischerweise zur Prinzessin macht. Ihr Land ist klein, doch voller Probleme. Flüchtlinge kommen haufenweise nach Luandia gestörmt, doch es gibt weder genug Platz, noch genug Nahrung für alle Menschen in dem kleinen Königreich. Immer wieder kommt es zu Aufständen, Handgreiflichkeiten und Streitigkeiten. Siaras Vater befüchtet einen Bürgerkrieg. Um das Volk von seinen eigenen Problemen abzulenken und um im Hintergrund politische Ungereimtheiten zu glätten, greift das Königspaar auf eine neue Idee zurück. Siara soll aus ihrem Internet in der Schweiz heimkehren, um in ihrer Heimat eine Reality Show aufzuzeichnen. Auf Schritt und Tritt soll die Prinzessin gefilmt werden, um dem Volk ihre Thronfolgerin näher zu bringen. Fortan tut Siara keinen Schritt mehr, ohne von einem Kamerateam begleitet zu werden. Da macht es die Sache nicht gerade leichter, dass König und Königin wohl nun auch nach einem passenden Schwiergersohn Ausschau halten. Und so wird auch ein ganzer Haufen heiratsfähiger Adliger aus ganz Europa in den Palast eingeladen Mit Prinzessinnen hatte man in der Bücherwelt in den letzten Jahren ja eher weniger zu tun. Bis dann Kiera Cass mit ihrem Selection-Bücher um die Ecke kam. Dann aber plötzlich waren wir doch alle wieder Prinzessinnen. Voller Erwartungen tauchte ich also in Siaras Geschichte ein. Und tatsächlich bekommt man fast von der ersten Seite an dieses königliche Flair verpasst und taucht in die Atmoshäre des luandischen Palastes ein. Bauschige Kleider, glamouröse Bälle und schicke Adlige, die um die Gunst einer Prinzessin buhlen wundervoll. Zum Einstieg greift Noëmi Caruso ihrer Geschichte gleich mal vorneweg. Das erste Kapitel begleitet Siara an ihrem Hochzeitstag, weswegen also schon von Anfang an feststeht, dass die Kandidatenauswahl wohl über kurz oder lang erfolgreich sein wird. Doch obwohl man damit schon mal einen Blick aufs Ende werfen darf, verrät die Autorin nichts, was einem die Spannung nehmen könnte. Das war ein verdammt gekonnter Kniff, meiner Meinung nach. Leider bin ich mit den etwas falschen Erwartungen an die Geschichte heran gegangen. Ich habe mich sehr auf die TV-Show-Komponente gefreut, doch die tritt gar nicht so sehr hervor, wie ich anfangs gedacht hatte. Ehrlich gesagt geht die Idee mit den Fernsehkameras etwas zu sehr unter. Gewünscht hätte ich mir, dass man als Leser viel mehr mitbekommt, wie die Sendung ausgestrahlt wird. Immer mal wieder erzählt Siara von den Ausstrahlungen, doch nachdem der Titel der Reihe "Reality Princess" lautet, erwartet man einfach etwas mehr. Bei den Charakteren bin ich etwas zwiegespalten. Aber ich finde es bei Reihen immer etwas schwierig, Charaktere bereits im ersten Teil zu beurteilen. Siara selbst scheint ein ganz nettes Mädel zu sein, allerdings fehlen ihr noch ein wenig die Ecken und Kanten. In ihr Leben erhält man durch die Ich-Erzählsicht einen richtig guten Einblick. Auch ihre Gefühle, Gedanken und Eindrücke finden immer wieder Raum in der Erzählung. Etwas Schwierigkeiten hatte ich mit den möglichen Heiratskandidaten. Die Namen und Länder, aus denen sie stammen, waren mir zwar schon im Kopf. Doch irgendwie dauerte es eine Weile, bis sie Konturen bekamen. Das empfand ich anfangs etwas anstrengend, doch jetzt im Nachhinein war das vielleicht auch gar nicht doof gemacht. Wenn man Selection etwas als Vergleich heran ziehen will, dann hat mich immer gestört, dass man eigentlich von Anfang an wusste, wohin die Geschichte geht. Das arme Mädel und der Prinz die mussten sich ja einfach kriegen. Hier wurde aus diesem Fehler gelernt. Denn selbst nach Band 1 könnte ich noch nicht wetten, für welchen jungen Mann sich Siara letztendlich entscheiden wird. Der Auftakt zur Princess-Reality-Reihe ist wirklich vielversprechend, auch wenn ich gerade mit den Charakteren anfangs noch meine Schwierigkeiten hatte. Noëmi Caruso hat einen angenehmen, leicht lesbaren Schreibstil, der einen schnell an die Geschichte fesseln. Das Prinzessinnen-Gefühl kommt definitiv rüber und wer sowas mag, der ist mit diesem Buch genau richtig bedient. Der Aspekt mit der Fernseh-Show kam für meinen Geschmack leider etwas kurz. Doch ich hoffe nun auf Band 2, auf den ich mich auch sehr freue.

