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Alle Rezensionen von Happymountain

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Ich habe mich sehr auf Das Dorf der toten Seelen gefreut und auf den Erscheinungstermin des Buchs hingefiebert. Vielleicht fing damit die Misere schon an. Meine Erwartungen waren vermutlich einfach zu hoch. Ich hatte auf Grusel à la Blair Witch Project gehofft. Bekommen habe ich jedoch eine Story, die in meinen Augen viel Potenzial gehabt hätte, aber kaum etwas davon nutzte. Kurz zum Inhalt: Alice Lindstedt hat vor ihren ersten Dokumentarfilm zu drehen - über Silvertjärn. Ein kleines Dorf, dessen Einwohner früher vom Bergbau lebten. Genau diese Einwohner verschwanden jedoch plötzlich von einem Tag auf den anderen. Nie wieder hat man etwas von den Einwohnern aus Silvertjärn gehört. Auch Alice Großmutter, die aus dem Dorf stammt, hat nie wieder ein Lebenszeichen von ihrer Familie erhalten. Alice hat vor herauszufinden, was damals geschah. Als sie mit ihrem Team jedoch für erste Probeaufnahmen in den verlassen Ort kommt, geht einfach alles schief und bald kommt der Verdacht auf, dass sie nicht allein in Silvertjärn sind. "Sie starren uns aus leeren Fensterhöhlen an wie vorwurfsvolle Skelette - gespenstische Überreste des schwedischen Traumes vom Volksheim`." Seite 29 von 33 eBook Der Stil des Buchs ist nicht sehr innovativ, aber trotzdem gut zu lesen: Man wechselt zwischen der Gegenwart, die außerdem noch in Wochentagen angegeben ist, und der Vergangenheit, kurz bevor Silvertjärns Einwohner verschwanden. Der Prolog gefiel mir als Einstieg dabei auch richtig gut und machte Lust auf mehr, weil ich direkt hunderte von Fragen im Kopf hatte und alle beantwortet haben wollte. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen und die kurzen Kapitel hinterließen auch den einen oder anderen Cliffhanger. Aber irgendwann war der Punkt erreicht, wo ich dachte: "Wann passiert denn nun endlich mal etwas? Wo bleiben die Twists?" Immer, wenn sich etwas davon anbahnte, nahm die Autorin wieder das Tempo raus und hat die Spannung gedrosselt. Es passierte in der Gegenwart einfach so gut wie nichts, was daran liegen könnte, dass der Klappentext einfach alle Informationen schon verspielt hatte. Könnt ihr mir erklären, wieso die Verlage immer so sehr vorgreifen müssen? Auf Seite 250 von 333 meines eBooks ist dann tatsächlich alles eingetreten, was auf dem Klappentext stand. Das fand ich einfach viel zu spät! Da hätten sie echt direkt noch die Auflösung dazu schreiben können. Vielleicht empfand ich die Spannung auch deswegen schleppend. Spannender als die Gegenwart waren für mich aber die Kapitel aus der Vergangenheit. Die Figuren fand ich einfach viel interessanter. Und so fesselte mich das Geheimnis um Silvertjärn doch an die Seiten. Alice und ihr Team hingegen blieben für mich recht blass. Auch die Vorgeschichte zwischen Emmy und Alice fand ich für das Buch nicht zielführend und viel zu konstruiert. Das Ende ließ mich dann ähnlich zwiegespalten zurück wie der Rest der Geschichte. An sich gefiel mir die Auflösung um das Verschwinden der Einwohner wirklich gut. Jedoch der Teil, der sich in der Gegenwart am Ende zuträgt, war für mich einfach unglaubwürdig . Und zwar in so vielen verschiedenen Punkten, die ich euch gern erklären würde, aber eine spoilerfreie Rezension lässt das einfach nicht zu. Als Fazit kann ich nur sagen: Schade! Da war so viel drin, aber am Ende war die Umsetzung nicht so gelungen, wie ich es erhofft hatte. Ich gebe deswegen auch nur eine eingeschränkte Leseempfehlung, für alle, die sich an meiner genannten Kritik nicht stören würden.

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Als großer Fan von Paul Herzfeld konnte ich mir den Nachfolger von "Abgeschlagen" auf gar keinen Fall entgehen lassen. "Abgefackelt" beginnt auch wirklich nur wenige Tage nach der Handlung des letzten Bands. Ganz im Stile vom ersten Teil der Reihe ("Abgeschnitten" zähle ich hier aufgrund der Chronologie nicht hinzu) beginnt das Buch mit einem Prolog, der es in sich hat. Wie man es von Michael Tsokos gewohnt ist, sind die True Crime-Fälle auch in diesem Buch wieder wunderbar und spannend eingearbeitet. Bei Tsokos wird man nicht einfach nur unterhalten, man lernt auch immer wieder etwas. Bezüglich des aktuellen Falls möchte ich nicht zu viel erzählen. Aber Herzfeld bekommt es mit mächtigen und einflussreichen Gegner zu tun. Wie bereits bei "Abgeschlagen" arbeitet der Autor mit immer kürzer werdenden Kapiteln, je weiter die Handlung voranschreitet. Mir persönlich gefiel das wieder unheimlich gut. "Abgefackelt" hat mich super unterhalten, die Thematik war interessant und das Tempo hoch und trotzdem konnte es mich nicht so sehr packen wie "Abgeschlagen". Ich bin allerdings jetzt schon sehr gespannt auf den nächsten Fall von Herzfeld, da am Ende ein fieser Cliffhanger auf Teil 3 lauerte.

