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Alle Rezensionen von Marakkaram

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~ Kathi wäre jetzt unglaublich beeindruckt gewesen, aber Maya fiel es zunehmend schwer, echte Begeisterung für etwas zu empfinden. Sie hatte einfach schon so viel gesehen. Manchmal kam es ihr vor, als hätte sie jedes Maß verloren. Alles musste immer höher, besser, schneller und voller Superlative sein. ~ Ja, Maya hat mit ihren 32 Jahren schon viel von der Welt gesehen. Als Reisebloggerin zieht es sie von Land zu Land. Hauptsache kein Stillstand, keine Stille und auf keinen Fall La Gomera, wo ihre Adoptivmutter wohnt. Denn seit sie durch einen puren Zufall erfuhr, dass Karo sie ihr Leben lang angelogen hat und gar nicht ihre leibliche Mutter ist, hat Maya jeden Kontakt abgebrochen, sie will nichts mehr mit ihr zu tun haben. Doch dann führt das Schicksal sie ausgerechnet nach La Gomera ~ aber es kann ja nicht so schwer sein, ein paar Tage einen großen Bogen um dieses Künstlerdorf El Guro zu machen, oder.... Eine sommerlich-leichte und doch bewegende Familiengeschichte vor der traumhaften Kulisse La Gomeras. Die Geschichte hält, was das Cover verspricht, nämlich ganz viel Urlaubsfeeling und wer vorher noch nie auf La Gomera war, hat hinterher das Gefühl mit Maya einen Kurztrip dorthin gemacht und Teile der Insel mit eigenen Augen gesehen zu haben. Und es war herrlich; Land, Leute, Hippie- und Künstlerviertel - alles zum greifen nah. Katharina Herzog hat ein Händchen für Charaktere, Emotionen und Landschaften. Ich bin regelrecht abgetaucht in Mayas Geschichte und letztendlich ihrer Suche nach sich selbst. Dabei hat mir sehr gefallen, dass sie zwar eine sichtbare Entwicklung durchmacht, aber glaubwürdig. Sie bleibt in ihren Handlungen ihrem Charakter treu. Ich fand die Figuren im Ganzen sehr authentisch, stark und lebendig. Und das sag ich auch zu den manchmal recht skurrilen Nebencharakteren; es muss ja nicht jeder so leben wie du und ich, und sie sorgen damit für so manchen Schmunzler. Klar ist Mayas Geschichte vielleicht ein wenig vorhersehbar, aber das hat mir den Spaß an ihr nicht genommen und dann gibt es ja auch immer noch die kleinen Ausflüge in die Vergangenheit, in denen man häppchenweise erfährt, was damals wirklich geschehen ist, warum Karoline die Insel Hals über Kopf mit Maya und gefälschten Papieren verlassen hat. Das ist schon sehr spannend und emotional. Katharina Herzog hat einen großartigen Schreibstil, der den Leser mitnimmt; flüssig, lebendig, angenehm leicht und trotzdem auch sehr emotional ohne kitschig zu sein. Das ist Kopfkino pur! Fazit: Der Wind nimmt uns mit ist ein wunderschöner Wohlfühlroman, in dem es um Liebe und Freundschaft, Familie und ein Versprechen, Lügen und Verzeihen und vor allem bei sich selber ankommen geht. Und der traumhafte Schauplatz macht ihn zur perfekten Urlaubslektüre für alle daheimgebliebenen.