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Obwohl ich jeden Monat durchs Internet stromere und die Äuglein nach Neuerscheinungen offen halte, gehen mir momentan wirklich tolle Bücher irgendwie durch die Lappen. Der neuste Fall? Der neue Eberhofer!! Und das, obwohl ich doch Fan der ersten Stunde bin. Wenn der Franz in seinem Kuhdorf Niederkaltenkirchen wieder einmal dem Verbrechen auf der Spur ist, dann sitz ich quasi direkt neben ihm. Wie konnte mir das passieren? Da musste also schnell Abhilfe geschaffen werden. Beim Eberhofer läuft es zwischenzeitlich ja nahezu perfekt. Mit der Susi klappt es nun endlich, der kleine Paul entwickelt sich prächtig, dem Vater seine Beatle-Session muss der Franz ebenfalls nicht ertragen, denn der weilt momentan in Spanien. Das Leben könnte so schön sein. Wenn da nicht plötzlich ein Toter in der Badewanne vom neuen Wellness-Hotel liegen würde. Und nicht nur, dass ja nun herausgefunden werden muss, warum der Gute da plötzlich so leblos liegt. Das Hotel hat erst zwei Tage vorher eröffnet und die Leitung möchte die Sache nun so unauffällig wie möglich lösen. Also bekommt der Eberhofer so richtig Streß. Denn die Leiche muss in einer Nacht- und Nebelaktion aus dem Hintereingang verschwinden. Die letzten ein, zwei Bände sind bei der Leserschaft etwas durchgefallen, wenn man sich Rezensionen dazu anschaut. Es wurde kritisiert, dass Falk immer mehr von ihren Kriminalfällen abweicht und sich mehr mit den Essgewohnheiten ihres Kriminalers beschäftigt. Und auch ich fand die letzten Bände etwas weniger perfekt als die Auftaktbücher. Doch wie es scheint, findet Falk zu ihrer wahren Größe zurück. Denn sie schafft es in Weißwurstconnection wieder, einen spannenden Kriminalfall zu schaffen, der einwandfrei mit dem Privaten vom Eberhofer zusammenpasst. Zwar spielt natürlich Franz` Privatleben, sein Leben auf dem elterlichen Bauerhof und die Beziehung zu den unterschiedlichsten Dorfbewohnern immer noch eine Rolle. Und um ehrlich zu sein, machen gerade diese kleinen Aspekte den Charme der Reihe aus. Nicht nur der Eberhofer selbst steht uneingeschränkt im Mittelpunkt. Denn als Fan fragt man sich natürlich auch immer, was die Nebencharaktere zu treiben. Und die haben es in Weißwurstconnection richtig in sich. Beim Flötzinger und dem Simmerl geht es privat hoch her. Vor allem unseren allseits beliebten Gas-, Wasser-, Sch***-Mann trifft es aktuell doch sehr. Denn nicht nur in seiner Ehe geht es drunter und drüber, auch geschäftlich stolpert er über den einen oder anderen Stein. Denn der Flötzinger sollte ja die sanitären Anlagen im neuen Hotel machen. Doch plötzlich war er dafür wohl nicht mehr gut genug. Der Fall rund um die zunächst unbekannte Leiche in der Badewanne hatte dieses Mal auch wieder Hand und Fuß. In den letzten Geschichten hatte ich manchmal ein wenig das Gefühl, als hätte Falk ihren Protagonisten mehr schlecht als recht über die Lösung des Falls stolpern lassen. Dieses Mal wird endlich mal wieder richtig ermittelt. So richtig mit Spuren sichern und Obduktionen. Da blieben keine Wünsche offen. Und ach, was habe ich Rita Falks Schreibstil vermisst. Selbst wenn ihr Name nicht auf dem Cover gestanden hätte, so hätte man doch sofort erkannt, wer da am Werke war. Ihre einzigartige Schreibe macht einfach unglaublich Spaß und ist zwischenzeitlich unverkennbar. Und auch dieses Mal möchte ich es nicht versäumen, euch die Hörbücher zur Reihe ans Herz zu legen. Christian Tramitz, den ich schon aus dem Fernsehen sehr mochte, gibt Eberhofer, Niederkaltenkirchen und allen Einwohnern einen ganz einen Flair und verkauft einem die Geschichte außerdem mit viel Witz und Humor. Selten wurde ein Buch so passend eingesprochen. Mit Weißwurstconnection zeigt Rita Falk wieder einmal, warum sie eine der Größten im Bereich des Provinzkrimis ist. Alle Puzzleteile, die für dieses Genre nötig sind, greifen hier wunderbar rund ineinander. Kriminalfall und Privatleben vom Eberhofer stehen in einem ausgewogenen Gewicht nebeneinander. Und wenn man den kleinen Andeutungen im aktuellen Band der Reihe glauben darf, dann kommt da in den nächsten Geschichten einiges auf uns zu. Ich freu mich drauf und fiebere direkt dem nächsten Buch entgegen.

