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Alle Rezensionen von Sandra Kaczemirzk

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**Die Tage, an denen es nach conchierter Schokoladenmasse roch, waren die guten in Mainheim. Es waren die nahezu windstillen oder die des Westwinds. Die anderen waren die Tage des trockenen Ostwinds, und der trug den scharfen weißen oder gelben Qualm aus den hohen Schloten der Ruberus AG direkt in den Himmel über der Stadt. Farbstoffe, Lacke und Arzneimittel wurden in der Fabrik des Nachbarorts Neumainheim hergestellt.** Katharina Fuchs erzählt die Geschichte der Kinder der 70-iger anhand authentischer Mädchen/Frauen, die ihren Weg gehen. Sie haben Ecken und Kanten und manchmal andere Meinungen, sind einem aber trotzdem immer sympathisch. Die selbstbewusste Minka, Tochter des Bürgermeisters und ihre zurückhaltende Freundin Caro, deren Pa der Generaldirektor der Schokoladenwerke ist, sind nicht nur sehr unterschiedliche Charaktere, wie es in Freundschaften häufig der Fall ist, auch ihre Familien könnten kaum verschiedener sein und das nicht nur wegen der politischen Gesinnung ihrer Väter. Und trotzdem schweißt die Männer etwas zusammen. Die sorglose Kindheit der beiden endet mit dem Tag, an dem ihr Klassenkamerad Guy im Schwimmbad verunglückt und sie langsam lernen die Dinge zu hinterfragen, nicht mehr alles hinzunehmen und auch hier und da einen anderen Blickwinkel auf ihre Familien, ihr Umfeld und Mainheim bekommen. Ein weiterer sehr interessanter Charakter ist Claire. Sie kommt mit 10 Jahren als Waise aus Vietnam in ein hessisches Kinderheim und trifft dort auf die schielende Marita. Obwohl sie ein Schicksal teilen, bekommt nur eine der beiden eine wirkliche Chance. Katharina Fuchs versteht es mit ihren Romanen immer wieder den Leser abzuholen und mitzunehmen und so bin ich auch hier wieder tief in die 70/80iger Jahre eingetaucht. Der Zeit der unbeschwerten Kindheit, industrieller Umweltsünden, Korruption und Medikamentenskandale, grausamen Tierversuchen, der Wirtschaft und der Politik. Insbesondere die politischen Hintergründe fliessen bei ihr immer ganz nebensächlich, aber sehr fundiert mit ein. Und obwohl ich nicht in Hessen aufgewachsen bin, hatte ich alles sehr anschaulich vor Augen. Unheimlich interessant fand ich auch das (Sarotti) Cassada-Werk in Hattenheim, anhand dessen der Konkurrenz- und wirtschaftliche Druck aufgezeigt wird. Auch ich bin ein Kind der 70iger und klar hat man einiges mitbekommen, aber vieles ist in seiner ganzen Tragweite auch an einem vorbeigegangen. Katharina Fuchs hat einen so intensiven, detail- und facettenreichen Schreibstil, der auf der anderen Seite ganz ruhig, unaufgeregt und manchmal schon sachlich daherkommt, dass man die Zeit ganz unwillkürlich noch einmal komplett durchlebt, mit allem, was sie so mit sich brachte. Das war schon großes Kino und die 600 Seiten flogen nur so dahin. Auch aufgrund der oftmals kurzen Kapiteln und wechselnden Perspektiven, fiel es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Fazit: Eine ganz klare Leseempfehlung, für alle, die gerne eine authentische Reise durch die Zeit mögen, ohne aufgebauschte Dramen und erhobenem Zeigefinger. Dinge, die angesprochen werden, stehen für sich und hallen auch so noch lange nach.

