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Alle Rezensionen von Marakkaram

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** Weitere vier sorglose Tage lang sind die Sonnenreflexe auf meiner geliebten See die einzigen Diamanten, die ich mir je wünschen könnte. ** Mit Anfang 20 kann Liz Clark sich ihren größten Traum erfüllen, einen Segeltörn durch die Südsee. Möglich gemacht, durch die Finanzierung eines Mentors und Unterstützung der Eltern. Ich hatte einen spannenden Reisebericht über die Höhen und Tiefen, wunderschönen Orten, Menschen und Natur und auch den nicht ganz ungefährlichen Momenten einer jungen Frau allein auf dem Pazifik, erwartet. Leider gibt es nicht einmal eine Reiseroute oder Karte. Die Erklärung der Autorin, sie würde bewusst auf genauere Schilderungen oder Nennung von Orten verzichten, da sie jeden zum Reisen und eigenen Entdeckungen inspirieren möchte. Das fand ich unheimlich schade und als Begründung auch ziemlich schwach, denn dann dürfte die Leserschaft, die ihr Buch ansprechen soll, recht überschaubar bleiben. Ich jedenfalls plane keinen Südseetörn. Im weiteren Verlauf hat es mir dann immer mehr gefehlt. Da der Fokus im Wesentlichen auf der Entwicklung der Autorin lag, kam die Schilderung von Land, Natur und Menschen eindeutig zu kurz. Dabei hat mir das Buch eigentlich sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und die Begrifflichkeiten rund ums Segeln werden gut erklärt und bremsen den Laien beim Lesen nicht aus. Es geht um die Ängste und Herausforderungen der Liz Clark sich stellen muss. Anfangs fand ich sie wirklich unheimlich naiv und hatte fast Bedenken, sie auf diese Reise gehen zu lassen. Etwas schade fand ich auch, dass sie recht wenig zur Finanzierung ihres Traumes beigetragen hat. Sie verlässt und stützt sich schon stark auf ihre Mitmenschen. Das ändert sich im Laufe der Zeit, wenn sie wirklich auf sich gestellt ist, aber die wesentlichen Charakterzüge bleiben und manchmal tat ich mich etwas schwer mit ihr. Die Wellenreiterin ist ein sehr interessantes Buch zum Wegschmökern, mit tollen großformatigen Fotos, bei dem allerdings manchmal die Gewichtung leicht verrutscht. So liest man viel über Werftarbeiten und wäre vielleicht lieber tiefer in eine spezielle Begebenheit eingetaucht. Dazu kommt, dass es weniger ein Reisebericht als die Suche einer jungen Frau nach sich selbst ist.

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** Zu Hause, dachte Jana und spürte ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme, das sich in ihrem Herzen ausbreitete. ** Zuhause, dass ist für Jana St. Peter-Ording. Auch nach 3 Jahren auf Gran Canaria spürt sie sofort: hier gehört sie hin. Nicht nur ihre Familie freut sich, auch ihre beste Freundin Pütti, mit der sie ein kleines Geschenkelädchen mit Ölen, Duftkerzen, Selbstgebackenem und Chai eröffnet. Direkt gegenüber befindet sich die Buchhandlung von Ayk, ihrem heimlichen Schwarm aus Teenagertagen. Und er bittet Jana um einen ganz besonderen Duft.... Hach, was war das schön - nicht nur für Jana - auch für mich war es ein Gefühl von nach Hause kommen. Ich fühle mich durch die SPO-Romane von Tanja Janz total mit dem Ort verbunden, obwohl ich noch nie live dort war. Es ist alles so bildhaft und lebendig beschrieben. Nicht nur die Umgebung, der Strand und das Meer, auch die Buchhandlung und erst recht das Geschenkelädchen. Ich hatte beim Lesen herrliche Düfte in der Nase und so ein ums andere Mal lief mir das Wasser im Munde zusammen. Großartig. Die Autorin hat einfach einen tollen und superangenehmen, leichten Schreibstil. Und wie immer war das Buch einfach viel zu kurz. Wintermeer und Dünenzauber ist ein absoluter Wohlfühlroman. Wie in diesem Genre üblich, werden Probleme recht schnell und nice gelöst, aber das ist für mich vollkommen okay. Vor allem, weil hier auch auf ein ersteres Thema aufmerksam gemacht wird. Fazit: In eine Decke einkuscheln, Tee, Kakao und Plätzchen dazu, Kerze an und eintauchen ins winterliche SPO. