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Alle Rezensionen von Girdin

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Auf dem Cover des Jugendbuchs "Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" von Rainbow Rowell sitzt der Titelheld lässig und cool lächelnd auf einem thronartigen Sessel. Doch allzu viel hat er nicht zu lachen, denn ein Krieg bahnt sich an in der magischen Welt und bei Anwendung seiner Zauberkräfte ist er alles andere als entspannt. Simon Snow ist Schüler des Internats Watford School of Magicks. Der aktuelle Leiter der Schule, kurz Magier genannt, hat ihn mit 11 Jahren im Kinderheim der gewöhnlichen Menschen besucht und ihn darüber aufgeklärt, dass er zaubern kann. Mit seiner Mitschülerin Agatha ist er seit langer Zeit liiert und mit seiner Klassenkameradin Penelope, die kurz Penny genannt wird und deren Freund in Amerika lebt, ist er sehr eng befreundet. Zu Beginn seiner Schulzeit hat er in einem Ritual seinen Zimmergefährten Baz zugeteilt bekommen. Baz ist nicht nur ein Zauberer, sondern Simon vermutet auch, dass er ein Vampir ist. Die beiden verstehen sich nicht besonders gut, doch meistens akzeptieren sie die Eigenarten des anderen. Simon und seine Freunde sind ungefähr 18 Jahre alt und kommen ins letzte Schuljahr. Ein Schatten bedroht ihr Dasein, der nach seiner Anwesenheit große Löcher auf der Erde hinterlässt. Aber Baz kehrt nach den Ferien nicht an die Schule zurück und sein Fernbleiben wirft bei Simon Fragen auf. So stellt das finale Schuljahr ihn nicht nur vor die Aufgabe, seine Zauberkraft endlich zu kanalisieren, sondern auch nach dem Verbleib von Baz zu suchen. Ein Glück für ihn, dass er Penny und Agatha an seiner Seite hat. Das Buch beginnt mit deutlichen Ähnlichkeiten zu der Serie um Zaubererlehrling Harry Potter, daher war ich zunächst etwas enttäuscht beim Lesen, zumal sich die Geschichte auch eher langsam aufbaute. Doch dann wurde alles ganz anders und turbulent. Zwar reicht auch hier der Erzählzeitraum über ein Schuljahr, doch weil dies bisher ein Einzelband ist, wird die Vergangenheit in Rückblicken erzählt und ergänzt auf diese Weise die Ereignisse in der Gegenwart. Dadurch passiert ständig etwas Neues. Um einige Geschehnisse aus der Vergangenheit darzustellen, die die heute lebenden Charaktere wissensmäßig weiter voran bringen können, hat sich die Autorin einen interessanten Trick ausgedacht. Die Schilderungen erfolgen immer in der Ich-Form und wechseln auf die unterschiedlichen Charaktere der erwähnten Freunde und diverse andere Randfiguren. Jede Szene wird zwar nur einmal beschrieben, jedoch konnte man auf diese Weise auch schon mal in der Erinnerung eine andere Ansicht erfahren. Die nummerierten Kapitel, die immer auf einer neuen Seite beginnen, sind mit dem Namen desjenigen betitelt, der gerade erzählt. Grundsätzlich ist das nur eine Figur. In Ausnahmen, wenn die Spannung oder die Emotionen steigen, wechselt die Perspektive nach kürzeren Abschnitten noch innerhalb des Kapitels, was mich als Leser noch intensiver in das Geschehen einbezog. Rainbow Rowell lässt mit ganz einfachen, klaren Sprüchen zaubern. Das ist so genial, dass ich entgegen der Vernunft versucht war, mein eigenes Glück damit zu probieren. In ihrem letzten Schuljahr beginnen die Protagonisten ebenfalls, sich in Gefühlsangelegenheiten zu entwickeln. Bestehende Freundschaften werden darauf überprüft, ob man mehr als auf einer mentalen Ebene füreinander empfindet. Dabei kommt es zu einigen Überraschungen. Etwas verworren und unklar bleibt leider die Herkunft von Simon Snow. Worüber andere Autoren eine mehrbändige Serie schreiben, dass schafft Rainbow Rowell in einem einzigen Buch. Sie beeindruckt mit Charakteren, die zwar nicht alle ganz ausformuliert sind, aber in ihrem Wesen doch ganz eigen. Sie lässt Gefühle ihrer Figuren zu, die darüber auch offen reden. Keiner ist perfekt, doch jedem wird Raum und Zeit eingeräumt, Mankos zu korrigieren, sich zu verbessern oder einfach zu akzeptieren wie man ist. Dadurch entsteht eine zwar zunächst gemächliche, doch dann immer abwechslungsreichere und unterhaltsame Geschichte mit unvorhersehbarem Ende. Mir hat das gut gefallen und daher empfehle ich den Roman gerne an Jugendliche ab 13 Jahren, aber auch an alle erwachsenen Fantasyfans weiter.

