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Alle Rezensionen von Uli Geißler

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Dieses Spiel ist ein Ratespiel ganz eigener Prägung. Die Spielrunde teilt sich in zwei Gruppen. Jeweils eine Person jeder Gruppe erhält ein Lagekärtchen (Code) zu auf dem Spieltisch im 4x5-Raster ausgelegten vielschichtig und differenziert gestalteten Bildkarten, welche durch die auf den Lagekärtchen abgebildeten Farbzuordnungen Agenten, Zivilisten oder auch Attentäter symbolisieren. Dieses Lagekärtchen zeigt nur dem bzw. der pro Spielrunde wechselnden Chef bzw. Chefin die Lage aller 20 Plättchen an, dass heißt, wo in der jeweiligen Runde die Bildkärtchen dem roten oder dem blauen Team zugeordnet werden, einen unbeteiligten Zivilisten oder gar den Attentäter zeigen. Wer an die Reihe kommt - also Chefin oder Chef ist - muss versuchen, mittels eines Wortes einen Hinweis zu geben, welche Kärtchen zu der erdachten Wortgruppe gehören und das eigene Team auswählen soll, um nur Kärtchen auszuwählen, welche laut Vorlagekarte der eigenen Farbe zugeordnet sind. Das sind gewissermaßen die eigenen Agentinnen und Agenten. Außerdem nennt die Teamleitung in der jeweiligen Raterunde eine Zahl, welche darauf hinweist, wie viele ausliegende Kärtchen sich auf den betreffenden Begriff beziehen. Ein gut überlegter Überbegriff kann dabei eine bis mehrere Karten betreffen. Man muss sehr aufzupassen, dass ein Überbegriff nicht doch eine gegnerische Karte einbezieht. Findet die eigene Gruppe zutreffende Kärtchen dürfen sie weitertippen, übrigens laut Regel einmal mehr, als die genannte Zahl der Chef bzw. die Chefin anfangs nannte. Bei einem Fehler kommt die gegnerische Gruppe sofort an die Reihe. Wurde gar ein Bild aus der Auslage gewählt, welches dem Attentäter oder der Attentäterin zugeordnet war, endet das Spiel sofort und das Falschrateteam hat gleich das ganze Spiel verloren. Gewonnen hat das Team, welches zuerst alle möglichen eigenen Agentinnen und Agenten in der Auslage gefunden (getippt) hat. Eignung "Codenames Pictures" ist wie auch schon das Original ein klasse Spiel für eine phantasiereiche, aber auch Wortgewandte Spielrunde, welche geübt darin ist, auch mal um die Ecke zu denken, lange Überlegenszeiten gut zu regeln (Sanduhr verwenden) und pfiffige Ratespiele mit Niveau liebt. Auch sollten die Spielerinnen und Spieler auch mal aushalten können, wenn jemand nicht so fit darin ist, eine Verbindung, also einen Überbegriff für an sich völlig unzusammenhängende Bilder zu finden und zu formulieren. Wer auch noch das Original-Spiel "Codenames" zur Verfügung hat, kann auch mal versuchen, beide zu kombinieren und Begriffskarten mit Bildkarten zu mischen. Eine interessante Variante. Die doch einfachen Regeln führen schnell ins Spiel, die Bildkarten - wennauch bisweilen skurril und ungewöhnlich - ermöglichen das Spiel auch für jüngere Mitspielende. Daher ist "Codenames Pictures" als Partyspiel oder auch mal als letztes Spiel eines Spieleabends gut einsatzfähig und das noch leichter, als das Ursprungsspiel. 2016 wählte eine Fachjury das Ursprungsspiel "Codenames" übrigens zum "Spiel des Jahres". © Uli Geißler, Spiel- und Kulturpädagoge, Fürth/Bay.

