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Alle Rezensionen von Silke Schroeder, hallo-buch.de

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Andreas Pflüger versteht es, knallharte Thriller zu erzählen. In seiner rasanten und fesselnden Jenny Aaron-Reihe stellt er eine blind gewordene Elitepolizistin in den Mittelpunkt, die aufgrund ihres Handycaps alle anderen Sinne bis zur Perfektion geschäft hat - und damit sehr erfolgreich Fälle löst. Auch dieses Mal muss Aaron mit ihren Kollegen gegen hochkarätige Schurken kämpfen und zusätzlich noch mit einer Profikillerin fertig werden, die ähnliche Fähigkeiten aufweisen kann, wie sie selbst. Die präzise Beschreibung der Kampfsporttechniken von Pflügers Heldin sind das besondere I-Tüpfelchen seiner fesselnden Story. Nebenbei beweist sich der Autor als begnadeter Sprücheklopfer, der seinen Figuren auch in den schwierigsten Situationen noch eine passende Parade in den Mund legt. So ist "Geblendet", wie schon seine beiden Vorgänger, wieder ein aufregender Thriller, der großartig von der Schauspielerin Nina Kunzendorf erzählt wird.

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Mit "Wasteland" gelingt dem Ehepaar Judith und Christian Vogt eine fesselnde postapokalyptische Dystopie. In einem halsbrecherischen Tempo jagen sie ihre beiden Hauptfiguren Laylay und Zeeto durch eine rasante Story in einem völlig zerstörten Deutschland. Konsequent switchen die Autoren zwischen den Perspektiven von Zeeto und Laylay hin und her und lassen sich immer wieder überraschende Wendungen einfallen. Dabei befassen sie sich auch mit den verschiedenen Gesellschaftsformen, die nach einem völligen Zusammenbruch der alten Strukturen entstehen könnten. Wer auf Postapokalyptisches steht und auch eine Prise Romantik nicht verschmäht, ist hier genau richtig. Vielleicht kommt ja noch mehr von Zeeto und Laylay,

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In Julian Goughs coming-of-age-Zukunftsthriller "Connect" sind autonom fahrende Autos und Drohnen, haushaltsführende KIs und das Hantieren mit Genmaterial alltäglich geworden. In dieser technischen Welt hat der junge Colt Probleme, zwischen der Realität und seinen eigenen, künstlich erschaffenen Welten zu unterscheiden. Sowieso schließt er sich viel lieber zu Hause ein und versinkt in seinem Spiel, als sich der komplizierten Wirklichkeit zu stellen. Dieses Phänomen, das in Japan "Hikikomori" (zurückziehen) genannt wird, ist laut Wikipedia heute bereits verbreiteter, als man denkt. Aber wie der Titel "Connect" schon verrät, geht es Gough in seinem Cyber-Krimi auch um das Gegenteil: um den Wunsch nach (Ver)Bindung. So wie sich Synapsen im Gehirn verbinden, so bricht sich auch im echten Leben irgendwann das Bedürfnis nach Zusammenhalt Bahn, bei Game-Conventions ebenso wie in Familien oder in der Liebe. Und selbst wenn der Autor manchmal etwas arg auf "jump-and-run" setzt, erzählt "Connect" doch von durchaus realen, menschlichen Themen wie Liebe, Macht und Krieg - allerdings in einer technisierten Welt, in der gerade für junge Menschen die Grenzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit verschwimmen.

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Nachdem sich die Duftapothekerin Luzie bereits in Amsterdam mit ihrem kleinen Bruder Benno und ihrem Freund Mats den Ewigen stellen musste, schickt Anna Ruhe sie dieses Mal in die alte Duft-Metropole Paris. Hier erleben die Freunde erneut ein fesselndes Jugend-Urban-Fantasy-Abenteuer, in dem Luzie all ihr Wissen aufbieten muss, um gegen die Ewigen siegen zu können. Denn diese streben noch immer nach nichts geringerem als der Unsterblichkeit und der Macht über die Menschen - und dazu brauchen sie seltene Düfte. Uta Dänekamp erzählt die turbulente neue Story wie immer herrlich erfrischend und unheimlich lebendig. Freuen wir uns auf weitere Abenteuer!

