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Alle Rezensionen von Marakkaram

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** Bitte sag mir, dass ich nicht bei jemandem einziehe, der einen ebenso überentwickelten Beschützerinstinkt hat, wie die Braden-Sippe. Ich liebe meine Familie, aber dass ich ein paar Ortschaften weiter wegziehe, hat durchaus seinen Grund.** Ja, dieser Familie kann man sich nur schwer entziehen, das merkt auch Nash ganz schnell. Der alleinerziehende Vater, der mit seinem kleinen Sohn auf einer abgelegenen Farm lebt, möchte ein Zimmer vermieten, um besser über die Runden zu kommen und die Musiktherapeutin Tempe Braden sucht eine Bleibe in Pleasant Hill. Momentan ist sie bei ihrer Kusine Jillian untergekommen, einer etwas zu quirligen Nachteule. Schon beim ersten Zusammentreffen stimmt die Chemie zwischen den Beiden. Damit hat der zurückgezogen lebende Künstler nicht gerechnet. Lässt er zu, dass die offene Tempe sein klar strukturiertes und abgegrenztes Leben in andere Bahnen lenkt und ihm hier und da die Scheuklappen abnimmt..... Ja, die Bücher von Melissa Foster sind außergewöhnlich. Es war meine erste Begegnung mit den Bradens, aber bestimmt nicht meine letzte. Selten habe ich eine Geschichte gelesen, die so ruhig, unaufgeregt und actionfrei aber trotzdem nicht langweilig ist. Die Autorin ist Meisterin der Gefühle und sie legt ihren Focus auf Familie, Freundschaft und Liebe. Es gibt keine Bad Boys und unnötige Liebesdramen. Ganz im Gegenteil, der Roman lebt vom liebevollen Umgang miteinander - also ein romantisches Wohlfühlbuch auf ganzer Linie. Klar, erotische Szenen sind vorhanden, aber sie dominieren nicht. Der Schreibstil lässt sich angenehm lesen und nimmt einen mit in eine typische amerikanische Kleinstadt mit toller Atmosphäre. Ich habe mich von der ersten Seite an in die Charaktere verliebt. Unheimlich sympathisch und Menschen wie du und ich mit ganz normalen Problemen. Bei Tempe ist es der Job, bei Nash die Erziehung seines kleinen Sohnes und der frühe Verlust seines Bruders. Es ist schön, den süßen, wissbegierigen Philip bei seiner Entwicklung zu begleiten, zu sehen, wie er sich anfangs nur an seinem Dad orientiert, ihre fast schon wortlose Kommunikation. Das ist unheimlich toll beschrieben. Ein ganz klein wenig hat mir diese Tiefe in der Entwicklung seines Vaters gefehlt. Es läuft schon alles sehr konfliktfrei - aber das macht den Roman andererseits ja auch aus. Fazit: Wer an ganz ruhigen, smoothen Liebes- und Familiengeschichten Spaß hat, nicht unbedingt Action und Drama braucht, der ist bei Melissa Foster genau richtig. Von mir gibt es 4,5 Sterne und ich freue mich, dass ich noch so einige Bände vor mir habe.