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Ich habe in meinem Leben schon recht viele Krimis und Thriller gelesen. Mittlerweile habe ich immer mehr das Gefühl, dass ich vor allem bei Büchern, die die Ermittler mit einbeziehen oder in den Vordergrund stellen, übersättigt bin. Ich merke es daran, dass mich meistens die Klappentexte gar nicht mehr neugierig machen oder dass mich die Stories selten vollends packen können. Aber hier war ich komplett begeistert! Sage Dawkins hat es mir mit ihrer Leichenbraut wirklich richtig angetan. Durch einen neutralen Erzähler wird man als Leser/in durch das Buch geführt. Ach was... geführt stimmt nicht - eher gepeitscht. Ständig stehen andere Personen im Fokus: Opfer, Täter, Ermittler und andere unmittelbar Beteiligte geben sich kapitelweise die Klinke in die Hand . Besonders gefiel mir dabei, dass es immer sehr kurze Kapitel waren und so einfach keiner der Handlungsstränge ermüdend werden konnte. Ich gebe zu, es war anfangs etwas schwierig die Namen und Konstellationen aller Figuren im Hinterkopf zu behalten. Es ist aber auch gut möglich, dass das nur daran lag, da ich beim Lesen oft unterbrechen musste. Kurz zum Inhalt: Durch einen Erdrutsch wird ein Grab beschädigt. Die Arbeiter denken, sie sehen nicht recht, als sie zwei Leichen im Sarg des beschädigten Grabes entdecken. Der eigentliche Tote und auf ihm eine Frau im Brautkleid, die vermutlich lebendig begraben wurde. Ganz besonders spektakulär wird es, als sich herausstellt, dass es nicht das einzige Grab in England ist, dass eine Leichenbraut beherbergt: Ein Fall für Stephen Lang und sein neues Team. Zitat eBook-Seite 59: Sieht aus, als hätten wir die Arschkarte gezogen! Wir sind die verhassten Streber. Alle werden die Daumen drücken, dass wir auf die Fresse fallen, und einige werden, wenn sie können, nachhelfen. Leichenbraut ist das zweite Buch um Ermittler-Chef Stephen Lang und sein Team. Ich habe den ersten Teil Dunkle Ufer nicht gelesen, werde das aber nach diesem Werk auf jeden Fall nachholen. Der Geschichte konnte ich trotzdem sehr gut folgen. Spoiler auf den ersten Fall gab es keine. Die kleinen Rückblicke zum ersten Buch waren gut eingearbeitet und somit ist das Buch wunderbar für jedermann geeignet. Das Buch fängt mit einer sehr heftigen Sexszene an. Kurz danach wird es direkt sehr unheimlich - Spannung und Adrenalin ist in diesem Thriller einfach von Anfang an gegeben. Holla die Waldfee. Wie immer fand ich die Täterperspektive ganz besonders interessant. Sage Dawkins hat die Passagen hierzu auch wunderbar packend und authentisch gestaltet. Überhaupt schreibt die Autorin sehr bildlich, flüssig und locker. eBook-Seite 79 - Dann spazierte er hinaus, lässt nichts Mitgebrachtes zurück. Bis auf die Frau. Am Ende des Buchs überschlugen sich die Ereignisse einfach nur noch und die Kapitel wurden immer kürzer und kürzer, alle Handlungsstränge liefen zusammen. Genau mein Geschmack! Der Fall selber war äußerst spannend und ich habe vor lauter Schauplatz-Wechseln gar keine richtige Täter-Theorie aufgebaut. Normalerweise hat man ja recht schnell seinen Lieblingsverdächtigen . Ich hatte auch einen. Leider habe ich den wahren Täter weit verfehlt, obwohl mir im Nachhinein auffiel, dass es schon einige Hinweise gab, die mich hätten stutzen lassen können. Euch erwartet beim Lesen: Ein sehr temporeiches, spannendes, kurzweiliges Buch mit einem ungewöhnlichen Plot, der nicht bereits mehrere hunderte Male da gewesen ist. Ein sympathisches Ermittler-Team, was neu zusammen gewürfelt wurde und trotzdem schon toll funktioniert. (Leider jedoch gab es nicht für jede Figur kompletten Tiefgang.) Ein Täter, der mir fast leid tat und mit dem ich sogar leicht sympathisierte. Eine schwarze Witwe, die der Story etwas Unberechenbares verlieh. Alles in allem ein toller Thriller für Menschen, die es auch nicht stört, wenn Sex, Gewalt und Ekel in Büchern eine gewisse Rolle spielen. Leser/innen, die nur die psychologische Komponente mögen, könnten hier an der einen oder anderen Stelle überfordert sein. Ich persönlich mochte das Buch unglaublich gern - ich gebe einen halben Stern Abzug, weil das Mini-Mini-i-Tüpfelchen noch fehlte. Vielleicht lag es daran, dass mir nicht alle Figuren komplett nah gingen. Dafür war das Tempo einfach auch extrem hoch. ;-) Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich denke, dass es für Stephen Lang und sein Team sicher weitergehen wird - hoffe es.