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Magische Zeitreisen, fiese Gegner mit Allmachtsgelüsten und eine gute Prise Romantik: Liza Maxweli entführt uns sehr galant auf die Reise in ein magisches Manhattan an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht die junge Magierin Esta, die sich, aus aus der Gegenwart kommend, plötzlich viel näher mit den Lebensumständen der Zeit um 1900 auseinandersetzen muss, als ihr lieb ist. Sehr schade, dass Liza Maxwell diese spannenden Details in ihrer ebenso spannend wie klassisch erzählten Urban-Jugend-Fantasystory nicht noch weiter ausgeführt hat! Doch dafür endet "Der letzte Magier von Manhattan" mit einem fesselnden Cliffhanger, der Lust auf mehr macht.

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Darren McGarvey schreibt sich in "Armutssafari. Von der Wut der abgehängten Unterschicht" ein Statement von der Seele, das einen durch seine Authentizität und Intensität sofort in den Bann schlägt. Denn McGarvey, der selbst in schwierigen und, wie es so schön heißt, sozial schwachen Kreisen in einer Brennpunktsiedlung vor den Türen Glasgows aufgewachsen ist, weiß, wovon er spricht, wenn er von der "Unterschicht" oder den "Abgehängten" erzählt. In jedem seiner Kapitel beschäftigt er sich mit einem anderem Thema, wie wirklichkeitsfremdem Schulunterricht, alkoholisierten Eltern, jugendlicher Gewaltbereitschaft oder dem allgegenwärtigen Zwang zur Coolness. Und er erzählt es aus den eigenen Erfahrungen von Frust und Langeweile. Doch McGarvey war ein wenig anders als die anderen Jungs - er zog irgendwann Schlussfolgerungen aus dem eigenen Erleben und überlegte sich Perspektiven und Lösungsansätze. Obwohl er selbst kurz vor der Obdachlosigkeit stand und auf eine langjährige Drogenkarriere zurückblicken kann, schaffte er den Sprung zum Rapper, DJ und Radiomoderator. Dennoch ist sein Buch alles andere als eine autobiografische Erfolgsstory, sondern vielmehr eine sehr persönliche, kritische und auch politische Auseinandersetzung mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Englands seit dem Beginn der neoliberalen Ära in den 1980er Jahren. Dabei setzt er sich, ähnlich wie Edouard Louis oder Didier Eribon in Frankreich, auch mit der politischen Linken auseinander, die sich nach seiner Einschätzung immer weiter von ihrer eigenen Klientel entfernt und wichtige Entwicklungen völlig verschlafen hat. "Armutssafari. Von der Wut der abgehängten Unterschicht" stand in Großbritannien lange Zeit in den Bestsellerlisten und wurde mit dem Orwell Prize 2018 ausgezeichnet.