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Dieses Spiel ist ein Ratespiel ganz eigener Prägung. Die Spielrunde teilt sich in zwei Gruppen. Jeweils eine Person jeder Gruppe erhält ein Lagekärtchen zu auf dem Spieltisch im 5x5-Raster ausgelegten Begriffe-Karten, welche durch das Lagekärtchen und der darauf abgebildeten Farbzuordnung Agenten, Zivilisten oder auch Attentäter symbolisieren. Dieses Lagekärtchen zeigt nur dem bzw. der pro Spielrunde wechselnden Chef bzw. Chefin die Lage aller 25 Plättchen an, dass heißt, wo in der jeweiligen Runde die Wortkärtchen dem roten oder dem blauen Team zugeordnet werden, einen unbeteiligten Zivilisten oder gar den Attentäter zeigen. Wer an die Reihe kommt - also Chefin oder Chef ist - muss versuchen, mittels eines Wortes einen Hinweis zu geben, welche Kärtchen zu einer erdachten Wortgruppe gehören und das eigene Team auswählen soll, um nur Kärtchen auszuwählen, welche laut Vorlagekarte der eigenen Farbe zugeordnet sind. Das sind gewissermaßen die eigenen Agentinnen und Agenten. Außerdem nennt die Teamleitung in der jeweiligen Raterunde eine Zahl, welche darauf hinweist, wie viele ausliegende Kärtchen sich auf den betreffenden Begriff beziehen. Ein gut überlegter Überbegriff kann dabei eine bis mehrere Karten einbeziehen.Man muss sehr aufzupassen, dass ein Überbegriff nicht doch eine gegnerische Karte einbezieht. Findet die eigene Gruppe zutreffende Kärtchen dürfen sie bis zur genannten Anzahl an Kärtchen weitertippen. Bei einem Fehler kommt die gegnerische Gruppe sofort an die Reihe. Wurde gar ein Begriff aus der Auslage gewählt, welcher dem Attentäter oder der Attentäterin zugeordnet war, endet das Spiel sofort und das Falschrateteam hat gleich das ganze Spiel verloren. Gewonnen hat das Team, welches zuerst alle möglichen eigenen Agentinnen und Agenten in der Auslage gefunden (getippt) hat. Eignung "Codenames" ist ein klasse Spiel für eine Sprachgewandte Spielrunde, welche geübt darin ist, auch mal um die Ecke zu denken, lange Überlegenszeiten gut zu regeln (Sanduhr verwenden) und pfiffige Ratespiele mit Niveau liebt und auch mal aushalten können, wenn jemand nicht so fit darin ist, eine Verbindung, also einen Überbegriff für an sich völlig unzusammenhängende Worte zu finden und zu formulieren. Die doch einfachen Regeln erleichtern einen schnellen Einstieg und so ist "Codenames" auch als Partyspiel oder auch mal als letztes Spiel eines Spieleabends gut einsatzfähig. 2016 wählte eine Fachjury "Codenames" zum "Spiel des Jahres". © Uli Geißler, Spiel- und Kulturpädagoge, Fürth/Bay.

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Der in Stockholm eine Gefängnisstrafe absitzende Ex-Polizist wird in einen Mordfall höchster Priorität und Geheimhaltung hineingezogen. Er soll aufgrund seiner immer noch geschätzten Kompetenz den Fall der brutalen Tötung des Außenministers aufklären helfen und könnte als Entgegenkommen der Strafverfolgungsbehörde dadurch früher aus der Haft entlassen werden. Der ursprünglich terroristisch vermutete Anschlag erweist sich schnell als die doch falsche Fährte. Schon bei der Beerdigung des Politikers geschieht der nächste Mord. Gemeinsam mit der beim Geheimdienst tätigen Saga Bauer kommt Joona Linna, dem bald klar wird, dass weitere Morde geplant sind, schließlich dem brutalen Serientäter auf die Spur. Die Verbindung der einzelnen Morde unterstreicht die Tatsache, dass allen bisherigen Opfern stets ein Kinderlied "Ten Rabbits" vorgespielt wurde. In einigen Strecken vor allem im mittleren Teil des Thrillers braucht es unangemessen lange, bis sich die Spannung wieder steigert bzw. die Geschichte vorankommt. Eventuell ist das dem parallelen Schreiben der hinter dem Pseudonym steckenden Autoren-Paar geschuldet, denn man hat manchmal das Gefühl, es gibt zwei Erzählstränge, wobei je einer von der Autorin und einer vom Autor verfasst werden und manchmal etwas bemüht miteinander verbunden sind. Trotzdem erfüllt das Buch den hohen Anspruch eines Thrillers und sorgt mit einem empathischen Ermittler, interessanten Tathergängen und abwechslungsreichen Wendungen sowie der sich gut verdichtenden Schlusssequenz letztlich doch für ausreichend Spannung und Lesemotivation. © Uli Geißler, Fürth/Bay.