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Das Potential einer vergessenen Jahreszeit. Ich geb ja zu, ich bin ein absoluter Sommermensch und kann dem Winter nicht allzu viel abgewinnen. Ganz besonders fehlt mir das rumwerkeln im Garten und auf dem Balkon, wenn im Herbst der letzte Salat abgeerntet ist. Deswegen war ich sehr gespannt auf Wintergemüse . Ich kann mir im Nachhinein sogar vorstellen, dass meine Uroma in der Nachkriegszeit Wintergemüse angebaut hat, aber eher aus der Not heraus und meine Oma war damals glücklich, als sie nicht mehr so viel gärtnern musste. Heute kann man leichter und unbekümmerter an die Sache herangehen. Es ist kein Muss, sondern soll Freude machen und eine Missernte oder Misserfolg ist auch kein Beinbruch. Das Buch von Heidi Lorey vermittelt Kompaktwissen für jeden Einsteiger. Es ist schön handlich, übersichtlich und auch prima zum fix mal nachschlagen geeignet. Der Einstieg beginnt mit einem phänologischen Kalender und der Frage Wann ist eigentlich Winter . Auch die Erklärung saisonal/regional fand ich klasse, genauso wie die Karte mit den Winterhärtezonen in Deutschland. Das erste Kapitel gibt einem wirklich gute Grundlagen mit. Im zweiten Kapitel geht es dann um die Aussaat, die verschiedenen Möglichkeiten (Balkon, Hochbeet, Frühbeet etc.) mit sehr hilfreichen Tipps und Tricks. Den größten Part aber nimmt das Wintergemüse selbst ein. Auf jeweils einer Doppelseite mit übersichtlichem Spickzettel (alles auf einen Blick incl. Foto), Info-Text über Aussaat und Ernte, einem Sortenkästchen und jeweils die Info Was schiefgehen kann . Hier habe ich neben den üblichen Verdächtigen wie Grünkohl und Feldsalat unheimlich viele, mir unbekannte, Sorten gefunden, wie Erdbeerspinat, Bremer Scheerkohl, Gartenmelde, Haferwurzel etc. Zum Glück sind im Anhang Adressen und Bezugsquellen aufgeführt. Fazit: Ein großartiger Gartenratgeber, der mich wirklich weitergebracht hat. Verständlich erklärt, umfangreich und mit vielen Tipps. Da möchte man am Liebsten gleich loslegen.

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** Sein Kopf... , begann sie langsam, wurde aber sofort von Tomlinson unterbrochen. Ja, das Gehirn fehlt. Soweit ich das beurteilen kann, wurde es äußerst fachmännisch entfernt. ** Ich bin großer Fan der Falkenburg Chroniken und der Geheimakten. Was lag da also näher, als mich als nächstes Heather Bishop zuzuwenden und meine Erwartungen waren dementsprechend hoch. Da sich die temporeichen Bücher von Andre Milewski perfekt zum Hören eignen, bin ich hier mit dem Hörbuch, gelesen von meiner Lieblingsstimme Katja Sallay, eingestiegen. Was soll ich sagen, man klebt nur so an den Lautsprechern und ich habe nicht nur ein Mal noch eine extra Runde um den Block gedreht. Wie erwartet hat Andre Milewski wieder großartige, einzigartige und vielschichtige Charakterköpfe ins Leben gerufen, die man sofort ganz klar vor Augen hat. Und dieser trockene Humor von Santiago, herrlich. Das lockert trotz all der Spannung immer klasse auf. Was mir hier auch besonders gefallen hat, ist die private Situation von Heather und wie behutsam mit dem Thema häusliche Gewalt umgegangen wird. Die Balance aus Privatleben und Ermittlungen funktioniert hervorragend und man hat nie das Gefühl, dass sich hier alles um die privaten Probleme einer Detective dreht - ganz im Gegenteil. Die Gewichtung passt. Heather ist eine taffe, sehr sympathische Frau und es macht Spaß mit ihr auf Verbrecherjagd zu gehen. Der Mord führt ins Museum und hat einen unheimlich interessanten Hintergrund. Vor allem die Auflösung hat mich mehr als überrascht. Logisch: ja - vorhersehbar: nein. Großartig, das liebe ich. Wie erwartet ist die Heather Bishop Reihe rasant, spannend, mit einer kleinen Prise Mystik und wieder hervorragend recherchiert. Dieser Beginn hat mich wieder einmal auf ganzer Linie überzeugt und Andre Milewski in die Riege meiner Lieblingsautoren katapultiert. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil und alles Weitere aus seiner Feder!

