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Alle Rezensionen von JoBerlin

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Endlich ist der langersehnte dritte Teil Pierre Lemaitres Trilogie über Frankreich in der Zwischenkriegszeit erschienen. Doch leider - dieses Buch reicht in der Qualität nicht an seine beiden Vorgänger heran. Es ist aus meiner Sicht nicht so exzellent, nicht so spannend und erscheint über weite Teile sogar recht langatmig. Wir befinden uns mittlerweile zu Beginn der 40er Jahre, zweiter Weltkrieg, das Unverstellbare wird Realität: die deutsche Wehrmacht marschiert in Frankreich ein. Über zwei Handlungsstränge läuft Lemaitres Epos - da ist zum einen die Protagonistin Louise im schockerstarrten Paris, zum anderen geht es um Soldaten im Kriegsgeschehen auf dem Feld und in einem Militärgefängnis. Diese beiden Erzählstränge fügt der Autor ab etwa der Hälfte seines Romans geschickt zusammen und ja - es gibt wieder Lügereien, Betrügereien¿ Liebe, Tragödie und seltsame Schicksalswege. Und doch - mich konnten dieses Mal weder Figuren noch Handlung wirklich fesseln. Insbesondere durch den Epilog jedoch, und die so interessanten Nachbemerkungen, in denen Pierre Lemaitre die Entstehung der Trilogie darlegt, seine Inspirationen nennt , den Schaffensprozess beschreibt, wird noch einmal deutlich: Natürlich handelt es sich bei den drei Bänden insgesamt um ein großes, ein sehr gutes literarisches Werk, das zur kommenden ruhigen Herbst- und Weihnachtszeit Aufmerksamkeit und Lesezeit bekommen sollte.

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Vita-Sackville-West fällt in Deutschland leider ein bißchen dem Vergessen anheim. Verheiratet mit dem britischen Diplomaten und Autor Harold Nicolson, in Liebe befreundet mit Virginia Woolf, der sie als Vorbild zum Roman Orlando diente, hat sie viele Gedichte, Gartenbücher und vor allem erfolgreiche Romane veröffentlicht. Kurz vor ihrem Tod erschien 1961 das vorliegende Buch, das jetzt unter dem Titel Gesichter: Portraits einiger Hunde vom Verlag Blumenbar in der Übersetzung von Helmut Ettinger veröffentlicht wurde. Engländer lieben Hunde und dieses Buch mit den ausdrucksvollen schwarz-weiß Hundegesichtern der Fotografin Laelia Goehr unterstreicht das deutlich. 44 Hundeportraits finden sich hier, und diese wunderbaren Fotos mit den ganz individuellen Hundegesichtern - mal melancholisch, mal aufmerksam, mal unbeteiligt, mal frech - bewirken zusammen mit den Texten der Vita Sackville-West, ihren charmanten Anekdoten und liebevollen Rasse-Charakterisierungen, ein intelligentes und ganz bezauberndes Leseerlebnis für alle Hundefreunde.

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Wie jetzt? Eine Bibel? Was jetzt? Keine Bibel? Ganz genau darum handelt es sich bei Christian Nürnbergers Buch. Der studierte Theologe und Journalist fasst darin die wesentlichen Geschichten der Bibel zusammen. Knapp und auf den Punkt gebracht präsentiert er sie, für Neueinsteiger und Wiedereinsteiger erzählt er sie. Dazu gibt es Zwischenrufe , um die Bedeutung der jeweiligen Erzählung aufzuzeigen, denn der Sinn so mancher Geschichte ist nicht unbedingt und immer auf den ersten Blick erkennbar. Der Zwischenruf bietet also - bei aller sonstigen Knappheit - eine Erläuterung, Fazit und Moral. Nürnberger überträgt die Bibel hier außerdem in einfache Sprache, vielleicht für Kinder gedacht, hauptsächlich aber wohl für alle, die sich schwer tun mit alten Begriffen und Redewendungen und ich musste feststellen, dass mich dieses Vorgehen zunächst störte, denn wenn alles verflacht und ins Heutige, Umgangssprachliche verfällt, ist es dann noch die Bibel? Doch nennt der Autor ja den Titel Keine Bibel und so kann man Vereinfachungen natürlich akzeptieren. Ich gewöhnte mich schnell an den Stil, war bald im Inhalt gefangen und konnte die Lektüre genießen. Und so zeigt Christian Nürnbergers Buch, wie unser Welt-, Menschen- und Wertebild auch heute noch durch das Buch der Bücher bestimmt wird, wie es die Grundlage [darstellt] von fast allem, was unsere Kultur- und Geistesgeschichte ausmacht. [Es] ist das Buch, ohne das man nichts versteht. Es ist die Bibel.