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Wer hoch hinaus will, kommt wohl an New York nicht vorbei. Ein Sehnsuchtsziel, nicht nur berühmt besungen. Einstmals bebaut mit den höchsten Gebäuden der Welt hat die multikulturelle und internationale Metropole nichts an Reiz verloren, steht immer wieder für die Moderne und zeigt doch traditionell und fast schon nostalgisch bekannte und weniger bekannte Ecken, Motive, Szenerien. Wie es zur Präsentation einer Stadt der Wolkenkratzer angemessen ist, zeigt sich der 33 x 66 cm große Kalender im Hochformat und - was die nachhaltige Romantik und Nostalgie unterstützt - in besten Schwarz-weiß-Aufnahmen. In manchmal düster metropolischer Anmutung offenbaren die Fotografinnen und Fotografen ganz besondere Ansichten der an sich turbulenten Stadt in geradezu melancholischer Beschaulichkeit. Mal ist die Freiheitsstatue auf Liberty Island vor grandioser Abendhimmel überwölbter Skyline, die mächtige Staatsgründer-Statue als Eckpfeiler der berühmten Wall-Street, die vielleicht berühmteste Uhr New Yorks als Gegenstehle zum Flatron Building in der Fifth Avenue oder das nach wie vor erhabene und ursprünglich grenzenlosen Wachstum symbolisierende Empire State Building das bestimmende Motiv. Jedem Monatsblatt ist ein Zitat beigeordnet, welches die Zugehörigkeit des Kalenders zur "Literarischen Reihe" unterstreicht. Da beschreibt Woody Allen neben einem alten Münzfernglas seinen Hang, die Stadt stets als die schönste und wärmste der Welt darzustellen oder neben der ungewöhnlichen Luftaufnahme des Central Parks vor den Hochhäusern Manhattans der berühmte Verpackungskünstler Christo seine Einschätzung, dass dieser Ort einer der für ihn ungewöhnlichsten und surrealen ist. Bis zum letzten Monat ist immer wieder die Liebe der Lichtbildner oder Literaten zu New York erkennbar und zu spüren. So ist der Kalender eine wunderbare Liebeserklärung, eine eindrucksvolle Erinnerung oder auch eine unwiderstehliche wunderbare Einladung. Nicht zuletzt ist der so schön anzusehende und ein Jahr lang mindestens als ansprechendes und kunstvolles Gestaltungselement wirkende Kalender aus dem Traditionsverlag in bester Qualität und auch nachhaltig klimaneutral hergestellt. © Uli Geißler, Fürth/Bay.

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Eines der berühmtesten, wenngleich auch schon geradezu literarisch-historischen Ermittler-Paare sind wohl Sherlock Holmes und sein treuer Helfer Dr. Watson des Autors Sir Arthur Conan Doyle. Im viktorianischen England angesiedelt und verfolgen hauptsächlich ihren gerissenen und kriminellen Widersacher Professor Moriarty. In dem spannenden Zwei-Personen-Spiel von Diego Ibánez sammelt Holmes nach einem verübten Anschlag anhand von Hinweiskarten Indizien und Spuren, welche zum Täter führen. Dazu braucht man Lupen, die dann beim Kontakt mit Informanden eingesetzt werden. Es fällt nicht immer leicht, sich für den richtigen der insgesamt 8 anfangs verdeckt aus einem Pool von 10 ausgewählten Tipp-Geber zu entscheiden und die eigene Figur zur Befragung und Nutzung der Fähigkeiten von Informanden auf die betreffende Karte zu stellen. Diese Personen werden täglich, also nach jeder dreischrittigen Spielrunde, mehr. Allerdings weiß man nie, welche Informanden im Spielverlauf noch zutage treten. Gelegentlich tauchen sie aber auch wieder in der Versenkung ab und legen eine Denkpause ein. Das tun sie, wenn ihre Dienste von beiden Parteien in Anspruch genommen wurden. Der vermeintliche Täter versucht seinerseits nach Möglichkeit aufkommende Spuren zu verschleiern und zu verwischen. Unterschiedliche Anzahlen von Hinweisen in den Kategorien der Indizien wie beispielsweise Fingerabdrücke, Gegenstände (Zigarettenstummel) u. ä. sorgen dafür, dass man zusehen muss, in welchem Bereich man am besten die Mehrheiten erlangt, um die möglichen Siegpunkte für sich zu gewinnen. Manchmal sorgt ein "Joker" sogar für den Ausschlag. Wer schließlich am Ende die meisten Punkte durch das Sammeln entsprechender Hinweise erlangen konnte, gewinnt den spielerischen Wettstreit. Etwas unerwartet ist, dass es sich bei dem Spiel keineswegs um ein reines Denk- oder Kombinationsspiel handelt, was ob der Thematik zu erwarten wäre. Vielmehr ist es ein Mehrheiten-Sammelspiel. Dennoch tut das dem Spielvergnügen keinen Abbruch, denn schnell entsteht nicht zuletzt aufgrund der stimmigen Illustrationen von Pedro Soto die passende Atmosphäre. Immer wieder entstehen neue Situationen, welche variables Handeln erfordern und man sich für das weitere Vorgehen neu entscheiden und einstellen muss. Dabei bleibt stets eine gewisse Unsicherheit, ob man das Richtige tut. Trotz dieses gewissen Glücksanteils im Spiel bleibt der Spielreiz hoch und es macht Spaß. Nach einigen Partien bieten Varianten neue Spielmöglichkeiten. Die einfachen Spielregeln sorgen für einen guten Einstieg und die angenehme halbstündige Spieldauer animieren zum Wiederholungsspiel. Dem Autor ist ein gut funktionierendes und ausreichend spannendes schönes Spiel gelungen, welches von Redaktion, Grafik und Verlag gut umgesetzt wurde. © Uli Geißler, Fürth/Bay.