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Dieses kleine Büchlein fällt in die Kategorie "total anders" und wie ihr wisst, mag ich das mittlerweile ziemlich gern. Das Cover der beiden Theaterstücke ist eher unscheinbar und hätte mich nicht unbedingt zum Kauf animiert. Ein Glück hat Martin Schörle mich angeschrieben und um eine Rezension gebeten. Man sollte sich vom Äußeren eben nicht täuschen lassen. Diese beide Theaterstücke haben ziemlich viel zu bieten - ganz besonders natürlich die Hauptfigur des ersten Stücks Hans Fredenbeckm, Vollblut-Beamter. In diesem melodramatischen Monolog begegnet man der Frage nach dem Sinn des Lebens. Man wird jedoch außerdem in ein großes Wirrwarr aus Aktenzeichnen und Dienstvorschriften verstrickt. Ich selber arbeite im öffentlichen Dienst und kann den Wahnsinn, den Martin Schörle beschreibt, nur allzu gut nachempfinden. Ungelogen - die Beschreibung von Fredenbek passt zu 90 Prozent mindestens auf einen meiner Kollegen, ob ihr es glaubt oder nicht. Während sich Fredenbek über Sinnhaftigkeit diverser Büromaterialien und seines Büroalltags im Allgemeinen ergießt, streut Martin Schörle lauter witzige Formulierungen ein, die mir beim Lesen großen Spaß bereitet haben. Zum Beispiel "entziehen sich Radiergummi einfach ihrer zweckentsprechenden Verwendung. Fehlte ja nur noch, dass sie sich gewerkschaftlich organisieren". Spontanität will bei dem Beamten außerdem gut überlegt sein. Mein absoluter Favorit jedoch war eine Bezeichnung für Kollegen oder auch Vorgesetzte, die über ein Studium verfügen und sich nie auf etwas festlegen wollen, wenn sie um einen Einschätzung gebeten werden. Diese Personen nennt Fredenbek (bzw. Martin Schörle) "Jenachdemiker". Da habe ich echt herzlich gelacht - auch davon kenne ich eine Menge. Das zweite Stück würde ich als Kammerspiel werten. Hier ruft der ehemalige Klassenkamerad Carsten bei Marina an, um diese zum Klassentreffen einzuladen. Nach und nach erfährt man zu beiden etwas mehr, u.a. waren sie wohl zu Schulzeiten ein Liebespaar. Marina ist eine sehr traurige Figur und denkt ihre "Liebe sei zerstörerisch". Nach und nach schüttet sie Carsten jedoch ihr Herz aus, obwohl sie sich gerade im Zug befindet. Die anderen Zuggäste haben aber reges Interesse an diesem Gespräch und sind in meinen Augen die heimlichen Stars dieses Stücks. Das Stück regt aus meiner Sicht noch mehr zum Nachdenken an, als Fredenbek es tut. Thematisiert werden hier in kürzester Zeit sehr ernste Themen: gescheiterte Beziehungen, ein versagter Kinderwunsch, ein Todesfall in der Familie. Trotz allem gibt es auch hier witzige Momente. Mein Lieblingsausdruck war diesmal "menstruell überreizte Krawallnudel". Sehr interessant. * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Man muss beachten, dass es sich trotz allem Witz und der Kürze nicht um leichte Kost handelt. Fredenbeks verschachtelte Sätze liest man nicht "mal nebenbei". Mich hat es nicht gestört, da es sich "nur" um Theaterstücke handelte und die Handlung nicht mehrere hundert Seiten umfasste. Im Gegenteil - in meinen Augen hat der Autor durch den ungewöhnlichen Stil bewiesen was er kann. Martin Schörle spielt in seinen Theaterstücken mit der deutschen Sprache und zeigt sich äußerst wortgewandt. Trotz der Verschiedenartigkeit überzeugten mich beide Stücke gleichermaßen. Fredenbek war mir zwischenzeitlich ZU durchgeknallt und Carsten und Marina gingen mir zwischenzeitlich etwas zu sehr Richtung Kitsch. Trotzdem ist dieses Büchlein ein kurzweiliger Lesespaß für Theater-Begeisterte mit einer guten Prise Humor. Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