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Mia hat ihren Freund Jacob durch einen Verkehrsunfall verloren. Noch heute, 400 Tage später, erinnert sie sich nur mit Grauen an diesen Tag zurück. So beginnt der Roman "Mein Herz wird dich finden" von Jessi Kirby. Auf dem Cover des Buchs ist ein verschlungenes Herz in rot-goldener Farbe das im Licht glänzt. Nichts weist auf eine bedrückende Geschichte hin und so hellt sich nach einem beklemmend wirkenden Beginn das Geschehen auf und nimmt den Leser mit hinein in eine der bewegensten Liebesgeschichten, die ich kenne. Jacob fehlt Mia sehr. Die beiden hatten gemeinsame Pläne für ihre Zukunft. Zum Glück gibt ihre Familie ihr Zeit über den Verlust hinweg zu finden. Eines Tages macht sie sich auf die Suche nach einer bestimmten Person. Bei der Fahrt ans naheliegende Meer lernt sie Noah kennen. Beide fühlen sich gleich auf einer Wellenlänge. Und doch ist es so, dass Mia Noah gar nicht hätte kennenlernen dürfen. Sie sehnt eine Aussprache mit Noah herbei, aber der geeignete Moment will zunächst einfach nicht kommen. Und dann ist es beinahe zu spät, um auf Verständnis zu hoffen ¿ Gerade einen jungen Menschen zu verlieren, egal ob als Familienmitglied oder Freund, ist furchtbar. Alles bricht ab. Begegnungen, gemeinsame Träume und Worte sind nicht mehr möglich. Die Lebenden sind gefangen im hier und jetzt. Keiner weiß wo der Geist und die Seele des Verstorbenen nun sind. Unser Verstand kommt an seine Grenze. Vielleicht ist die Geschichte, die die Autorin hier erzählt, auch so mitnehmend weil sie sich mit einem der großen Themen unserer heutigen Zeit beschäftigt, der Organspende. Auf eine ganz besondere Weise verarbeitet sie in ihrer Erzählung einige Aspekte, keine ausführende Diskussion, jedoch ausreichend für die vorliegende Liebesgeschichte, um das Für und Wider des Spenders zu erkennen. Sie zeigt außerdem auf, dass es auch für den Empfänger eine Herausforderung sowohl physisch wie auch psychisch ist, mit dem fremden Organ zu leben. Für Mia kommen zu den sehr emotionalen Geschehnissen noch das Wissen um den Gesundheitszustand ihres Vaters hinzu. Ihre Eltern bieten ihr Rückhalt und stärken sie bei ihren Handlungen. Doch der berufliche Stress macht ihrem Vater zu schaffen. Die Besorgnis ihrer Mutter um ihren Mann bedrückt auch Mia. Vor dem Hintergrund eines Sommers am Meer mit seiner Leichtigkeit, dem Vergnügen und Spaß wird der Protagonisten bewusst, dass immer wieder in einem geregelten, erfüllten Alltagsleben plötzliche Gefahren lauern, die der Gesundheit abträglich sind. Mia ist eine liebenswerte Person, ebenso wie Noah. Beide sind rücksichtsvoll und doch haben sie auch ihre Ecken und Kanten. Ohne zu wissen warum, vertraut Mia ihrem neuen Freund, obwohl ihr manche Situation in die er sie bringt riskant erscheint. Der Schreibstil der Autorin ist sehr gefühlsbetont. Sie schafft es mit ihren Worten die Wärme des Sommers einzufangen. Ich konnte mir die einzigartige Landschaft und die Naturphänomene, die Noah Mia zeigt, sehr gut vorstellen. Die Story wird von Mia in der Ich-Form erzählt, so dass ich an den Gedanken und inneren Auseinandersetzungen der Protagonistin teilhaben konnte. Vor jedem Kapitel hat Jessi Kirby eine Tatsache oder einen Spruch über das Herz gestellt, der im Laufe des Buchs Wissen vermittelt, aber auch den Leser zwischen den teils atemlos