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Liebe Bookaholics, das Schöne an einem Leben als Buchblogger ist der Umstand, dass man immer wieder auf Bücher stößt, die man vielleicht im Buchladen nicht beachtet hätte, die einen im Grunde aber doch interessieren könnten. Man klickt sich durch Rezensionen von Bloggern, auf deren Meinung man sich oft verlassen kann und plötzlich findet man genau ein solches Buch. Und manchmal gibt es diese Bücher, die man einfach überall sieht und sämtliche Rezensenten sind durchweg begeistert. So ging es mir mit Das Institut der letzten Wünsche. Die Geschichte versprach spannend und emotional zu werden und die Idee einer Agentur, die Sterbenden noch einen letzten Wunsch erfüllt, war neu. Daher erzähle ich euch heute, wie mir das Buch gefallen hat. Mathilda hat einen ganz besonderen Job. Gemeinsam mit einer Freundin betreibt sie das "Institut der letzten Wünsche", das Sterbenden ihren letzten Wunsch erfüllt, soweit dies irgendwie machbar ist. Und wenn es mal nicht machbar ist, dann geben die beiden Frauen alles dafür, es doch noch möglich zu machen. Eines schönen Tages lernt Mathilda dann Birger kennen, der vor seinem Tod noch unbedingt seine Tochter kennenlernen möchte, die seine damalige Freundin bekommen haben soll, nachdem sie ihn sang- und klanglos verlassen hat. Also macht sich die junge Frau auf die Suche nach Birgers Kind. Doch was sie nicht bedacht hatte, war, dass sie sich schon auf den ersten Blick in Birger verliebt hatte. Das macht es ihr natürlich auch schwerer, sein nahendes Dahinscheiden zu akzeptieren. Die Idee hinter dem Buch ist wirklich neu, spannend, interessant. Ich mochte den Gedanken, dass es tatächlich Menschen gibt, die sich etwas daraus machen, dass andere Menschen glücklich sterben können. Sehr gespannt war ich vorallem auf die Wünsche, welche Mathildas Klienten so äußern würden. Und da hat sich Antonia Michaelis auch wirklich ein paar schöne, ein paar skurrile und auch sehr emotionale Ideen einfallen lassen. Für mich hat sich das Ganze aber etwas in zwei Geschichte gespalten. Der eine Handlungsstrang, der sich vor allem mit den anderen Klienten des Instituts beschäftigt und der meist recht schnell abgehandelt war, der war wirklich klasse und ich mochte ihn total gerne. Und da war da noch die Geschichte rund um Mathilda und Birger. Und da hatte ich eigentlich große Gefühle und viel Herzschmerz erwartet. Vielleicht war das auch irgendwo, aber mich hats so gar nicht berührt. Im Vordergrund der Story standen auf jeden Fall Mathlida und Birger. Nur leider hatte ich mich schlussendlich zu den Nebencharakteren mehr hingezogen gefühlt als zu diesen beiden. Am schlimmsten wahrscheinlich: am tollsten fand ich den Hund! Mathilda empfand ich als sehr unnahbar und ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen waren für mich oft nicht nachvollziehbar. Sie begegnet Birger, schildert dem Leser dann aber nur, wie heruntergekommen er ausschaut und peng da ist sie auch schon verliebt, ohne dass das in irgendeiner Weise für den Leser nachvollziehbar war. Sie hat zwar schon das Herz auf dem rechten Fleck, aber das gewisse Etwas hat ihr gefehlt. Birger dagegen wurde mir einfach immer unsypmathischer, je weiter das Buch voranschritt. Anfangs hatte ich vor allem Mitleid für ihn übrig und auch etwas Bewunderung, da er mit seinem Schicksal scheinbar gut klar kam. Er scheint sich selbst nicht so wichtig zu sein, sondern denkt in erster Linie an andere. Das machte ihn mir eigentlich schon sympathisch, aber dieser Eindruck wandelte sich schnell ins Gegenteil, was ich selbst wirklich bedauert habe. Ich wollte ihn so gerne mögen. Denn das Problem war letztlich, dass ich beide Protagonisten unnahbar fand und dadurch auch ihre Liebesgeschichte nicht ganz greifen konnte. Antonia Michaelis hat eine wunderschöne Schreibe! Das muss man einfach auch mal neidlos anerkennen. Und das kann ich sagen, obwohl mich die Geschichte an sich nicht ganz berühren konnte. Dabei lässt sich ihr Schreibstil wirklich schwer beschreiben. Ich muss da einfach nochmal auf den Hund zurückkommen, den sie einfach so toll dargestellt hat, dass jeder Leser ihn bestimmt sofort adoptieren wollen würde, obwohl er auch etwas verwahrlost