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Alle Rezensionen von Kleeblatt

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Elias ist das einzige Kind seiner allein erziehenden Mutter Amelie. Um die beiden über die Runden zu bekommen, arbeitet Amelie auf 2 Arbeitsstellen. Um Zeit für Elias zu haben, arbeitet sie in der Nacht als Putzkraft und nach der Nachtschicht in einem Feinkostladen. Elias ist ein feinfühliges liebes Kind, das spürt, wie schwer es seine Mutter hat. Es geht auf Weihnachten zu und er schreibt an den Weihnachtsmann einen Zettel mit dem Wunsch, dass seine Mutter es leichter hätte und nicht immer so müde wäre. Den Brief gibt er seiner Mutter, die ihn abschicken soll. Doch bei der Zustellung des Briefes geht etwas schief, denn er landet nicht wie gewünscht im Briefkasten, sondern bei dem griesgrämigen Komponisten Ephraim Sasse. Dieser lebt allein und zurückgezogen und versucht, eine Weihnachtsphantasie zu komponieren. Aber sein Kopf ist wie leer, hinzu kommt noch der Lärm und Stress, den der vor seiner Tür aufgestellte Weihnachtsmarkt mit sich bringt. Er ist mit sich und der Welt böse und behauptet, das würde man mit Absicht machen. Als der Wunschzettel von Elias mitsamt gelieferten Backwaren bei ihm landet, hält er es für einen Trick, sich Almosen zu ergaunern. Er hadert mit sich und der Welt und lässt seinen Frust an allen anderen aus. Doch der Brief bewirkt etwas in ihm und er springt über seinen Schatten und versucht, anderen zu helfen... In der bezaubernden Geschichte von Kerstin Hohlfeld, die um die Weihnachtszeit spielt, geht es um die allein erziehende Amelie und ihren Sohn Elias, für den sie alles tun würde. Ohne zu murren hat sie 2 Jobs, damit sie ihre kleine Familie über Wasser halten kann. Aber durch die Missgunst anderer scheint nun einer der beiden Jobs wegzufallen und sie sieht sich in der Zwangslage. Der Komponist Ephraim Sasse ist ein in sich zurückgezogener Kauz, der nur für seine Musik lebt, die ihm aber momentan abhanden gekommen scheint. Alles in seinem Leben geht seinen geregelten Gang, mit Abweichungen kann er schlecht umgehen. Er ist kein Menschenfreund und tut sich schwer mit ihnen, vor allem, wenn fremde Menschen seine Kreise berühren. Als sich seine Haushälterin, die er wie ein Möbelstück behandelt, das Bein bricht und für eine ganze Weile ausfällt, sieht es schlecht aus mit seinem geregelten Tagesablauf. Der Ersatz für diese lässt sich nichts sagen und macht ihm das Leben schwer. Amelies und Ephraims Wege kreuzen sich des öfteren und so bleibt es nicht aus, dass Ephraim von Amelies Nöten erfährt. Sie berührt etwas in ihm und so beginnt er den Versuch, ihr zu helfen. Amelie ist die Mutter, die sich ein kleiner Junge nur wünschen kann. Sie ist immer für ihn da und versucht, seine Wünsche zu erfüllen. Sie ist fleißig und strebsam und hat ein Händchen für schöne Auslagen im Feinkostgeschäft. Aber sie hat ein Handicap, das ihr nun zum Verhängnis wird. Ephraim ist ein Einzelgänger, immer mürrisch, unzufrieden und auf sich selbst bezogen. Ein Mann, den man nicht mögen muss und der alles andere als Sympathie in einem weckt. Und doch ist genau er es, der die größte Wandlung in der Geschichte durchmacht. Es ist eine ans Herz gehende Geschichte, die nicht nur zur Weihnachtszeit gelesen werden sollte. Sie berührt den Leser, macht ihn empfänglich für die Sorgen und Nöte anderer. Das Buch spricht Dinge an wie existenziellen Arbeitsplatzverlust, finanzielle Nöte, Einsamkeit, aber auch den Wünschen auf ein besseres, leichteres Leben. Neben den beiden Hauptsträngen von Amelie und Elias wie auch Ephraim gibt es viele kleinere Geschichten um Menschen mit ihren Sorgen und Nöten, die das Buch zu einem Ganzen machen. Es ist ein wunderbares Buch, das mich angesprochen hat, das mich mitfühlen ließ und das man nicht aus der Hand legen mag. Ich empfehle es sehr gern weiter und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

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Eine Trennung der Eltern bringt nicht nur für diese Veränderungen ins Leben, auch die Kinder sind betroffen. So geschieht es gerade Lucinda, Lu genannt, deren Eltern sich getrennt haben. Lus Mutter hat einen neuen Freund und nun heißt es, wegzuziehen und das auch noch ausgerechnet aufs Dorf, in das Haus ihrer Großmutter. Schlimm genug, dass sie Papa, ihre gewohnte Umgebung und ihre Freunde verlassen muss, aber ausgerechnet aufs Dorf und dann zur Oma Käthe? Noch langweiliger geht wohl nicht. Eine Oma, von der sie keine guten Erinnerungen hat, neue Schule, keine Freunde, das kann doch nur in einer Katastrophe enden. Oder? ... Auf Lu stürzt gerade alles ein. Nur weil ihre Mutter einen neuen Freund hat und sie sich von ihrem Vater getrennt hat, muss sie aus der ihr vertrauten Umgebung wegziehen, aufs Dorf. Da wünscht sie dich doch mal wieder, einer ihrer