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Wie jetzt? Eine Bibel? Was jetzt? Keine Bibel? Ganz genau darum handelt es sich bei Christian Nürnbergers Buch. Der studierte Theologe und Journalist fasst darin die wesentlichen Geschichten der Bibel zusammen. Knapp und auf den Punkt gebracht präsentiert er sie, für Neueinsteiger und Wiedereinsteiger erzählt er sie. Dazu gibt es Zwischenrufe , um die Bedeutung der jeweiligen Erzählung aufzuzeigen, denn der Sinn so mancher Geschichte ist nicht unbedingt und immer auf den ersten Blick erkennbar. Der Zwischenruf bietet also - bei aller sonstigen Knappheit - eine Erläuterung, Fazit und Moral. Nürnberger überträgt die Bibel hier außerdem in einfache Sprache, vielleicht für Kinder gedacht, hauptsächlich aber wohl für alle, die sich schwer tun mit alten Begriffen und Redewendungen und ich musste feststellen, dass mich dieses Vorgehen zunächst störte, denn wenn alles verflacht und ins Heutige, Umgangssprachliche verfällt, ist es dann noch die Bibel? Doch nennt der Autor ja den Titel Keine Bibel und so kann man Vereinfachungen natürlich akzeptieren. Ich gewöhnte mich schnell an den Stil, war bald im Inhalt gefangen und konnte die Lektüre genießen. Und so zeigt Christian Nürnbergers Buch, wie unser Welt-, Menschen- und Wertebild auch heute noch durch das Buch der Bücher bestimmt wird, wie es die Grundlage [darstellt] von fast allem, was unsere Kultur- und Geistesgeschichte ausmacht. [Es] ist das Buch, ohne das man nichts versteht. Es ist die Bibel.

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Die Schriftstellerin Laura Noll legt mit Der Tod des Henkers ihren ersten Roman vor und - um es gleich vorwegzunehmen - das Debut darf als ausgesprochen gelungen bezeichnet werden und passt gut in das Portfolio das Gmeiner-Verlags, der sich gerade in letzter Zeit mit zeitgeschichtlichen Polit-Thrillern profiliert. So geht es auch in Der Tod des Henkers um tatsächliche Ereignisse, die hier und da fiktional ergänzt wurden. Laura Noll schreibt gekonnt und sehr kenntnisreich über den Freiheitskampf der Tschechen und das Attentat auf Reinhard Heydrich, dem Henker von Prag, verantwortlich für zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nun dürften die historischen Abläufe bereits einer größeren Leserschaft bekannt sein, das Cover-Foto allein hat hohen Wiedererkennungswert und ja - es gibt bereits belletristische Werke zu den Vorgängen in Prag und Umgebung. Was ist hier also das Besondere? Die Autorin schreibt ihren Roman aus dem Blickwinkel des Kriminalkommissars und Referatsleiters der Staatspolizeistelle Prag, Heinz Pannwitz, der zwar Gestapobeamter und natürlich von Deutschen eingesetzt, sich um Aufklärung der Ereignisse bemüht und versucht, Vergeltung und Massenerschießungen zu verhindern, indem er besonders sorgfältig ermittelt. Er möchte Schuldige präsentieren und damit den Exodus verhindern. Kriminalistische Arbeit ist immer eine Geduldsprobe sagt Pannwitz zur Dauer seiner Ermittlungen und mit sinnlosem Terror erreichen wir nichts. . Der Ausgang ist bekannt - und doch liest sich der Roman spannend und ist so, so interessant aufgebaut, denn Laura Noll sprengselt hier und da Anmerkungen zum Beispiel zur Golem-Legende oder zur Posse um die Statue des Komponisten Mendelssohn oder zur SOKOL-Bewegung ein und regt so zum Nachlesen und eigener Recherche an. Große Leseempfehlung von mir!