erscheint. Sie schreibt lebendig, spritzig, gefühlvoll und doch leicht lesbar. Wichtig ist mir auch immer, dass Nebencharaktere nicht nur kurz "angeschnitten" werden, sondern ihrer Relevanz entsprechend auch mehr oder weniger tief behandelt werden. Und das ist Antonia Michaelis wirklich gut gelungen. Nicht nur die immer wiederkehrenden Personen waren unglaublich liebevoll und detailliert bezeichnet, sondern auch alle sonst so auftauchenden Charaktere hatte ich von Anfang an sehr deutlich vor Augen. Daher werde ich definitiv noch ein Buch der Autorin lesen, auch wenn mich Das Institut der letzten Wünsche nicht begeistern konnte. Oh dieses Ende. Ich musste erst einmal eine Woche ins Land gehen lassen, bevor ich sicher sagen konnte, ob ich damit einverstanden war. Zwischenzeitlich hab ich für mich folgendes Urteil gezogen: es passte zum Buch. Und es war so anders als erwartet. Zu Beginn des Buches denkt man, die Story geht wo ganz anders hin, doch dann dreht sich die Handlung immer wieder einmal und immer wieder wechselt man die Richtung. Somit hat sich auch meine Vorstellung vom Ende immer wieder geändert, was an sich wirklich spannend war, weil es das Interesse des Lesers aufrecht erhält. Aber wer das Ende bereits kennt, der weiß vielleicht, warum ich mir so schwer tat Ich hatte mir vom Institut der letzten Wünsche eine herzzerreißende Geschichte versprochen. Bekommen habe ich allerdings eine Story, die mich einfach nicht abholen konnte. Dabei war die Rahmengeschichte wirklich richtig gut und originell. Nur die Liebesgeschichte, die eigentlich hätte begeistern sollen, empfand ich als flach und teilweise auch unrealistisch. Trotzdem begeisterte mich die Autorin mit einem ganz unverwechselbaren Schreibstil. Dieser und die tolle Idee haben die Bewertung noch ein wenig gerettet.

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Jeder Thriller-Fan, der momentan was auf sich hält, kennt wohl dieses pechschwarze Buch, bei dem sogar der Schnitt schwarz eingefärbt ist. Ich spreche von Ich bin die Nacht von Ethan Cross. Dabei handelt es sich um den Auftaktband zu einer neuen Thriller-Reihe, die sich um den Killer Francis Ackerman jr. dreht. Die wenigsten wissen aber, dass es zum Auftakt noch eine Vorgeschichte gibt. Auch die gibt es beim Bastei Lübbe Verlag, allerdings nur als eBook. Da ich unbedingt noch die Reihe lesen will, hab ich nicht lange gefackelt und mir das eBook direkt auf mein Handy geladen. Das Cover zeigt eine junge Frau, bei der ich darauf tippe, dass sie die Protagonistin Jennifer Kelly darstellen soll. Jennifer Kelly trägt seit dem Angriff auf ihre Familie, den sie als einzige überlebte, eine lange Narbe im Gesicht. Wäre das Buch mit diesem Cover in einer Buchhandlung gestanden, wäre ich wahrscheinlich daran vorbei gelaufen. Zum einen finde ich den Titel nicht so wirklich spannend und auch das Cover selbst verbinde ich nicht mit einem richtig guten Thriller. Racheopfer erschien nur als e-book und sollte Lust auf das eigentliche Werk "Ich bin die Nacht" machen. Dieses habe ich noch nicht gelesen, daher kann ich nur mutmaßen, dass die Geschichte wohl die Zeit nach dem Ausbruch von Francis Ackerman erzählen wird. Die Handlung wird abwechselnd aus Sicht von Jennifer Kelly und aus Sicht des Killers erzählt, einmal auch aus der Sicht von Jennifers Freund und Sicherheitschef David. Das Buch liest sich sehr flüssig runter. Francis Ackerman jr. stellt sich für mich ein wenig wie Hannibal Lecter und ein wenig wie Jigsaw, den Killer aus den Saw-Filmen dar. Er wurde als Kind von seinem Vater gefoltert, womit wahrscheinlich erklärt werden soll, warum er zu dem wurde, was er nun ist - ein rücksichtsloser Serienkiller, der Spaß am Morden und Spielchen spielen hat. Ein Serienkiller, wie man ihn sich in so einem Buch wünscht Ich mochte den Erzählstil, der wirklich das Tempo vorangetrieben hat und sich nicht in seitenweisem "Bla Bla" erstreckt hat. Der Sinn hinter dem Ganzen, nämlich die Spannung für das eigentliche Buch zu steigern, wurde mehr als erreicht. Ich freue mich darauf, in die Reihe einzusteigen. Mit Jennifer konnte ich mich nicht so ganz anfreunden, da sie mir trotz ihres Schicksals doch selbst sehr kalt und abgeschlagen vor kam. Auch hat sich