geliebten Kakteen zu sein. Man kann sich in sich selbst zurückziehen, lässt die Stacheln draußen und niemand kann an einen heran. Schön wärs, aber es ist nur Wunschdenken. Der erste Schultag verläuft dann auch noch fast wie erwartet. Sie findet zwar recht schnell eine neue Freudin, schafft sich aber auch gleich eine Feindin. Was für ein Einstieg. Tja und dann ist da auch noch Julian, ein Traum von einem Jungen, da kann man schon mal ins Schwärmen kommen. Die Autorin Mina Teichert ist mir bislang mit Büchern bekannt, die sie für Erwachsene geschrieben hatte. Mit diesem Werk taucht sie nunmehr in die Welt der Kinder und Jugendlichen ein. Das Buch ist für die Altersklasse der 10 - 12jährigen konzipiert und ich denke, dass das passt und stimmig ist. Die Autorin hat sich sehr gut in die Protagonistin Lu hineinversetzt und den Leser an deren Neuanfang in einer neuen Umgebung und neuen Lebensumständen teilhaben lassen. Lu ist typisch für ihr Alter, nicht wirklich mehr ein Kind, aber noch lange keine Erwachsene. Selbstbestimmung ist noch nicht angesagt, so dass man den Eltern folgen muss und sei es auf das Dorf. Ein wenig trotzig und maulig und mit einer eigenen Meinung aufmüpfig, aber leider oftmals ohne Erfolg. Nur gut, dass sich Lu mit ihrer Trompete zu ihren Kakteen zurückziehen kann. Aber es ist nicht alles schlecht, auch wenn sich Lu dagegen sträubt, es zuzugeben. Zum einen ist Jo, der Freund ihrer Mutter gar nicht so übel wie befürchtet. Dann hat er auch noch was von Katzenbabys gesagt, die sie sich anschauen könnte, aber da steht ihr doch noch ein wenig ihre eigene Sturheit im Weg. Tage im Leben eines pupertierenden Mädchens, die Mina Teichert eingefangen hat. Man kann sich sehr gut in Lu hineinversetzen, man leidet mit ihr, fühlt sich mit ihr gemeinsam hilflos gegen alle Ungerechtigkeiten und spürt auch die Schmetterlinge, die in ihrem Bauch flattern. Mit Humor beschreibt sie Lus Leben auf dem Land, das gar nicht so schlimm ist wie erwartet. Lu lebt sich ein und als Leser darf man dabei sein. Da gibt es dann auch schon mal Situationen, bei denen man schmunzeln muss. Ich denke da mal nur an den Hahn Herbert. Ein wunderbar unterhaltsames Buch, das zwar für Kinder und Jugendliche geschrieben wurde und somit so gar nicht meine Altersgruppe anspricht, aber mich trotzdem fasziniert hat und mir schöne Lesestunden bescherte. Es ist ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

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In einem kleinen Teich auf einem Bauernhof lebt Friedolin mit seinen Eltern. Friedolin ist ein kleiner Fisch, der recht lustig aussieht. Er ist grün und hat unterschiedlich große glubschige Augen. Friedolin ist neugierig und schwimmt des öfteren oben auf der Wasseroberfläche. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass er andere Tiere vom Bauernhof kennenlernt. Diese jedoch sind sehr verwundert über den kleinen Friedolin. Sie sehen ihn an und haben Vorurteile, er sei eingesperrt oder einfach zu bunt. Er ist anders als sie, er kann nicht den ganzen Tag auf der Wiese herumtollen wie die Kuh oder ist nicht so weiß wie das Schaf. Friedolin ist jedesmal traurig und verletzt, wenn er diese Äußerungen hört und beklagt sich bei seinen Eltern, die ihm zur Seite stehen und die Andersartigkeit erklären. Dann trifft er auf Mia, eine Maus, die seine Freundin wird... Was für ein wunderschönes Kinderbuch mit traumhaft schönen Illustrationen und einer Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Es zeigt auf, dass jedes Wesen anders ist, ob Schaf, Kuh, Schwein, Fisch oder Mensch, jeder ist auf seine Art andersartig und einzigartig. Den Kindern wird durch das Buch nahegelegt zu erkennen, dass auch sie einzigartig sind und wertvoll. Niemand hat über einen anderen zu richten oder ihn zu verurteilen, nur weil er anders aussieht und anders lebt. Auch wird den Kindern anhand der Geschichte aufgezeigt, dass es möglich ist, miteinander befreundet zu sein, sich gegenseitig zu helfen. Die Illustrationen von Kattia Salas sind passend zum Text und einfach ein Traum. Nicht nur Kinder mögen die Zeichnungen, auch ich habe mich in den kleinen Friedolin verguckt. Das Buch ist für 5 - 7 Jahre ausgelegt, aber es gibt wohl kein Alter, in dem es keine Freude macht, das Buch zu lesen bzw. sich anzuschauen. Die Schriftgröße ist passend für Leseanfänger, die jeweiligen Abschnitte kurz und gut verständlich. Es eignet sich hervorragend zum selbst lesen oder auch zum vorlesen und gemeinsamen Anschauen. Das Buch bietet eine gute Grundlage zum Erklären und Diskutieren mit den Kindern. Wer anhand der Bilder noch nicht genug von Friedolin hat, der hat die Möglichkeit, sich den kleinen Kerl zu häkeln. Die Häkelanleitung findet man dazu am Ende des Buches. Ein durchweg gelungenes Kinderbuch zum ansehen, lesen und vorlesen, das ich sehr gern weiterempfehle.