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Großformatig und künstlerisch aufregend gestaltet erfreut dieser Hochkant-Kalender im Großformat 69x42cm als Wandbehang und Kalendarium. Die auf festes und stabiles Papier gedruckten Grafiken der Illustratorin Silke Leffler bieten Monat für Monat fröhlich-lustige Themen, witzige Objekte und abstrakte Motive. Da gibt es die sich wiederholenden Zeichnungen für Verliebte, phantasievolle Märchengestalten, lustige Häsinnen und Hasen im österlichen Ambiente, Blumen und Blüten für Gartenbegeisterte, ornamtentische Medaillons, sommerliche Tapetenmuster, fremdländisch anmutende Pilgergruppen, geradezu nüchternes Torten- und Kuchenpapier, Winterliche Gestalten und Spielkarten-Muster und schlussendlich eine Anmutung einer bestickten Tischdecke mit Weihnachtssymbolik. Einmalig und außergewöhnlich ist die Verwertbarkeit der Monatsblätter, kaum, dass der letzte Tag verstrichen ist. Dann nämlich schneidet man unterhalb des schmalen Kalendariums das großformatige Blatt ab und erhält einen wunderbaren Bogen Geschenkpapier zu unterschiedlichste Anlässen des Schenkens. Die ungewöhnliche Gestaltung sorgt für schon erfreute Ah, bevor noch jede Art von Geschenk ausgepackt und wahrgenommen wurde. Bisweilen ist die Verpackung möglicherweise das begehrtere Objekt. Ein früheres Exemplar wurde übrigens aufgrund der tollen Illustrationen mit der Bronze-Medaille des Gergor International Calendar Award des Graphischen Clubs Deutschland ausgezeichnet. Nachhaltigkeit im Sinne von Mehrfachverwertung lässt sich also auch "im Kleinen" umsetzen, wie diese wunderbare Kalender-Idee zeigt. Jedes Monatsblatt für sich ein künstlerisches Gestaltungselement dient es nach Ablauf der Zeit als Einwickel- und Geschenkpapier und landet erst nach erfolgtem Freudebringen an einer weiteren Stelle in der Wiederverwertung für Recycling-Papier. So eine Idee ist nicht nur bemerkenswert, sondern auch wirklich schön und praktisch. c Uli Geißler, Fürth/Bay.