stimmenden Kapiteln kurz aufatmen lässt. Denn über der romantischen Geschichte liegt stets die Angst von Mia, dass eine Aussprache mit Noah kein Verständnis von ihm bringt und ihre noch junge Liebe einer solchen Probe nicht standhalten wird. Mich hat dieses Buch tief berührt und ich habe mich sehr über den versöhnlich stimmenden Abschluss gefreut. "Mein Herz wird dich finden" ist definitiv ein Buch das ich sehr gerne weiterempfehle, nicht nur an Jugendliche ab 14 Jahren sondern auch an junge Erwachsene und interessierte ältere Leser.

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Der historische Roman "Die Hexe und der Leichendieb" von Helga Glaesener ist als Hardcover im List Verlag erschienen und umfasst 413 Seiten mit 39 Kapiteln. Die Erzählung spielt im Jahr 1632 auf der Wildenburg in der Eifel. Dementsprechend zeigt das Cover die stilisierte Kulisse der Burg, eingebettet in die Landschaft, im Vordergrund steht allerdings ein zeitgenössisch gekleidetes Paar. Marsilius, der Herr der Wildenburg, möchte einen Mann, Marx von Mengersen, hinrichten lassen, den er für den Tod von Heinrich, einem jungen Herrn von Herbede verantwortlich macht. Marx stand in den Diensten des jungen Manns. Doch Marx verleugnet die Tat und es gelingt ihm die Flucht auf seinem Pferd aus der Burganlage bei der ihm die erst 17 Jahre alten Burgherrin Sophie unbewusst zu Hilfe kommt. Sie ist unglücklich mit Marsilius verheiratet, weil dieser nicht nur gewalttätig ist, sondern sich mit Edith noch eine weitere Frau an seine Seite geholt hat. Edith hat aber nicht nur Marsilius für sich gewonnen, sondern sie spielt die ihr stillschweigend zugebilligte Macht auch über das Personal der Burg aus. Auf der Suche nach einem dubiosen Brief den Heinrich überbringen sollte und der der Auslöser für seine Ermordung sein könnte, wird Marx sogar zum Dieb seiner Leiche. Sophie ist inzwischen schwanger und entdeckt, dass Edith eine praktizierende Hexe ist. Doch an wen, soll sie sich mit ihrem Wissen wenden? Sie sieht ihr Leben durch Edith bedroht und flieht von der Burg. Auf ihrer Flucht begegnet sie Marx und dem Advokaten Julius, die sie beide um Hilfe bittet. Helga Glaesener schafft es rund um die historisch verbürgte Gestalt des Marsilius Pallandt mit viel Fantasie die Wildenburg mit Leben zu füllen. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Die Charaktere sind detailliert beschrieben. Marx scheint zunächst der gewaltsame Mörder zu sein, dem nicht zu trauen ist. Dagegen wirkt Julius als dienstbeflissener Hauslehrer des Guts Herbede als guter Mensch. Doch die Autorin versteht es Situationen und Handlungen so miteinander zu verstricken, dass der Leser ins Grüben kommt, auf welche Seite er sich stellen soll. Unzweifelhaft nicht auf die Seite der Hexe Edith, die nicht nur eine von dem Menschen der Umgebung benannte Hexe ist, sondern und das ist das Besondere an diesem Roman eine Hexe, die als solche agiert. Frau Glaesener lässt den Leser teilnehmen an Beschwörungen, Salbungen und andere Rituale die Edith ausführt. Der Charakter der Sophie bleibt dagegen eher blass. Dies ist vielleicht auch ihrem jugendlichen Alter geschuldet. Doch ihre Handlungen und Entscheidungen bleiben für den Leser schwer einschätzbar bis zum Schluss. Diesen Roman, der durchgehend spannend ist, kann ich allen Lesern des historischen Genres zum Lesen empfehlen.