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** Das Strandgut gehört mir! brummte ich in meinem tiefstmöglichen Basston.** Nach dem frühen Tod seiner Frau Freija hat sich Leif über Jahre von der Welt zurückgezogen und ist ein richtige brummiger Einsiedler und Eigenbrötler geworden. Erst als Inken mit ihrem Mann neben ihm einzieht, beginnt er mehr und mehr aus seinem Schneckenhaus rauszukommen. Und mit Inken strömen auch ihre Freunde in sein Leben. Wann hat es angefangen, dass man ihn, ausgerechnet ihn, um Rat fragt? Und was ist plötzlich mit seiner besten Freundin Helene los? Letztendlich Leif ist der 4. Teil der Endlich-Reihe , der jedoch auch völlig unabhängig gelesen werden kann. Ich persönlich bin im 3. Teil quereingestiegen, man bekommt alle Infos an die Hand, um sich in Lonstrup zurechtzufinden. Ich mag Leif, selbst in seinen brummeligsten Phasen, fand ich ihn irgendwie charmant, denn man spürt den weichen Kern, der hinter seiner harten Schale steckt. Wie alle Romane von Inken Ibsen ist auch dieser herrlich authentisch - die Themen und Personen wie aus dem Leben gegriffen. Das zeichnet die Endlich-Reihe aus, man kann sich mit den Charakteren identifizieren, ihre Sorgen und Probleme nachvollziehen und das Familiäre spielt eine große Rolle. Und so sind auch die Menschen durchweg sehr lebendig beschrieben. Wenn der kleine Pelle die Bude stürmt, hat man ihn mit all seinem kindlichen Charme und Schalk vor Augen. Der brummelige Alte und der lebhafte Junge geben ein tolles Paar ab. Aber nicht nur Pelle erobert Leifs Herz. Die Autorin schafft es erneut, mit ihrem angenehmen, unaufgeregten Schreibstil eine tolle Atmosphäre und eine gelungene authentische Geschichte zu zaubern - mit einem nicht mehr jung zu nennenden Protagonisten, der seine tief vergrabenen Gefühle wiederentdeckt, ungelenk und unheimlich charmant. Auch der Strand und das Meer spielen wieder eine schöne Nebenrolle. Ich liebe das Strandgut-sammeln und die tollen Objekte, die Leif daraus entstehen lässt. Fazit: Der krönende Abschluss! Aber ist diese Reihe damit wirklich endgültig zu Ende? Das wäre zu schade. Ich sehe noch ganz viel Potential in Lonstrups Bewohnern und fände es toll, sie irgendwann noch einmal wieder zutreffen.

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** Wer gegen den Strom schwimmen will, der muss viel Wasser schlucken können. ** Der zweite Teil der Ku`damm Triologie knüpft zeitlich nahtlos an den ersten an. Diesmal steht nicht Rike sondern ihre Schwester Sylvie im Vordergrund. Es ist Frühling ¿52 und Sylvie liebt ihren Job bei Radio RIAS. Sie hat sogar ihre eigene Sendung Stimmen und arbeitet sporadisch im Modekaufhaus ihrer Familie mit. Nur mit den Männern hat sie scheinbar kein Glück. Auch in Wunderbare Zeiten fängt Brigitte Riebe die 50-iger Jahre geschickt ein. Man fühlt sich zurückversetzt in die Zeit des Wandels, der großen Kaufhäuser, aufkommenden Filmstars, der Trennung Ost und West und das damit verbundene ungleiche Verhältnis. Während im Westen scheinbar alles boomt ist im Osten der Mangel und die Restriktion zu spüren. Die Autorin bindet dies ins Alltagsgeschehen und Familienleben mit ein. Man begleitet Sylvie auf die Berlinale und die Frankfurter Buchmesse, genauso wie auf die Hochzeit von Miri, einer jüdischen Freundin der Familie. Es ist einfach eine großartige Mischung aus historischen Fakten und fiktiver Familiengeschichte, die unheimlich akribisch recherchiert ist. Schon im ersten Teil hat mich der Schreibstil gefangen genommen, der einen automatisch tief in das Zeitgeschehen der aufkommenden Wirtschaftswunderjahre eintauchen, aber auch immer noch die Nachwehen des Krieges durchscheinen lässt. Sylvie Thalheim ist ein sehr starker Charakter. Sie weiss was sie will und hat ihren eigenen Kopf. Trotz aller Emanzipation spielt Familie eine große Rolle in ihrem Leben und auch aus dem Modekaufhaus kann sie sich nicht ganz rausziehen. Man spürt ihre Wünsche, Sehnsüchte und auch Ängste und das macht sie von Anfang an sehr nahbar und sympathisch. Im Laufe des Romans erkennt sie was wirklich wichtig ist im Leben. Insgesamt sind die Charaktere einfach wieder großartig und manche lernt man jetzt nochmal aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen. Im Anhang befindet sich eine Zeittafel die chronologisch die wichtigsten historischen Fakten aufführt. Das finde ich persönlich sehr interessant und es rundet das Ganze schön ab. Fazit: Auch der zweite Band nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise in die 50iger Jahre (hier 1952-57). Eine gelungene Mischung aus Familiengeschichte und historischen Fakten, die auch für Quereinsteiger geeeignet ist. Man muss also nicht unbedingt den ersten Teil kennen, wer aber eh die Triologie lesen möchte, der sollte mit Rike (Jahre des Aufbaus) beginnen. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf Flori und hoffe, ich muss nicht zu lange warten.