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Gleichgültig, ob man noch niemals, ein- oder auch schon mehrmals zu Besuch in der begeisternden Metropole war, dieser Kalender bietet ein ganzes Jahr lang einen faszinierenden Blick auf die wohl berühmteste Stadt der Welt. Die 49x58,5 cm großen Aufnahmen des Fotografen George Steinmetz begeistern Monat für Monat mit ihrer fantastischen Sicht von oben auf die so modern wirkende Stadt. Aus luftiger Höhe nimmt er das Typische der Stadt in den Blick: Hochhäuser, Wolkenkratzer, Glasfronten, Brücken und Stadtteile. Selten und kaum jemand ist es möglich, diese Aufnahmen aus dem Flugzeug oder mittels einer Drohne aufzunehmen. So erhält man zur eigenen Sehnsucht nach oder als Erinnerung an einen Besuch der Vorzeige-Stadt Amerikas Bilder aus übersichtlicher Perspektive mit bleibender Strahlkraft. So kann man sich in die Stadt wünschen oder an die besuchten Orte erinnern, sei es die Fassade des neuen One World Trade Centers, die Park Avenue, den Central Park, die Brooklyn-Bridge oder das Empire State Building, die Upper New York Bay, das Yankee-Stadium oder das beleuchtete Manhattan in der Abenddämmerung. Das einfache aber ausreichende Kalendarium zeigt Wochen, Fest- und Feiertage an. Der Kalender "Über den Dächern von New York 2019" ist eine Sammlung ausgezeichneter Luftaufnahmen in höchster Qualität und würdigt New York gewissermaßen von höchster Stelle. (c) 11/2018, Uli Geißler, Fürth/Bay.

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Gefälschtes und Wahres auseinander zu halten ist in digitalen Zeiten zur Herausforderung geworden. Eindeutig erkennbare Situationen können nachbearbeitet oder verändert worden sein. So wie auch der Bildautor dieses wunderbar in die Zeit passenden Kalenders geht mit forscher Selbstverständlichkeit vor und gestaltet geniale Kombinationen aus Gegebenheiten, so dass diese wie ein Sehnsuchtsziel erscheinen. So gibt es wohl einen Ort, an dem der isländische Godafoss über die meoto-iwa-Seilbrücke erreichbar scheint. In wunderbarer Verbindung steht auch das Damaraland Namibias mit dem Seliner Seebad oder die inzwischen weltberühmte Elbphilharmonie mitten in der ebenso unverkennbaren Lagunenstadt Venedig. Geradezu eine kaum merkliche Symbiose stimmiger Anschauung findet statt, wenn das Eileen Donan Castle und das Angkor Thom in Kambodscha verwoben werden oder kaum merklich die Pinacles in der Wüste Australiens mit den nahe Chile auf der Osterinsel ausgerichteten Moai in trauter Gemeinsamkeit in den Abendhimmel wachsen. Das verrückte und doch so passend wirkende und ganz neue Wahrnehmungen ermöglichende Prinzip, zwei jeweils für sich einmaligen Sehenswürdigkeiten zu einer neuen großartigen real wirkenden Fälschung zusammenzufassen, mag verrückt sein, strahlt jedoch einen so starken Sog aus, dass man ein neues Reiseziel gefunden zu haben glaubt. Da will ich hin, wo kann ich buchen? "Verrückte Welt 2019" ist ein absolut gelungener Jahresbegleiter, verblüffend, ansprechend, kunstvoll, Fake und doch in unverwechselbarer Machart eine erfreuliche Wahrnehmungsquelle gestalteter Schönheit. © Uli Geißler, Fürth/Bay.