mir der Sinn der posttraumatische Belastungsstörung ihres Freundes David nicht so ganz erschlossen Ich hoffe, dass diese Handlung im nächsten Buch aufgegriffen wird. Und was mich wirklich geärgert hat, war die Tatsache, dass es das Buch nur als e-book gibt. Ich hatte zwar Glück, und hab das Buch runtergeladen als es gerade kostenlos online war, aber ich besitze kein Tablet und keinen r-Reader und will auch keinen. Aber das Buch dann auch meinem i-Phone zu lesen war auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Als Einstieg in die eigentlich Buchreihe ist diese Kurzgeschichte wirklich gut gelungen und macht wirklich Lust auf mehr. Wer Ich bin die Nacht lesen will, sollte diese Kurzgeschichte davor lesen.

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Wenn ich ein Buch auf einen Rutsch durchlese, dann muss es schon irgendwas haben. Und Einen Scheiß muss ich hat tatsächlich etwas, was mich einfach so gefesselt hat, dass ich das Buch innerhalb weniger Stunden gelesen hatte. Denn es war einfach unglaublich witzig. Zumindest wenn man diese Art Humor gut findet (so wie ich das tue). Wisst ihr, warum ich Mario Barth so genial finde? Weil er ganz normale Alltagssituationen wiedergibt und es alles so schön wahr ist. Frauen sind tatsächlich so, wie er sie darstellt, sind wir doch mal ehrlich. Und das gleiche Phänom hat sich Tommy Jaud in seinem neusten Werk zunutze gemacht. Denn sein Buch ist bitterböse, aber immer wieder schimmert eben auch dieses gewisse Quäntchen Wahrheit durch. Und diese Mischung macht den Charme dieses Buches wirklich aus. Tommy Jaud zeigt mit seinem Buch auf, dass wir in der heutigen Zeit scheinbar alles tun müssen. Wir müssen uns gesund ernähren, wir müssen immer nett zum Chef sein und wir müssen die Spülmaschine ausräumen, des lieben Friedens willen. Und dann stellt sich die Frage: müssen wir das wirklich?? Tommy Jaud sagt dazu: einen Scheiß müssen wir. Das Leben wäre doch soviel einfacher, wenn wir uns dieses "Motto" viel öfter mal zu Herzen nehmen würden. Natürlich muss man dieses Buch mit ausreichend Augenzwinkern und der nötigen Portion Sarkasmus lesen. Aber wenn man da relativ offen ran geht, dann kann ich euch eine witzige und humorvolle Lektüre garantieren. Und auch wenn Tommy Jaud sich dieses Mal selbst nicht so ganz ernst zu nehmen scheint, so kann man doch eine Botschaft zwischen den Zeilen erkennen. Er will uns sagen, dass wir anfangen müssen, uns nicht immer ständig unter Druck setzen zu lassen. Genießt das Leben und tut nur das, worauf ihr auch Lust habt. Ihr wollt Pizza zum Frühstück? Na dann guten Appetit! Euch ist eure Wohnung auch sauber genug, wenn nicht alle vier Wochen die Fenster geputzt werden? Ist doch in Ordnung, solange ihr noch durchschauen könnt. Und eigentlich macht ihr eure Diät nur, weil ihr meint, andere hätten euch gerne dünner? Richtig gut fand ich auch, dass Jaud sein Buch als Lebensratgeber aufgebaut hat. Somit spricht er den Leser immer direkt an und fand doch immer einen weg, seine Comedy auch in kleinen Geschichten zu verpacken. Er schlüpft vollkommen in seine Rolle als Sean Brummel. Wenn man Jauds anderen Büchern hiermit vergleicht, dann könnte man wirklich meinen, da wären zwei völlig unterschiedliche Autoren am Werk gewesen. Doch wie auch bei seinen Romanen habe ich mich dabei ertappt, wie mir ein fettes Schmunzeln übers Gesicht huschte. Tommy Jaud besitzt einfach eine ganz eigene Art Humor und mich spricht er damit voll an. Hervorheben muss man auch die liebevolle Gestaltung, die der Verlag diesem Buch hier zukommen ließ. Immer mal wieder ist der Fließtext durch kleinere Zeichnungen und Skizzen unterbrochen, was unglaublich Spaß gemacht hat beim Lesen. Da fliegt man quasi durch das Buch, ohne zu merken, dass man innerhalb kürzester Zeit 200 Seiten gelesen hat. Einen Scheiß muss ich muss man mit dem nötigen Augenzwinkern und einer ordentlichen Portion Humor lesen, aber dann macht das Buch unglaublich viel Spaß. Es ist locker geschrieben, bringt einen zum Lachen und stellt einen richtig guten Zeitvertreib dar.Wer einfach mal etwas Leichtes und Witziges lesen möchte und dabei vielleicht auch gerne etwas gelassener werden will, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen.