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"Schöne Monster" erzählt die Geschichte von drei Frauen, die ihr Leben in Singapur meistern. Dabei rückt die Autorin bei jeder ihrer drei Protagonistinnen unterschiedliche Lebensabschnitte in den Mittelpunkt und deckt, während sie immer wieder zwischen ihren unterschiedlichen Perspektiven hin und her switcht, einen Zeitraum von fast 50 Jahren zwischen 1970 und 2020 ab. Sie beginnt mit der 16-jährigen Szu, die sich um die Jahrtausendwende in der Schule herumlangweilt, ihr eigenes Spiegelbild nicht erträgt und mit Mutter und Tante in einem heruntergekommenen Haus irgendwo im Moloch Singapur lebt. Ihre Mutter Amisa wiederum hatte ihre besten Jahre in den 1970ern, als sie durch eine Rolle in dem Horror-Kultfilm "Ponti" zu bescheidener Berühmtheit gelangte. Nun verbringt sie ihre Tage damit, für zahlungswillige Kunden mit ihrer Schwester falsche Seancen zu inszenieren. Und dann ist da noch Circe, ein privilegierter und weltlicher Teenager, der sich mit Szu in der Schule anfreundet. Zwanzig Jahre später ist Circe eine desillusionierte Mitdreißigerin, die sich als Social-Media-Managerin durchschlägt. Obwohl "Schöne Monster", das im englischen Original nur kurz "Ponti" heißt, in einem früher britischen, aber fernen asiatischen Stadtstaat spielt, erzählt uns die Autorin mit diesen drei Schicksalen viel Vertrautes: Es geht um die Rivalität unter Teenagern, um Eifersucht und komplizierte Familienverhältnisse. Und um ein Leben unter den Bedingungen von unglaublicher Luftverschmutzung und enormer Luftfeuchtigkeit - man spürt geradezu die klebrige Hitze Singapores auf der Haut. So ist "Schöne Monster", das nach Angaben der Autorin auch autobiografische Züge trägt, ein sehr lebendiger, psychologisch einfühlsamer Roman, der ebenso tiefgründig wie leicht über verschrobene Verhältnisse und Beziehungen berichtet.

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Stephen King gelingt mit "Das Institut" ein fesselnder fantastischer Roman, in dem er mal wieder alle Register seiner Kunst zieht: Eine fantastische Story, die aber immer auch mit der Realität spielt, dazu eine Gruppe extra-talentierter Kinder, ein unbeugsamer Cop und eine fiese staatliche Institution, die für ihre Zwecke über Leichen geht - dies sind nur einige der Zutaten, die zur Dramatik der S tory beitragen. Dabei lässt King die Spannung ganz langsam immer weiter anschwellen, bis sie sich in einem fulminanten Finale entlädt. Unterwegs zitiert er allerlei Details aus dem popkulturellen Universum, einschließlich sich selbst und lässt sich auch eine Bemerkung wie er zu dem momentanen US-Präsidenten steht, nicht nehmen. So ist "Das Institut" feinste und fesselnste Stephen King-Unterhaltung, wieder einmal hervorragend gelesen von David Nathan.

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Wieder einmal gelingt Andreas Gruber ein fesselnder Thriller, es ist der mittlerweile fünfte Fall mit dem eigenwilligen Profiler Maarten S. Sneijder und der LKA-Spezialistin Sabine Nemez. In "Todesmal" greift er das Thema des Missbrauchs von Schutzbefohlenen in Einrichtungen der katholischen Kirche auf, das in den letzten Jahren in immer größerer Breite bekannt wurde. Seine Story erzählt von später Rache und auch von jenem moralischen Konflikt, in den man gerät, wenn man sich plötzlich selbst auf der Seite des rächenden Täters wiederfindet. So ist "Todesmal" ein atemberaubender, aufregender Krimifall mit einem ernsten Hintergrund, der von Achim Buch wieder sehr authentisch und lebendig gelesen wird. Übrigens: Sneijders erster Fall »Todesfrist« wird gerade mit Josefine Preuß und Raymond Thiry verfilmt.

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Im seinem neuen Thriller "Zimmer 19" jagt uns Marc Raabe durch ein Berlin mit vielen dunklen Geheimnissen. Dabei bauen die Ereignisse lose auf seinem ersten Thriller "Schlüssel 17" auf. Im Mittelpunkt stehen der LKA-Beamte Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns, wobei der Autor immer wieder zu Situationen in Sitas Vergangenheit zurück switcht, die in Zusammenhang mit den erschütternden Ereignissen in der Gegenwart stehen. Wie ein roter Faden zieht sich zudem Toms Suche nach seiner seit 20 Jahren verschwundenen Schwester durch beide Bücher, denn auch hier taucht wieder ein kleines Mädchen auf, das der Vermissten zum Verwechseln ähnlich sieht. So ist "Zimmer 19" ein fesselnder, actiongeladener Thriller, der sich viel mit der Vergangenheit seiner Figuren auseínandersetzt und der mit einem aufregenden Cliffhanger endet. Seien wir gespannt, wie die Story weitergeht.

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