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Stadtführer suggerieren bisweilen, eine vollständige Darstellung einer Stadt zu sein. Wer gewissermaßen all das abarbeitet, was geschrieben steht, hat die Stadt gesehen und in ihrer Gesamtheit erlebt. Das satirische Handgepäck bietet nun ergänzend zu all den historischen, sachlichen, kulturellen und sicher richtigen Beschreibungen ganz neue Sichtweisen und Informationen zu und über die besuchte Stadt. Wer die üblichen und sicher wichtigen Sehenswürdigkeiten erläutert bekommen möchte, ist mit diesem Büchlein falsch ausgestattet. Auch wer seriöse und sachliche Hintergrundschilderungen zur Bedeutung oder zu den Menschen in der Stadt sucht, wäre falsch beraten, sich mit dem handlichen kleinen Büchlein auszustatten. Wer aber in lockerer, sehr subjektiver und teilweise frech-kritischer Weise etwas über die Frankenmetropole erfahren möchte und das von einem profunden und inzwischen erkennbar assimilierten Zugereisten, der ist mit Bernd Regenauers Handgepäck gut ausgestattet. Überwiegend in lesbaren Deutsch - nicht lesbare in drastischem Dialekt formulierte Einwürfe oder Zitate sind in der Regel im Folgetext erläutert oder erschließen sich aus dem Zusammenhang - beschreibt der Autor die versteckten Eigenheiten aus den Gassen und Häusern oder von den Menschen der Stadt und des näheren Umlands. Klar, dass es in Franken Tipps zu Bier, Bartwürsten und Schäufele gibt, aber es sind eben nicht nur die kulinarischen Schmankerl, die Nürnberg ausmachen. In einer jegliches Zeitgefühl oder Abfahrtszeiten der Reisebusse oder des Bahnfahrplans vergessen lassender Beschaulichkeit nimmt einen der Autor mit auf eine nicht geringe Strecke quer durch die ganze Stadt. Vielleicht sollte man sich von der Kompaktheit des Büchleins nicht in die Leistungsirre verleiten lassen, die auf dem kleinen Wegeplan auf der Innenseite angezeigte Route zu den beschriebenen Wegpunkten womöglich an einem Tag abzulaufen. Das ist schwerlich möglich, will man sich auf Orte, Menschen, kulinarische Highlights, die Kultur und einfach die Menschen ausreichend erlebbar einlassen. Durchhaltevermögen ist trotz der lockeren Schreibe des Autor vonnöten und auch die Zufuhr von Speisen und Getränken, welche immer wieder das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen, muss leiblich verarbeitet werden vom Wurst-Durst über das Chocolot, die Kloster-Bar und weitere Nahrungsergänzungsorte. Erkenntnisreich ist auch, etwas über die einzelnen Stadtteile zu erfahren, Entstehung, Entwicklung, Gegenwart oder sogar Perspektive. Eingestreute Original-Zitate von in der Regel unbekannteren Originalen sowie eine ganze Reihe fotografischer Einsichten und Ansichten oder auch mal eine Informationskasten mit Adressen oder touristischen Hinweisen bereichern den in Teilen übrigens auch - über einen QR-Code im Internet aufrufbar - vom Autor vorgelesenen Text. Das Buch ist auf jeden Fall eine gelungene Ergänzung zum allgegenwärtigen touristisch aufbereiteten Informationsmaterial und für manche Zeitgenossinnen und -genossen der lebenslustigen Arte reicht das vollkommen. © Uli Geißler, Fürth

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Ermittler Tabor Süden, früher Polizist und nun als Privatdetektiv tätig wird von seinem Autor auf Vermisstenfälle angesetzt. Dieses durchaus immer mal wieder genutzte Rollen-Klischee für Thriller-Protagonisten ist Ausgangspunkt dieses Kriminalromans. Man erfährt, dass der Vermisstensucher aufgrund des Verlustes eines Mitarbeiters während eines früheren Einsatzes längst mit Ermittlungen jeder Art abgeschlossen hatte. Irgendwie hatte er auch schon mit dem eigenen Leben abgeschlossen und wollte wohl selbst in die Unsichtbarkeit verschwinden, ohne dabei eine Vermissung, wie die Ausgangslage verschwundener Menschen in seinem Berufsfeld bezeichnet wird, zu erzeugen. Dennoch lässt sich der verunsicherte Menschensucher auf einen neuen Fall ein, welcher - wie es sich im Verlauf der Geschichte dann immer wieder einmal zeigt - eine Reihe eigener Erlebensparallelen aufweist. Süden soll den verschwundenen Autor Cornelius Hallig finden, der als Georg Ulrich Kriminalromane schreibt. In schnörkelloser und doch mitnehmender Sprache entwickelt Friedrich Ani nun eine zweigleisige Geschichte, welche über zahlreiche Weichen und Zusammenführungen schließlich zu einer geradezu melancholisch-düsteren Erzählung des Abschieds von Tabor Süden verschmelzen. Wenig geschieht in dieser Geschichte der Einsamkeiten, vielmehr ist sie getragen von der Empathie des Protagonisten für den gesuchten Seelenverwandten. Die das Leben der Figuren beschreibenden Reflexionen und erkennbaren Parallelen berühren trotz des etwas traurig stimmenden Plots ausreichend und motivieren niveauvoll zum Weiterlesen. Auch wenn es sich um ein sprachlich ausgereiftes Werk handelt, ist das Buch wahrlich kein Kriminalroman, vielmehr eine hoffnungslose Lebensreflexion zweier Verlorener, die durch Zufall einander trafen. © Uli Geißler, Fürth/Bay.

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