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Ein gefühlvoller Roman über das Erwachsen werden und die Schönheit der Natur. Ein Mordfall, dessen Aufklärung eine ganze Stadt in Ausnahmezustand versetzt. Ein Mädchen, das unschuldig von Dorfbewohnern vorverurteilt wird. Eine Frau, die die Einsamkeit verändert. "Der Gesang der Flusskrebse" ist einfach anders und "anders" gefällt mir. Aber lest selbst: Inhalt: Die Handlung des Romans spielt vorwiegend in den 50er und 60er Jahren im Marschland North Carolinas und im dort gelegenen Küstenstädtchen Barkley Cove. Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Im ersten Handlungsstrang lernen die Leser die kleine sechsjährige Kya und ihre Familie kennen. Wobei sich die Familie gleich zu Beginn auflöst. Ein Familienmitglied nach dem Nächsten verlässt das Marschland, verlässt Kya. Sie lernt dadurch sehr früh die Einsamkeit, aber auch die Schönheit der Natur kennen. Kya kennt jede Muschel, Möwe, Bucht und Sandbank. Obwohl sie so jung an Jahren ist, schlägt sie sich fortan selbst durch, bringt sich fischen bei, sammelt Muscheln, baut Gemüse an, lernt kochen. Der zweite Erzählstrang befasst sich mit einem Mordfall. Ein Mord, der durch Kya, "das Marschmädchen", begangen worden soll. Die Indizien sprechen gegen sie. Es kommt zur Festnahme und zur Gerichtsverhandlung. Hin und wieder gibt es Zeitsprünge zwischen dem aktuellen Verbrechen und Kyas Vergangenheit. Diese Zeitsprünge sind nicht zu häufig, verleihen dem Buch aber eine gewisse Spannung, da sie immer mehr aufeinander zulaufen. Im ersten Teil des Hörbuchs überwiegt jedoch der Teil der Kindheit, im zweiten Teil dann die Aufklärung des Verbrechens. Meinung: Der Überlebenskampf des kleinen Mädchens und ihre unschuldige Sicht auf die Dinge führten dazu, dass ich sie sehr schnell ins Herz geschlossen habe. Sie tat mir unendlich leid und ich wünschte mir die ganze Zeit über, dass Kya die Einsamkeit abstreifen könnte. Dass jemand kommt und ihr jemand dabei hilft erwachsen zu werden. Obwohl sie sich so tapfer und unerschrocken gibt, so spürt man doch ihre Verzweiflung, die die Isolation mit sich brachte. Aber nicht nur die Hauptfigur wurde von der Autorin liebevoll ausgestaltet und gezeichnet. Es gibt einige wunderbar dargestellte Personen, die mir während der Geschichte ans Herz wuchsen. Ganz besonders mochte ich zum Beispiel Jumpin und seine Frau. Die beiden sind schwarz und haben es dadurch zu der Zeit in North Carolina auch nicht leicht und trotzdem unterstützen sie Kya durch Kleinigkeiten. Toll fand ich dabei auch, wie die Sprecherin des Hörbuchs Jumpin Leben (und einen ganz eigenen Stil) eingehaucht hat. Ganz besonders die Verhandlung und Kyas Leben danach haben es mir noch einmal richtig angetan. Ich fand es großartig wie Delia Owens das Ende gefunden hat. Mir stiegen vorallem auf den letzten Seiten einige Male die Tränen und die Augen und ich musste weinen. Vielleicht finden es einige zu romantisch oder kitschig wie sich Kya entwickelt hat, aber ich fand es einfach grandios. Ich war überrascht und doch glücklich mit dem Ende. Fazit: Nachdem ich das Hörbuch beendet hatte, habe ich noch oft an diese Geschichte gedacht. Das Buch enthält so viele Botschaften, die es sanft und zwischen den Zeilen übermittelt. Diese Botschaften hallen immer noch in mir nach und regen mich zum Nachdenken an. Besonders faszinierend finde ich dabei, wie geschickt hier so viele Themen und Genre verwoben worden ohne den roten Faden zu verlieren, ohne sich zu sehr in Details zu verlieren und trotzdem so detailverliebt zu schreiben. (Ja, das klingt widersprüchlich. Ist es aber in diesem Roman nicht.) Es gibt präzise Naturschilderungen, einen Kriminalfall, eine Geschichte übers Erwachsenwerden, eine Liebesgeschichte, Dramatik, Spannung, und all das kam mir zu keinem Zeitpunkt unecht oder übertrieben vor. Der Sprecherin Luise Helm ist es dabei fantastisch gelungen all diese Facetten des Buchs authentisch wiederzugeben und die Atmosphäre dieses Buchs stimmlich einzufangen. Ein toller Roman!