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Erst vor einigen Tagen konnte mich Der Schinder unglaublich gut unterhalten. Die Story um den größten deutschen Serienkiller, der seinen Opfern regelmäßig die Haut abgezogen hat, war gut geschrieben und fesselnd. Daher war es nur logisch, dass ich mich direkt in Band 2 rund um die Polizistin Daria Storm stürzte. Besonders, nachdem der Klappentext bereits verrät, dass der Schinder auch dieses Mal wieder eine Rolle spielt. Ein Jahr ist vergangen, seitdem Daria herausgefunden hatte, wer der Schinder wirklich war. Sie konnte den bisher wohl schrecklichsten Serienmörder Deutschlands hinter Schloss und Riegel bringen. Maxim wartet seither in der JVA Tegel auf seinen Prozess. Doch kaum ist der eine kaltherzige und brutale Mörder von der Straße, wird Berlin erneut durch mysteriöse Todesfälle geschockt. Daria Storm und ihr Team wird an einen blutigen Tatort gerufen, an dem ein Mann in zwei Teile gerissen wurde. Nur zwei Tage später taucht die nächste Leiche auf, wiederum auf sehr ungewöhnliche Art und Weise getötet. Jedes Mal bedient sich der Killer einer mittelalterlichen Tötungsmethode. An dem Tatort stoßen die Ermittler auf ein Rätsel. Dieses soll wohl auf den nächsten Mord hinweisen. Auf Tatort, Opfer oder auch auf die Mordart. Doch weder Daria selbst noch ihr Team sind in der Lage, die Rätsel innerhalb der Zeit zu lösen. Immer wieder kommen sie zu spät und Menschen sterben. Nur der Schinder, hochintelligent und mordsgefährlich, wäre in der Lage, ihnen zu helfen. Doch kann man ihm trauen? Ehrlich gesagt, bin ich selbst nicht der große Rätselrater. Aber ich liebe Bücher, in denen solche aufbearbeitet sind. Gerade bei Thrillern kann das eine oder andere kleine Rätsel den ausschlaggebenden Kick geben. Es wird nicht nur ermittelt und es gibt auch nicht nur Hinweise durch gesicherte Spuren, sondern als Leser ist man selbst viel mehr am Geschehen dran. Ob eine gefundenen DNA-Probe mit einem Verdächtigen übereinstimmt - darauf muss man man sich als Leser nur einlassen. Man steht nur als Randfigur daneben. Doch bei so etwas bekommt man das Gefühl, als könnte man selbst auf des Rätsels Lösung kommen. Doch Nadine dArachart und Sarah Wedler haben hier wirklich einiges an Recherchearbeit geleistet, denn die Rätsel, die der Scharfrichter an seinen Tatorten zurück lässt, sind wirklich anspruchsvoll. Bei jedem neuen kniffligen Spiel merkt man, welche Mühe die Autorinnen in ihre Storyline gepackt haben. Hinzu kommt natürlich, dass die ganze Idee die Geschichte unglaublich spannend gemacht hat. Dadurch, dass der Killer immer einen Hinweis darauf liefert, wann der nächste Mord geschehen wird, steht das Ermittlerteam ständig unter Zeitdruck. Der Spannungsbogen wird damit konstant auf einem extrem hohen Level gehalten. Hinzu kommt auch, dass die Geschichte auf lediglich 280 Seiten gespannt wurde, weswegen die Handlung wirklich straff durchgezogen wird. Es war zu keinem Zeitpunkt irgendwie langweilig. Was den Schreibstil angeht, auch da haben die Autorinnen nochmals Hand angelegt. Während in Der Schinder vor allem Daria zu Wort kam, splittet sich das im aktuellen Buch etwas. Denn zwischenzeitlich ist Martin nicht mehr nur Darias beruflicher Partner, sondern sie teilt nun auch Tisch und Bett mit ihm. Und daher wird auch ihm das Wort im zweiten Teil der Reihe erteilt. Immer wieder wird die Geschichte aus seiner Sicht erzählt. Das hat mir auf der einen Seite recht gut gefallen, etwas vermisst habe ich allerdings die Einschübe aus Sicht des