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** Du meinst, ich verlasse dich? Sie lachte laut. Niemand verlässt dich. ich ziehe bloß in eine andere Stadt um. Dich kann man nicht verlassen, Marlene, weil man dich nicht vergessen kann. ** C. W. Gortner erzählt mit einer großen Leidenschaft, aber auch schonungsloser Offenheit und zieht den Leser damit vollständig in den Bann seiner Dietrich. Man spürt in jeder Zeile, wie viel Herzblut und akribische Recherche in diesem biografisch angehauchten Roman stecken. Als ich geboren wurde, hatte sie ihre glanzvollen Zeiten bereits hinter sich und zog sich grade vollkommen aus der Öffentlichkeit zurück. Für mich stand der Name Marlene Dietrich für eine große Diva und Lieder wie Lily Marleen , dass sie eine große Hollywoodkarriere hinter sich hatte, war mir weniger bekannt. In Marlene und die Suche nach Liebe konzentriert sich der Autor auf ihre Jugend in Berlin und Karriere in Hollywood, begleitet von nicht weniger großen Namen. Ein Schwerpunkt bildet ihr Privatleben und die stete, unerfüllte Suche nach der großen Liebe, dem endlich irgendwo ankommen. Der Roman umfasst die Jahre 1914-1946 und findet in einem Nachwort, in dem die weiteren wichtigsten Stationen bis zu ihrem Tod, sowie Anmerkung wo der Autor sich künstlerische Freiheiten herausgenommen hat, sein perfektes Ende. Allerdings wäre ich bei einer Fortsetzung sofort dabei. Gortner hat eine fantastische Art und Weise dem Leser diese außergewöhnliche, eigensinnige und auch sehr liebenswerte, großzügige Frau näherzubringen. Er zeichnet ein unheimlich lebendiges, klares Bild von ihr und man hat diese Frau mit der markanten Stimme und androgynem Aussehen deutlich vor Augen und dabei lässt er auch hinter das Kunstwesen Dietrich blicken. Ganz besonders ihre Haltung zum Nationalsozialismus haben mich tief beeindruckt. Ihre Tochter Riva sagte in einem Interview einmal: ** Marlene war die einzige internationale, nicht jüdische Deutsche, die sich gegen Hitler wandte und das auch aussprach. ** Wie tough sie wirklich damit umging, zeigt C. W. Gortner hier ziemlich deutlich. Mich hat das Buch zu einem Marlene-Fan gemacht und es hätte gerne noch weitere 500 Seiten haben dürfen. Fazit: Fesselndes Portrait einer außergewöhnlichen Frau. Ein definitives Highlight aus der Reihe Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe. Bitte mehr davon!

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** Ihr denkt vielleicht, ihr kennt die Geschichte, aber wahrscheinlich ist es nur eine veränderte oder verwässerte Fassung. Die wahre Geschichte, das Original sozusagen, hat sich hier in Piper`s Hall abgespielt... ** Wer kennt sie nicht, die Legende von Bloody Mary, sie variiert manchmal leicht, aber der Kern bleibt konstant: Rufe im Spiegel bei Kerzenschein ihren Namen und sie kommt dich holen. Auch im Mädcheninternat Piper`s Hall gab es eine Mary. Und bei einer Halloween Mutprobe am Lagerfeuer lassen sich Bobbie, Naya und Cain herausfordern, nicht ahnend, welche Mächte sie damit heraufbeschwören.... Ich liebe Bloody Mary Geschichten und für eine gute Gruselstory bin ich immer zu haben. Juno Dawson hat ihre in einem spannenden, atmosphärisch dichten Thriller mit massig Gruselmomenten verpackt. Bobbie und Co. versuchen herauszufinden, was damals wirklich mit Mary geschah und wie der Fluch aufgehalten werden kann. Dazu haben sie grade mal fünf Tage Zeit. Geplagt von Albträumen und Visionen fördern sie Stück für Stück Puzzleteilchen zutage, die nicht immer zusammenzupassen scheinen. Was will Mary ihnen damit sagen? Also mich hat die Geschichte um Mary so arg gefesselt, dass ich die halbe Nacht durchgelesen habe. Ich wollte unbedingt wissen, was mit ihr geschah. Der Erzählstil ist rasant, sehr bildhaft und mit einem kontinuierlich hohem Spannungsbogen, so dass nie wirklich eine natürliche Pause aufkam. Die Charaktere in der Gegenwart blieben zwar ein wenig hinter meinen Erwartungen zurück, da ihnen die Lösungsansätze oftmals in den Schoss fielen und sie nicht immer akribisch danach gesucht haben. Und sie wirken manchmal noch ein bisschen kindlich, aber das sind sie ja auch und deswegen hat mich das nicht groß gestört, denn die Grundstory stimmt und reißt mit. Die Lösung und das Ende waren großartig und absolut überzeugend - eine Bloody Mary, die in Erinnerung bleiben wird. Fazit: Faszinierende Bloody Mary-Version mit rundum gelungener Story.