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** Die Liebe trifft einen immer unvorbereitet. Sie macht was sie will. Ein Körnchen genügt und schon ist das ganze große Gebäude aus Wille und Verstand verschüttet... ** Marseille 1940: Juline und ihr Mann Georg verlängern ihre Hochzeitsreise in Marseille - doch die Hotels der freien Hansestadt platzen aus allen Nähten, denn seit Ausbruch des Krieges strömen Menschen aus ganz Europa in die Stadt. Der Maler Nicolas begegnet dem Paar am Hafen und ist sofort fasziniert von der attraktiven Frau mit der lebendigen Ausstrahlung. Doch als sie am nächsten Tag überraschend vor seiner Tür steht und ihn bittet sie zu portraitieren, kämpft er lange mit sich. Doch Juline lässst nicht locker, das Bild soll ein Geschenk für ihren Mann sein. Was Nicolas nicht ahnt, die beiden haben ein bitteres Geheimnis.... Als wir den Himmel berührten hat mich auf eine sehr emotionale Reise ins Frankreich zur Zeit des 2.ten Weltkriegs mitgenommen. Es war nicht nur unheimlich interessant, den Krieg aus Sicht der Marsailler zu lesen, die Autorin hat auch einen sehr aussergewöhnlich lebendigen und bildhaften Schreibstil, der einen packt und unter die Haut geht. Die Geschichte läuft wie ein Film vor dem inneren Auge ab, man sieht jede Kleinigkeit und trotzdem ist es weit entfernt von überfrachtet zu sein. Selten liest man ein Buch, bei dem alles passt und so miteinander harmoniert, dass man verwundert ist, wie schnell 560 Seiten verfliegen. Der Schreibstil transportiert tiefe Emotionen ohne kitschig zu sein. Juline, Georg und Nicolas sind sehr starke Charaktere, jeder auf seine Art. Sie sind authentisch und bleiben sich selbst immer treu auf ihrem Weg. Das hat mir gefallen und ich habe mich sofort mit ihnen verbunden gefühlt. Auch die Randfiguren sind großartig ausgearbeitet. Sie haben Seele und man erfährt durch sie viel über die aktuelle Lage der Flüchtlinge. Es geht um Liebe und Vertrauen, Verrat und Verlust und um die stillen Helden des 2. Weltkrieges, deren Geschichten so oft unerzählt bleiben, deren Namen vergessen sind. Deswegen habe ich mich sehr über das Nachwort der Autorin gefreut und der Name Varian Fry wird von nun an unvergessen bleiben. Fazit: Eine herzzerreissende, aussergewöhnliche Liebesgeschichte, die geschickt in das damalige Zeitgeschehene eingeflochten ist und ein großartiger Schreibstil. Mein Lesehighlight und absolute Leseempfehlung.

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**Die Kombination aus Angst und Traurigkeit in der Stimme seiner Schwester, riss sein Herz in so viele Stücke, dass es sicher nie wieder ganz heil werden würde.** Plötzlich Geschwister! Malcolm, Callie und Keira wussten nichts voneinander, bis Großvater Alberto die Kinder seines Sohnes suchen lässt und auf dem Familiensitz aufnimmt. Eine wirklich schöne Kindheit hatte niemand von ihnen, auch Malcolm nicht, inzwischen Mitte 30 lebt er seit seinem 12. Lebensjahr hier - und er tut sich schwer plötzlich ein großer Bruder zu sein. Er hat keine Ahnung wie er auf die 12 jährige Keira zugehen soll und ignoriert sie der Einfachheit halber weitestgehend. Und auch von Callie, die in ihrer Jugend straffällig geworden ist, hält er emotional Abstand... Werden sie sich zusammenraufen und zu einer Familie zusammenwachsen? Susan Mallery ist eine Meisterin der Emotionen und auch mit Wo sich die Sterne spiegeln ist ihr wieder ein sehr einfühlsamer, berührender Familienroman gelungen. Die Familienbande und die Charaktere sind herrlich authentisch und ihre Gefühle so greifbar, dass es einem ganz oft das Herz zerreißt. Insbesondere Keiras Gedanken und Ängste, die Stück für Stück zu Tage kommen und die langsame Annäherung an ihre Familie gehen unter die Haut. Aber auch Callie und selbst Malcom haben an ihrer Vergangenheit zu knabbern. Da war es fast ein bisschen schade, dass die Liebesgeschiche(n) so vorhersehbar sind und wenig Überraschung bieten. Der Schreibstil von Susan Mallery ist wie immer sehr angenehm, romantisch und lebendig. Ihre Charaktere haben Tiefe und sind interessant. Malcolm, der mit über 30 plötzlich jüngere Schwestern mit Problemen hat und damit völlig überfordert ist - Keira, deren quirlige und liebenswerte Art nach und nach zum Vorschein kommt und Callie, die etwas länger brauchte, bis sie mir richtig sympathisch war, da sie zu Beginn oft in ihre Opferrolle zurückfiel. Aber auch sie macht eine sichtbare Entwicklung durch und hat das Herz am rechten Fleck. Selbst die Nebenfiguren sind mit viel Liebe ausgearbeitet. Angefangen bei der Detektivin, die Callie aufspürt, bis hin zu Keiras Schulleiterin und von Großvater Alberto und seiner Haushälterin Carmen ganz zu schweigen. Von Ihnen hätte ich gern noch so viel mehr gelesen. Total interessant fand ich auch den Familienbetrieb mit italienischen Spezialitäten - wehe dem, der den Unterschied zwischen Rotini und Fusilli nicht kennt. Eine Geschichte über Familienbande, Einsamkeit, Annäherung, Vertrauen und Neubeginn, die unter die Haut geht und bei der die Liebesgeschichte(n) fast schon zur Nebensache wird. Mit der Bewertung tue ich mich ein bisschen schwer, da ich ein großer Fan der Autorin bin und schon viele großartige Romane von ihr gelesen habe. Für runde fünf Sterne reicht es diesmal nicht ganz, aber 4,5 sind es auf jeden Fall