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Das Buch Das Herz einer Löwin von Katherine Scholes ist als Knaur Taschenbuch erschienen und umfasst 343 Seiten mit 19 Kapiteln, die durchnummeriert sind, Bemerkungen der Autorin zu den Charakteren und dem Handlungsort des Romans und einer Danksagung. Die Covergestaltung entführt den Leser in die Weite Afrikas. Das kleine Mädchen Angel zieht mit ihrer Mutter Laura und zwei Kamelen, einem Muttertier und ihrem Kind durch die Savanne Tansanias und zum Bruder der verstorbenen Afrikanerin Walaita zu gelangen und diesem ein paar Gegenstände aus dem Besitz der Schwester zu überbringen. Laura wird in einem unbedachten Augenblick von einer Schlange gebissen und stirbt daran. Vorher instruiert sie ihre Tochter, sich an den Onkel in England zu wenden, der sich um sie kümmern wird. Angel ist sehr tapfer und begräbt ihre Mutter unter einem Hügel von Steinen. Die Szene wird von einer Löwin mit drei Jungtieren beobachtet, der Angel sich anschließt da sie entgegen der Anweisung ihrer Mutter in Tansania bleiben möchte. Die beiden Kamele jedoch suchen sich einen Weg zu einer Forschungsstation, die von dem Arzt Daniel Oldeani und seinem Helfer betrieben wird. Dort trifft auch Emma Lindberg ein, eine Ärztin, die in Australien in der Forschung arbeitet und hier den Sterbeort ihrer Mutter aufsucht. In den Satteltaschen der Kamele finden Daniel und Emma Gegenstände die auf einen Unfall schließen lassen. Die beiden machen sich auf die Suche ¿ Der Schreibstil der Autorin ist einfach und flüssig zu lesen. Katherine Scholes bringt durch ihre Beschreibung der Tiere und ihrer Lebenswelt sowie einiger Verhaltensweisen der Einheimischen dem Leser das Land Tansania näher. In ihrem Stil spiegelt sich wieder wie viel ihr dieses Land bedeutet. Obwohl dem Leser einiges eher mystisch vorkommt z.B. dass die Löwin und ihre Jungen Angel ohne diese anzugreifen begleiten, so beruht dieses doch auf Fakten, wie dem Nachwort zu entnehmen ist. Die Charaktere sind detailliert beschrieben und der Leser kann sich gut in deren Gefühlswelt hineinversetzen. Jede der Figuren trägt sein je eigenes Schicksal, was der ganzen Geschichte einen melancholischen Touch versetzt. Angel und Emma scheinen durch ihre Bürde fast über sich hinauszuwachsen. Der Roman ist durchaus lesenswert und für alle Romantiker, die sich gerne in ein fernes Land träumen, bestens geeignet.