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** Mit Willensstärke geht sowas! Und als Roland die Augenbrauen hochzog, fügte sie hinzu: Und mit Tabletten. Jetzt wurden Rolands Augen auf einmal weit, voller Mitgefühl mit seiner Schwester die dort regungslos saß, mit ihrem geschundenen fünfzehnjährigen Körper. ** 1956: Unterschiedlicher könnten ihre Leben nicht sein... Die 15-jährige Angelika aus Kassel, sehr selbstbewusst und selbstbestimmend, bricht die Schule ab und möchte Fotografin werden, während die gleichaltrige Leistungssportlerin Christine schon von klein auf in einem DDR-Trainingskader gedrillt wird und über sie und ihren Körper nur noch andere entscheiden. Katharina Fuchs erzählt die Geschichte der beiden jungen Frauen abwechselnd und so packend, dass man sich dem nicht entziehen kann. Obwohl so unterschiedlich, sind mir beide Charaktere sehr nahe gekommen. Sie sind Teenager, unheimlich authentisch mit Ecken und Kanten. Man kann ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehen, auch wenn man selber vielleicht anders gehandelt hätte, sieht und fühlt man es aus ihrer Sicht. Dazu trägt auch bei, dass Katharina Fuchs ein Händchen dafür hat, die damalige Zeit mit all ihren Facetten wieder aufleben zu lassen. Man wird beim Lesen einfach hineingesogen in die 50-iger und hat das Gefühl alles hautnah mitzuerleben. So ging es mir jedenfalls. Ich stand mit Angelika in der Dunkelkammer und habe mit Christine im Kader gelitten. Man hat ja schon einiges vom ostdeutschen Leistungssport bzw. Drill gehört, aber das hier ging tatsächlich nochmal eine Lade tiefer. Das war schon ganz großes Kino. Auch, weil die Autorin das aktuelle Zeitgeschehen ganz geschickt mit einbaut, von Willy Brand bis zum Bau der Mauer, den man hier mal aus einem ganz anderen Blickwinkel miterlebt. Ihr Schreibstil ist flüssig und trotzdem sehr eindringlich, emotional und völlig unverkitscht. Lebensgeschichten, die noch lange nachhallen. *Lebenssekunden war mein erster Roman von Katharina Fuchs und ich freue mich schon auf Zwei Handvoll Leben und Neuleben von ihr.

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** Die Musikwelt öffnete sich wie eine warme feucht M*se. ** Ein wenig musste ich dann doch schmunzeln, als ich im Epilog las, dass seine Lektorin ihn darauf hingewiesen hat, er würde oftmals unsympathisch und arrogant rüberkommen. Während des Lesens habe ich mich nämlich immer wieder gefragt, ist das gewollt oder eine Masche, wenn er sehr abwertend und alle über einen Kamm scherend z.B. über Mitarbeiter spricht =grade er, der doch so sehr für Individualität steht= oder wenn er die damaligen Hardcore-Fans heute noch als Monster bezeichnet. Ich war nie Fan der Band, da war ich schon zu alt und ich wäre auch nie auf die Idee gekommen vor Häusern und Hotels zu kampieren und trotzdem fand ich die Aussage schon sehr krass und unter der Gürtellinie, denn diese Monster haben ihm sein Leben und Lebensstil finanziert. Klar, ist es mit Sicherheit kein leicht verdientes Geld, das mit Ruhm einhergeht. Und mittlerweile sind Knebelverträge und Abzocke in der Musikindustrie bekannter, aber auch für die Jungs wird ein nicht unerheblicher Teil dabei rausgesprungen sein, wie der geschilderte Lebensstil deutlich macht. Ich finde es immer schwer Biografien zu beurteilen. Auch wenn ich kein Fan war, hat mich der Mensch Bill Kaulitz sehr interessiert und er war mir bislang sympathisch. An Sympathiepunkten hat er allerdings ganz stark verloren. Aber kommen wir zum Buch. Nach einem typisch gequirlten Vorwort von Benjamin von Stuckrad-Barre, das ich ab einem Punkt entnervt übersprungen habe, widmet sich die erste Hälfte Ihrer Kindheit und Jugend. Sehr interessant, wenn ich mich auch so manches Mal gefragt habe, wie glaubwürdig und unverfälscht diese Erinnerungen eines Kleinkindes sind, aber das war schon ok. Natürlich wurde viel Verletzendes nur angerissen und ein wenig überspielt. Aber es gibt zumindest einen guten Einblick in das Aufwachsen der