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** So schön das Leben auf dem Land auch ist, die Privatsphäre ist gestorben. Dafür ist das Dorf einfach zu klein. Gewöhn dich dran, dass von jetzt an jeder über dich Bescheid weiß. ** Das hatten sich Sandra und Marvin irgendwie anders vorgestellt. Um der Großstadthektik zu entkommen, haben die beiden sich ein Häuschen auf dem Land gekauft. Doch die Dorfbewohner verhalten sich skuril bis merkwürdig und dann ist da auch noch Heinrich, ihr aufdringlicher, unheimlicher Nachbar....Ist es nur die Umgewöhnung oder haben sie alle wirklich etwas zu verbergen? Dachbodenfund ist ein solider Krimi, mit einer gelungenen, beklemmenden Atmosphäre. Die Autorin hat das Leben auf dem Dorf im Allgemeinen und hier im Speziellen, gekonnt eingefangen Die Geschichte nimmt sehr rasch Fahrt auf und entwickelt sich kontinuierlich weiter. Auch die Charaktere sind im Großen und Ganzen stimmig, die Nebenfiguren bleiben vielleicht etwas blass und die Dialoge der Hauptfiguren Sandra und Madeleine wirken manchmal eher wie Teeniefreundinnen, aber jetzt nichts, was mich groß gestört hat. Ellen Puffpaff hat einen einfachen, angenehmen und vor allem spannenden Schreibstil. Leider war ab der Hälfte relativ klar, was das Dorf verbirgt. Es wurde vorhersehbar, blieb aber dennoch spannend bis zum Schluss, da man den genauen Hergang erfahren wollte. Das ist schon geschickt gemacht. Fazit: 3,5 Sterne für einen soliden und unheimlich interessanten Krimi, mit einer tollen Atmosphäre. Manches wirkt zwar ein wenig konstruiert und einige Handlungen waren für mich nicht so recht nachvollziehbar aber trotzdem hat er mich sehr gut unterhalten.