Mörders, die noch den ersten Band so besonders gemacht haben. Aufgefallen ist mir außerdem, dass Nadine dArachart und Sarah Wedler relativ früh in den Showdown gehen. Bei "normalen" Thrillern geht es meist zum Schluss hin Schlag auf Schlag. Man bekommt den entscheidenden Hinweis und plötzlich befindet sich der Ermittler mitten in Lebensgefahr. Beim Scharfrichter geht diese prickelnde Phase sehr viel früher los und das Spannungsniveau bleibt konstant hoch. Das hat mir wirklich gut gefallen, da man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. An diesem Buch gibt es einfach nichts auszusetzen. Das Autorinnen-Duo begeistert mit einem tollen Plot, einer spannenden Idee und einem einnehmenden Schreibstil. Der Nachfolger schlägt hier sogar noch seinen Vorgänger. Der einzige Minuspunkt an Der Scharfrichter ist, dass das Buch leider nach 280 Seiten bereits vorbei war. Ich bete nun aber, dass es auch einen dritten Teil geben wird. Mit dem Ende des Buches wäre das ja auf jeden Fall machbar. Vielen Dank an die Autorinnen für die Bereistellung des Rezensionsexemplars

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Cecelia Ahern kennen die meisten. Bekannt ist sie vor allem durch ihre rührenden und emotionalen, manchmal auch witzigen Romane. Mit Solange du mich siehst hat sie sich nun auch an Kurzgeschichten gewagt. Und nicht nur in dieser Hinsicht betritt sie neues Terrain. Denn vor allem die zweite Kurzgeschichte passt so gar nicht in ihr "Wohlfühl-Genre" der Liebesromane. Auch dieses Mal wurde wieder die unverwechselbare Schrift für das Cover gewählt, mit welcher man schon von weitem erkennt, von welcher Autorin das Buch stammt. Es ist in einem wirklich schönen lilanen Farbton gehalten und der Titel des Buches steht ist in einen Spiegel geschrieben. An sich ein ganz hübsches Cover, finde ich. Die zweite Geschichte "Das Mädchen im Spiegel" war sehr nach meinem Geschmack. Eine solche Geschichte hab ich Cecelia Ahern eigentlich gar nicht zugetraut, da diese Story gar nicht ihr Stil ist. Die Geschichte ist dunkel und gruselig. Das hat nichts mit den Liebesgeschichten zu tun, die man sonst von ihr kennt. Der Schreibstil ist um einiges flüssiger als in der ersten Kurzgeschichte. Eine Frau wird an ihrem Hochzeitstag in einen Spiegel gezogen und kann sich nicht aus eigener Kraft befreien. Zwar fehlt aufgrund der Kürze der Geschichte den Charaktere ein wenig die Tiefe, aber an sich waren mir die Charaktere immer noch sympathischer als die der ersten Geschichte. Schade, dass Cecelia Ahern diese Idee nur für eine Kurzgeschichte verwendet hat. Das hätte ein gutes Buch werden können. Die Charaktere der ersten Geschichte besitzen absolut keine Tiefe. Der Mann, um den sich die Geschichte dreht, hat keinen Namen, dafür aber eine Menge Flashbacks, die ich absolut langweilig fand. Der Schreibstil ist furchtbar. Irgendwie passt da nichts zusammen und auch die Geschichte fand ich ein wenig lahm. Der Mann hat eine Maschine erfunden, mit der sich Gedanken verändern lassen. Er stellt eine Assistentin ein, die eines Tages genau das will - ihre Gedanken und Erinnerungen zu verändern. Irgendwie kam überhaupt keine Spannung auf und ich hab mich durch diese Geschichte wirklich durchkämpfen müssen. Das Buch liest sich recht schnell durch und die zweite Geschichte hat mich doch ganz gut unterhalten. Cecelia Ahern hat dieses Mal etwas ganz anderes versucht und diese dunkle, düstere Seite an ihr hat mir wirklich gut gefallen. Rein für die erste Geschichte hätte sich das Buch allerdings nicht gelohnt.