Zwillinge und ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten. Als es dann im zweiten Teil um die Band ging, gab es scheinbar fast nur negative Erinnerungen - so kam es mir gefühlt jedenfalls vor. Vielleicht verständlich, aber doch auch schade. Mir fehlte ein wenig der Zusammenhalt der Band, der Spaß, die Euphorie, die es mit Sicherheit am Anfang auch gab. Das alles wirkt irgendwie überschattet. Und ab hier übernimmt auch ganz stark die Arroganz. Ob als Selbstschutz oder Masche kann ich nicht beurteilen. Aber das Ganze wirkt wenig reflektiert und es scheint, als hätte er mit seiner Vergangenheit noch keinen Frieden gemacht, geschweige denn das Kapitel abgeschlossen. Das tat mir schon leid. Eindeutig gestört hat mich allerdings immer wieder die gewollt vulgäre und obszöne Sprache, gepaart mit der Selbsteinschätzung jeden manipulieren und durchschauen zu können. Auch seine Art über Menschen zu sprechen ist mir ganz oft quergegangen. Auf der anderen Seite hat mir die Offenheit in manchen Teilen schon sehr gefallen, das Anders sein, Akzeptanz zu suchen und die Suche nach der ganz großen Liebe. Ja, man merkt, das Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Fakt ist, es hat mich unterhalten, es verschweigt aber auch mit Sicherheit vieles. Wer auf ein wenig Einblicke in den Alltag hofft, wird hier nicht fündig. Eher entstand bei mir der Eindruck, dass jegliche Art von Drogen zum Alltag gehören, genauso wie Parties und Abstürze. Die Selbsteinschätzung a la ich bin, war und werde nie abhängig, habe immer die Kontrolle und kann jederzeit damit aufhören.... lasse ich mal unkommentiert in seiner vollen Naivität stehen. Manchmal hatte ich den Eindruck einen wirklich gebrochenen Menschen vor mir zu haben, der nicht erwachsen werden will und der immer noch seinen Platz im Leben und der Welt sucht. Jemanden, der das Gefühl hat, ohne Erfolg nichts zu sein....

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** Ich nenne es Europa nach dem Regen. Nach dem Regen? Damit meinen Sie wohl den Krieg? Sie trat näher. Wenn es so weitergeht, wird von Europa tatsächlich nur noch eine zerstörte Wüstenlandschaft übrig bleiben. ** Ein tolles Hörbuch mit der großartigen Stimme von Christina Puciata, die es sehr angenehm zu hören macht. Es ist 1941 und Peggy Guggenheim gelingt endlich die Ausreise nach New York, zusammen mit ihrer großen Liebe, dem Maler Max Ernst. Doch den Leser/Hörer beschleicht immer wieder das Gefühl, dass diese Liebe recht einseitig sein könnte. Peggy jedoch setzt alles daran, ihre Träume zu verwirklichen: Max zu heiraten und ein eigenes Museum zu eröffnen. Leah Hayden zeigt hier eine ganz andere, manchmal schwer nachvollziehbare Seite, der extrovertierten Kunstsammlerin Peggy Guggenheim, fast schon zu devot und sehr verletzlich in ihrer Liebe zu Max. Doch auch ihre Künstlerseele und ihr riesengroßes Herz werden immer wieder herausgestellt. Das hat mir sehr gefallen. Die Autorin versteht es, die Bilder, Skulpturen und exentrischen Personen vor dem inneren Auge Gestalt annehmen zu lassen. Man hat alles ganz genau vor Augen - was mir bei Kunst sonsst tatsächlich etwas schwer fällt. Das hat mich stark beeindruckt. Auch der Gang durch ihr Museum fühlte sich an, als wäre ich wirklich dort gewesen. Richtig großes Kopfkino! Gefühlt sind auch alle Großen dieser Zeit vertreten und geben einen interessanten Einblick in ihre Welt. Allein von diesem Aspekt habe ich das Buch geliebt. Auf der anderen Seite allerdings blieben mir manche Dinge auf der Strecke bzw. zu blass und oberflächlich. Peggys Kinder zum Beispiel. Erst nach einer ganzen Weile und kurzer Recherche, wurde mir bewusst, dass ihr Sohn Sindbad gar nicht bei ihr in New York war, sondern beim Vater lebte. Das wurde im Buch nicht wirklich deutlich. Ich hätte ein paar Punkte gern vertieft gehabt - auch der Krieg war nur eine seltene Randerscheinung. Fazit: Ein unterhaltsames, interessantes Hörbuch über Peggy Guggenheim, ihre Liebe zu Max Ernst und der Kunst.