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"Im Wald der Wölfe" von Linus Geschke ist der vierte Teil der Jan-Römer-Reihe und für Fans ein absolutes Muss! Ich muss gestehen, hier als Quereinsteiger gelandet zu sein. Die ersten Teile kenne ich nicht. Steinigt mich bitte nicht! Normalerweise sollte man jede Reihe von vorn beginnen. Da gebe ich euch Recht. Aber dieser Klappentext hier hat mich so angeschmachtet. Zuerst muss ich einmal loswerden, wie angenehm Linus Geschke schreibt. Flüssig, bildlich und lebendig durch viele Dialoge. Ich würde den Autoren geradezu als sprachverliebt bezeichnen. Tolle Metaphern schmücken diese spannende Geschichte. Überwiegend sind es kurze und knackige Kapitel, die mich durch den vierten Teil um Jan Römer fliegen ließen. Innerhalb weniger Seiten war ich mitten im Geschehen, dank eines Gänsehaut-Prologs und des bereits gelobten tollen Schreibstils. Öfter ließ mich Linus Geschke auch aufgrund seiner Wortwahl schmunzeln. Hier beherrscht jemand sein Handwerk großartig. Neben Kapiteln aus der Gegenwart, gab es auch immer wieder Kapitel über den kleinen Wolf, manchmal waren die Zeilen sogar komplett aus seiner Sicht verfasst. Ich habe mich beim Lesen der spannenden Geschichte total wohl gefühlt. Das lag unter anderem an der sehr gut recherchierten Umgebung, die der Autor fantastisch dargestellt hat. Das Wohlfühlen war aber dann direkt vorbei, wenn der Autor den Thüringer Wald in tiefe Nacht und Dunkelheit tauchte. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber nachts im Wald finde ich eine unheimliche Vorstellung. Diese Bilder hat Linus Geschke sehr eindringlich dargestellt, sodass es mich direkt in diesen Momenten fröstelte - trotz der hohen Außentemperaturen beim Lesen. ;-) Ich habe Verwandtschaft im Thüringer Wald und fand es toll dieses Abenteuer von Jan und Mütze dort zu begleiten. Besonders gut gefielen mir auch die Figuren, die uns "Im Wald der Wölfe" begleiten. Wie bereits erwähnt, habe ich keinerlei Vorkenntnisse zu ihnen gehabt, konnte mich aber direkt wunderbar mit ihnen identifizieren. Arslan, Mütze, Lena und Jan haben alle auf ihre eigene Art zur Klärung des Falls beigetragen und sind wahre Sympathieträger. Ich muss jedoch zugeben, dass ich ziemlich lang verwirrt mit einigen Fragezeichen vor Augen das Buch gelesen habe. Ich konnte keinerlei große Verbindungen zwischen den aktuellen Vorfällen und der eingeschobenen Kapitel aus der Vergangenheit erkennen. Ich war echt etwas ratlos und zwischenzeitlich leicht frustriert. Zum Glück nicht frustriert genug, um aufzugeben. Ich würde mich als aufmerksame Leserin bezeichnen, musste aber trotzdem zunächst mit der Verwirrung leben. Der Autor hat hier definitiv einen anspruchsvollen Kriminalroman geschrieben und die verwobenen Fäden erst nach und nach gelöst. Das Werk eignet sich in meinen Augen also nicht, um es "schnell zwischendurch" zu lesen. Das würde ihm übrigens auch gar nicht gerecht werden. Nun, einen kleinen Kritikpunkt habe ich doch dabei: Ein wenig anstrengend fand ich, dass doch ziemlich oft erwähnt wurde, dass die DDR ihre Schattenseiten hatte oder auch, dass die "rechte Ecke" auf gar keinen Fall unterstützt werden sollte. Ich finde es gut, dass man hier eine politische Meinung untergebracht hat - keine Frage - nur die Häufigkeit empfand ich als etwas störend. Das Ende fand ich genauso gut wie den restlichen Roman! Es kam zum actionreichen Showdown - wie es sich gehört. Vielleicht waren die Figuren daran nicht ganz unschuldig, aber das kann ich locker verschmerzen. Alles wurde für mich lupenrein aufgelöst - auch jedes einzelne Fragenzeichen, was ich vorher gesehen habe, hat sich in Luft aufgelöst. Und wer weiß, vielleicht war es ja doch nicht das letzte Abenteuer von Jan und Mütze. Ich empfehle "Im Wald der Wölfe" allen Fans der Jan-Römer-Reihe. Außerdem jedem Leser, der einen Faible für deutsche Geschichte hat und sehr gut recherchierte Kriminalromane mag. Ich vergebe 4,5 von 5 Leseratten für dieses tolle Werk, dass sich fantastisch auch ohne Vorkenntnisse lesen lässt. (Ich aber werde auf jeden Fall noch die anderen Teile lesen!) Ein Buch, dass von Geheimnissen und grausamen Verbrechen getragen, keinen Moment an Spannung verliert!