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Schlimm genug ist es, dass Maja sich beim Schaukeln den Arm gebrochen hat. Zu allem Übel muss sie auch noch ins Krankenhaus und dort bleiben. Da ihr Bruder zu klein ist und der Fürsorge ihrer Eltern bedarf, können diese nicht im Krankenhaus bleiben, sondern müssen wieder nach Hause gehen. Zurück bleibt eine traurige Maja, die als Zimmergefährtin nur noch die Suse hat, die aber nur in ihrem Bett liegt und heult. Maja kann es nicht mehr hören und öffnet aus Protest trotz Regen das Fenster. Plötzlich hören die Mädchen ein leises Miau und durch das Fenster kommt eine kleine weiße Katze hereinspaziert. Suse weiß es natürlich besser und bemerkt, dass es ein Kater ist. Gerne würden die beiden den Kater verstecken, aber sie wissen, dass Tiere im Krankenhaus nicht erlaubt sind. Was tun? Na zuerst einmal frisst er ihnen das Abendbrot weg. Es wird ein wenig mit dem Kater gekuschelt, der genau zu wissen scheint, was die beiden Mädchen brauchen. Dann verschwindet er wieder. Beim nächsten Regen ist er jedoch wieder zur Stelle. Maja und Suse freuen sich auf ihren Doktor, denn so haben sie den kleinen Kater genannt, sieht er doch mit seinem weißen Fell so aus, als habe er einen weißen Arztkittel an. Sie versuchen, mehr Essen für sich zu organisieren, damit sie ihn füttern können, aber da bekommen sie plötzlich Hilfe von Kai, einer Pflegekraft... Mit diesem Buch bekommen Kinder ab 7 Jahre eine Lektüre in die Hand, die nicht nur schön anzusehen ist durch die wundervollen Illustrationen im Buch, sondern sich auch noch hervorragend eignet, Erstleser zum Lesen zu animieren. Es ist eine schöne Geschichte zum selbst lesen oder auch zum vorlesen. Die Schrift ist in einer ansprechenden Größe und für Erstleser geeignet. Sie hat eine angenehme Länge, so dass sich der Leser sicher über den Erfolg freut, ein ganzes Buch gelesen zu haben. Die Autorinnen erzählen eine Geschichte, die dem Leser nahebringt, dass man gemeinsam eine ganze Menge erreichen kann. Auch dass es gar nicht so schwer ist, Freunde und Verbündete zu finden. Sie ist kindgerecht geschrieben und leicht verständlich, so dass es beim Lesen keine Verständnisprobleme geben dürfte. Ein wunderbares Buch, bei dem man allein schon Spaß hat, wenn man es nur durchblättert. Die Illustrationen sind passend zum Text und einfach nur schön. Ein Buch zum lesen und vorlesen, das ich sehr gern weiterempfehle.