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** Weitere vier sorglose Tage lang sind die Sonnenreflexe auf meiner geliebten See die einzigen Diamanten, die ich mir je wünschen könnte. ** Mit Anfang 20 kann Liz Clark sich ihren größten Traum erfüllen, einen Segeltörn durch die Südsee. Möglich gemacht, durch die Finanzierung eines Mentors und Unterstützung der Eltern. Ich hatte einen spannenden Reisebericht über die Höhen und Tiefen, wunderschönen Orten, Menschen und Natur und auch den nicht ganz ungefährlichen Momenten einer jungen Frau allein auf dem Pazifik, erwartet. Leider gibt es nicht einmal eine Reiseroute oder Karte. Die Erklärung der Autorin, sie würde bewusst auf genauere Schilderungen oder Nennung von Orten verzichten, da sie jeden zum Reisen und eigenen Entdeckungen inspirieren möchte. Das fand ich unheimlich schade und als Begründung auch ziemlich schwach, denn dann dürfte die Leserschaft, die ihr Buch ansprechen soll, recht überschaubar bleiben. Ich jedenfalls plane keinen Südseetörn. Im weiteren Verlauf hat es mir dann immer mehr gefehlt. Da der Fokus im Wesentlichen auf der Entwicklung der Autorin lag, kam die Schilderung von Land, Natur und Menschen eindeutig zu kurz. Dabei hat mir das Buch eigentlich sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und die Begrifflichkeiten rund ums Segeln werden gut erklärt und bremsen den Laien beim Lesen nicht aus. Es geht um die Ängste und Herausforderungen der Liz Clark sich stellen muss. Anfangs fand ich sie wirklich unheimlich naiv und hatte fast Bedenken, sie auf diese Reise gehen zu lassen. Etwas schade fand ich auch, dass sie recht wenig zur Finanzierung ihres Traumes beigetragen hat. Sie verlässt und stützt sich schon stark auf ihre Mitmenschen. Das ändert sich im Laufe der Zeit, wenn sie wirklich auf sich gestellt ist, aber die wesentlichen Charakterzüge bleiben und manchmal tat ich mich etwas schwer mit ihr. Die Wellenreiterin ist ein sehr interessantes Buch zum Wegschmökern, mit tollen großformatigen Fotos, bei dem allerdings manchmal die Gewichtung leicht verrutscht. So liest man viel über Werftarbeiten und wäre vielleicht lieber tiefer in eine spezielle Begebenheit eingetaucht. Dazu kommt, dass es weniger ein Reisebericht als die Suche einer jungen Frau nach sich selbst ist.

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** Zu Hause, dachte Jana und spürte ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme, das sich in ihrem Herzen ausbreitete. ** Zuhause, dass ist für Jana St. Peter-Ording. Auch nach 3 Jahren auf Gran Canaria spürt sie sofort: hier gehört sie hin. Nicht nur ihre Familie freut sich, auch ihre beste Freundin Pütti, mit der sie ein kleines Geschenkelädchen mit Ölen, Duftkerzen, Selbstgebackenem und Chai eröffnet. Direkt gegenüber befindet sich die Buchhandlung von Ayk, ihrem heimlichen Schwarm aus Teenagertagen. Und er bittet Jana um einen ganz besonderen Duft.... Hach, was war das schön - nicht nur für Jana - auch für mich war es ein Gefühl von nach Hause kommen. Ich fühle mich durch die SPO-Romane von Tanja Janz total mit dem Ort verbunden, obwohl ich noch nie live dort war. Es ist alles so bildhaft und lebendig beschrieben. Nicht nur die Umgebung, der Strand und das Meer, auch die Buchhandlung und erst recht das Geschenkelädchen. Ich hatte beim Lesen herrliche Düfte in der Nase und so ein ums andere Mal lief mir das Wasser im Munde zusammen. Großartig. Die Autorin hat einfach einen tollen und superangenehmen, leichten Schreibstil. Und wie immer war das Buch einfach viel zu kurz. Wintermeer und Dünenzauber ist ein absoluter Wohlfühlroman. Wie in diesem Genre üblich, werden Probleme recht schnell und nice gelöst, aber das ist für mich vollkommen okay. Vor allem, weil hier auch auf ein ersteres Thema aufmerksam gemacht wird. Fazit: In eine Decke einkuscheln, Tee, Kakao und Plätzchen dazu, Kerze an und eintauchen ins winterliche SPO. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Das Potential einer vergessenen Jahreszeit. Ich geb ja zu, ich bin ein absoluter Sommermensch und kann dem Winter nicht allzu viel abgewinnen. Ganz besonders fehlt mir das rumwerkeln im Garten und auf dem Balkon, wenn im Herbst der letzte Salat abgeerntet ist. Deswegen war ich sehr gespannt auf Wintergemüse . Ich kann mir im Nachhinein sogar vorstellen, dass meine Uroma in der Nachkriegszeit Wintergemüse angebaut hat, aber eher aus der Not heraus und meine Oma war damals glücklich, als sie nicht mehr so viel gärtnern musste. Heute kann man leichter und unbekümmerter an die Sache herangehen. Es ist kein Muss, sondern soll Freude machen und eine Missernte oder Misserfolg ist auch kein Beinbruch. Das Buch von Heidi Lorey vermittelt Kompaktwissen für jeden Einsteiger. Es ist schön handlich, übersichtlich und auch prima zum fix mal nachschlagen geeignet. Der Einstieg beginnt mit einem phänologischen Kalender und der Frage Wann ist eigentlich Winter . Auch die Erklärung saisonal/regional fand ich klasse, genauso wie die Karte mit den Winterhärtezonen in Deutschland. Das erste Kapitel gibt einem wirklich gute Grundlagen mit. Im zweiten Kapitel geht es dann um die Aussaat, die verschiedenen Möglichkeiten (Balkon, Hochbeet, Frühbeet etc.) mit sehr hilfreichen Tipps und Tricks. Den größten Part aber nimmt das Wintergemüse selbst ein. Auf jeweils einer Doppelseite mit übersichtlichem Spickzettel (alles auf einen Blick incl. Foto), Info-Text über Aussaat und Ernte, einem Sortenkästchen und jeweils die Info Was schiefgehen kann . Hier habe ich neben den üblichen Verdächtigen wie Grünkohl und Feldsalat unheimlich viele, mir unbekannte, Sorten gefunden, wie Erdbeerspinat, Bremer Scheerkohl, Gartenmelde, Haferwurzel etc. Zum Glück sind im Anhang Adressen und Bezugsquellen aufgeführt. Fazit: Ein großartiger Gartenratgeber, der mich wirklich weitergebracht hat. Verständlich erklärt, umfangreich und mit vielen Tipps. Da möchte man am Liebsten gleich loslegen.

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** Sein Kopf... , begann sie langsam, wurde aber sofort von Tomlinson unterbrochen. Ja, das Gehirn fehlt. Soweit ich das beurteilen kann, wurde es äußerst fachmännisch entfernt. ** Ich bin großer Fan der Falkenburg Chroniken und der Geheimakten. Was lag da also näher, als mich als nächstes Heather Bishop zuzuwenden und meine Erwartungen waren dementsprechend hoch. Da sich die temporeichen Bücher von Andre Milewski perfekt zum Hören eignen, bin ich hier mit dem Hörbuch, gelesen von meiner Lieblingsstimme Katja Sallay, eingestiegen. Was soll ich sagen, man klebt nur so an den Lautsprechern und ich habe nicht nur ein Mal noch eine extra Runde um den Block gedreht. Wie erwartet hat Andre Milewski wieder großartige, einzigartige und vielschichtige Charakterköpfe ins Leben gerufen, die man sofort ganz klar vor Augen hat. Und dieser trockene Humor von Santiago, herrlich. Das lockert trotz all der Spannung immer klasse auf. Was mir hier auch besonders gefallen hat, ist die private Situation von Heather und wie behutsam mit dem Thema häusliche Gewalt umgegangen wird. Die Balance aus Privatleben und Ermittlungen funktioniert hervorragend und man hat nie das Gefühl, dass sich hier alles um die privaten Probleme einer Detective dreht - ganz im Gegenteil. Die Gewichtung passt. Heather ist eine taffe, sehr sympathische Frau und es macht Spaß mit ihr auf Verbrecherjagd zu gehen. Der Mord führt ins Museum und hat einen unheimlich interessanten Hintergrund. Vor allem die Auflösung hat mich mehr als überrascht. Logisch: ja - vorhersehbar: nein. Großartig, das liebe ich. Wie erwartet ist die Heather Bishop Reihe rasant, spannend, mit einer kleinen Prise Mystik und wieder hervorragend recherchiert. Dieser Beginn hat mich wieder einmal auf ganzer Linie überzeugt und Andre Milewski in die Riege meiner Lieblingsautoren katapultiert. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil und alles Weitere aus seiner Feder!