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Diese Rezension hier möchte ich anders schreiben - anders, als ich das normalerweise tue. Ihr müsst wissen, ich bin da normalerweise sehr organisiert und überlege oft lange, wie ich alles am besten formulieren könnte. Hier aber möchte ich einfach drauf los schreiben wie mir der Schnabel gewachsen ist. Alles andere würde meine Eindrücke zu diesem Buch verfälschen oder zu nüchtern erscheinen lassen. In Zeilen ans Meer begleiten wir die Brieffreundschaft von Sam und Lena. Das Schicksal hat die beiden zusammengeführt. Sam lebt in Australien und Lena in Deutschland. Wie konnte das denn passieren? , werden sicher einige von euch denken. Lena hatte vor etlichen Jahren Australien besucht und kurz bevor die Work & Travel-Zeit vorbei war, hat sie eine Flaschenpost ins Meer geworfen. Sam findet diese Flaschenpost Jahre später auf seiner morgendlichen Jogging-Runde und da er ein netter Kerl ist, schreibt er der lieben Lena zurück. Ein erster kurzer Briefwechsel erfolgt. Über eine Weihnachtskarte kommen die beiden dann jedoch erneut in Kontakt. Ihr kennt es eventuell, dass man Personen, die weiter weg sind oder nicht zum engeren Freundeskreis gehören, oftmals mehr anvertrauen kann als Personen, mit denen man regelmäßig in Kontakt steht? Einfach weil man weiß, die plauern eventuell nichts aus oder man sieht sie ebenso selten, dass man nicht ständig über dieses Anvertraute reden muss, wenn man nicht will. Den beiden geht es genauso. Sie vertrauen sich viele Dinge an, philosophieren darüber, was wirklich im Leben wichtig ist und lernen sich so immer besser kennen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass sooo viele dieser Briefe mich sehr nachdenklich gestimmt haben und teils melancholisch zurückließen. Durch die Zeilen der beiden habe ich selber wieder gemerkt, wie weit man doch oftmals von seinen früheren Träumen entfernt ist und wie oft man sich im Leben mit Nebensächlichkeiten beschäftigt, statt sich mit Dingen zu befassen, die uns glücklich machen und/oder die wirklich wichtig sind. Versteht mich nicht falsch. Sarah Fischer hat hier keinen Ratgeber geschrieben. Aber es steckt so viel zwischen ihren Sätzen! So viele Botschaften, die direkt den Weg in mein Herz gefunden haben. Und das alles ohne kitschig zu werden! Auch das möchte ich betonen. Ich mag nämlich absolut keinen Kitsch! Mir erging es also beim Lesen genauso wie Lena. Ich habe mich in diesen unheimlich tollen Australier verliebt und gemerkt, dass ich selber über meine Träume bestimmen kann - egal wie alt oder wie unrealistisch sie waren/sind. Wie er euch sicher denken könnt, ist es natürlich ein Problem, wenn der Brieffreund, in den man sich verliebt hat, auf der anderen Seite der Welt lebt und sich nicht mal in der selben Zeitzone aufhält. Immer wieder begegnen Sam und Lena aber auch weiteren Widrigkeiten, die sie in ihren Gefühlen zurückwerfen. Aber mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten. Erwähnenswert finde ich außerdem, dass die Autorin wirklich einen Roman komplett in Briefform geschrieben hat (okay, es mogeln sich später auch E-Mails oder Whatsapp-Nachrichten dazwischen). Die Umsetzung ist sehr, sehr gelungen! Es war mein allererster Briefroman und ich war vorher nicht sehr überzeugt davon, dass das einen kompletten Roman hinweg gutgeht. Aber es hat sich genauso richtig angefühlt! Ich habe in diesem Roman mit den beiden Figuren mitgelitten, mitgeweint und mitgelacht. Sicherlich werde ich dieses Buch auch noch ein zweites Mal lesen um Sam und Lena zu begleiten. Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt an alle, die es sich vorstellen können einen Briefroman zu lesen und die herzerwärmende Geschichten, die zum Nachdenken anregen, mögen! Ihr werdet sicherlich nicht enttäuscht sein - also doch, nämlich dann, wenn ihr das Buch beendet und Sam und Lena nicht weiter begleiten könnt! ;-)

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Eigentlich bin ich kein Fan von nordischen Krimis und Thrillern. Ich kann auch gar nicht genau sagen, wieso ich bisher nicht damit warm geworden bin. Immerhin probiere ich es aber immer wieder. Es gab darunter auch schon Ausnahmen, die mich wirklich begeistern konnten (z.B. "Die Vatermörderin" und "Das Seegrab" - beide von Carina Bergfeldt). Nun ja, ich bin also motiviert und beschwingt an dieses Buch herangegangen, da mir der Einstieg echt unheimlich gut gefiel, und habe gehofft, hier wieder so eine Ausnahme zu finden. Jonas Moström schreibt sehr angenehm: bildlich - ohne ausufernd zu werden und flüssig - ohne die Sprache zu einfach werden zu lassen. Die Atmosphäre in Uppsala hat er sehr gut beschrieben. Tagsüber ist der Frühling in voller Blüte greifbar, Vögel zwitschern, Blumen sprießen das nächtliche Uppsala mit seinen historischen Gebäuden jedoch wirkte bedrückend und unheimlich. Ich schätze es sehr, wenn Autoren die richtige Stimmung für die jeweilige Handlung schaffen können. Dies ist Jonas Moström hier perfekt gelungen. Zu Beginn des Buchs findet sich eine Personenübersicht. Da ich die beiden Vorgänger-Bände um Nathalie Svensson nicht kannte, hat mir das den Einstieg sehr erleichtert. Falls man vorhat, die beiden ersten Bücher jedoch auch noch zu lesen, wird man hier gespoilert. Vorsicht! "Mitternachtsmädchen" ist in der Gegenwart und in der Vergangenheit geschrieben. In der Gegenwart begleitet den Leser ein neutraler Erzähler. Vor den Kapiteln ist Datum angegeben. In der Vergangenheit lautet die Zeitangabe nur "früher". Diese Kapitel drehen sich um einen kleinen Jungen und seine Mutter. Die Personen, die der neutrale Erzähler während des Buchs begleitet wechseln. Es gibt auch eine Täterperspektive, die das Ganze etwas aufpeppt. Alles in allem ist der Aufbau recht einfach gehalten. Die meisten Charaktere blieben für mich recht blass. Da es sich hier um den bereits dritten Fall für Nathalie Svensson handelt, kann es jedoch daran liegen, dass ich die Vorgänger nicht kenne und mir die persönliche Bindung dadurch fehlt. Nathalie als Hauptfigur wird dem Leser/der Leserin am detailreichsten dargestellt. Trotzdem konnte ich sie nicht immer gut verstehen und manchmal ging sie mir auch ziemlich auf die Nerven. Ständig ging es um ihre Haare, ihr Make-up und ihr Outfit. Außerdem hat sie im Sorgerechtsstreit um ihre Kinder nichts Besseres zu tun als sich für einen One-Night-Stand zu verabreden. Das alles hat sie auf mich oberflächlich wirken lassen. Auch Johan - ein Polizist, der die Ermittlungen ebenfalls als Berater unterstützt - bleibt eher blass. Nathalie und er scheinen sich von früheren Fällen zu kennen und es gibt eine gewisse körperliche Anziehungskraft zwischen den beiden. So ganz nachvollziehbar war dies auch hier für mich nicht. Aber ich nehme an, Fans der Reihe werden sicher die Hintergründe kennen und verstehen. Leider hatte das Buch für mich einen wirklich großen Makel: Ich fand es nicht spannend genug. Der Sondereinheit werden recht schnell drei Personen verdächtig. Um diese drehen sich dann die kompletten Ermittlungen. Diese scheinen sich aber im Kreis zu drehen. Klar gab es am Ende einiger Kapitel kleinere Cliffhanger, auch waren die Kapitel des Buchs meist recht kurz. Aber trotzdem war ich nicht sehr motiviert weiterzulesen. Es gab für mich auch ein paar Logikfehler, die mich beim Lesen echt gestört haben. Zum Beispiel werden den Opfern ihre Handys vom Täter abgenommen. Ein Opfer hat jedoch direkt nach dem Überfall eine Freundin angerufen. Wie hat sie das gemacht? Mit einem Münztelefon? Beim dritten Opfer zu Hause wird von den Ermittlern ein vermeintliches Passwort auf dem Schreibtisch gefunden. Nathalie Svensson geht direkt davon aus, dass es sich um ein Passwort für eine bestimmte Dating-Website handelt (auf der sie selbst auch angemeldet ist, aber es niemandem sagt). Das Passwort passt nicht zur Dating-Website, trotzdem wird ein Computer-Spezialist damit beauftragt das Passwort zu hacken. Also hier schien es echt als hätte ich etwas verpasst. Ggf. ist auch bei der Übersetzung etwas verloren gegangen. Beides hat mich jedoch verwirrt. Solche Logiklücken machen mich in Büchern immer etwas unzufrieden. Außerdem gab es ein paar komische Ausdrucksweisen im Buch. Hier ein Beispiel: " es roch weder nach Chlorophyll noch nach Blumen". Wie bitte riecht denn Chlorophyll? Kann mir das jemand sagen? Ich werde die Reihe um Nathalie Svensson wohl eher nicht weiterverfolgen. Auch wenn ich interessiert bin, wie es mit ihrem Privatleben weitergeht, haben mich doch zu viele Dinge gestört. Ich empfehle das Buch an Reihen-Liebhaber von Ermittlungskrimis, die auch ohne große psychische und stilistische Raffinesse auskommen oder an jeden, der Schweden-Krimis liebt. Ich persönlich wurde leider nicht ganz warm mit diesem Buch.