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Dass Lügen kurze Beine haben, muss Claire Durant rasch feststellen, als ihr Chef sie nach Paris schickt, um an einer Vernissage teilzunehmen, über die sie im Magazin berichten soll. Das Timing ist ausgesprochen schlecht, denn eigentlich sollte sie in die Bretagne fahren, um dem Hilferuf ihrer im Krankenhaus liegenden Mutter zu entsprechen, die darum bat, dass Claire nach Hause komme möge und sich um ihre gehörlose Schwester kümmern sollte, solange sie im Krankenhaus wäre. Claire beantragte Urlaub, um wegen eines familiären Notfalls nach Hause fahren zu können, wobei der Chef natürlich davon ausging, dass sie nach Paris fährt. Niemand bei ihr auf Arbeit weiß, dass sie keine echte Pariserin ist und auch keinen Abschluss in Kunst hat, so dass ihr diese Lüge nunmehr auf die Füße fällt. Für Paris und die Berichterstattung sucht sie sich einen Ersatz, so dass sie kurz nach Moguériec fahren kann, um dort alles zu organisieren. So der Plan. Es dauert nicht lange, bis sie in Moguériec auf ihren Chef stößt. Wie sollte sie auch ahnen, dass er in dieser Einöde Urlaub machen will. Um ihre Haut und Job zu retten, verstrickt sie sich in Lügen, die wie eine Spirale ins Endlose zu gehen scheinen. Wie soll sie da nur wieder herausfinden? ... Eigentlich hatte Claire mit ihrer Vergangenheit und Herkunft abgeschlossen. Sie wuchs in dem kleinen Örtchen Moguériec in der Bretagne auf. Als ihr Vater starb, veränderte sich alles. Nach einem Besuch in Paris bei ihrer Tante Valérie blieb sie dort, ihre Mutter und Schwester Maely fuhren wieder heim mit Claires Versprechen, dass sie bald folgen würde. Es vergingen 12 Jahre, bis Claire wieder dorthin zurückkehren sollte. Das ganze dann auch sehr unwillig und nicht freiwillig. Ihre Mutter liegt im Krankenhaus und niemand ist da, der sich um die gehörlose Maely kümmern könnte, so dass sie sich genötigt fühlte, dort nach dem rechten zu sehen. Es dauert nicht lange, bis sie sich wieder in dem kleinen Örtchen zurecht gefunden hatte, nur mit dem Widerstand ihrer Schwester, die alles andere als hilflos zu sein schien, hatte sie nicht gerechnet. Erinnerungen werden wach an Freundschaften, die sie damals ebenfalls im Stich gelassen hatte und dem Erkennen, dass aus den damaligen kleinen Jungen echte Kerle geworden sind. Männer, die ihr gefährlich werden könnten. Als dann auch noch ihr Chef Sebastian Hellwig in genau diesem kleinen Örtchen auftaucht, um dort Urlaub zu machen, ist Improvision gefragt. Eine Lüge zieht die nächste nach sich und bald weiß Claire sich nicht mehr zu helfen und hat keine Ahnung, wie sie dort wieder herauskommen soll. Was für ein schönes Buch, war mein erster Gedanke, als ich das Buch zugeklappt hatte. Was nicht wirklich verwunderlich war, denn ein Buch von Claudia Winter hat mich bislang immer glücklich zurückgelassen. Mit diesem Buch entführt die Autorin die Leser nach Paris und in die Bretagne. Die Geschichte beginnt in Berlin, wo Claire lebt und arbeitet. Obwohl ich noch nie in der Bretagne war, fühlte ich mich dort wohl und konnte anhand der bildlichen Beschreibungen der Autorin mein Kopfkino laufen lassen. Die Geschichte wird anfangs in 2 Zeitebenen erzählt, die von Claire und Gwenaelle handeln, die sich recht bald zu einem Zeitstrang vereinen. Claudia Winter führt den Leser schon mit ihrem Prolog in die Geschichte ein und lässt ihn nicht mehr los. Der Schreibstil der Autorin ist schwungvoll und einfühlsam und man hat immer das Gefühl, als Leser nicht genug zu bekommen. Man mag das Buch nicht aus der Hand legen, bis man es gelesen hat, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. In den Büchern von Claudia Winter wurde bislang immer gekocht und gebacken, so auch wieder in diesem Roman. Leckere Sachen werden fabriziert und der Leser hat im Anhang die Möglichkeit, die Rezepte nachzuarbeiten. Ergänzt wird das Buch durch ein bretonisch-französisches Glossar, das dem Leser einige Begriffe näherbringt. Das Buch der Autorin bietet wieder vieles, was einen guten Roman ausmacht. Man findet nicht nur Liebe, Humor, Lügen und Tragik vor, man erfährt auch einiges zum Thema Gehörlosigkeit. Auch für dieses Buch spreche ich eine klare Kauf- und Leseempfehlung aus.