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** Fehltritte müssen erlaubt sein, im Leben geht es nicht um Perfektion oder Leistung. Keines meiner Kinder muss dafür arbeiten, dass ich sie liebe. ** Die Meisten kennen die Schauspielerin sicher noch als Cora aus GZSZ, genauso wie ich. In Interviews hat sie immer einen sehr sympathischen, offenen Eindruck gemacht. Und so war ich sehr gespannt auf ihr Buch und was sie zu erzählen hat. Und das ist sehr kurzweilig und unterhaltsam. Ihre Offenheit, die positive Art sowie ihr unerschütterlicher Optimismus begeistern und überzeugen. Sie ist eine Vollblutmama mit Herz und Seele und das spürt man auf jeder Seite. Aber sie gibt auch sehr private Einblicke in ihre eigene Kindheit, die mich sehr berührt haben. Nina Bott ist eine starke, reflektierte Frau und von ihrer Gabe aus jeder noch so schwierigen oder unangenehmen Situation das Positive herauszuziehen und ihrem wirklich unerschütterlichen Optimismus, würde ich mir gerne eine Scheibe abschneiden. Es geht um Patchworkfamilie, Werte und Liebe, um den Spagat Kinder und Karriere, Haushalt, Chaos und Corona....Dabei teilt Nina Bott ihre ganz eigene Meinung und Erfahrungen, aber nie mit erhobenem Zeigefinger oder der Überzeugung, dass ihr Ansatz der einzig Wahre ist. Und das gefällt mir. Ich mag ihre Art und ihre Einstellung. Und es finden sich so einige Denkanstöße zwischen den locker und humorvoll geschriebenen Zeilen. Langeweile kommt auf jeden Fall nicht auf, weder im Hause Bott noch beim Lesen. Über die kleinen Tipps und Tricks musste ich allerdings ein wenig schmunzeln, aber das liegt vielleicht am Alter und gestört haben sie mich auch nicht.

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** Vielleicht hast du recht: Es gibt wohl doch gute Menschen in Russland. ** Selmas Geschichte ist tragisch und bewegend und gibt Einblicke in die dunkelste Zeit aus einem ganz anderen Blickwinkel. Selma und ihre Schwester wachsen als deutsche Minderheit in Siebenbürgen-Sachsen, Rumänien auf. Der Krieg beendet ihre grade begonnene Romanze mit Johann und als wäre das nicht schwer genug, werden die jungen Frauen nach Kriegsende von den Russen in ein Arbeitslager, den sogenannten Gulags, verschleppt. Selma ist sofort klar, wenn ihre kränkliche Schwester überleben soll, müssen sie so schnell wie möglich fliehen. Doch gibt es um sie herum Menschen, denen man vertrauen kann? Das Autorenduo Maya Freiberg erzählt die wahre Geschichte zweier jungen Schwestern, aus der Sicht von Selma. Eine sehr sympathische junge Frau, an deren Seite man die Gräuel des Arbeitslagers hautnah miterlebt. Die Charaktere sind durchweg greifbar und man hatte die unterschiedlichen, zusammengewürfelten Frauen ganz klar vor Augen. Das hat es einem sehr leicht gemacht in die Geschichte einzutauchen und mitzufühlen. Leider wird in dem kurzen Nachwort nicht wirklich näher auf Fakten und Fiktion eingegangen. Das wäre für mich hier doch wichtig gewesen, da einem Selma so manches Mal ein wenig naiv vorkommt, wenn sie nach all der Zeit und den Erfahrungen, immer noch