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Das Buch würde ich als eher ruhig beschreiben. Die Autorin hat auf die meisten Stilmittel verzichtet, die Tempo in die Geschichte bringen würden. In "Anatomie eines Skandals" liegt der Fokus auf wenigen Charakteren und ihren Gefühlen. Die beiden Hauptfiguren im Buch sind James Ehefrau Sophie und die Prozessanwältin Kate. Abwechselnd wird die Gegenwart und die Vergangenheit der Figuren beleuchtet. Das ist absolut nicht neu oder außergewöhnlich, aber ich mag diesen zeitlichen Wechsel in Büchern einfach gern. Man ist automatisch damit beschäftigt, sich zu fragen, wie die Ereignisse zusammenhängen oder auch wie die Figuren sich charakterlich so verändern konnten. Beides war auch hier der Fall. Ich fand die Verknüpfung der Zeitstränge sehr gelungen und mochte die damit verbundene Überraschung. Ich muss gestehen, dass mich der erste Teil des Buchs jedoch etwas angestrengt hat. Der Schreibstil von Sarah Vaughan ist sehr detailliert. Es wird teilweise auf mehreren Seiten beschrieben, wie das House of Commons aussieht. Und zwar jeder Winkel, jeder Raum, jeder Flur, durch den James läuft. Und er hatte einen weiten Weg. Das hat das eh schon geringe Tempo noch etwas mehr gebremst. Im weiteren Verlauf des Buchs hat diese ausschweifende Erzählweise etwas nachgelassen und das Tempo wurde angezogen. Hier war ich dann auch ganz in der Story gefangen. Ich tendiere dazu, den Mittelteil als "Justizthriller-ähnlich" zu beschreiben, da der Prozess um James dort im Vorderpunkt steht. Auch Cliffhanger kamen nun zum Einsatz und haben mich durch die Seiten rauschen lassen. Der letzte Teil des Buches zog sich dann aber leider wieder. Positiv erwähnen muss ich unbedingt, dass in diesem Abschnitt Sophie viel mehr an Tiefe und Charakter gewonnen hat als man am Anfang vermutete. Aber da es fast keine ungeklärten Fragen mehr gab, konnte das Buch mich dann nicht mehr wirklich fesseln. Wie bereits erwähnt, hat die Autorin viel Wert auf das Gefühlsleben ihrer Figuren gelegt. Loben möchte ich, die sehr authentisch gezeichneten Charaktere. Es gab keinen nur "guten" oder nur "schlechten" Menschen aus meiner Sicht. Leider war mir aber keine der Figuren sonderlich sympathisch. Das ist zwar kein "Muss" in einer Geschichte - hilft aber oft die Spannung zu erhalten, da man mit "seinem" Liebling mitfiebert. Das konnte mir hier also leider auch nicht helfen. Alles in allem war es kein schlechtes Buch, aber es wird wohl schnell in meiner Erinnerung verblassen und ich spreche eher Roman-Fans mit Hang zum Drama hier eine Leseempfehlung aus. Spannungsliebende Leser kommen hier nicht auf ihre Kosten.