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Jule Weisbach hat sich mit dem kleinen Café Strandperlchen einen Traum erfüllt. Sie liebt es, dort als Barista zu arbeiten und ihren Kunden selbst gebackenen Kuchen anzubieten. Nebenbei hat sie sich ein zweites Standbein geschaffen, indem sie anderen Menschen bei der Aufarbeitung ihrer Familiengeschichten hilfreich unter die Arme greift. Sie freundet sich mit Johanna, einer älteren Dame an, die beim Ausräumen des Hauses ihrer Mutter ein Tagebuch gefunden hat, das viele Rätsel aufgibt. Das Tagebuch und weitere gefundene Briefe führen ins Deutschland der dreiziger und vierziger Jahre des letzten Jhs. Sie erzählen die Geschichte von Sophie und Hannes und einer Liebe, der unglaublich viele Hindernisse in den Weg gelegt wurden. Das alles in einer Zeit, in der sich Deutschland zu einem wahren Albtraum entwickelte. Jule lebt in Hamburg, wo sie sich den Traum vom eigenen Café erfüllt hat. Sie will es ihrer Mutter beweisen, sagt diese doch immer über ihre Tochter Jule ohne Plan . Sie ist glücklich und scheint es geschafft zu haben, als ihr eine saftige Mieterhöhung ins Haus flattert. Es sieht nach einem absehbaren Ende für ihr Café aus, denn diese Summe könnte sie vielleicht später aufbringen, jetzt jedoch noch nicht. Neben ihrer Arbeit in dem Café betreibt sie Recherchen für Menschen, die ihre Familiengeschichte erkunden wollen und schreibt diese als Buch nieder. Sie bekommt viele Anfragen und es macht ihr riesigen Spaß, in die Geschichten der Familien einzutauchen und das mit großem Erfolg. Mit dem Kennenlernen der älteren Johanna wird sie nicht nur eine neue Freundin gewinnen, sondern auch gemeinsam mit ihr in eine Zeit eintauchen, die in die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte reichen. Johanna fand beim Durchsehen ihrer Mutter ein altes Tagebuch und Briefe, die von einer Sophie Terhoven geschrieben wurden. Sie beginnt die Unterlagen zu lesen und ist ergriffen von der Geschichte, die sie darin findet. Wie aber kam das Tagebuch auf den Dachboden und wer war Sophie Terhoven? Sie bittet Jule, ihr zu helfen, die fehlenden Puzzleteile zu finden und aneinanderzureihen. Sophie Terhoven und ihr Bruder Lennie sind die Kinder wohlhabender Eltern, die ihr Geld mit dem Import von Kaffee verdienen. Die 17-jährige Sophie ist von Kindheitstagen an mit Hannes, dem Sohn der Köchin, befreundet. Als aus der Freundschaft mehr wird, stoßen sie auf erbitterter Widerstand. Nur Malte, engster Vertrauter von Sophie, weiß Bescheid und versucht ihnen zu helfen. Es ist das Jahr 1936, die Nazis machen sich in Deutschland breit und gewinnen an Macht. Körperliche Gebrechen sind nicht gewünscht in dem neuen, rein arischem, Deutschland und Schwule haben einen mehr als schweren Stand. Beides trifft auf Malte zu. Der 12-jährige Lennie ist begeistert vom neuen kommenden Deutschland, gibt es ihm doch schon in jungen Jahren die Gelegenheit, Macht zu demonstrieren und seine Schwester zu bespitzeln... Eine wundervolle und ergreifende Geschichte, die die Autorin Teresa Simon hier vorgelegt hat. Sie spielt auf 2 Zeitebenen, zum einen in der Vergangenheit der dreiziger und vierziger Jahre des vergangenen Jhs. in Deutschland, zum anderen in der Gegenwart. Sie nimmt den Leser mit auf die Reise, die in die Jahre 1936 bis 1943 führt. Das reinrassige Deutschland ist dort genauso zum Thema gemacht worden wie die Jagd auf Juden und Schwule. Die Unterschiede zwischen arm und reich sind gravierend und die Klassenunterschiede deutlich spürbar. Sie nimmt wichtige Ereignisse der Zeit mit in die Geschichte auf, wie den spanischen Widerstandskampf und die Olympischen Spiele in Berlin. Für den Leser ist es eine Reise in die Geschichte Deutschlands, Geschichtsauffrischung so ganz nebenbei. Die Protagonisten Sophie, Hannes und Malte aus der Vergangenheit wie auch Jule und Johanna aus der Gegenwart sind sympathisch. Sie sind glaubhaft dargestellt und man wünscht sich als Leser, diese Freunde nennen zu können. Sie haben es nicht leicht, keiner von ihnen, aber sie geben nicht auf. Egal, ob es Jule ist, die um den Erhalt ihres Cafés kämpft oder Sophie und Hannes um ihre Liebe. Sie sind Kämpfer und geben nie auf. Auch die Nebenfiguren sind authentisch dargestellt. Hellmuth Moers, Sophies Eltern wie auch Malte beleben das Buch mit ihren Charakteren wie auch ihren Geheimnissen. Die beiden Zeitstränge verlaufen parallel und man kann die Spannung bis zur Auflösung und der Fertigstellung des Puzzles förmlich mit den Händen greifen. Das Buch ist sehr emotional und spannend geschrieben. Die Autorin packt den Leser gleich zu Beginn mit einem Brief, der Fragen aufwirft, die sich durch das ganze Buch ziehen. Man ist nicht in der Lage, es aus den Händen zu legen, man möchte weiterlesen und ich für meinen Teil habe es gehasst, dass ich zwischendurch schlafen musste und nicht weiterlesen konnte. Das Buch hat mir wundervolle Stunden beschert und mich in eine Zeit zurückversetzt, die Deutschland hoffentlich nie wieder erleben wird. Das Cover des Buches ist ein Traum. Die Gestaltung, das Motiv, die Haptik des Schriftzuges, es ist einfach alles stimmig. Der einzige Wermutstropfen findet sich in dem Buch selbst. Bei der Schriftgestaltung der Tagebucheintragungen hatte der Verlag nicht gerade ein glückliches Händchen. Es strengt die Augen an und gestaltet das Lesen schwierig. Ich liebe Romane, die in zwei oder mehr Zeitebenen spielen. Von daher war das Buch schon von vornherein ein Muss für mich. Die Erwartungen waren hoch, wurden jedoch noch bei weitem übertroffen. Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und das nicht nur an Leser, die gern etwas über deutsche Geschichte lesen wollen. Es ist ein Buch voller Liebe, Vertrauen, Glauben und Hoffnung, aber auch eines über die schlimmsten Dinge wie Hass, Verrat, Vernichtung, Macht und Gier. Ich spreche eine klare Kauf- und Leseempfehlung aus.