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Deutschland 1963 - vier Tage im Juni dauert der Besuch John F. Kennedys. Zwei Jahre nach dem Mauerbau bedeutet das viel, bedeutet es alles für die eingesperrten Berliner, die bereits großzügigste Hilfe durch den Marshallplan zum Wiederaufbau und Versorgung der Stadt durch Generals Clays Luftbrücke während der russischen Blockade erfuhren. Nun hofft man wieder ¿. Doch Kennedy verfolgt eigene, innenpolitische Ziele. Zwar ist er vom Blick aufs vermauerte Brandenburger Tor beeindruckt, doch gilt das Mitgefühl weniger den Berlinern als der Sorge um Auswirkungen des Kalten Krieges auf die USA. Deutschland muss die Sicherheit des amerikanischen Präsidenten während seines Staatsbesuchs sicherstellen. Das ist der exzellent recherchierte historische Hintergrund für den Fact-and-Fiction-Politthriller Vier Tage im Juni des Journalisten und Autors Jan-Christoph Nüse. Der Roman ist flott geschrieben und hat mir gut gefallen. Spannend die Story, ich lese dementsprechend schnell und ein bißchen atemlos. Kritisch anzumerken ist, dass der Roman nach meinem Dafürhalten etwas zu dialoglastig ist, und doch entspricht das sicher dem Genre und bringt natürlich Tempo ins Geschehen. Anmerken möchte ich außerdem, dass spätere Eigenrecherche und Nachlese hier nicht lästige Aufgabe, sondern großes Vergnügen bedeutet. Wem das zu umständlich ist, dem wird ein umfangreicher Anhang mit chronologischer Übersicht, Dokumenten und Quellenangaben geboten.

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Stephan Roiss ist ein facettenreicher Künstler mit jeder Menge Begabungen. Autor & Vokalist grenzt er dazu auf seiner homepage ein. Jetzt erscheint sein erster Roman über eine Kindheit in Österreich im Kremayr und Scheriau Verlag, Wien. Triceratops erstaunt zunächst durch die Form: Schlaglichtartig zeigen sich die kurzen Absätze, treten die Akteure in und aus dem Licht - das erinnert an das Auf- und Zuziehen eines Bühnenvorhangs. Vorhang auf: Ein Kinderzimmer, ein Wohnzimmer, Sohn, Mutter - Wir wollten nichts sagen, sie nicht berühren, nicht alleine sein mit ihr . Der gut gepanzerte Dinosaurier Triceratops mit den drei Hörnern und dem undurchdringbaren Nackenschild ist des Jungen Held. So will er sein, gewappnet gegen Angriffe aus Alltag und Abenteuer und da das selbst mit hoher kindlicher Fantasie unwahrscheinlich märchenhaft erscheint, spricht er von sich im Plural - WIR - zur zusätzlichen Stärkung seiner selbst. Dinosaurier faszinieren Kinder, vielleicht wegen des urzeitlichen Panzers, der archaischen Kraft, der märchenhaften Größe --- und auch Drachen - aus Bibel oder Sage - erfreuen sich bekanntermaßen großer Beliebtheit. So auch hier: Wir warteten darauf, dass die Hügel zerreißen, dass ein Feuerturm aus dem gefrorenen Acker bricht und den Nachthimmel erleuchtet, während sich ein Drache aus dem Schatten vor uns löst und das Wort an uns richtet, ein Drache, groß und feuerrot mit sieben Köpfen und zehn Hörnern ¿ Und der Junge hat es nicht leicht, mit einem schwachen Vater, der viel in der Bibel liest und hinnimmt und einer kranken Mutter mit häufigen Aufenthalten in psychiatrischen Einrichtungen. Dazu kommen noch Tante und eine Großmutter, bißchen unheimlich und manchmal rigide - wie Omas oft so sind. Und dann die Hänseleien in der Schule. Wohlbekannt. Und dann die Katastrophe. Kindheit und Jugend, auch wenn sie nicht so verkorkst-verhängnisvoll ablaufen wie hier geschildert, haben ja immer mit Ungeheuern und Ängsten, mit Drachen- und Fegefeuern zu tun. Gerade diese Bedrängnis neu zu erleben, die gemalten und die erlebten Monster in Erinnerung gerufen zu bekommen, ist für mich das Großartige dieses Romans.