an das Gute im Menschen glaubt. Ich hätte wirklich gerne gewusst, welche Charaktere auf wahren Personen basieren. Einige Szenen konnte ich mir manchmal nur schwer genau so vorstellen, denn wenn man sich etwas mit den Gulags beschäftigt, kommen sie einem trotz allem geschönt vor, z.B. kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand einen derartigen Fluchtversuch überlebt. Aber das ist auch irgendwie meckern auf hohem Niveau, denn insgesamt kommt die Unmenschlichkeit und Härte sehr gut rüber. Selmas Geschichte ist es definitiv wert, erzählt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Und das ist dem Autorenduo hervorragend gelungen. Ihr Schreibstil ist unheimlich angenehm und so mitreißend und eindrucksvoll geschildert, dass man das Buch einmal angefangen, kaum wieder wegzulegen vermag. Man fühlt die Gräuel, auch die nur angedeuteten, in jeder Zeile und trotzdem liegt über allem auch immer ein Hoffnungsschimmer. Selma lässt sich nicht brechen und sie gibt nie auf. Ich finde das wirklich bewundernswert und ja, vielleicht hat ihre - aus heutiger Sicht- Naivität, viel dazu beigetragen, dass sie das russische Arbeitslager überlebt hat. Ein absolut lesenswerter Roman!

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** Ich hatte fast vergessen, was Glück bedeutete. ** Nach dem elenden Cliffhanger aus Band 3 geht es nahtlos weiter. Lia kehrt mit Noran nach Europa zurück und lebt in einem goldenen Käfig. Sie scheint sich mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben, nur Norans obsessives Verhalten macht ihr manchmal Angst. Auf der anderen Seite der Welt schmieden Elias, Sandy & Co. riskante Pläne. Wird es doch zu einem Krieg kommen? War Band 1 noch süss und strahlend, ist Band 4 bitter und düster - aber mit Hoffnungsschimmer. Es ist definitiv der emotionalste Teil, bei dem die Gefühle durchweg Achterbahn fahren. Was war ich anfangs entsetzt über Lia; sie so gebrochen zu erleben, zu sehen, dass sie aufgegeben hat und sich ihr Schicksal schönredet, hat mir wirklich einiges abverlangt. Aber alle Charaktere machen noch einmal eine große Entwicklung durch und die Autorin glänzt einmal mehr mit unvorhergesehenen Wendungen und hochinteressanten Nebenfiguren. Zwar gibt es eine Auflösung, die mir nicht ganz so gefallen hat, aber da es wirklich Schlag auf Schlag geht und man kaum zum durch durchatmen kommt, bin ich da schnell drüber hinweggekommen. Zumal damit auch wirklich das letzte kleine Fragezeichen beantwortet wurde - es bleibt also nirgendwo ein offener Faden. Das Ende hat es in sich und musste kurz verdaut werden. Ich weiß noch, dass ich anfangs gar keine großen Erwartungen an Band 1 hatte und er mich wirklich mehr als positiv überrascht hat. Jetzt bin ich froh, diese Reihe für mich entdeckt zu haben. Anna Nigra hat einen tollen Schreibstil und sie spielt gekonnt mit den Emotionen, die einem gnadenlos unter die Haut gehen. Schade, dass die Reihe nun zu Ende ist ~ aber auf der anderen Seite bin ich schon mega gespannt, was als Nächstes kommt. Für mich war diese Autorin eine tolle Neuentdeckung!