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[[ Unter gar keinen Umständen war Remedios bereit zuzulassen, dass sich ihre Töchter in dieser Form amerikanisierten. [[ Ihr Vater war ein Lebemann, in der weiten Welt zuhause, aber nie bei seiner Frau und den drei Töchtern in Andalusien. Doch eines Tages holt er seine Familie nach New York. Er hat beschlossen endlich sesshaft zu werden und seinen Traum von einem Speiselokal zu verwirklichen. Nichts besonderes, aber gemütlich, hier soll sich die Arbeiterklasse im Auswandererviertel Manhattans nach einem harten Tag zusammenfinden. Doch El Capitano läuft schlecht, die Familie sieht gar nicht ein sich zu integrieren, ist motzig und will nach Hause. Und als dann Emilio bei einem Unfall überraschend stirbt, stehen sie vor dem Nichts. Entscheidungen müssen getroffen werden, fährt man zurück oder baut man sich in New York ein Leben auf.... Maria Duenas gehört zu meinen spanischen Lieblingsschriftstellerinnen. Sie verpackt historische Themen in spannende, leichtfüßige Geschichten mit sehr lebendigen, authentischen Charakteren und bleibt dabei doch literarisch anspruchsvoll. In ihrem neusten Roman ist ihr das, meiner Meinung nach, nicht ganz so gut gelungen. Dabei ist er inhaltlich unheimlich interessant und sehr realistisch geschrieben. Eine Familie kämpft ums Überleben, in einem Land deren Sprache sie nicht spricht und in dem sie sich auch eigentlich gar nicht heimisch fühlen will. Im Auswandererviertel hält man zwar zusammen, aber es gibt nicht nur Gutgesinnte. Ich hatte die Gesellschaftsschichten und das New York in den 40igern ganz klar vor Augen. Man fühlt sich direkt hineinkatapultiert in die Geschichte, ins Armenviertel mit seinen Bewohnern, die Möglichkeiten Arbeit und einen Mann zu finden usw. Und auch die kurzen geschichtlichen Einblicke haben mir gefallen, obwohl die sehr im Hintergrund stehen. Es lag für mich eher an den Charakteren. Die einzig sympathische Person, Emilio, neben einer ganz besonderen Nonne, starb auf den ersten Seiten. Damit hatte ich anfangs auch kein Problem, da er ein so typischer Duenas-Charakter war, dachte ich noch, seine Töchter tauen schon irgendwann auf. Aber ich bekam nur schwer Zugang zu ihnen und kam ihnen bis zu Schluss auch nicht wirklich nahe. Sie waren mir unsympathisch mit ihrer Überheblichkeit, der Ich-Bezogenheit, dem Schreien, Keifen, Zetern und Brüllen. Ich habe keine starken Charaktere, sondern eher starrsinnige Weiber in ihnen gesehen. Und dadurch konnten sie mein Interesse für ihre Lebensgeschichten nicht so richtig wecken. Zudem kommen auf diesen 600 Seiten unzählige Personen vor, die dann gar nicht alle für die Geschichte eine Rolle spielen. Ich habe eigentlich kein Problem mit solch einer Vielzahl, wie man sie aus historischen Romanen kennt, aber hier fand ich es oftmals nur wuselig und wenig zielführend. Fazit: Ein an sich guter Roman über den Kampf einer Auswandererfamilie 1936 in New York, deren Hauptcharaktere mich leider nicht erreicht haben. Ich habe mir einen spannenderen Weg für sie vorgestellt, einen mit Herzblut geführten Kampf um einen Platz in dieser Welt.