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Bei Google finde ich folgenden Eintrag zum Begriff Erdbebenwetter : Können Erdbeben vorausgesagt werden? Schon seit Jahrhunderten kennt man die Fülle von Methoden, die über die weitgespannte Skala von typischem Erdbebenwetter über die Konstallation von Planeten bis zum ungewöhnlichen Tierverhalten reichen. Die meisten dieser Methoden haben bislang versagt. (Bolt, Bruce - Erdbeben, SpringerWissenschaftsverlag, 1984) Natürlich gibt es seismographische Messungen, aber bestimmte, erdbebenbegünstigende Wetterlagen oder auffälliges Tierverhalten müssen wohl zu den nicht belastbaren Mythen gezählt werden und ein Roman braucht keiner Wissenschaft entsprechen, es zählt allein der Eindruck dieser Leserin und ja --- sie findet hier reichlich Legenden und Hexen mit Entourage und fabelhafte Tierwesen. Wessen Herz jetzt höher schlägt: Erdbebenwetter ist kein Fantasyroman, den man womöglich schnell mal nebenbei konsumieren könnte. Zaia Alexanders Setting und Konstruktion erfordern Konzentration, Liebe zum Detail und auch etwas Langmut, denn es werden verschlungene Pfade, (aber)witzige stories und viel Personal geboten. Und leider - man weiß nicht so recht, wohin die Wege der Autorin führen. Ihre Protagonistin Lou jedenfalls lebt mit Tochter und Katze in Los Angeles. Das verwandtschaftliche Verhältnis der drei ist selbst gewählt. Absurde Dialog dazu geistern durch den Roman, Hierarchien zwischen Tier und Mensch und Kindern und Eltern sind aufgehoben. Lou studiert (übrigens wie ihre Autorin) an der UCLA Deutsche Sprache und Literatur und da es sich bei Erdbebenwetter auch um eine Art Dunkel-Geheimnis-Los-Angeles-Roman handelt, habe ich oft das Gefühl, mich an einem Filmset und bei Durchsicht eines Filmskripts zu befinden. FilmFantasyFakultas. Surreal ist das. Bekanntes wird außergewöhnlich, Alltag rückt in ein neues, szenisches Licht. Und trotz dieser deutlichen Hinweisen aufs Märchenhafte, Zaia Alexander schreibt in einem eher abgeklärten, gleichsam rätselhaften Ton - ich mag das sehr. Beispiel: Kojoten ziehen hungrig durch die Wohnviertel, ein Kätzchen wird getötet: Als ich am nächsten Morgen durch den windigen Canyon fuhr, stand vor mir auf der Straße ein Kojote. Ich hatte den starken Impuls, Gas zu geben. Kurz vor ihm bremste ich ab und brachte das Auto zum Stehen. Wir starrten uns durch die Windschutzscheibe an. Reglos und lange, wie es schien. Dann machte er kehrt und rannte ins verdorrte Gebüsch.« Oder ist das gar keine reale Szene, frage ich mich - ein Flimclip vielleicht, oder werden die Koyoten erst durch die Katzen oder ihre Besitzer ins Leben gerufen? Zwischenkapitel nennt die Autorin oft Blau und auch Aus dem Blauen heraus wird häufig erwähnt - für mich wirkt der Roman insgesamt wie vom Himmel gefallen, man merkt Zaia Alexander die große Fabulierfreude an, aber - weiß sie was sie tut, hat sie ihr Personal im Griff. oder hat ihr der Teufel den Stift geführt? Andere Leser und Leserinnen mögen entscheiden