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Ich war sehr gespannt auf das Kochbuch der sympathischen Schauspielerin und Mutter. Da sie immer sehr authentisch rüberkommt, waren meine Erwartungen, dass hier ein richtiges Kochbuch dahintersteckt, dementsprechend hoch. Ich lag goldrichtig und meine Erwartungen wurden tatsächlich noch übertroffen. Selten hat man ein Kochbuch mit einer so gelungenen Mischung aus abwechslungsreichen Gerichten. Von schnell und einfach, über vegetarisch bis hin zu etwas aufwendigeren, nach alter Tradition gehaltenen. Was mir als Vegetarierin sofort ins Auge stach, es wird viel Wert auf frische, vollwertige Zutaten, auf Gemüse und Obst gelegt. Fleisch- und Fischgerichte gibt es natürlich auch, aber weniger und abwandelbar. Auch die Zutatenlisten sind großartig, denn - bis auf vielleicht wenige Ausnahmen wie Pul biber - hat man das Meiste im Haus und bekommt den Rest in jedem Discounter oder Supermarkt. Man muss sich also nicht erstmal auf die Suche nach zig exotischen Gewürzen und Zutaten machen, die dann später in der Küche vor sich hin vegetieren. Nach einer sympathischen Einleitung, einem Überblick über ihren Vorratsschrank und einer kurzen Vorstellung der Gewürze, geht es auch gleich mit den Rezepten los. Und da ist für jeden Tag und jeden Geschmack etwas dabei. Die Gliederung fand ich erfrischend anders: Rezepte meiner Mutter (traditionelle Hausfrauenkost), Working Mum (schnelle Gerichte, auch für Kinder), Kochen für den Liebsten (komplett vegetarisch), Love-Dinner (romantisch und aphrodisierend), Healthy Week (gesunde Schlankmacher), Süße Sünden (Desserts), Für die große Tafel (kleine Leckereien und Dips) und der Abschluss bildet das Frühstück. Zu jedem Gericht gehört ein Foto sowie Angaben der Personenzahl, Zubereitungszeit, Garzeit und Kalorien. Abgerundet und aufgelockert wird das Ganze mit ein paar kleinen Anekdoten und vielen Tipps und Tricks zum Abwandeln und Ergänzen der Rezepte. Davon gibt es über 60 und die geben schon einen tollen Querschnitt durch die traditionelle und moderne orientalische Küche. Fazit: Ein gelungenes Kochbuch einer (in erster Linie) Schauspielerin, bei dem definitiv die Gerichte im Mittelpunkt stehen. Ich bin begeistert und es hat bei mir sofort einen Platz zwischen meinen Lieblingskochbüchern gefunden.

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** So war es ja immer bei ihr: Das, was in ihr tobte, schien zu groß für ihren Körper zu sein, musste irgendwie raus. Bei ihr, Ornella, war es umgekehrt. Ihr Körper war so breit und rund und weich, dass die stillen Sehnsüchte gar nicht auf die Idee kamen, die Mauer zu erklimmen und der Welt zuzuschreien: Hier sind wir! ** Die junge Salome wächst bei Oma Tilda und ihrem Vater auf. Beide sind auf ihre Weise nicht ganz einfach und beileibe keine Idealbesetzung um ein Kind groß zuziehen. Arthur, ein weltfremder Träumer und Tilda in der Vergangenheit stecken geblieben. Als die Oma stirbt, sieht Untermieterin Paola ihre Chance gekommen und zeigt dem Besitzer des kleinen Reisebureaus eine ganz neue Welt und spannende Ideen auf. Und so lenkt sie ihn an die Riviera, die sich nicht nur rasch als Arthurs neues Hauptreiseziel etabliert, sondern wo sie fortan auch selber den größten Teil des Jahres verbringen. Und Salome findet in Ornella, der Tochter des Hotelbesitzers, zum ersten Mal eine richtige Freundin. Wenn man das Buch in der Hand hält, erwartet man einen Sommerschmöcker, was er auch definitiv ist, doch trotzdem ganz anders; er geht viel tiefer und unter die Haut. Seine Figuren sind sperrig und der Schreibstil ist eigen. Und genau das macht ihn zu einem grandiosen Roman, der nicht nur aus der Masse heraussticht, sondern deren tragische Figuren einem lange im Gedächtnis bleiben. Im Mittelpunkt stehen Salome und Ornella, zwei Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Sie verbindet eine lebenslange Freundschaft, die viel aber vielleicht doch nicht alles aushält. Alle Charaktere sind unheimlich vielschichtig und sehr authentisch. Sie sind nicht einfach und auf Anhieb sympathisch schon mal gar nicht. Aber die Autorin lässt tief in ihre Seelen blicken und sie erkämpfen sich Respekt und Sympathien Stück für Stück. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein und dadurch ist es auch keine leichte Sommerlektüre, aber es bereichert die Geschichte und diese Charaktere macht sie aus. Es erübrigt sich zu sagen, dass auch die Liebesgeschichte(n) keine einfache ist (sind). Julia Kröhn hat einen ganz eigenen Schreibstil, den ich unheimlich gern lese und schätze. Er transportiert tiefe Emotionen, Tragik, Humor und auch einen Hauch von Melancholie auf angenehme, eindrückliche Art und Weise. Dabei zeichnet er nicht nur ein ganz klares Bild von den Charakteren, sondern auch von der Umgebung und Begebenheiten. Man hat immer das Gefühl mittendrin zu sein und neben Salome zu stehen. Das ist faszinierend und ganz großes Kino. Das Denken der 20-iger Jahre und die politischen Hintergründe bilden den perfekten Rahmen für eine Geschichte über Familie, Liebe, Freundschaft, Bindungen, Schwächen, Stärken und Mut, über`s Erwachsen werden und sich selbst nicht verlieren. Ich freue mich schon total auf den zweiten Teil und bin gespannt, wie es mit Salome, Ornella und Felix weitergeht.