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Das Buch begann ich zunächst etwas verwirrt. Für mich war nicht klar, was genau mit Mattie geschah oder wieso sich Sadie auf die Suche nach dem Mörder begibt. Noch weniger war mir klar, wieso Sadie der Meinung war den Mörder zu kennen. Natürlich kamen nach und nach Vermutungen bei mir auf. Eine ganze Zeit lang, tappte ich im Halbdunkel, bis tatsächlich Licht ins Spiel kam und ich erahnte, welchen Plan Sadie verfolgt - vor allem das "Warum?" wurde mir aber erst später klar. Sadie ist anders als Andere - und damit meine ich nicht nur die Hauptfigur des gleichnamigen Buches, sondern auch das Buch selbst. Die Leseprobe hat mich direkt neugierig gemacht, da der Roman zum Teil im Stile eines Podcasts geschrieben ist. Ein Podcast ist eine Art Reportage, ein Radiobeitrag, der im Internet angeboten wird und mehrere Folgen umfasst. Bei "Sadie" ist dieser Podcast niedergeschrieben: Wer spricht, wo spricht diese Person (zum Beispiel am Telefon oder im Studio), Hintergrundgeräusche und ähnliches werden angegeben und beschrieben. Hier ist natürlich Umdenken und Kreativität beim Lesenden gefragt. Ich konnte mir persönlich aber sehr schnell den Podcast in mein inneres Ohr denken und fand diesen Stil nach kurzer Eingewöhnungszeit grandios. Als kleiner Tipp für alle, die sich darunter noch nicht viel vorstellen können: Es gibt einen wunderbaren Buchtrailer vom Verlag Beltz & Gelberg, den ihr ansehen könnt, um euch das Ganze besser vorzustellen. Die andere Hälfte des Buchs ist aus Sicht von Sadie selbst geschrieben. Und gerade das macht es total spannend. Als Leser erhält man seine Informationen zum Teil von Sadie, zum Teil aus dem Podcast und zum Teil vervollständigt man die Puzzleteile für sich selbst. Manchmal liefern Sadies Kapitel oder der Podcast Informationen, die wir schon kennen, sie aber nun aus der geänderten Sichtweise ganz anders betrachten und einschätzen können. Das fand ich äußerst gelungen und macht das Buch für mich dadurch erfrischend anders. Die Kapitel sind überwiegend kurz gehalten und mich erwartete fast an jedem Ende ein Cliffhanger. Das war unheimlich spannend und man flog nur so durch die Seiten. Die Hauptcharaktere sind aufgrund des bereits beschriebenen Stils teilweise unglaublich authentisch und greifbar dargestellt. Natürlich gibt es auch Charaktere, die aufgrund des Stils etwas weniger Tiefe haben. Mir gefiel diese Mischung - nicht jede (Neben-)Figur braucht unbedingt Tiefe. Der krampfhafte Versuch erzeugt meines Erachtens oft Längen oder wirkt klischeehaft. Nichts davon war hier der Fall. Sadie als titelgebende Figur hat jedoch Tiefe und zwar jede Menge: Sie wirkte auf mich sehr fokussiert, teilweise fast schon kühl und nüchtern in ihren Handlungen - wie ein Auftragskiller, dann wiederum war sie hoch emotional und ließ sich von ihren Gefühlen bestimmen, auch wenn es sich negativ auf sie auswirkte. Sehr oft wirkte Sadie unbeirrbar und entschlossen. In manchen Momenten war sie aber auch das junge Mädchen, das sie eigentlich auch gern gewesen wäre. Dann wiederum wirkte sie gebrochen, in Trauer gefangen, von Wut gebeutelt. Sie ist ein unheimlich facettenreicher Charakter und ich habe stets mit ihr fühlen können. Es gab im Verlauf der Geschichte kleinere Plottwists, die mir gut gefielen. Die Auflösung war für mich überraschend - wenn auch nicht zu 100 Prozent zufriedenstellend (wer es liest oder gelesen hat, versteht mich vielleicht). Sadie ist ein tolles Buch für alle, die Lust auf einen etwas anderen Roman haben und Kriminalgeschichten im Stil von "Autopsie - Mysteriöse Todesfälle" mögen.

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2 Diese Artikel unterliegen nicht der Preisbindung, die Preisbindung dieser Artikel wurde aufgehoben oder der Preis wurde vom Verlag gesenkt. Die jeweils zutreffende Alternative wird Ihnen auf der Artikelseite dargestellt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

3 Ihr Gutschein AUDIO20 gilt bis einschließlich 27.09.2020 und nur für die Kategorie Hörbuch Downloads und Hörbuch CDs. Der Gutschein kann mehrmals eingelöst werden. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.eBook.de. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

4 Der gebundene Preis dieses Artikels wird nach Ablauf des auf der Artikelseite dargestellten Datums vom Verlag angehoben.

5 Der Preisvergleich bezieht sich auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers.

6 Der gebundene Preis dieses Artikels wurde vom Verlag gesenkt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

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