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** Fehltritte müssen erlaubt sein, im Leben geht es nicht um Perfektion oder Leistung. Keines meiner Kinder muss dafür arbeiten, dass ich sie liebe. ** Die Meisten kennen die Schauspielerin sicher noch als Cora aus GZSZ, genauso wie ich. In Interviews hat sie immer einen sehr sympathischen, offenen Eindruck gemacht. Und so war ich sehr gespannt auf ihr Buch und was sie zu erzählen hat. Und das ist sehr kurzweilig und unterhaltsam. Ihre Offenheit, die positive Art sowie ihr unerschütterlicher Optimismus begeistern und überzeugen. Sie ist eine Vollblutmama mit Herz und Seele und das spürt man auf jeder Seite. Aber sie gibt auch sehr private Einblicke in ihre eigene Kindheit, die mich sehr berührt haben. Nina Bott ist eine starke, reflektierte Frau und von ihrer Gabe aus jeder noch so schwierigen oder unangenehmen Situation das Positive herauszuziehen und ihrem wirklich unerschütterlichen Optimismus, würde ich mir gerne eine Scheibe abschneiden. Es geht um Patchworkfamilie, Werte und Liebe, um den Spagat Kinder und Karriere, Haushalt, Chaos und Corona....Dabei teilt Nina Bott ihre ganz eigene Meinung und Erfahrungen, aber nie mit erhobenem Zeigefinger oder der Überzeugung, dass ihr Ansatz der einzig Wahre ist. Und das gefällt mir. Ich mag ihre Art und ihre Einstellung. Und es finden sich so einige Denkanstöße zwischen den locker und humorvoll geschriebenen Zeilen. Langeweile kommt auf jeden Fall nicht auf, weder im Hause Bott noch beim Lesen. Über die kleinen Tipps und Tricks musste ich allerdings ein wenig schmunzeln, aber das liegt vielleicht am Alter und gestört haben sie mich auch nicht.

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** Vielleicht hast du recht: Es gibt wohl doch gute Menschen in Russland. ** Selmas Geschichte ist tragisch und bewegend und gibt Einblicke in die dunkelste Zeit aus einem ganz anderen Blickwinkel. Selma und ihre Schwester wachsen als deutsche Minderheit in Siebenbürgen-Sachsen, Rumänien auf. Der Krieg beendet ihre grade begonnene Romanze mit Johann und als wäre das nicht schwer genug, werden die jungen Frauen nach Kriegsende von den Russen in ein Arbeitslager, den sogenannten Gulags, verschleppt. Selma ist sofort klar, wenn ihre kränkliche Schwester überleben soll, müssen sie so schnell wie möglich fliehen. Doch gibt es um sie herum Menschen, denen man vertrauen kann? Das Autorenduo Maya Freiberg erzählt die wahre Geschichte zweier jungen Schwestern, aus der Sicht von Selma. Eine sehr sympathische junge Frau, an deren Seite man die Gräuel des Arbeitslagers hautnah miterlebt. Die Charaktere sind durchweg greifbar und man hatte die unterschiedlichen, zusammengewürfelten Frauen ganz klar vor Augen. Das hat es einem sehr leicht gemacht in die Geschichte einzutauchen und mitzufühlen. Leider wird in dem kurzen Nachwort nicht wirklich näher auf Fakten und Fiktion eingegangen. Das wäre für mich hier doch wichtig gewesen, da einem Selma so manches Mal ein wenig naiv vorkommt, wenn sie nach all der Zeit und den Erfahrungen, immer noch an das Gute im Menschen glaubt. Ich hätte wirklich gerne gewusst, welche Charaktere auf wahren Personen basieren. Einige Szenen konnte ich mir manchmal nur schwer genau so vorstellen, denn wenn man sich etwas mit den Gulags beschäftigt, kommen sie einem trotz allem geschönt vor, z.B. kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand einen derartigen Fluchtversuch überlebt. Aber das ist auch irgendwie meckern auf hohem Niveau, denn insgesamt kommt die Unmenschlichkeit und Härte sehr gut rüber. Selmas Geschichte ist es definitiv wert, erzählt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Und das ist dem Autorenduo hervorragend gelungen. Ihr Schreibstil ist unheimlich angenehm und so mitreißend und eindrucksvoll geschildert, dass man das Buch einmal angefangen, kaum wieder wegzulegen vermag. Man fühlt die Gräuel, auch die nur angedeuteten, in jeder Zeile und trotzdem liegt über allem auch immer ein Hoffnungsschimmer. Selma lässt sich nicht brechen und sie gibt nie auf. Ich finde das wirklich bewundernswert und ja, vielleicht hat ihre - aus heutiger Sicht- Naivität, viel dazu beigetragen, dass sie das russische Arbeitslager überlebt hat. Ein absolut lesenswerter Roman!

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