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** Meine Mama , flüsterte er, als er endlich jemanden in der Leitung hatte. Genau in diesem Moment ertönte von unten ein lauter Knall. Bitte , sagte er. Blut , fügte er hinzu, aber seine Stimme klang hohl und seine Worte ergaben keinen Sinn. ** Schonmal gleich vorweg, wer einen Wohlfühlroman mit tragischer Familiengeschichte erwartet, der ist hier falsch. Auf die Geschichte von Wiebke von Carolsfeld muss man sich einlassen. Sie ist emotional, unheimlich intensiv und geht unter die Haut. Nachdem Tom miterleben musste, wie der Vater die Mutter erschlägt und sich dann selbst erschießt, leidet er unter selektivem Mutismus; er spricht nicht mehr. Sonya, Rose und Will, die drei Geschwister seiner Mutter, nehmen sich seiner an - doch die überkorrekte Sonya, die sich ihr Leben lang ein Kind gewünscht hat, ist schnell überfordert. Und so wird er weitergereicht an Rose, die mit Will und ihrem halbwüchsigen Sohn zusammen wohnt. Hier ist alles ganz anders, chaotisch, vom ewig verstopften Abfluss bis hin zur überall vorherrschenden Unordnung. Von außen betrachtet scheint es nicht die beste Umgebung für ihn zu sein, aber vielleicht findet er dort genau die Art von Geborgenheit und Zuwendung, die er jetzt braucht. Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus mehreren Perspektiven, sehr emotional und ganz gemächlich. Darauf muss man sich einlassen. Es dreht sich fast alles um Gefühle. Jeder geht mit seiner Trauer und den Schuldgefühlen anders um. Was man aber in jeder einzelnen Zeile spürt und was dem Buch auch diese unheimliche Intensität verleiht, ist, das Authentische - alles ist so greifbar, so nachvollziehbar. Ob es die Flucht vor den Gefühlen ist, das Betäuben oder auch die kleine Affäre. Ja, selbst die Reaktion eines trotzigen Teenagers, dem plötzlich ein stummer 9-Jähriger vor die Nase gesetzt wird. Doch am Meisten gehen einem die Gedanken von Tom unter die Haut. Und das sehr, sehr lange. Das Haus in der Claremont Street ist eine Familiengeschichte, die von tiefer Trauer und Schuldgefühlen bestimmt wird und deren so unterschiedliche Charaktere die langsame Art und Erzählweise durchaus tragen. Wiebke von Carolsfeld hat unheimlich liebenswerte, authentische Personen geschaffen, mit all ihren Stärken, Schwächen und allzu menschlichen Fehlern, die man nur gernhaben kann. Und sie lässt den Leser tief in deren Seele blicken. Ein Buch, das man nur Stück für Stück liest und das noch lange nachhallen wird. Ich habe Tom und seine Verwandtschaft sehr gerne auf ihrem Weg der Trauerbewältigung und Heilung begleitet.

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