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Puh, manche Rezensionen fallen einem leichter als andere. Und komischerweise findet man immer mehr und deutlichere Worte, wenn man ein Buch in der Luft zerreißt, als wenn man versucht, es in den Himmel zu loben. Daher ist es mir unglaublich leicht gefallen, meine Meinung zu Seegrund niederzuschreiben. Schade eigentlich Beim Familienausflug in der winterlichen allgäuer Idylle macht der Kultkommissar dieses Mal selbst eine schaurige Entdeckung. Am Ufer eines Sees findet er einen Mann in einer roten Lache liegen. Wo Kluftinger zunächst eine Leiche vermutet, stellt sich schnell heraus, dass der Mann noch lebt und dass die rote Flüssigkeit um ihn herum gar kein Blut ist. Hinzu kommt, dass der Mann im Taucheranzug gefunden wird und daher höchstwahrscheinlich kurz zuvor im See war. Einem See, in dem das Tauchen doch eigentlich verboten ist. Das kleine Manko, dass der Mann lange Zeit unbekannt bleibt, hilft dem Ermittlungsteam aus dem Allgäu daher auch nicht weiter. Und auch privat ist der Kluftinger wieder total eingespannt. Denn der Sohnemann kommt zu Besuch über Weihnachten und bringt seine neue Freundin mit. Die passt mit ihrem asiatischen Aussehen aber so gar nicht in die verschneite Bergwelt. Doch den Kulturschock bekommt der alteingesessene Ermittler erst, als ihm die Kässpätzle vorenthalten werden und er dafür in ein Sushilokal geschleppt wird. Meiner Meinung nach war die Idee hinter diesem "Krimi" schon irgendwie lasch. Warum die Anführungszeichen? So eine richtige Kriminalgeschichte sucht man in Seegrund vergeblich. Denn der Weg zur Lösung des Falls und die Auflösung selbst waren unglaublich flach. Spannung kam gar nicht auf und so richtig durchdacht kam einem die ganze Sache auch nicht vor. Über lange Abschnitte war der Überfall auf den Taucher auch überhaupt nicht Thema. Dieses Mal konzentrierten die Autoren sich nämlich vor allem auf ihren schrulligen Ermittler. Doch der hat zahlreiche Macken, die absolut überspitzt sind. Und leider absolut unglaubwürdig. Und zum Schämen. Da wurde selbst ich als Leser bei der Lektüre knallrot, weil Fremdschämen vom Feinsten angesagt war. Wahrscheinlich sollten die Arschbombem in die Fettnäpfchen, die Kluftinger da in schöner Regelmäßigkeit hinlegt, witzig sein, aber eigentlich waren sie nur peinlich. Da könnte man doch glatt den Eindruck bekommen, dass alle Menschen in ländlicher Umgebung hirnlose Bauerntölpel sind, die nur gerade aus laufen können, weil sei eine Hirnzelle mehr wie jeder Fisch haben. Man könnte jetzt den Eindruck gewinnen, ich hätte was gegen einen Kommissar in Provinzkrimis, der mit eigenen Charakterzügen daher kommt. Aber eigentlich bin ich ein großer Fan von so etwas. Doch Kluftinger wird nicht als etwas schrulligen Polizisten hingestellt, sondern einfach nur als dämlich. Hinzu kommt, dass der Kriminalfall einfach grausig war, da einfach nicht ausgearbeitet. Man bekam schnell den Eindruck, als würde da keine Polizeiarbeit geleistet, sondern als würde das Ermittlungsteam bei jeder sich bietenden Gelegenheit über einen weiteren Hinweis stolpern. Damit empfand ich die Story als sehr unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen. Beim Hörbuch kamen wieder beide Autoren zu Wort. Schon bei den ersten beiden Teilen wusste ich nicht recht, was ich von dieser abwechselnden Erzählstimme halten soll. Dieses Mal allerdings war ich mir darüber im klaren, dass dieses ewige Hin-und Hergewechsel einfach nur anstrengend ist, wobei die verworrene Geschichte dazu auch beigetragen hat. Seegrund war weder ein spannender Krimi, noch war das Buch auch nur annährend witzig. Nach einem etwas holprigen Start und einem ganz soliden zweiten Teil stürzt die Kluftinger-Reihe mit ihrem dritten Teil ins Bodenlose. Der Story ließ sich einfach nichts Positives mehr abgewinnen. Band 4, mit dem Titel Laienspiel steht zwar bereits in meinem Regal, wird aber höchstwahrscheinlich nicht so schnell eine Chance bekommen.

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