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Micha Wójcik ist Historiker, Journalist und Buchautor. In Polen schrieb er bereits mehrere Bestseller und wurde 2015 mit dem namhaftdem renommierten Geschichtspreis des polnischen Nachrichtenmagazins Polityka ausgezeichnet. Sein neues Buch über den Aufstand in Treblinka wurde von der polnischen Newsweek zum Buch des Jahres gewählt. Dieses Buch ist jetzt im Piper Verlag in der sehr guten Übersetzung von Paulina Schulze-Gruber erschienen. Es beginnt mit einem an sich unbedeutenden Vorgang, der jedoch schon die ganze Kleinlichkeit, perfide Gründlichkeit und endlose Bürokratie der deutschen Besatzer zeigt. Im Lager Treblinka war von der Reichsbahn ein Stück Gleis verlegt worden, der Umschlag (Verladen,Transport, Ankunft, Sortieren, Töten der Häftlinge) sollte damit effektiver werden. Doch wer zahlt? AktenHinundHer, Weigerung des Lagerleiters Stangl, Auflaufen der Kosten. Diesen Vorgang erzählt Micha Wójcik aus der Sicht des Eisenbahners Artur Pronicki und damit wird der gewählte Stil gleich klar: Es handelt sich hier nicht um ein Sachbuch mit Aneinanderreihung von Fakten, Wójcik erzählt vielmehr fast belletristisch in einfacher, zurückgenommener, ja etwas lakonischer Sprache, von den Ungeheuerlichkeiten im Vernichtungslager Treblinka. Und dieses diminutivierende Stilmittel macht das Lager, seine Organisation und Administration noch monströser, denn in den Vernichtungslagern Treblinka, Beec und Sobibor wurde in den Jahren 1942 - 1943 die professionelle, effektive Beseitigung von etwa 2 Millionen Juden betrieben - auf der Wannseekonferenz 1941 beschlossen und Aktion Reinhardt genannt. Apokalyptische Höllenbilder von Hieronymus Bosch sieht man vor sich - für Lagerleitung und Mitarbeiter waren die Häftlinge bei ihrer Ankunft aber bereits keine menschliche Wesen, sondern Leichen. Auch Mitgefangene waren häufig ohne Empathie, man hatte zu funktionieren und als Arbeitsjuden Aufgaben wie Leichentransporte zu erfüllen. Und doch ---- es gründete sich ein geheimes Aufstandskomitee unter wesentlicher Leitung des Lagerältesten Marceli Galewski. Es ist also offensichtlich nicht so gewesen, dass jüdische Gefangene sich willig in ihr Schicksal ergaben und der Aufstand nicht etwa durch die im Untergrund agierende polnische Heimatarmee organisiert und durchgeführt wurde. Untermauert werden Wójciks Ausführungen durch eine Vielzahl von Dokumenten und besonders durch die Eindrücke und Schilderungen von Zeitzeugen. Zur Vertiefung möchte ich in diesem Zusammenhang auf das Buch Ich bin der letzte Jude von Chil Rajchman, erschienen ebenfalls im Piper Verlag, und auf Interviews der Journalistin Gitta Sereny verweisen. Der absolut exakte Ablauf des Aufstands ist jedoch aufgrund widersprüchlicher Angaben, Eitelkeiten und auch Nachkriegsrechtfertigungen nicht mehr ganz nachvollziehbar. Zum Jahrestag des Aufstands im August möchte ich dieses geschichte-spannend-erzählende Buch unbedingt empfehlen. Es eignet sich für junge Leute, wie auch für Ältere, die vielleicht bereits fundierte Kenntnisse zum Thema haben.

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Oh wow , wie cool - Marie Mitchell, eine schwarze Agentin im New York der 80er Jahre. Letzte Auswüchse des kalten Krieges, Reaganomics, Machos, bröckelnde Familien - das ist so ungefähr das Setting und Handlungshintergrund. Es beginnt auch sehr rasant und amüsant, man denkt CIA und fühlt sich wie in einem Film. Dann allerdings tun sich einige Längen auf, denn die eigentliche Spy-Story beginnt erst nach ungefähr der Hälfte des Romans und bei allen durchaus interessanten Themen bis dorthin (Familie, erste Liebe, die junge Agentin, die schwarze Agentin, Männer, Feminismus) ----- es zieht sich merklich. Und das ist so, so schade. Thomas Sankara, der charismatische und aber kommunistische Präsident der jungen westafrikanischen Republik Burkina Faso kommt 1984 nach New York, um vor den Vereinten Nationen zu sprechen. Special Agent Marie Mitchell wird als Dolmetscherin an seine Seite geschleust und ¿¿. vielleicht sollte ich nicht zu viel erzählen, denn der Roman nimmt jetzt mehr Fahrt auf. Die Autorin Lauren Wilkinson zieht in ihrem Debütroman gekonnt die Fäden zwischen Vertrauen und Verrat und webt uns so in ein engmaschiges, detailreiches Agentennetz. Fazit: Gut geschriebener Romance-Spionage-Thriller, leider mit etwas Überlänge. Interesse an Politik ist nicht unbedingt Voraussetzung, wäre aber doch von Vorteil. Das Buch war 2019 auf Barack Obamas legendärer Summer-Reading-List und das ist durchaus als Auszeichnung zu werten.

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