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Das Buch 'Sieben Tag ohne' der Autorin Monika Peetz ist als Taschenbuch im Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi) erschienen und umfasst 331 Seiten mit 72 Kapiteln. Es ist die Fortsetzung des Buchs 'Die Dienstagsfrauen'. Das Cover ist schlicht, ohne Glanz oder erhabene Buchstaben. Dennoch ist es auffallend mit den kräftigen, unterschiedlichen Farben der fünf dargestellten Fruchtsäfte auf blassem Hintergrund. Die Autorin Monika Peetz versteht es in das Umfeld der fünf Protagonistinnen so einzuführen, dass man für einen problemlosen Einstieg den ersten Band nicht gelesen haben muss. Längst hat der Alltag die fünf Frauen nach ihrer Pilgerreise nach Lourdes wieder eingeholt. Das Treffen am ersten Dienstag im Monat im französischen Restaurant haben sie natürlich, wie seit 16 Jahren, beibehalten. Und dann kommt der Abend, an dem Judith am reservierten Tisch sitzt und keine der Freundinnen Zeit hat, das Treffen einzuhalten. Eva hat sich schon immer gewünscht endlich zu erfahren. Nun nutzt sie den Krankenhausaufenthalt ihrer Mutter um unbeobachtet in deren Haus, dass bereits den Großeltern gehört hat, nach Papieren zu stöbern. Sie findet einen Umschlag mit drei Fotos und einer Karte. Der Fund verweist auf Burg Achenkirch, wo ihre Mutter ihre Ausbildung begonnen hat bevor sie dann schwanger wurde. Da kommt Eva die Idee: sie will ihre Freundinnen zum jährlichen gemeinsamen Urlaub an genau diesen Ort bringen. Dort gibt es die Möglichkeit zum Heilfasten, das wäre doch für alle etwas und sie könnte ganz nebenbei und unbemerkt ihren Vater finden - Im folgenden werden nun die Erlebnisse der Fastenwoche beschrieben. Neben Eva hat auch jede der anderen Frauen ihre kleineren oder größeren Probleme und Geheimnisse. Schön beschrieben ist die gegenseitige Unterstützung, welche die Freundinnen sich geben. Man erlebt Gespräche in den verschiedensten Kombinationen der Frauen. Das Buch ist in heiterem Ton geschrieben und leicht lesbar. Das Buch empfiehlt sich als locker-leichte Sommerlektüre ohne großen Tiefgang für Frauen.

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Tal der Tausend Nebel ist eine Familiensaga, die um die Protagonistin Elisa herum aufgebaut ist. Elisa trifft nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter zusammen auf Kauai, einer hawaiischen Insel, ein, wo ihr Vater gemeinsam mit seinem Bruder Besitzungen hat, deren Erbe sie nun antreten soll. Gleich bei ihrer Ankunft geschieht ein Unglück und sie wird von einem Hai gebissen. Der junge Hawaiianer Kelii rettet und pflegt sie. Doch Liebe zwischen Einheimischen und Eingereisten ist nicht gerne gesehen, auch von Seiten der Hawaiianer nicht. Außerdem wurde Elisa von ihrem Onkel im Sinne wirtschaftlicher Gewinne an einen Kolonialherrn versprochen. Doch Elisa spürt noch eine andere Kraft in sich, über die sie sich klar werden muss. Im Prolog des Romans lernt der Leser Maja, eine Deutsche mit hawaiianischen Wurzeln und Keanu, von Kauai stammend, kennen. Beide lernen sich auf einem Lehrerseminar für internationale Bildung in Frankreich kennen. Eigentlich sind beide anderen Partner bereits versprochen, doch bei einem Tauchgang im Meer entdeckt Maja eine Seite in sich die sie über einen Talisman Keanus in die Vergangenheit hin zu Elisa führt. Man möchte immer Weiterlesen um all die Verbindungen zwischen Elisa/Kelii und Maja/Keanu zu finden. Der Leser wird entführt in eine Welt aus Liebe und Vertrauen, aber auch Hass und Rache. In der Gegenwartgeschichte von Maja und Keanu weiß sie die Zuneigung der beiden mit ihren Gewissenskonflikten glaubhaft in Szene zu setzen. Auch wenn man von der Erzählung über Maja und Keanu wieder ein Stück Vergangenheit von Elisa erfährt, bevor der Roman endet, bleibt der Spannungsbogen durch die zweite Liebesgeschichte erhalten. Die Autorin versteht es die exotischen Flora und Fauna so für den Leser zu beschreiben, dass er sich in die hawaiianische Welt hineinversetzt fühlt. Nebenbei erfährt der Leser auch von den Konflikten der Ureinwohner Hawaiis mit den Einwanderern, die es verstanden sich das Land zu nehmen. Dieser Konflikt schwelt bis heute. Besonders faszinierend waren die Einblicke in die Riten und Legenden der Hawaiianer, allem voran die Heilkünste der Kahuna, die meiner Meinung nach gut recherchiert waren. Greifbar wird der Roman für Leser, die einen Sinn für das Mystische und Übersinnliche mitbringen. Mich hat die Geschichte sehr gut unterhalten. Sie war flüssig zu lesen, romantisch und spannend.