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** Wenn Sie wüssten, dass Sie bald sterben, wie würden Sie dann Ihre letzten Stunden verbringen? Annie, die es nicht wusste, verbrachte die ihren damit, dass sie heiratete. ** Annie heiratet ihre Jugendliebe Paulo und auf dem Weg in ihre Flitterwochen buchen sie spontan eine Heißluftballonfahrt. Doch der Ballon stürzt ab. Annie findet sich plötzlich im Himmel wieder und trifft dort nach und nach auf 5 Menschen, die, bewusst oder unbewusst, eine wichtige Rolle in ihrem Leben gespielt haben... Doch ob Paulo überlebt hat, kann ihr niemand sagen.... Ging es in Fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen um Eddie, der bei einem Unfall im Vergnügungspark Ruby Pier starb, begleitet man nun Annie, das Kind, dem Eddie damals das Leben gerettet hat. Ich war von dem ersten Roman der Himmels-Begegnungen einfach nur begeistert; Eddies Geschichte hat mich unheimlich berührt und die Vorgehensweise des Autors fand ich damals spannend, die Idee überraschend. Da kommt Wer im Himmel auf dich wartet nicht ganz heran. Nicht, dass es ein müder Abklatsch ist, denn Annies Geschichte ist eine ganz andere und auch sie vermochte mich stellenweise sehr zu berühren. Dennoch blieb sie als Charakter im direkten Vergleich, etwas blass und auch ein wenig zu selbstmitleidig für meinen Geschmack. Mitch Albom hat eine wunderschöne Sprache, die einen in kurzen Abschnitten mit einer fast schon poetischen Leichtigkeit durch das Buch zieht. Mir gefallen die gegenübergestellten Sichtweisen von Situationen und Szenen. Annies Gefühle dazu und die Beschreibung der Begebenheit von ihrer Mutter, zum Beispiel, sind interessant und stimmen nachdenklich. Fazit. Ein schöner Roman, der zwar nicht ganz an den ersten Teil herankommt, aber dennoch lesenswert ist und mich gut unterhalten hat. Die beiden Bücher können übrigens völlig unabhängig voneinander gelesen werden.

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** Ja, das sind Windeln. Die sind aber nicht für dich, Mäuschen. Daraus werde ich ein paar hübsche Sommerkleider nähen. ** 20 Jahre lebt Elise mittlerweile in Paris, ihrer zweiten Heimat und Tarek, der Cafebesitzer, nennt sie gern liebevoll Überangepasste Flüchtlinge . Aufgewachsen ist sie nämlich in einem kleinen Dorf an der mecklenburgischen Ostsee, Peleroich und dorthin kehrt sie auch Hals über Kopf zurück, als sie erfährt, dass ihr Geburtsort dem Erdboden gleichgemacht werden soll. Diese Reise weckt viele Erinnerungen an das Leben in der DDR, an die Restriktionen, den Unfalltod ihres Vaters und an ihre beiden besten Freunde Henning und Jakob, eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung, bis einer plötzlich verschwand.... Ihr Debut Kranichland hat mich restlos begeistert und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an Kastanienjahre . Anja Baumheier kann schreiben und die Erinnerungen an das damalige Leben und den ganz normalen Alltag wieder aufleben lassen. Das machen ihre Bücher aus - auch Kastanienjahre . Das Leben in dem kleinen Dörfchen mit einem überambitionierten Bürgermeister, der Peleroich zu einem sozialistischen Vorzeigedorf machen will, ist großartig beschrieben. Selbst wenn man nicht in der DDR aufgewachsen ist, bekommt man tiefe Einblicke in Sachen Berufswahl, Mangel an Konsumgütern, Spitzel und Fluchthelfer. Es ist so greifbar geschildert, dass man meint dabeigewesen zu sein. Anja Baumheiers Schreibstil ist nicht anspruchsvoll, dafür umso ansprechender. Sie legt viel Wert auf die Alltagssituationen und verliert trotzdem ihre Charaktere manchmal ein bisschen aus den Augen. Sie bleiben für mich zu oberflächlich und mir fehlte ein wenig der Bezug zu ihnen. Vieles in ihrem Leben wird nur angerissen und man lernt die Personen nicht so richtig kennen, erlebt auch ihre Entwicklungen kaum mit. Es bleibt oftmals bei Momentaufnahmen und das macht den emotionalen Zugang nicht immer leicht. Mit Kastanienjahre konnte die Autorin mich nicht ganz so überzeugen wie mit Kranichland und dennoch habe ich es verschlungen. Ein lesenswertes Stück Zeitgeschichte.