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Katzenbücher gibt es in rauen Mengen. Bücher, in denen sie die Protagonisten sind, Bücher, in denen man erfährt, wie man mit ihnen umzugehen hat, Bücher über und mit Katzen. Was es bislang nicht gab, ist eine Art Ratgeber von Katzen für ihre Zweibeiner, bekannt auch als Katzenpersonal oder auch Dosenöffner. Die beiden Autoren Hermien Stellmacher und Joachim Schultz leben mit ihrem Kater Zazou zusammen und der scheint ihnen eine ganze Menge erzählt zu haben. Sie haben zugehört und dachten sich, dass das mitgeteilte Wissen mit Sicherheit von allgemeinem Interesse sein könnte und haben eine Art Lexikon zusammengestellt. Ich gehe mal davon aus, dass alles geschriebene von Zazou vorher abgenickt wurde, schließlich soll ja alles seine Richtigkeit haben. Das Buch ist unterteilt in Stichpunkte von A - Z, wie man es vom Lexikon her kennt, besser gesagt von Aberglaube bis Zweitwohnung. Logisch, dass Ägypten nicht fehlen darf, wurden doch dereinst die Katzen dort als Götter verehrt - nun ja, man kann es ja mal wieder zur Sprache bringen. Viele andere Stichworte findet man in diesem Lexikon, bei denen man bereits grinsen muss, wenn man diese nur liest. Ob es da um die eigenen Auffassungen vom Aufräumen geht, um die Erziehung (vom Personal natürlich, denn Katzen kann man nicht erziehen), um das Jagen, das Katzenklo, der unnützen Tätigkeit des Lesens, dem Napf, dem Putzen und und und. Es macht einfach nur Spaß zu lesen, wie die Gedanken der Katzen sind und was sie einem liebevoll mitteilen wollen oder was sie einfach nur nach Erfahrungen über ihre Zweibeiner denken. Interessant zu lesen auch die Meinung der Katzen über die Anatomie des Zweibeiners. So wie es sich liest, scheinen wir eine Fehlkonstruktion zu sein - keine Ohren, die man anlegen kann, keinen Schwanz, die Krallen eine einzige Fehlkonstruktion und weitere Merkmale, mit denen man auch nicht wirklich was anfangen kann (so die Katzen). Na ja, aber wir haben auch etwas, um was wir beneidet werden - wenigstens etwas. Ich könnte hier noch viele Beispiele bringen, aber ich denke, die Freude sollte sich jeder selbst gönnen, denn eine Freude ist es wirklich. Nicht nur, dass man sich an den Texten erfreuen kann, dieses Buch wurde zusätzlich von Hermien Stellmacher selbst illustriert. Liebevoll gezeichnet findet man Zazou immer wieder im Buch vor, mal albern mit Hütchen, mal lesend mit Brille, als Luftballon.... er ist überall gegenwärtig und treibt dort sein Unwesen (siehe auch Cover). Die Zeichnungen von Gegenständen sind zum Teil so detailliert angefertigt, dass sie an die Qualität eines Fotos heranreichen, einfach unglaublich. Das ist ein Buch, das man als Katzenpersonal einfach haben muss, denn wer möchte nicht wissen, was die eigene Katze weiß und wie sie die Welt sieht. Die Welt aus der Sicht einer Katze - ich kann mir schlimmeres vorstellen. Wer kein Katzenpersonal ist, sich aber gut unterhalten möchte, dem sei dieses Buch ebenfalls ans Herz gelegt. Wer weiß, vielleicht kommt man ja doch zu einem vierbeinigen Mitbewohner, nun, wo man schon mal weiß, wie sie ticken? Ich habe bei der Lektüre mit einem dümmlichen Dauergrinsen dagesessen und war ehrlich froh, dass ich es nicht in der S-Bahn gelesen habe. Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und das nicht nur an das zweibeinige Katzenpersonal.