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Ein deutscher Autor, ein deutscher Thriller und der Titel "Ich bin der Herr deiner Angst" haben gleich zu Beginn meine Neugier geweckt. Die gelbe Schrift auf schwarzem Grund des Covers mit dem abknickenden Rändern zieht das Auge auf sich. Bereits im Vorspiel lernt der Leser die beobachtenden Augen, die nie blinzeln, hinter einem Feldstecher kennen, die auf einen alten Mann im Wohnwagen gerichtet sind, der jeden Abend mit Beginn der Dunkelheit sich bis zum nächsten Kiosk schleicht und dabei möglichst unsichtbar bleiben möchte. Dieser Mann hat Angst. In weiteren Zwischenspielen, die die Kapitel immer wieder unterbricht, setzt sich die Szene wiederholend fort und es ergibt sich, dass alle Geschehnisse von langer Hand sozusagen als Einzelteile geplant sind, die in eine beliebige "Mord"-Reihenfolge gebracht werden können. Die Geschichte beginnt mit einem Mord im Fleurs du Mal, einem Etablissement im Rotlichtviertel Hamburg. Ein Kriminalbeamter wurde grausam ermordet. Wie weit hat er selbst zu diesem Mord beigetragen, lautet zunächst die Frage. Der Hauptermittler ist Jörg Albrecht, der im Fall des ersten Mordes ein schlechtes Gewissen hat, da er den Kollegen selbst damit beauftragt hat gegen das Fleurs du Mal zu recherchieren. Innerhalb von 24 Stunden geschieht dann der nächste Mord, wieder ist das Mordkommissariat selbst betroffen, da die Ermordete ebenfalls eine Kollegin von Hauptkommissar Albrecht ist. Das ganze Team arbeitet an der Aufklärung der beiden Fälle, doch die Ergebnisse sind ernüchternd und tendieren gegen Null. Bei beiden Mordfällen scheint es, dass der Ermordete den Täter gekannt hat, aber in seiner Umgebung nie von dieser Bekanntschaft erzählt hat. Albrecht fordert seine Kollegen auf, darüber nachzudenken, ob sie solche Personen auch kennen, da sie potentiell gefährdet sind. In seine Gedanken mischt sich nun immer wieder eine Erinnerung aus seiner Kindheit, die für einen Freund tödlich endete. Die Polizeipräsidentin gibt Albrecht die Adresse eines Psychologen, den dieser zur Ermittlung hinzuziehen soll. Obwohl er darüber nicht begeistert ist, da er lieber seinen eigenen Ermittlungsweg geht, nimmt er das Angebot an. Und dann passieren schon wieder zwei Morde an Personen, die er kennt - "Ich bin der Herr deiner Angst" ist insgesamt ein sehr gut gelungener und spannender Thriller bei dem es lange offen bleibt, wer der Täter ist.