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** Es gab viele überzeugte Nazis. Und dann gab es noch eine Gruppe, die sich kaum weniger schuldig gemacht hat. Das waren diejenigen, die sich aus allem raushielten. ** Die Journalistin Marie stößt bei Recherchen zu einem neuen Artikel auf einen Bericht über Klara und Fritz Hansen, die ihre diamantene Hochzeit feiern. Eine Liebe, die ein ganzes Leben lang hält - heutzutage selten geworden, auch ihre Ehe hat nicht lange gehalten. Marie möchte mehr über dieses Paar erfahren und sie gleichzeitig als Zeitzeugen zum 2. Weltkrieg interviewen. Nach kurzem Zögern willigen die beiden ein und Klara erzählt ihre Lebensgeschichte, angefangen, als sie 1939 in einem kleinen Dorf im alten Land, mit siebzehn schwanger wurde und Fritz nur wenig später an die Front musste.... Wem Jana Voosen bislang nur durch humorvolle Frauenromane ein Begriff ist, lernt die Autorin hier von einer ganz anderen, ernsteren Seite kennen - mit der sie genauso überzeugt. Die Geschichte von Fritz und Klara ist intensiv, emotional und berührend. Man wird zurückversetzt in eine Zeit, die man sich oftmals nicht einmal mehr ansatzweise vorzustellen vermag. Jana Voosen gelingt es ihrer Geschichte und den Charakteren Authenzität zu verleihen. Sie sind Durchschnittsmenschen, stille Helden hier und da, die einfach nur den Krieg überstehen wollen. Das hat mir besonders gefallen. Man merkt, dass die Autorin sich sehr tiefgehend mit der Generation auseinandergesetzt hat, kein übernommenes Wissen aus Büchern, sondern aus der eigenen Familie fließt mit ein. Der Schreibstil sehr angenehm, bildhaft und flüssig - die Geschichte so einnehmend, dass man das Buch kaum weglegen mag. Auch von Maries Geschichte war ich Anfangs sehr angetan, doch sie bleibt im weiteren Verlauf dann eher nur der Charakter aus der Rahmenhandlung. Fazit: Eine berührende Geschichte über die eine große Liebe in Zeiten des Krieges. Und auch wenn ich manche Dinge gerne noch etwas weiter verfolgt hätte, hat mich der Roman sehr berührt und wunderbar unterhalten.

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** Neun Leben. Eine Katze hat neun Leben, dachte er, als er sich durch das Schneegestöber über den Hof in Richtung Haustür schleppte. Und mindestens acht davon habe ich schon verbraucht. ** Moosbach, ein verschworenes Dörfchen an der Donau, zu dem Kriminalhauptkommissar Brauner gerufen wird. Auf dem heruntergekommenen Hof Finsterholz zeigt sich ein Bild des Grauens. Die komplette Familie wurde bestialisch abgeschlachtet - nur die 14-jährige Tochter konnte entkommen. Doch Amelie hat das Down-Syndrom und spricht nicht. Brauner geht davon aus, dass sie den Täter gesehen hat, denn alles deutet auf den Hofhelfer Paul hin, der seit der Tatnacht verschwunden ist. Doch die Ermittlungen laufen schleppend und die Presse sitzt ihnen im Nacken, die Finsterholz sofort mit Hinterkaifeck vergleicht, dem mysteriösen Mordfall, der nie aufgeklärt werden konnte... Und es wurde finster ist ein solider Ermittlerkrimi, der mit ein paar sehr blutigen Szenen anfängt (die man jetzt aber auch nicht überbewerten sollte) und einem gelungenen Twist endet. Es geht in erster Linie um Ermittlungsarbeit, eine Dorfgemeinschaft und ihre kleinen Geheimnisse, Religiosität und der Bezug zu dem realen Mordfall Hinterkaifeck, der mir persönlich sehr gefallen hat, aber hin und wieder ein wenig Atmosphäre vermissen lässt. Brauner ist ein sympathischer Mann, der mit beiden Beinen im Leben steht. Er handelt nachvollziehbar und man bekommt auch nur kleine Happen seines Privatlebens mit, das hier definitiv nicht im Vordergrund steht. Auch alle anderen Personen sind zumeist gut charakterisiert, man kann die Dorfbewohner ganz klar auseinanderhalten, das gelang mir bei Brauners Team nicht immer, war dort aber auch nicht weiter schlimm. Der Schluss kam überraschend, aus dem Hinterhalt und nachvollziehbar - was will das Krimiherz mehr? Fazit: Und es wurde Finster ist der erster Teil einer Krimireihe, der mich alles in allem gut und spannend unterhalten hat - ich hätte ihn mir nur atmosphärisch vielleicht noch ein klein wenig dichter gewünscht. Ich bin jedenfalls schon gespannt auf den nächsten Fall des Kriminalhauptkommissar Brauner. (3,5 *)

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