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[[ Viele der Felder, die in meiner Kindheit die Weite der Insel zeigten, sind heute bebaut. Das Grün ist dem Geld gewichen. Zweitwohnbesitzer brüsten sich mit Eigentum, Sylter fühlen sich verjagt. Die Insel lebt, mehr denn je. Doch was ist das für ein Leben? [[ Kerin Schmidt hat ihre Kindheit auf Sylt verbracht, aufgewachsen zwischen Feldern, Kühen, Oma und Familie gleich nebenan. Doch mit Anfang zwanzig zieht es sie hinaus in die Großstadt, nach Hamburg. Sylt ist zu klein, zu einengend und uninteressant. Erst später und forciert durch ihren Freund, findet sie wieder zurück. Was habe ich dem Erscheinungstermin entgegengefiebert. Ich wollte unbedingt mit der Autorin auf die Insel reisen. Schon der Anfang hat mich leicht irritiert, aber ein wenig Sylt-Flair war immerhin vorhanden und ich dachte, dass sich das nach der Kindheit steigern wird - aber es nahm eher ab. Die erste Hälfte spielt also auf Sylt und Kerin Schmidt beschreibt ihr Aufwachsen. Emotional, bildhaft, aber auch ziemlich sprunghaft und manchmal abgehackt. Es hat mir gefallen, aber ich glaube, vor allem, weil es mich so an meine Kindheit auf dem Lande erinnert hat - Flachland! Was z.B. für die Autorin typisch Sylter Dorfgemeinschaft -jeder kennt und beobachtet jeden- ist, findet sich eigentlich in jedem kleinen Dorf wieder. Ja, es gibt Sylt-spezifische Abschnitte, aber mir war es zu wenig, zu wenig Insel-Flair. Im zweiten Part geht es nach Hamburg und da hat sie mich eigentlich ein bisschen verloren.... Ich erinnere mich kaum, außer an WG-Bewohner, Jobs und Männer. Mit der Rückkehr auf Sylt fing es sich wieder, aber im Prinzip muss ich sagen, es ist ein Lebensbericht einer jungen Frau, ihre Kindheit, das Austoben in der weiten Welt und das wieder Ankommen daheim. Das sie nun grad aus Sylt stammt, spielt da keine allzu große Rolle. Ich war noch nie auf der Insel, aber selbstverständlich kenne auch ich die offensichtlichen Probleme. Diese Passagen, in denen mal mehr mal weniger deutlich oder poetisch überhaucht, darauf hingewiesen wird, haben mir weniger gefallen, sie sind einfach zu oberflächlich. Nur mit dem Finger auf etwas zu zeigen, ohne selbst aktiv zu werden oder grad einen direkten Bezug dazu zu haben, hinterlässt bei mir immer einen schalen Beigeschmack. Ich geb zu, ich hatte vielleicht zu hohe Erwartungen, aber ich dachte, Kerin Schmidt nimmt mich mit auf ihr Sylt, zeigt mir jede Ecke ihrer Heimat und warum scheinbar jeder diese Insel so liebt.

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[[ Ohne mich anzuschauen sagte sie Es ist eine heilige Berufung, Emmett. Die Erinnerung eines anderen Menschen anvertraut zu bekommen... Den Menschen den tiefsten, dunkelsten Teil abzunehmen und sicher zu verwahren, für immer. [[ Was sind wir ohne unsere Erinnerungen? Emmett, der Sohn einer Farmerfamilie war schwer krank und fühlt sich immer noch unheimlich schwach. Buchbinderfieber, hieß es; er selbst kann sich kaum daran erinnern. Und plötzlich muss er die Farm, die er eigentlich einmal übernehmen sollte, verlassen und bei einer ominösen Buchbinderin in die Lehre gehen. Dabei waren Bücher in seinem Elternhaus immer verboten und wurden totgeschwiegen. Was ist wirklich geschehen und was hat es mit den Büchern auf sich? Bridget Collins erzählt in Die verborgenen Stimmen der Bücher eine bewegende, aussergewöhnliche und auch sehr emotionale Geschichte. Sie ist keinem direkten Genre zuordbar und man erfährt auch nicht, in welcher Zeit sie spielt. Rein sprachlich und von den Charakteren, würde ich sie historisch einordnen, mit einem Schuss Mystik. Obwohl es hier ganz klar um Bücher geht und die auch eine sehr wichtige Rolle spielen, ist es im Kern eine unheimlich starke Liebesgeschichte. Ein Setting wie aus einem Bronte Roman. Düstere Grundstimmung, großartige, romantisch wilde Landschaften und stürmische, leidenschaftliche Charaktere. Man bekommt anfangs nur schrittchenweise Zugang zu ihnen. Das ist schon sehr spannend gemacht, vor allem, weil man den Weg gemeinsam mit Emmett und Lucian geht. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und wunderschön, aber auch sehr eigen und langsam. Und das entschleunigt tatsächlich auch beim Lesen. Es hat einen Ticken gedauert, bis es mich so richtig gepackt hat, aber dann mit solch einer Wucht, dass es mich gar nicht mehr losgelassen hat. Fazit: Bridget Collins ist eine Geschichtenerzählerin, bei der man sich einfach zurücklehnen sollte, um komplett in ihre Welt einzutauchen. Es lohnt sich!