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Der historische Roman ¿Die Fälscherin¿ von Julia Freidank beginnt in einem Prolog auf dem zweiten Kreuzzug, also Mitte des 12. Jahrhundert, in Jerusalem. Heilwig, genannt Blanka, ist die Tochter eines Ritters von Bischof Otto von Freising. Nach einem Zeitsprung von drei Jahren begegnet man ihr wieder, diesmal in einem Kloster in Bayern. Sie wurde als Dank für Ihre Heilung vom Aussatz, an dem sie auf diesem Kreuzzug erkrankt ist, ins Kloster gegeben. Aber die 15jährige fühlt sich nicht zu einem Leben im Kloster berufen. Ihre Alternative wäre es, dass sie wie im Mittelalter üblich, verheiratet wird, wobei meist die Politik eine Rolle spielt. Eine Heirat aus Liebe kommt damals für die höheren Stände kaum in Frage. Ihr Vater erkrankt nun, wie Blanka vorerst glaubt, plötzlich an diesem Aussatz. Ihr Halbbruder soll den Besitz übernehmen, der jedoch von dem Geschlecht der Wittelsbacher gerne requiriert würde. Die Heimatburg Burgrain ist aber nur Blankas Erbe über deren Mutter. Bevor ihr Vater als Aussätziger vertrieben und für Tod erklärt wird, bittet er Blanka ihrem Bruder so zu helfen, dass dieser die Burg weiter behalten kann. Es beginnt ein Tauziehen um die Macht an Besitz. Darf die Kirche über weltliche Güter bestimmen? Ausgerechnet in den Reihen der Feinde begegnet Blanka einem Ritter in den sie sich verliebt. Dank ihrer Fähigkeiten Schrift identisch zu kopieren, erhält sie die Aufgabe von Bischof Otto Besitzurkunden nicht nur zu dessen Nutzen zu fälschen. Auch Blanka profitiert davon. Aber gleichzeitig wendet sie sich damit gegen ihre Liebe. Egal welchem Stand man angehörte, ob Leibeigener oder Adel, es war sicher nicht leicht im Mittelalter zu leben. Gehorsam und Lehnstreue standen im Vordergrund. Die Autorin schreibt mit großer Sachkenntnis über diese Zeit. Die Fälscherin ist ein solide recherchierter und spannender Roman. Selbst bei den jeweils kurzen Kampfszenen kann man davon ausgehen, dass die Autorin ihr Wissen aus ihrem Hobby, dem Schwertkampf, hier eingebracht hat. Man weiß als Leser eigentlich nicht, ob man die einzelnen Charakteren lieben oder hassen soll aufgrund der teilweise brutal erscheinenden Entscheidungen die diese treffen, aber die damalige Realität wohl gekonnt abbilden. Alles in allem hat mir diese Geschichte mit historisch fundiertem Hintergrund sehr gut gefallen.

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Ein junger Mann schaut aus einem Zugfenster: so ist das Cover gestaltet und mit einer Zugfahrt des Tristan Sadler beginnt auch der Roman von John Boyne ¿Das späte Geständnis des Tristan Sadler¿. Tristan trifft gleich zu Beginn eine Schriftstellerin, die mit ihren Worten töten kann, was Tristan noch später auf andere Weise erfahren soll. Jetzt aber hat er die Briefe der Schwester seines Freunds Will nach dessen Tod im 1. Weltkrieg an sich genommen und ist nun einige Zeit nach Ende des Krieges im September 1919 auf dem Weg zu einem Treffen mit ihr unterwegs. Mit feinsinnigen Worten schildert John Boyne die Ereignisse einer Freundschaft und mehr, von der ersten Minute an spannend auch dadurch, dass der Leser auf das Geständnis des Tristan Sadler wartet. Aber es bleibt auch ein weiteres Geheimnis, denn Tristan wurde als Jugendlicher von seiner Familie des Hauses verwiesen. Warum? Obwohl ich kein großer Freund von Ich-Erzählungen bin, ist es hier das richtige Stilmittel, so bleibt der Roman stets beim Erzähler. Jede Situation, die Boyne schildert bringt den Leser der Lösung näher und vermittelt Einblick in die Gefühle der Freunde. Tristan trifft seinen Freund in Aldershot, einem Ausbildungslager der Briten, Dem ¿Home oft the British Army¿, bevor das es schließlich nach Frankreich zum Frontkampf geht. Am Tag vor der Abreise nach Frankreich kommt es zu einem einschneidenden Erlebnis. Es geht hier um das Thema ¿Krieg¿ und die Frontereignisse, aber auch um Gemeinschaftsgefühl und Kameradentum. Dieses Buch hat es geschafft mich anzusprechen. Es war bewegend bis zum Schluss.

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