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Geschichten ohne Happy End sind nicht so Emilias Ding. Sie kann schlecht damit umgehen und hat es sich zum Hobby gemacht, diese Enden umzuschreiben. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um ein Buch, einen Film oder ein Gedicht handelt. Ihre Änderungen und auch ihre Gedanken bringt sie auf ihrem Blog Better Endings zum Ausdruck, dem viele Leser folgen. Nicht jeder bringt für ihre Marotte Verständnis auf, so dass es dort nicht nur positive Kommentare zu lesen gibt. Privat lebt sie mit Philip zusammen, dessen Leben sie organisiert und Verlobte sie inzwischen ist. Die Hochzeitsvorbereitungen können ihre Leser auf dem Blog mitverfolgen und sie nehmen lebhaft Anteil daran. Aber von einem Tag auf den anderen zerbricht ihre Welt. Es ist der Tag, an dem sie von der Untreue ihres Verlobten erfährt und dem viele unschöne Worte folgen. Sie trifft auf Oscar, einem Mann, der kurzzeitig sein Gedächtnis verloren hat... an dessen Zustand sie nicht ganz unschuldig ist. Da sie durch Philips Geständnis alles verloren hat, kommt er ihr gerade recht und durch eine Lüge gelingt es ihr, bei ihm als seine Haushälterin einzuziehen. Sie lernt Oscar kennen und merkt recht schnell, dass es auch in seinem Leben einige markante Baustellen gibt. Diese versucht sie, zu umgehen und ihm ohne sein Wissen zu helfen, aber würde er das überhaupt wollen? ... Emilia ist eine Frau, die sich ihre Welt ein wenig schönzureden versucht. Sie kann keine negativen Enden im Buch oder Film ertragen und ändert diese kurzerhand. Auch als ihre Beziehung mit Philip gescheitert zu sein scheint, kann sie diese nicht wirklich akzeptieren. Auf ihrem Blog nehmen die Leser weiterhin an den Hochzeitsvorbereitungen teil, die es ja in der Realität nicht geben wird. Sie schließt in Situationen, die es zu meistern gilt, Wetten mit sich selbst ab. So hofft sie noch immer auf eine Weiterführung ihrer Beziehung, denn Philip ist der Mann ihrer Träume, für ihn hat sie ihre Agentur aufgegeben, die sie sich gerade mit ihrer Freundin aufgebaut hatte. Philip war ihr Dreh- und Angelpunkt und den will sie zurückhaben. Mit diesem Ziel vor Augen wagt sie sich an die Wiederherstellung von Oscars Leben. Emilia ist eine Träumerin, die manches Mal schon in einer Parallelwelt lebt. Als sie so nach und nach aus Oscars Leben erfährt, versucht sie mit aller Macht, auch für ihn ein Happy End zu erreichen. Dass sie sich dabei auch das ein oder andere Mal in ihren Lügen verstrickt, nimmt sie in Kauf. Zu Beginn des Buches wirkte sie ein wenig naiv auf mich. Ihr fixierter Bezug zu Philip und ihrer persönlichen Macke ließ sie ein wenig weltfremd wirken. Aber die Tatsache, dass sie nicht nur für sich ein Happy End wünscht, sondern auch bereit ist, es für andere zu erkämpfen, machte sie mir sympathisch. Lange habe ich mich gefragt, wie man so ein Mensch werden kann. Es gibt darauf sogar eine Antwort, eine Antwort, mit der man nicht gerechnet hatte, zumindest ich nicht. Das Cover des Buches ist ähnlich dem Cover von Dein perfektes Jahr von Charlotte Lucas gestaltet, einfach, aber schön. Das ist definitiv ein Buch, das man anfassen möchte und das auf sich aufmerksam macht. Dieses Buch von Charlotte Lucas umfasst nicht nur eine Liebesgeschichte, es geht um viel mehr. Liebe, Glauben und Hoffnung sind genauso ein Bestandteil wie Lügen, Hoffnungslosigkeit, Betrug und Verzweiflung. Vom Semicolon Project hatte ich schon einmal am Rande gehört, hier kam es wieder zur Sprache und interessierte mich. Mir gefällt es, wenn man neben der Unterhaltung an sich auch noch Wissenswertes erfahren kann. Ich habe Emilia auf ihrem Weg sehr gern begleitet, wenn der Weg auch nicht immer gerade verlief. Eine Protoganistin, die ich letztendlich ins Herz geschlossen habe und die ich gern kennenlernen würde. Auch dieses Buch von Charlotte Lucas empfehle ich sehr gern weiter.