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[[ Während sie auf die Worte schaute, überkam Katie ein mulmiges Gefühl, ein kurzer Impuls der Angst, den sie vor den anderen verbergen wollte. Jeder wusste von Mary Hand, aber irgendwie wurde sie durch diese gekritzelten Buchstaben realer. [[ 1950: Jedes Internat hat seine Legende, da bildet auch das abgelegene Idlewild Hall keine Ausnahme. Man erzählt sich, dass hier Mary Hand, die schwarze Frau umgeht.... Katie, Roberta, Cece und Sonia teilen sich ein Zimmer und sind beste Freundinnen. Sie stehen einander bei, denn während die meisten von ihnen einfach nur von den Eltern abgeschoben wurden, verbirgt die introvertierte Sonia ein düsteres Geheimnis. 2014: Es ist wie ein innerer Zwang. Immer wieder zieht es die Journalistin Fiona zum verfallenen Internat, auf dessen Grundstück vor 20 Jahren ihre ermordete Schwester gefunden wurde. Der Mörder ist längst verurteilt und doch gibt es eine Menge offene Fragen. Nachdem das Gebäude Jahrzehnte leer gestanden hat, beginnen plötzlich Renovierungsarbeiten. Scheinbar will jemand Idlewild Hall wieder instand setzen. Fiona sieht ihre Chance gekommen eine Reportage über den Umbau zu schreiben um weitere Nachforschungen anstellen zu können. Da wird plötzlich eine weitere Leiche gefunden.... Die schwarze Frau ist düstere, dichte Atmosphäre und Spannung pur. Eine Schauergeschichte, Legende oder Wahrheit, bildet den perfekten Hintergrund für das wahre Grauen, die Monster in Menschengestalt. Es ist kein blutiger Krimi, kein nervenzerreißender Thrill, es ist eine sehr leise Geschichte und dafür umso verstörender. Je näher man dem Ende kommt, je mehr ans Licht kommt, desto stärker kriecht einem das Grauen den Rücken hinauf. Simone St. James versteht es ganz geschickt, die Legende um Mary Hand, in beide Zeitebenen einzuweben und schafft damit eine einmalig dichte und düstere Atmosphäre für die tatsächliche Geschichte. Mich hat das Buch sehr bewegt. Die Kapitel erzählen abwechselnd aus der Sicht der vier Mädels um 1950 und Fionas in der Gegenwart. Das macht es sehr spannend. Denn sowohl die Vergangenheit wie auch das hier und jetzt entwickeln eine verstörende, fast schon hypnotische Sogwirkung, der man sich nicht mehr entziehen kann. Man liest Seite um Seite und dann erwischt einen Sonias Schicksal eiskalt. Fazit: Die schwarze Frau ist mein absolutes Lesehighlight 2019 und zählt zu meinen Lieblingsbüchern. Solche atmosphärisch dicht erzählten Geschichten sind selten. Ich hätte am Liebsten sofort das nächste Buch von Simone St. James gelesen, doch leider ist noch kein weiterer ihrer vielen Romane übersetzt. Doch ich hoffe, sehr bald mehr von ihr lesen zu können.

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Die Erinnerung konnte ein perfider Feind sein, der einen von hinten überfiel, sich in die Stille des Schmerzes schlich und ihn verstärkte, wenn man am empfindlichsten war, dachte ich. Ein Jahr ist es jetzt her, seit ihr Mann verstorben und sie und ihre kleine Tochter Aurelia zurückgelassen hat. Cassandra glaubt diesen Verlust nie überwinden zu können, denn Lorenzo war ihre große Liebe. Dennoch beginnt sie langsam nach vorn zu schauen, schon allein für Aurelia. Als Erstes versucht sie den uralten Weinstock und die Rose, die Lorenzo sehr viel bedeutet haben, wiederzubeleben. Und stösst dabei auf eine vergrabene Box mit alten Flucht-Unterlagen und einem Liebesbrief aus dem Jahr 1944. Aber wer war diese junge Frau und was ist damals geschehen.... Wow, Valentina Cebeni hat eine unheimlich emotionale Art ihre Geschichte zu erzählen, die irgendwie ganz tief unter die Haut kriecht, ohne das man es mitbekommt und dabei so völlig authentisch bleibt. Da mag gleich jeder kitschig denken, aber weit gefehlt, absolut kitschfrei. Cassandra, Enea und Aurelia sind toll ausgearbeitete Charaktere. Sympathisch, sehr menschlich, mit Macken und mal schlechter Laune, schlichtweg aus dem Leben gegriffen und keine Stereotypen. Man hat Zugang zu ihnen, kann ihr Denken und ihre Handlungen nachvollziehen. Und man sieht, wie grade Cassandra und ihre Tochter sich weiterentwickeln und zwar in einem sehr realistischen Maße. Das hat mir gut gefallen. Auch die Nebenfiguren, hier nicht immer alle sympathisch, sind klasse und glaubwürdig Der Roman bleibt komplett auf einer Zeitebene und ist in Ich-Form geschrieben. Es geht zwar auch um Anita und Hendriks Geschichte, doch die wird durch Cassandra (und Enea) aufgedeckt und erzählt. Und das in einem Schreibstil, der nicht nur emotional, sondern auch unheimlich lebendig und bildhaft ist. Valentina Cebeni hat einen traumhaften Schauplatz gewählt und zieht den Leser buchstäblich hinein in die Toskana, auf das malerische Weingut und tief in die Gewölbe... Man kann die Frostfeuer riechen und die Verzweiflung spüren. Es geht um Geheimnisse der Vergangenheit, Liebe, Hass, Verlust, Vergebung und Neubeginn. Fazit: Mich haben die Wildrosentöchter begeistert. Ein wunderschöner Familienroman, der einen in die Toskanischen Weinberge entführt. Mein Lesehighlight und ganz klare Leseempfehlung! Das Blütenmädchen von Valentina Cebeni liegt schon bereit und wartet nur darauf genauso verschlungen zu werden. Es sind die kleinen Dinge, die Gewohnheiten, die einem absurderweise am Meisten fehlen.

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Mit einem Seufzer blickte Agnes zum Herd, der mit seinen zwei Kochstellen eher kärglich war. Wie sie damit dreizehn Menschen bekochen sollte, war ihr noch schleierhaft. Aber bis heute Mittag würde ihr schon etwas einfallen, irgendeine Idee war bisher schließlich immer aus ihrem Kopf gepurzelt. Kochen und Backen, das sind die großen Leidenschaften von Agnes, die mit 5 Jahren in dem Waisenhaus von Pfarrer Wieland, in Straßburg ein neues Zuhause gefunden hat. Doch nun ist sie volljährig und tritt ihren Job als Gesellschafterin einer Pfarrerswitwe in Hamburg an. Tilly Bevenkamp arbeitet in einem Waisenhaus und so fällt Agnes der Abschied aus Straßburg nicht ganz allzu schwer. Aber Tilly scheint sie gar nicht zu erwarten und ist nicht nur wenig begeistert von ihrem Auftauchen, sie ignoriert Agnes vollständig. Doch dann bricht die Cholera in der Stadt aus und sie flüchten mit einem Großteil der Kinder an die Ostsee, wo Tilly¿s Elternhaus, eine kleine Kate an der Küste, steht. Kochen, Backen, ein altes Herrenhaus an der Ostseeküste und das alles in der Zeit um 1892... Traumzutaten! Ich habe mich unheimlich auf den Roman von Lisa Marcks gefreut. Doch so ganz konnte er meine Erwartungen nicht erfüllen - es wurde vieles nur oberflächlich abgehandelt und hatte dadurch wenig Tiefgang. Das Hauptthema, das sich durch das Buch zieht, ist starke, unabhängige Frauen , das hat mir sehr gefallen, nur die Umsetzung fand ich oftmals weniger gelungen. Mir fehlte die tiefere Auseinandersetzung mit der Thematik. Tilly ist