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Wie reagiert man, wenn man ungerecht beschuldigt wird? Man ist sauer oder geht den Dingen auf den Grund. So jedenfalls reagiert Petronella auf die Vorwürfe, die ihr Vater ihr macht. Erdbeeren wurden verputzt, Mülleimer durchgewühlt, Wäscheklammern verstreut und vieles mehr. Ihre Beteuerungen, dass sie das alles nicht war, werden vom Vater nicht erhört. Also fasst sie einen Plan und will herausbekommen, wer für all das verantwortlich ist. Natürlich kann sie dann dem Bösewicht später auch nicht böse sein. Petronella ist die Protagonistin des Buches, die ein unglaublich großes Herz für Tiere hat. Sie liebt diese und tut vieles für sie. Sie badet mit Guppys in der Badewanne, rettet andere Tiere vor dem Schlachten, verhilft einer Henne zum Mutterglück, bringt eine Blindschleiche zum Tierarzt und erlebt mit ihrer Großmutter ein aufregendes Abenteuer im Wald. Liebevoll erzählt die Autorin Dorothea Flechsig 6 Geschichten, in denen sich alles um Tiere und Petronella dreht. Die Geschichten sind authentisch, für Kinder leicht verständlich und von der Länge her genau richtig. Kurzgeschichten, die die Aufmerksamkeit der Kinder im Alter von 5 - 10 Jahren nicht überfordern und sie nicht langweilig wirken lassen. Ganz im Gegenteil. Dorothea Flechsig hat sich auf Tiere konzentriert, die nicht so jedermanns Liebling sind wie Hunde oder Katze. Hühner, Blindschleichen, Guppys und andere findet man hier. Die hauptsächliche Geschichte erzählt von einem Waschbären. Weitere detaillierte Informationen zu genau diesen Gesellen erfährt man im Anhang. Das Buch ist eine Hardcoverausgabe mit eingebrachtem Lesebändchen, die Schrift groß und mit großem Zeilenabstand gedruckt. So gelingt es auch Erstlesern mühelos, die Geschichten selbst zu lesen. Fantastische Illustrationen unterstützen die Geschichten und machen schon beim Durchblättern des Buches Spaß. Mir gefällt dieses Buch so gut, dass ich es gern weiterempfehle. Es ist ein Buch zum selber und gemeinsamen lesen sowie zum diskutieren. Als nennenswertes Ergebnis hat man sich nicht nur gut mit dem Buch unterhalten, sondern sich auch noch auf die angenehmste Art Wissen angeeignet

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Als Paul zu seinem 8. Geburtstag nicht die gewünschte Katze oder den Hund bekommt, ist er traurig und enttäuscht. Wie sehr hatte er sich einen kleinen Gefährten gewünscht, damit er nicht mehr so allein ist, wenn seine Eltern zur Arbeit sind. Niemand versteht ihn, seine Eltern nicht und seine Oma auch nicht. Sie zählen ihm auf, wie viel Verantwortung man für so ein Lebewesen hat und dass man für es sorgen und seine eigenen Belange das ein oder andere Mal hintenan stellen muss. Trotz dem ihm das alles klar ist und er auch dazu bereit ist, haben sie ihm seinen größten Wunsch nicht erfüllt. Man vertröstet ihn, vielleicht kommt ein Tier ins Haus, wenn er älter ist. Am nächsten Morgen wird er von einem lauten, aber energischen Mau geweckt. Was ist das denn, denkt Paul und entdeckt eine kleine rotbraune Katze. Sie ist mager und scheint zu niemandem zu gehören. Paul möchte sie so gern mitnehmen und für das Kätzchen sorgen. Pauls Eltern erlauben ihm, für das Kätzchen so lange zu sorgen, bis sich die Besitzer melden. Paul ist überglücklich und will gut fürs Peterle, wie er den kleinen Kater genannt hat, sorgen. Aber dann passiert es, er vergisst das kleine Peterle zu füttern... Ein wunderschönes Kinderbuch hat hier die Autorin Kerstin Sonntag vorgelegt. Das Buch für sich allein ist schon sehenswert. Es wurde mit wirklich bezaubernden Illustrationen versehen, bei dem es einfach nur Spaß macht, das Buch in die Hand zu nehmen und in ihm zu blättern. Aus jedem Bild spricht die Liebe zum Tier. Selbst wenn man nur die Bilder hätte, könnte man damit eine Geschichte erzählen. Das Buch besitzt ein Lesebändchen, was das Gesamtbild noch ein wenig veredelt. Die Schrift ist kindgerecht ausgewählt. Von der Größe her so, dass sie auch ein Erstklässler mühelos lesen kann. Mit seinen ca. 50 Seiten ist es auch einem Kind möglich, das Buch selbständig lesen zu können, ohne dabei zu ermüden, zumal es auch mit vielen Aquarellen versehen ist. Das Buch erzählt die Geschichte von Paul, der sich nichts sehnlicher wünscht, als einen Hund oder eine kleine Katze, aber seine Eltern wollen ihm den Wunsch nicht erfüllen. Durch einen zugelaufenen Kater, der sich partout diese Familie als sein Zuhause ausgesucht hat, erhält Paul seine Chance zu zeigen, dass er in der Lage ist, für ein anderes Lebewesen zu sorgen, Verantwortung zu zeigen. Er merkt, dass es nicht reicht, wenn man nur mit der Katze spielt, man muss auch für alle ihre Belange sorgen, egal ob es das Fressen ist oder die Sauberkeit auf dem Katzenklo. Mir persönlich gefällt an der Geschichte, dass ein Tier nicht auf dem Gabentisch gelandet ist. Dort haben sie absolut nichts zu suchen. Wie oft erlebt man, dass lebende Geschenke schneller entsorgt werden, als man das Wort Ferien aussprechen kann. Sehr gute Lösung der Autorin, den kleinen Kater herumstrolchen zu lassen und nach einem Zuhause Ausschau zu halten. Ich habe mir das Buch mit meiner 5-jährigen Enkelin angeschaut und ihr vorgelesen und konnte gemeinsam sehen, wie sie sich über die Geschichte gefreut hat. Angeschaut hat sie sich das Buch gefühlte 500x. Mit dem Buch hat man nicht nur eine wunderschöne Geschichte zum vorlesen und selbst lesen in der Hand, sondern auch ein wunderschönes Bilderbuch. Wir lieben dieses Buch und empfehlen es sehr gern weiter.

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