traumatisiert, Agnes baut sich als Strandverkäuferin eine Grundlage auf; quasi aus dem Nichts, in einer klitzekleinen alten Kate und 11 Kindern, die auch versorgt werden wollen. Das lief mir, wie alles weitere, viel zu smooth. Es war alles vorhanden, von Gewürzen bis hin zum Nähgarn, niemand litt je Hunger, es wurde sogar noch ständig gereist - selbst ein Waisenhaus incl. Kinder, was ich mir in der Zeit schwerlich vorstellen kann und dann noch just for fun.... Ja, es sind Kleinigkeiten, aber sie haben sich summiert und irgendwann hat es mich dann einfach gestört. Vieles war schlicht zu konstruiert. Auch gab es wenige Gespräche zwischen Agnes und Tilly oder tiefergehende Gedankengänge von Agnes, so dass ich emotional die meiste Zeit gefühlt außen vor blieb. Die Nebencharaktere waren großartig, die teils verschrobene Dorfgemeinschaft, die durch dick und dünn geht, Agnes Verhandlungspartner auf dem Lübecker Markt... alles Charakterköpfe. Das sind die Hauptprotagonisten auch, nur fehlte mir da die Tiefe, die ein Nebenprota nicht unbedingt braucht. Die Geschichte an sich gefällt und auch der Schreibstil von Lisa Marcks; sehr bildhaft und lebendig. Man hatte Agnes Backverführungen direkt in der Nase und es lief mir so manches Mal das Wasser im Mund zusammen. Schade, dass es keine Rezepte im Anhang gibt. Fazit: Ein netter Roman über starke Frauen, die ihren Weg gehen - der aber durch seine Oberflächlichkeit recht durchschnittlich bleibt und mir deswegen auch wohl nicht sehr lange im Gedächtnis.

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Es ist, als hätte ich mich an dir geschnitten, wie an einem Stück Papier oder so. Und jetzt.... jetzt hat sich die Wunde entzündet. Wie lange haben sich Cecilia und Noran nicht mehr gesehen, da waren sie Kinder. Und jetzt... Ja, jetzt ist sie mit ihrer Familie unterwegs nach Vienna um seine Frau und damit Königin zu werden. Sie weiss nicht einmal wie der Typ aussieht und auch warum diese Verbindung so wichtig ist, will ihr niemand erklären. Dennoch ist Cecilia bereit, Noran eine Chance zu geben. Doch da hat sie die Rechnung ohne Elias, dem jüngeren Bruder des Prinzen, gemacht, denn der wirbelt ihre Gefühle ungewollt ganz schön durcheinander... ~ * ~ * ~ * E i n f a c h h e r r l i c h ! Eine angehende Königin zwischen zwei Brüdern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ja, klingt irgendwie nur allzu vertraut - war auch mein erster Gedanke und deshalb war ich total unvorbereitet, wie großartig mich Wenn die Sterne Schleier tragen unterhalten hat. Allein das Cover und der Fakt, dass a tree and a valley ein Start-up Buchverlag ist, haben mich neugierig gemacht und in die Leseprobe reinschnuppern lassen und damit war`s dann auch schon um mich geschehen. Der Schreibstil machts. Anna Nigra hat das ganz große Talent, Dinge bildhaft zu machen und auch Kleinigkeiten einfach mitzubeschreiben, ohne dass es einem beim Lesen so richtig bewusst wird. Ich glaub, ich hab erst nach der Hälfte gemerkt, warum ich so tief drin war und so ein ganz klares Bild vor Augen hatte. Ich kenne wenige Autoren/innen, die das können, ohne dass der Leser das Gefühl hat in ausschweifenden Beschreibungen zu stecken und sich latent zu langweilen. Das bringt einem natürlich auch die Charaktere und ihre Emotionen sehr nahe. Was mir gefällt ist, dass Cecilia kein verhuschtes Mädchen, sondern durchaus ein tougher Teenager ist und kein Blatt vor den Mund nimmt. Bei Noran und Elias hatte ich seit der ersten Begegnung meinen Favouriten, der es auch bis zum Schluss geblieben ist und doch hat auch sein Gegenpart es geschafft, mich letztendlich für sich einzunehmen. Nicht weniger interessant sind die Nebencharaktere, denn es scheint, in beiden Familien hat jeder so seine Geheimnisse und manch einer wurde im Laufe der Zeit immer zwielichter und mysteriöser. Fazit: Der Schreibstil; flüssig, locker und witzig, die Charaktere; authentisch und sympathisch und die Ideen oftmals unkonventionell. Anna Nigra hat mit ihrem Debut eine bezaubernde, mega-spannende und sehr emotionale Geschichte begonnen, deren Fortsetzung ich kaum erwarten kann.

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